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Rakshasa

Die Rakshasas (Sanskrit रा स rākṣasa[1]; Pali: rakkhasa m.


»Beschädiger«) sind Dämonen aus der indischen Mythologie. Die
weibliche Form sind Rakshasis (Pali: rakkhasī f.). Mit der
Verbreitung des Buddhismus haben sie Eingang in die Legenden
und Folklore vieler ostasiatischer Kulturen gefunden.

Inhaltsverzeichnis
Mythologie
Wesen
Aufenthaltsort
Literatur
Einzelnachweise

Mythologie Ein Rakshasa, dargestellt in einem


Yakshagana, einem Tanztheater mit
Rakshasas werden bereits im Rigveda häufig genannt und spielen mythologischer Handlung
in der indischen Epik eine entscheidende Rolle. Sie gelten als
Feinde der Menschen und Gegenpart der Inkarnationen Vishnus.
Bekannte Beispiele sind der Rakshasa-König Ravana im
Ramayana, der erbitterte Feind von Rama sowie der dämonische
König Kamsa, der laut Überlieferung den als Mensch geborenen
Krishna verfolgte und schließlich von diesem überwunden wurde.

Wie Ravana sollen alle Rakshasas vom Weisen Pulastya


abstammen, es wird aber auch gesagt, dass sie von den Füßen des
Gottes Brahma entsprangen. Nach dem Vishnu Purana dagegen
hatten der Weise Kashyapa mit seiner Frau Khasa einen Sohn
namens Rakshas, von dem die Rakshasas abstammen.

Wesen
Nach dem Rigveda waren die Rakshasas nächtliche Geister, die
häufig als Tier erscheinen, wie Geier, Eule, Hund oder Tiger,
können aber auch in Gestalt Furcht einflößender Menschen
Ravana, der mythische
auftreten. Auch als unsichtbare Geister drangsalieren sie Dämonenkönig von Lanka
Menschen und stören deren Opferhandlungen. Es wird ihnen
nachgesagt, dass sie Blut trinken und Menschenfleisch verzehren.
In bildlichen Darstellungen haben sie oft große, blutige Fangzähne. Das Ramayana schildert das
Aussehen der Rakshasas von Lanka.[2] Hiernach können sie außerordentlich hübsch aussehen, aber auch
furchterregend und entstellt. Manche haben Tierköpfe, andere mehrere Gliedmaßen oder nur ein Ohr oder
Auge, sie können zwergenhaft oder riesig sein, ausgemergelt oder fett mit hängenden Brüsten.

Obwohl grundsätzlich die Verkörperung von Übel, unterstützen einige dieser Dämonen auch das Gute
und können sich als besonders kultivierte und tugendhafte Personen zeigen.[3] So hatte im Epos
Mahabharata Bhima, einer der heldenhaften Pandavas, mit der Rakshasi Hidimbi einen Sohn,
Ghatotkacha. Dieser lebte während seiner Jugend in der kannibalischen Familie seiner Mutter,
unterstützte aber hingebungsvoll seinen Vater und dessen Familie. Im Ramayana ist es Vibhishana, der
reinherzige Bruder des üblen Ravana, der in Ramas Kampf entscheidende Hilfe leistet. Auch der
Widersacher Ravana selbst galt als gebildeter, kultivierter König, der viele Tugenden hatte.[4]

Aufenthaltsort
In der systematischen Mythologie wird den Rakshasas die Welt Rakshasaloka zugeschrieben. Nach
gängiger Vorstellung halten sie sich häufig in der Nähe von Leichenverbrennungsplätzen auf. Auch
können sie als Menschen unter Menschen wohnen.

Literatur
Rakshasa. In: John Dowson: A classical dictionary of Hindu mythology and religion,
geography, history, and literature. Trübner & co., London 1879, S. 254–255 (Textarchiv –
Internet Archive (https://www.archive.org/stream/classicaldiction00dows#page/n279/mode/1
up)).
Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.): Götter und Mythen des indischen Subkontinents (=
Wörterbuch der Mythologie. Abteilung 1: Die alten Kulturvölker. Band 5). Klett-Cotta,
Stuttgart 1984, ISBN 3-12-909850-X, S. 151.

Einzelnachweise
1. rākṣasa. In: Monier Monier-Williams: Sanskrit-English Dictionary. Clarendon Press, Oxford
1899, S. 871, Sp. 3 (http://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/cgi-bin/serveimg.pl?file=/scan
s/MWScan/MWScanjpg/mw0871-rasApuS.jpg).
2. http://www.ramayana.pushpak.de/b5n004.html Hanuman betrachtet die Stadt Lanka
3. Anneliese Keilhauer, Peter Keilhauer: Die Bildsprache des Hinduismus. Die indische
Götterwelt und ihre Symbolik. Dumont Buchverlag, Köln, S. 234.
4. Anneliese Keilhauer, Peter Keilhauer: Die Bildsprache des Hinduismus. Die indische
Götterwelt und ihre Symbolik. Dumont Buchverlag, Köln, S. 235.

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Diese Seite wurde zuletzt am 24. Januar 2018 um 22:48 Uhr bearbeitet.

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