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stiftung rosa neuenschwander

Längmattstrasse 8
3665 Wattenwil
033 356 17 45
033 356 17 44
info@nilsholgersson.ch

Wohngruppe Seftigen
Ahornweg 5
3662 Seftigen Heilpädagogische Wohn- und Schulgruppen
033 345 29 46
seftigen@nilsholgersson.ch
Leitbild
Wohngruppe Uetendorf
Dorfstrasse 71
Zielsetzungen
3661 Uetendorf Konzept
033 345 17 10
uetendorf@nilsholgersson.ch
3 4

Es gibt etwas, das man an einem


einzigen Ort der Welt finden kann.
Es ist ein grosser Schatz, man
kann ihn die Erfüllung des Daseins
nennen. Und der Ort, an dem
dieser Schatz zu finden ist, ist
der Ort, wo man steht.

Martin Buber: Der Weg des Menschen


5 Pädagogische Leitgedanken :: D ie didaktische Führung ist mit einer Treppe mit unterschied- 6
lich hohen Stufen vergleichbar und nicht mit einer Rampe.
Unser Anliegen ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen :: Was gelernt wird, ist für den Jugendlichen in der Praxis
ein Umfeld zu bieten, in dem Veränderungs- und Wachstums- nachvollziehbar. So entstehen Erfolgserlebnisse und Freude.
prozesse möglich sind und sich dadurch neue Chancen eröffnen. :: W ir machen den Unterschied zwischen Veränderungsmög-
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen überhaupt lichkeiten und Beeinträchtigungen bewusst.
wagen, sich auf Veränderungen einzulassen, ist das Erleben
von Zuwendung und vorurteilsloser Begegnung. Erst das Strukturen
Wagnis der Veränderungen ermöglicht es den Jugendlichen, in :: D ie Jugendlichen werden von den Erwachsenen geführt.
Einklang mit der Gesellschaft zu leben, Herausforderungen :: Ihr Handeln muss für die Jugendlichen klar und fassbar sein.
des Lebens anzunehmen und dabei Vertrauen und Sicherheit :: E s gibt Forderungen und Eingrenzungen.
aufzubauen. :: R egeln werden vorgegeben, aber auch ausgehandelt.

Die Ziele der Zusammenarbeit mit Jugendlichen sind Erfahrungen


:: grösstmögliche soziale und emotionale Entwicklung Wir denken dabei an wandern, schwimmen, reiten, nichts tun,
:: grösstmögliche Selbstständigkeit im lebenspraktischen Bereich. heuen, Holz hacken, sich streiten und versöhnen, bauen, schreiben,
klettern, schmieden, Freundschaften eingehen, singen und
Die Instrumente zum Erreichen dieser Ziele heissen Lebensecht- vieles mehr.
heit, Individualität, Strukturen und Erfahrungen.
Durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird keine bestimmte
Lebensechtheit Weltanschauung vertreten. Grundlagen unserer Arbeit sind
:: d ie räumliche Trennung von Wohnen und Arbeit die Überzeugung von der Einmaligkeit jedes Einzelnen und die
:: d ie Aufnahme von Frauen und Männern Hoffnung auf seine Entwicklungsmöglichkeiten.
:: ü berschaubare Wohn- und Schulgruppen
:: b erufsmässige Forderungen bei der Arbeit

Individualität
:: J eder Jugendliche wird an seinem jeweiligen intellektuellen
und emotionalen Entwicklungsstand abgeholt. Auch auf die
psychische Befindlichkeit wird Rücksicht genommen.
7 Zielgruppe 2. Eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Handeln 8
Mit allen Angeboten der Förderung und der Beziehung
Aufgenommen werden männliche und weibliche Jugendliche möchten wir dazu beitragen, dass die Jugendlichen soweit wie
und junge Erwachsene im Alter von etwa 15 bis 20 Jahren, möglich lernen, ihr Leben in Einklang mit der Umwelt nach
deren berufliche und soziale Integration auf Grund von psychi- ihren Bedürfnissen, Wünschen und Fähigkeiten zu gestalten.
schen Schwierigkeiten und Entwicklungsverzögerungen erschwert
ist, aber bei geeigneter Förderung dank den vorhandenen Die angestrebten Ziele und Teilziele werden in der praktischen
Ressourcen möglich erscheint. pädagogischen Arbeit so formuliert, dass sie nachvollziehbar
Dazu bieten wir ihnen fachliche Hilfe und einen geschützten und überprüfbar sind. Daneben soll auch Raum gelassen
Rahmen an. Die Aufnahme erfolgt üblicherweise ab dem werden für Ziele und Werte, die schwerer überprüfbar und
9. Schuljahr bis zum Alter von etwa 20 Jahren. kaum qualifizierbar sind.

Die Jugendlichen müssen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit


mitbringen und über genügend Bindungsfähigkeit verfügen,
um vom Beziehungsangebot einer Wohngruppe profitieren zu Träger und Aufsicht
können, ohne dabei vom relativ offenen Rahmen überfordert
zu sein. Nils Holgersson ist seit dem 1. Januar 2005 in der Stiftung
Rosa Neuenschwander integriert. Das Ziel der Stiftung ist die
berufliche und soziale Integration von Jugendlichen. Die
Geschichte und Entstehung der erwähnten Stiftung sind
Zweck und Auftrag unter www.nilsholgersson.ch nachzulesen.

Wir streben folgende Ziele an: Die Finanzierung ist durch einen Leistungsvertrag mit dem
Kanton Bern geregelt.
1. B
 erufliche Integration (Erwerbsfähigkeit)
Die Jugendlichen werden ihren individuellen Möglichkeiten und
Bedürfnissen entsprechend ins Arbeitsleben integriert. Die
Massnahmen der beruflichen Förderung lassen sich dabei nicht
von Massnahmen der sozialen Förderung trennen.
9 Aufnahme und Zusammenarbeit Schnupperzeit: 10
Vor der definitiven Aufnahme findet eine einwöchige Schnup-
1. Aufnahmekriterien perzeit statt. Die Jugendlichen wohnen in dieser Zeit in einer
:: Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts Wohngruppe und besuchen tagsüber die interne Schule und
:: Aufnahmealter: etwa 15 - 20 Jahre die Werkstatt.
:: G esicherte Finanzierung (IV–Verfügung, Selbstzahler, Während der Schnupperzeit werden die Ressourcen der
Sonderschulverfügung) Jugendlichen in einem Auswertungsraster festgehalten. Diese
:: p sychische - emotionale - soziale Retardierung, resp. Beobachtung bildet die Grundlage für den Aufnahmeentscheid
Beeinträchtigung und liefert gleichzeitig wichtige Rückschlüsse über den
:: R essourcen, die eine spätere Selbstständigkeit (Unabhängig- Entwicklungsstand. Damit lassen sich erste Massnahmen
keit von sozialen Institutionen) wahrscheinlich machen planen.
:: B ereitschaft zum internen Wohnen (zum Leben in einer Aufnahmegespräch: Nach der Schnupperzeit findet ein Gespräch
Gruppe, zur Teilnahme an Gruppenaktivitäten, zum Einhalten statt, an dem die oder der Jugendliche, ihre resp. seine Bezugs-
von Institutionsregeln) person (Eltern, Berufsberater oder Sozialarbeiter), Vertreter der
:: F ähigkeit und Bereitschaft zum Lernen zuweisenden Stellen und von Nils Holgersson teilnehmen.
:: R essourcen zum Erreichen von Zielen Gelten unsere Aufnahmekriterien als erfüllt, liegen das klare
Einverständnis aller Beteiligten und die Bereitschaft zur Zusam-
2. Ablehnungskriterien menarbeit vor, kann die Aufnahme beschlossen werden.
:: a kute und chronische psychische Krankheiten Gleichzeitig werden die individuellen Zielsetzungen und die
:: regelmässiger Konsum von illegalen Drogen ersten Schritte inhaltlich und zeitlich festgelegt. Eventuelle
:: c hronifiziertes Suchtverhalten individuelle Aufnahmebedingungen, wie beispielsweise eine
:: s chwere Verwahrlosung Therapie oder eine Beistandschaft, werden festgesetzt.
:: a kute Fremd- und Selbstgefährdung
4. Zusammenarbeit
3. Aufnahmeverfahren Es finden regelmässige Standortgespräche statt, an denen sich
Vorstellung: die Jugendlichen, ihre Bezugspersonen (Eltern, Berufsberater
Das Vorstellungsgespräch in Anwesenheit der Jugendlichen, oder Sozialarbeiter) und Mitarbeiter von Nils Holgersson
deren Bezugsperson (Eltern, Berufsberater oder Sozialarbeiter) beteiligen. Diese Gespräche gewährleisten die Koordination
und Vertretern der anfragenden Stellen gibt Aufschluss über und die Stetigkeit der Planung der Lernschritte. Daneben findet
die gegenseitigen Erwartungen. Die Jugendlichen erhalten ein regelmässiger Informationsaustausch zwischen allen
Einblick in die Institution, in die Angebote, Strukturen und Personen, die an der Förderung des Jugendlichen beteiligt sind,
Rahmenbedingungen. Die Jugendlichen teilen der Institution statt.
innerhalb einer Woche telefonisch mit, ob sie eine Schnupper-
zeit absolvieren möchten.
11 Örtliche Lage 12

Die Institution besteht aus zwei Wohngruppen mit je


6 –7 Plätzen und einem Haus mit Schule und Werkstatt. Die
drei Häuser befinden sich in drei verschiedenen Dörfern
im oberen Gürbetal (Kanton Bern), die bis zu 5 km ausein-
ander liegen.

Standort Uetendorf

Standort Seftigen Standort Wattenwil


13 Angebote der sozialen und schulischen externen Ausbildung auf der gleichen Wohngruppe wie bisher 14
wohnen. Die Möglichkeit, in einer vertrauten Umgebung
Förderung bleiben zu können, ist entscheidend für den Erfolg eines
1. Wohngruppe Schrittes, der neue, hohe Anforderungen an die Jugendlichen
In den Wohngruppen leben je 6-7 Jugendliche und junge stellt.
Erwachsene beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 15 und 20 Die Wohngruppe bietet die notwendige Unterstützung bei der
Jahren. Sie können in einem überschaubaren, relativ konstan- Erledigung der Schulaufgaben während der beruflichen Ausbil-
ten, realitätsbezogenen Rahmen Lernschritte in Richtung eines dung.
selbstbestimmten Handelns und Lebens machen. Dabei werden
sie von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in den 2. Sonderschule (Vorbereitung auf die Berufsausbildung)
vielfältigen Bereichen des Lebens angeleitet und beraten. Jugendliche, die nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
Die Jugendlichen gehen tagsüber innerhalb oder ausserhalb der noch nicht bereit zum Antritt einer Lehre sind, werden gezielt
Institution einer Ausbildung nach. auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet.
Durch das verbindliche Zusammenleben in der Gemeinschaft Inhalte dieser Vorbereitung sind:
erleben sie andere Menschen mit ihren Stärken und Schwächen :: N achschulung gemäss den individuellen Bedürfnissen.
und nehmen sich dadurch selber besser wahr. Sie lernen, sich :: Training von allgemeinem und arbeitsspezifischem Verhalten
mit den alltäglichen Schwierigkeiten, die das Zusammenleben (Selbstständigkeit, Ausdauer, Pünktlichkeit, Sauberkeit,
mit anderen bringt, auseinanderzusetzen und diese anzugehen. Kooperation, Befolgen von Anweisungen, Zuverlässigkeit,
Früher erlernte Verhaltensmuster, die jetzt ihren Sinn verloren Kritikfähigkeit ...)
haben und die Entwicklung hemmen, können durchbrochen :: A bklären von Fähigkeiten und Interessen durch Erfahrungen
und durch neue, sinnvollere ersetzt werden. innerhalb der Institution (Arbeitsbereiche: Holz- und Metall-
Die Erwachsenen bieten ihnen die Konstanz, Sicherheit und bearbeitung, Haushalt, Garten, Malerarbeiten, Büroarbeiten,
eine gleichbleibende Zuwendung an, die in erster Linie ihrer Weben, Keramik, Papierarbeiten, ... )
Person und nicht bestimmten Fähigkeiten und Verhaltenswei- :: A usgewähltes Schnuppern in Betrieben der freien Wirtschaft
sen gelten. oder in Ausbildungsinstitutionen zur Überprüfung der
Für jeden Bewohner ist einer der Betreuer für die Kontakte zu Berufsvorstellungen.
den Bezugspersonen, wie Eltern, Arbeitgeber, Lehrmeister, :: G ezieltes Suchen einer geeigneten Lehrstelle
Berufsberater, Vormund, Therapeut etc. verantwortlich.
Jugendliche, welche die interne Sonderschule zur Vorbereitung In dieser Zeit wird eine enge Zusammenarbeit zwischen der
auf die Ausbildung besucht haben, können während der Institution und der zuständigen IV-Stelle angestrebt.
15 3. Erstmalige berufliche Ausbildung 4. Austritt 16
:: V
 orbereitung (intern) auf erstmalige berufliche Ausbildung Im letzten halben Jahr des Aufenthaltes werden zusammen
nach getroffener Berufswahl. mit den Jugendlichen der Austritt und der Übergang in den
Art. 16 IVG (Dauer maximal 1 Jahr) nächsten Lebensabschnitt vorbereitet.
Ein Teil der Vorbereitung findet in Form einer berufsbezoge- Die nötigen Schritte für die zu diesem Zeitpunkt den Fähigkei-
nen internen schulischen Förderung statt. ten und Neigungen entsprechende Form des Erwerbslebens
und des Wohnens werden eingeleitet. Dies geschieht in
:: A
 usbildung innerhalb der Institution
Zusammenarbeit mit der IV-Berufsberatung und, je nach dem
Eidgenössisch anerkannte Anlehre als Holzbearbeiter (Fach-
Grad der Selbstständigkeit, des Jugendlichen mit den Eltern
richtung Möbel- und Innenausbau, ein Teil wird in einem
und oder deren rechtlichen Vertretern.
externen Betrieb der freien Wirtschaft durchgeführt)
IV-anerkannte Anlehre in Holzbearbeitung und Hauswarts- Geprüft werden die folgenden Alternativen:
dienst
Ausbildung
:: A usbildung ausserhalb der Institution Weiterführung der Ausbildung gemäss Art. 16c des IVG
E idgenössisch anerkannte Ausbildungen (EFZ, EBA) in einem
Arbeitsstelle 
externen Betrieb der freien Wirtschaft.
:: Freie Wirtschaft ohne IV-Rente
IV - anerkannte Anlehren in geschützten Werkstätten und
:: Freie Wirtschaft mit IV-Teilrente
Ausbildungsinstitutionen
:: Geschützte Arbeitsstelle mit IV-Rente
:: S tützunterricht bei externen Ausbildungen
Wohnform
Berufsunterricht bei externen IV-anerkannten praktischen
:: Selbstständiges Wohnen in eigener Wohnung
Ausbildungen in Absprache mit der Ausbildungsinstitution
:: Begleitetes Wohnen in eigener Wohnung
:: B
 etreuung und Förderung auf der Wohngruppe zur Ermögli- :: Betreutes Wohnen in einem Wohnheim
chung der Ausbildung :: Wohnen im Elternhaus, bei Verwandten
:: geschützte Wohnform mit IV-Rente
Zwischen den Arbeitgebern, den Bezugspersonen (Eltern,
Berufsberater oder Sozialarbeiter), der / dem Lernenden, der
Leitung und dem IV-Berufsberater finden regelmässige Stand-
ortgespräche statt, die der Planung und Koordination der
Unterstützung dienen.
17 Von der Heilpädagogischen Grossfamilie 1987 18
Eröffnung der Heilpädagogischen Wohn- und Schulgruppen
zu den Heilpädagogischen Wohn- und Nils Holgersson mit einer Wohngruppe in Uetendorf und der
Schulgruppen Schule in Wattenwil

1988
Der Grosse Rat des Kantons Bern beschliesst die Subventionie-
1974
rung von Nils Holgersson.
Gründung des Vereins Nils Holgersson.
Zweck: Führung einer Heilpädagogischen Grossfamilie mit 1989
interner Sonderschule in Wattenwil. Aufgenommen werden Eröffnung der zweiten Wohngruppe in Seftigen.
Kinder aus Kinderpsychiatrischen Kliniken (Sonnenhof in
1993/94
Ganterschwil und Neuhaus in Ittigen). Die Pflegeeltern sind
Die Aufnahme erfolgt erst nach Abschluss der obligatorischen
Beatrice und Michael Scherling.
Schulzeit. Ausnahmen sind möglich.
1975 Die Sonderschulung wird als Berufsvorbereitungszeit gestaltet.
Anerkennung als Sonderschule durch den Kanton Bern
2005
1978 Integration in die Rosa Neuenschwander Stiftung
Betriebsbewilligung durch das Bundesamt für Sozialversicherung

ab 1986
Nach der Selbstständigkeit der Kinder der Grossfamilie findet
eine Umstrukturierung in eine Institution mit dem Namen
«Heilpädagogische Wohn- und Schulgruppen» für psychisch
beeinträchtigte Jugendliche von 14 bis ca. 22 Jahren statt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohngruppen und
der Schule verfügen alle über teilweise jahrelange Erfahrung in
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken.
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