Sie sind auf Seite 1von 40

Deutschland aktuell •Lesetexte für Deutsch als Frem dsprache • Nr.

59 • W inter 2013
-

„Bei meinem Studium


in Deutschland kann ich
Neues lernen und
Traditionelles entdecken."
Junhong Meng aus China promoviert an
der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Das Foto wurde auf dem Weihnachtsmarkt


in Heidelberg aufgenommen.

Studieren in
Deutschland

www.studieren-in.de Land der Ideen


In h a lt

EDITORIAL
S e it e 8
Es ist schon komisch: Wenn auf der Nordhalbkugel der
LAND DER VIELEN Erde Winter ist, dann herrscht im Süden der Sommer.
GESICHTER Das führt zu lustigen Situationen. Zum Beispiel an
» Das B undesland Weihnachten. Dieses Fest hat seinen Ursprung in der
S a c h s e n -A n h a lt. 3 christlichen Religion. Aber inzwischen feiern auch viele
andere Menschen dieses Fest, weil es immer schön
ist, sich gegenseitigzu beschenken. In Deutschland
wird Weihnachten sehr stark mit dem Winter assoziiert.
GEMALTE Es werden Lieder gesungen, in denen Kälte und viel
GESCHICHTE Schnee eine Rolle spielen - obwohl es zu Christi Ge­
» M a le rfa m ilie burt in Bethlehem sehr wahrscheinlich nicht geschneit
C ra n a c h hat. Ein Wetterbericht ist allerdings nicht überliefert.
Wer in Australien, Südamerika oder dem südlichen Afri­
ka Weihnachten feiert, macht das mitten im Sommer.
Für diese Regionen ist der Weihnachtsmann viel zu
dick angezogen. Trotzdem werden auch hier manchmal
Weihnachtslieder angestimmt, die mit dem Winter zu
tun haben, weil sie aus dem Norden stammen.
In dieser Ausgabe von Vitamin de beschäftigen wir uns
mit deutschen Weihnachtstraditionen. Was kommt auf
den Tisch? Welche Gespräche werden an Heiligabend
geführt? Und was machen Jugendliche während der
Feiertage? Daneben stellen wir das Bundesland Sach­
sen-Anhalt vor und berichten auch von berühmten Per­
sönlichkeiten, die dort gelebt und gearbeitet haben:
Martin Luther und die Malerfamilie Cranach.
Ein wichtiges Thema in diesem Heft ist die Migration.
Wir beschreiben, wie das Zusammenleben der Kulturen
S e ite 1 6 34 funktionieren kann und das Leben aller Menschen be­
DEMOGRAFIE KINO reichert. Außerdem haben wir zwei russlanddeutsche
» N eue H e im at D eutschland » D eutsche Migranten getroffen und mit ihnen über ihr Leben in
Film stars Deutschland gesprochen. Am Beispiel des jungen Fuß­
ballspielers Nelson Oceano Schultz-Fademrecht berich­
ten wir zudem über die Sportförderung. Ein politischer
Höhepunkt im Jahr 2013 war für Deutschland die Bun­
destagswahl. Genauso spannend ist das Projekt „U18-
Wahlen“, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Stimme
abgeben und ihre Meinung kundtun konnten. Auch da­
rüber und über vieles andere könnt ihr in vitamin de le­
sen. Wir wünschen euch viel Spaß, beim Deutschler­
nen oder einfach nur beim Schmökern! Die Redaktion

Inhalt: vitamin de für den Deutschunterricht


A lle Texte sind nach den N iv e a u s tu fe n d e s G em e in sa m e n
20 Junge Elite: Das Projekt „Tausche E u rop äischen R e ferenzrahm ens fü r S p ra c h e n g e k e nnzeich net:
4Neues aus Deutschland Bildung für Wohnung“
6 Der andere Blick 27 In und Out: Trends in Deutschland Leich te Texte (A2)

7 Leserbriefe 22 Jugend: Weihnachtsferien


M itte ls c h w e re Texte ( B l)
8 Bundesländer: Sachsen-Anhalt 24 Kunst: Die Malerfamilie Cranach
7 7 Geschichte: Martin Luther 25 Europa: Tschechische Republik S ch w ere Texte (B 2 - C I )
72 Studium: Studieren an einer 26 Tradition: Weihnachtsessen * * *
Fachhochschule
fl 28 Sport: Sportförderung D iese Texte u n te rh a lb d e s B 2 -N iv e a u s sin d fü r Lern-
g ruppe n zu e m p fe h le n , die a n s tre b e n , da s D e utsche
74 Musik: J. S. Bachs 30 Politik: U18-Wahlen ■ r S p ra c h d ip lo m z w e iter S tu fe (DSD II) zu erw erben.
Weihnachtsoratorium 32 Psychotest: Polyglott D iese Texte a u f B 2 /C l-N iv e a u sin d fü r Lerngruppen
75 Sprache: Gespräche an Weihnachten 34 Kino: Deutsche Filmstars zu e m p fe h le n , d ie a n s tre b e n , da s D e utsch e S p ra ch ­
d ip lo m z w e ite r S tu fe (DSD II) zu erw erben.
76 Demografie: Neue Heimat 35 Schule: Schultheater
A rb e its b lä tte r und H ö rtexte zum Lese- und
Deutschland 36 Winterhoroskop H ö rverstehen zu Texten in v ita m in de.
18 Leben: Russlanddeutsche in 37 Fotoquiz: Weihnachtsgeschenke
Deutschland 38 Jetzt bewerben, Impressum K ostenlos im In te rn e t u n te r www.vitaminde.de/daf

O GO ETH E
I m - ü / J J IN STITUT
ZfA/
D e u tsch e A u s la n d s s c h u la rb e il
Intern atio nal
BMW Stiftung
H e rb e rt Q u a n d t ifß L■%tm n p ro f ttn m
I dar 0obart Bocch Stiftung
n ald Chiru giz
v ita m in d e w ird G o e th e -In s titu t R ussland, Z e n tra ls te lle fü r d a s A u s la n d s s c h u lw e s e n , In s titu t fü r A u sla n d s b e z ie h u n g e n e.V., L e k to re n p ro g ra m m d e r
g e f ö r d e r t d u rc h : R o bert Bosch S tiftu n g , BM W S tiftu n g H e rb e rt Q u a n d t, D e u ts c h e G e s e lls c h a ft fü r In te rn a tio n a le Z u s a m m e n a rb e it (GIZ) G m bH
v it a m in d e 5 9
NEUES AUS DEUTSCHLAND
i P o litik, G esellschaft, Lifestyle

lMAHLSIEGERIN
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gut
lachen: Bei der Bundestagswahl am 22. September
2013 bekam Merkels Partei, die konservative CDU
(Christlich Demokratische Union), zusammen mit der
CSU (Christlich-Soziale Union) 41,5 Prozent der Stim­
men, die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutsch­
lands) 25,7 Prozent. Eine absolute Mehrheit im Par­
lament (Bundestag) hat die CDU aber nicht und ist
auf eine Koalition angewiesen. Angela Merkel regiert
Deutschland seit 2005. Sie ist 59 Jahre alt, wurd. in
Hamburg geboren, isi in Ostdeutschland aufgewach­
Kultur
sen und ist Doktorin der Naturwissenschaften,
Seit Juni hat Deutschland ein neu­
u WWW. bundeskanzlerin. de
es UNESCO-Weltkulturerbe: den
Bergpark Wilhelmshöhe in der
hessischen Stadt Kassel. Der Park
ist bekannt für seine einzigarti­
gen Wasserspiele, das Schloss
Wilhelmshöhe und die Herkules­
statue. Die Statue steht auf 523
Metern Höhe.

Studium
Die Universitäten Leipzig und Potsdam haben in ihren Verfas-
sunger das Wort „Professor“ durch „Professorin“ ersetzt. Sie
vermeiden so die Form „Professor/in“ und setzen ein Zeichen
für die Gleichberechtigung. Viele Deutsche fragen nun: Muss

KARIKATUR
In Deutschland funktioniert nicht alles optimal. Das
sieht man zurzeit an zwei Bauprojekten. In Stuttgart
wird ein Bahnhof gebaut und in Berlin ein Flughafen.
Doch diese Projekte kosten mehr Geld als geplpnt
und sie werden nicht pünktlich fertig. Der Flughafen
Berlin-Brandenburg sollte schon im Sommer 2012 er­
öffnet werden. Aber das ist bis heute nicht passiert.
Und der Bahnhof heißt „Stuttgart 21“, weil er 2021
fertig sein soll. Auch dieses Datum ist nicht mehr si­
cher. Deshalb ärggm sich viele Deutsche und machen
Witze über die Großprojekte. Auch der Karikaturist
Kostas Koufogiorgos scherzt: Vielleicht feiern beide
Bauten 2022 gemeinsam ihre Eröffnung.
>» www.koufogiorgos.de

A v ita m in d e 5 9
AUTOMOBILE
Tradition und Zukunft
Nach 56 Jahren beendet Volkswagen die Produktion des
Kleinbusses VW T2. Der sogenannte Bulli ist Kult. Er erin­
nert viele Automobilfans an schöne Familienurlaube und
die wilden 1970er-Jahre. Der erste Bulli kam 1950 auf
den Markt. Die letzten 600 Modelle werden nun in Bra­
UNTERHALTUNG silien verkauft. Der berühmte Bus von VW ist Vergan­
Helge Schneider genheit, das Auto der Zukunft präsentiert nun BMW. Der
Der deutsche Sommerhit 2013 war „Sommer, Sonne, Kak­ BMW i8 ist ein Sportwagen mit Hybridmotor. Er fährt mit
tus“ von Helge Schneider. Der Musiker aus dem Ruhrgebiet Benzin und Strom. So verbraucht der BMW i8 auf 100
kam mit seinem Album auf Platz eins der deutschen Charts. Kilometern nur etwa 2,5 Liter Benzin. BMW will mit die­
Die lustige Mischung aus deutschen und englischen Texten sem Modell zeigen, dass Ökologie und Fahrspaß verein­
bringt auch im Winter viel Spaß. Helge Schneider ist ein Mul­ bar sind.
titalent. Er spielt viele Instrumente und ist bekannt für sei­ » www.volkswagen.de
nen absurden Humor. Helge Schneider ist Musiker, Komiker, » www.bmw.de
Autor und Schauspieler. Im Herbst erschien auch sein neuer
Film „00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse“, eine Kri­
minalkomödie. Wer denkt, die Deutschen hätten keinen Hu­
mor, sollte Helge Schneider kennenlernen.
» www.helge-schneider.de

VORWEIHNACHTLICHE TRADITION: *• V v

r ADVENTSKALENDER
Fast alle öffnen im Dezember Türchen -
welche Kalender sind am beliebtesten?
IS * ’<
KALENDER
... m it 1
S Ü ßIG KE IT EN

_ . MIT S E L B S T ­
21%
GE BASTELTEM INHALT
STATISTIK
... AUS
18% Was steckt im Adventskalender?
PA PIER/KARTO N
Vor Weihnachten kaufen oder basteln viele Deutsche ei­
...M IT
17% nen Adventskalender. Dieser Kalender hat 24 Türchen.
S P IE L ZE U G
Das erste Türchen öffnet man am 1. Dezember, das
...S O N S T IG E R
KALEN D ER
letzte an Heiligabend, also am 24. Dezember. Hinter je­
der Tür ist eine kleine Überraschung. Die Statistik zeigt:
Meistens ist es etwas Süßes. Aber auch selbst gebas-
teltete Adventskalender und Kunstkalender mit Bildern
sind im Trend.

jm dn./etw . brauchen
angewiesen sein, auf jm dn./otw, i AKK.)
böse/w ütend werden
WELT DER SPRACHE ä rg e rn , s ic h
einm alig, ungewöhnlich, ohne Beispiel
e in z ig a rtig
Als oder wie? hier: im Kino gezeigt werden
e r s c h e in e n
Bei einem Vergleich steht nach dem ersetzen
hier: auswechseln, erneuern

E
„ 2 Komparativ immer „als“: „Tim ist grö­ G le ic h b e re c h tig u n g , die
gleiches Recht fü r Frau und Mann o
rn
hier: kopieren, reproduzieren ~
ßer als Lisa.“ Wenn Dinge oder Perso­ nachm achen
ro
W issenschaft wie Physik, Chemie, Biologie
nen gleich sind, verwendet man „so + N a tu r w is s e n s c h a ft, -e n , die £

hier: Papiergeld
ra
wie“: „Tim ist so groß wie Moritz.“ Viele S c h e in , -e , de r
hier: Konflikt, Krise O
S p a n n u n g , -e n , die
Deutsche, besonders in Süddeutsch­ elektrische Energie
c
o
S tro m , -"-e , d e r
land, verwechseln aber „als“ und Untersuchung, Befragung, M einungsforschung
U m fra g e , -n, die
„wie“. Sie sagen dann: „Ich spreche v e r e in b a r
übereinstim m end, kom patibel
CD
besser Deutsch wie du.“ Sogar das V e rfa s s u n g , -e n , die
hier: Konstitution, Grundgesetz, Regeln
•Qß
hier: nic h t benutzen £=
Supermodel Heidi Klum macht diesen v e r m e id e n 0
irrtüm lich vertauschen, durcheinanderbringen £
Fehler. Man nennt das scherzhaft die v e rw e c h s e ln
£
benutzen, brauchen 03
„als-wie-Schwäche“. v e rw e n d e n cn
hier: verrückt, chaotisch, heftig 3
vriid N

vitamin de 5 9 5
D e r an d ere B lic k I O

* *
SCHWERE
SPRACHSITUATION
> S icher auf Deutsch kontern
ln der Rubrik „Der andere Blick“ erzählen Menschen aus
dem Ausland, was sie in Deutschland erleben. Diesmal
berichtet die Brasilianerin Laura Rivas Gagliardi. Die
31-jährige Literaturwissenschaftlerin aus Säo Paulo
lebt bereits seit vier Jahren in Deutschland und kann
einiges über die Mentalität der Deutschen berichten.

ier Jahre meines Lebens in Berlin haben mir gezeigt, dass es ein friedliches Zusammen­
V leben geben kann. In Brasilien ist es anders. Dort muss man die Ellenbogen ausfahren.
Das war auch meine Mentalität. In Deutschland hatte ich aber die Möglichkeit, mein barba­
risches Benehmen ein bisschen zu zivilisieren. Ich hielt mich an die deutsche Devise „Regel
ist Regel“. Aber manchmal passiert es auch, dass sich die Deutschen nicht an diese Regel
halten.

Du blöde Kuh!
An einem Sonntag fuhr ich mit dem Fahrrad auf dem Fahrradweg der Karl-Marx-Allee. Plötz­
lich kreuzte ein alter Mann an der Ecke des Strausberger Platzes mit dem Fahrrad meinen
Weg. Fast wäre ich mit dem Mann zusammengestoßen. Als Dankeschön bekam ich noch ein
„Du blöde Kuh!“ zugerufen. Ich war total erschrocken und mein Herz schlug stark. Aus mei­
ner Sicht hatte ich alles richtig gemacht. Der alte Mann hatte die Verkehrsregeln missachtet.

Keine perfekte Gesellschaft


Na klar, eine Gesellschaft, in der alles absolut perfekt läuft, existiert nicht. Wie naiv war ich,
an so was zu glauben. Auf den ersten Blick denkt man, dass die Dinge in Deutschland so
sind. Aber das ist ein Stereotyp. Die Beschimpfung des alten Mannes zeigte mir die deutsche
Realität. All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich weiter mit dem Fahrrad fuhr.

Um sich verteidigen zu können


Weiter auf dem Weg in Richtung Alexanderplatz wusste ich, was mich an der Situation ge­
stört hatte. Das Problem war, dass ich der Beschimpfung durch den alten Mann nichts ent­
gegnen konnte. „Du blöde Kuh!“ war für mich das Schlimmste, was ich bis dahin in meinem
Leben gehört hatte. Nicht wegen der Bedeutung, sondern wegen meiner Empfindung. Darin
liegt vielleicht die größte Schwierigkeit, Ausländer zu sein: Man muss nicht nur mit den Ste­
reotypen klarkommen, sondern die Sprache so gut beherrschen, dass man sich verteidigen
kann.

ärgern
böse/w ütend m achen Nicht verstanden werden
Be nehm en, das
Verhalten, Manieren Manchmal erlebte ich die unangenehme Situation, nicht
B e s c h im p fu n g , -en, die
Beleidigung, Kränkung, Verletzung verstanden zu werden. Dann wechselte der Sprechpart­
E llen bogen a u s fa h re n , die m it a lle r M acht sich behaupten
E m pfind ung, -en, die
ner sofort zum Englischen. Das ist für mich empörend!
Gefühl, Eindruck
em p ö re n d Ich habe den Eindruck, manche Leute haben keine Ge­
skandalös, schockierend
e n tg e g n e n
antworten, erwidern, widersprechen
duld. Oder vielleicht ist es nett gemeint, denn so reden
G eduld, die
Ausdauer, Ruhe beide in einer Fremdsprache. Ich weiß es nicht. Das är­
h a lte n , sich , an etw. (Akk.)
akzeptieren, beachten, befolgen gert mich aber. Als wäre ich trotz meiner Versuche nicht
kreuzen
überqueren fähig, etwas auf Deutsch zu sagen. Und außerdem: Es
m is s a c h te n ignorieren, nic h t ernst nehm en, nicht beachten gibt nicht viele Deutsche, die gut Englisch sprechen. Es
M is s v e rs tä n d n is , -se, das
Irrtum, Fehler, Kom m unikationsproblem
V e rke h rsre g e l, -n , die
ist ein weiteres Kommunikationsproblem, Englisch mit
O rdnung/juristische Norm a u f der Straße
v e rm e id e n deutschem Akzent zu verstehen. Es wäre schön, wenn
etw. nicht m achen
v e rte id ig e n , sich
sich wehren/schützen
man solche Missverständnisse in Zukunft vermeiden
z u g e ru fe n beko m m en
als Antw ort bekommen könnte. Und jetzt weiß ich auch, was ich der Beschimp­
z u s a m m e n sto ß e n
gegeneinanderlaufen/-fahren fung „Du blöde Kuh!“ entgegnen werde: „Nächstes Mal
bitte: Du wunderschöne Kuh!“ Laura Rivas Gagliardi

6 v it a m in d e 5 9
LESERBRIEFE
vitamin de - Wertvolle Zeitschrift
Wir sind die Zwillinge Lyubov und Nadejda. Seit zwei Jahren lesen wir vitamin de. Sie ist unsere
Lieblingszeitschrift. Sie ist wunderschön und perfekt. Wir empfehlen allen Deutschschülern diese
wertvolle Zeitschrift. Lyubov und Nadejda Dobrinchuk, Urgench, Usbekistan

Aberglaube - Das Spiel mit Pech und Glück


Aberglaube bedeutet ja, ohne genau nachzudenken, an etwas zu
glauben. Das kann manchmal blinder Gehorsam sein und ist
nicht gut. Aber Aberglaube kann auch hilfreich sein. Zum Bei­
spiel können die Worte einer Wahrsagerin einen Menschen besser auf die Zukunft vorbe­
reiten. Ich habe .n dem Artikel gelesen, dass es gefährlich ist, unter einer Leiter hindurch­
zulaufen. Ein vierblättriges Kleeblatt soll aber Glück bringen. So habe ich mich gleich auf
die Suche gemacht. Überall habe ich gesucht, aber kein vierblättriges Kleeblatt gefun­
den. Ach schade! So ist es im Leben: Mal hat man Glück, mal Pech.
Shi Lan, Schanghai, China

Weltbekannt - Das Bundesland Bayern

il Der Artikel über das Bundesland Bayern gefällt mir super. Ich habe nicht nur viele neue
Vokabeln gelernt, sondern auch viele interessante Informationen bekommen. Am cools­
ten finde ich den Abschnitt über den bayerischen Dialekt. Ich wusste überhaupt nicht,
dass es so viele verschiedene Dialekte in der deutschen Sprache
A b erg laube , der Glaube an übernatürliche Kräfte; Irrglaube, Mystizismus gibt. Außerdem finde ich den Abschnitt über die Musik in Bayern
A b s c h n itt, -e, der
H
Absatz, steile imText super. Deutschland ist bekannt für die klassische Musik. Aber im
blind hier: kritiklos, ohne Nachdenken
Artikel habe ich eine ganz neue Form von Musik kennengelernt -
G ehorsam , d e r Unterordnung, Folgsam keit
Le ite r, -n, die
und zwar das Jodeln. Nachdem ich den Text gelesen habe, guckte
hier: Gerät zum Hinauf- und Hinabsteigen
W ahrsagerin , -nen, d ie ich sofort auf Youtube Jodel-Videos an. Es klingt ganz fantastisch!
Astrologin, Prophetin
w e rtv o ll
nützlich, wichtig, gu t
Wing Yee Winnie Leung, Hong Kong, China

Sie lernen Deutsch?


Dann lernen Sie
Deutschland kennen!
Entdecken Sie Deutschland mit günstigen und
komfortablen Flügen. Jetzt auf germanwings.com

- JJ
Lufthansa Group germanwings
B B undesländer

LAND DER
VIELEN
GESICHTER
> Das Bundesland
'■»T Sachsen-A nhalt
Sachsen-Anhalt hat viele Gesichter, weil
es aus mehreren Regionen besteht. Nur
R e fo rm a tor M a rtin
wenige deutsche Bundesländer haben so
Kirchenfenster in WrttenDerg verschiedene Landschaften und so viele
Traditionen. In Sachsen-Anhalt befinden
sich viele bedeutende romanische und
FAKTEN UBER gotische Baudenkmäler. Zum Weltkulturerbe
SACHSEN-ANHALT der UNESCO zählen das Bauhaus Dessau,
Einwohner: 2,3 Millionen die Altstadt von Quedlinburg, der Wörlitzer
Hauptstadt: Magdeburg mit Park sowie Wittenberg und Eisleben, in
232000 Einwohnern denen der Reformator Martin Luther
Größte Stadt: Halle (Saale)
(1483 - 1546) lebte.
mit 233000 Einwohnern
achsen-Anhalt grenzt an die Bundesländer Niedersachsen, Branden­
Höchster Berg: Brocken mit 1141 Me­
tern. Der Brocken ist der höchste Berg im S burg, Sachsen und Thüringen. Der Fluss Elbe durchfließt das Land von
Süden nach Norden. Touristen besuchen in Sachsen-Anhalt vor allem die
Norden Deutschlands.
zahlreichen historischen Städte und das höchste Gebirge Norddeutschlands,
den Harz. Der höchste Berg ist der Brocken mit 1141 Me­
DER HARZ tern. Im Norden Sachsen-Anhalts ist das Land sehr flach.
Der Harz ist ein Mittelgebirge. So nennt man Gebirge, die Die Städte dort sind architektonisch durch die norddeutsche
eine Höhe zwischen 500 und 1500 Metern haben. Der b Backsteingotik geprägt. Diese Städte heißen Salzwedel, Gar­
r-v höchste Berg im Harz ist der Brocken mit 1141 Metern. * delegen, Stendal und Tangermünde. Sie gehörten dem mit­
I I Damit ist er der höchste Berg in Deutschlands nördlicher telalterlichen Handelsbund ..Hanse“ an.
Hälfte. Alte Sagen erzählen, dass der Brocken ein Treff­
punkt für Hexen sei. Der größte Teil des Harzes und auch
der Brocken liegen in Sachsen-Anhalt. Der westliche Harz
liegt in Niedersachsen. Deshalb verlief früher die deutsch­
deutsche Grenze durch das Mittelgebirge. Touristen kom­
men im Sommer zum Wandern und im Winter zum Ski­
fahren in den Harz. Auch Städte wie Wernigerode und
Quedlinburg mit ihren Fachwerkhäusern sind sehr sehens­
wert. Viele Maler (Caspar David Friedrich) und Literaten
(Johann Wolfgang Goethe und Heinrich Heine) haben den
Harz mit ihren Bildern und Texten verewi t.

ii i P II f

- tr.Jir s w *

8 v ita m in d e 5 9
Ein Land, viele Facetten
Im Zentrum Sachsen-Anhalts, um die Flauptstadt Magdeburg, gibt es fruchtbaren
Boden, der sich sehr gut für die Landwirtschaft eignet, die sogenannte Magdeburger
Börde. Im Westen liegt das Mittelgebirge Harz, im Osten die alten und historisch
wichtigen Städte Wittenberg, Dessau-Roßlau, Wörlitz und Halle. Traditionell ist der
Südwesten stark industriell geprägt. In der Region Leuna und Bitterfeld gibt es viele
Fabriken der Chemieindustrie. Und ganz im Süden Sachsen-Anhalts wird an den
Flüssen Saale und Unstrut sogar Wein angebaut.

Landeshauptstadt Magdeburg
Magdeburg ist bereits seit dem frühen Mittelalter eine bedeutende Stadt und hat
eine bewegte Vergangenheit. Der große Magdeburger Dom prägt die Silhouette der
Stadt an der Elbe. Deshalb ist er auch das Wahrzeichen der Stadt. Der deutsche Kö
nig und Kaiser Otto I., auch der Große genannt (912 - 973), residierte in der Kai­
serpfalz Magdeburg. Dadurch erlangte die Stadt bereits im 10. Jahrhundert die Be­
deutung einer Hauptstadt. Der Magdeburger Dom ist das älteste gotische Bauwerk
auf deutschem Boden. Dort liegt auch Otto der Große begraben. In vielen Kriegen
D er „M a g d e b u rg e r R e iter" im
wurde die Stadt zerstört - besonders stark im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) K u ltu rh is to ris c h e n M u s e u m M ag d e b u rg
und im Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945) - und anschließend wieder aufgebaut.
Heute ist Magdeburg eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und sehr beliebt bei
Studenten.

Halle an der Saale


Halle an der Saale ist eine der ältesten Universitätsstädte Deutschlands und ist
seit dem 17. Jahrhundert bedeutend in unterschiedlichen Wissenschaften. Halle
ist neben der politischen Hauptstadt Magdeburg die kulturelle Hauptstadt Sach­
sen-Anhalts. Außerdem ist Halle die einzige deutsche Großstadt, die im Zweiten
Weltkrieg kaum zerstört worden ist. Deshalb besitzt Halle eine schöne Altstadt mit
vielen original erhaltenen Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Wahrzeichen der
Stadt ist der Marktplatz mit den „Fünf Türmen“. Diese gehören zur Marktkirche
und dem sogenannten Roten Turm. Berühmt ist auch die Burg Giebichenstein mit
der Kunsthochschule Halle.

D er S c h lo s s b e rg von Q ue d lin b u rg
m it d e r S tifts k irc h e S t. S e rvatiu s

v it a m in d B 59 S
Alte Gärten, moderne Kunst
Entlang des Flusses Elbe erstrecken sich die
Parks und Schlösser von Dessau-Wörlitz. Die be­
sondere Kulturlandschaft entstand im 18. Jahr­
hundert und gehört heute zum Weltkulturerbe.
Die Anlage ist architektonisch wegen der Bausti­
le von der Antike bis zur Neuzeit interessant. In
G ebäude d e r D e s ignsch ule der Stadt Dessau-Roßlau kann man auch die
„ B a u h a u s “ in Dessau
Gebäude der ehemaligen Kunst-, Design- und
Architekturschule „Bauhaus“ besichtigen. Sie
entwickelte und prägte vor allem in den
1920er-Jahren sehr stark den internationalen
Bau- und Kunststil der sogenannten Avantgarde
und Klassischen Moderne.

Küche in Sachsen-Anhalt
Wie das Land ist auch die Küche in Sachsen­
Anhalt vielfältig. Wegen des guten Bodens bei
Magdeburg gibt es viele Gemüsesorten.
Auch die Kartoffel spielt eine wichtige Rol­
le: als Salzkartoffel, Pellkartoffel. Bratkar­
toffel, als Kartoffelsalat oder als Kartoffel­
RELIGION IN SACHSEN-ANHALT puffer. Die „Köthener Schusterpfanne“ ist
Die Geschichte der Religion in Sachsen-Anhalt ist in ein Schweinebraten mit Kartoffeln und Bir­
teressant. Lange herrschte die römisch-katholische nen. Aus Halberstadt kommen bekannte
Kirche, bis im frühen 16. Jahrhundert der Priester Würstchen. Sie waren die ersten in Dosen
Martin Luther in der Stadt Wittenberg begann, die verkauften Würstchen der Welt. Berühmt ist
katholische Kirche zu kritisieren (siehe Seite 11). Da auch der Harzer Käse. Dieses Produkt aus Sauermilch gut heute
mit begründete Luther eine neue Konfession: die als typisch deutscher Käse. Als Nachtisch isst man gerne Ku­
evangelische, reformatorische, protestantische oder chen wie Bienenstich, Zuckerkuchen oder Streuselkuchen.
lutheranische Kirche. Sachsen-Anhalt ist die Keim­ Deutschlandweit bekannt sind auch die Weine und der Sekt aus
zelle dieser heute weltweit verbreiteten Religion. Drei der Saale-Unstrut-Region, zum Beispiel der Sekt aus Freyburg.
Städte (Wittenberg, Eisleben und Mansfeld) nennen Erträgt den Namen der Märchenfigur „Rotkäppchen“.
sich auch „Lutherstadt“, weil der Reformator dort Dennis Grabowsky
lebte und wirkte. Interessanterwei­
A b bild u n g , -en, die
se ist Sachsen-Anhalt heute aller­ -_________ Darstellung. Bild. Hhntm tlnn
a nb a u e n
dings das deutsche Bundesland mit A n lage , -n, die
anpttanson, kultM &m n
hier: Parks und Schlösser
den meisten Menschen, die ohne beg rab en
im Grab, beerdigt, bestattet
eine Religion leben. 80 Prozent der be w e g t
unruhig, interessant, lebendig, aufregend, ereignisreich
Burg, -en, die
Einwohner sind konfessionslos. Kastell, Festung. Schloss
e h e m a lig
früher, damalig, vormalig
e ig n e n , sich
passen, infrage kommen
e n tw ic k e ln
hier: neu ausarbeiten, erfinden, erschaffen
e rla n g e n
— .----- ------------------------------------------------------------------------------ bekomm en. nnen. ertiair^n
e rs tre c k e n , sich
• • » is a w i m e i Punkten liegen, sieb
n a ch
: --------------------------------------------------- n ic h t hoch, niedrig, eben, hier: ohne Rphjp
g e lte n , als jm d ./e tw . (Nom .)
angesehen/betrachtet werden
g e p rä g t se in , d urch jm d n ./e tw . (Akk.)
sich auszeichnen, beeinflusst/gekennzeichnet sein
(aoidblech, das
_________ __________ _________ ____________ ________ _________________ sehr dünne Scheibe 6U£ Geld
ÜU" d ’ J e ' Organisation für m arenaustausch/Geschäfte/Kauf und Verkauf
K a rto ffe lp u ffe r, -. d e r v „ , a „ . „ er n M e n aus
K e im z e lle , -n, die
Ursprung, Ausgangspunkt Beginn
m itte la lte r lic h
aus der Z eit des M ittelalters (6. bis 15. Jahrhundert)
P e llk a rto ffe l, -n, die
Kartoffel, die m an m it Schale kocht
prägen
wirken a u f etw., form en bilden
S age, -n, die
Legende, alte Geschichte, Märchen
vere w ig e n
hier: in Kunstwerken festhalten/beschreiben/ehren
v e rg ra b e n
m it Erde bedecken, verstecken
Martin-Luther-Statue in Eisleben v e rla u fe n
liegen, sich entlansziennr
W a hrzeich en, -, das
Symbol, Erkennungszeichen
z e rs tö re n
k a p u tt m achen, vernichten, verwüsten

IO v ita m in d e 5 9
G eschichte

MARTIN LUTHER
> Ein M önch verän dert die W elt
Martin Luther (1483 - 1546) wird in Eisleben im
heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt geboren.
Er löst die Reformation a u s. So nennt man
die Zeit zwischen 1517 und 1648, in der sich
die christliche Kirche in zwei Konfessionen
s paltete. Auf der einen Seite gab e s weiterhin
die katholische Kirche, auf der anderen Seite
entstand die reformierte Kirche, die sich auch
lutherische, evangelische oder protestantische
Kirche nennt. Welche Rolle spielte Luther dabei?

eit 1505 lebt Martin Luther in einem Kloster in Er­


S furt. Als Mönch muss er arbeiten, beten und fasten. Er
fragt sich, ob das wirklich Gottes Wille ist. Er studiert Theo­ Auf der Wartburg
logie und liest intensiv die Bibel. 1512 wird er Professor Friedrich der Weise (1463 - 1525), Kurfürst von Sachsen,
an der Universität Wittenberg. Außerdem predigt er in der versteckt Luther zehn Monate lang auf der Wartburg. In die­
Stadtkirche. ser Zeit übersetzt Luther das Neue Testament ins Deutsche.
Jetzt brauchen die Deutschen keine Priester mehr, die ihnen
Deutschland im späten Mittelalter die lateinische Bibel erklären. Die Lutherbibel ist nicht nur
Zu Luthers Zeit bestimmt die katholische Kirche das Den­ für die Reformation wichtig, sondern auch für die deutsche
ken: Das Leben sei nur eine Prüfung. Wer so lebe, wie Gott Sprache. Sie ist die Basis für eine einheitliche deutsche
es wolle, komme in den Himmel. Wer sündige, der komme Schriftsprache.
ins Fegefeuer. Was Gottes Wille sei, das erklären allein die
Kirchenmänner. Sie verdienen viel Geld mit der Angst vor Zurück in Wittenberg
dem Fegefeuer, indem sie Ablassbriefe verkaufen. Diese Do­ Luther kommt 1522 zurück nach Wittenberg. Er predigt wei­
kumente versprechen die Vergebung von Sünden durch ter und setzt noch ein Zeichen: 1525 heiratet er Katharina I
Gott. von Bora (1499 - 1552). Das ist auch heute ein großer Un­
terschied zwischen den christlichen Kirchen: Katholische
Die 95 Thesen Geistliche leben im Zölibat, evangelische Priester dürfen hei­
Martin Luther ärgert sich über die Ablassbriefe. Er entwickelt raten und es gibt evangelische Priesterinnen. Luther stirbt
seine eigene Lehre: Gottes Gnade könne man nicht kaufen, 1546. Nach seinem Tod eskaliert der Konflikt zwischen ka­
(Lutherbibel)

sie sei ein Geschenk. Luther notiert seine Ideen in 95 The­ tholischen und protestantischen Ländern und mündet im
sen und schickt sie an mehrere Bischöfe. Man sagt, Luther Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), der halb Europa zer­
habe die Thesen am 31. Oktober 1517 an die Tür der Wit­ stört. Dagmar Glück
tenberger Kirche genagelt. Damit
Flaraid Krieg, Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

beginnt die Reformation. Zuerst A b la s s b rie f, -e, der U rkunde/Zertifikat der Kirche, dass m an frei von Sünden ist
Fotos: w w w .cla ru s-cra n a ch .d e /F le ssisch e s Landesmuseum (Luther),

kritisiert Luther die Ablassbriefe, a u s lä s e n


verursachen, bewirken, zur Folge haben

später auch den Papst. Gott b e te n


zu G ott sprechen, sich an Gott wenden
Person, die eine sehr hohe Position in der Kirche hat
brauche keine Vermittler, findet B ischof, -“ -e , der
e x k o m m u n iz ie re n aus der Kirche ausschließen
Luther. eine Z eit lang kein Fleisch essen
fa s te n
Hölle, Jüngstes Gericht
F egefeuer, das
Reichstag zu Worms G e is tlic h e , -n, der Theologe; alle, die in der Kirche eine offizielle Position haben
Luthers Lehre verbreitet sich G nade, die
M itleid, Freundlichkeit, Entgegenkommen

schnell. Bald hat er mächtige m ünden


übergehen, enden m it etw., werden
festschlagen, befestigen
Freunde, aber auch Feinde. Papst nag eln
zu den Gläubigen sprechen
Leo X. exkommuniziert Luther, pred ig e n
P rie s te r, -, der ein kirchlicher Beruf; jm d ., der Christen in der Kirche betreut; Pastor
und Kaiser Karl V. lädt ihn 1521
R e ic h s a c h t v e rh ä n g e n , d ie , ü b e r jm d n . (A k k .) verfolgen, diskrim inieren, jm dm . die M enschenrechte nehm en
zum Reichstag nach Worms ein. sich teilen, sich trennen, entzweien
s p a lte n , sich
Dort soll Luther seine Lehre wi­ S ü nde, -n, die schlechte Tat, Verstoß gegen die religiöse Moral
derrufen. Aber er verteidigt sie. sün d ig e n
gegen die religiöse M oral verstoßen

Der Kaiser verhängt deshalb die V e rge bung, die


Verzeihung, Entschuldigung
Mediator, Kontaktperson
Reichsacht über ihn: Luther hat V e rm ittle r, -, der
zurücknehmen, zurückziehen
keine Rechte mehr. Jeder darf ihn w id e rru fe n
Z e ic h e n s e tz e n , e in Geste m achen, die die Ö ffentlichkeit beeinflusst
töten.

v ita m in d e 5 9
STUDIUM
M IT VIEL
PRAXIS
> Studieren an ein er
Fachhochschule
Das Studium an einer Fachhochschule (FH)
oder an einer Hochschule für Ang ewandte
W issenschaften, wie die FHs immer häufiger
genannt werden, boomt. Mehr als 7 9 600 0
Studierende waren zum Wintersemester 2012/13
an einer FH in Deutschland eing eschrieben.
W is s e n s c h a ftle r an d e r H o c h s c t jle fü r T echnik, Entschied sich vor 20 Jahren nur jeder vierte
W irts c h a ft u n d K u ltu r (HTWK) in Leipzig
Student für die FH, ist e s mittlerweile schon
jeder dritte - Tendenz steig end.

afür gibt es viele gute Gründe: Die Ausbildung ist oft praxisnäher als an den Universitä­
FACHHOCH­
SCHULEN IN
DEUTSCHLAND
D ten. Die Gruppen in Vorlesungen und Seminaren sind kleiner. Auch das gesamte Studi­
um ist kürzer. Zudem kommen viele Dozenten aus Unternehmen. Ihre Praxiserfahrung ist gut
215 staatliche und private für den Unterricht. Kein Wunder also, dass ein Studium an der FH auch für internationale
Fachhochschulen gibt es in Studenten immer interessanter wird: Rund zehn Prozent aller FH-Studenten kommt aus dem
Deutschland. Bei den pri­ Ausland.
vaten Hochschulen müs­
sen Studiengebühren von Praxisnaher Unterricht
mehreren Tausend Euro Polina Girsh ist eine von ihnen. Die Russin schloss ihr Studium an der westsibirischen Uni­
pro Jahr bezahlt werden. versität Kurgan mit Diplom in den S prachwissenschaften ab. Nun belegt sie an der staatli­
Insgesamt dominieren an chen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in der ostdeutschen Stadt Leip­
den FHs Studiengänge wie zig den Masterstudiengang General Management. „In den Seminaren gibt es kleine
Wirtschaftswissenschaf­ Gruppen und die Professoren kennen uns persönlich“, sagt die Studentin. Eine anonyme
ten, Ingenieurwesen und Atmosphäre in den Hörsälen gebe es an ihrer FH nicht. Zudem sei der Unterricht sehr pra­
Informatik. Fachhochschu­ xisnah. Allerdings habe sie den Eindruck, dass der Unterricht auch anspruchsvoller sei als
len haben kein Recht, Pro­ an Universitäten, sagt die 24-Jährige. Die Zufriedenheit mit den FHs zeigt sich auch in Um-
motionen (Doktorarbeiten) fn gen. Demnach sind 62 Prozent der Studierenden an den FHs mit den Bedingungen zu­
anzunehmen. Jemand, der frieden, an den Universitäten nur 55 Prozent.
einen Masterabschluss ei­
ner FH hat, darf damit aber Internationale Hochschule
an einer Universität prom'- Die HTWK Leipzig ist mit rund 6400 Studierenden die größte FH im Bundesland Sachsen.
vieren. 790 der Studenten, also etwa zwölf Prozent, kommen aus dem Ausland. Das ist etwas
mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Ein besonderer Flair ist auf dem Campus der Hoch­
schule zu spüren. „Die Hochschule ist sehr international“, sagt Polina Girsh, die russische
und ukrainische Kommilitonen hat.
praktisch, nic h t theoretisch
angew andt

a n s p ru c h s v o ll
a u f hohem Niveau, m it viel Qualität
Grundlage, Voraussetzung, Basis
Bwgehrte Absolventen
B e d in g u n g , -e n , die

b e g e h rt
attraktiv, beliebt, populär Für Polina gab es einen weiteren Grund, an einer FH zu
D u rc h s c h n itt, de r
M ittelw ert, Norm, in der Regel studieren: die Hoffnung auf einen guten Job. Die Statistik
e in s c h re ib e n im m atrikulieren; an einer Universität registrieren gibt ihr recht. Absolventen der FH sind begehrt. Von den
E in s tie g s g e h a lt, "-er, « Geld, das es im ersten Berufsjahr gibt
1,5 Millionen Ingenieuren in Deutschland können 58
Atmosphäre, Stim m ung
Flair, das o . der Prozent einen FH-Abschluss vorweisen. Auch der finanzi­
Ursache, M otivation
Grund, -“ -e , der
) Doktor m achen, eine D oktorarbeit schreiben
elle Verdienst ist gut. Die Einstiegsgehälter beispielswei­
promovieren ______
bestätigen, bejahen se von Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern un­
r e c h t ge b e n
S p ra c h w is s e n s c h a ft, -e n , d ie Philologie, Linguistik terscheiden sich kaum von denen der Universitätsabsol­
s te ig e n d
m ehr/größer werdend venten. Polina Girsh hofft nach ihrem FH-Studium auf ei­
S tu d ie n g a n g be le g e n , einen ) Fachgebiet/eine Spezialiserung aussuchen nen interessanten Job. Und sie hat schon ein klares Ziel:
U m frag e, -n, die Untersuchung, Befragung, M einungsforschung
„Ich möchte gerne bei einem internationalen Konzern
Firma, Organisation
U n te rn e h m e n , -, das Karriere machen.“ Benjamin Haerdle
Bezahlung, Lohn
V e rd ie n s t, -e, der

12 v ita m in d e 5 9
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen­
Nürnberg (FAU) gehört zu den größten und
forschungsstärksten Universitäten Deutsch­
lands. Forschung und Lehre finden an der FAU
an den Schnittstellen von Naturwissenschaf­
ten, Technik und Medizin, Kultur- und Geis­
teswissenschaften, Rechts-, Wirtschafts- und
Erziehungswissenschaften statt. So ist unter
dem Leitspruch „Vorsprung durch Vernetzung“
aus der Zusammenarbeit zwischen den Fä­
chern und Fakultäten ein nahezu einzigartiges
interdisziplinäres Angebot entstanden.

FAU im Überblick:
• 35.300 Studierende
• 153 Bachelor- und Masterstudiengänge
■6 Elitestudiengänge
• rund 500 Hochschulpartnerschaften in
mehr als 60 Ländern
• etwa 1.000 Gastwissenschaftlerinnen und
-Wissenschaftler kommen jährlich aus dem
Ausland an die FAU
• 2.850 ausländische
Studierende
• Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus mehr
als 80 Nationen

www.fau.de
M u sik

[WEIHNACHTS­
ORATORIUM
> Klassische M u sik, die berührt
ln der Advents- und Weihnachtszeit
besuchen viele Deutsche ein besonderes
Konzert: das Weihnachtsoratorium von
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750).
Das Musikstück für Chor und Orchester
wird in Kirchen und Konzertsälen
aufs «führt. Auch Steffen Hickel aus
A n b e tu n g d e r H irten, g e m a lt
der süddeutschen Universitätsstadt
D e n km a l de s K o m p o n is te n Johann
S e b a stia n B a ch in E isenach
von G errit van H o n th o m t Tübingen hört sich jedes Jahr das
Weihnachtsoratorium an.

„Das Weihnachtsoratorium gehört definitiv zu meinem


Weihnachtsgefühl dazu, wie der Christbaum und die Leb­
kuchen meiner Mutter“, sagt Steffen. Gerade in der
Weihnachtszeit mag der 31-Jährige klassische Musik. Da­
von hört er viel. Zum Beispiel auch die Weihnachtsoratori­
en der Komponisten Heinrich Schütz (1585 - 1672) und
Georg Philipp Telemann (1681 - 1767). Aber am liebs­
ten mag Steffen die Musik von Bach. Jedes Jahr muss er
wieder das Weihnachtsoratorium hören. Und seine ganze
Familie macht das auch so.
* *

Mutter sang das Oratorium


MUSIKALISCHE Als Steffen noch klein war, sang seine Mutter jedes Jahr
1MEIHNACHTSGESCHICHTE das Weihnachtsoratorium mit ihrem Chor. Daher wurde
Das Weihnachtsoratorium ist das bekannteste musikalische er schon früh mit der Musik vertraut. Heute singt Steffen
Werk des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach im Gottesdienst an Heiligabend selbst Teile des Werks
(1685 - 1750). Es wird mit gemischtem Chor, Solisten und mit. In der Kirche werden oft einzelne Choräle aus dem
Orchester aufgeführt und besteht aus sechs Teilen. Die Texte Weihnachtsoratorium vorgetragen. Und jedes Jahr hört
erzählen von der Geburt Jesu Christi, seiner Beschneidung Familie Hickel das Oratorium gemeinsam auf CD im
und Namensgebung sowie von den Wei§en aus dem Mor­ Wohnzimmer. Nicht immer strikt von vorne nach hinten.
genland. Sie stammen aus den biblischen Versen der Evan­ „Manchmal springen wir direkt zu unseren Lieblingsstel­
gelisten Lukas und Matthäus. Das erste Mal war das Weih­ len, wie zum Beispiel zum Choral ,lch steh an deiner
nachtsoratorium zur Jahreswende 1734/35 zu hören. Die Krippen hier'“, erklärt Steffen.
Teile des Werks wurden damals in sechs Gottesdiensten in
der Leipziger Nikolai- und Thomaskirche präsentiert. Heute Ein echter Klassiker
wird das Oratorium in ganz Deutschland regelmäßig in der Steffen studiert in Tübingen Geschiente, Romanistik und
Advents- und Weihnachtszeit aufgeführt. Es gibt komplette Musikwissenschaft. Er hat vor seinem Studium schon ei­
Aufführungen, die bis zu drei Stunden dauern, und solche, in nen Beruf gelernt. Er ist Instrumentenbauer. Er glaubt,
denen nur Teile des Werks gespielt werden. dass auch Menschen ohne viel Wissen über Musik das
Weihnachtsoratorium lieben können. „Das Tolle an
diesem Werk ist ja, dass es dramaturgisch und
b e rü h re n
________________________________ präsentieren, zeigen, spielen musikalisch so gut gemacht ist. Es berührt,
...... zu Herzen gehen, nicht kalt lassen
B e sch n e id u n g , -en, die auch wenn man nichts von Harmonielehre
religiöse Praktik be i männlichen Babys im Judentum und Islam
g e lin g e n weiß“, ist sich der Student sicher. Ins Weih­
_________________________Erfolg haben, fertigbringen, schäften
G o tte s d ie n s t, -e, d e r
________ Versam m lung in der Kirche, Andacht. Predigt
nachtsoratorium gehen deshalb auch die Freun­
sta m m e n , a u s etw . {D at.)
herkom m en, hervorgehen, seinen Ursprung haben de mit, die sonst keine klassische Musik hören.
_ kategorisch, streng Dem Komponisten Bach ist es also gelungen,
v e rtra u t
bekannt, nicht fremd, gew ohnt einen echten Klassiker zu komponieren. So be­
vo rtra g e n
W eise, -n, der
________ hier: singen rührt das Weihnachtsoratorium die Menschen
___________ se h r intelligenter Mensch
W erk, -e, das jedes Jahr wieder in der Advents- und Weih­
hier: Musikstück, Komposition, Opus
nachtszeit. Johanna Nimrich

7 4 v ita m in d e 5 9
Sprache

Was schenken?

SCHONE Eine Regel besagt, dass man nur das Geschenk verschen­
ken soll, das einem selbst gefällt. Deshalb überlegen alle

BESCHERUNG vorher gut, wem welches Geschenk gefallen könnte. Viele


Deutsche überlegen so lange, dass sie ihre Geschenke erst
am 24. Dezember kaufen.
} G espräche an W eihnachten
Weihnachten ist in Deutschland nicht nur das Marie: Bitte schön, das ist für dich!
Fest der Geburt Christi, sondern auch ein Fest der Lara: Danke. Das hast du aber
Geschenke. Am Abend des 24. Dezembers werden hübsch verpackt. (Sie packt aus.)
in den meisten Familien Geschenke getauscht. Wow! Toll! Woher wusstest du ...?
Das nennt man die Bescherung. Entweder kommt Marie: Schön, dass es dir gefällt.
ein bestellter Weihnachtsmann zu Besuch, oder Lara: Vielen, vielen Dank!
das Christkind versteckt die Geschenke unter
dem Weihnachtsbaum. Man kann die Geschenke Darf man sagen, wenn einem das Geschenk nicht
auch einfach dem anderen geben. Welche gefällt?
Gesprächssituationen an Weihnachten entstehen Generell ist es unhöflich, ein Geschenk nicht anzunehmen
können, zeigt euch vitamin de. oder zurückzugeben. Darum sollte man im Zweifel lieber lä­
cheln. Wenn man sich schon besser kennt, darf man auch
ehrlich sein.
Von draußen vom Walde komm
ich her Tim: Bitte schön, das ist mein Geschenk für dich!
Der Weihnachtsmann besucht Anna: Vielen Dank. Ein Pullover!
meistens nur Familien mit kleinen Tim: Und? Gefällt er dir?
Kindern. Oft fürchten sich die Klei­ Anna: K la r...
nen ein bisschen vor ihm, sagen Tim: Sei bitte ehrlich.
ihm dann aber mutig ein Gedicht auf Anna: Ich trage eigentlich keine rosafarbene
und erhalten dafür ein Geschenk. Kleidung.
Tim: Oh je, das habe ich vergessen. Aber
Weihnachtsmann: Ho ho ho, wen haben wir denn da? Bist ich habe die Rechnung aufgehoben. Du
du nicht der kleine Max? Von dir habe ich dieses Jahr viel kannst den Pullover Umtauschen.
gehört. Warst du denn immer schön brav? Anna: Bi§t du dann beleidigt?
Max: Ja! Tim: Natürlich nicht.
Weihnachtsmann: Und in der Schule? Hast du da nicht mit
Katja gestritten? Ein Lied und ein Gedicht
Max: Ja, habe ich. Zu Weihnachten werden die Deutschen musikalisch. Sie sin­
Weihnachtsmann: Das ist nicht gut. Dafür muss ich dich gen Weihnachtslieder und sagen Gedichte auf. Wer zu einer
eigentlich mit meiner Rute verhauen. Bescherung eingeladen ist, lernt daher am besten vorher ein
Max: Oh nein! Bitte nicht! Gedicht und ein Lied auswendig.
Weihnachtsmann: Mache ich auch nicht. Heute ist Weih­
nachten, das Fest der Liebe. Versprichst du Frieda: Holger, ich habe hier ein Geschenk für dich. Das
mir, dass du im neuen Jahr netter zu dem gebe ich dir aber nur, wenn du das nächste Lied anstimmst.
Mädchen bist? Du darfst dir auch aussuchen, welches Lied.
Max: Ja! Holger: Oh je. Na gut: 0 Tannenbaum, o Tannenbaum ...
Weihnachtsmann: Du weißt, dass ich Alle: ... wie treu sind deine Blätter...
dich beobachte. So, und jetzt wür­ Zusammengestellt von Elisabeth Kirschke
de ich gerne ein schönes Gedicht
Illu stratione n: w w w .m alvo rla g e n -fe n ste rb ild e r.d e

hören, Max. Und dann sehe ich


mal in meinem Sack nach, ob
da ein Geschenk für dich da­
bei ist.

v ita m in d e 5 9 i s
> Neue H eim at Deutschland
Für viele Menschen ist Deutschland das Ziel Willkommenskultur in Deutschland
für ein Leben in Wohlstand. Viele sind bereits Menschen, die nach Deutschland kommen, möchten einen
nach Deutschland immig riert. Fast 16 Millionen sicheren Arbeitsplatz und gute Lebensbedingungen für sich
Menschen, also 19,5 Prozent der deutschen und ihre Familien. Das kann Deutschland bieten. Aber wie
Bevölkerung, haben einen Mig rationshintergrund. werden die Migranten empfangen? Wie ausgeprägt ist die
Die Hälfte dieser Menschen ist bereits deutsche Willkommenskultur? Dazu gehört, dass die Deut­
eingebürgert und hat einen deutschen Pass. schen Menschen mit anderen kulturellen Wurzeln achten,
ihre Leistungen wertschätzen und Zuwanderung generell als
m Berliner Stadtteil Neukölln gibt es viele Migranten aus
I der Türkei und dem arabischen Raum. In Neukölln ent­
standen so türkische und arabische Parallelgesellschaften
Bereicherung sehen. Eine Studie im Jahr 2012 fand unter­
schiedliche Meinungen der Deutschen heraus. Viele mei­
nen, dass Zuwanderung wirtschaftlich und kulturell gut für
B mit eigenen Geschäften, Medien und Ärzten. Manche der die deutsche Gesellschaft ist. Ebenso viele Deutsche be­
Migranten dort können deshalb kaum Deutsch. Fehlende trachten die Zuwanderung mit Skepsis. Sie befürchten Kon­
Deutschkenntnisse verringern die Chancen auf Bildung und flikte zwischen den Einheimischen und Zuwanderern, beson­
gut bezahlte Arbeit. Dies wiederum fördert Armut und manch­ ders bei Kindern und Jugendlichen in der Schule. Einige
mal auch Kriminalität. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt Deutsche glauben auch, dass Migranten oft zu Unrecht fi­
des Einwanderungslandes Deutschland. Die meisten Mi­ nanzielle Hilfe vom Staat bekommen.
granten haben sich gut in die Gesellschaft integriert und sie
bereichert. Mehr Toleranz
Wegen dieser unterschiedlichen Bewertung von Zuwande­
Zuwanderung ist ein Gewinn für Deutschland rung schätzen die Deutschen ihre eigene Willkommenskultur
Im Jahr 2012 wanderten genau 387149 Nichtdeutsche nicht sehr positiv ein. Befragte mit Migrationshintergrund se­
nach Deutschland ein. Für Deutschland ist das demogra­ hen die Willkommenskultur positiver als die Deutschen
fisch und wirtschaftlich gut: Ohne Zuwanderung würde die selbst: 61 Prozent der Migranten denken, dass Zuwanderer
Bevölkerung schrumpfen. Pro Jahr sterben etwa 200000 freundlich aufgenommen werden. Nur 49 Prozent der Deut­
Menschen mehr, als geboren werden. Damit die Bevölke­ schen sind auch dieser Meinung. Einig sind sich Einheimi­
rungszahl ungefähr gleich bleibt, braucht Deutschland jähr­ sche und Zuwanderer darin, dass Toleranz und Wertschät­
lich zwischen 250000 bis 400000 Einwanderer. Die Zu­ zung gegenüber Einwanderern verbessert werden sollte. 70
wanderung im Jahr 2012 hat den Bevölkerungsrückgang Prozent der Befragten glauben, es müsse mehr für Toleranz
ausgeglichen. So sollte es auch in Zukunft sein. Zudem zie­ getan werden. Somit gibt es bei den Deutschen durchaus
hen immer mehr ausländische die Einsicht, Deutschland attraktiver
Fachkräfte nach Deutschland. Das BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR für Zuwanderung zu machen. Mit ei­
ist wirtschaftlich gut: Sie wollen in ner positiven Willkommenskultur so­
DEUTSCHLANDS
deutschen Unternehmen arbeiten, wie einer schulischen und berufli­
Einwohner: 80523746
wo sie dringend gebraucht werden, chen Förderung von Migranten
Deutsche: 73895789
vor allem in technischen Berufen würden sich komplizierte soziale Be­
Nichtdeutsche: 6627 957
und im Gesundheitswesen. dingungen wie im Berliner Bezirk
Neukölln auf jeden Fall verhindern
lassen. Wolfram von Scheliha

16 v ita m in d e 5 9
EINSCHÄTZUNG DER WILLKOMMENSKULTUR
Frage:
Wenn Einwanderer nach Deutschland kommen, wie werden diese Men-
sehen nach Ihrer Einschätzung von der Bevölkerung bei Ihnen vor Ort
“ * willkommen geheißen?

Antworten:
Sehr willkommen (rot), eher willkommen (orange),
eher unwillkommen (hellblau), sehr unwillkommen (dunkelblau),
weiß nicht (grün)

Angaben in Prozent

W ILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND -
ZWEI MIGRANTEN BERICHTEN Asfandiiar Mukhametshin:
Ist es leicht oder schwer, sich in Deutschland einzuleben? Deutsche können emotional sein
vitamin de hat zwei Migranten dazu befragt. Haifen Nan leb­ Deutsche sind bei den ersten Begegnungen
te von 2004 bis 2012 in der Stadt Heidelberg. Die heute verschlossen. Man muss sich sehr bemü­
32-Jährige promovierte an der Universität Heidelberg. Jetzt hen, einen Draht zu ihnen zu finden. Glückli­
lebt sie in Peking. Der Russe Asfandiiar Mukhametshin stu­ cherweise verstehe ich mich mit meinen
diert seit einem Jahr an der Technischen Universität Dres­ deutschen Freunden gut. Und Deutsche kön­
den. Der 23-Jährige kommt aus der Stadt Samara und ge­ nen emotional sein, wenn sie wollen, zum Bei­
hört zur Ethnie der Tataren in Russland. Beide, Haifen und spiel beim Feiern. Als ich das Dresdner Stadt­
Asfandiiar, finden, dass man in Deutschland gut leben kann. fest besuchte, habe ich erlebt, dass die
Schwierig seien nur die Sprache, die Dialekte und manch­ Deutschen feiern können. Beim Stadtfest mit
mal die deutsche Mentalität. viel Livemusik herrschte eine so gute Stim­
mung, dass ich mitsingen wollte. Aber leider
Haifen Nan: Deutschland - meine zweite Heimat kannte ich die deutschen Texte der Lieder nicht.
Als ich nach Deutschland kam, konnte ich nicht Deshalb glaube ich, dass die Sprache das Schwierigste
mehr als zehn deutsche Wörter. Ohne die deut­ in Deutschland ist. Und es gibt so viele Dialekte, sogar in­
sche Sprache zu beherrschen, war es schwer. nerhalb des Bundeslandes Sachsen. Die Chemnitzer spre­
Ich fühlte mich in den ersten Monaten einsam. chen anders als die Dresdner. Das muss ich noch besser
Dann lernte ich Deutsch. Die Sprache hat mir hinkriegen.
eine neue Welt eröff­
B e v ö lk e ru n g s rü c k g a n g , der
net. Persönlich finde ___________ die Zahl der M enschen eines Staates nim m t ab
d e m o g ra fis c h
_die Entw icklung der Bevölkem ngE in w o h n e r eines Landes betreffend
ich, dass mein Leben in D ia le k t, -e , d e r
regionale Variante einer Sprache
Deutschland gar nicht D ra h t zu jm d m . (D at.) fin d e n , ein e n
eine gu te B eziehu ngein gutes Verhältnis zu nndm. haben
schwer war. Viele Deut­ e in b ü rg e rn
Bürger eines Staates werden, den Pass eines bestim m ten Landes bekommen
sche haben Angst, Leu­ E in h e im is c h e , -n, d e r/d ie
___ jd id ., der aus einem bestim m ten Ort,
ten aus anderen Kul­ Land od e r einer bestim m ten Gegend stam m t und dort schon lange wohnt
E inw a nderer, -, d e r
turen zu begegnen. j t hd., der in ein Land einw andert; Imm igrant, Zuwanderer
E th n ie , -n, d ie
Ich bin der Meinung, _ ________ ___M enschengruppe m it einer bestim m ten Kultur
F a c h k ra ft, -“ -e, d ie
dass Menschen überall im m ig rie re n
_________________ Fachmann, Spezialist, Experte
/n e,n neues Land ziehen, um dort zeitweise oder fü r im m er zu bleiben
auf der Welt solche Ängste haben. in te g rie re n
________hier: sich g u t in die Gese llschaft eines neuen Landes einfinden
Man kann die kulturelle Verschie­ k u ltu re lle W urzel, -n, d ie
__________________ kulturelle Herkunft, kultureller Ursprung
denheit zwischen Menschen über- M e n ta litä t, -e n , die
___________________besondere Art des Denkens und Fühlens
winden, und zwar mit einem Lä­ M ig ra tio n s h in te rg ru n d , - “ -e, der fam iliäre Wurzeln: z.B. Eltern kom men aus dem Ausland
P a ra lle lg e s e lls c h a ft, -e n , d ie
cheln von Herzen, einer freundli­ Gesellschaft einer M inderheit, die neben der Gesellschaft der M ehrheit existiert
p ro m o v ie re n
chen Geste und ehrlicher Kommu­ ____________ seinen Doktor m achen, eine D oktorarbeit schreiben
Tatar, -e n , d e r
Angehöriger eines Volks in Südrussland, der Ukraine und Westsibirien
nikation. Nach sieben Jahren ist Toleranz, die
__________________ Aufgeschlossenheit, Offenheit, M enschlichkeit
Deutschland meine zweite Heimat V e rs c h ie d e n h e it, -en, die
_____________________________ Unterschiedlichkeit, Andersartigkeit
geworden. W illk o m m e n s k u ltu r, -en, d ie wie offen un d freundlich Einwanderer in einem Land em pfangen werden
W o h ls ta n d , d e r
__________ hohe r Lebensstandard, w irtschaftliche Sicherheit
Z u w a n d e ru n g , -en, d ie
Imm igration, in ein bestim m tes Land ziehen

v it a m in d e 5 9 17
G esellschaft

(FR EIH E IT UND


1 ERFOLGSDRUCK
> Junge Russlanddeutsche in Deutschland
Nadeschda Loginov und Andreas Schmidt kamen als
Kinder nach Deutschland. Geboren wurden sie noch in der
Sowjetunion. Sie gehören zu den Spätaussiedlern, oft auch
Russlanddeutsche genannt. Ihre deutschen Vorfahren waren
vor 200 Jahren nach Russland ausg ewandert. Nach dem
Ende der Sowjetunion kehrten viele Menschen mit deutschen
Wurzeln zurück nach Deutschland, um ein neues Leben zu
beginnen.

eutschland war und ist für viele Russlanddeutsche die Hoffnung auf
D eine bessere Zukunft. In der ehemaligen Sowjetunion wurden sie oft
benachteiligt. „In Deutschland wird alles besser“, hatte Nadeschda von ih­
ren Eltern gehört, bevor die Familie 1992 nach Deutschland auswanderte.
Ihr Vater, der in Russland als Tierarzt tätig war, sowie ihre Mutter, Dirigen­
tin und Klavierlehrerin, konnten viele Jahre lang ihren Beruf in Deutschland
nicht ausüben. Ihre Studienabschlüsse wurden nicht anerkannt. Mittlerweile
ist das aber möglich.

Druck von den Eltern


Am Anfang war es für die erwachsenen Russlanddeutschen in Deutschland
schwer, erfolgreich im Beruf zu sein. Deshalb konzentrierten sie sich auf
die Zukunft ihrer Kinder. „Ich weiß, dass sie das Beste für mich wollen.
Aber das setzt einen auch ganz schön unter Druck“, sagt Nadeschda. Sie
hat bereits drei Ausbildungen begonnen. Nur die letzte hat sie erfolgreich
abgeschlossen. Anerkennung habe sie dafür von den Eltern kaum bekom­
men, erzählt die 29-Jährige. Ihr Vater sagte oft: „Ich habe schon mit 14
Jahren angefangen zu arbeiten.“

Neue Freiheit
Andreas' Eltern sind da anders. Sie machten ihm klar, dass er nicht für sie
studiert, sondern für sich selbst. Die Freiheit, die seinen Eltern in der So­
wjetunion fehlte, wollten sie ihren Kindern in Deutschland bieten. Aus ih­
rem Dörfchen in Kasachstan ging die Familie 1986 nach Russland und
wanderte 1991 nach Deutschland aus. Der 31-Jährige erinnert sich an
seine Kindheit in Russland. Er wollte mit seinen Mitschülern Fußball spie­
len. Da rief ihm eins der Kinder zu: „Geh doch nach Hause, du Faschist!“
Als Andreas’ Vater die Eltern des Kindes darauf ansprach, sagten diese
nur: „Wieso? Stimmt doch!“ Als die Familie Schmidt nach ihrer Einreise
zunächst ins Aufnahmelager nach Gießen kommt, ist sie glücklich, ob­
wohl es an Platz und Geld fehlt.

WER SIN D DIE RUSSLANDDEUTSCHEN?


Viele Deutsche wanderten vor mehreren Hundert Jahren nach Osteuropa, Russland und Zentralasien aus, um dort zu le­
ben Russlanddeutsche nennt man die Nachfahren dieser Migranten in Russland. Manche von ihnen leben bis heu­
te in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind jedoch etwa viereinhalb Millionen die­
ser Menschen aus Osteuropa, Russland und Zentralasien nach Deutschland immigriert, davon drei Millionen nach 1990.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelten diese sogenannten „Spätaussiedler“ und vor allem ihre Kinder heute als sehr
erfolgreich in Bildung und Beruf. Das liegt auch daran, dass sie wegen ihrer Vorfahren problemlos einen deutschen Pass
bekommen können und teilweise schon Kenntnisse der deutschen Sprache haben.

18 v ita m in d e 5 9
Au-pair
Traumberuf gefunden
in Deutschland
Andreas nimmt eine Schallplatte in die Hand. Sie soll in den Versand gehen. Seit Ein Jahr lang in einer Familie leben.
etwa einem Jahr hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Er ist Schallplattenhänd-
Jer. Zuvor hat er Asienwissenschaften studiert und sogar eine Ausbildung zum 260 € Taschengeld
Krankenpfleger abgeschlossen. Zeitverschwendung war das nicht, erzählt er. Sei­ im Monat. Sprache,
ne Eltern haben ihn immer unterstützt. „Ich finde es gut, dass meine Eltern da Kultur und Reisen.
keinen Stress gemacht haben", sagt er.
Freunde für’s Leben
Schnell die Sprache lernen
Nadeschda erinnert sich, dass sie Deutschland zunächst nicht mochte. „Ich wer­
finden ft^ jl
Heike Hambloch
de auf keinen Fall Deutsch lernen“, hört sie sich selbst noch sagen und schmun­
zelt. Doch schon nach kurzer Zeit kann sie die Sprache besser als Russisch. Heu­
te spricht sie nur noch selten Russisch, obwohl ihr Vater mit ihr und ihren Ge­
schwistern nach wie vor nur Russisch spricht. „Papa ist nie wirklich in Deutsch­
land angekommen“, sagt Nadeschda.
Unsere Leistungen:
Zweisprachigkeit ist eine Bereicherung o Vermittlung für Au-pairs kostenlos
Zwar hat die Familie von Nadeschdas Mutter in Russland fast nur Deutsch ge­
& Gasteltern zahlen Sprachkurs
sprochen, gelernt habe sie die Sprache jedoch erst in Deutschland. „Es war ja
auch kein richtiges Deutsch, sondern ein Dialekt“, sagt Nadeschda. Und diesen & Städtereisen / Au-pair Treffen
Dialekt hat in Deutschland niemand verstanden. Anders als Nadeschda spricht <=> Familien in ganz Deutschland
Andreas auch heute noch Russisch, vor allem seit sein heute zweijähriger Sohn & Ausweis für Vergünstigungen
auf der Welt ist. Andreas möchte, dass sein Sohn zweisprachig aufwächst. Das i=> Ganzjährige Betreuung
habe allerdings nichts mit Heimatgefühlen zu tun, sagt er, sondern soll einfach
sein Leben bereichern.

Fernes Russland
Seit ihrer Einreise in Deutschland waren weder Andreas noch Nadeschda in Russ­
land. „Für Schallplatten würde ich vielleicht nach Russland fahren“, schmunzelt
Andreas. Er habe höchstens ein touristisches Interesse, aber da stehe Russland
nicht an erster Stelle. Nadeschda würde es schon interessieren, ihren russischen
Wurzeln nachzugehen. „Schon wegen des Essens dort“, schwärmt sie. Sie liebt
die russischen Torten und Süßigkeiten. „Aber die kann ich auch hier in Köln in
den russischen Läden kaufen.“ Irina Loginov

a n e rke n n e n
akzeptieren, bestätigen
A u fn a h m e la g e r, •, d a s
Ort fü r Im m igranten, die noch keine Wohnung haben
a u fw a ch se n
_____________ groS w erden, seine Kindheit verbringen
Wir führen das
a u siib e n
__________________ praktizieren, ausführen, tun RAL-Gütezeichen:
a u sw andern
B e re ich e ru n g , -en, die
em igrieren, die Heim at verlassen, ins Ausland gehen
gsn - Staatlich anerkannte und
__________ zusätzliche Erfahrung/Qualifikation, Vorteil
e h e m a lig geförderte Qualitäts­
___________________ früher, dam alig, vormalig
fe h le n , an etw . (D at.)
____________________ zu wenig/nicht haben, m angeln
sicherung in Vorbereitung,
g e lte n
angesehen/betrachtet werden Betreuung und Vermittlung
Händler, der
Verkäufer, Geschäftsmann von Au-pairs
in den Versand gehen
_____________ _____________ _____ verschickt werden - neutral kontrolliert, zum
K ranke npfleger, der
jm d ., d e r sich um Kranke küm m ert, Sanitäter
lie g e n , an etw. (Dat.)
Schutz der Au-pairs
seine Ursache in etw. haben, durch etw. begründet sein
N a ch fa h re , -n, d e r
_________ Nachkom m e (Kind, Enkel, Urenkel usw.), Erbe
nachgehen, einer Sache (Dat.) hier: erforschen, sich m it etw. beschäftigen
S c h a llp la tte , -n, die
Vinyl, Tonträger, Vorgänger d e r CD - t - X (Si^ MLocu
schm unzeln
lächeln, lautlos lachen
schw ärm en
sehr g u t über etw. reden, bewundern, glorifizieren
unter Druck setzen, jmdn. (Akk.) jm d n . drängen/zwingen, etw. zu tun
Vorfahr, -en, der
W urzel, -n, die
Angehöriger einer früheren Generation (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern)

___________________ hier: Herkunft, Ursprung


www.au-pairs.de
Z e itv e rs c h w e n d u n g , -en, die
Zeit verlieren/sinnlos verbringen Heike Hambloch
Dompfaffenweg 12
50829 Köln
Tel.: 0049 221733030
ham bloch@ au-pairs.de

i
ffT O H

GUTE IDEE - DOPPELT HELFEN


Christine Bleks und Mustafa Tazeo§lu möchten den
Menschen im Duisburger Stadtteil Marxloh gleich dop­
pelt helfen: Studenten und jungen Leuten wollen sie *
kostenlos Wohnraum zur Verfügung stellen, wenn sie
Kinder aus dem Stadtteil beim Lernen unterstützen.
Momentan sind die Gründer des Projekts noch dabei,
kostenlosen Wohnraum zu finden. Aber im Frühsom-
2014 sollen die ersten Teilnehmer des Projekts
einziehen und die Kinder in Marxloh unterstützen

CHANCENGLEICHHEIT R P
> Das P rojekt „Tausche Bildung fü r W ohnen“
Das Projekt „Tausche Bildung für Wohnen“ im Wie entscheidet ihr, welche Kinder betreut werden sol­
Duisburger Stadtteil Marxloh hilft gleich doppelt: len?
Es stellt Studenten kostenlos Wohnraum zur Es sollen vornehmlich Marxloher Kinder zwischen 6 und 12
Verfügung, wenn sie Kinder aus dem Stadtteil Jahren sein. Sie kommen aus Haushalten, die staatliche
beim Lernen unterstützen. Im Interview erzählt die Transferleistungen beziehen. Wir sind kein Migranten- oder
Mitgründerin Christine Bleks von ihrem Projekt. Integrationsprojekt, sondern eine Initiative, die sich gegen
die vielfältigen Folgen von Armut richtet. Es geht um die För­
Welches Ziel hat das Projekt? derung von Chancengleichheit.
Wir bieten kostenlosen Wohnraum für junge Menschen an,
die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen oder studie­ Was sind die größten Schwierigkeiten für das Projekt
ren. Die jungen Leute übernehmen im Gegenzug eine Paten­ momentan?
schaft für Kinder des Stadtteils Duisburg-Marxloh. Sie be­ Das Schwierigste für uns ist es nach wie vor, unseren Lg;
treuen die Kinder beim Lernen, bei Kultur- und Freizeitaktivi­ bensunterhalt zu verdienen. Wir haben zwar bereits eine
täten. So werden sie Vorbilder der Kinder und ihrer Familien. ganz ansehnliche Summe durch Unterstützer und Preise be­
Außerdem entsteht mit dem Zuzug der Studenten ein gebil­ kommen können, dennoch reicht das Geld nicht, um davon
detes Milieu im Stadtteil. Das fördert die soziale Durchmi­ zu leben. Wir können es uns (noch) nicht leisten. Vollzeit am
schung und das Verständnis auf beiden Seiten. Projekt zu arbeiten, obwohl dies eigentlich nötig wäre.

Warum entsteht das Projekt gerade in der Wie haben die Einwohner in Marxloh das Projekt
westdeutschen Stadt Duisburg? „Tausche Bildung für Wohnen“ aufgenommen?
Der Duisburger Stadtteil Marxloh hat 17 500 Einwohner. Da­ Da das Projekt noch nicht richtig gestartet ist, haben wir
von haben 23 Prozent keine Arbeit, mehr als 34 Prozent be­ noch keine Informationen darüber. Man kennt uns aber von
ziehen Leistungen vom Staat und 60 Prozent haben einen anderen Projekten in Marxloh. Wichtig ist, dass mein Pro­
Migrationshintergrund. Dennoch lebt die Zukunft Duisburgs jektpartner Mustafa Tazeoglu in Marxloh aufgewachsen ist
in diesem Stadtteil. Knapp 30 und dadurch
Prozent der Einwohner dort n " cn
A rm u t, die
groß, hoch, beträchtlich viele Leute
Geldnot, Geldmangel
sind unter 19 Jahre alt. Diese b e tre u e n
kennt. Deshalb
sich küm m ern, sorgen
urbane Mischung ist die e in la s s e n , s ich , a u f etw. (Akk.) ist unser Projekt
wagen, riskieren
Grundlage des Projekts. E n gagem ent, das
hier: Aktivität, Teilnahme, M itwirkung
glaubwuidig.
Folge, -n, die
Resultat, Wirkung
Nach welchen Kriterien fö rd e rn
unterstützen, helfen Das Interview
g la u b w ü rd ig
sucht ihr die Paten für die vertrauensvoll, verlässlich führte Stefanie
H a u s h a lt, -e, der
Kinder aus? hier: Familie Mnich.
L e b e n s u n te rh a lt, der Geld, das m an zum Leben/Existieren braucht
Die wichtigsten Kriterien sind le is te n , s ic h
hier: finanziell m öglich m achen/organisieren
eine starke Persönlichkeit und L e is tu n g e n beziehen finanzielle und m aterielle Hilfe vom Staat bekommen
der Wille, gich auf Unbekann­ M ig ra tio n s h in te rg ru n d , -“ -e, der familiäre Wurzeln: z.B. die Eltern kom men aus dem Ausland
tes einzulassen. Natürlich M ilie u , -s, das
hier: Gesellschaftsklasse, Bevälkem ngsgm ppe
müssen die Teilnehmer den P a te n s c h a ft, -en, die
Förderer/B erater/M entor von jm dm . sein
V o rbild, -er, das
Wunsch nach sozialem Enga; Beispiel, Modell, M uster
zur V e rfü g u n g s te lle n
gement haben und diesen Zuzug, - “ -e, der
hier: geben, leihen, überlassen
hier: Zuwanderung, Einreise
auch realistisch einschätzen.

20 v it a m in d e 5 9
In und Out

AKTUELLE TRENDS IN
DEUTSCHLAND
Was liegt gerade in Deutschland im Trend? Und
welche Dinge sind gerade nicht so angesagt?
Jarbara Wittmann aus der bayerischen
REGIONALES ESSEN I Studentenstadt Regensburg hat
Die Deutschen achten sehr darauf, | Antworten auf diese Fragen.
wie ihr Essen produziert wird. Noch J Über die neuesten Trends in
wichtiger als Bio-Produkte ist vielen, ' Deutschland schreibt sie in der
dass die Nahrungsrrijttgl aus ihrer Reg) ' Rubrik „In und Out“.
kommen. Damit unterstützen sie die
Landwirte i ihrer Gegend. Und es ist gut
für das Klima, wenn das Essen nicht weit transportiert
GEL-FRISUREN
In den 1990er-Jahren waren Frisu­
werden muss. y ' ren mit viel Gel in den Haaren bei
den Mädchen und Jungs angesagt.
ZUMBA L Das macht heute niemand mehr.
Beim Trendsport Zumba wird es den Deut- j
Jetzt tragen die Jugendlichen häu­
sehen auch im Winter warm. Zumba wur- j j
fig Frisuren mit Undercut, bei denen
de in Kolumbien erfunden und ist eine / I
die Haare an der unteren Kopfhälfte
Mischung aus Aerobic und südamerikanischen F. 1
sehr kurz geschnitten werden.
Tänzen. Der Sport wird inzwischen in fast allen L / j
deutschen Fitnessstudios angeboten. !• I
GRÜNE WEIHNACHTEN
RUCKSÄCKE \ ) Weihnachten 2012 war es in
Deutschland warm. Man konn­
r , • I in den letzten Jahren waren bei U /
j
\ Frauen große Taschen in, zum te an Heiligabend in Straßencafes
\ Shoppen oder für die Arbeit. Prak- L J sitzen. Anstatt Schneemänner zu
tische Rucksäcke haben nur noch bauen, spielten die Kinder auf der
Schulkinder getragen. Jetzt wird der grünen Wiese. Viele wünschen sich dieses Jahr deswegen
Rucksack mit stylischen Farben und MjUS; wieder klassische „weiße“ Weihnachten mit viel Schnee.
^ern wieder zum Trend. Im Rucksack hat
man viel Platz und er ist außerdem gut BILLIG-FLEISCH
Nach Skandalen um billig produ­
h - —----------für den Rücken.
ziertes Fleisch, das mit Antibioti­
ka angereichert war, wollen viele
WHATSAPP f aA Deutsche kein Fleisch mehr aus
Die deutschen Jugendlichen verschi- f 1
Massentierhaltung essen. Sie
cken fast keine SMS mehr. Der Grund ist \ M
kaufen lieber teures, aber dafür
das Programm WhatsApp. Jeder, der ein
hochwertigeres Fleisch. Generell
Smartphone hat, kann damit über das
Internet kostenlos Nachrichten oder Bilder verschicken. ist der Fleischkonsum in Deutschland in den letzten Jah­
ren gesunken.
Über WhatsApp werden pro Tag weltweit über 17 Milliar­
den Nachrichten verschickt.
REISEKARTEN
m odem , in Mode, aktuell
Seitdem es Navigationssys­
angesagt
hinzu fugen, füllen m it etw. teme für Autos gibt, sind
aufhören zu arbeiten, aussetzen, nic h t m ehr funktionieren Reisekarten überflüssig ge­
a u s fa lle n
sich ausdenken, ausarbeiten worden. Früher lag in fast
G e g e n d , -e n , d ie
jedem Handschuhfach ein
sehr gut, erstklassig, hervorragend
Autoatlas. Heute haben
Bauer,: Farmer
alle ein Navi. Das ist aller­
landw irtschaftlicher Betrieb m it extrem vielen Tieren
M a s s e n tie rh a ltu n g , -e n , die
Dekor, Verzierung, Aufdruck, Ornament
dings auch riskant, denn
M u s te r, das
Meldung, Inform ation, Neuigkeit das Gerät kann jederzeit
N a c h ric h t, -e n , die
Lebensm ittel; Essen und Getränke ausfallen.
geringer werden, fallen, zurückgehen
s inken
nutzlos, sinnlos, unnötig

Fläche/Platz/Feld (m it grünem Gras bewachsen)


Zusammengestellt von Barbara Wittmann
W ie s e , -n , die

v ita m in d e 5 9 21
Jugend

SCHI NE TAGE
> W ie fe ie rt m an
W eihnachten und Silvester?
Wie feiern die jungen Deutschen Weihnachten mit
Weihnachten und Silvester? vitamin de T
der Patchworkfamilie
wollte es wissen und befragte junge Ich werde Weihnachten
Leute in der deutschen Hauptstadt höchstwahrscheinlich mit
Berlin, was sie an den Feiertagen zum meiner Familie in Berlin ver­
Jahreswechsel machen. bringen. Wir sind eine große
Patchworkfamilie und im Laufe der
Feiertage sehe ich alle Familienmit­
V- .N
glieder wieder. Heiligabend verbringe ich
mit meinem Vater, dessen Freundin und ihren
drei Kindern. Wir singen gemeinsam und gehen
Weihnachten vor der Bescherung in die Kirche. Für Silvester
mit der Familie habe ich noch keine Pläne. In Berlin ergibt
Weihnachten feiere ich sich aber immer etwas.
mit meiner Familie: Das Paul Kaliza, 18 Jahre
sind meine Eltern, mein Bru-
> der und meine Schwester, die ge­
rade ein Freiwilliges Soziales Jahr in
Chile macht, aber Weihnachten wieder bei

B
Gr°- • ' »
uns ist. Zwei Tage vor dem Fest stellen wir einen Tannen ßes Fami- / " *\ ‘
baum auf und schmücken ihn gemeinsam. Heiligabend lientreffen
gehen wir um 16 Uhr in die Kirche, vorher gibt es Tee Über die Weihnachts­
und Kuchen. Nach der Kirche gehen mein Bruder, mei­ ferien kommt meine
ne Schwester und ich raus, bis es die Geschenke Schwester wieder nach Hause,
gibt. Wir werden zur Bescherung gerufen und es­ die für ein Jahr in England zur Schu­
sen Pate. Den Abend lassen wir mit einem le geht. Wir schlagen unseren Baum selbst, in der Re­
Glas Wein ausklingen. gel gemeinsam mit unseren Freunden in Brandenburg. An
Leo Kothe, 17 Jahre Heiligabend gibt es Geschenke und Fleischfondue. Wir sind
17 Leute in der Familie. Wir sehen uns alle über die Weih­
nachtsfeiertage wieder. Silvester ist eher unorganisiert:
Es gibt keinen Plan und wir lassen uns treiben. Bis­
her sind meine Freunde und ich immer um Mit­
ternacht auf irgendeinem Dach gelandet. Na­
türlich haben wir auch ordentlich Raketen
dabei.
Konrad Schlaich, 18 Jahre

beenden, enden lassen

aus/osen. ausspielen, den Zufall entscheiden lassen, wer etw. m acht


M o m e n tz u W e ih n a c h te n , in dem m an Geschenke bekom m t und auspackt
----------------------------------------- hier: passieren
voraussichtlich, ziemlich sicher

Familie m it eigenen Kindern und Kindern aus früheren Ehen


hier: abschneiden, absägen, fallen

sich ohne ein bestim m tes Ziel fortbewegen


ohne tierische Produkte
präsentieren, zeigen

e, d e r Versam m lung in der Kirche an W eihnachten, Andacht, Predigt

22 v ita m in d e 5 9
Netzwerk
Deutsch als Frem dsprache
K u rs- und Arfceitshuch

Mit B1
komplett!
Das Lehrwerk für den
modernen Unterricht:
intuitives Lernen,
authentisches
Kommunizieren und
flexibles Unterrichten!
Kurs- und Arbeitbuch,
Teil 1 + DVD + 2 Audio-CDs
978-3-12-605014-2

Zusammengestellt von Johanna Kleibl

Langenscheidt Klett
Kunst

GEMALTE
GESCHICHTE
> Die M a le rfa m ilie Cranach
Es ist ein kleines Wunder, dass diese Hochzeit
stattfinden kann. Das Brautpaar wird in fast
ganz Europa gesucht. Der von der Kirche
verstoßene Reformator Martin Luther heiratet
am 13. Juni 1525 die aus einem Kloster
geflohene Nonne Katharina von Bora. Trauzeuge
ist der berühmte Maier Lucas Cranach der
Ältere. Im 16. Jahrhundert schrieb Martin
Luther im kleinen Städtchen Wittenberg große
yüjj Ciaivxn
Hetnncfts Oes
Geschichte. Lucas Cranach wurde mit seinen
H e 'iO ß '’ * * * Gemälden zu einem der wichtigsten Zeugen
dieser Epoche.

eit 1505 lebte Lucas Cranach schon in Wittenberg an der Elbe. Kurfürst Friedrich der
S Weise hatte die Stadt zu seiner Residenz gemacht und eine Universität gegründet.
Seitdem zog Wittenberg viele frei denkende Menschen an: 1507 kam Luther, später der
Reformator und Kirchenkritiker Philipp Melanchton. Cranach porträtierte sie alle. 1517 ver­
öffentlichte Luther hier seine 95 Thesen, die die Welt verändern sollten. Wittenberg war für
einen Augenblick zum Mittelpunkt der Geschichte geworden.

Lucas Cranach der Ältere


Cranach war 1505 vom Kurfürsten als Hofmaler angestellt worden. Er reiste zudem im di­
plomatischen Auftrag und malte dabei viele Porträts. Dabei entstand unter anderem ein
Porträt der deutschen Kaiserfamilie. Nebenbei hatte er einen Weinausschank, eine Apo­
theke, einen Buch- und Papierhandel sowie einen Verlag, in dem er Texte von seinem
I Freund Luther veröffentlichte. Und er machte eine politische Karriere. 1509 kam er in
den Rat der Stadt und war zwischen 1537 und 1544 mehrmals Bürgermeister von Wit­
tenberg. Natürlich malte er weiter fleißig: Porträts, christliche Motive, Altarbildnisse, Akte
nach antiker Mythologie. Die legendäre Bibelübersetzung von Luther wurde von Cranach
illustriert. Auf seinem Grabstein steht: „der schnellste Maler“.

Lucas Cranach der Jüngere


Lucas Cranach der Jüngere, in Wittenberg geboren, führte die malerische Arbeit seines
Vaters fort. Er wurde ebenfalls eine wichtige Wittenberger Persönlichkeit. Seit 1549 war
er Ratsnrtglied und wurde 1565 Bürgermeister. Die sächsischen Kurfürsten residierten
Lucas C ranach d e r Ä lte re : Torgauer A lta r
jetzt woanders. Luther war 1546 gestorben. Aber die historischen Umbrüche, die in Wit­
tenberg begonnen wurden, hatten sich längst über ganz
a n s te lle n
hier: Arbeit geben, engagieren, beschäftigen Europa ausgebreitet. Und die Gemälde der Cranachs
anziehen hier: attraktiv sein fü rjm d n ., anlocken, faszinieren
a u s b re ite n , sich
hatten kunsthistorische Maßstäbe gesetzt.
expandieren, verbreiten, sich ausdehnen
beg rab en
beerdigt, tot im Grab
B ra u tp a a r, -e, das
Frau und M ann bei der Hochzeit
Mensch im Mittelpunkt
fo rtfü h re n
weiterm achen, fortsetzen
Wittenberg liegt heute im Bundesland Sachsen-Anhalt.
g e lte n
angesehen/betrachtet werden Dem älteren Cranach hat die Stadt ein Denkmal gewid­
G ra b ste in , -e, der
M onum ent a u f dem Grab met, der jüngere liegt in der Wittenberger Stadtkirche be­
im A u ftra g
von jm dm . eine Arbeit/Aufgabe bekommen graben. Ihre Gemälde sind heute über die ganze Welt
M a ß s tä b e setzen
hier: etw. Neues/Großartiges schaffen
N onne, -n, die
verteilt. Die Cranachs gelten gemeinsam mit Albrecht
Ordensschwester, Frau im Kloster
R a ts m itg lie d , -er, das
Dürer als die wichtigsten deutschen Maler der Renais­
M itarb eiter der Regierung einer Stadt
T rauzeuge, -n, der
Freund, d e r bei d e r Hochzeit dabei ist
sance. „Renaissance" heißt auf Deutsch „Wiedergeburt“.
U m bruch, - “ -e, der
Wechsel, Veränderung, Revolution Gemeint ist die Wiedergeburt des antiken Ideals, das den
Verlag, -e, der eine Firma, die Bücher und Zeitschriften h e ra u s g ih t/p u h li^ rt Menschen in den Mittelpunkt des Denkens und der Kunst
v e rö ffe n tlic h e n
publizieren, bekannt m achen stellt. Das lässt sich an den Bildern der Cranachs gut er­
v e rsto ß e n
ausgeschlossen, geächtet, gebannt kennen. Dennis Grabowsky
W e in a u ssch a n k, der
Weinlokal, W einrestaurant, W einverkauf
Z eu g e , -n, der
jm d ., der dabei war; Beobachter

24 v ita m in d e 5 9
Europa

GOLDENES
MITTELEUROPA
> Nachbar Tschechien
ln der Mitte Europas, östlich von
Deutschland, zwischen Polen
und Österreich, liegt Tschechien.
Über zehn Millionen Menschen
leben in dem Land. Es umfasst
die drei Regionen Böhmen,
Mähren und den tschechischen
Teil Schlesiens. Tschechien
ist eine parlamentarische
Demokratie und heißt offiziell
Tschechische Republik.

T schechien gehörte von 1918 bis 1993 zur Tschechoslowa­


kei. Dann teilte sich diese in die Tschechische und die Slo­
wakische Republik. Seit 2004 ist Tschechien Mitglied der Eu­
ropäischen Union. Die Landeswährung ist aber nicht der Euro,
sondern die tschechische Krone. Das Land verfügt über wunder­
schöne Landschaften und zahlreiche historische Städte. Prag
ist eine der ältesten und schönsten Hauptstädte Europas. Die
tschechische Kultur und Traditionen sind faszinierend, tschechi­
sche Spezialitäten auf der ganzen Welt beliebt.

Prager Fenstersturz PRAG, DIE GOLDENE STADT


Tschechien hat eine lange Geschichte. Böhmen war lange Zeit Prag ist die Hauptstadt und mit 1,2 Millionen Einwoh­
Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Der deutsche König nern die größte Stadt Tschechiens. Durch die Stadt
und spätere Kaiser Karl IV. lebte im 14. Jahrhundert in Prag. Ein fließt der Fluss Moldau. Prag wird auch die „Goldene
wichtiges Ereignis für ganz Europa war der Prager Fenstersturz Stadt“ genannt, weil die vielen Türme in der Sonne gol­
1618. Weil damals viele Protestanten mit dem katholischen Kai­ den glänzen. Die historischen Gebäude stammen aus
ser unzufrieden waren, warfen sie drei seiner Mitarbeiter aus ei­ der Epoche des Barocks und der Gotik. Sehenswert ist
nem Fenster der Prager Burg. Damit begann der böhmische Auf­ die Prager Burg, auch „Hradschin“ genannt, mit dem
stand gegen den Kaiser und so der Dreißigjährige Krieg. 1938 Veitsdom. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Alt­
und 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht das Land und rpejt städter Ring und die Karlsbrücke über die Moldau. In
es während der Zeit des Zweiten Weltkrieges besetzt. Heute sind Prag steht außerdem die älteste Universität Mitteleuro
beide Länder gute Nachbarn, aber die Ereignisse aus der Kriegs­ pas, die Karls-Universität. Sie wurde 1348 gegründet.
zeit belasten ihre Freundschaft manchmal. Seit 1992 gehört das historische Zentrum von Prag
Fotos: C. Löser/wikimedia (Karlsbrücke), Carmelo Bayarcal (Prager Rathausuhr)

zum UNESGO-WoHerbe.
Kultur und Spezialitäten
Tschechien besitzt einmalige Kunstdenkmäler und Bau­
werke der europäischen Kultur. Prag begrüßt jährlich A u fs ta n d , - “ -e, der
Rebellion, Revolution
Millionen von Touristen. Auch viele bekannte Persön­ b e la s te n
stören, gefährden
besetzt halten
lichkeiten lebten und arbeiteten hier. Einer der berühm­ erobern, okkupieren
besitzen
testen ist der deutschsprachige Schriftsteller Franz haben
brauen
Kafka (1883 - 1924). Aber auch kulinarische Be­ d e ftig
B ier produzieren/herstellen
hier: würzig, kalorienreich
rühmtheiten kommen aus Tschechien: In Böhmen gibt E re ig n is , -se, das
Erlebnis, Geschehen, Episode
es sehr guten Hopfen. Damit braut man zum Beispiel in faszinierend
außergewöhnlich, großartig
der Stadt Pilsen das weltbekannte Pilsener Bier. Die Gewürz, -e, das
pflanzliche Substanz m it besonderem Aroma
tschechische Küche ist deftig. Beliebt ist der Schwei­ H o pfe n, der
______________ Pflanze z u r Produktion von Bier
K n ödel, der
nebraten mit Sauerkraut und den leckeren böhmischen Kugel, die aus Teig hergestellt wird
M itg lie d , -er, das
Knödeln. Ein häufig verwendetes Gewürz ist Kümmel. ____________Angehöriger einer Organisation
S a u e rk ra u t, das
Als Dessert gibt es köstliche Süßspeisen aus Mehl. s ta m m e n , aus etw. (D at.)
klein geschnittener und konservierter Weißkohl
herkom m en, hervorgehen, seinen Ursprung haben
Antonia Friemelt ü b e rfa lle n
angreifen, attackieren, einmarschieren
u m fa s s e n
haben, bestehen aus etw., enthalten
verfügen, über etw. (Akk.)
haben, besitzen

vitamin d e 59 25
Tradition

LECKERE
FEIERTAGE
> W as isst m an in Deutschland
an W eihnachten
Weihnachten ist in Deutschland das
wichtigste Fest des Jahres. Daher wird
viel Wert auf besonderes Essen gelegt.
Oft kommt an Heiligabend (24.12.) und
an den Weihnachtsfeiertagen (25. und
26.12.) die ganze Familie zusammen.
Da in Deutschland alle Supermärkte an
Weihnachten geschlossen sind, muss
man rechtzeitig planen, was man alles
einkaufen, kochen und backen möchte.

n Deutschland gibt es verschiedene typische Weihnachtsessen. Katja ist 15 und


I kommt aus Hamburg. Bei ihr und ihrer Familie gibt es an Weihnachten traditionell
Gänsebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen. Alle müssen beim Kochen mithelfen.
Weil es abends ein großes Essen gibt, essen Katja und ihre Familie mittags nur eine
Kleinigkeit: Milchreis, in dem eine weiße Mandel versteckt ist. Wer die Mandel findet,
der hat bis zum nächsten Weihnachtsfest Glück in seinem Leben.

Einfach und gut


In anderen Familien gibt es an Weihnachten Kartoffelsalat und Würstchen. Das war
REZEPT früher vor allem ein Essen für die Familien, die wenig Geld hatten. Heute ist es sehr
So könnt ihr Bratäpfel machen: beliebt, weil man den Kartoffelsalat gut vorbereiten kann und dann am Weihnachts­
Man nimmt pro Person einen Ap­ tag weniger Zeit mit Kochen verbringen muss.
fel und entfernt mit einem Apfel­
stecher das Kerngehäuse. Dann Erst fasten, dann feiern
bereitet man die Füllung vor: Rosi­ Ein anderes traditionelles Weihnachtsessen ist der Weihnachtskarpfen. Die Advents­
nen, gehackte Mandeln oder Nüs­ zeit war im Mittelalter Fastenzeit. Deshalb ist es auch heute noch so, dass es in vie­
se und ein wenig Zucker mischen. len Familien erst am 25. Dezember ein besonderes Essen gibt. Der 24. Dezember
Man nimmt ein Stück Marzipan, war der letzte Fastentag. Fleisch durfte nicht gegessen werden, aber Fisch, wie der
um von unten das Loch im Ap­ Karpfen. Um das Ende des Fastens zu feiern, gab es am 25. Dezember dann
fel zu verschließen, füllt mit einem Schweine- oder Gänsebraten.
Löffel die Füllung in den Apfel und
verschließt das obere Loch wieder Flüssige Köstlichkeit
mit Marzipan. Die Äpfel bei 180 Aus der Schweiz kommt das Käsefondue. Es wird besonders in der kalten Jahreszeit
bis 200 Grad etwa 25 Minuten im und deshalb auch zu Weihnachten gegessen. Auch dieses Gericht geht auf die Fas­
Backofen braten. Man kann sie tentradition zurück. Die Mönche mussten sehr streng fasten und durften während
mit Vanillesauce oder Vanilleeis der Fastenzeit keine feste Nahrung zu sich nehmen. Indem sie Käse in einem Topf
servieren. schmolzen, konnten sie etwas Nahrhaftes essen, ohne gegen die Fastenregeln zu
verstoßen. Darum wird auch das Käsefondue gerne am 24. Dezember gegessen.
Man tunkt Brotstücke auf einer Gabel in einen Topf
e n tfe rn e n
hier: wegmachen, säubern voll geschmolzenen Käses. Ein sehr leckeres und ge;
fa s te n
eine Z eit lang kein Reisch essen
G ä n se b ra te n , der
selliges Essen, da alle zusammen am Tisch um einen
gebratene Gans
gehackt Topf herum sitzen und essen.
zerkleinert, in kleine Stücke zerteilt
g e s e llig
kommunikativ, kontaktfreudig
K a rto ffe lk lo ß , -"-e, der
Kugel, die aus Kartoffeln und Teig hergestellt wird Süße Weihnachtszeit
K e rn g e h ä u se , da s
die M itte eines Apfels: das, was m an nic h t isst In Deutschland gibt es ein Rätsel: „Kinder, kommt
K ö s tlic h k e it, -en, die
Delikatesse, etw. Leckeres und ratet, was im Ofen bratet!“ Könnt ihr raten, was
M itte la lte r, das -MOrnc M is c h e n Antike und Neuzeit (6. bis 15 . Jahrhundert)
gemeint ist? Es ist der Bratapfel, ein typisches Weih­
M önch, -e, der
______________ Mann, d e r im Kloster le bt; O rdensbruder
N a hru ng, d ie
nachtsgericht. Äpfel werden dafür mit Rosinen und
Essen
schm elze n Nüssen gefüllt und im Ofen gebraten. Bratäpfel sind
etw. Festes flüssig m achen
eintauchen
ein leckerer Nachtisch.
W e rt le gen, a u f etw . (A kk.)
achten, A ufm erksam keit schenken Lotta Schneidemesser
z u rü ckg e h e n , a u f etw . (Akk.) hier: seine ursacne naben, stam m en aus etw.

26 v ita m in d e 5 9
««CH

„ . m E R IN B E W EG U N G

www, vitam inde.de


A lle s a u f e in e n K lic k !

vitamin de

v ita m in d e v ita m in d e
vitam in de

z u : W attwalt b e k a n n t - Da* B u n d e t la n d B a y e rr

Auaort» Hr 3?, Saia8-1*


In dar panzen Win karnl man bayerische Kultur und Tradt
oft a ll typisch diutgch anpesahan atamman aber aus B f
grflßte daulscha Bundieland und hat dii ZwailprflQti Eli'

A r b e lt s b lS a e r . Ü b u n g e n fü r d a i D S D I

Aulgaben zum LaaM istahin, Sprichan und Schfeiban


weltweit

Leseproben A rb e itsb iä tte r Abonnem ent


aus vitam in de und H ö rtexte aus Bestellen und Bezahlen von
» Landeskunde v itam in de vitam in de im Internet:
» Jugend und Freizeit » für den D eutschunterricht » per Kreditkarte
» Schule und Studium » kostenlos herunterladen » per PayPal
» Leben » per Überweisung
BESONDERES
FUSSBALLTALENT
> Nelson Oceano aus B erlin
Nelson Oceano Schultz-Fademrecht
ist eines von Deutschlands
Nachwuchstalenten im Fußball. Er
hat gute Chancen, in den nächsten
Jahren ein Profifußballer zu werden.
Zurzeit spielt er in der Altersklasse
U16 des Berliner Vereins Hertha
BSC und ist im U15-Kader des
Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Vier
Länderspiele hat der 15-Jährige schon
als Kapitän bestritten.

„Ein guter Fußballer braucht Disziplin, aber der Spaß steht Kleidung und Schuhe und sogar ein monatliches Gehalt.
an erster Stelle. Ohne Freude am Spiel kommt man nicht Man merkt, dass hier der Leistungsfußball beginnt. Der
weit“, erzählt Nelson am Spielfeldrand der Sportanlage Spaß bleibt, aber es wird auch ernster. Jetzt wird einfach
Jungfernheide in Berlin. Hier trainiert er fast jeden Morgen eine gewisse Leistung vorausgesetzt“, erzählt der Sportler.
zusammen mit seinen Mitschülern von der Poelchau-Ober-
schule im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Diese Eliteschu­ Schule nicht aus dem Blick verlieren
le für junge Leistungssportler ist eine von dreien dieser Art in Momentan dreht sich in Nelsons Alltag alles um den Fuß­
Berlin. ball. Dreimal in der Woche trainiert er vormittags in der
Schule, an drei Abenden bei Hertha. Außerdem finden am
Fußballbegeistert seit der Kindheit Wochenende oft Spiele statt. Nelson ist mit seiner Mutter in
Schon seit seiner frühen Kindheit ist Nelson begeistert vom die Nähe der Schule gezogen. So muss er nicht mehr so
Fußball. Als er vier ist, schenkt ihm sein Vater einen Ball lange durch die Stadt fahren. Seine Woche ist durchstruktu­
und bringt ihm Tricks bei. Mit fünf nimmt er an einem Fuß­ riert wie ein Traininasolan. Sich spontan mit Freun­
ballcamp teil und tritt als Siebenjähriger dem Verein FC den zu treffen ist nicht so einfach möglich. Trotz­
Hertha 03 Zehlendorf bei. „Mit acht war mir klar, dass dem findet Nelson es wichtig, neben dem
ich den angefangenen Weg weitergehen und Profi Fußball noch andere Interessen zu haben. So
werden möchte", berichtet Nelson. Erzieht um und beschäftigt er sich mit brasilianischer Musik,
wechselt zum Jugendfußballverein SV Empor. In sei­ spielt Klavier und nimmt sich, wann immer
ner damaligen Schule, die keinen sportlichen es möglich ist, Zeit für seine Freunde. Trotz
Schwerpunkt hat, darf Nelson nur an bestimmten aller Begeisterung für den Sport verliert
Tagen Fußball spielen. Umso mehr konzentriert er Nelson auch die Schule nicht aus dem
sich in der Freizeit auf seinen Lieblingssport. Er trai­ Blick. „Viele setzen auf nur eine Karte, aber
niert dreimal in der Woche und schafft es schließlich das ist riskant. Man weiß nie, ob es mit
in die Berliner Auswahl. der Fußballkarriere wirklich
klappt. In der Regel spielt
Schritt Richtung Profikarriere man nur zehn Jahre lang
Nach der 6. Klasse wechselt Nelson auf wirklich hohem Ni­
auf die Poelchau-Oberschule. Die veau.“ Nelson möchte
Eliteschule kombiniert intensives auf jeden Fall das Abi­
Training und normalen Schulun­ tur machen, um später
I
terricht. Zwei Jahre später be­ auch außerhalb der
I ginnt der Schüler, beim er­ Fußballwelt einen gu­
folgreichen Verein Hertha ten Beruf zu finden.
BSC Fußball zu spielen. Seine Eliteschule
Das ist ein weiterer hilft ihm dabei, an
wichtiger Schritt Rich­ beiden Zielen
tung Profi karriere. gleichzeitig zu ar­
„Bei Hertha werde beiten.
ich noch mehr ge­ Jo h a n n a Kleibl
fördert, bekomme

v ita m in d e 5 9
DIE FÜNF GRÖSSTEN
SPORTARTEN IN Deutscher Alpenverein
DEUTSCHLAND
NACH ANZAHL DER
VEREINSMITGLIEDER Deutscher Schützen-Bund

Deutscher Tennis-Bund

Deutscher Turner-Bund

Deutscher Fußball-Bund
Anzahl in Millionen

VOM HOBBYFUSSBALLER BIS Z U M PROFI Forderung auf allen Ebenen


Fußball gehört traditionell zu den beliebtesten Mannschafts­ Die Basisförderung beginnt in den Amateurvereinen, aber
sportarten in Deutschland. Der Deutsche Fußball-Bund auch in Kindergärten und Schulen. Kinder sollen an den
(DFB) zählt über 6,8 Millionen Mitglieder. Im Jugendbereich Sport herangeführt und gefördert werden sowie Spaß an der
gibt es insgesamt 92 706 Jungen- und 7 329 Mädchen­ Bewegung entdecken. Die nächste Stufe ist die Talentförde­
mannschaften. Das ist eine breite Basis, um die Topspieler rung. Sie findet in den Leistungszentren, den Eliteschulen
von morgen zu finden und zu fördern. des Fußballs und in den Verbänden statt. Hier werden Ju­
gendliche gefördert, die ein besonderes Potenzial für eine
Doch vom Hobbyfußballer bis zum Profi ist es ein langer Fußballkarriere zeigen. Neben Fitness und technisch-takti­
Weg. Die Talent- und Eliteförderung des DFB soll jungen Ta­ schen Fähigkeiten müssen diese Sportler auch große Spiel­
lenten den Weg in den Spitzenfußball ermöglichen und stellt freude und eine selbstbewusste Persönlichkeit mitbringen.
sicher, dass gut ausgebildeter Nachwuchs in die Profimann­ Die Eliteförderung umfasst die außerordentlich guten Nach­
schaften nach rückt. Die Förderung des DFB gliedert sich in wuchsfußballer, die Verträge mit Vereinen eingehen und von
vier Stufen: Basisförderung, Talentförderung, Eliteförderung denen einige in den Junioren-Nationalmannschaften spie­
und schließlich den Spitzenfußball. len. Spitzenfußball bezeichnet die Bundesliga. National­
mannschaften und den internationalen Fußball. Auf dieser
Ebene verfolgt der DFB ein beson­
A m a te u rv e re in , -e, der Organisation von Freizeitsportlern; hier: Klub fü r Hobbyfußballer ders hohes Ziel: eine dauerhafte
B e rlin e r A u sw ahl, die hier: die besten Fußball spielenden Schüler in einem bestim m ten A lte r aus Berlin
Spitzenposition der deutschen
B u ndesliga, die
___________ _ _ ______________ die höchste Spielklasse im deutschen Fußball
D e utsch e F uß ball-B und, der
Mannschaften im Weltfußball.
Zusamm enschluss/Dachorganisation d e r 2 5 0 0 0 deutschen Fußbaltvereine
E lite s c h u le , -n, die Schule, a u f die besonders talentierte, begabte bzw. gute Schüler gehen
F itne ss, die
__________________ gute körperliche Verfassung
Spitzensport und
F u ß ballcam p, -s, das
Ferienlager, in dem intensiv Fußball gespielt wird Schulabschluss
h e ra n fü h re n , an etw. (Akk.) jm dm . etw. näherbringen und sein Interesse wecken Dieser Erfolg ist nur mit einer brei­
Kader, -, der
hier: Gruppe von Sportlern (Fußballern), die fü r einen W ettkam pf in frage kom men ten und intensiven Förderung der
L e is tu n g s s p o rtle r, -, der Sportler, der an nationalen und internationalen W ettkäm pfen teilnim m t
Fußballtalente möglich. So gibt es
L e istu n g sze n tru m , -Z entre n, das
_______________________ Sportzentrum, in dem professionell trainiert wird
M a n n s c h a fts s p o rta rt, -en, die
in Deutschland insgesamt 366 so­
Sportart, b e id e r m ehrere Gruppen von Sportlern gegeneinander antreten
nach rücke n genannte Stützpunkte, in denen
__________________________ aufsteigen, nachfoigen, sich anschließen
Nachwuchstalent, -e, das hier: ju n g e r Sportler m it besonderer Begabung
junge Spielerinnen und Spieler ge;
Profifugballer, der _ Sportler: der m it Fußballspielen Geld verdient sichtet und gefördert werden. Vie­
Profikarriere, -n, die
Berufsweg a/s professioneller Fußballer le der Jugendlichen entscheiden
sichten
ansehen, betrachten sich, eine der 29 deutschen Elite­
Stützpunkt, -e, der hier: Sport2entrum , in dem talentierte Sportler aus einer Region zusam m en trainieren
schulen des Sports zu besuchen.
Talent- und Eliteförderung, -en, die __________________________ Unterstützung der besten Fußballer
technisch-taktische Fähigkeit, -en, die
Dort werden sie nicht nur ideal
hier: Wissen, wie m an sich strategisch g u t a u f dem Spielfeld bewegt
Topspieler, -, der sportlich gefördert, sondern berei­
einer d e r allerbesten Spieler
Trainingsplan, -•-«!, der genauer A b lauf des Trainings; Trainingsprogramm
ten sich gut abgestimmt mit ihrem
Trick, -s, der
hier: überraschende Technik im Fußball Training auf einen Schulabschluss
U16 Abkürzung fü r .u n te r 1 6 Jahre n ", eine von insgesam t sieben Altersklassen beim Fußball vor. Johanna Kleibl
Verband, " e, der hier: Zusamm enschluss von m ehreren Vereinigungen, Vereinen oder Klubs

v ita m in d e 5 9 29
P olitik

U l 8 -W ahlen fü r
Kinder und Jugendliche
Den Deutschen Bundestag, so heißt das
deutsche Parlament, dürfen junge Menschen
erst wählen, wenn sie 18 Jahre alt sind. Ganz
schön spät, finden die Organisatoren der U18-
Wahlen. Bei diesem Projekt dürfen alle Kinder
und Jugendlichen unter 18 Jahren wählen wie bei
der richtigen Bundestagswahl am 22. September.
Sctiülef hageln eine Die U18-Wahl fand am 13. September statt.
tu. amU lf r * * '
W»WKat)|ne
Allerdings zählt ihr Ergebnis für den Bundestag
nicht.

„Aber ich darf doch noch gar nicht wählen“, wunderte sich die zehn­
U 18 jährige Tilja, als sie am 13. September vor einem U18-Wahllokal
Die Wahl für Kinder und Jugendliche
stand. Eigentlich hat sie recht. Nur volljährige Bürger dürfen alle vier
Die U18-Wahlen fanden 1996 das erste Mal
Jahre die Abgeordneten des Deutschen Bundestags wählen. Diese
statt, in nur einem Wahllokal in Berlin. Seit­
Abgeordneten treffen nach der Wahl jedoch Entscheidungen für alle
dem hat sich viel getan. 2013 waren es mehr
Bürger, also auch für Kinder. Das ist ein Grund dafür, dass seit 1996
als 1500 Wahllokale in ganz Deutschland. Fast
vor den „echten" Wahlen die U18-Wahlen stattfinden. Zwar zählen
200000 Kinder und Jugendliche haben teilge­
diese Stimmen gesetzlich nicht, aber beachtet werden sie dennoch.
nommen. Sie bekommen durch das Projekt Eirv
Die Presse berichtet viel darüber. Dadurch werden auch erwachsene
blicke in die Demokratie und können ihr Interesse
Wähler für die Interessen, Meinungen und Bedürfnisse der jungen
für Politik entdecken. Sie lernen Wahlen praktisch
Generation sensibilisiert. Sie werden daran erinnert, dass das Wahl­
kennen und wissen dann bei ihrer ersten Bun­
recht wichtig für die Demokratie ist.
destagswahl schon, wie eine Wahl funktioniert
und wie man sich politisch informieren kann. Das
Wahlen für alle
Deutsche Kinderhilfswerk, der Deutsche Bun­
Jedes Kind ab der Geburt darf an den U18-Wahlen teilnehmen. Das
desjugendring, die Landesjugendringe, Jugend­
ist aber eher symbolisch gemeint. Die Organisatoren wissen, dass
verbände und das Berliner U18-Netzwerk haben
Babys noch gar keine Parteien kennen. Größere Kinder und Jugend­
das Projekt organisiert. Das Bundesministerium
liche sind dagegen durch Familie, Schule und Medien informiert. Sie
für Familie, Frauen, Senioren und Jugend und die
haben oft eine erstaunlich feste Meinung über Politiker: „Ich finde
Bundeszentrale für politische Bildung unterstüt­
die gut, die Merkel. Ich wähle die“, meinte die 16-jährige Jasmin,
zen das Projekt finanziell.
bevor sie in die Wahlkabine ging.

Vor der Wahl


In den Wochen und Monaten vor den U18-Wahlen
fanden zahlreiche Informationsveranstaltungen
statt: Projekttage an Schulen, Infostände, Gesprä­
che zwischen Politikern und Jugendlichen. Außer­
dem hatte das U18-Team ein Heft publiziert, in dem
das Wichtigste aus den Wahlprogrammen der gro­
ßen Parteien stand. „Ich glaube, die Kinder wissen
fast noch besser als wir, was sie wählen wollen, weil
sie sich in der Schule damit beschäftigen“, meint
die schon 23-jährige Janina aus Neubrandenburg.
Sie freute sich auch über die Zusammenfassungen
Die Wahl für Kinder und Jugendliche der Wahlprogramme. Diese könne sie gut für ihre
Teilnahme an der „richtigen“ Wahl brauchen.

30 v ita m in d e 5 9
iw AH LLOKA

2 0 0 0 0 0 K inder und J u g e n d lic h e


n a h m e n an d e r U 1 8-W ah l t e il

Sonstige
Emga
B ü n d n is 9 0 /D ie G rü n e n

Die Linke

ERGEBNIS Die Piratenpartei

DER Ul 8-
WAHL
Die Kinder und
C D U /C S U
Jugendlichen, die
an der U18-Wahl
teilnahmen, wählten
folgende Parteien:

Der Wahltag ERGEBNIS DER BUNDESTAGSWAHL


Die meisten der U18-Wahllokale waren von 8 bis 18 Uhr geöff­ Am 22. September 2013 wurde das neue Parlament
net. Fast 200000 Kinder und Jugendliche haben abgestimmt. in Deutschland gewählt. Folgende Parteien kamen in
Wie bei den echten Wahlen gab es Wahlzettel, Wahlkabinen und den Bundestag:
Wahlurnen, damit die Wahlen geheim sein konnten. Die U18- CDU/CSU: 41,5 Prozent
Wahllokale waren kreativ geschmückt. Bunte Wahlurnen in allen SPD: 25,7 Prozent
Formen machten den Wahltag zu einem großen Erlebnis. Wer Zeit Die Linke: 8,6 Prozent
und Lust hatte, las sich die Parteiprogramme durch, informierte Bündnis 90/Die Grünen: 8,4 Prozent
sich im Wahllokal und machte dann seine Kreuze auf dem Wahl­
zettel. Ab 18 Uhr wurden die Zettel ausgezählt.
Zusammengestellt von Elisabeth Kirschke WAS IST DER BUNDESTAG?
Der Deutsche Bundestag ist die erste Kam­
A uge m u tn e , -ii, o e r /a ie
Parlamentarier, Deputierter, Politiker mer des deutschen Parlaments. Seine mehr
a b s tim m e n
votieren, sich entscheiden fü r etw. als 600 Abgeordneten haben verschiede­
B e d ü rfn is , -se, das
b e sch lie ß e n
_ h i e r : Lebensnotwendigkeit, Erfordernis ne Aufgaben. Zum Beispiel wählen sie die
E in b licke beko m m e n , in etw . (Akk.)
- ... _ entscheiden, einen Entschluss fassen, festlegen
Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler,
sich m it etw. bekannt machen, sich über etw. inform ieren
e n td e c k e n kontrollieren die Regierung und dürfen Vgn
_____________erkennen, erfahren
E rgeb nis, -se , da s fassungsänderungen beschließen. Der Bun­
Resultat, Ausgang, Bilanz
E rle b n is, -se, da s
hier: Ereignis, Abenteuer, Spektakel
destag wird in der Regel alle vier Jahre ge­
e rs ta u n lic h
überraschend, bem erkenswert wählt. An den Wahlen dürfen alle deutschen
g e h e im
hier: anonym , inkognito, vertraulich Staatsbürger teilnehmen, die älter als 18
g e se tzlich
Kam m er, -n , d ie
nacb dem Gesetz, juristisch, regulär sind. Bis 1970 musste man sogar 21 Jah­
hier: Volksvertretung, eine Hälfte des deutschen Parlaments
s e n s ib ilis ie re n
re alt sein, um wählen zu dürfen. Der erste
hier: Interesse wecken, au f etw. aufm erksam m achen/hinweisen
V e rfa ssu n g sä n d e ru n g , -e n , die Deutsche Bundestag wurde 1949 gewählt.
Änderung in der Konstitution/des Grundgesetzes
Bis 1999 trafen sich die Parlamentarier in
Fotos: U1 8 -Netzwerk

v o lljä h rig
erwachsen in D eutschland: ab 1 8 Jahren
w ählen
votieren, sich entscheiden; hier: einer Partei die Stim m e geben Bonn. Danach zogen sie in das Reichstags­
W a h llo ka l, -e, da s
Ort, an dem m an seine Stim m e abgibt/w ählt gebäude in Berlin. Die aktuellste Wahl fand
zählen
hier, gpnei», anerkannt wvnhyy Unhuss hetMyr am 22. September 2013 statt.

v ita m in d e 5 9 3 1
Warum lernst du Deutsch?
f l Deutsch ist an meiner Schule
ein Pflichtfach.
f f Es ist nützlich für die Karriere.
f f Deutsch finde ich schön und
interessant.

Du gewinnst einen Gutschein


für einen Sprachkurs. Welchen
Kurs machst du?
f l Keinen. Ich verschenke den
Gutschein, denn ich muss
schon genug lernen.
f f Business-Englisch oder Wirt­
schaftsdeutsch.
f f Super! Vielleicht lerne ich
Schwedisch, Arabisch oder Man­
darin.

Ein Tourist fragt: „Excuse me please,


where is the Station?“
f \ Ich glaube, er will zum Bahnhof. (Ich zeige in
die richtige Richtung)
F Ich erkläre kurz auf Englisch den Weg.
Ich gehe mit ihm zum Bahnhof und wir unterhalten
POLYGLOTT uns.

i W elcher Sprachtyp Wie lernst du neue deutsche Wörter?


f l Das ist schwierig. Ich kann rnjr Vokabeln schlecht
bin ich? merken.
Viele junge Leute lernen in der Schule Englisch. f f Ich spreche die Wörter laut und wiederhole sie oft.
Das ist heute Standard. Aber eine zweite oder f f Ich vergleiche verschiedene Sprachen. Deutsche und
dritte Fremdsprache sprechen zu können ist englische Wörter sind oft ähnlich.
auch nützlich. Spanisch, Französisch, Mandarin
und natürlich Deutsch sind beliebt. Lernst du Du machst Urlaub im Ausland, aber du sprichst die
Fremdsprachen schnell und gerne? Dann bist Sprache nicht. Wie bestellst du im Restaurant?
du ein Sprachtalent. Lernst du Englisch und f l Ich zeige auf ein Gericht in der Speisekarte.
Deutsch, weil das für die Karriere wichtig ist? f f Auf Englisch.
Dann bist du ein Pragmatiker. Oder bist du ein f f In der Landessprache. Die wichtigsten Wörter lerne ich
S prachmuffel und sprichst am liebsten nur deine schnell.
Muttersprache? Welcher Sprachtyp bist du?
Mache den Test und finde es heraus. Wähle die Wenn du eine Fremdsprache sprichst, machst du Feh­
Antworten, die zu dir passen. ler. Findest du das schlimm?
A Ja, das ist peinlich. Deshalb sage ich lieber nichts.
B Fehler sind nicht schön. Ich will eine Sprache perfekt
FRAGEN sprechen.
Nein, Fehler sind ganz normal. Wichtig ist, dass man
viel spricht.
Was bedeutet „polyglott“?
fl Das weiß ich nicht. Auf einer Party triffst du junge Leute aus Deutschland,
ff Irgendetwas mit „viel“. Italien und Russland. Wie unterhaltet ihr euch?
ff Das ist griechisch und bedeutet „viele Sprachen f l Alle tanzen. Dann muss man nicht sprechen.
sprechen“. f f Alle sprechen Englisch. So versteht jeder etwas.
f f Super! Wir sprechen alle Sprachen durcheinander. Das
wird lustig.

32 v ita m in d e 5 9
AUSWERTUNG
Welches
Welchen Buchstaben hast du am häufigsten ausgesucht?
A, B oder C?
Studium
passt zu
Sprachmuffel
Du bist ein Sprachmuffel. Fremdsprachen findest du
nicht interessant. Du lernst sie, weil du es musst.
So lernst du nur für die Schule und nicht fürs

!
Leben. Wenn du die Möglichkeit hast, eine
Fremdsprache zu sprechen, dann schweigst du
lieber. Das ist sehr schade, denn Fremdspra­
chen öffnen dir die Welt. Unser Tjpp: Mache
einen Schüleraustausch oder besuche ein
mir?
Die Suchmaschine fürs Studium
Sprachcamp. So triffst du junge Leute aus an­
ZEIT ONLINE bietet eine kostenfreie,
deren Ländern. Das ist sehr interessant, und du
beginnst, ohne Angst zu sprechen. Danach verbin­ immer aktuelle Hochschuldatenbank
dest du mit der Fremdsprache schöne Erlebnisse. mit über 16.000 Studienangeboten
an mehr als 400 Hochschulen.

Pragmatiker www.zeit.de/studiengaenge
Sprache ist für dich ein Werkzeug. Du nutzt sie,
um deine Ziele zu erreichen. Deshalb bist du ein
Pragmatiker. Englisch und Deutsch helfen dir
später im Beruf. Das Lernen ist für dich Arbeit
und kein Spaß. Aber Sprachen sind nicht nur
Jetzt
nützlich, sie sind auch schön. Unser Tipp: Ver­ finden! £
binde Lernen und Spaß. Musik, Trickfilme oder
Jugendbücher in der Fremdsprache sind ideal.
Deine Lernstrategien sind schon sehr gut! Lerne
noch eine neue Fremdsprache, die dir gefällt. Du
magst Mangas? Lerne Japanisch! Du liebst Flamenco?
Lerne Spanisch! Mit Spaß lernst du noch besser.

Sprachtalent
Herzlichen Glückwunsch! Du bist ein Sprachta­
lent. Neue Wörter und Grammatik lernst du
schnell. Und du nutzt jede Möglichkeit, eine
Fremdsprache zu sprechen. Perfektion ist dir
nicht wichtig. Du willst kommunizieren, am
liebsten mit allen Menschen auf der Welt.
Deshalb lernst du gleich mehrere Fremdspra­
chen. Unser Tipp: Mach weiter so! Bewirb
dich für Stipendien im Ausland und entdecke
die ganze Welt der Sprachen. Hilf auch schwa­
chen Schülern in deiner Klasse. Sicher bist du
auch ein guter Lehrer.
hier: gleichzeitig, gem ischt
d u rc h e in a n d e r
-5 h ie r kennenlem en, erfahren
e n td e c k e n
5 Ereignis, Geschehen, Episode
v E rle bnis, -se, da s
hier: etw. schaffen, realisieren
e rre ic h e n
ein Zertifikat, für das m an etw. bekom m t
«3 G u tsch e in , -e, der
Q lernen, im Gedächtnis behalten, nicht vergessen
m erke n, s ic h (D at.)
c unangenehm, beschämend, blamabel
o p e in lic h
ein Schulfach, das m an besuchen muss
P flic h tfa c h , -“ -er, d a s
0> _ — nicht reden, ruhig sein
schw eigen
tfl
Cp eine Person, die nicht gerne Sprachen lernt
S p rach m uffe l, . der
c Empfehlung, Hinweis, Ratschlag
CD Tipp, -s, der
E T rickfilm , -e, der
Anim ationsfilm , Rim aus vielen Zeichnungen
c
m iteinander sprechen/reden/diskutieren
u n te rh a lte n , sich

N
Instrum ent, Gerät, Hilfsm ittel
ZEITÄO NLINE
www.zeit.de
Schaupielenn Diane Knjger
*'19761 aus Niedersachsen

Diane Kruger - Die schöne Helena


Seitdem hat sie in vielen Produktionen mitgespielt, so
FILMSTARS AUS zum Beispiel in „Vermächtnis der Tempelritter“ mit Nico­
las Cage. In „Leb wohl, meine Königin!“ spielte sie Köni­
DEUTSCHLAND gin Marie Antoinette zur Zeit der Französischen Revoluti­
on. Die Schauspielerin spricht fließend Englisch und
i D ie Schauspielerinnen Französisch. 2009 überzeugte sie mit ihrem schauspie­
D iane Kruger und Julia Jentsch lerischen Talent in „Inglorious Basterds“ von Kult-Regis­
seur Quentin Tarantino. Eine große Ehre für Kruger -
Theater, Kino und Fernsehen - gute Schauspieler und natürlich für Tarantino, der nur sehr charismatische
machen den Erfolg au s. Marlene Dietrich (1901 Darsteller auswählt. Übrigens: Ihr eigentlicher Name ist Dia­
- 1992) und Romy Schneider (1938 - 1982) ne Heidkrüger. Aber der war ihr für eine internationale Karri­
waren die größten weiblichen Film stars aus ere einfach zu lang. Für ausländische Zungen ist er vielleicht
Deutschland, vitamin de stellt zwei deutsche auch zu kompliziert. Oder?
Schauspielerinnen vor, die heute zu den Besten
ihres Faches gehören: Diane Kruger und Julia Julia Jentsch - Die selbstbewusste Frau
Jentsch. Beide sind Film stars in Deutschland und Wie bei Diane Kruger war auch für Julia Jentsch das Jahr
auch international erfolgreich. 2004 wichtig in ihrer Karriere. Nachdem die Berlinerin
schon viel für das Theater und das Fernsehen gearbeitet
I Helena war die schönste Frau der Antike. Das erzählen die hatte, bekam sie die Hauptrolle in dem Kinofilm „Die fetten
griechischen gaggn. Ihretwegen gab es den legendären Jahre sind vorbei“, der ein großer Erfolg wurde. Bereits ein
Krieg der Griechen gegen Troja, den die Griechen dank einer Jahr später gelang ihr mit der Darstellung der jungen Wider­
List des Helden Odysseus gewannen. Auch eine Deutsche standskämpferin Sophie Scholl (1921 - 1943) der Durch­
gewann dabei, wenn auch mehr als drei Jahrtausende spä­ bruch als Charakterdarstellerin. Der Film wurde 2006 als
ter: Gegen 3000 Bewerberinnen setzte sich die junge bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert.
Schauspielerin Diane Kruger im Casting durch und durfte im
Hollywoodfilm „Troja“ von 2004 die Helena spielen. So wur­ Deutsche Geschichte und Gegenwart
de die Frau aus dem niedersächsischen Dorf Algermissen Filme mit Julia Jentsch behandeln oft die gesellschaftlichen
über Nacht zum Star. Konflikte junger Menschen in der deutschen Geschichte, so
zum Beispiel während der Zeit des Nationalsozialismus oder
au sm a ch e n zählen, bedeuten
in der Zeit der bürgerlichen Emanzipation Ende des 19.
hier: them atisieren
b e h a n d e ln Jahrhunderts. 2009 überzeugte sie als „Effi Briest“ im
C h a ra k te rd a rs te lle rin , -nen, d ie Schauspielerin, die starke Charaktere spielt
hier: Rolle
gleichnamigen Film. „Effi Briest“ ist eine Literaturverfilmung
D a rs te llu n g , -en, die
Anerkennung, Auszeichnung
nach einem Roman des brandenburgischen Schriftstellers
D u rch b ru ch , -"-e , der
d u rch se tze n , sich dom inieren, gewinnen, siegen Theodor Fontane (1819 - 1898). Die junge Effie Briest zer­
Ehre, die Anerkennung, Auszeichnung, Lob bricht darin an den gesellschaftlichen Normen, die im 19.
flie ß e n d hier: fehlerlos, m ühelos, perfekt Jahrhundert für Frauen galten, und an ihrem Wunsch, ihr Le­
g eling en Erfolg haben, fertigbhngen, schaffen
ben selbstbestimmt zu gestalten.
g e lte n angesehen/betrachtet werden

g e s ta lte n bauen, planen


Aktuelle Projekte
List, -en, d ie Trick, Täuschung, B etm g
Legende, Mythos
Aktuell ist Julia Jentsch in der deutschen Komödie „Ko-
S age, -n , die
s e lb s tb e w u s s t sich selbst sehr sicher sein kowääh 2“ an der Seite von Schauspielerkollege und Regis­
übe rzeu gen hier: erfolgreich spielen seur Til Schweiger zu sehen. Diane Kruger ist wieder inter­
V e rm ä c h tn is , -se, das letzter Wille, Testament, Erbe national unterwegs. Sie übernimmt im amerikanischen
W id e rs ta n d s k ä m p fe rin , -nen, d ie eine Frau, die gegen eine D iktatur käm pft Science-Fiction-Film „Seelen“ eine eher dunkle Rolle. Der
scheitern, kaputtgehen an etw.
ze rb re ch e n , an etw . (D at.) Film basiert auf einem Buch der amerikanischen Autorin
Organ im M und, m it dem m an spricht
Stephenie Meyer, die mit den „Twilight“-Büchern weltbe­
rühmt wurde. Jenny Jakobsen

34 v ita m in d e 5 9
Schule

LIEBE ZUM THEATER


> Die S chülerin Elisa S ichelstiel
Der böse Wesir aus „Aladin und die Wunderiampe“, die
Kinderbuchfigur Jim Knopf und eine hysterische Frau - Elisa
Sichelstiel hat schon viele Rollen gespielt. Die Schülerin besucht die
12. Klasse des bayerischen Gymnasiums Mühldorf am Inn und hat
bereits früh ihre Liebe zum Theater entdeckt.

on ihren ersten Schritten auf der Bühne erzählt Elisa gerne: „Mein Nachbar hat
V in einer Theatergruppe mitgespielt, die hauptsächlich historische Stücke auf­
führt. Als ich in der 3. Klasse war, brauchte die Theatergruppe Kinder für eine Auf­
führung. Da war ich dabei.“ Wenig später hatte Elisa ihre ersten kleineren Rollen bei
Auftritten in der Schule. Aber wirklich losgegangen mit dem Theaterspielen ist es erst
auf dem Gymnasium. Ihr Lehrer in der 5. Klasse hat mit den Schülern kurze Stücke
für den Tag der offenen Tür eingeübt. Elisa war immer dabei. „Ich habe gemerkt, dass
mir das sehr viel Spaß macht, und ich bin beim Theaterspielen geblieben“, sagt die
Schülerin.

Hauptrolle in einem Musical


Mit 13 Jahren begann Elisa, in der Jugendgruppe des Theatervereins „Kultur-
schuppn“ in Mühldorf zu spielen. Ihre erste Hauptrolle hatte sie in der Musicalversi­
on des Kinderbuchs „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende
(1929 - 1995). „Dabei musste ich sogar singen, obwohl ich finde, dass ich das
nicht so gut kann“, erinnert sich Elisa. Natürlich habe sie jedes Mal Lampenfieber
gehabt, immer kurz vor dem Auftritt. Aber auf der Bühne sei sie dann gar nicht mehr
nervös.

Ein ganz anderer Charakter sein


Am meisten Spaß macht es der Schülerin, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. WELTKULTUR IN
„Letztes Jahr habe ich zum Beispiel eine Frau gespielt, die mit ihrem Liebhaber auf
Reisen war. Ihr Freund hat ihren Schminkkoffer zu Hause vergessen. Ich musste SACHSEN-ANHALT.
dann die Frau spielen, die total ausrastet und hysterisch wird. Das hat echt Spaß
gemacht, einmal ein ganz anderer Charakter zu sein“, erzählt Elisa. Für die Gymna­
siastin gibt es noch weitere Gründe, auf der Bühne zu stehen: Sie mag es, den Zu­
schauern eine Freude zu bereiten, und genießt am Ende den Applaus des Publi­
Dessau-Rosslau
kums.

Der Schauspielerei treu bleiben Halberstadt


Elisa will mit dem Theaterspielen weitermachen. Momentan spielt sie beim Kreisju­
gendring Mühldorf Theater. Die Gymnasiastin hat schon überlegt, nach der Schule Halle (Saale)
eine Schauspielausbildung zu machen. „Aber das ist mir doch zu unsicher“, sagt
sie. Deshalb will sie nach dem Abitur wahrscheinlich etwas mit Medien und Kommu­ Magdeburg
nikation studieren. Der Schauspielerei will Elisa auf jeden Fall treu bleiben. Ihre Lie­
be zum Theater sei viel Naumburg
A pplaus, der m it den Händen klatschen; Beifall, Jubel zu groß, sagt sie.
a u ffü h re n präsentieren, zeigen, spielen
Barbara Wittmann Quedlinburg
Foto: privat (Laienschauspielerin Elisa Sichelstiel)

A u ftritt, -e, der hier: Theatervorstellung, das Spielen eines Stücks


a u sra ste n
wild/böse werden
einüben proben, einstudieren Wernigerode
e ntdecken hier: finden, erfahren
Lam pen fieber, da s Angst/Aufregung/Nervosität vor einem öffentlichen A uftritt
Liebhaber, der Geliebter, Freund
losgehen, m it etw. (Dat.) beginnen, anfangen
schlüpfen (in eine Rolle) hier: eine Rolle spielen stadtsprung
Schm inkkoffer, der kleiner Koffer m it Kosmetik
Stück, -e, das hier: Drama, Bühnenwerk, Schauspiel S tädte zwischen Harz und Elbe
treu loyal; hier: etw. weiterm achen
überlegen sich Gedanken machen, bedenken; hier: planen
w w w .sta d tsp ru n g .d e

S ta d ts p r u n g w ird u n t e r s tü t z t v o n d e r In v e s titio n s ­
u n d M a rk e tin g g e s e lls c h a ft S a c h s e n -A n h a lt m b H .
Horoskop

WINTERHOROSKOP
> W elcher Festtagstyp bist du? LÖWE
24.07. - 23.08.
Der Winter ist die Zeit der Du bist froh, wenn das Jahr endlich
Festtage: Weihnachten,
Silvester, Neujahr. Wer freut sich T WIDDER
21.03. - 20.04.
vorbei ist. Der Dezember ist so voll mit
Terminen, dass du an den Feiertagen
nicht darauf? vitamin de verrät Du isst an den Feiertagen zu viel und ziemlich kaputt bist. Dann liegst du auf
dir, welcher Festtagstyp du bist nervst deine Freunde schon bei der Sil­ dem Sofa und hast zu nichts Lust. Geh
und wie du in diesem Jahr die vesterparty, dass du im neuen Jahr un­ lieber an die frische Luft! Das bringt dir
Feiertage verbringst. bedingt abnehmen musst. Gute Vorsät­ neue Energie, die du zu Silvester gut
ze sind wichtig, aber den letzten Abend gebrauchen kannst.
im Jahr kannst du ruhig noch genie­
f SCHÜTZE ßen. Prost Neujahr! JUNGFRAU
23.11. - 21.12. 24.08. - 23.09.
Schon vor einigen Jahren hast du mit STIER Du experimentierst gern in der Küche.
deiner Familie vereinbart, dass ihr euch 21.04. - 20.05. Auch an Weihnachten würdest du gern
zu Weihnachten nichts mehr schenken Du hast keinen Plan. Weihnachten bist etwas Neues ausprobieren. Du darfst
wollt. Das funktioniert jedoch nie. Je­ du wie in jedem Jahr bei deiner Fami­ aber nicht vergessen: Für fast alle ist
mand hat immer ein Geschenk für lie. Aber die Tage danach? Abwarten das traditionelle Essen an Weihnachten
dich. Das ärgert dich. Aber warum? und Tee trinken ist dein Motto. Werde wichtig. Du kannst ja eine besondere
Freu dich, dass die anderen an dich doch in diesem Jahr selbst aktiv und Vorspeise oder ein Dessert dazu servie­
denken. Du denkst doch auch an sie. organisiere eine Silvesterparty! Deine ren.
Freunde wären überrascht.
STEINBOCK _n_ WAAGE
22.12. - 20.01. *IT ZWILLINGE 24.09. - 23.10.
Du magst es an den Feiertagen traditi­ 21 .0 5 .-2 1 .0 6 . Spätestens Ende September hast du
onell. Bei dir muss es Gans mit Klößen Du liebst Weihnachten! Am liebsten alles für Weihnachten vorbereitet: Das
und Rotkohl geben. Du bäckst jedes würdest du schon im September deine Menü ist geplant und die Geschenke
Jahr einen Stollen und Plätzchen. Dein Wohnung dekorieren. Manchmal kaufst sind gekauft. Du nervst alle Freunde
Weihnachtsbaum ist immer riesengroß. du sogar schon im Herbst Lebkuchen. mit der Frage, was nun zu Silvester
Das ist viel Arbeit. Du kannst es leich­ Deine Freunde finden das lustig. Wa­ passiert. I ass es doch einfach auf dich
ter haben, wenn du dir helfen lässt. rum bäckst du in diesem Jahr nicht zukommen. Spontane Partys sind oft
selbst? Das macht Spaß und ist lecker. die besten.
^ WASSERMANN
'■'*'21.01. - 18.02. KREBS T . SKORPION
Du bist in der Weihnachtszeit ständig 22.06. - 23.07. 1724.10. - 22.11.
unterwegs: erst viele Weihnachtsfeiern, Die Weihnachtstage verbringst du im­ Du verreist über Weihnachten meis­
dann die Feiertage und schließlich die mer mit deiner Familie. Leider gibt es tens, am liebsten in die Sonne. Aus
Silvesterparty als Höhepunkt. Danach regelmäßig Streit, wenn alle mehrere der Ferne schickst du deinen Freunden
brauchst du Urlaub. Vielleicht lässt du Tage zusammen sind. Denk an Weih­ lustige Fotos von dir am Strand - und
dieses Jahr mal ruhiger ausklingen und nachten einfach daran: Politik und Geld bist neidisch, wenn sie dir Fotos vom
startest dafür ausgeruht ins neue Jahr? sind nicht die passenden Gesprächs­ Weihnachtsbaum zurückschicken. Bleib
themen zum Weihnachtsessen. in diesem Jahr mal zu Hause! Du wirst
\ l FISCHE sehen: Auch das ist schön.
A 19.02.-20.03.
abn e h m e n
Es ist immer das Gleiche: Plötzlich ist hier: schlanker/dünner werden
ärgern
der 24. Dezember da und du hast böse/w ütend machen
a u s g e ru h t
noch keine Geschenke. Auch dein a u s k lin g e n
erholt, nicht müde, ausgeschlafen

Kühlschrank ist leer. Das macht nichts. g e tro s t


beenden
ruhig, sicher, bedenkenlos
Die meisten Leute kaufen zu viel ein. H ö h e p u n k t, -e, der
Attraktion, Sensation, Highlight
Du kannst getrost woanders mitessen M o tto , -s, das
Devise, Losung, Parole
- und dafür deine Freunde zum Neu­ n e id is c h s ein
_________________
.
an jm ds. Stelle sein wollen
passe nd
jahrsbrunch bei dir einladen. geeignet, richtig, ideal
Streit, der
Konflikt, Problem
vereinbaren T, , ,
Zusammengestellt von Evelin Eichler ■
v e rra te n
------ .----- abmachen, festlegen, sich verständigen
“ .
-------------------------------- - __________ bien erzählen, sagen, zeigen
Vorsatz, -“-e, der ~ . _ _—
_________________ _____________________ _______________ Absicht, Entschluss, Plan
zu k o m m e n la s s e n , a u f s ic h
abwarten, geduldig sein

36 v ita m in d e 5 9
FOTOQUIZ
> Typische W eihnachtsgeschenke
An Weihnachten ist e s in den meisten deutschen Familien üblich, sich zu beschenken.
Bei der Auswahl der Geschenke kann man kreativ sein - oder man schenkt einfach die
„Klassiker“. Erkennst du diese typischen Geschenke? Schreibe ihre Namen in die im Bild
stehenden Kästen. Das Lösungswort sch ickst du bis zum 31 .0 1.2 014 an unsere E-Mail-
Adresse: quiz@vitaminde.de. Die ersten beiden Gewinner bekommen jeweils eine DVD
der Filme „Luther“ und „Sophie Scholl“.

XEÜEr /

□□□□

LOSUNGSWORT:

AUFLÖSUNG DES QUIZ: Deutsche Schauspieler


Das richtige Losungswort war „KAMERA". Den Film „12 Meter ohne Kopf“ hat gewonnen:
Irina Zalnikowa, Topki, Russland. Das Buch von Benedict Wells haben gewonnen: Romi
Veide, Riga, Lettland, und Dima Erokhin, Krasnodar, Russland.
Die Gewinner werden per E-Mail von vitamin de benachrichtigt.

D eutsch lern en
7* f f £ ^ po'*d* in D e u ts c h la n d
Akademie Klausenhof
Klausenhofstraße 100
46499 Hamminkeln
■ g jr - -
Deutschland

sprachen@akademie-klausenhof.de
www.akademie-klausenhof.de
tel +49(0)2852-89-1-345
fax +49(0)2852-89-3-345
vitamin de
JETZT Impressum
abonnieren! BEWERBEN! H e ra u s g e b e r:
Verein „vitamin de e.V.",
Für angehende Deutschlehrkräfte NKP „PRESS.DE",
Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bietet Goethe-Institut Russland
Gegründet von Tillmann Heß und Robert Tes
seit dem Wintersemester 2012/2013 den neuen Studien­ ISSN: 1818-877X;
gang „Master Deutsch als Fremdsprache“ an. Er richtet sich MM-Reg.: 7716621
an deutsche und internationale Absolventen der Fächer Ger­
C h e fre d a k tio n : Robert Teschner
manistik, Deutsch als Fremdsprache oder verwandter Berei­ R e d a k tio n : Wilhelm Siemers,
che mit ersten Berufserfahrungen. Außerdem kann man sich Dennis Grabowsky (ifa)
G ra fik & B ild re d a k tio n : Stefan Zettler
für Stipendien bewerben. Das theoretische und praktische
Studium dauert vier Semester und beginnt jeweils im Win­ R e d a k tio n DaF: Evelin Eichler
tersemester. Bewerbungen für Studium und Stipendium
A bonnem ent v erk au ft. 2014/2015 sind bis Juli 2014 möglich. A u to re n : Evelin Eichler, Antonia Friemelt,
Laura Rivas Gagliardi, Dagmar Glück, Benjal
» www .daf.uni-m uenchen.de/studium lehre/studiengang/ Haerdle, Jenny Jakobsen, Elisabeth Kirschkt |
vitamin de erscheint
m aster daf/index.htm l Johanna Kleibl, Irina Loginov, Stefanie Mnid
vier Mal im Jahr Johanna Nimrich, Wolfram von Scheliha, Lod
(März, Mai, Schneidemesser, Barbara Wittmann
September, November). Für Sozialwissenschaftler aus Mittel- und Osteuropa
Copernicus ist eine studentische Initiative, die jedes Semes­ F a c h b e ra tu n g d u rc h :
Jahresabonnement für alle Goethe-Institut Russland, Zentralstelle für d
ter etwa 15 Stipendien an mittel- und osteuropäische Stu­ Auslandsschulwesen, BMW Stiftung Herbert |
Länder (außer Russland) mit
dentinnen und Studenten vergibt. Das Stipendium umfasst Quandt
4 Ausgaben: 15 Euro,
inklusive Porto. einen einsemestrigen Aufenthalt an einer Universität in
Ü b e rs e tz u n g D e u ts c h -R u s s is c h :
München oder Berlin mit einem anschließenden zweimona­ Marina Lopatina
J ahresabonnement tigen Praktikum in einem deutschen Unternehmen oder ei­ K o rre k tu r: Clemens Tragelehn
in Russland mit ner öffentlichen Institution. Bewerbungsschluss für das T ite lfo to s : Carmelo Bayarcal/wikimedia (Pi .
4 Ausgaben: 9,50 Euro, Wintersemester 2014/15 ist der 1. März 2013. Rathausuhr), moviepilot.de (Diane Kruger),
inklusive Porto (weitere © Hagenvontroja/Fotolia.com (Stolberg im H
Informationen im » w ww .copernicus-stipendium .de
D ru c k : OmskBlanklsdat
Regionalteil).
Für Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland A b o n n e m e n t/V e r tr ie b : Marina Lopatina
vitamin de wird in alle Länder Engagierte Schüler der 8. und 9. Klasse, die in Deutschland (abo@vitaminde.de, abo-welt@vitaminde.de)
mit der Post geliefert. zur Schule gehen und aus dem Ausland stammen, können Tel./Fax: +7/3812/390951
A n z e ig e n : Robert Teschner
sich bei der START-Stiftung um ein Schülerstipenaium be­ (reklama@vitaminde.de)
A n fragen
werben. Sie werden dann bis zum Abitur materiell gefördert Tel. /Fax: +7/3812/390951
und B estellu n gen
(100 Euro monatlich sowie ein Laptop) und durch ein Bil­
R e g io n a lre d a k tio n e n :
in D eutschland: dungsprogramm mit spannenden Projekten und Veranstal­ B e la ru s : Dennis Grabowsky
Verein „vitamin de e.V.“ tungen unterstützt. Voraussetzungen sind die Bereitschaft zu O s ta s ie n : Cordula Hunold (G! Peking)
Wilhelm Siemers S ü d w e s te u ro p a : Catharina Clemens (Gl Parts; |
gesellschaftlichem Engagement und die finanzielle Hilfebe­ R u s s la n d , U k ra in e ,
Fraunhoferstr. 15 dürftigkeit der Familie. Die Onlineregistrierung zur Bewer­ Z e n tra la s ie n : Wilhelm Siemers
10587 Berlin
abo-welt<®vitaminde.de
bung ist vom 1. Februar bis 1. März 2014 möglich.
A d re s s e :
Tel.: +49 /3 0 /5 2 1 3 5 7 9 8 » w w w .start-stiftung.de/stipendium .htm l
Redaktion vitamin de
Ul. Puschkina 67
in R ussland: Für studierende Architekten und Bauingenieure 6 4 40 10 Omsk, Russland
Redaktion vitamin de Tel./Fax: +7/3812/390951
Der Internationale Bauorden bietet Praktika auf Baustellen
Marina Lopatina E-Mail: info@vitaminde.de, www.vitaminde.de
in Deutschland oder dem Ausland in internationalen Grup­
Ul. Puschkina 67
6 4 4 0 1 0 Omsk pen an. In diesen Baucamps gelingt die Verständigung auf Alle Rechte Vorbehalten. Copyright © vitamin di
e.V. Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten
abo@ vitaminde. de Deutsch, Englisch und Russisch oder „mit Händen und Fü­ Beiträge und Texte sind urheberrechtlich gesch
Tel.: + 7 /3 812/390951 ßen“ und der Hilfe der anderen Freiwilligen. Fremdsprachen­ Nachdruck, auch auszugsweise, Verbreitung
kenntnisse sind nicht erforderlich. Zwei bis vier Wochen im Internet sowie Vervielfältigung jeder Art nur
nach vorheriger schriftlicher Genehmigung
sowie unter: kann man unter fachlicher Anleitung bauen und renovieren. der Redaktion (teschner@vitaminde.de). Von
www.vitaminde.de/abo Unterstützt werden damit gemeinnützige Einrichtungen. Eine einzelnen Beiträgen dürfen nur einzelne Kopien
Bewerbung ist jederzeit möglich. den persönlichen Gebrauch oder den Einsatz
Deutschunterricht erstellt werden. Gerichtsstai
» www.bauorden.de Berlin-Charlottenburg.

VORSCHAU » vitam in de Nr. 6 0

Der Führerschein

“ H r s c h u l T *1

ERSCHEINT IM M ARZ 2014


38 v ita m in d e 5 9
I

goethe.de/deutschlernen
GOETHE
INSTITUT
r Sprache. Kultur. Deutschland
Krypta der Klosterruine Memleben

SACHSEN-ANHALT
Wir stehen früher auf.

REN DEZVO US IN S A C H SE N -A N H A LT

GLANZLICHTER DER
STRASSE DER ROMANIK

11

STRASSF
w w w .strasse-der-rom anik.de I>> K
ROMANIK