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VERFAHREN DER BODENBEARBEITUNG


Die verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren lassen sich in 5 Gruppen einteilen:
1. Grundbodenbearbeitung
2. Saatbettbereitung
3. Bodenbearbeitung zur Pflege der Kulturen
4. Stoppelbearbeitung
5. Bodenbearbeitung als Melioration

Dabei muss der Boden befahren werden und die Bodenbearbeitungsgeräte üben
physikalische Kräfte auf den Boden aus. Es gibt Maschinen, die brechen, schneiden,
zerdrücken, schlagen, reiben, schleudern den Boden fort oder wenden ihn. Dabei
kommt es zum Kontakt zwischen Arbeitsgeräten und Boden, welcher dadurch die
gewünschte Struktur erhält, aber auch unter ungünstigen Bedingungen belastet werden
kann.
Deshalb ist es sehr wichtig, vor jeder Bodenbearbeitung den Boden mit einer
Spatenprobe zu beurteilen. Auch nach dem Beginn der Bearbeitung ist es wichtig, das
Ergebnis nach einer Kontrollparzelle zu beurteilen.
Das Hauptkriterium für den richtigen Einsatzzeitpunkt der Bodenbearbeitungsgeräte ist
die Bodenfeuchte. Dazu wird ein Stück Boden aus der Bearbeitungstiefe entnommen,
dann wird versucht, eine bleistiftstarke Bodenrolle herzustellen, welche noch abreißen
sollte (Ausrollgrenze). Reißt die Bodenrolle nicht mehr, ist der Boden zu feucht für eine
Bearbeitung. Die Ausrollgrenze bezeichnet den Übergang zwischen halbfester und
plastischer Konsistenz des Bodens.
Bei halbfester Konsistenz zerbricht der Boden durch einen lockernden Eingriff entlang
der vorhandenen Risse und Poren oder an anderen vorgeformten Schwachstellen des
Bodenverbundes in zahlreiche kleine Bröckel. Bei diesem Konsistenzzustand wird mit
einem Minimum an aufgewandter Energie ein Maximum an Bröckelung, d.h. der größte
Zugewinn an Porenraum, erreicht. Die Bearbeitbarkeit eines Bodens ist dann optimal.
Zu trocken (und mit großem Energieaufwand) bearbeitete Böden bilden grobe
Schollen und Klumpen, wodurch Wasser und Nährstoffe für die Pflanze schwer
zugänglich sind.
Zu feucht bearbeitete, tonige Böden werden plastisch verformt und verschmiert.
Bei einem Eingriff schmiert und klebt der Boden an den Geräten. Die Bodenteilchen
gelangen so in ihre dichteste Packung, die durch eine weitere Bodenbearbeitung nicht
mehr zu beseitigen ist. Verdichtete Aggregate können im Grunde nur durch natürliche
Prozesse wieder gelockert werden, d.h. durch Quellen und Schrumpfen (Ton),
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Frostsprengung, Wurzelwachstum oder durch Bodentiere.

http://www.wiz.uni-kassel.de/bok/documents/pdfDateien/skript%20bodenbearbeitung.pdf

Je höher der Ton- und Schluffgehalt in einem Boden, desto stärker engt die
Bodenfeuchte den optimalen Bearbeitungszeitraum ein. Sehr schwere Tonböden, die
nur kurzfristig bearbeitet werden können, da sie bei stärkerer Durchfeuchtung
verschmieren, bei Austrocknung dagegen schnell verhärten, werden manchmal
übertrieben auch als Minuten- oder Stundenböden bezeichnet.

1. GRUNDBODENBEARBEITUNG:
Darunter versteht man eine Bearbeitung, die die Ackerkrume in ihrer gesamten Tiefe
erfasst.
Mit der Grundbodenbearbeitung verfolgt man folgende Ziele:
- Lockern und leichtes Krümeln
- Wenden (Emporbringen von verlagerten Tonteilchen und Nährstoffen und Eingraben
von Unkräutern)
- Mischen (Ernterückstände und Dünger)
Geräte: Streichblechpflug, Spatenmaschine, Grubber, u. a..

A: DER STREICHBLECHPFLUG:
Dieser ist auch heute noch eines der wichtigsten und verbreitetsten
Bodenbearbeitungsgeräte. Er kann den Boden zugleich:
- lockern (auch + 40 % Bodenvolumen)
- wenden (135-140° sind optimal)
- mischen (nur ungenügend)
- krümeln (unterschiedlich je nach Streichblechform...)
- auf die Seite verlagern (meist unerwünscht)
Abb. 1: Arbeitsweise eines Scharpfluges
Vorteile:
- sauberes Saatbett (reiner Tisch)
- wirksame Unkrautbekämpfung
- gutes Einarbeiten von Düngestoffen
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- einfaches Gerät

Nachteile:
- starker Eingriff in die Bodenstruktur (Erosion)
- die Umschichtung schadet den Bodenorganismen
- Pflugsohlenbildung
- Feuchtigkeitsverlust des Bodens
- hoher Zeit- und Energieaufwand
Abb. 2: Bildung einer Pflugsohle
Abb. 2: Bildung einer Pflugsohle

Abb. 3: Alternative: Onland-Pflug: alle


Traktorräder fahren auf dem unbearbeiteten
Boden

Abb. 4: Aufbau des Pfluges


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Abb. 5: Pflügen eines Ackers mit einem 5 scharigen Volldrehpflug

Abb. 6: Schwenkpflug: Bau und Funktionsweise

Abb. 7: Unterschied zwischen einem gepflügten Acker mit dem Kehrpflug und dem Beetpflug.

Bearbeitungstiefe:
Diese hängt von verschiedenen Faktoren, wie z. B. von der Bodenart ab.
Häufig wird heute 20 - 30 cm tief gepflügt. Bei Vertiefung der Pflugfurche soll dies
stufenweise um 1-2 cm pro Jahr erfolgen.
Um die Pflugsohlenbildung zu vermindern soll nicht immer gleich tief gepflügt werden.

B. DER GRUBBER:
Ist wohl das älteste Bodenbearbeitungsgerät. Er führt eine wühlende, nicht exakt
wendende Arbeit durch. Der Boden wird intensiv gelockert, die Bodenschichten werden
nur z.T. vermischt.
Ernterückstände werden nur oberflächlich eingemischt und verrotten besser als nach
der Pflugarbeit. Schlepperspuren werden sofort gelockert, es entsteht keine
Bearbeitungsgrenze.

Abb. 8: Durch das Befahren des Bodens an der Bodenoberfläche verlaufen die Druckzonen flach, es
entsteht keine Bearbeitungsgrenze.

Die Unkrautbekämpfung ist nicht besonders effizient.


Die Arbeit mit dem Grubber wird von der Bodenfeuchte stärker eingeschränkt als die
des Streichblechpfluges. Der Grubber arbeitet nur bei trockenem Boden ausreichend
gut. Neben der Grundbodenbearbeitung kann er auch zur Stoppelbearbeitung
herangezogen werden.
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Die Arbeit mit dem Grubber ist kostengünstiger als jene mit dem Pflug. Der Boden
bleibt dabei besser vor Erosion geschützt. Dennoch kann der Grubber den Pflug
meist nicht voll ersetzen.

Abb. 9: Der Pflug- oder auch Schwergrubber


Abb. 10: Der Schälgrubber eignet sich zur
wird zur Grundbodenbearbeitung verwendet.
Stoppelbearbeitung.

Gerätebeschreibung:
1 Rahmen: aus Flach- oder Vierkantstahlrohren aufgebaut, sodass die Zinken in 2
– 4 Querreihen angeordnet sind.
2 Zinkendurchgang: ist der Zinkenabstand, je größer dieser ist, desto geringer die
Verstopfungsgefahr.

3 Strichabstand: Dieser errechnet sich aus der Arbeitsbreite geteilt durch die
Zinkenanzahl. Je kleiner dieser Abstand, umso intensiver die Lockerung und
Durchmischung des Bodens.
4 Rahmenhöhe: meist zwischen 60 und 80 cm, bestimmt die Arbeitstiefe
5 Zinken: ist das Arbeitswerkzeug des Grubbers, es gibt starre und gefederte
6 Grubberschar: die Form dieser beeinflusst den Bearbeitungseffekt und den
Zugkraftbedarf
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C. DIE SPATENMASCHINE (SPATENPFLUG):


Mit diesem zapfwellengetriebenen Gerät soll die Bearbeitung mit dem Spaten
nachgeahmt werden.

Abb. 11: Arbeitsweise der Spatenmaschine


Es hinterlässt einen mittel-grobschollige Bodenstruktur, arbeitet auch die
Schlepperspuren vollständig durch und erzeugt keine Bearbeitungssohle.
Die Einarbeitung von Ernterückständen und Unkraut ist unvollständig.
Das Gerät ist relativ teuer.
Es ist in verschiedenen Breiten erhältlich und kann bis ca. 40 cm tief arbeiten. Es findet
z.B. im Gartenbau, Obst- und Weinbau, Baumschule u.s.w. Anwendung.
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Abb. 12: Aufbau Pendelspatenmaschine:


1 Spaten: sind trapezförmig und
auf einer Kurbelwelle im
Abstand von 20 – 25 cm
angebracht.
2 Tiefenregulierung: mit
Gleitkufen oder Stützrädern,
können verstellt werden.
3 Getriebe: Schalt- oder
Wechselradgetriebe
4 Kurbelwelle: mit
dauergeschmierten Lagern
ausgerüstet.

Eventuell kann die Grundbodenbearbeitung auch noch mit anderen Geräten, z.B. mit
einer Bodenfräse, mit Scheibenpflügen oder anderen Geräten durchgeführt werden.

Zwischen Grundbodenbearbeitung und Saat sollte immer eine bestimmte Zeit


vergehen, während der sich der Boden absetzen kann, der Bodenschluss hergestellt
wird und Pflugbalken zerfallen können. Diese Zeit nennt man Absetzzeit. Sie soll umso
länger sein, je schwerer der Boden ist.

Herbstsaaten: Bei Herbstsaaten ist es oft schwer genügend lange Absetzzeiten zu


finden. Nach der Grundbodenbearbeitung wird der Boden deshalb häufig mit
Krumenpackern rückverfestigt.

Frühlingssaaten: Bei Frühlingssaaten ist in den meisten Fällen eine


Grundbodenbearbeitung im Herbst (Herbstfurche) empfehlenswert. Dadurch wird die
Entstehung einer Frostgare ermöglicht, ein genügendes Absetzen gesichert und die
Saatbettbereitung sehr erleichtert.
2. SAATBETTBEREITUNG:
Die Saatbettbereitung hat die Aufgabe günstige Bedingungen zu schaffen für:
- Säarbeit
- Keimung
- Entwicklung der Wurzeln u. Pflanzenwachstum
Zugleich können Dünger und vorhandene Unkräuter eingearbeitet werden.
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Damit die Säarbeit ordentlich ausgeführt werden kann, muss das Saatbett bis zur
gewünschten Tiefe aufgelockert sein, Ernterückstände und Erdschollen müssen
zerkleinert sein.
Zur Keimung benötigen die Samen Feuchtigkeit, Wärme, Luft!
Damit die Wasserversorgung gewährleistet ist, müssen die Samen auf eine Schicht
abgelegt werden, die genügend Dichte (Bodenschluss) aufweist und so das Wasser
aus der Tiefe nachliefert.
Eine lockere Deckschicht sichert die Erwärmung und sorgt für eine gute
Durchlüftung.
Die Saatbettbereitung erfolgt deshalb auf abgesetztem Boden und zwar mit flach
arbeitenden Geräten.
Die oberste Bodenschicht (Deckschicht) soll nicht zu grob und nicht zu fein sein.
Ist sie zu grob so behindern grobe Schollen die Säarbeit und das Auflaufen der
Samen. Dafür ist die Gefahr von Verschlämmungen und Verkrustungen klein.
Ist sie zu fein, steigt die Gefahr von Verschlämmungen und Verkrustungen.

Abb. 13: Aufbau eines idealen Saatbettes

Geräte zur Saatbettherstellung:

A: DER UNTERGRUNDPACKER:
Der Krumenpacker ist eine Kombination von schmalen schweren Gussstahlringen, die
in Abständen von ca. 15 cm frei auf einer Welle angeordnet sind. Er dient zur
Rückverfestigung des Bodens unterhalb der Oberfläche vor allem
dann, wenn zu wenig Zeit zum Absetzen bleibt. Abb. 14: Packerringe
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Zugleich zerschneidet er die Pflugschollen und
ebnet den Boden leicht ein. Er kann alleine kein fertiges Saatbett herstellen.

Abb. 15: Der Packer kann am Drehpflug eingehängt werden, somit wird in einem Arbeitsgang der Boden
gepflügt und wieder rückverdichtet.

Abb. 16: Der Packer kann auch bei der Arbeit mit der Sämaschine im Frontanbau
eingesetzt werden. Somit kann das Gewicht der Vorderachse gleichmäßig auf die
Vorderräder und den Packer verteilt werden.
B: EGGEN:
Man unterscheidet Zinkeneggen, Scheibeneggen und Wälzeggen.
Zinkeneggen: Ihre Arbeitsorgane bestehen aus starren oder gefederten Zinken, die an
einem mehr oder weniger festen Rahmen befestigt sind. Zinkeneggen eignen sich für
eine flache Nachbearbeitung der Pflugfurche. Sie ebnen den Boden ein und krümeln
ihn. Arbeitstiefe: 3-15 cm

Abb. 17: Ackeregge mit starren Zinken (2) auf


Abb. 18: Federzinkenegge (Feingrubber) mit
einem Rahmen (1), der aus einzelnen
gefederten Zinken, die Spitzen sind nach vorn
Feldern zusammengesetzt ist, die mit Ketten
gerichtet, was einen besseren Einzug und
am Zugrahmen befestigt sind.
intensivere Lockerung und Krümelung bewirkt.

Abb. 19: Netz- oder Gliederegge: passt sich der Bodenoberfläche an.

Scheibeneggen: besteht aus gewölbten Scheiben mit einem Durchmesser von 40 – 70


cm, die schräggestellt rotierend meist auf zwei V-förmig zueinander angeordneten
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Wellen den Boden aufschneiden und mischen. Meist arbeiten zwei gegenläufige
Scheibenbalken – oft in der vorderen Reihe mit gezackten und in der hinteren Reihe
mit glatten Scheiben versehen – zusammen, um den ganzen Bodenhorizont zu
schneiden. Glatte Scheiben bewirken eine intensive Mischung des Bodens, gezackte
Scheiben wirken aggressiver und dringen besser in den Boden ein. Die
Arbeitsgeschwindigkeit beträgt etwa 10 km/h.

Scheibeneggen eignen sich sehr gut zur Stoppelbearbeitung. Sie haben den Vorteil,
sogenanntes Ausfallkorn (bei der Ernte aus dem Mähdrescher herausgefallene Körner)
schneller zum Keimen zu bringen und so das Auflaufen zu beschleunigen.

Abb. 20: Scheibenegge an Traktorhydraulik Abb. 21: Scheibenegge aufgesattelt wird für
angebaut, nur für leichte bis mittelschwere den Transport auf 2 – 4 Rädern hydraulisch
Fabrikate. abgestützt, für mittelschwere bis schwere
Fabrikate mit Arbeitsbreite von über 6 Metern.

Wälzeggen (auch Rolleggen oder Krümelwalzen genannt):


Wälzeggen sind Geräte die auf dem Boden abrollen und dabei zum Einebnen, Krümeln
und Verfestigen der Ackeroberfläche dienen. Gleichzeitig dienen sie zur Abstützung und
Tiefenführung kombinierter Geräte oder als Nachläufer von Grubber oder Egge.

Abb. 22: verschiedene Wälzeggen


Abb. 23: Spatenrollegge
Abb. 24: Rahmen und Anordnung der
Arbeitswerkzeuge einer Spatenrollegge

C: WALZEN:
Man unterscheidet Glattwalzen und Rauwalzen.
Glattwalzen: Sie zerdrücken Klumpen an der Oberfläche und verfestigen den oberen
Bereich der Krume.
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Abb. 25: Arbeitsweise der Glattwalzen

1 Glattwalzen bestehen aus einem Mantel


aus Stahlblech oder Gussstahl mit einem
Durchmesser von 50 – 80 cm und
können mit Wasser gefüllt werden
2 Gleitlager

Abb. 26: Aufbau einer Glattwalze


Rauwalzen: Setzen sich aus einzelnen Ringen zusammen, die sich unabhängig
voneinander auf einer Welle bewegen können.
Zerdrücken nicht nur die Klumpen, sondern zerschlagen sie zugleich, deshalb üben sie
eine günstigere Wirkung auf den Boden aus als Glattwalzen und haben diese heute
weitgehend verdrängt.
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Abb. 27: Arbeitsweise der Rauwalzen

Abb. 28: verschiedene Typen von Rauwalzen


Die bisher beschriebenen Geräte werden als gezogene Geräte bezeichnet.
Daneben gibt es auch zapfwellengetriebene Geräte zur Saatbettherstellung: diese
arbeiten vielfach intensiver, so dass die Gefahr der Verschlämmung und Verkrustung
besteht.
Im Gegensatz zu den gezogenen Geräten, können diese das Saatbett in einem
Arbeitsgang und somit schneller und mit weniger Radspuren herstellen. Sind meist
teure Geräte.

D. BODENFRÄSEN:
Bodenfräsen bestehen aus verschieden geformten Messern an einer waagrechten
Welle. Diese hat meist die gleiche Drehrichtung wie die Traktorräder.
Vorteile:
- lockert den Boden auch ohne vorhergehende Pflugfurche
- erzeugt eine intensive Durchmischung
- ist auch auf schweren, steinigen, klumpigen Böden einsetzbar
- Saatbettherstellung in einem Arbeitsgang
- auch auf kleinen Grundstücken einsetzbar
- vielseitig verwendbar
Nachteile:
- häufig zu starkes Lockern
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- meist zu feines Zerschlagen der Krümel
- Gefahr der Bildung eines Bearbeitungshorizonts
- Fördernde Wirkung gegenüber Wurzelunkräutern
Die Bodenfräse ist kein ideales Gerät zur Saatbettbereitung, findet aber dennoch in
anderen Bereichen Verwendung.
Arbeitstiefe: ca. 20 cm
1 Getriebe: Veränderung der
Rotorgeschwindigkeit

2 Seitenantrieb über Rollkette


oder 3 Stirnräder
3 Rotorwelle mit Messerhalterungen
4 Messer: meist Winkelmesser
5 Prallblech
6 Tiefenregulierung

Abb. 29: Aufbau einer Fräse


E. KREISELEGGEN:
Kreiseleggen besitzen mehrere horizontal rotierende Zinkenträger mit meist 2 Zinken.
Mit diesen Geräten erreicht man ein gutes Einebnen und Krümeln des Bodens. Es
besteht kaum Verstopfungsgefahr. Damit kann man den Boden in einem Durchgang gut
bestellen ohne Bearbeitungshorizonte zu bilden. Kreiseleggen haben breiten Eingang
in die Praxis gefunden.
Arbeitstiefe bis 3 - 15 cm

Abb. 30: Arbeitsweise einer Kreiselegge


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1 Zinken: flach, rund oder konisch


2 Zinkenträger
3 Stirnräder
4 Getriebe
5 Schutz- und Planierschild
6 Zapfwellenantrieb
7 Prallblech
8 Nachlaufwalzen (oft Zahnpackerwalze)
Abb. 31: Aufbau einer Kreiselegge

F. RÜTTELEGGEN:
Besteht aus 2 parallel hintereinander liegenden quer zur Fahrtrichtung und
gegeneinander laufenden Zinkenbalken im Abstand von 20 cm. Eignen sich zur
Saatbettbereitung in leichten Böden, nicht zur Stoppelbearbeitung. Vorteile: geringer
Leistungsbedarf, kurze Bauweise.

Abb. 32:
Arbeitsweise einer

Rüttelegge

1 Getriebe
2 Eggenbalken
3 Zinken: 25 – 30 cm lang
4 Packer oder Stabwalze

Abb. 33: Aufbau einer Rüttelegge

Alle zapfwellengetriebenen Geräte arbeiten nur gut, wenn sie langsam gefahren
werden (max. 6 km/h).
Sowohl gezogene als auch getriebene Geräte werden meist nicht alleine, sondern in
Kombination mit anderen montiert und benützt (Saatbettkombinationen).
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4. BODENBEARBEITUNG ZUR PFLEGE DER KULTUREN:


Darunter versteht man alle Bodenbearbeitungsmaßnahmen nach der Saat.

A: ACKERSTRIEGEL (Ackerbürste):
Der Ackerstriegel wird vor allem im Getreidebau zur mechanischen
Unkrautbekämpfung und zum Aufbrechen leichter Krusten benutzt. Die Wirkung beruht
auf Herausreißen und Verschütten der Unkräuter im Jugendstadium. Wird dieses Gerät
zwischen Saat und Auflaufen eingesetzt, so spricht man von Blindstriegeln.

Abb. 34: Aufbau und Einsatz eines Striegels


B. HACKEN:
Als Hacken bezeichnet man grubberähnliche Geräte, deren Organe den Boden in den
Zwischenreihen flach auflockern. Sie wirken hauptsächlich durch Verschütten der
Unkräuter und nur z.T. durch Abscheiden und Herausreißen. Die Wirkung ist effektiver
als beim Striegeln.
Voraussetzung sind Kulturen mit genügend großen Zwischenreihen, wie z.B. Mais,
Rüben und Kartoffeln.
So erzielt man eine mechanische Unkrautbekämpfung, bricht Krusten und schont
den Wasserhaushalt.

Abb. 35: Selbstführendes Hackgerät mit 2 stabilen Führungssechs und gezackten Schutzscheiben für
Maispflanzen im Jugendstadium

C: HÄUFELGERÄTE:
Das Häufeln wird vor allem im Kartoffelanbau durchgeführt. Es dient hier zum
Bedecken der Knollen und zur Unkrautbekämpfung.

Abb. 36: Häufelgerät mit Federzinken und Dammstriegel Abb. 37: Dammfräse

4. STOPPELBEARBEITUNG:
Darunter versteht man das flache Einmischen von Ernterückständen (5cm) kurz nach
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der Getreideernte, um deren Abbau zu beschleunigen. Außerdem werden damit
Unkräuter und Schädlinge bekämpft und das Ausfallgetreide zum Keimen angeregt. Es
eignen sich dazu am besten Grubber oder Scheibeneggen.
KONSERVIERENDE BODENBEARBEITUNG:

Unter diesem Begriff versteht man eine reduzierte, nicht wendende Bodenbearbeitung:
man spricht oft auch von „pflugloser Bearbeitung“ oder „Minimalbodenbarbeitung“.

Während die konventionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug einen "reinen Tisch"
hinterlässt und Ernterückstände im Boden verteilt werden, verbleibt das organische
Material bei der konservierenden Bodenbearbeitung an der Oberfläche bzw. in der
oberflächennahen Schicht. Dieses wird durch den Einsatz nichtwendender Geräte wie
z.B. dem Grubber erreicht.

Folgende Zielsetzungen werden mit diesem Verfahren verfolgt:


 deutliche Minderung von Wind- und Wassererosion
 bessere Tragfähigkeit der Böden
 Aktivierung des Bodenlebens
 Vermeidung von Nährstoffverlagerungen

Dieses System erfordert auch eine veränderte Aussaattechnik, welche nicht auf eine
saubere Bodenoberfläche angewiesen ist (Direktsaat oder Mulchsaat).
Ein Nachteil dieser Systeme ist häufig ein erhöhter Aufwand für die (chemische)
Unkrautbekämpfung.

Abb. 38: Drucklinienverlauf bei konventioneller und konservierender Bodenbearbeitung


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Abb. 39: Bodenbearbeitungssysteme mit abnehmender Eingriffsintensität (aus: Friebe et al., 1991). Die
Anzahl Bodentiere und das Röhrenvolumen der Regenwürmer nehmen hingegen zu.

QUELLEN:
Landmaschinen: Lehrmittelzentrale Zollikofen, 1992
Gehring, Franz: Landtechnik für Schule und Praxis, 2001
http://www.wiz.uni-kassel.de/bok/documents/pdfDateien/skript%20bodenbearbeitung.pdf
http://de.wikipedia.org/
http://www.eduhi.at/