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Algorithmen zur Notfallversorgung

Lehrmeinung
für die Notfallsanitäter-Ausbildung
an den hessischen Rettungsdienstschulen

Im Auftrag und mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Vorwort

Bei der Version 2.1 der „Algorithmen zur Notfallversorgung“ handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Version 2.0
aus dem Jahr 2015. Sie dient als Lehr- und Prüfungsinhalt für die Notfallsanitäter-Ausbildung an den hessischen
Rettungsdienstschulen . Die Algorithmen beschreiben das an Krankheitsbildern orientierte Vorgehen bei medizinischen
Notfallsituationen, die Anwendung ausgewählter Medikamente ebenso wie einzelne medizinische Prozeduren. Die
„Algorithmen zur Notfallversorgung“ legen nicht fest, welche Maßnahmen von der Notfallsanitäterin/ dem Notfallsanitäter
bei der Berufsausübung in ihrem/seinem Rettungsdienstbereich im Rahmen des §4(2) 2c-NotSanG ausgeübt werden
dürfen. Dies ist Aufgabe des verantwortlichen Rettungsdienstträgers, vertreten durch den jeweiligen Ärztlichen Leiter
Rettungsdienst. Diesem können die vorliegenden Algorithmen in Bezug auf Inhalt und Layout als gute Grundlage für die
Erstellung der lokalen Standardprozeduren in seinem Rettungsdienstbereich dienen, die er vorzugeben, zu überprüfen
und zu verantworten hat.

Bei jedem Algorithmus wird die Durchführung der Basismaßnahmen nach dem ABCDE-Schema vorausgesetzt – bei hier
besonders zu beachtenden Punkten wird zusätzlich darauf hingewiesen. Bezüglich der notwendigen Nachforderung des
Notarztes sind die lokalen Vorgaben des Rettungsdienstträgers zu beachten.

Die Inhalte bilden den durch Diskussion erreichten Konsens eines Expertengremiums ab, welches sich durchaus bewusst
ist, dass nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können, da zu demselben Krankheitsbild teils unterschiedliche Leitlinien
und Therapieempfehlungen der verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen vorliegen.
Durch routinemäßige Überprüfung in der Regel alle 2 Jahre und bei besonderem Bedarf unterliegen diese Algorithmen
einem fortlaufenden Prozess der inhaltlichen Weiterentwicklung .

Die damit befasste Arbeitsgruppe ist im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) tätig
und besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:
Dr. R. Alexi, J. Blau, Dr. J. Büttner, Dr. B. Krakowka, Dr. W. Lenz, Dr. R. Merbs, Dr. E. Wranze-Bielefeld.

6. März 2018
Moderator und Ansprechpartner für die Arbeitsgruppe:
Dr. med. B. Krakowka,
e-mail-Adresse: b.krakowka@odenwaldkreis.de

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Inhaltsverzeichnis Prozeduren (P)

P 1. intravenöser Zugang (i.v.)


P 2. Intraossärer Zugang (i.o., Reanimation)
Krankheitsbilder und Zustände (K) P 3. CPAP-Anwendung
P 4. Supraglottischer Atemweg
K 1. Akutes Koronarsyndrom (ACS) P 5. Defibrillation
K 2. Dyspnoe, vermutl. durch Linksherzinsuffizienz P 6. Thoraxentlastungspunktion (Reanimation)
K 3. Bedrohliche Bradykardie P 7. Vorsichtung – verschiedene Modelle
K 4. Hypertensiver Notfall (mit extrem hohen RR-Werten)
K 5. Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Erwachsene) Medikamente (M)
K 6. Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Kind)
K 7. Kindliche Atemnot (extrapulmonale Atemwege) M 1. Acetylsalicylsäure
K 8. Hypoglykämie M 2. Adrenalin
K 9. Anaphylaktische Reaktion M 3. Amiodaron
K 10. Status epilepticus M 4. Atropin
K 11. Abdominelle Koliken M 5. Butylscopolamin
K 12. Kreislaufstillstand Erwachsene - CPR M 6. Dimenhydrinat
K 13a. Kreislaufstillstand Kind - CPR M 7. Esketamin
K 13b. Kreislaufstillstand Neugeborenes - CPR M 8. Fentanyl
K 14. Post-Reanimationsphase M 9. Glucose
K 15. Starke Schmerzzustände M 10. Glyceroltrinitrat
K 15.1 Paracetamol M 11. Ipratropiumbromid
K 15.2 Metamizol M 12. Metamizol
K 15.3 Esketamin und Midazolam M 13. Midazolam
K 15.4 Morphin M 14. Morphin
K 15.5 Piritramid M 15. Paracetamol
K 15.6 Fentanyl M 16. Piritramid
K 15.7 Risikoprofile von Analgetika M 17. Prednisolon
K 15.8 Dosierungs- und Applikationsmöglichkeiten von Analgetika M 18. Salbutamol
K 16. Starke Übelkeit M 19. Sauerstoff
M 20. Urapidil

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Nr. Erklärung Symbole & Layout

Einstiegsbedingungen / Fortsetzung von ...

Basismaßnahmen nach ABCDE ergänzende Hinweise

Entscheidung ?
Alternative 2 (z.B. „nein“)
Alternative 1 (z.B. „ja“)

Invasive Maßnahme
Standardmaßnahme Kompetenzniveau für NotSan:
für Notfallsanitäter in vielen RDB eigenständige ÄLRD-Mitwirkungsaufgabe [§4(2)2c],
oft auch Delegation an Rettungssanitäter möglich und üblich je nach Situation auch Assistenz [§4(2) 2a],
Nr. Delegation vor Ort [§4(2) 2b],

Invasive Maßnahme („rein ärztlich“) Invasive Maßnahme


Kompetenzniveau für NotSan: Kompetenzniveau für NotSan:
[Assistenz §4(2) 2a], in einzelnen RDB eigenständige ÄLRD-Mitwirkungsaufgabe [§4(2)2c],
[Delegation vor Ort §4(2) 2b] je nach Situation auch Assistenz [§4(2) 2a],
Delegation vor Ort [§4(2) 2b], Nr.

Maßnahmen können in
separaten Algorithmen
näher erläutert sein

Verweis auf weiter auf


anderen Algorithmus Nr. Blatt Y

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K1 Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Patient mit Arbeitsdiagnose „ACS“


aufgrund seiner Symptomatik Typische Symptome:
Schwere / Druck / Enge
im Brustkorb
Basismaßnahmen nach ABCDE oft Ausstrahlung
(Arm/Bauch/Kopf/Rücken)
atemunabhängig
Oberkörperhochlagerung, Betreuung bewegungsunabhängig,
beengende Kleidung öffnen oft aus der Ruhe heraus
vegetative Symptome
Sauerstoffgabe nur bei Hypoxie falls nicht kontraindiziert:
(z.B. Kaltschweiß)
bei SättO2 < 90 % Acetylsalicylsäure p.o. oder i.v.

12-Kanal-EKG Untypische Symtome


falls nicht kontraindiziert:
(spätestens 10 min nach Eintreffen) oft bei Diabetikern
Heparin
und bei Frauen
Venöser Zugang Monitoring:
langsame VEL-Infusion EKG-Rhythmus, SpO2, RR

falls indiziert: ja nein


Hf 50-130/min und RRsyst >100mmHg)
* bei erneutem STEMI ?
Nitrogabe 1 Hub s.l. (0,4mg)
Beschwerdebeginn
Wiederholung frühestens nach 3 min, erneute Gabe möglich
falls Bedingungen weiterhin erfüllt
geeignete
(max. 3 Hübe)* geeignete
Zielklinik
festlegen Zielklinik
falls nicht kontraindiziert: Analgesie (PCI-Möglichkeit!) festlegen

EKG und / oder ja PCI anmelden,


Beschwerdebild sprechen ggf. medikamentöse
für koronare Ursache? PCI-Vorbereitung

nein

Fortsetzen der Standardbehandlung Transport

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K2 Dyspnoe, vermutl. durch Linksherzinsuffizienz

Symptomatik des Patienten könnte


z.B. bds. feuchte Rasselgeräusche,
durch Linksherzinsuffizienz bedingt sein
Distanzrasseln,
schaumiges, teils hämorrhagisches Sputum
nein
CPAP anwendbar ?

falls indiziert:
ja Hf 50-130/min und RRsyst >150mmHg
Nitrogabe 1 Hub s.l. (0,4mg)
erneuter Versuch ?
CPAP-Anwendung
Algorithmus P 3 Wiederholung frühestens nach 3 min,
SOP je nach Gerät falls Bedingungen weiterhin erfüllt sind
nein

Besserungstendenz nein Besserungstendenz


nach 5 min? nach 5 min ?

ja ja
weiter mit CPAP
weiter mit ergänzt durch Nitro nein weiter mit
nein
CPAP-Anwendung lt. Algorithmus Nitrogabe

frühzeitig 12-Kanal-EKG, Monitoring, Reanimationsbereitschaft

Eine einmal begonnene CPAP-Anwendung soll bei einem


komplikationsfreien Verlauf nicht unterbrochen werden,
es sei denn, der Patient lehnt sie ab.
Weitere Maßnahmen durch Notarzt je nach Erfordernis
(Schleifendiuretika etc)

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Bradykardien können Folge respiratorischer
K3 Bedrohliche Bradykardie oder sonstiger Ursachen sein !
Diese vor symptomatischer Behandlung
nein ausschließen und ggf. beheben!
HF < 60 / min ? 12-Kanal-EKG
ja
nein Symptome z.B:
bei Extremsymptomen, z.B.
symptomatisch ? Schläfrigkeit, Schwindel,
komatös / beginnende Schnappatmung /
(häufig bei HF<40/min) Übelkeit, Atemnot, Synkopen,
HF<20 / Abfall etCO2<20 mm Hg:
Verschlechterung vorbestehender
Alle Maßnahmen unter begleitender Reanimation!
ja Herzinsuffizienz

AV-Block II Typ Mobitz ? AV-Block II-Typ Mobitz (und AV-Block III):


ja kein Atropin !
nein (meist infrahissärer Block,
Gefahr des totalen AV-Blocks)
Atropin 0,5 mg i.v.

nein und Hf < 50/min Adrenalin-Perfusor : Alternative:


Besserungstendenz 5mg/50ml Adrenalin-Tropf:1mg/500 ml VEL
nach 3 min? Start: 1,2ml/h = 2µg/min 1 Tropfen alle 3 sec = 2µg/min
ja Hf steigend, aber noch <50/min

Atropin 0,5 mg i.v. 3 Minuten


Wiederholungsgaben abwarten
alle 3-5 min
Maximaldosis 3 mg
Laufgeschwindigkeit Tropfgeschwindigkeit
anpassen anpassen
(Ziel Hf 50/min) (Ziel: HF 50/min)
zwischen zwischen 1 Tr. alle 3 sec = 2µg/min
1,2-7,2ml/h = 2-12µg/min und 2 Tr / sec = 12 µg/min
ja
HF > 50 / min ?
nein
Ärztliche Entscheidung
über weitere Vorbereitung transthorakales Pacing
antibradykarde bzw. Reanimationsbereitschaft
kausale Therapie ggf. Reanimation nach Standard

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K4 Hypertensiver Notfall (mit extrem hohen RR-Werten)

Definition: kritische RR-Erhöhung + Organdysfunktion


RR syst > 220 mmHg (z.B. Ang.pect., Herzinfarkt, Lungenödem,
RR diast > 120 mmHg Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit, Netzhautblutungen,
nein V.a. Aortendissektion, V.a. intrakranielle Blutungen etc.
Ziel ist nicht die optimale Blutdruckeinstellung (Schlaganfallgefahr),
ja sondern die Absenkung von Extremwerten um ca. 10-15 % !
Potentiell hochkomplexes internistisches Krankheitsbild !
ja
Begleitsymptome
Ang. pectoris/Dyspnoe?
?

nein
weiter mit Algorithmus bei Nitro-Kontraindikation
K 1 bzw. K 2 ggf. im Urapidil-Schenkel
andere Organsymptome ? bleiben
(s.o. rechts)

ja

Urapidil
lt. Algorithmus M 20
(5mg i.v. über 1 min)

RR-Kontrolle
nach 3 Minuten nein

RR syst ≤ 220 mm Hg?

ja
Ärztliche Entscheidung
über weitere
Therapie

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K5 Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Erwachsene/Kinder > 12 J.)

Basismaßnahmen nach ABCDE Typische Symptome:


-Monitoring von RR, Herzfrequenz, EKG, SaO2 Dyspnoe
(schwerer Asthmaanfall, Status asthmaticus) exspiratorischer Stridor,
-Atemerleichternde Haltung hörbares Giemen, Orthopnoe
-Lippenbremse Resp. Erschöpfung, Zyanose
-Sauerstoff 2-4 l /min Konfusion, Koma
-Wärmeerhalt Sa02 < 90 %
-Beruhigung Kein Atemgeräusch „silent chest“ Notarzt:

(schwerer Asthmaanfall, Status asthmaticus)


venöser Zugang (wenn zeitnah möglich)
Ggf. langsame VEL-Infusion Ggf. Prednisolon
Kontraindikationen: Ggf. Reproterol 0,09 mg i.v. (Wh 10 min)
Überdosierung mit ß-Mimetika Ggf. Magnesiumsulfat i.v. 2 g in 20 min
falls nicht kontraindiziert:
Tachykardie > 150/min Ggf. NIV durch erfahrenen Anwender
Salbutamol Fertiginhalat
Tachyarrhythmie endotracheale Intubation/Beatmung
2 Amp á 1,25 mg in 2,5 ml (=2,5 mg in 5 ml)
Kreissende Schwangere
mit 02 vernebeln
(nach 15 min wiederholbar)
ggf. NIV-Therapie
nach lokalen Vorgaben
falls keine ausreichende Besserung:
Ipratropiumbromid Fertiginhalat ggf. direkte
2 Amp á 0,25 mg in 2 ml (= 0,5 mg in 4 ml) Ipratropiumbromidgabe
mit 02 vernebeln bei vorausgegangener
(nach 30 min wiederholbar) Selbstmedikation mit
ß-Mimetika

Ggf. Prednisolon (nach lokalen Vorgaben)

nein
Nachlassen der Symptome ?

Fortsetzen der Standardbehandlung Transport in geeignete Klinik


ja

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K6 Akute obstruktive Atemwegserkrankung (Kind - 12J.)

Basismaßnahmen nach ABCDE Typische Symptome:


-Monitoring von RR, Herzfrequenz, EKG, SaO2 Dyspnoe, Exspiratorischer Stridor
-Atemerleichternde Haltung Husten (=infraglottisch)
-Lippenbremse Auskult. Giemen/Brummen
-Sauerstoff 2-4 l /min Orthopnoe
-Wärmeerhalt Kein Atemgeräusch „silent chest“
-Beruhigung unter Mithilfe der Eltern Erschöpfung, Konfusion, Koma
-Abfrage der Eltern bzgl. bereits durchgeführter Kind „schweigt“ = hochgradige Notarzt:
Akutmaßnahmen (Medikamente) Gefährdung !!! (schwerer Asthmaanfall, Status asthmaticus)
Zyanose, Sa02 < 90 %
häufig Virusinfekt (Trigger) Fieber ? venöser Zugang (sehr kritisch abwägen)
falls nicht kontraindiziert: langsame VEL-Infusion
Salbutamol Fertiginhalat Prednisolon i.v.
1 Amp á 1,25 mg in 2,5 ml Kontraindikationen: (von Eltern bereits Prednison 100 mg rectal ?)
(evtl. plus 2,5 ml NaCl 0,9%*) Überdosierung mit ß-Mimetika Ggf. Magnesiumsulfat i.v.
mit 5 - 10 l 02 vernebeln Tachykardie > 150/min Ggf. Reproterol i.v.
Bei > 20 kg: nach 15 min wiederholbar Tachyarrhythmie Ggf. endotracheale Intubation/Beatmung

falls keine ausreichende Besserung:


Ipratropiumbromid Fertiginhalat
1 Amp á 0,25 mg in 2 ml Vorsicht:
(ggf. plus 3 ml NaCl 0,9 %*) Verschiedene Konzentrationen
mit 5 - 10 l 02 vernebeln bei Fertiginhalaten
alle 20 min für 1 Stunde wiederholbar
*Bei evtl. Verdünnung eines
Prednison Supp 100 mg rectal Inhalates mit NaCl 0,9 % bitte
Hersteller-Empfehlungen beachten

venöser Zugang (nur im äußersten Notfall,


dann langsame VEL-Infusion)

nein
Nachlassen der Symptome ?

ja
Fortsetzen der Standardbehandlung Transport in geeignete Klinik

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K7 Extrapulmonale Atemwegsobstruktion/Krupp (Kind)

Patient mit Arbeitsdiagnose „Krupp-Syndrom“ Typische Symptome:


aufgrund seiner Symptomatik Inspiratorischer Stridor
Dyspnoe, Räuspern,
Würgen (=supraglottisch)
Erschöpfung, Konfusion, Koma
Basismaßnahmen nach ABCDE Zyanose, Sa02 < 92 % Notarzt:
-Monitoring von RR, Herzfrequenz, EKG, SaO2
-Aufrechte Körperposition des Kindes Auslöser: Entscheidung über Schweregrad 1-3
-Beruhigung der Eltern und des Kindes Virusinfekt,(glottisch, subglottisch) (Verbleib des Kindes: ambulant – Klinik)
-Abfrage der Eltern bzgl. bereits durchgeführter
Akutmaßnahmen (Medikamente) Cave: venöser Zugang (sehr kritisch abwägen)
-Feuchte und kühle Luft (z.B. Fenster, Dusche) in- und exspiratorischer Stridor langsame VEL-Infusion
-Sauerstoff 2-4 l /min (selten nötig) Ggf. endotracheale Intubation/Beatmung
-Keine Spateluntersuchung des Rachens ! (Tubus 0,5 mm kleiner)

Steroid: Koniotomiebereitschaft
mittelfristig stabilisierend,
antientzündlich, seltener Intubation
Steroid:
(falls noch nicht verabreicht) Adrenergika:
Prednison 100 mg rectal Schnelle, aber kurze Wirksamkeit
(z.B. Rectodelt Supp 100) Vasokonstriktion im Entzündungs-
bereich, nie ohne Steroid

Bei schweren Kruppartigen


Adrenalin 1 mg Krankheitsbildern: DD: Epiglottitis ?
auf 5 ml NaCl 0,9 % (Alter, Sprache, sitzend,
mit 5 - 10 l 02 vernebeln Speichel, Sepsis)
Immer Notarztbegleitung !

nein
Nachlassen der Symptome ?

Fortsetzen der Standardbehandlung ggf. Transport in geeignete Klinik


ja

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K8 Hypoglykämie

Symptomatik des Patienten könnte z.B. Bewusstseinsstörung, Desorientierung, neurologische oder


durch Hypoglykämie bedingt sein psychiatrische Auffälligkeiten, Unruhe, Zittern, Kaltschweißigkeit,
Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Herzkreislaufstillstand
BZ kleiner als
60 mg/dl?
nein
ja Patienten zum Teil mit Eigenmedikation ausgestattet
(z.B. Glucagon)
ggf. weitere Insulinzufuhr stoppen (Insulinpumpe?)

nein Venöser Zugang


Patient wach und
Langsame VEL-Infusion
schluckfähig?
ja

Glucose oral 8-10 g Glucose i.v. 8-10 g

Besserung nach 3 min? Besserung nach 3 min?


ja
nein
nein
Patient wach und
schluckfähig? ja
nein
ja
Glucose i.v. 8-10 g
Glucose oral 8-10 g

zurück zum
Ursprungs-
Algorithmus
BZ-Kontrolle nach 3 Minuten

nach BZ-Anhebung und Besserung der Symptome:


Immer Arztkontakt wegen Ursachenbeurteilung
(Notarzt, Hausarzt, Klinik)
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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K9 Anaphylaktische Reaktion

Basismaßnahmen nach ABCDE


Allergenzufuhr stoppen, falls möglich

Monitoring von RR, Herzfrequenz, EKG, SpO2


Risiko der rapiden Verschlechterung berücksichtigen Modif. nach
(Anamnese, Verlauf vorheriger Ereignisse ?) Ring u.
Evtl. Notfall-Set von dem Patienten bereits angewendet ? Messmer
Quelle:
Grad der Bedrohlichkeit der Anaphylaxie ermitteln AWMF-
(Anaphylaxie = Ganzkörperphänomen) Register-Nr.
065-025

Stadium I mit: Stadium II--III mit: Stadium II--III mit: Stadium II--III mit: Stadium II--III mit: Stadium IV mit:
Pruritus, Flush
, Übelkeit
, , Dyspnoe, Dysphonie, Hypotension, Herz-Kreislauf-
Urtikaria, Koliken bedrohliche Uvulaschwellung, Schock, Stillstand
Angioödeme Erbrechen Obstruktion insp. Stridor Bewusstlosigkeit

Symptomorientierte Lagerung

Adrenalin i.m. (Aussenseite mittleres Oberschenkeldrittel)


Erw.: 0,3 - 0,5 mg , Kinder 0,01 mg/kg KG
CPR nach
Venöser Zugang und VEL Algorithmus
Erwachsene 500-1000 ml / Kind 20 ml/kg KG i.v.
Salbutamol Adrenalin inhalativ
2 Amp á 1,25 mg in 2,5 1mg auf 5 ml NaCl
ml (=2,5 mg in 5 ml) mit 02 vernebeln
mit 02 vernebeln
Bei Kindern ggf. 100 mg Predniso(lo)n supp

Erwägen: H1-Blocker (z.B. Dimentiden), H2-Blocker (z.B. Ranitidin), Corticostreroid, Adrenalin fraktioniert/Perfusor

Fortführen der Basisversorgung, Monitoring von RR, Herzfrequenz, EKG; SpO2, ggf. Notarztnachforderung (s.o.)

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 10 Status epilepticus (Grand mal)

Definition „Status epilepticus“ nach DGN:


Krampfanfall länger als 5 min oder
Basismaßnahmen nach ABCDE mindestens 2 Anfälle hintereinander
(u.a. Schutz vor weiteren Verletzungen) ohne Bewusstsein dazwischen

Achtung: unterschiedliche Midazolam-Konzentrationen verfügbar !


Für die nasale Gabe wird die 5mg/ml-Konzentration empfohlen!
ja
venöser Zugang
vorhanden ?

nein

Midazolam nasal (15mg/3ml) Applikation Midazolam i.v. (5mg/5ml)


mit MAD 300
(auf beide Nasen-
• bis 50 kg KG: 1 mg/10 kg KG Löcher verteilen!)
• bis 50 kg KG: 1 mg/10 kg KG
• über 50 kg KG: 5 mg • über 50 kg KG: 5 mg
Falls binnen 4 Minuten keine Wirkung: Falls binnen 2 Minuten keine Wirkung:
1 x wiederholen 1x wiederholen

Dosissteigerung Benzodiazepine?
nein Narkose / Relaxation (Thiopental) ?
Anfall
Differenzialdiagnose?
beendet ?
Fremdanamnese!
ja Levetirazetam ?

venöser Zugang? u.a. Schutz vor weiteren Verletzungen, Aspiration, evtl. stab. Seitenlage

Temperatur- und BZ-Messung bei Fieber: antipyretische Therapie erwägen !

gute Überwachung ! A- und B-Problem durch Midazolam auslösbar !


Standardmaßnahmen

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 11 Abdominelle Koliken

Patient mit der Arbeitsdiagnose


„Gallen- oder Nierenkolik“
Notärztliche
aufgrund seiner Symptomatik
Entscheidung
über weitere
Maßnahmen
Basismaßnahmen nach ABCDE
erleichternde Lagerung

Venöser Zugang nein


langsame VEL-Infusion 500 ml Aufklärung des Patienten hier besonders wichtig !
Nicht lebensbedrohliche Situation u. Erkrankung,
Ziel ist Transportfähigkeit herzustellen,
ja Risikobehaftetes Medikament ist v.a. Metamizol,

nein
RR syst > 100 mmHg
Hf 50 – 130 /min
SpO2 > 92 %

ja nein

falls nicht kontraindiziert:


Metamizol 1 g i.v. langsam (2 min) Besserung der Beschwerden ?
Metamizol 1,5 g in die Infusion
Butylscopolamin 20 mg i.v. langsam
ja

Transport in geeignete Zielklinik,


ggf. Hausarzt, ggf. urologische Praxis

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 12 Kreislaufstillstand Erwachsene - CPR

Keine Reaktion
Keine Atmung bzw. Schnappatmung

Atemwege freimachen
Defibrillator/EKG-Monitor anschließen
Thoraxkompression bis Defi betriebsbereit

Rhythmusanalyse
Pulskontrolle, wenn:
während CPR:
VF / PVT PEA / Asystolie - CO2 signifikant ansteigt
Optimale CPR: Schock indiziert kein Schock indiziert
Frequenz 100-120/min - allg. Zeichen des Lebens:
Tiefe 5-6 cm, - Atmung
Entlastung 1 x Schock 200 J - Bewegung
Wechsel alle 2 min - Abwehrreaktionen
Sofort ROSC Sofort
CPR 30:2 für 2min Wiederherstellung eines CPR 30:2 für 2min
Atemwegssicherung
Spontankreislaufes
O2-Gabe
Gesicherter Atemweg: (siehe K 14) gesicherter Atemweg:
Absaugung
HDM durchgehend HDM durchgehend Reversible Ursachen
Zugang i.v./i.o.
Postreanimationsphase: „HITS“
Pulsoxymetrie
Kapnometrie/-graphie Monitoring
nach 3. Schock Hypoxie
HITS erkennen und Lagerung
Adrenalin Adrenalin Hypovolämie
beheben Kontrollierte O2-Gabe
1 mg 1 mg Hypoglykämie
Temperaturkontrolle Hypothermie
alle 3-5 min Repetition baldmöglichst
Behandlung „HITS“ Hypo-/Hyperkaliämie
Amiodaron Katecholamine alle 3-5 min Herzbeuteltamponade
300 mg i.v. Sedierung wiederholen Intoxikation
nach 5. Schock Beatmung Thrombembolie
150 mg i.v. Therap. Hypothermie Spannungspneumothorax
Narkose
Unterbrechung des Algorithmus
nur, wenn: Beachte:
- Spontanatmung eintritt Transport Besondere Bedingungen bei
- der Notarzt dies entscheidet (Abbruch) geeignete Zielklinik einem HKL-Stillstand durch
- man selbst nicht mehr kann Anmeldung ein Trauma
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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 13 a Kreislaufstillstand Kind - CPR

Keine Reaktion
Keine Atmung bzw. Schnappatmung

Atemwege freimachen
CPR (5 initiale Beatmungen, dann 15:2)
Defibrillator/EKG-Monitor anschließen

Rhythmusanalyse
Gewicht Kinder
VF / PVT PEA / Asystolie (Abschätzung):
Schock indiziert kein Schock indiziert
während CPR: Neugeborenes: 4kg
(NLS-Algorithmus)
Optimale CPR:
ROSC
Frequenz 100-120/min 1 x Schock 4J/kg KG Sofort 1 Jahr: 10 kg
Wiederherstellung eines
Tiefe, Entlastung CPR 15:2 für 2min 3 Jahre: 15 kg
Sofort Spontankreislaufes
unterbrechungsfrei 6 Jahre: 20 kg
CPR 15:2 für 2min (siehe K 14)
Atemwegssicherung gesicherter Atemweg: 10 Jahre: 30 kg
O2-Gabe unterbrechungsfrei HDM durchgehend
Absaugung gesicherter Atemweg: Postreanimationsphase:
Zugang i.v./ i.o. HDM durchgehend Adrenalin
Monitoring Reversible Ursachen
Pulsoxymetrie baldmöglichst
Lagerung „HITS“
Kapnometrie/ -graphie nach 3. Schock 0,01 mg/kg KG i.v./i.o.
Kontrollierte O2-Gabe
HITS erkennen und Adrenalin Temperaturkontrolle Hypoxie
beheben 0,01 mg/kg KG i.v./i.o. alle 3-5 min
wiederholen Hypovolämie
alle 3-5 min Behandlung „HITS“
Hypoglykämie
wiederholen Katecholamine
Hypothermie
Sedierung
Hypo-/Hyperkaliämie
Amiodaron Narkose
Herzbeuteltamponade
5 mg/kg KG i.v./i.o. Beatmung
Intoxikation
(Repetition nach Therap. Hypothermie
Thrombembolie
5. Schock)
Spannungspneumothorax
Transport
geeignete Zielklinik
Anmeldung
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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 13 b Kreislaufstillstand Neugeborenes - CPR

Vor der Geburt:


Geburt
Teambriefing und
Equipmentcheck
Trocknen
Warm halten
Uhr starten oder Zeit notieren

60 Sekunden
Muskeltonus, Atmung, Herzfrequenz ?

Schnappatmung/keine Atmung Unverzüglich


Öffnen der Atemwege, Absaugen Notarzt
5 Initialbeatmungen nachalarmieren
Pulsoxymetrie +/- EKG erwägen
In jeder Phase: brauche ich Hilfe ?

Wiederbeurteilung
Temperaturkontrolle

Wenn kein Anstieg der Herzfrequenz:


Hebt sich der Brustkorb unter Beatmung ?

Wenn sich der Brustkorb nicht hebt: Akzeptable


Repositionierung des Kopfes präduktale SpO2
2-Hände-Esmarch-Handgriff und Atemhilfen erwägen 2 Min. 60 %
Wiederholen der initialen Beatmung 3 Min. 70 %
Pulsoxymetrie +/- EKG erwägen 4 Min. 80 %
5 Min. 85 %
Wiederbeurteilung 10 Min. 90 %
Wenn kein Anstieg der Herzfrequenz:
Hebt sich der Brustkorb unter Beatmung ?

Wenn sich der Brustkorb hebt:


Wenn keine Herzfrequenz feststellbar oder <60/Min

(wenn möglich mittels


Beginn mit Herzdruckmassagen

Erhöhung der O2-


Herzdruckmassage: Beatmung 3 :1

Pulsoxymetrie)
Konzentration
Alle 30 Sekunden Herzfrequenz beurteilen
Wenn keine Herzfrequenz feststellbar oder <60/Min
weiter CPR
i.v./i.o. Zugang und Medikamente erwägen
Information an die Eltern
Teamdebriefing
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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 14 Post-Reanimationsphase

(return of spontaneous circulation,


12-Kanal-EKG ROSC Wiederkehr des eigenen Kreislaufs)

ja spontanes nein toleriert nein


z.B. Midazolam, ggf. Wiederholung Analgosedierung
Erwachen? Beatmung?
über 50 kg KG: 5 mg, bis 50 kg KG: 1 mg/10 kg
ja

HF nein HF zu niedrig:? Erwägen: HF zu hoch? Erwägen: *ggf. Warten auf


50-130 /min? Atropin / Adrenalin Analgosedierung Abklingen der
Schrittmacher Antiarrhythmika* / Kardioversion Adrenalinwirkung
ja
nein MAP zu niedrig ? Erwägen: MAP zu hoch? Erwägen:
*MAP: mittlerer arterieller Druck MAP*
Katecholamine Analgosedierung
= (syst .+ 2x diast. RR) 65-100 mmHg ?
(z.B.Adrenalin-Perfusor /-Tropf) Antihypertensiva
3 ja
et CO2 nein NB: CO2-Abfall kann
Normoventilation
35-40 mmHg ? anstreben auch zirkulatorisch
bedingt sein !
ja
nein
ggf. Kühlung nach
Temperatur
lokalen Vorgaben
< 36 °C?
ja
nein
BZ Glucose 8 g i.v.
>60 mg/dl ?
ja
NB: zum Ausschluss einer nein
SättO2 ggf. FiO2 anpassen
CO-Intoxikation einmalig 94-98% ?
auch HbCO bestimmen !
(falls Analysegerät verfügbar) ja

ja bzw. möglichst mit 30° OK-Hochlage


12 Kanal-EKG: ACS-Algorithmus
wahr-
(Transportziel PCI) zur Sicherstellung des venösen
STEMI? scheinlich
Rückflusses (=Hirnödemprophylaxe)
nein
Transport in geeignete Zielklinik Zervikalstütze für achsengerechte
unter max. Monitoring / Rea-Bereit- Lagerung, situativ entscheiden
schaft (Kühlung? PCI? …?) (Vermeidung ICP-Anstieg ! )

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 15 Starke Schmerzzustände

Basismaßnahmen nach ABCDE,


Krankheitsbild/Verletzungsmuster

Erfassung der Schmerzintensität


(NRS/NAS/VAS) s. Schautafel

Nichtmedikamentöse Schmerztherapie
(Lagerung/Ruhigstellung/Zuwendung)

Analgesie Ziel der Analgesie für NotSan:


Wahl des Mittels Schmerzlinderung !
ja z. B. aufgrund (z. B. NAS ≤ 5)
NAS > 5, Pat. > 1 Jahr (10 kg) Substanzklasse, Schmerz-
ursache, Intensität, Dokumentation:
Vorgabe oder der erwünschten und
Verfügbarkeit Unerwünschten Wirkungen
(z.B. NAS-Skala)

nein

Fortführung der Standardbehandlung, Paracetamol Esketamin Morphin


inkl. nichtmedikamentöser Metamizol K15.1-2 (sehr stark wirksam) K15.3 Piritramid K15.4-6
Schmerztherapie (NSAR/NSAID, antiphlogistisch, ggf. kombiniert mit Fentanyl
antipyretisch, wenig zentral Midazolam (Opioide, zentral wirksam,
wirksam, schwach wirksam) (Sedativum) stark wirksam)
Weitere Festlegungen, z. B. Transport,
Übergabe an geeigneten Arzt, etc.
Kombinationen von Analgetika gleicher Substanzklassen werden nicht empfohlen
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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Indikationen z. B.:
K 15.1 Paracetamol • Mittelstarke Schmerzen

Voraussetzungen lt. K15, Kontraindikationen z. B.:


O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle, • Allergien gegen Paracetamol oder andere NSAIDs /NSARs
Monitoring • Leberfunktionsstörung (z. B. auch bei schwerer Mangelernährung,
und schwerem Alkoholmißbrauch)
Absolute und relative Kontraindika- • (schwere) Nierenerkrankung
tionen berücksichtigen, sowie Alter- • Epilepsie mit Einnahme von Anti-Epileptika
nativen erwägen • Blutbildungsstörungen angeboren oder erworben
(z. B. hepatische Porphyrie, Gukose-6-Phosphat-Dehydrgenase-
Mangel, Chemotherapie, etc.)
• Schwangerschaft (relative Kontraindikation)

Alternativen z. B. :
Durchführung Keine Analgesie: • Metamizol
nein Fortführung der
nach Aufklärung und
Einwilligung möglich Standardbehand-
lung lt. K15

ja

Paracetamol
Risiken / UAW z. B.:
Dosierung (Kurzinfusion ca. 15 Min.):
• Kreislaufkollaps (insbesondere bei schneller Gabe, aber selten)
• Asthmaanfall
10 - 50 kgKG: 15 mg/kgKG
• Blutbildungsstörungen (bis zur Agranulozytose, sehr selten)
> 50 kgKG: 1000 mg
• Übelkeit (daher langsame Gabe!)
• Hautrötung, -jucken
Wiederholungsdosis:
Kontraindiziert, stattdessen andere
Substanzklasse erwägen
• Vorteile: Keine Atemdepression, mit Opioiden gut kombinierbar
• Nachteile: Geringe analgetische Potenz, eingeschränktes
Weitere Festlegungen, z. B. Transport, Indikationsgebiet im Rettungsdienst (z. B. Koliken)
Übergabe an geeigneten Arzt, s. K15

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 15.2 Metamizol Indikationen z. B.:
• Mittelstarke Schmerzen, insbesondere bei Koliken

Voraussetzungen lt. K15, Kontraindikationen z. B.:


O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle, • Allergien gegen Metamizol oder andere NSAIDs /NSARs
Monitoring • Blutbildungsstörungen angeboren oder erworben
(z. B. hepatische Porphyrie, Gukose-6-Phosphat-Dehydrgenase-
Absolute und relative Kontraindika- Mangel, Chemotherapie, etc.)
tionen berücksichtigen, sowie Alter- • Schwangerschaft und Stillzeit
nativen erwägen • Kollapszustände
• (Schwere) Nierenerkrankung

Alternativen z. B. :
Paracetamol

Durchführung Keine Analgesie:


nein Fortführung der
nach Aufklärung und
Einwilligung möglich Standardbehand-
lung lt. Folie K15

ja

Metamizol
Risiken / UAW z. B.:
Dosierung (langsam titriert i. v.):
• Kreislaufkollaps (insbesondere bei schneller Gabe)
• Asthmaanfall
10 - 50 kgKG: 10 - 20 mg/kgKG
• Blutbildungsstörungen (bis zur Agranulozytose, sehr selten)
> 50 kgKG: 1000 mg
• Psychiatrische Nebenwirkungen (eher selten)
• Allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (eher selten)
Wiederholungsdosis nicht indiziert,
bei Erwachsenen zusätzlich 1500 mg
in 500 ml Infusion langsam i.v. möglich
• Vorteile: Keine Atemdepression, mit Opioiden gut kombinierbar
• Nachteile: Geringe analgetische Potenz, eingeschränktes
Weitere Festlegungen, z. B. Transport, Indikationsgebiet für den Rettungsdienst (z. B. Koliken)
Übergabe an geeigneten Arzt, s. F. K15

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Indikationen z. B.:
K 15.3 Esketamin und Midazolam • Sehr starke bis stärkste Schmerzen, ausschließlich traumatisch

Kontraindikationen z. B.:
Voraussetzungen lt. K15,
• Bewusstseinsstörung bzw. Einfluss psychoaktiver Substanzen
O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle,
wie Alkohol, Drogen, Psychopharmaka (GCS<12)
Monitoring
• Aktuelle psychogene Erkrankung
• Allergien (selten)
Absolute und relative Kontraindika-
• Akute KHK (Esketamin)
tionen berücksichtigen, sowie Alter-
• Maligner Hypertonus (Esketamin)
nativen erwägen
• Schwangerschaft (relative Kontraindikation, nur Esketamin)
• Ateminsuffizienz (AF<10/min , SpO2<90%) (nur Midazolam)
Keine Analgesie: • Kreislaufinstabilität (HF<50, RRsyst< 100mm Hg) (nur Midazolam)
Durchführung nein
nach Aufklärung und Fortführung der
Einwilligung möglich Standardbehand- Alternativen z. B. : Opioide (Fentanyl, Piritramid, Morphin)
lung lt. K15
Risiken / UAW z. B.:
ja • Bewusstseinstrübung (Wirkungsverstärkung zentral dämpfender
Mittel) und psychische Störungen (Interaktion mit psychotropen
nein
i.v. –Zugang Substanzen, „neben der Spur“, Euphorie, Dysphorie)
möglich • Atemdepression (nur Midazolam)
• Übelkeit ( nur Esketamin, daher langsame Gabe i. v. !)
ja

(Midazolam, fakultativ) (Midazolam, fakultativ) Wichtige Hinweise:


Dosierung (langsam titriert i. v.): Nasale Gabe (Bolusverneblung z. B. 1. Die Gabe von Midazolam ist nicht obligat,
mit MAD-Nasenadapter bds.): sondern fakultativ und dient der Co-
0,04 mg / kg KG 0,04 mg / kg KG Analgesie und Prophylaxe Esketamin –
bedingter Alpträume/Panikattacken
Esketamin 2. Komplikationen: das Management erfolgt
Esketamin
Nasale Gabe (Bolusverneblung z. B. nach lokalen Vorgaben
Dosierung (langsam titriert i. v.):
mit MAD-Nasenadapter bds.):
0,125 – 0,250 mg / kg KG
0,250 - 0,500 mg / kg KG
• Vorteile: Sehr starke analgetische Potenz,
Wiederholungsdosis jeweils titriert möglich, zusätzlich max. 1 mg Midazolam • keine/geringe Atemdepression durch
+ max. 50 mg S-Ketamin, bei nasaler Gabe Bolus vorher festlegen! Esketamin, nasale Applikation möglich
• Nachteile: Ausschließlich bei traumatischen
Schmerzen einsetzbar, ohne Midazolam Risiko
Weitere Festlegungen, z. B. Transport, Übergabe an geeigneten Arzt, lt. K15 von Alpträumen/Horrorvisionen - dosisabhängig

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 15.4 Morphin Indikationen z. B.:
• Starke Schmerzen, NAS ≥ 5, traumatisch/nichttraumatisch

Kontraindikationen z. B.:
Voraussetzungen lt. K15,
• Ateminsuffizienz (AF<10/min , SpO2<90%)
O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle,
• Bewusstseinsstörung bzw. Einfluss psychoaktiver Substanzen
Monitoring
wie Alkohol, Drogen, Psychopharmaka (GCS<12)
Absolute und relative Kontraindika- • Kreislaufinstabilität (HF<50, RRsyst< 100mm Hg)
tionen berücksichtigen, sowie Alter- • Eingeschränkter Zugriff zum Patienten (z.B. Lagerung/Beatmung)
nativen erwägen • Allergie (selten)

Alternativen z. B.:
• z. B. Piritramid (ggf. auch Fentanyl) in äquipotenter Dosierung

Durchführung Keine Analgesie:


nein
nach Aufklärung und Fortführung der
Einwilligung möglich Standardbehand-
lung lt. K15

ja

Morphin Risiken / UAW z. B.:


Dosierung (langsam titriert i. v.): • Atemdepression
• Bewusstseinstrübung (Wirkungsverstärkung zentral dämpf-
0,04 mg / kg KG ender Mittel und psychische Störungen (Interaktion mit psycho-
tropen Substanzen, „neben der Spur“, Euphorie, Dysphorie)
• Kreislaufdepression
Wiederholungsdosis alle 2 Min. • Übelkeit (daher langsame Gabe!)
bei NAS ≥ 5,

• Vorteile: Gute analgetische Potenz, wenig Kontraindikationen


Weitere Festlegungen, z. B. Transport,
• Nachteile: Hohes Risiko der Atemdepression, gleichzeitig große
Übergabe an geeigneten Arzt, s. K15
Bandbreite/Varianz der notwendigen Dosis

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Indikationen z. B.:
K 15.5 Piritramid • Starke Schmerzen, NAS ≥ 5, insbesondere traumatisch

Kontraindikationen z. B.:
Voraussetzungen lt. Folie K15, • Ateminsuffizienz (AF<10/min , SpO2<90%)
O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle, • Bewusstseinsstörung bzw. Einfluss psychoaktiver Substanzen
Monitoring wie Alkohol, Drogen, Psychopharmaka (GCS<12)
• Kreislaufinstabilität (HF<50, RRsyst< 100mm Hg)
Absolute und relative Kontraindika- • Eingeschränkter Zugriff zum Patienten (z.B. Lagerung/Beatmung)
tionen berücksichtigen, sowie Alter- • Allergie (selten)
nativen erwägen
Alternativen z. B.:
• z. B. Fentanyl oder Morphin in äquipotenter Dosierung

nein Keine Analgesie:


Durchführung
nach Aufklärung und Fortführung der
Einwilligung möglich Standardbehand-
lung lt. K15

ja

Piritramid Risiken / UAW z. B.:


Dosierung (langsam titriert i. v.): • Atemdepression
• Bewusstseinstrübung (Wirkungsverstärkung zentral dämpf-
0,06 mg / kg KG ender Mittel) und psychische Störungen (Interaktion mit psycho-
tropen Substanzen, „neben der Spur“, Euphorie, Dysphorie)
• Kreislaufdepression
Wiederholungsdosis alle 2 Min. • Übelkeit (daher langsame Gabe!)
bei NAS ≥ 5

• Vorteile: Gute analgetische Potenz, wenig Kontraindikationen


Weitere Festlegungen, z. B. Transport,
• Nachteile: Hohes Risiko der Atemdepression, gleichzeitig große
Übergabe an geeigneten Arzt, s. K15
Bandbreite/Varianz der notwendigen Dosis

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Indikationen z. B.:
K 15.6 Fentanyl • Sehr starke bis stärkste Schmerzen, NAS ≥ 5,
• insbesondere traumatisch

Voraussetzungen lt. Folie K15, Kontraindikationen z. B.:


O2-Gabe, Vitalzeichenkontrolle, • Ateminsuffizienz (AF<10/min , SpO2<90%)
Monitoring • Bewusstseinsstörung bzw. Einfluss psychoaktiver Substanzen
wie Alkohol, Drogen, Psychopharmaka (GCS<12)
Absolute und relative Kontraindika- • Kreislaufinstabilität (HF<50, RRsyst< 100mm Hg)
tionen berücksichtigen, sowie Alter- • Eingeschränkter Zugriff zum Patienten (z.B. Lagerung/Beatmung)
nativen erwägen • Allergie (selten)

Alternativen z. B.:
• z. B. Piritramid (ggf. auch Morphin) in äquipotenter Dosierung

Durchführung Keine Analgesie:


nein
nach Aufklärung und Fortführung der
Einwilligung möglich Standardbehand-
lung lt. K15

ja

Risiken / UAW z. B.:


Fentanyl
• Atemdepression
Dosierung (langsam titriert i. v.):
• Bewusstseinstrübung (Wirkungsverstärkung zentral dämpf-
ender Mittel) und psychische Störungen (Interaktion mit psycho-
0,001 mg / kg KG
tropen Substanzen, „neben der Spur“, Euphorie, Dysphorie)
• Kreislaufdepression
Wiederholungsdosis alle 2 Min. • Übelkeit (daher langsame Gabe!)
bei NAS ≥ 5

Vorteile: sehr gute analgetische Potenz, wenig Kontraindikationen


Weitere Festlegungen, z. B. Transport,
Nachteile: Hohes Risiko der Atemdepression, gleichzeitig große
Übergabe an geeigneten Arzt, s. K15
Bandbreite/Varianz der notwendigen Dosis

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Hinweis: Analgetikagabe durch Rettungsdienstpersonal
K 15.7 Risikoprofile von Analgetika nicht bei Patienten unter 1 Jahr bzw. 10 kgKG
Midazolam nur Sedativum und Co-Analgetikum in Verbindung mit Esketamin

Paracetamol Metamizol Esketamin Midazolam Opiate (Morphin,


(+ Esketamin) Piritramid, Fentanyl)

•Allergien (gegen Paracetamol •Allergien (gegen •Bewusstseinsstör- •Bewusstseinsstör- •Bewusstseinsstör-


oder andere NSAIDs /NSARs) Metamizol oder andere ung (GCS<12) ung (GCS<12) ung (GCS<12)
Kontraindikationen

•Leberfunktionsstörung (z. B. NSAIDs /NSARs) •Einfluss psycho- •Einfluss psycho- •Einfluss psycho-
bei schwerer Mangelernährung •Kollapszustände aktiver aktiver aktiver
und schwerem Alkoholmißbrauch) •(schwere)
Substanzen? Substanzen? Substanzen?
•(schwere) Nierenerkrankung Nierenerkrankung (Alkohol, Drogen, (Alkohol, Drogen, (Alkohol, Drogen,
•Epilepsie (mit Einnahme von •Blutbildungsstörungen Psychopharmaka) Psychopharmaka) Psychopharmaka)
Anti-Epileptika) angeboren oder •Akute KHK •Ateminsuffizienz •Ateminsuffizienz
•Blutbildungsstörungen erworben (z. B. •Maligner (AF<10/min, (AF<10/min ,
angeboren oder erworben hepatische Porphyrie, Hypertonus SpO2<90%) SpO2<90%)
(z. B. hepatische Porphyrie,
Gukose-6-Phosphat-
Gukose-6-Phosphat- •Schwangerschaft •Kreislaufinstabilität •Kreislaufinstabilität
Dehydrgenase-Mangel, (relativ) (HF<50, RRsyst< (HF<50, RRsyst<
Dehydrgenase-Mangel, Chemotherapie, etc.) 100mm Hg) 100mm Hg)
Chemotherapie, etc.) •Schwangerschaft und •Eingeschränkter
•Schwangerschaft (relativ) Stillzeit Zugriff (zur Lagerung/
Beatmung des Pat.
•RR-Abfall (daher langsame •RR-Abfall (daher •Übelkeit (daher •Brennen bei •Übelkeit (daher
(unerwünschte Arzneimittelwirkungen)

Gabe!) langsame Gabe!) langsame i. v. Gabe!) nasaler Gabe (an langsame Gabe!)
•Asthmaanfall •Asthmaanfall •Psychische der Schleimhaut) •Psychische
•Blutbildungsstörungen (bis •Blutbildungsstörungen Störungen („neben •Psychische Störungen („neben
zur Agranulozytose, sehr selten) (bis zur Agranulozytose, der Spur“, Dysphorie, Störungen („neben der Spur“, Euphorie,
•Übelkeit (daher langsame sehr selten) Euphorie) der Spur“, Euphorie, Dysphorie)
Gabe!) •Psychiatrische •Bewusstseinstrü- Dysphorie) •Atemdepression
•Hautrötung, -jucken Nebenwirkungen (eher bung (Wirkungsver- •Atemdepression •Bewusstseinstrü-
selten) stärkung zentral •Bewusstseinstrü- bung (Wirkungsver-
UAW

•Allergische Haut- und dämpfender Mittel) bung (Wirkungsver- stärkung zentral


Schleimhautreaktionen stärkung zentral dämpfender Mittel)
(eher selten) dämpfender Mittel)

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 15.8 Dosierungs- und Applikationsmöglichkeiten von Analgetika

Paracetamol Metamizol Esketamin Midazolam Morphin Piritramid Fentanyl


Cave: Z. T. andere
Cave: Z. T. andere Cave: Z. T. andere
100 ml/1000 Amp./Konzentrationen! Amp./Konzentrat.!
Amp./Konzentr.!
Amp.größe 5 ml/2500 mg 1 ml/10 mg 2 ml/15 mg 10 ml/0,5 mg
mg 2 ml/50 mg 5 ml/5 mg

Wirkstoffmenge 1000 mg 2500 mg 100 mg (4ml = 2 Amp) 5 mg 10 mg 15 mg 0,5 mg


wird verdünnt 10 ml Pur (Cave andere
auf (mit isoton. Pur Pur (bei nasaler Gabe pur geben, 10 ml 10 ml Pur
Konzentrationen!)
Kochsalzlösung) Bolus vorher festlegen)

Konzentration
der (verdünnten) 10 mg/ml 500 mg/ml 10 mg/ml 1mg/ml 1mg/ml 1,5 mg/ml 0,05 mg/ml
(bei nasaler Gabe 25 mg/ml)
Lösung
Einzeldosis ab 100 ml =
2 ml = 1000 mg
50 kg KG) 1000 mg

Einzeldosis i.v.:
0,125 - 0,250 mg/kgKG
0,04 mg / kg KG 0,04 mg/kgKG 0,06mg/kgKG 0,001mg/kgKG
15 mg/kgKG 10 - 20 mg/kgKG
nasal:
0,250 - 0,500 mg/kgKG

Injektionsge- 30 Sek. i. v., 30 Sek. i. v.,


schwindigkeit je 15 Min. 2 min nasal per Bolus (z. B. nasal per Bolus 30 Sek. 30 Sek. 30 Sek.
Einzeldosis MAD-Nasenadapter) (z. B. MAD)
Keine
Wiederholung, bei
Wartezeit bis Keine Erwachsenen,
Wiederholung 1500 mg
2-5 Minuten 2-5 Minuten 2 Minuten 2 Minuten 2 Minuten
Wiederholung
zusätzlich per
Infusion möglich
Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
K 16 Starke Übelkeit

Patient mit Arbeitsdiagnose „starke Übelkeit“ Starke Übelkeit:


aufgrund seiner Symptomatik zu erwartende schwere Einschränkung
„gründliche Anamnese“ des Patienten hinsichtlich Compliance
und Aspirationsgefahr

Basismaßnahmen nach ABCDE


inclusive Monitoring

insbes. Lagerung, Betreuung,


beengende Kleidung lockern

Sauerstoffgabe erwägen

andere Ursachen erwägen


Ggf. weitere Untersuchungsmaßnahmen
ggf. 12-Kanal-EKG

Besserung der Venöser Zugang


nein
Beschwerden unter bisherigen langsame VEL-Infusion 500 ml
Maßnahmen ?

Dimenhydrinat
(langsam i.v. oder in VEL)
ja Erw./Jugendl: max. 62 mg
Kinder 6-14 J: 1,25 mg / kg KG

Maßnahmen fortführen Transport in geeignete Zielklinik

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle


) 2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P1 i.v. - Zugang
Indikationen / Symptome:
zu erwartende Medikamentengabe /
Infusion
Start
Kontraindikationen (z.B.):
Infektion an der Punktionsstelle
Shunt
notwendig ?

Alternativen (z.B.):
ja
Intranasal / buccal / rektal /sublingual /
Notarztruf intraossär / subkutan / intramuskulär
prüfen Transport ohne Zugang
Notarztruf

Notarztruf:
Alternative Altern Indikationskatalog beachten
ja
sinnvoll ? ativen lageabhängig auch unterhalb des
Indikationskatalogs
nein
Aufklärung / Risiken:
Aufklärung Umfang der Aufklärung richtet sich
nach Dringlichkeit der Maßnahme
FehllageThrombophlebitis
nein
Akzidentelle Verletzung von Nerven
und Arterien, Infektion / Hämatom
Einwilligung
Einwilligung:
muss nicht schriftlich erfolgen
nein ja

Durchführung Durchführung:
Lagerung / Stauung / Desinfektion /
Punktion / Verband / Fixierung

Gegen-
Gegenmaßnahmen (z.B.):
Maßnahmen
Fremdmaterial entfernen /
nein Druckverband

erfolgreich ? Erfolgsprüfung:
Durchgängigkeit und Fehllage prüfen
ja
Verlaufskontrolle:
Verlaufskontrolle

Ende

Aufzählungen / Beschreibungen sind beispielhaft und stellen keine abschließende Nennung dar !!

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P2 Intraossärer Zugang (Reanimation)

Patient mit HKS (oder drohend) Bevorzugter Zugang:


(venöser Zugang innerhalb Proximale Tibia: Cave bei Beachte:
von 90 sec nicht möglich) Frakturen auf der Seite
Schulungspflicht mit im
medial [innen] von jeweiligen
Punktionsort aufsuchen Tuberositas tibiae (=Leitstruktur!)
Rettungsdienstbereich
Punktionsort desinfizieren wenn möglich: 30 sec Einwirkzeit! verwendetem
10 ml NaCl in Luer-Lock-Spritze Instrumententyp
aufziehen

Luer-Lock-Spritze mit 1.
EZ-Connect verbinden

EZ-Connect mit NaCl spülen

Nadelbehälter mit Daumen öffnen


und Nadel mit Bohrer entnehmen
Haut am Punktionsort senkrecht
durchstechen bis ein Widerstand
spürbar ist
(5-mm Markierung muss noch
sichtbar sein!)
Bohrerschalter betätigen und mit 2.
Bis Widerstand plötzlich nachlässt
leichtem Druck bohren

Nadel mit der Daumen und


Zeigefinger sichern, Bohrer
senkrecht entfernen

Trokar herausschrauben Lagekontrollmethoden:


(ca. 2,5 Umdrehungen gegen den -Blut an der Trokarspitze
Uhrzeigersinn) - sicher platzierte Nadel
-gewünschte pharmakologische 3.
Effekte
EZ-Connect anschließen und mit
10 ml NaCl-Bolus spülen!!! Kein Bolus - Kein Fluss!!!

Infusion über Dreiwegehahn an


EZ-Connect anschließen Druckinfusion mit 300 mmHg Druck 4.
Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P3 CPAP - Anwendung

CPAP-Anwendung im Algorithmus „K 2“ vorgesehen


Zeichen der vitalen Bedrohung:
starke Dyspnoe, Kaltschweissigkeit, Angst, Unruhe,
nein Auskultation der Lunge: bds. feuchte Rasselgeräusche, SättO2 <90%
Zeichen der
vitalen Bedrohung? Vorteile:
ja Vermeidung von Problemen der orotrachealen Intubation
nein Klassische Analgosedierung nicht erforderlich (unerwünschte Wirkungen)
RRsyst > nosokomialen Beatmungspneumonien deutlich seltener
100 mmHg?
ja Nachteile:
kein direkter Zugang zu den Atemwegen (erschwerte Absaugung)
Aufklärung über beabsichtigte Anwendung
kein Aspirationsschutz
Erklären der folgenden Schritte
erforderliche Patienten-Compliance
ruhige Atmosphäre schaffen
Voraussetzungen:
Spontanatmung und Bewusstsein erhalten, Patient kooperativ,
ja
Hämodynamik ohne Katecholamine stabil, keine malignen Arrhythmien,
„CPAP“-Maske kontraindiziert?
Keine Hypersekretion oder obere GI-Blutung, kein Erbrechen, kein Ileus

nein Kontraindikationen:
fehlenden Schutzreflexen, Erbrechen, obere GI-Blutung/Ileus,
nein fehlende Eigenatmung, Verlegung der Atemwege,
Anlegen der „CPAP“-Maske möglich ?*
Verletzungen im Gesichtsbereich

ja * Nicht möglich bei: unzureichender Kooperation,


Besserung? Maskenproblemen (Bart, Erbrochenes etc.)
SättO2, Vigilanz? Was beruhigt den Patienten? 1. rascher Anstieg der O2-Sättigung
nein 2. kompetentes Handeln des Personals
ja
Abbruchkriterien:
Fortführen der Anwendung Vigilanzverschlechterung
Atemstillstand, Schnappatmung
keine ausreichende klinische Besserung auf CPAP innerhalb von 10 min
zurück zum Algorithmus „K 2“ Sauerstoffsättigung persistierend unter 85% (relativ, z.B. Fibrose,COPD)
Erbrechen

Algorithmus Nr Version Blatt gültig ab gültig für Quelle

2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P4 Supraglottischer Atemweg

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P5 Defibrillation
Start Indikationen / Symptome:
VF oder pVT

notwendig ? Kontraindikationen (z.B.):


Alle EKG Rhythmen außer VF und
pVT
ja

Notarztruf Alternativen (z.B.):


prüfen Keine

Alternative Alterna Notarztruf:


ja
sinnvoll ? tiven Obligat

nein

Aufklärung Aufklärung / Risiken:


Entfällt bei CPR,

nein
Einwilligung Einwilligung:
Einwilligung entfällt

ja
nein
Durchführung:
Durchführung Nach ERC Algorithmus

Gegen- Gegenmaßnahmen (z.B.):


Maßnahmen Keine

nein
Erfolgsprüfung:
erfolgreich ? ROSC

ja
Verlaufskontrolle:
Verlaufskontrolle Reevaluation nach ERC Algorithmus

Ende

Aufzählungen / Beschreibungen sind beispielhaft und stellen keine abschließende Nennung dar !!

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P6 Thoraxentlastungspunktion (Reanimation) Indikationen / Symptome:
Unter Reanimation bei:
Start
Asphyxie bei V.a. Spannungspneumo-
thorax (Einseitig oder beidseits
abgeschwächtes oder aufgehobenes
Atemgeräusch, evtl. obere Einfluss-
notwendig ? stauung)

ja Kontraindikationen (z.B.):
Pneumothorax ohne hämodynamische
Instabilität und akut lebensbedrohliche
Notarztruf
Situation
prüfen

Alternativen (z.B.):
Alternative Altern Thoraxdrainage durch NA
ja
sinnvoll ? ativen Notarztruf:
obligat
nein
Aufklärung / Risiken:
Aufklärung entfällt
Aufklärung
Risiken: Blutung, Lungenpunktion,
Pneumothorax
nein
Einwilligung:
Einwilligung entfällt

ja Durchführung:
nein Thoraxpunktion nach Monaldi:
Punktionsort 2 ICR, medioclavikular,
Durchführung Desinfektion, hintere Verschlußkappe
von Venenverweilkanüle (VWK)
Punktionsort nach Monaldi : entfernen, Stich, größtmögliche VWK
verwenden, ggf. Thoraxnadel
Gegen-
Maßnahmen Gegenmaßnahmen (z.B.):
2. ICR am Oberrand der 3. Rippe Keine
Medioclavikular nein

(Hilfspunkt: Angulus Ludovici) erfolgreich ?


Erfolgsprüfung:
ROSC

ja Verlaufskontrolle:
Zyklische Reevaluation nach ABCDE
Schema bis zur Einlage einer Thorax-
Modifiziert nach Abbildung von LK Waldeck- Verlaufskontrolle drainage oder Reevaluation nach
Frankenberg (genehmigt) ABCDE Schema bei Zustands-
veränderung, ggf. erneute Punktion

Ende

Aufzählungen / Beschreibungen sind beispielhaft und stellen keine abschließende Nennung dar !!

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P7 Vorsichtung

Vorbemerkung:
Die Vorsichtung ist zwar keine invasive Maßnahme, entscheidet aber, wie schnell bei einem Patienten ggf. invasive Maßnahmen durchgeführt
werden. Aus diesem Grund (vgl. Stellungnahme BÄK 2009 zur Vorsichtung) muss die Vorgehensweise bei der Vorsichtung in ähnlicher Weise
entschieden und verantwortet werden wie die gem. §4(2)2c NotSanG als Mitwirkungsaufgaben delegierten invasiven Maßnahmen.
Notfallsanitäter sollten die zwei gängigen Grundtypen der Vorsichtung und die beiden Differenzierungstiefen verstehen und nutzen können.
Ziel sollte mittelfristig eine Vereinheitlichung des Verfahrens der Vorsichtung sein.

symptomorientierte ressourcenorientierte
Vorsichtungsalgorithmen Vorsichtungsalgorithmen
(„was hat der Patient?“) („wen braucht der Patient?“)
Beispiel: mSTART Beispiel: PRAVo

Beispiel:
Vorsichtungs-Algorithmus
Zwei- des
Kategorien- Rettungsdienstbereiches in Hessen derzeit nicht gebräuchlich
Vorsichtung: Marburg-Biedenkopf
s. Folie 28 b
rot
nicht-rot =
weiß

Beispiel: Beispiel:
Mehr-
Vorsichtungs-Algorithmus Vorsichtungs-
Kategorien-
des Rettungsdienstbereichs Algorithmus
Vorsichtung:
Bergstraße des Rettungsdienst-
s. Folie 28 c bereichs
rot / gelb /
Main-Kinzig
grün /
s. Folie 28 d
schwarz/
(ggf. grau
=unverletzt
betroffen)

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
P7 Vorsichtung

Beispiel für Zwei-


symptomorientierte Kategorien-
Vorsichtung:
Vorsichtungsalgorithmen
(„was hat der Patient?“) rot
nicht-rot =
weiß

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Beispiel für
P7 Vorsichtung symptomorientierte Mehr-Kategorien-
Vorsichtung:
Vorsichtungsalgorithmen
(„was hat der Patient?“) rot / gelb / grün / schwarz/
(ggf. grau =unverletzt
betroffen)

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)
Beispiel für Mehr-Kategorien-
ressourcenorientierte Vorsichtung:
P7 Vorsichtung Vorsichtungsalgorithmen
(„wen braucht der Patient?“) rot / gelb / grün /
schwarz/
Beispiel: PRAVo
(ggf. grau =unverletzt
betroffen)

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2.1 01.04.2018 UAG (ÄLRD) der AG 3 der hess. Expertengruppe zum NotSanG (HMSI)