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Rechnungslegung und
Prüfung kapitalmarkt-
orientierter Unternehmen

Vorlesung WiSe 2016/2017


Goethe-Universität
Frankfurt am Main
PwC Referenten

Corinna Friedl (WP / StB) Director


Corinna.Friedl@de.pwc.com

Daniel Owusu Senior Consultant


Daniel.Owusu@de.pwc.com

Rechnungslegung und Prüfung kapitalmarktorientierter Unternehmen WiSe 2016/2017


PwC
Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess

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PwC 3
Agenda
Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess

1 Prüfungsplanung
2 Überblick zum Prüfungsprozess
3 Fallstudie

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PwC 4
Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Prüfungsplanung
Aufgaben der Prüfungsplanung
Entwicklung einer Prüfungsstrategie
Erstellung eines Prüfungsprogramms

1
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PwC 5
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Aufgaben der Prüfungsplanung

Grundsätze der Prüfungsplanung

Grundsätze der Prüfungsplanung


IDW PS 240

Planung der Prüfungshandlungen Gesamtplanung aller Aufträge

Prüfungsstrategie Ausgangspunkt einzelne Aufträge

Prüfungsprogramm

Sachliche Zeitliche Personelle


Planung Planung Planung

Ergänzende Grundsätze

Dokumentation der Planung

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PwC 6
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Aufgaben der Prüfungsplanung

Aufgaben der Prüfungsplanung (IDW PS 240)

Planung ist der Entwurf einer Ordnung, nach der die Prüfung
durchzuführen ist. Gestaltung der Prüfungsplanung als
kontinuierlicher, bis zur Beendigung der AP fortdauernder und
rückgekoppelter Prozess zu sehen.

Zeitliche, sachliche und personelle Prüfungsplanung


ist die Voraussetzung für eine wirtschaftliche
Durchführung der Prüfung!

Planung umfasst die Gesamtplanung aller Aufträge


sowie die auftragsspezifische Planung.

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PwC 7
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Aufgaben der Prüfungsplanung

Aufgaben der Prüfungsplanung (IDW PS 240)

1. Sicherstellung, dass alle Bereiche des Prüfungsgegenstandes


„angemessen“ berücksichtigt und mögliche Problemfelder erkannt
werden (risikoorientierte Prüfungsplanung).
2. Erkennung möglicher Problemfelder
3. Zeitgerechte Bearbeitung des Prüfungsauftrags
4. Koordination des Mitarbeitereinsatzes und Abstimmung mit
anderen Prüfern oder Sachverständigen
5. Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit
6. Berücksichtigung ergänzender Vorstellungen des zu prüfenden
Unternehmens

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PwC 8
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Aufgaben der Prüfungsplanung

Auftragsspezifische Planung

Planung der Jahresabschlussprüfung eines Unternehmens


Die auftragsspezifische Planung wird grds. in zwei Phasen eingeteilt:
1. globale Planung mit dem Ziel, eine mandantenspezifische
Prüfungsstrategie zu entwickeln
2. detaillierte Planung mit der Funktion, ein in sachlicher,
personeller und zeitlicher Hinsicht abgestimmtes Prüfungs-
programm zu erstellen. Die detaillierte Planung kann anhand
eines Prüfungs-Planungs-Tools vorgenommen werden.

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F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Aufgaben der Prüfungsplanung

Aufgaben der Prüfungsplanung (IDW PS 240)


Ergänzungen

Der Umfang der Prüfungsplanung liegt im pflichtbewussten


Ermessen des Abschlussprüfers.

Das Ausmaß der Prüfungsplanung ist abhängig von dem


Schwierigkeitsgrad und der Komplexität der vorzunehmenden
Prüfungshandlungen.

Prüfungsschwerpunkte werden anhand einer Risikoanalyse im Rahmen


der Prüfungsplanung identifiziert (rechtliche und wirtschaftliche
Situation und der konkreten Geschäftstätigkeit des
Unternehmens (IDW PS 230)).

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Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Prüfungsplanung
Aufgaben der Prüfungsplanung
Entwicklung einer Prüfungsstrategie
Erstellung eines Prüfungsprogramms

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PwC 11
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Grundsätze der Prüfungsplanung

Grundsätze der Prüfungsplanung


IDW PS 240

Planung der Prüfungshandlungen Gesamtplanung aller Aufträge

Prüfungsstrategie Ausgangspunkt einzelne Aufträge

Prüfungsprogramm

Sachliche Zeitliche Personelle


Planung Planung Planung

Ergänzende Grundsätze

Dokumentation der Planung

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PwC 12
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Entwicklung einer Prüfungsstrategie

• „Die Prüfungsstrategie umfasst die Grundsatzentscheidungen


des Abschlussprüfers über die prinzipielle Richtung des bei der
Abschlussprüfung einzuschlagenden Weges.“
• Beschreibung des Prüfungsansatzes und des Ausmaßes der
Prüfungshandlungen.
• Der Prüfer hat die Risikofaktoren (Unternehmensrisiko,
Prüfungsrisiko) zu identifizieren und zu analysieren.

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PwC 13
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Bei der Entwicklung einer risikoorientierten Prüfungsstrategie


sind vor allem die folgenden Aspekte zu beachten:
• Kenntnisse über das Unternehmen und über dessen
Geschäftstätigkeit (IDW PS 230)
• Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten (IDW PS 210)
• Feststellung, Beurteilung und Reaktion auf Fehlerrisiken
(IDW PS 261 n.F.)
• ...

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F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Ableitung von Risikofaktoren anhand der Kennt-


nisse über die Geschäftstätigkeit (IDW PS 230)

Mindestumfang der Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit nach


IDW PS 230
• gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
• Branchenentwicklung mit Einfluss auf das Unternehmen
• unternehmensspezifische Merkmale
 Eigentümerstruktur, Führung/Überwachung des Unternehmens
 Geschäftsaktivitäten (Produkte, Märkte, Zulieferer etc.)
 finanzielle Leistungskraft (Analyse der VFE-Lage)
 externe Faktoren mit Auswirkungen auf die Berichterstattung
(Börsennotierung)
 rechtliche Rahmenbedingungen
 Kenntnisse über die Geschäftsprozesse und deren Auswirkungen
auf das interne Kontrollsystem (Verknüpfung zu IDW PS 261 n.F.)
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F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen


der Abschlussprüfung (IDW PS 210)

Unregelmäßigkeiten

falsche Angaben keine falschen Angaben


in der Rechnungslegung in der Rechnungslegung

Unrichtigkeiten Verstöße sonstige


(unbeabsichtigt) (beabsichtigt) Gesetzesverstöße
(unbeabsichtigt
ERROR FRAUD oder beabsichtigt)

Vermögens-
Täuschungen schädigungen und
Gesetzesverstöße

Konsequenzen: für Prüfungsbericht Kosequenzen: nur


und Bestätigungsvermerk für Prüfungsbericht
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PwC 16
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen


der Abschlussprüfung (IDW PS 210)

Unrichtigkeiten: unbeabsichtigte falsche Angaben im Abschluss und


Lagebericht – z. B. Schreib- und Rechenfehler, unbewusst falsche
Anwendung von ReLe-Grundsätzen.
Verstöße: falsche Angaben im Abschluss und Lagebericht, die auf
einem beabsichtigten Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften oder
ReLe-Grundsätze beruhen.
Sonstige Gesetzesverstöße: alle (un-)beabsichtigten Handlungen
und Unterlassungen, die von den gesetzlichen Vertretern des
Unternehmen/Mitarbeitern begangen werden und die in Widerspruch
zu Gesetzen, Gesellschaftsvertrag oder Satzung stehen und nicht zu
falschen Angaben in ReLe führen.

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PwC 17
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Entwicklung einer Prüfungsstrategie

Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen


der Abschlussprüfung (IDW PS 210)

Verstöße:
• Täuschungen
z. B. Vorsatz – Bewusst unzutreffende Anwendung von
Rechnungslegungsregeln wie Luftbuchungen, unterlassene
Buchungen, Vorfakturierung, unzutreffende Erlösrealisierung
• Vermögensschädigungen
z. B. Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Untreue
• Bewusst unzutreffende Berücksichtigung der Auswirkungen von
Gesetzesverstößen in der Rechnungslegung
z. B. unerlaubte Preisabsprachen (Rückstellungen für SE-
Forderungen werden nicht bilanziert)

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Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Prüfungsplanung
Aufgaben der Prüfungsplanung
Entwicklung einer Prüfungsstrategie
Erstellung eines Prüfungsprogramms

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PwC 19
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Erstellung eines Prüfungsprogramms

Grundsätze der Prüfungsplanung

Grundsätze der Prüfungsplanung


IDW PS 240

Planung der Prüfungshandlungen Gesamtplanung aller Aufträge

Prüfungsstrategie Ausgangspunkt einzelne Aufträge

Prüfungsprogramm

Sachliche Zeitliche Personelle


Planung Planung Planung

Ergänzende Grundsätze

Dokumentation der Planung

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PwC 20
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Erstellung eines Prüfungsprogramms

Das Prüfungsprogramm

• Inhalt:
 Prüfungsanweisungen an die Mitarbeiter
 Anweisungen zur Überwachung und Dokumentation der
Prüfungsdurchführung
 Definition von Prüffeldern (Teilbereiche, die einheitlich zu prüfen
sind) – Art, Umfang und zeitlicher Ablauf
• Je Prüffeld zu berücksichtigen:
 sachliche Planung
 zeitliche Planung
 personelle Planung

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PwC 21
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsplanung – Erstellung eines Prüfungsprogramms

Das Prüfungsprogramm
Sachliche, zeitliche und personelle Planung

• Sachliche Planung
 wesentliche Prüfungsziele
 Art, Umfang und zeitlicher Ablauf der Prüfungshandlungen
 Abstimmung mit dem Unternehmen, anderen AP und
Einbeziehung von externen Sachverständigen
 laufende Überwachung des Prüfungsablaufs/Prüfungsergebnisse
• Zeitliche Planung
 der Prüfungstätigkeit unter Berücksichtigung der Prüfungs-
bereitschaft und ausreichende Bearbeitungszeiten je Prüffeld
• Personelle Planung
 Qualifikation, Unabhängigkeit und Verfügbarkeit der Mitarbeiter
 Wechsel in der personellen Besetzung (z. B. Rotation § 319a HGB)
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PwC 22
Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Überblick zum Prüfungsprozess
Gegenstand, Art und Umfang
der Prüfung
Risikoorientierte Prüfungsmethoden
Prüfungsergebnis

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PwC 23
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Gegenstand der Prüfung gemäß § 317 HGB

• Buchführung
• Jahresabschluss/Konzernabschluss
• Lagebericht/Konzernlagebericht
• ggf. das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG

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PwC 24
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Art und Umfang der Prüfungshandlungen


(IDW PS 200)

• Bestimmung durch AP nach pflichtgemäßem Ermessen


• keine lückenlose Prüfung; Prüfungshandlungen in Form von
Stichproben
• Kriterien zur Bestimmung des Umfangs der Prüfungshandlungen:
 Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit sowie das wirtschaftliche
und rechtliche Umfeld der Gesellschaft (IDW PS 230)
 Fehlererwartung (IDW PS 261 n.F.)
 Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS; IDW PS 261 n.F.)
• Beachtung der Grundsätze der Wesentlichkeit und Wirtschaftlichkeit
• bei Aufdeckung von Verstößen und Fehlern – ggf. zusätzliche
Prüfungshandlungen

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PwC 25
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Sicherheit der Prüfungsaussagen (IDW PS 200)

• hinreichende Prüfungssicherheit ≠ absolute Prüfungssicherheit


• begrenzte Erkenntnis und Feststellungsmöglichkeiten (auch bei einer
ordnungsgemäßen AP)
• Grenzen der Abschlussprüfung:
• Prüfung in Stichproben
• immanente Grenzen des IKS
• Prüfungsnachweise entsprechen nicht den Tatsachen
• Prüfungsnachweise eher überzeugend als zwingend

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PwC 26
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Risiken der Abschlussprüfung (IDW PS 261)

Audit Risk

RoMM Detection Risk

Non-
Inherent Control Sampling
Sampling
Risk Risk Risk
Risk

Vgl. IDW PS 261, Abb. 1

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PwC 27
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Fehlerrisiko (RoMM)

Inherent Risk
Das inhärente Risiko bezeichnet die Anfälligkeit eines Prüffeldes für
das Auftreten von Fehlern, die für sich oder zusammen mit Fehlern in
anderen Prüffeldern wesentlich sind, ohne Berücksichtigung des
internen Kontrollsystems.

Control Risk
Als Kontrollrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass wesentliche Fehler
oder Verstöße bei Geschäftsvorfällen oder Beständen nicht durch das
interne Kontrollsystem (IKS) verhindert oder entdeckt und korrigiert
werden. Bei einem wirksamen IKS sind niedrige Kontrollrisiken zu
erwarten.

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PwC 28
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Entdeckungsrisiko (Detection Risk)

Das Entdeckungsrisiko ist das Risiko, dass Prüfungshandlungen nicht


zur Aufdeckung eines wesentlichen Fehlers führen.

Sampling Risk (stichprobenbezogen)


Ein Fehler bleibt unentdeckt, weil sich in der Stichprobe (per Zufall)
keine Fehler befinden.

Non-Sampling Risk (nicht stichprobenbezogen)


Ein Fehler bleibt unentdeckt, weil der Prüfer die falsche Prüfungs-
methode anwendet, die Prüfungsmethode falsch handhabt oder das
Ergebnis der Prüfungsmethode falsch interpretiert.

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PwC 29
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Prüfungsrisiko (Audit Risk)

Das Prüfungsrisiko besteht in der Abgabe eines positiven


Prüfungsurteils trotz vorhandener Fehler in der Rechnungslegung.

Im risikoorientierten Prüfungsansatz wird das Prüfungsrisiko wie folgt


ermittelt:

AR = (IR  CR)  DR

AR = Audit Risk, IR = Inherent Risk, CR = Control Risk, DR = Detection Risk

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PwC 30
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

Zusammenfassung

Inhärentes
Insgesamt muss der
Risiko
Abschlussprüfer das
Prüfungsurteil mit
hinreichender
Sicherheit treffen.
IKS Kontrollrisiko

Je höher das
Fehlerrisiko, desto
niedriger muss das Prüfungs- Entdeckungs-
handlungen risiko
Entdeckungsrisiko
sein!

Prüfungsrisiko

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PwC 31
Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Überblick zum Prüfungsprozess
Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung
Risikoorientierte Prüfungsmethoden
Prüfungsergebnis

2
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PwC 32
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prüfungshandlungen (IDW PS 300) – Übersicht

Prüfungshandlungen

1. Aussagebezogene
Systemprüfungen
Prüfungshandlungen

Analytische
Aufbau- Funktions- Einzelfall-
Prüfungs-
prüfung prüfung prüfungen
handlungen

Einsicht-
nahme/ Befragung/ Nachvoll-
Inaugen- Beobachtung Bestätigung Berechnung ziehen
scheinnahme

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PwC 33
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS

Unter einem Internen Kontrollsystem (IKS) werden die von der


Unternehmensleitung im Unternehmen eingeführten Grundsätze,
Verfahren und Maßnahmen (Regelungen) verstanden, die gerichtet
sind auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der
Unternehmensleitung
• zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der
Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens,
einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögens-
schädigungen),
• zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und
externen Rechnungslegung sowie
• zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen
Vorschriften.

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PwC 34
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


IDW PS 261

Regelungsbereiche des IKS – Überblick

IKS

Internes Steuerungssystem Internes Überwachungssystem

Prozessintegrierte Prozessunabhängige
Überwachungsmaßnahmen Überwachungsmaßnahmen

Organisatorische
Sicherungs- Kontrollen Interne Revision Sonstige
maßnahmen

(IDW PS 261 n.F., Tz. 20)


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PwC 35
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prozessorientierte Überwachungsmaßnahmen

Organisatorische Sicherungsmaßnahmen
• laufende, automatische Einrichtungen
• in die Aufbau- und Ablauforganisation integrierte fehlerverhindernde
Maßnahmen
• sollen ein vorgegebenes Sicherheitsniveau gewährleisten

Beispiel:
Funktionstrennungen, Zugriffsbeschränkungen (im IT-Bereich),
Zahlungsrichtlinien

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PwC 36
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prozessorientierte Überwachungsmaßnahmen

Kontrollen
• Maßnahmen die in den Arbeitsablauf integriert sind
• können fehlerverhindernde und fehleraufdeckende Wirkung haben

Beispiel:
Manuelle Soll-/Ist-Vergleiche, programmierte Plausibilitätschecks,
Überprüfung der Vollständigkeit und Richtigkeit von erhaltenen oder
weitergegebenen Daten

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PwC 37
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prozessorientierte Überwachungsmaßnahmen

Interne Revision
• prozessunabhängige, nicht in den Arbeitsablauf integrierte
Institution
• Beurteilung von Strukturen und Aktivitäten
• darf nicht für das Ergebnis des überwachten Arbeitsablaufes
verantwortlich sein

Sonstige
Weitere prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen z. B. sog.
High-Level-Controls, die durch gesetzliche Vertreter des Unternehmens
bzw. in deren Auftrag durchgeführt werden.

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PwC 38
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prüfungshandlungen (IDW PS 300) – Übersicht

Prüfungshandlungen

1. Aussagebezogene
Systemprüfungen
Prüfungshandlungen

Analytische
Aufbau- Funktions- Einzelfall-
Prüfungs-
prüfung prüfung prüfungen
handlungen

Einsicht-
nahme/ Befragung/ Nachvoll-
Beobachtung Berechnung
Inaugen- Bestätigung ziehen
scheinnahme

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PwC 39
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Aufbauprüfung IDW PS 261 n.F.

Umfang der Aufbauprüfung


• Orientierung an der konkreten Ausgestaltung des IKS
• Prüfung der fünf IKS-Komponenten
• Prüfung erstreckt sich nicht notwendigerweise auf alle
Regelungsbereiche des IKS – insb. relevante Regelungen:
Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der ReLe, Fortbestand des
Unternehmens und Schutz des vorhandenen Vermögens
• nicht relevant: z. B. Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen
• zu berücksichtigen: nicht nur das formale Bestehen von Regelungen
ist entscheidend, sondern ihre Umsetzung im Unternehmen

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PwC 40
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Aufbauprüfung (IDW PS 261 iVm IDW PS 300)

Prüfungshandlungen im Rahmen der Aufbauprüfung


• Befragungen von Management, Personen mit
Überwachungsfunktionen und sonstigen Mitarbeitern
• Durchsicht von Dokumenten (Organisationshandbücher,
Arbeitsanweisungen, Ablaufdiagramme)
• Durchsicht von Unterlagen, die durch das IKS generiert werden
• Beobachtungen (Arbeitsabläufe, IT –gestützte Verfahren)
• Nachvollziehen von Geschäftsvorfällen

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PwC 41
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Reaktion auf Fehlerrisiken nach IDW PS 261

• Allgemeine Reaktionen auf Abschlussebene


Betonung der kritischen Grundhaltung
• Verpflichtung zur Einschaltung von Spezialisten
z. B. Spezialisten für Unternehmenskäufe (z. B. Kaufpreisallokation)
oder Spezialisten für Unregelmäßigkeiten (z. B. Unterschlagungs-
prüfung)
• Durchführung von „überraschenden Prüfungshandlungen“
• laufende interne Qualitätskontrolle

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PwC 42
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prüfung der Funktion des IKS (Funktionsprüfung)

Mit Funktionsprüfungen ist festzustellen, ob die eingerichteten


organisatorischen Regelungen geeignet sind, wesentliche Verstöße
gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) zu
verhindern oder aufzudecken und zu korrigieren.

Funktionsprüfungen bei einem angemessenen IKS-Aufbau:


• Immer wenn sich der AP bei seinem Urteil auf die Wirksamkeit des
IKS verlassen möchte.
• Immer in den Fällen, in denen aussagebezogene Prüfungs-
handlungen nicht alleine zur Gewinnung hinreichender
Prüfungssicherheit ausreichen (Massentransaktionen).

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PwC 43
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Prüfung der Funktion des IKS (Funktionsprüfung)

• Durchführung von Funktionsprüfungen


 bei „bedeutsamen Risiken“ sind jährlich Funktionsprüfungen
durchzuführen, sofern sich der Abschlussprüfer auf die
Wirksamkeit des IKS stützen möchte
 für „nicht bedeutsame Risiken“ ist die Funktionsfähigkeit des IKS
bei unveränderten Kontrollen alle drei Jahre zu prüfen
(Richtwert)

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PwC 44
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Prüfung des IKS


Grenzen der IKS-Prüfung

Ein IKS das zu 100% funktioniert, d. h. dass es ständig wirksam und


vollständig ist, lässt sich in der Praxis nicht konstruieren. Insbesondere
ungewöhnliche Geschäftsvorfälle werden häufig nicht vom IKS erfasst.
Auch sind häufig Kontrollen ausschaltbar oder umgehbar.
Eine Garantie, dass das geplante IKS auch eingehalten wird, besteht
nicht.
 Die IKS-Prüfung muss daher durch weitere Prüfungs-
methoden ergänzt werden, um eine hinreichende Urteils-
sicherheit zu erlangen!

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PwC 45
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Analytische Prüfungshandlungen
Prüfungshandlungen – Übersicht

Prüfungshandlungen

Aussagebezogene
Systemprüfungen
Prüfungshandlungen

2.
Analytische
Aufbau- Funktions- Einzelfall-
Prüfungs-
prüfung prüfung prüfungen
handlungen

Einsicht-
nahme/ Befragung/ Nachvoll-
Beobachtung Berechnung
Inaugen- Bestätigung ziehen
scheinnahme

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PwC 46
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Analytische Prüfungshandlungen
IDW PS 312 (1/2)

Analytische PH sind Plausibilitätsbeurteilungen von Verhältniszahlen


und Trends, durch die Beziehungen von prüfungsrelevanten Daten
eines Unternehmens zu anderen Daten aufgezeigt sowie auffällige
Abweichungen festgestellt werden, z. B.:
• Plausibilitätsprüfungen
• Trendanalysen
• Kennzahlenanalysen
Durch analytische Prüfungshandlungen kann der Prüfer ungewöhnliche
Werte-Relationen oder unerwartete Schwankungen im Zeitablauf fest-
stellen und diesen durch zusätzliche Prüfungshandlungen nachgehen.
z. B.: Personalaufwandsquote

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PwC 47
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Analytische Prüfungshandlungen
IDW PS 312 (2/2)

Kennzahlenanalyse, Vergleichsanalyse  Beispiele


• Anstieg des Umsatzes  Anstieg der Forderungen
• Reduzierung der Kredite  Sinken des Zinsaufwandes
• Altersstruktur der Forderungen
• Vergleich gefahrene Kilometer zu Benzinverbrauch bei Speditionen
• Umschlagskennziffern (z. B. wie häufig werden Forderungen pro
Periode umgeschlagen)
• Anlagennutzungsgrad (Abschreibungen in % der historischen AK)
• Kostenintensitätskennziffern (z. B. Materialaufwand zu Umsatz)
• Umsatzanalyse nach Monaten
• Anzahl Mitarbeiter zu Personalaufwand

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PwC 48
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Einzelfallprüfungshandlungen

Prüfungshandlungen

Aussagebezogene
Systemprüfungen
Prüfungshandlungen

3.
Analytische
Aufbau- Funktions- Einzelfall-
Prüfungs-
prüfung prüfung prüfungen
handlungen

Einsicht-
nahme/ Befragung/ Nachvoll-
Beobachtung Berechnung
Inaugen- Bestätigung ziehen
scheinnahme

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PwC 49
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Einzelfallprüfungshandlungen

• Prüfung einzelner Geschäftsvorfälle und Bestände


• Beurteilung der Fehlerhöhe bzw. des Fehlerbetrags
(zum Vergleich: Prüfung IKS = Beurteilung der Fehlerhäufigkeit)
• hoher Zeitbedarf und insoweit kostenintensiv
• Umfang bestimmt sich nach pflichtgemäßem Ermessen
• i. d. R. Vornahme auf Basis von Stichproben  Auswahlprüfung
• im Falle von Stichproben existiert ein Stichprobenrisiko

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PwC 50
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Einzelfallprüfungshandlungen

Einzelfall-
prüfungshandlungen
verfahren
Auswahl-

Bewusste Auswahl Zufallsauswahl


Verfahren

Testverfahren
Schätzverfahren
(Hypothesentestverfahren)
behandlung gegenstand
Ergebnis- Prüfungs-

Eigenschaften
u. a. monetäre Größen
(keine monetäre Größen)

Hochrechnung Hochrechnung
Hochrechnung möglich
nicht möglich nicht möglich

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PwC 51
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Einzelfallprüfungshandlungen
Saldenbestätigungen – IDW EPS 302 n.F. / IDW PS 302

• i. d. R. gezieltes Stichprobenverfahren
• Verfahren der Bestätigungsanfrage
 positive Methode (Antwort in jedem Fall)
 negative Methode (Antwort nur bei Nichtübereinstimmung)
 offene Methode (Bitte um Mitteilung des Saldos)
• Einholung von Saldenbestätigungen auf einen abweichenden Stichtag
setzt ein funktionierendes, geprüftes IKS voraus!
• Versendung und Rücklauf zwingend unter der Kontrolle des AP
• bei fehlendem Rücklauf: alternative Prüfungshandlungen
• Saldenbestätigungen sind sinngemäß auch auf
Eventualverbindlichkeiten und Termingeschäfte anzuwenden
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PwC 52
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Risikoorientierte Prüfungsmethoden

Einzelfallprüfungshandlungen
Andere Bestätigungen – IDW EPS 302 n.F. / IDW PS 302

• Bankbestätigungen
 Geprüft wird nicht nur Kontostand! Hierzu reicht auch ein Kontoauszug!
 Alle Arten der geschäftlichen Beziehungen
◦ Sicherheiten
◦ Bürgschaften (Avale), Gewährleistungen
◦ Indossamentverpflichtungen
◦ Unterschriftsberechtigungen
• Rechtsanwaltsbestätigung
 Prozessrisiken
 Kosten für Rechtsstreitigkeiten
• Bestätigung des Steuerberaters
 laufende Steuerberatung
 Betriebsprüfung
• übrige Bestätigungen von Sachverständigen
 Umweltrisiken und technische Risiken
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PwC 53
Prüfungsplanung und Überblick zum
Prüfungsprozess
Überblick zum Prüfungsprozess
Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung
Risikoorientierte Prüfungsmethoden
Prüfungsergebnis

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PwC 54
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsergebnis

Prüfungsnachweise – Prüfungsfeststellungen –
Prüfungsaussagen (IDW PS 300)
Buchhalterische Sonstige Unterlagen
Originalunterlagen
Aufzeichnungen und Erkenntnisse

Prüfungsnachweise (IDW PS 300, Tz. 6)

Vergleich mit einzelnen Aussagen in der Rechnungslegung


(IDW PS 300, Tz. 7)

Prüfungsfeststellungen (IDW PS 300, Tz. 6)

Aggregation der Prüfungsfeststellungen

Prüfungsaussagen (IDW PS 200, Tz. 9 ff)

Bestätigungsvermerk Prüfungsbericht

Erläuterung im Aufsichtsrat
(IDW PS 302)
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PwC 55
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsergebnis

Prüfungsbericht
Rechtsgrundlage: § 321 HGB, IDW PS 450

• Im Prüfungsbericht ist über das Ergebnis der Prüfung


unparteiisch, vollständig, wahrheitsgetreu und mit der
gebotenen Klarheit zu berichten. Wesentliche Ergebnisse der
Prüfung sind verständlich, eindeutig und problemorientiert
darzustellen und zu begründen.
 Kann nicht durch mtl. Berichterstattung ersetzt werden.
• Durch den Prüfungsbericht werden die Organe der geprüften
Gesellschaft (gesetzliche Vertreter, Aufsichtsrat, Gesellschafter der
GmbH und ggf. weitere Empfänger, z. B. Banken) über das Ergebnis
der Prüfung unterrichtet.

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PwC 56
F Prüfungsplanung und Überblick zum Prüfungsprozess – Überblick zum Prüfungsprozess – Prüfungsergebnis

Bestätigungsvermerk

Rechtsgrundlage: § 322 HGB, IDW PS 400


Adressatenkreis: Auftraggeber, im Falle einer gesetzlichen
Pflichtprüfung die Öffentlichkeit
Gesamturteil:
• Gesamturteil über die Prüfung: Übereinstimmung der Buchführung,
des Jahresabschlusses und ggf. des Lageberichtes mit den relevanten
Normen
• Urteil über die zutreffende Abbildung der wirtschaftlichen Lage und
der Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Die Jahresabschlussprüfung ist eine Ordnungsmäßigkeits-


prüfung und keine Bonitätsprüfung (Erwartungslücke).

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PwC 57
Ende des ersten Teils der Übung

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PwC 58
Praktikum mit Perspektive –
Praktikum im Bereich Assurance Healthcare

Praktikum

 Praktikum in allen Bereichen,


auch branchenspezifisch z.B im
Bereich Assurance Healthcare
 Aktive Mitarbeit bei der Prüfung
von Unternehmen der
Gesundheitswirtschaft
 Dauer: mindestens 3 Monate

Aufnahme ins www.pwc-karriere.de


KIT-Programm
Praktikanten-
stammtische

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PwC 59
Assurance vereint Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen

Hier bekommen Sie…

 tiefe Einblicke in das Zahlenwerk von


Unternehmen sowie in deren
Strukturen und Abläufe
 schon früh persönlichen Kontakt in
die Leitungsebene und zu den
Überwachungsorganen
 vielfältige Chancen, ein umfassendes
Verständnis für finanzwirtschaftliche
Zusammenhänge aufzubauen,
Gestaltungsspielräume zu erkennen
und zu bewerten

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PwC 60
Kontakt

Corinna Friedl
Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt
Germany
T: +49 (0) 69 9585 1117
corinna.friedl@de.pwc.com

Wirtschaftsprüferin
Steuerberaterin
Director
Healthcare Services

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Fallstudie

DieHard Hospital AG

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