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DIE FRAU IN DER DDR

War Gleichberechtigung nur ein Mythos?


Jonas Hinze
Präsentationsprüfung Geschichte 2017
GLIEDERUNG

• Verfassungsanspruch
Was sollte
sein? • Emanzipationstheorie der SED

• Rolle der Frau im DDR-Alltag


Was war
wirklich?
• Stand der Frau in der Gesellschaft

• Fazit
Folgerung

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VERFASSUNGSANSPRUCH UND GESETZGEBUNG

• Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 7. Oktober 1949, Artikel 7:

„Mann und Frau sind gleichberechtigt. Alle Gesetze und Bestimmungen,


die der Gleichberechtigung der Frau entgegenstehen, sind aufgehoben.“

 Sozialistisches Frauenbild wurde in der Verfassung verankert


• Materielle Eigenständigkeit der Frau als eine der ältesten
Forderungen der Arbeiterbewegung

(http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/ciu/47/fa/
8699012912a083f731df0210.L.jpg) 5
EMANZIPATIONSTHEORIE DER SED

• Vereinbarkeit von Familie und Beruf Schwerpunkt der Frauen- und Familienpolitik

Angestrebter hoher Beschäftigungsgrad hatte zum einen ideologische Gründe,


vorallem aber resultierte er aus ökonomischen und sozialstrukturellen Problemen:
Steigerung der Produktivität nur durch Berufstätigkeit von Frauen möglich
Gleichstellung der Frau war ein offizielles Ziel SED-Politik
• Genutzt als Propaganda-Element, „DDR Hort der Gleichberechtigung“

Arbeiten war für Frauen viel mehr eine Pflicht, als ein Recht

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MAßNAHMEN UND ENTWICKLUNGEN

• 1947: Gründung des DFD


• (Wieder-)einführung des Internationalen Frauentags am 8. März
Durch staatliche Anreize wie:
• Krippen und Kindergärten
• Bevorzugung für junge Paare bei der Wohnungssuche
• Volles Gehalt während und 18 Monate nach der Schwangerschaft
+ weitere finanzielle Stützen
• Frauensonderstudium
Versuchte man vor allem die „berufstätige Mutter“ zu bestärken

(http://www.ddr-geschichte.de/GESELLSCHAFT/
Feiertage/Frauentag/Frauentag_Schatten.jpg)
SONSTIGES

Staatl. Maßnahmen und Anreize scheitern faktisch:


• Frauen wurden mit tatsächlichen Problemen allein gelassen
• Geburtenrate sank drastisch
• (Finanziell unabhängig  hohe Scheidungsrate)

Zwar kann man der DDR Gesetzgebung, gerade auch in Relation zur der, der BRD
bezüglich Recht zu Arbeiten, Abtreibung und Scheidung in Teilen als fortschrittlich
bezeichnen
Dem Anspruch auf volle, verwirklichte Gleichberechtigung, wie es gerne propagiert wurde,
wurde sie aber nicht gerecht.
Frauen hatten nicht das Recht zu arbeiten, sondern die Pflicht dazu
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DIE ROLLE DER FRAU IM DDR -ALLTAG

Beschäftigte
Jahr davon Frauen Frauenanteil in %
insgesamt
1950 7 196 000 2 880 000 40,0
1960 7 686 000 3 456 000 45,0
1970 7 769 000 3 750 000 48,3
1980 8 225 000 4 106 000 49,9
1986 8 548 000 4 200 000 49,1
(Quelle: Statistisches Jahrbuch der DDR 1987, S. 17)

Der Anteil der Berufstätigen Frauen in der DDR war zeitweise der höchste
in der Welt

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DIE ROLLE DER FRAU IM DDR -ALLTAG

(http://www.in-die-zukunft-gedacht.de/icoaster/files/08_infografik_frauenarbeit_ddr.jpg)
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DIE ROLLE DER FRAU IM DDR -ALLTAG

• Beruftätigkeit
 traditionelle Rollenbilder blieben jedoch bestehen!
Dadurch entstanden für die meisten Frauen neben dem Beruf weitere alltägliche Belastungen:
• Haushalt
• Kindererziehung/-betreuung
• Mitarbeit in gesellschaftlichen Organisationen
Konservatives Familienleitbild
• Festgesetzte Lebensentwürfe („nur-Hausfrau“ und kinderlose Singles waren seltene Ausnahmen)

Doppelbelastung aus Beruf und Familie


• Frau war Gleichzeitig Arbeiterin, Hausfrau und Mutter

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DIE ROLLE DER FRAU IM DDR -ALLTAG

Berufstätige Frauen in den 1980er


Jahren in der DDR

Familie 1986 in Berlin-Hellersdorf

(http://www.deutschlandfunk.de/frauen-in-der-ddr-gleichberechtigung-ein-
mythos.1310.de.html?dram:article_id=380443)

(http://www.zeitklicks.de/uploads/tx_sgzeitklicks/Bundesarchiv_Bild_183-1986-0731-
12
300__Berlin-Hellersdorf__Familie_Stegemann.jpg)
STAND DER FRAU IN DER GESELLSCHAFT

Trotz der formalen Gleichstellung belegten Frauen nur in Ausnahmefällen politische, wirtschaftliche, kulturelle
Schlüsselpositionen
• 10% aller Führungspositionen in Großunternehmen waren Frauen und verdienten 23% weniger
• hlh
 Gesellschaft und Politik war von Männern bestimmt

(https://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Honecker#/media/File:Bundesarchiv_Bild
_183-1988-1019-
031,_Potsdam,_40._Jahrestag_P%C3%A4dagogischer_Hochschule.jpg)

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(https://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_M%C3%BCller_(Politikerin,_1931)#/media/File:B (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989-
undesarchiv_Bild_183-L0601-0040,_LPG_Dedelow,_Besuch_durch_Erich_Honecker.jpg) 1002-026,_Inge_Lange_im_VEB_Edelpelze_Schkeuditz.jpg)
FAZIT

War Gleichberechtigung nur ein Mythos?


Kluge Reformen:
• Modernisierung der Wirtschaft: Umstrukturierung der Planwirtschaft, Ausbau des Bildungssystem,
Mobilisierung von Arbeitskraftreserven
• „NÖSPL“
• Modernisierung des Bildungssektors: Mobilisierung von Arbeitskräften für Familien- und Frauenpolitik
• „Gesetz über das einheitliche Bildungssystem“
Menschenverachtende Abschottung und Unterdrückung:
• Prager Frühling und Acht-Stunden-Ideologie
• Berliner Mauer

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QUELLEN

Literatur:
• Zeiten und Menschen – Geschichte Kursstufe 2, Schöningh, Paderborn, 2011, S. 185-190

Elektronisch:
• http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/zeit/alltag/leben-in-der-ddr/frauen-in-der-ddr (24.06.17)
• http://www.mdr.de/heute-im-osten/projekte/eure-geschichte/themen/alltag-nischenkultur/frauen/frauen158.html (24.06.17)
• https://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_der_DDR_%281961%E2%80%931970%29 (17.01.17)
• http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/heute-vor-50-jahren-begann-der-bau-der-berliner-mauer--48436230.html (17.01.17)
• https://www.welt.de/geschichte/article160308945/Spektakulaere-Fluchten-aus-der-DDR.html (17.01.17)
• https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_aus_der_Sowjetischen_Besatzungszone_und_der_DDR#Folgen_f.C3.BCr_die_DDR (17.01.17)
• http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/zeit/das-system/weg-nur-wie/flucht/ (17.01.17)

Bildquellen jeweils angefügt

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