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Zusammenfassung

Gemeinschaftskunde

1. Leben in der Gesellschaft

1.1 Neue Anforderungen in Beruf und Privatleben

a) Schlüsselqualifikationen

Handlungskompetenz

Persönliche Kompetenz Soziale Kompetenz Fachliche Kompetenz

 Lern-/Leistungswille  Kooperationsbereitschaft  Beherrschung der Kultur-


 Ausdauer/Belastbarkeit  Teamfähigkeit techniken
 Gewissenhaftigkeit  Höflichkeit/Freundlichkeit  gute Kenntnisse in Ausbil-
dungsfächern
 Konzentrationsfähigkeit  Konfliktfähigkeit
 berufliche Fertigkeiten
 Selbstständigkeit/Initiative  Toleranz
 Kreativität  Kunden- und Serviceorien-
 Kritikfähigkeit tierung
 Flexibilität
 Qualitätsbewusstsein
 Verantwortungsbewusstsein

b) Lebenslanges Lernen

 Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglich-  "Finger am Puls der Zeit"  kein Stillstand


keiten beruflich und privat nutzen  an technischen Fortschritt anpassen und
 Erweiterung der Allgemeinbildung orientieren
 Stärkung Schlüsselqualifikationen  Vertiefung Fremdsprachenkenntnisse

1.2 Familie und Gesellschaft

a) Bedeutung und Aufgabe der Familie

 Wissensvermittlung  Verhalten der Eltern prägt Kinder maßgeb-


 Förderung geistiger und körperlicher An- lich
lagen ("Tugenden" wie Höflichkeit, Pünktlich-
keit, Fleiß, Ehrlichkeit / "Schlüsselqualifi-
 Erziehung/Sozialisation
kationen" s. o.)
 Wertevermittlung
 Gesellschaft benötigt genügend Nach-
 Befriedigung materieller Bedürfnisse wuchs zum Erhalt des Bevölkerungsstan-
 liebevolle Zuwendung/Hilfe in Krisen des
b) Familie – rechtliche Situation in Deutschland

Ehe und Familie nach GG unter besonderem Schutz


Ausübung der elterlichen Sorge von beiden Elternteilen gleichberechtigt

Staatliche Förderung der Familie


 Mutterschaftsgeld (Mutterschaftsleistungen der Krankenkassen)
 Kindergeld (184 € bei 1. & 2. Kind, dann Staffelung)
 Elterngeld (einkommensabhängig) für Elternzeit (Kinderbetreuung
zu Hause)
 Steuerersparnis durch "Erziehungsfreibetrag"
Finanzielle Hilfe  höherer Betrag bei ALG I und II im Bedarfsfall
 Wohngeld
 Anrechnung der Kindererziehungszeit bei der Rentenversicherung
(3 Jahre pro Kind)
 BAföG-Darlehen und finanzielle Zuschüsse für Schüler & Studenten
 Zuschüsse bei Riester-Renten-Sparplan

 Elternzeit (3 Jahre Freistellung für Väter und Mütter, Wech-


Rechtliche Vorteile Ar- sel/parallel)
beitsmarkt
 Sonderurlaub (Betreuung kranker Kinder; 10 Tage/Jahr)

 Schwangerschafts- und Familienberatung/Erziehungsberatung


Beratungsangebote
 Schuldnerberatung

 Kinderhort/Tagesstätten/Kindergarten (vermehrt Ganztagesform)


Soziale Einrichtungen  Ganztagsschulen
 Sozialstationen/ soziale Dienste

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1.3 Ehe

nach Art. 3 GG beide Ehe-Partner gleichberechtigt:


beide dürfen erwerbstätig sein und Haushalt führen

Definition Voraussetzungen Formeller Rahmen der Eheschließung

 Partnerschaft auf Lebenszeit (Liebesbeweis)  1 Mann + 1 Frau (Monogamie)  1 Standesbeamter muss anwesend sein
o Scheidungszahl nimmt zu  keine Bigamie  Trauzeugen sind möglich, kein Muss
o Ehe kein Garant für lebenslange Bindung  beiderseitiges Einverständnis  Unterschriften der Eheleute sind zwingend
 Erziehung & Fortpflanzung (Kinder)  mind. 1 Partner  volljährig (geschäftsfä-  kein öffentliches Aufgebot
hig)
o Erziehung kann von staatlichen Einrichtungen über-  kirchliche Trauung rechtlich ohne Bedeu-
nommen werden anderer Partner  mind. 16 Jahre mit der
tung
Erlaubnis der Eltern oder des Vormund-
o außereheliche Kinder werden gesellschaftlich akzep- schaftsgerichts
tiert
 keine Ehe mit Verwandten in gerader Linie
 materielle Absicherung (& weniger Steuern) (z. B. Bruder, aber Cousin möglich)
o Absicherung auch durch staatliche Hilfen
 klassische Rollenverteilung zw. Mann & Frau
o heute keine Rollenverteilung mehr zwingend
o durch Emanzipation der Frau
o Elterngeld auch für Männer
o gesellschaftlicher Wandel

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Namensrecht
 Ehe- und Familienname: Geburtsname der Frau oder Geburtsname des Mannes
oder
 beide Partner behalten ihren Namen
oder
 der Partner, dessen Geburtsname nicht Familienname wird, kann seinen Geburtsnamen voran-
stellen oder hinten ansetzten (Doppelname)
 Nachname der Kinder: nur einer der beiden Geburtsnamen

Vermögensverhältnisse

Gütertrennung Gütergemeinschaft
Zugewinngemeinschaft
(vertragl. Güterrecht, notariell (vertragl. Güterrecht, notariell
(gesetzl. Güterrecht)
beurkundet) beurkundet)

jeder verwaltet und nutzt sein jeder verwaltet sein Vermögen gemeinsame Verwaltung des
Vermögen selbst selbst und haftet nur für eigene Vermögens
Schulden

Scheidung: Scheidung:
das in der Ehe dazu erworbene Halbierung des Vermögens
Vermögen wird aufgeteilt
(Ausnahme: pers. Schenkungen
und Erbschaften)

1.4 Scheidung

Rechtliche Voraussetzungen

bis 1977 = Schuldprinzip


Scheidung nur wenn ein Ehepartner schwere Eheverfehlungen
(z. B. Ehebruch, unsittliches Verhalten) begangen hat
Problem:
Nur „Schuldige“ konnten zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden
 Frauen konnten sich Scheidung aus eigenem Verschulden wirtschaftlich nicht leisten

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seit 1977  Zerrüttungsprinzip
Scheidung ist möglich wenn Lebensgemeinschaft:
 nicht mehr besteht (Trennung in der Vergangenheit) und
 ihre Wiederherstellung nicht mehr zu erwarten ist (negative Zukunftsprognose)

Scheidung nur durch gerichtliches Urteil möglich auf Antrag eines oder beider Ehegatten

Familienrichter prüft, ob die Ehe gescheitert (zerrüttet) ist:


wird angenommen (unwiderlegbare Zerrüttungsvermutung), wenn bestimmte Trennungszeiten ein-
gehalten wurden:

unter 1 Jahr mind. 1 Jahr mind. 3 Jahre

Ausnahmefall: Fortsetzung der beide sind mit der Scheidung wenn ein Partner nicht einver-
Ehe unzumutbar (Härtefall), z. einverstanden standen mit der Scheidung
B. Alkoholismus oder Gewalt- „Trennungsjahr“
anwendung

Regelung soll Rechtsmissbrauch entgegenwirken und sicherstellen, dass „einverständliche Schei-


dung“ nicht leichtfertig (Kinder!) und voreilig erfolgt

Folgen der Scheidung

 Unterhaltsverpflichtung
o wenn ein Ehegatte nicht für seinen eigenen Unterhalt sorgen kann
 Anspruch auf Unterhalt vom Ehepartner
o wenn Kinder unter 18 oder in Berufsausbildung  Anspruch auf Unterhalt

 Versorgungsausgleich
Rentenansprüche aus Berufstätigkeit werden gegeneinander ausgeglichen

 Sorgerecht für die Kinder


gemeinsames Sorgerecht für beide Ehepartner

 Umgangsrecht
o Kind hat Recht auf Kontakt zu beiden Elterteilen
o beide sind zum Umgang mit dem Kind verpflichtet

 Vermögensaufteilung
Verteilung des Vermögens nach Vereinbarung oder Gesetz (siehe Punkt Vermögensverhältnisse)

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1.5 Ehe/Familie im Wandel

Merkmal Früher Heute

selbstverständliches Ziel ohne Alter- ca. 40 % Singles und nicht eheliche


Ehe als Lebensform
native Lebensgemeinschaften

Frau: Mutter & Hausfrau Frau und Mann weitgehend gleich-


Rollenverteilung
Mann: absolutes Oberhaupt berechtigt

meist 4 Kinder meist nur 1 Kind;


Kinderzahl
(1965 noch 2,5 Kinder) Ø 1,3 Kinder je Frau

Kindererziehung autoritär mit körperlichen Strafen liberal-partnerschaftlich

auf Lebenszeit "Erträglichkeit" ist entscheidend 


Ehedauer (vor dem 20 Jhdt. oft nur
15 – 20 Ehejahre) jede 3. Ehe  Scheidung

Sex vor und außerhalb der Ehe


absolutes Tabu
außereheliche sexuelle kaum noch Tabu
Beziehungen Frau wurde schnell missachtet; un-
nichteheliche Kinder akzeptiert &
eheliche Kinder waren Schande
rechtlich gleichgestellt

Gleichberechtigung der Frau

Gesetzliche Entwicklung seit 1949


1949: Art. 3 Abs. 2 GG „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“

Namens- und Ent-


Vermögen Namensrecht Berufstätigkeit Haushaltsführung
scheidungsrecht

Mann Name des Mann darf Frau muss Haushalt nur Vater des Kin-
1951 Mannes Arbeit der Frau alleinig führen des berechtigt
kündigen

Zugewinngewinngemeinschaft Name des Frau darf arbei- Frau muss Haushalt Mutter =
Mannes & ten, wenn ver- eigenverantwortlich für Kinder sorgen
1971 Mädchenname einbar mit Ehe führen
Vater = Entschei-
+ Familie
dungs- und Vertre-
tungsrecht

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Namens- und Entscheidungs-
Vermögen Namensrecht Berufstätigkeit Haushaltsführung
recht

freie Na- Mann + Frau Mann + Frau führen Haushalt Entscheidungs- und Vertre-
menswahl dürfen er- gemeinsam tungsrecht steht beiden zu
1995 werbstätig
bei Unstimmigkeiten = Famili-
sein
engericht

2005 Chancengleichheitsgesetz in Baden-Württemberg

Wunschtraum Gleichberechtigung oder Wirklichkeit?

Gesetzliche Regelung Gesellschaftliche Realität

Art 3 GG: Männer und Frauen sind gleichberech-  nur 21 % der Führungspositionen sind von
tigt Frauen besetzt
 schlechtere Bezahlung von Frauen für die
gleiche Arbeit
 Frauen sind in der Regel für die Kinderbe-
treuung und den Haushalt zuständig (traditi-
onelle Rollenverteilung)
 Widerspruch zw. Anspruch und Realität: Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht bzw. verwirk-
licht!

Ursachen & Gründe

Gesellschaft traditionelles Rollenverständnis

Frauen wollen keine Karriere machen, sind oft zu bescheiden

Unternehmen männl. Angestellte werden bevorzugt, da kein Ausfall durch Schwanger-


schaft oder Kinderbetreuung

Politik zu geringes Angebot von Krippenplätzen

2. Gesellschaft im Wandel/ Strukturwandel

aktuelle Zahlen für 2011 (stat. Bundesamt):


primär 1,6 % Beschäftigte
sekundär 24,6 % Beschäftigte
tertiär 73,8 % Beschäftigte

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Primärer Sektor Sekundärer Sektor Tertiärer Sektor Quartärer Sektor
(Urproduktion) (Industrie) (Dienstleistung) (Information)

 Land- und  Industrie  Handel  Beratung (Rechtsanwälte,


Forstwirt- Ingenieure, Wirtschafts-
 Handwerk  Verkehr/Logistik
schaft /Steuerberater)
 Energiewirtschaft  Tourismus
 Tierzucht  IT-Dienstleistungen
 Baugewerbe  Hotel/Gaststätten
 Fischfang  Hochtechnologie (Nano-/ Bio-
 Kreditinstitute technologie)
 Bergbau
 Versicherungen  Kommunikationstechnologie
 Holzbau
 freie Berufe
(Dienstleister)
 öffentlicher
Dienst

Basisinnovationen = Schlüsseltechnologien

 ermöglichen Erschließung neuer Technikbereiche


 befinden sich im Wachstum, deshalb entscheidend für Wirtschaft der Zukunft
 Beispiele:
o 18. Jh. = Dampfmaschine (industrielle Revolution)
o 19. Jh. = Mechanik, Elektrotechnik, Fließband (Massenproduktion)
o 20. Jh. = Petrochemie (Erdöl)/ Kunststoff
o 21. Jh. = Mikroelektronik, Robotik, Informations-/Kommunikationstechnik

Basisinnovationen
(Erfindung und Entwicklung)

Prozessinnovation Innovation der Berufe Produktinnovation

 viele neue Produktionsver-  neue Berufe Viele neue Produkte, die tech-
fahren nisch verbessert sind u. über-
 neue Anforderungen
wiegend ständig zur Verfügung
 dadurch Verbilligung der
 aber: Verschwinden von stehen
Produkte
Berufen

Industrialisierung Ausweitung von Handel und Konsum

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Technologischer Beeinflussung der Arbeitswelt und Wirtschaft
 Entstehung neuer Tätigkeitsfelder
 Entwicklung neuer Ausbildungsberufe
 Verbesserung der Produktionstechnologien
(Produktivitätssteigerung aber evtl. auch Arbeitsplatzabbau)
 vorwiegend PC-gestützte Arbeit (ca. 20 Millionen Arbeitnehmer)
 Unternehmenskonzentration nimmt zu (immer größere Konzerne mit höherem Kapital/Umsatz)
 Globalisierung
o Erschließung neuer Märkte
o Behauptung im internationalen Konkurrenzkampf
o Abwanderung von Unternehmen ins Ausland (lohnkostengünstiger, geringere Pro-
duktionskosten/Rohmaterial vor Ort, etc.)
o Produktentwicklung durch internationale Teams gleichzeitig möglich
o "just in time" Lieferungen anstelle teurer Warenlager

Neue Arbeitszeitmodelle
 flexible Arbeitszeiten ("Stempeln" der Arbeitszeit; Kernarbeitszeit)
 Zwei- bzw. Drei-Schicht-Produktion zur möglichst optimalen Maschinenauslastung
 Nacht- und Wochenendschichten (rund 30 % aller Berufstätigen)
 Arbeitszeitkonten (Anhäufen von Überstunden und Abfeiern bei schlechter Auftragslage)
 Zunahme von Teilzeit-Arbeitsplätzen und "400-€-Jobs"
 zunehmende Beschäftigung von "Zeit-Arbeitskräften" und "freier Mitarbeiter" (Arbeitszeit unbe-
grenzt, da kein Arbeitsvertrag)

2.1 Spannungsfeld Ökonomie/Ökologie

Ökologie = Lehre der Umwelt (Erde, Wasser, Luft, Lebewesen in Wechselbeziehungen)

Problem
Umweltgefährdung und –verschmutzung = Störung des ökologischen Gleichgewichts mit erkennba-
ren Folgen:
 Beeinträchtigung der Lebensprozesse bei Menschen, Tieren und Pflanzen durch
o Krankheiten (Waldsterben, etc.)
o oder Ausrottung

Ursachen der Umweltzerstörung


 größerer materieller Wohlstand erhöht Güterproduktion
erhöhter Energieverbrauch
 größere Produktion und dadurch Konsum (Wegwerfgesellschaft)
 Abgase, Abwässer, Abfälle und Müllablagerungen

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Umweltfaktor Umweltschäden Folgen

zunehmender Straßen- und Gesundheitsstörungen durch


Ruhe
Luftverkehr Lärm

Treibhauseffekt durch Abgase  Ansteigen des Meeresspie-


(z. B. CO2, Methan, FCKW) gels
 Verschiebung der Klimazo-
nen
Klima  Artensterben
(Atmosphäre)  Zunahme von Naturkata-
strophen
 Ausbreitung von Wüsten
(südliche Länder)
 evtl. "Umweltflüchtlinge)

FCKW aus Spraydosen,  Pflanzenschädigung


Ozonschicht Schaumstoffe, Kühlschränke,
 Hautkrebs durch UV-
Klimaanlagen, etc.
Strahlung

Belastung durch giftigen Staub  Smog


und Ruß, etc.
Luft  Atemwegserkrankungen
 Krebs

Schwermetallbelastungen von  Grund- und Trinkwasserbe-


Gewässern lastung
Überwärmung der Gewässer
Wasser  Fischsterben
durch Kühlwasser
Sickerwasser aus Mülldeponien  steigende Radioaktivität
Übersäuerung

Bodenvergiftung durch Über-  Pflanzen- und Waldsterben


Boden düngungen, Pestizide, Schwer-
metalle

Ökologische Ziele
 Erhaltung einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt (Biotope, Nationalparks, Verbot giftiger Stoffe)
 Verminderung von Umweltbelastung und –verschmutzung
 Verringerung des Energieverbrauchs (Reduktion von CO2)
 Recycling und Zurückgewinnung von Rohstoffen

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Staatliche Maßnahmen zur Verfolgung ökologischer Ziele

Gemeinlastprinzip Verursacherprinzip

(Umweltverschmutzer sind nicht bekannt, des- (Umweltverschmutzer sind Unternehmen und


halb allgemeine Risikovorsorge) Privatleute, d. h. bekannt)

 Schaffung von Entsorgungseinrichtungen  Umweltauflagen für Unternehmen und Pri-


(Recycling- Anlagen, etc.) vathaushalte
 Beseitigung der Schäden (Katalysatoren, Schadstoffbeseitigung)
(Reparatur von öffentlichen Gebäuden, Bau  Verbote für stark umweltbelastende Produk-
und Verbesserung von Klärwerken zur tionsverfahren
Trinkwasseraufbereitung, etc.)  Steuern auf Energieverbrauch
 Finanzierungsanreize für umweltschonende (Mineralölsteuer, Ökosteuer)
Investitionen  Abgabenerhöhung für Müllproduzenten
(Subventionen für Photovoltaik, neue Hei-
zungsanlagen, Steuervergünstigungen)
 staatlich geförderte Umweltforschung

Konferenzbeschlüsse und staatliche Ziele:


 UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro Agenda 21 = Politik soll ausgerichtet werden auf nach-
haltige Entwicklung
o Ressourcenverbrauch nur entsprechend der Leistungsfähigkeit der Natur
o Umweltschutz soll aber auch wirtschaftlich und sozial verträglich sein

Klimaschutzziel für das Jahr 2020

 Einsparung von mind. 20 % der ausgestoßenen Treibhausgase


 Ausbau erneuerbarer Energie
 Reduzierung der Abgase im Straßenverkehr

Auswirkungen der Umweltschutzpolitik auf den Arbeitsmarkt

Jobkiller-Wirkung Jobknüller-Wirkung

 erhöhte Produktionskosten durch staatlich  erhöhte Nachfrage von umweltschonenden


vorgeschriebene Umweltauflagen Produkten
(v. a. umweltkostenintensive Branchen wie  Ausbau modernster Technik und in umwelt-
Energieversorgung, Mineralölverarbeitung, intensiven Branchen
Chemie, Industrie, etc.)
 deutsche Hersteller von Umweltschutzgü-
 wenn erhöhte Kosten nicht durch Verkauf tern exportieren Technologie (Wind-
der Produkte aufgefangen werden können kraft/Solartechnik)
 Produktionsverlagerung ins Ausland
 Entstehung neuer Arbeitsplätze in Umwelt-
technikbranche, erneuerbare Energie-
Versorgung
 jährliche Wachstumsraten bis zu 8 % im Zu-
kunftsmarkt Umweltschutz-Technologie

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2.2 Demographischer Wandel

Hauptfaktoren:
 Geburtenrate
 Sterberate/ zunehmende
Lebenserwartung
 Zu- und Abwanderung

Generationenvertrag

Der Generationenvertrag bezeichnet ein Umlageverfahren zur Finanzierung der gesetzli-


chen Rente: Die (i.d.R. nicht selbständig) arbeitende Generation finanziert mit ihren Beiträ-
gen zur gesetzlichen Rentenversicherung die Rentner von heute. Der Generationenvertrag
gilt im gegenseitigen Einverständnis, ohne dass er ausgesprochen oder schriftlich festgelegt
wurde
Definition des Bundesfinanzministeriums

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Folgen

Altersvorsorge
 Generationenvertrag funktioniert nicht mehr
 Einführung von höherem Renteneintrittsalter
 private Altersvorsorge

Gesundheitswesen
 ansteigende Zahlen pflegebedürftiger Menschen
 zusätzlicher Bedarf von Einrichtungen und Kapazitäten in der Altenarbeit und Altenpflege
 steigende Beitragssätze der Pflegeversicherung/ Krankenversicherung
 immer höhere Kosten für medizinische Versorgung älterer Menschen
 evtl. Entwicklung zu einer medizinischen "Zweiklassen"-Versorgung

Staatliche Infrastruktur
 in Kindergärten und Schulen ist bereits heute ein Rückgang der Schülerzahlen deutlich
 einerseits qualitativ positive Auswirkungen (kleinere Klassen, bessere Betreuung)
 andererseits höhere Kosten, denen weniger Steuerzahler gegenüber stehen
 gerade im ländlichen Raum Verringerung von wohnortnahen Bildungseinrichtungen
 Städtebaulich ergeben sich aus sinkenden Einwohnerzahlen die Notwendigkeit, der Verringerung
des Neubaus von Immobilien und des Rückbaus von Ortsteilen oder die Aufgabe ganzer Siedlun-
gen

Wirtschaft/ Arbeitswelt
 geringere Raten des Wirtschaftswachstums, da weniger erwerbsfähige (arbeitende) Bevölkerung
 durch Ausscheiden von älteren Mitarbeitern  Verlust von Know-how-Potenzial des Unterneh-
mens
 Fachkräftemangel
 Aussterben von Traditionsberufen (Schmied, Kürschner, etc.)

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3. Demokratie in Deutschland

3.1 Demokratie/ Allgemeine Begrifflichkeiten

Demokratie
=
griechisch " demos" (Volk) und "kratos" (Herrschaft)
wichtigstes Merkmal = Gewaltenteilung

unmittelbare Demokratie mittelbare Demokratie

 Staatsgewalt (Exekutive, Legis- parlamentarisch präsidial


lative & Judikative) wird direkt = =
vom Volk ausgeübt
 Gesetzgebung geht vom  Volk wählt Präsidenten
 heute kaum noch als reine De- Parlament aus direkt
mokratieform üblich; Ausnah-
 Regierung ist vom Ver-  Präsident ist weitge-
me: teilweise Schweiz
trauen des Parlaments ab- hend unabhängig vom
hängig Parlament

Bsp.: Deutschland, Österreich Bsp.: USA, Frankreich

repräsentative Demokratie :
 politische Sachentscheidungen werden im Gegensatz zur direkten Demokratie nicht unmittelbar
durch das Volk selbst, sondern durch Volksvertreter getroffen
 Volksvertreter werden gewählt und entscheiden eigenverantwortlich
 da die Volksvertretung meist ein Parlament ist, nennt man das System oftmals auch parlamenta-
rische Demokratie

Gegensatz  Diktatur
(Herrschaft des Einzelnen oder einer Gruppe unter Ausschluss des politischen Willens
des Volkes oder anderer Organe)

Wahlgrundsätze

allgemein Wahlrecht steht allen Staatsbürgern zu

unmittelbar Abgeordnete werden direkt vom Wähler gewählt ohne Zwischenschaltung von Wahlmännern

frei Wähler kann sein Wahlrecht frei und ohne Zwang und Einflussnahme ausüben

gleich jede Stimme zählt gleich viel

geheim Wahlrecht muss so ausgeübt werden können, dass andere davon keine Kenntnis erhalten

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Wahlrecht/Wählbarkeit

Aktives Wahlrecht Passives Wahlrecht

= „man darf wählen“ = „man darf gewählt werden“

wer das aktive Wahlrecht besitzt, wird als wahl- wer das passive Wahlrecht besitzt, wird als
berechtigt bezeichnet wählbar bezeichnet

alle Deutschen im Sinne des Grundgesetzes

18. Lebensjahr vollendet ab dem 18. Lebensjahr

Wählbarkeit kann in besonderen Fällen bei ver-


urteilten Straftätern („Ausschließungsgründe“)
entzogen werden

Wahlsysteme

Mehrheitswahl Verhältniswahl

gewählt ist, wer die meisten Stimmen bekom- jede Partei erhält Parlamentssitze entsprechend
men hat ihrem Anteil an den Wählerstimmen

über Wahlkreise über Kandidatenlisten (Parteilisten)

Vorteile: Vorteile:
 klare Mehrheit  alle Stimmen zählen
 wenige Parteien  Vertretung von Minderheiten
 stabile Regierung  Parlament als Spiegelbild der politischen
Strömungen im Volk
 enge Bindung von Abgeordneten zu Bürgern

Nachteile: Nachteile:
 viele Stimmen bleiben unberücksichtigt  Tendenz zu Splitterparteien
 kaum Chancen für kleine und/oder neue  schwierige Regierungsbildung
Parteien
 krisenanfällige Koalitionsregierungen
 politische Erstarrung

personalisierte Verhältniswahl:
 Verbindung zwischen Personenwahl (Erststimme) und Verhältniswahl (Zweitstimme)
 man will die Vorteile beider Wahlsysteme nutzen
 siehe Bundestagswahl

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Nur bei Kommunalwahlen

Kumulieren:
Unter Kumulieren (von lat. cumulus – Haufen) oder auch Häufeln versteht man die Möglichkeit bei
Personen-Mehrstimmenwahlsystemen, mehrere Stimmen auf einen Kandidaten abgeben zu können,
um dessen Position innerhalb einer offenen Liste zu verbessern.

Panaschieren:
Panaschieren (von frz. panacher – mischen) ist die Möglichkeit bei Personen-
Mehrstimmwahlsystemen mit freier Liste seine Stimmen auf Kandidaten verschiedener Listen zu
verteilen.  auch Kandidaten vom Wahlzettel streichen

Grundrechte

Freiheitsrechte Unverletzlichkeitsrechte Gleichheitsrechte

 Freiheit der Person  Recht auf Leben  Gleichheit vor dem Gesetz
 Glaubens-, Gewissens-,  Schutz vor der Ehe & Familie  Gleichberechtigung von
Religionsfreiheit Mann und Frau
 Brief-, Post-, Fernmeldege-
 freie Meinungsäußerung heimnis  Gleichheit der staatsbürger-
lichen Rechte & Pflichten
 Versammlungsfreiheit  Unverletzlichkeit der Woh-
nung  Gleichheit der Wahlstim-
 Vereinigungsfreiheit
men
 Schutz des Eigentums
 freie Berufswahl
 Unzulässigkeit von Aus-
 Recht auf körperliche Unver-
 Petitionsfreiheit nahmegerichten
sehrtheit

Gerichtsbarkeit bei Verletzung der Grundrechte = Bundesverfassungsgericht

Können Grundrechte eingeschränkt werden?

Grundrechte können durch Gesetze allgemein, niemals im Einzelfall eingeschränkt werden, wenn dies
zwingend notwendig ist.
(z.B. Identitätsfeststellung durch die Polizei gem. StPO bzw. Polizeiaufgabengesetz (PAG), die das
Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung (RiS) und damit das Recht der persönlichen Frei-
heit Art. 2 GG einschränkt.)

In einer Gemeinschaft, wie sie in einem Staat naturgemäß besteht, würde eine freie, uneinge-
schränkte Berufung auf Grundrechte durch die verschiedenen Menschen dazu führen, dass sie sich
ständig gegenseitig behindern, da sie sich in ihren Zielen voneinander unterscheiden („Grund-
rechtekollision”). Beschränkungen sind also zwingend notwendig.

Um zu verhindern, dass durch diese Beschränkungen die Grundrechte faktisch außer Kraft gesetzt
werden, sind die Beschränkungen aber ausschließlich innerhalb festgelegter Grenzen zulässig.
Bei allen Beschränkungen darf zum Beispiel der Wesensgehalt, die Kernaussage eines Grundrechts,
nicht angetastet werden, außerdem muss die Beschränkung verhältnismäßig sein.

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Medien in der Demokratie

Aufgaben

 Information
o objektive Verbreitung von innen- und außenpolitischen Nachrichten

 Kommentieren
o Kommentator erörtert und beurteilt Nachrichten
o Kommentator namentlich gekennzeichnet
o subjektiv, da Meinung des Autors
o Ziel: Mitwirkung an der Meinungsbildung der Bürger

 Kritik und Kontrolle von Politikern und Regierungen durch eigene Untersuchungen
o Vierte Gewalt
o Reportage
o Medien haben Anspruch auf Behördenauskünfte
o Medien können Herkunft der Informationen geheim halten (Zeugnisverweigerungsrecht)

 Beitrag zum Pluralismus (=friedliche Koexistenz verschiedener Interessen Ansichten und Lebens-
stile in einer Gesellschaft) und Beitrag zur Integration durch vielfältige Angebote möglichst aller
verfassungskonformer, weltanschaulicher und politischer Positionen

Freiheiten
 Meinungsfreiheit
 Recht auf freie Meinungsäußerung

 Pressefreiheit
 Freiheit der Berichterstattung ohne Zensur
 Informationsfreiheit
 ungehinderte Unterrichtung auf allgemein zugänglichen Quellen

Warum "vierte Gewalt"?

 Machtmissbrauch wird verhindert durch


o Kontrolle
o Kritik
o Aufdeckung von Missständen

 Demokratie und Freiheit werden gesichert

 Medien prägen öffentl. Meinung, wodurch sie Einfluss auf Gesetzgebung und Wahlverhalten
haben

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3.2 Staatsorgane

Bundespräsident

Wahl des Bundespräsidenten

 Amtsdauer = 5 Jahre
 Bundesversammlung (= Bundestagsabgeordnete + gleiche Anzahl Mitglieder von den Länderpar-
lamenten per Verhältniswahl gewählt)
 erster Wahlgang = absolute Mehrheit
 zweiter Wahlgang = absolute Mehrheit
 dritter Wahlgang = einfache Mehrheit

Aufgaben des Bundespräsidenten (= wirkt bei allen 3 Gewalten mit)

Legislative Exekutive Judikative

 kann Bundestag auflösen  vertritt Bund völker-  Ernennung u. Entlassung


(gescheiterte Kanzlerwahl & Ver- rechtlich der Bundesrichter
trauensfrage)
 schließt Verträge mit  Begnadigungsrecht bei
 Bundesgesetze ausfertigen (un- auswärtigen Staaten ab politischen Strafsachen
terschreiben), veröffentlichen und
 wirkt bei Wahl des
bekanntmachen, damit sie in Kraft
Bundeskanzlers mit
treten
 Ernennung u. Entlas-
 formelles Prüfungsrecht, ob die
sung Bundesminister,
zuständigen Organe auch mit der
Bundesbeamte u. Offi-
notwendigen Mehrheit gehandelt
ziere
haben
 materielles Prüfungsrecht, prüft
den Inhalt, ob gegen höherrangi-
ges Recht verstoßen wird

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Bundesregierung

Zusammensetzung

 Bundeskanzler/in  Bundesminister/innen

Organisation und Amtsführung der Bundesregierung

Kanzlerprinzip Ressortprinzip Kollegialprinzip

Kanzler bestimmt Richtlinien innerhalb der Richtlinien ist Bundesregierung entscheidet


der Politik. jeder Bundesminister für sei- intern als Kollegium;
nen Bereich verantwortlich Kanzler hat Vorsitz

Aufgaben
 lenkt und leitet die staatlichen Tätigkeiten
 handelt als Impulsgeber (Regierungstätigkeit)
 gestaltet die politischen Verhältnisse durch konkrete Maßnahmen (Verwaltungstätigkeit)
 Gesetzesvorlagen in den Bundestag einbringen
 Rechtsverordnungen erlassen

Bundeskanzler

Wahl des Bundeskanzlers


 Amtsdauer = 4 Jahre

1. Wahlgang 2. Wahlgang 3. Wahlgang

 Vorschlagsrecht für  Vorschlagsrecht aus  erhält Kandidat absolute Mehrheit


Kandidaten hat Bun- der Mitte des Bun- muss Bundespräsident ihn ernennen
despräsident destages
 erhält Kandidat nur einfache Mehrheit
 Kandidat braucht  Kandidat braucht hat Bundespräsident Wahlrecht, d. h. er
absolute Mehrheit wieder absolute kann ihn ernennen oder den Bundestag
Mehrheit auflösen und innerhalb von 60 Tagen
 kommt Mehrheit
Neuwahlen stattfinden
nicht zu Stande  kommt Mehrheit
 2. Wahlgang nicht zu Stande
 3. Wahlgang

Aufgaben des Bundeskanzlers

 Vorsitzender und Organisation der Bundesregierung (Anzahl und Aufteilung der Ministerien)
 Festlegung der Richtlinien der Politik der Bundesregierung (Richtlinienkompetenz)
 Leitung der Geschäfte der Bundesregierung
 Befehlsgewalt über die Streitkräfte im Verteidigungsfall

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Ernennung der Bundesminister
Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt

Beendigung Amtszeit Bundeskanzler

 mit jeden zusammentreten eines neuen Bundestages


 Freiwilliger Rücktritt
 Tod
 Konstruktives Misstrauensvotum
 Vertrauensfrage

Konstruktives Misstrauensvotum Vertrauensfrage

Der Bundestag hat die Möglichkeit dem Bundes- Hier geht die Initiative vom Bundeskanzler aus.
kanzler das Misstrauen auszusprechen. Dafür Wenn sie oder er es politisch für notwendig hält,
muss der Bundestag mit seiner Mehrheit einen sich der Mehrheit im Bundestag zu versichern,
neuen Bundeskanzler wählen. Anschließend zum Beispiel weil diese wegen knapper Mehr-
muss der Bundespräsident den alten Kanzler heitsverhältnisse unsicher ist, kann sie oder er
entlassen und den neuen ernennen. im Bundestag den Antrag stellen „ihr oder ihm
das Vertrauen auszusprechen”

Beendigung Amtszeit Bundesminister

 Rücktritt oder Entlassung auf eigenen Vorschlag


 mit Ablauf der Amtszeit des Bundeskanzler bzw. mit jedem zusammentreten eines neuen Bun-
destages
 Entlassung auf Vorschlag Bundeskanzler
 Tod

Bundesrat

Zusammensetzung
 aus Vertretern der 16 Landesregierungen
 in Abhängigkeit von ihrer Größe haben die Bundesländer zwischen 3 – 6 Vertreter bzw. Stimmen
 insgesamt besteht der Bundesrat aus 69 Mitgliedern
 wird nicht vom Volk gewählt = ewiges Organ
 Vertreter im Bundesrat haben "imperatives Mandat" = befehlendes Mandat (sind an Weisungen
ihrer Länder gebunden)
 Präsident des Bundesrates = aus den Ministerpräsidenten für je 1 Jahr gewählt

Aufgaben
 Mitwirkung bei Gesetzgebung des Bundes
 Mitwirkung bei EU
 Mitwirkung beim Erlass von Rechtsverordnungen u. Verwaltungsvorschriften
 Mitwirkung bei der Wahl der Richter & des Verfassungsgerichts

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Bundestag

Zusammensetzung/ Wahl
Wahlperiode = 4 Jahre (bei vorzeitiger Auflösung Neuwahlen innerhalb 60 Tagen)

Exkurs: Bundestagswahl
Wähler hat 2 Stimmen (Erststimme und Zweitstimme)

Erststimme Zweistimme

 Wahl des Direktkandidaten des Wahlkrei-  Wahl über Listen der Parteien
ses
 Verhältniswahl = Auswertung bzw. Ver-
 Mehrheitswahl = Wahlsieg des Kandida- teilung der Stimmen auf den Listen, d. h.
ten mit den meisten Stimmen Zuordnung der Mandate
 Wahl von 299 Direktmandaten  299 Zweitstimmen-Mandate

insgesamt 598 Mandate

Beispiel: Erststimme Partei A 100 Direktmandate


Zweitstimme 150 Mandate
Differenz 50 Mandate

Der Differenzbetrag ist dann die Zahl, die eine Partei tatsächlich Mandate nach der Zweit-
stimme erhält. Hat eine Partei ausnahmsweise mehr Direktmandate, als sie Mandate in der
Zweitstimme bekommen würde, bezeichnet man den Differenzbetrag als Überhangmandat.

Beispiel: Erststimme Partei B 49 Direktmandate


Zweitstimme 40 Mandate
Überhangsmandate 9

Bei der Berechnung nach der Zweitstimme werden nur Parteien berücksichtigt, die mind. 3
Direktmandate oder 5 % der gültigen abgegebenen Stimmen bei der Zweitstimme erhalten
haben
(5 % Sperrklausel)

Aufgaben des Bundestags


 Mitwirkung bei Gesetzgebung
 Mitwirkung bei Wahl des Bundeskanzlers
 Mitwirkung bei der Wahl des Bundespräsidenten
 Durchsetzen des konstruktiven Misstrauensvotum
 Mitwirkung bei der Wahl der Bundesrichter u. Richter der Bundesverfassung
 Parlamentarische Kontrollfunktion

Beschlussfassung des Bundestages


 Normalfall = einfache Mehrheit
 nur wenn durch Gesetz besonders gefordert = 2/3 Mehrheit oder absolute Mehrheit

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Bundesverfassungsgericht
= allen Verfassungsorganen gegenüber selbstständiger und unabhängiger Gerichtshof des Bundes

Zusammensetzung
 Amtsdauer = 12 Jahre  keine Wiederwahl möglich
 zwei Senaten mit je 8 Richtern
 Ausschuss des Bundestages, der aus 12 Bundestagsabgeordneten besteht, und der Bundesrat
wählen jeweils mit Zweidrittelmehrheit die Hälfte der Richter beider Senate
 wählbar = Bundesrichter sowie Personen mit der Befähigung zum Richteramt; müssen 40 Jahre
oder älter sein und das passive Bundestagswahlrecht besitzen
 Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts dürfen weder Organen der Legislative noch Organen
der Exekutive des Bundes oder der Länder angehören

Zuständigkeiten bzw. Klagearten

Abstrakte Konkrete
Verfassungsbeschwerde
Normenkontrolle Normenkontrolle

 Feststellung von Verein-  hier liegt konkreter Rechtsstreit vor  von Jedermann können
barkeit zwischen Bundes- Eingriffe der öffentlichen
 wenn Richter der Meinung ist das
o. Landesrecht mit dem Gewalt in GG abgewehrt
z. B. Landesrecht gegen das GG ver-
GG werden
stößt, kann er dies zur Überprüfung
 Feststellung von Verein- an das Bundesverfassungsgericht  Voraussetzung:
barkeit von Landesrecht überreichen alle anderen Rechtswege
und Bundesrecht erschöpft
 Entscheidung hat Geset-
zeskraft

Wirkung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts


 alle Verfassungsorgane (Bund/Länder) und alle Gerichte bzw. Behörden müssen sich zwingend
an Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts halten
 manche Entscheidungen haben sogar Gesetzeskraft

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3.3 Gesetzgebung

3.4 Landtagswahlen

Wer ist wahlberechtigt?


 18. Lebensjahr vollendet
 deutscher Staatsangehöriger
 Hauptwohnsitz im jeweiligen Bundesland seit min. 3 Monaten (Bürgerstatus)

Die Stimmabgabe
 1 Stimme (Bundestagswahlen 2 Stimmen = 1 Stimme für Abgeordneten u. 1 Stimme für Partei)
 Abgabe der Stimme im Wahllokal in dem Ort, in dem man wohnt
 Wähler können einen Kandidaten aus dem jeweiligen örtlichen Wahlkreis wählen

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3.5 Parteien, Verbände und Bürgerinitiativen

Parteien

Aufgaben der Parteien Grundsätze des Parteisysteme in Deutschland

 politische Vorstellung und Interessen ver-  gesetzliche Grundlage: Grundgesetz und Par-
treten teiengesetz
 zu politischen Konzepten und Program-  Mehrparteienprinzip
men bündeln
 Parteienfreiheit
 Mitwirkung bei der politischen Willensbil-
 Chancengleichheit
dung
 finanzielle Rechenschaftslegung
 suchen nach Lösungen von politischen
Problemen
 stellen Kandidaten für politische Ämter

Verbände

 Interessensgruppen
 Mitwirkung an politischer Meinungsbildung
 staatliches Handeln beeinflussen
 versuchen auf Gesetzgebung Einfluss zu nehmen (Lobbyismus)
 Unterschied zu Parteien = nehmen nicht an Wahlen teil

Beispiele:
 Gewerkschaften  Hobby- und Sportvereine
 Verbraucherverbände  Menschenrechtsorganisationen
 Wohlfahrtsverbände  Tierrechts- und Umweltschutzorganisatio-
 Deutscher Mieterbund nen

Bürgerinitiativen

 aus der Bevölkerung heraus gebildete Interessensvereinigung


 parteiunabhängig
 nicht auf Dauer angelegt
 meist auf ein Einzelprojekt bezogen
 nehmen nicht an Wahlen teil

Beispiele:
 Stuttgart 21  Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen
 Bau einer Umgehungsstraße  Initiative "Rettet den Laubfrosch"

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Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung

Entspannungspolitik durch Willy Brandt

Ostverträge (UdSSR, Polen, CSSR)


 Entspannung und friedliche Zusammenarbeit
 Unverletzlichkeit der Grenzen und Anerkennung der Oder-Neiße-Linie
 Verzicht auf Drohung und Anwendung von Gewalt

Viermächteabkommen über Berlin


 Gewaltverzicht; friedliche Lösungen bei Streitfragen
 Verbesserung der Zugänge und Verbindungen nach Berlin
 Westberliner erhalten Besuchserlaubnis für Ostberlin

Grundlagenvertrag
 gute nachbarliche Beziehungen
 Transitabkommen, Verkehrsvertrag
 Anerkennung der UN-Charta

Überwindung des Ost-West-Gegensatzes in Deutschland

Perestroika Glasnost
= =
Umgestaltung Offenheit

 Vertiefung der sozialistischen Demokratie  bessere Information der Bevölkerung


 Entwicklung der Selbstverwaltung des Volkes  Meinungsvielfalt
 Förderung von Initiative und schöpferischer  offene Diskussionen verschiedener Ansich-
Arbeit ten
 auch bei Außen- und Innenpolitik

Wirtschaftssysteme der zwei deutschen Staaten

DDR BRD

 Planwirtschaft  soziale Marktwirtschaft


 Arbeiter- und Bauernstaat  Kapitalismus
 Zentralstaat  Pluralismus
 Mangelwirtschaft  Föderalismus
 Fünfjahresplan  Tarifautonomie
 Verstaatlichung  Angebot & Nachfrage
 Subventionen  Parteienvielfalt

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Gewaltlose Revolution in der DDR

Ursachen:
 Fehlen persönlicher und politischer Freiheit (Reise- und Wahlfreiheit)
 keine Meinungsfreiheit
 hohe Verschuldung
 wirtschaftliche Unzufriedenheit

Folgen:
 Flucht nach Öffnung der Grenzen Ungarns nach Österreich
 Massendemonstrationen (Montagsdemos)
 Flucht in westdeutsche Botschaften (in Prag und Warschau)

Mauerfall am 09.11.1989
Wiedervereinigung am 03.10.1990

Voraussetzungen für die Wiedervereinigung

2 + 4 – Vertrag (1990)
 Vertragspartner: BRD, DDR + USA, UdSSR, Frankreich, UK
 Deutschland = BRD + DDR
 Deutschland ist Bestandteil der europäischen Friedensordnung
 bestehende Grenzen sind endgültig
 Gewaltverzicht
 Deutschland verzichtet auf ABC-Waffen
 Deutschland ist Mitglied der NATO
 Rückzug der 4 Mächte aus Berlin

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Europäische Union

Zeittafel

Unterz. 1948 1951 1954 1957 1965 1986 1992 1997 2001 2007
In Kraft 1948 1952 1955 1958 1967 1987 1993 1999 2003 2009
Vertrag Brüsseler Paris Pariser Rom Fusions- Einheitliche Maastricht Amsterdam Nizza Lissabon
Pakt Verträge vertrag Europäische Akte

Europäische Gemeinschaften Drei Säulen der Europäischen Union


Europäische Atomgemein-
schaft (EURATOM)
Europäische Gemeinschaft für
→ Vertrag 2002 ausgelaufen
Kohle und Stahl (EGKS) ←
Europäische Wirtschaftsge-
meinschaft (EWG) Europäische Gemeinschaft (EG)

Justiz und Europäische


→ Polizeiliche und justizielle Zu-
Inneres (JI) Union (EU)
sammenarbeit in Strafsachen ←
(PJZS)
Europäische Politische Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik

Zusammenarbeit (EPZ) (GASP) ←

Militärbündnis Westeuropäische Union (WEU)


Vertrag 2010 beendet

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Europa – Warum?

Gründe:
 Überwinden des nationalen Denkens
 Ende der deutsch-französischen Gegnerschaft
 außenpolitische Unabhängigkeit gegenüber USA / Russland
 wirtschaftlicher Wiederaufbau/ wirtschaftliche Stabilität
 Verbesserung des Lebensstandards
 gewaltlose Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten

3 Säulen der EU

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Geschichtlicher Ablauf

1951 Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) oder Mon-
tanunion
Gründungsländer:  Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl
Belgien, Frankreich, Italien, Luxem-
burg, Niederlande, BRD

1957 Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)


Römische Verträge  Zollunion
 gemeinsamer Agrarmarkt
 politische Zusammenarbeit
 geplant: Wirtschafts- und Währungsunion

Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM)


 gemeinsame friedliche Nutzung der Kernenergie

1967 Zusammenschluss zur Europäischen Gemeinschaft (EG)  Fusions-


vertrag

1968 Vollendung der Zollunion

1973 Beitritt: Dänemark, Großbritannien, Irland

1979 Erste Direktwahl zum EU-Parlament

1981 Beitritt: Griechenland

1986 Beitritt: Portugal und Spanien

1993 EU-Binnenmarkt

Vertrag von Maastricht = Gründung der EU

1995 Beitritt: Finnland, Schweden, Österreich

2002 Einführung des Euros

2004 Unterzeichnung der Europäischen Verfassung

Osterweiterung: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowe-


nien, Tschechien, Ungarn, Zypern, Malta

2007 Beitritt: Rumänien, Bulgarien

2009 2009: Erste Europawahl


Vertrag von Lissabon

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Europäischer Binnenmarkt

freier Personenverkehr freier Warenverkehr

 keine Grenzkontrollen  keine Grenzkontrollen


 Niederlassungsfreiheit  Anerkennung nationaler Normen und Vorschrif-
 Beschäftigungsfreiheit ten
 Harmonisierung der Einreise- und Asylge-
setzgebung

freier Kapitalverkehr freier


Dienstleistungsverkehr
 größere Freizügigkeit für Geld- und Kapi-  Liberalisierung der Banken, Versicherungen und
talbewegungen Finanzdienste
 Harmonisierung der Banken- und Versiche-
rungsaufsicht
 Öffnung der Transport- und Telekommunikati-
onsmärkte

Mitgliedsstaaten

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Beitrittsjahre der Mitgliedsstaaten

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Wichtige Verträge

Maastrichter Vertrag (1993) Amsterdamer Vertrag (1999)

Ziel: Vorbereitung auf die Europäische Wäh- Ziel: Eine Reform der EU-Institutionen zur Vor-
rungsunion und Einführung von Elementen einer bereitung auf den Beitritt neuer Mitgliedstaaten.
politischen Union (Unionsbürgerschaft, gemein-
same Außen- und Innenpolitik).

Wichtige Neuerungen: Wichtige Neuerungen:


 Gründung der Europäischen Union  Änderungen, Umnummerierung und Konso-
 Einführung des Mitentscheidungsverfahrens lidierung der EU- und EWG-Verträg
(Stärkung EU-Parlament)  transparenterer Entscheidungsprozess (ver-
neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den mehrte Anwendung des Mitentscheidungs-
Regierungen der EU, z. B. in den Bereichen Ver- verfahrens)
teidigung, Justiz und Inneres

Vertrag von Nizza (2003) Vertrag von Lissabon (2009)


Ziel: Eine Reform der EU-Institutionen, damit die Ziel: Eine demokratischere und wirksamere EU,
EU auch nach ihrer Erweiterung auf die in der Lage ist, globale Probleme wie den
25 Mitgliedstaaten ihre Aufgaben wirksam erfül- Klimawandel besser anzugehen und dabei mit
len konnte. einer Stimme zu sprechen.

Wichtige Neuerungen: Wichtige Neuerungen:


 Bestimmungen über eine geänderte Zu-  mehr Befugnisse für das Europäische Parla-
sammensetzung der Kommission ment
 neue Stimmengewichtung im Rat  geändertes Abstimmungsverfahren im Rat
 die europäische Bürgerinitiative
 Einführung der Ämter eines ständigen Präsi-
denten des Rates der Europäischen Union
und eines neuen Hohen Vertreters der Uni-
on für Außen- und Sicherheitspolitik
 neuer diplomatischer Dienst der EU
Im Vertrag von Lissabon ist festgelegt, welche
Befugnisse
 die EU hat,
 die EU-Mitgliedstaaten selbst haben

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EU-Organe

Allgemeine politische Richtung


Der Europäische Rat legt die allgemeine politische Richtung der EU fest – hat aber keine gesetzge-
bende Gewalt. Unter der Leitung des Ratspräsidenten treten die Staats- und Regierungschefs sowie
der Präsident der Kommission mindestens alle sechs Monate für einige Tage zusammen.

Rechtsetzung
Drei Institutionen teilen sich die Rechtsetzungsgewalt in der EU:
 das Europäische Parlament, das die europäischen Bürgerinnen und Bürger vertritt und von
ihnen direkt gewählt wird;
 der Rat der Europäischen Union, in dem die Regierungen der einzelnen Mitgliedsländer ver-
treten sind. Den Ratsvorsitz übernehmen die einzelnen Mitgliedstaaten im Turnus;
 die Europäische Kommission, die die Interessen der EU insgesamt vertritt.
Gemeinsam entwickeln diese drei Institutionen im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (vormals
„Mitentscheidungsverfahren“) die politischen Strategien und Rechtsvorschriften, die in der gesamten
EU Anwendung finden.
Die Kommission schlägt neue Rechtsvorschriften vor, und das Parlament und der Rat verabschieden
sie. Die Kommission und die Mitgliedstaaten setzen diese Rechtsvorschriften um, und die Kommissi-
on stellt außerdem sicher, dass die Rechtsvorschriften in den EU-Ländern ordnungsgemäß angewen-
det und umgesetzt werden.

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EU-Parlament

3 wichtige Aufgaben:
 Erörterung und Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften, in Zusammenarbeit mit dem Rat
 Kontrolle anderer EU-Institutionen – insbesondere der Kommission –, um deren demokrati-
sche Arbeitsweise sicherzustellen
 Erörterung und Verabschiedung des EU-Haushalts, in Zusammenarbeit mit dem Rat.

Zusammensetzung
 die Anzahl der Abgeordneten pro Land richtet sich nach der jeweiligen Bevölkerungsanzahl
(mindestens 6 und höchstens 96)
 Mitglieder des Parlaments sind nach Fraktionen und nicht nach Staatsangehörigkeit gruppiert

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Europäischer Rat

Welche Aufgaben hat der Europäische Rat?


 legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen und Prioritäten der EU fest
 befasst sich mit komplexen oder sensiblen Themen, die auf einer niedrigeren Ebene der zwi-
schenstaatlichen Zusammenarbeit nicht geklärt werden können
 nimmt zwar Einfluss auf die Festlegung der politischen Agenda der EU, ist jedoch nicht befugt,
Rechtsvorschriften zu erlassen

Wer wirkt am Europäischen Rat mit?


 Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten
 Präsident der Kommission
 Präsidenten des Europäischen Rates Vorsitz
 Hohe Vertreter/in der Union für Außen- und Sicherheitspolitik

Rat der Europäischen Union/ Ministerrat

Welche Aufgaben hat der Rat der Europäischen Union?


1. Er verabschiedet Rechtsvorschriften der EU.
2. Er sorgt für die Abstimmung der Grundzüge der Wirtschaftspolitik in den Mitgliedstaaten.
3. Er schließt internationale Übereinkünfte zwischen der EU und anderen Staaten ab.
4. Er genehmigt den Haushaltsplan der EU.
5. Er entwickelt die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU.
6. Er koordiniert die Zusammenarbeit der nationalen Gerichte und Polizeikräfte der EU-
Mitgliedstaaten.

Wie setzt sich der Rat der Europäischen Union zusammen?


Der Rat der Europäischen Union hat keine festen Mitglieder. Zu einer Tagung des Rates schickt jeder
EU-Mitgliedstaat den Minister, der für den zu diskutierenden Politikbereich zuständig ist. Wenn
zum Beispiel Umweltfragen auf der Tagesordnung stehen, nehmen die Umweltminister aus allen EU-
Mitgliedstaaten an der Tagung teil. Dieses Treffen wird dann als Rat „Umwelt“ bezeichnet.

EU-Kommission

Welchen Zweck erfüllt die Europäische Kommission?


 vertritt und wahrt die Interessen der ganzen EU
 überwacht die Strategien der EU-Politikbereiche und setzt diese um
 verwaltet den Haushaltsplan der EU und weist Finanzhilfen zu
 setzt das EU-Recht durch (gemeinsam mit dem Europäischen Gerichtshof);
 vertritt die EU auf internationaler Ebene, z. B. beim Aushandeln von Vereinbarungen zwischen
der EU und Drittstaaten

Wie ist die Europäische Kommission aufgebaut?


 27 Kommissare aus den einzelnen EU-Mitgliedstaaten
 übernehmen die politische Leitung der Kommission für einen Zeitraum von fünf Jahren
 Präsident der Kommission überträgt jedem Kommissar die Verantwortung für einen bestimmten
Politikbereich

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