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Jahreskonferenz

Musikland Niedersachsen
2010
Podiumsdiskussion

Klaus Georg Koch:

Aus der Vorbereitung durch die Tagungs-


teilnehmer sind einige Hauptfragen her-
vorgegangen:
probiere Silben aus und lege die Worte
Eine Frage betrifft Events: Wie organi- so, dass sie den Takt treffen, mache also
siert man so etwas, was passiert danach alles, was auch im Gesang passiert – mit
– d.h. können Events nachhaltig wirken dem Unterschied, dass ich nicht melo-
– und braucht man so etwas überhaupt? disch die Töne wechsle. Es gibt im Rap
aber eine große Bandbreite, die teilweise
Andere Frage: Offenbar gibt es einen auch Melodien mit einschließt und es wä-
großen Bedarf an angeleitetem Singen. re ignorant, zu sagen, Rap ist nur das
Kinder, Jugendliche, Erwachsene singen eine und das andere nicht.
gern, es hilft ihnen aber, wenn ihnen je-
mand zeigt, wie es geht. Es gibt aber of- Koch: Herr Klügl, Sie haben mit Spax
fenbar nicht genügend qualifizierte Leu- zusammen eine Rapoper gemacht. Was
te, um mit bestimmten Gruppen wie et- hat das für Sie, der von der klassischen
wa Kindern zu arbeiten. Was kann man Musik und dem Chorgesang her kommt,
tun, um genügend ChorleiterInnen und bedeutet?
StimmbildnerInnen auszubilden?
Dr. Michael Klügl: Ich komme ja nicht
Dritte Frage: Wie findet Popkultur Ein- nur vom klassischen Singen, ich hatte
gang in unsere Arbeit, wo gibt es An- z.B. mal eine Bluesband. Mit sechs Jah-
knüpfungspunkte? Was passiert, wenn ren habe ich mit gregorianischen Chorä-
wir die Jugendlichen „haben“ – sollen wir len angefangen. Mit neun Jahren habe
sie wieder zum „richtigen“ Singen holen? ich dann im Kinderchor gesungen und
mit 15 den ersten Chor gegründet. Über
eine „klassische“ Art von Singen zu re-
Spax, Sie singen anders als die meisten den, macht keinen Sinn. Singen ist un-
Leute hier im Saal... mittelbarer Ausdruck von seelischen Zu-
ständen. Dafür ist es total egal, ob die
Spax: Ja, ich rappe, mache Sprechge- Stimme ausgebildet oder mikrofoniert ist
sang. Das hat nichts mit Singen und Tö- oder ob ich rappe. In diesem Zusam-
ne treffen zu tun, sondern ich mache nur menhang fiel es leicht, eine Rapoper zu
Rhythmus und Text. Aber es ist nicht so machen, da die Leute dabei aneinander
einfach, wie man denken könnte. gelernt haben und aufeinander Lust hat-
ten. Das Spezielle am Gesang ist, dass
Koch: Würden Sie sagen, dass es eine es sich um einen seelischen Vorgang
bestimmte Art von Gesang ist oder ist es handelt und jede Stimme auch Ausdruck
einfach Rap? eines persönlichen Zustands ist. Alles,
was wir an Gesang und Singen in den
Spax: Das ist eine schwierige Frage. Ich Körper hinein tun, kriegen wir nie mehr
mache da eine Trennung, wobei ich den wieder heraus. Das ist sehr komplex und
Begriff Rap auch immer als eine Haltung macht uns gleichzeitig aus. Wir haben
dahinter sehe, nicht nur als Handlung. auch immer Opernsänger, die Lust auf
Jeder kann rappen, aber wenn jemand, populäre Musik haben und Musicals ma-
der eigentlich Sänger ist, rappt, ist er chen. Zum Beispiel hatte ein Sänger an
kein Rapper. Natürlich ist es aber auch der Oper in Linz vor seinem Engagement
Gesang, denn ich spreche zu Musik, ich dort 800 Mal Cats am Broadway gesun-

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gen. Ein objektives Bild darüber, welches Falk: Ja, wenn Sie schreien, müssen Sie
Singen wertvoll ist und was nicht, gibt es sich am Riemen reißen, das ist körperli-
nicht. che Anstrengung. Das hat auch bei den
Älteren funktioniert, aber sie brauchen
jemanden, der sie anspornt und “vor-
schreit”.

Spax: Sehe ich es richtig, dass Rap hier


als Fremdkörper gesehen wird?

Falk: Ja, in der Chormusik schon.

Spax: Ich finde Rap nicht kompliziert.


Da ist Text und Takt. Das muss doch mit
2.500 Leuten gehen. Eine Überartikulati-
on muss doch da nicht sein.

Falk: In dieser Halle mit dem entspre-


chendem Hall müssen Sie es so machen.

Koch: Frau Zeserson, Sie arbeiten im


Nordosten Englands mit sehr diversen
Gruppen zusammen. Das Angebot von
The Sage Gateshead richtet sich an un-
terschiedliche Gruppen unterschiedlicher
Koch: Herr Falk, Sie haben sich in Ihrer Herkunft. Haben Sie auch den Ehrgeiz,
Vortrags-Performance stark für das mi- verschiedene Singstile und Artikulati-
schen von Stilen und Techniken ausge- onsweisen zu integrieren?
sprochen. In Ihrem Musical von den „10
Geboten“ mischen Sie verschiedene Sti- Katherine Zeserson: Wir arbeiten mit
le. Wie brachten Sie die Leute – beson- Menschen unterschiedlichsten Alters.
ders die LaienchorsängerInnen –, denen Außerdem denken wir kulturelle Unter-
diese Stile nicht alle geläufig waren, da- schiede auf verschiedenen Ebenen mit.
zu, so zu singen? Unser Ziel ist, das Singen und die Musik
den Menschen als Kommunikations- und
Dieter Falk: Zu Herrn Klügl: Stimmen Entwicklungsplattform anzubieten. Und
berühren, sind emotional. Egal ob beim aus diesem Grund sind wir sehr offen für
Chanson oder in der Oper – die Stimme jede Art von Vorschlägen, jede Art von
muss berühren, und jeder Sänger ent- musikalischen Einflüssen aus verschie-
scheidet, wo er berührt wird. Den mei- denen Kulturen usw. In diesem Sinn ver-
sten Applaus hat beim letzten Schulkon- suchen wir auch, sehr klar zwischen Stil
zert, bei dem ich war, ein Mädchen be- und Technik zu unterscheiden. Es gibt
kommen, das einen Chanson gesungen nur eine Art von Musik, die wir nicht be-
hat. reit sind, auf unseren Bühnen zu präsen-
Wie bekomme ich Leute dazu, Rap- tieren oder beizubringen: Schlechte Mu-
Passagen zu sprechen? Mit 2500 Leuten sik.
kann man nicht rappen. Aber die
Sprechpassagen waren große Herausfor- Wir haben ein HipHop-Projekt, in dem
derungen, weil sie für viele eine Grenz- viele junge Menschen aus unterschiedli-
überschreitung darstellten. Doch ich ha- cher Herkunft zusammen Graffitikunst
be den Eindruck, dass besonders Ältere machen. Wir haben die größte legale
Spaß daran hatten, viele Silben extrem Graffiti-Wand in England und es kommen
zu artikulieren. Künstler von überall her, um dort zu ar-
beiten. Viele der jungen Menschen kom-
Koch: Singen wird dann auch körperlich men aus dem Gefängnis bzw. aus den
erfahrbar, als sportliche Herausforderung Fängen der Polizei. Also bringen wir die
... besten DJs und Rapper zu uns, um mit

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ihnen zu arbeiten. Die Frage ist bei uns
immer, was die Leute tun wollen und
was sie am besten können.

Wir haben bei unseren Beobachtungen


gelernt, dass wir keine Musik-Institution
sind – wir sind eine Leute-Institution. Die
Frage der Mischung ist eine Frage von
Menschen. Der Maler hat die Palette mit
den Farben. Manchmal ist es sehr inter-
essant, nur blau zu malen, wie Picasso.
Manchmal wollen wir ein Bild mit allen
Regenbogenfarben sehen. Und manch-
mal experimentieren wir mit verschiede-
nen Farbkombinationen. Aber eigentlich Koch: Herr Klügl und Spax, hat Ihre
mischen wir nie alle Farben zusammen, Rapoper auch so funktioniert?
denn sie ergeben zusammen ein hässli-
ches Braun. Genauso glauben wir auch, Klügl: Unser Projekt hat mir Vorberei-
dass die musikalischen Sprachen und tungszeit zwei Jahre gedauert. Es gibt
Stile so unterschiedlich wie die Menschen auch einen Film und ein Making-of. Dort
sind. Interessant ist, wie man die Men- wird dokumentiert, wie es entstanden ist
schen und Sprachen miteinander kombi- und wie man die Jugendlichen auch aus
niert. schwierigen sozialen Verhältnissen ein-
gebunden hat und wie sie eine große
Koch: Was passiert in dem HipHop- Entwicklung durchlaufen haben. Wir ha-
Projekt? ben eine Choreografin und ein pädagogi-
sches Team dabei gehabt. Es war viel
Zeserson: Wir befinden uns gerade mit- Arbeit, aber auch viel Spaß und es gab
ten in diesem Projekt. Jeden März haben einen tollen Ertrag, auch für die Jugend-
wir ein internationales Jazzfestival auf lichen.
unserem Gelände. Wir bereiten ein gro-
ßes Projekt in Zusammenarbeit mit ame- Spax: Seit es Rap gibt, wird man leider
rikanischen Jazzmusikern vor, das dort in eine Schublade gesteckt: “Bist du eher
aufgeführt wird. Außerdem arbeiten wir Fettes Brot oder Fanta 4 oder Bushido?”
mit einem großen britischen Beatboxer. Die Berichterstattung stuft Rap meistens
Ein Jugendchor und die jungen Leute der als Unterschichtenmusik ein und die
HipHop-Akademie schreiben Raptexte, Möglichkeit, jetzt einmal mit vermeintli-
die die Jazzband mit nach New York in cher Hochkultur zu arbeiten und sich
eine Schule nimmt. Die Jugendlichen auszutauschen, war sehr spannend. Es
dort arbeiten mit der Band zusammen, gab nun die Möglichkeit, den Jugendli-
um die Musik für die Texte zu schreiben chen etwas zu zeigen, was total großar-
und schicken die Musik zurück nach Eng- tig ist, nämlich, dass Musik eben Musik
land. In The Sage Gateshead wird die ist und keine Grenzen kennt, dass dabei
Musik dann von der Jazzband aufgeführt einfach nur Spaß entstehen muss. Die
und 25 Jugendliche aus New York wer- Leute hat es einfach erwischt. Ich habe
den dazu nach England kommen. Thema improvisiert und sie fanden es cool.
der Arbeit, über die auch ein Film ent- Dann hat die Opernsängerin gesungen
steht, ist die U-Bahn. und wir waren ergriffen zu sehen, dass
die Jugendlichen nicht mehr in Kategori-
Viele der jungen Leute haben eine elek- en denken.
tronische Fußfessel. Wenn sie also die
Bedingungen brechen, kommen sie zu- Eine Schwierigkeit bestand darin, dass
rück ins Gefängnis. Doch darüber wird wir altes Textmaterial umarbeiten muss-
nicht gesprochen und das interessiert ten. Aus diesem Grund finde ich das
auch niemanden. Wir wollen genau diese englische Projekt spannend, bei dem die
Leute auf der Bühne haben, und wollen, einen den Text schreiben und andere die
dass sie auf der Bühne fantastisch sind. Musik. Für die Jugendlichen war die
Es geht hier in der Musik nicht um Stile, Schwierigkeit bei der Oper, den klassi-
sondern um Menschlichkeit.

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schen Inhalt in die Neuzeit zu transferie- Koch: Mir ist nun klar geworden, dass
ren. Die Auseinandersetzung mit alten wir Singen weniger von der Ebene der
Dingen und der anderen Kultur, dabei vermittelten Bedeutungen her bestim-
aber mit doch recht vertrauten Inhalten, men, sondern eher nach der Erfahrung,
hat ihnen gezeigt, dass das Leben ein die es vermittelt: Es passiert mit den
immer wiederkehrende Zyklus ist und Leuten etwas, wenn sie an Singprojekten
dass wir mit Rap ein klassisches Thema teilnehmen. Herr Falk, was haben die
neu bearbeiten können. Das auf die Chöre mitgenommen und hat sich bei
Bühne zu bringen, war eine große Erfah- den Sängerinnen durch die Mitwirkung
rung für alle Beteiligten. an den „10 Geboten“ etwas verändert?

Falk: Meiner Erfahrung nach sind


Freundschaften entstanden und das
Stück wurde selbstständig auf kleinere
Zusammenhänge herunter gebrochen.
Bei solchen Events mit langem Vorlauf
haben alle viel Spaß am Proben, doch
am Schönsten ist es, wenn sie es danach
aufführen. Für die Chorarbeit nach dem
Event und dem Hype bleibt mehr Dyna-
mik und mehr Energie, die sie mitbe-
kommen haben durch das Event. Die
Chorleiter und Sänger geben mehr in
den Chören – deswegen bin ich auch für
Events.

Koch: Frau Zeserson, streben Sie bei Ih-


ren Projekten Langzeitwirkungen an?
Was haben Sie bisher beobachten kön-
nen?

Zeserson: Es ist wichtig, Zeit zu haben.


Wir versuchen unsere Arbeit so zu konzi-
pieren, dass es „Flüsse“ gibt, also konti-
Koch: Gab es Langzeitwirkungen? Was nuierliche Angebote zum Lernen und zur
konnten Sie über das Ende des Projekts Weiterentwicklung an verschiedenen
hinaus beobachten? Wochentagen. Aber dann gibt es auch
die Momente, wo Steine in den Fluss ge-
Klügl: Danach haben wir dann „Rhein- worfen werden. Unser Direktor nennt es
gold – der Film“ gedreht und hier waren „herausragende Momente“. Diese kön-
schon einige „Nachfolgetäter“ dabei. Es nen ein Ziel vorgeben, wo die Leute sich
gibt einige, die inzwischen bei verschie- hinbewegen. Nach dem Event geht es
denen Stücken mitwirken. Letztens ha- dann weiter den Fluss hinunter, zusam-
ben wir bei einer Oper für Jugendliche men mit den Erfahrungen aus dem
einen Chor gegründet, der mit ganz an- Event. Um das zu gewährleisten, machen
deren Jugendlichen aus sozial schwieri- wir nur Events oder Kooperationen,
gen Verhältnissen in sechswöchiger Pro- wenn sichergestellt ist, dass ein Team
benarbeit eine großartige Oper zustande aus deren Bereich sich selbst weiterbildet
gebracht hat. Die Jugendlichen bleiben um den begonnenen Weg weiterzuge-
Freunde über die Projekte hinaus. Plötz- hen. Dadurch garantieren wir, dass die
lich wollen Jugendliche Sängerin werden Erfahrungen aus dem Event in die Zeit
und öffnen sich Unbekanntem. Die Ju- danach mitgenommen werden. Außer-
gendlichen singen wahnsinnig gern und dem sind wir dadurch zu einer Art Weg-
gehen nach der Probe noch eine Cola weiserorganisation geworden, die nach
trinken und nerven dann die Leute in der einem Event die Leute informiert, wo
Kneipe mit dem Gesang. und wie sie sich weiter einbringen kön-
nen.

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Spax: Ich habe dazu nicht so viel hinzu- ben wir ein sehr praktisches Ziel: Wir
zufügen. Es wird immer von Nachhaltig- müssen ein Finanzierungsmodell finden,
keit gesprochen. Aber ich sehe Events das funktioniert. Weil wir eine große Or-
immer auch als Initialzündung. Bei der ganisation sind, werden wir als Bench-
Rapoper waren die drei ausverkauften markorganisation gesehen. Damit haben
Vorstellungen einfach ein Abschluss für wir eine große Verantwortung. Wir müs-
die Zeit, die sie erlebt haben. Solche sen unseren Kollegen in kleineren Orga-
Events haben auch immer eine Außen- nisationen helfen. Die Frage ist also, wie
wirkung, die wichtig ist, damit auch wei- wir die drei Dinge zusammenbekommen:
terhin Projekte gefördert werden. Für die Soziale Zielsetzung, musikalische Exzel-
Förderung brauchen wir leider auch im- lenz und finanzielle Sicherheit. Denn wir
mer etwas, ein Ziel, das am Ende steht. verlieren ständig öffentliche Mittel. Die
Ich finde, Events sind definitiv wichtig. Gefahr ist, dass wir aus finanziellen
Die Frage ist nur, ob es immer ein Pro- Gründen die soziale Zielsetzung verlie-
jekt sein muss, wie groß und für wen es ren. Also ist meine Aufgabe, einen Weg
sein soll. Für andere Jugendliche ist es in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu
super, die Jugendlichen dann auf der weisen. Der Schlüssel dafür liegt in der
Bühne zu sehen, und sie haben auch das Arbeit der Graswurzel-Community. Die
Bedürfnis, von Eltern und Lehrern beju- Großorganisation muss Energie und Im-
belt zu werden. Ich bin ein Befürworter pulse an die kleinen Organisationen wei-
von Events. tergeben, sodass diese in fünf Jahren
sagen können, dass alle drei Ziele erfüllt
Koch: Herr Falk, wie geht es weiter mit werden. Das ist der Plan. Wir sind in der
dem Singen? Wird die Mundorgel weiter Lage, Singen wirklich zum Vorreiterme-
orgeln? dium von Musikvermittlung zu machen.
Wir erstellen eine aussagekräftige Stel-
lungnahme für die Regierung, die zeigt,
wie das Singen im Leben der Kinder auf-
genommen wird – und wir haben einige
Beweise dafür.

Koch: Vielen Dank für Ihre Diskussions-


beiträge. Ein Wort noch zum Abschluss:
Wir haben in diesen zwei Tagen viele An-
regungen erfahren und viel diskutiert,
und ich hoffe, dass wir davon auch etwas
in unsere eigene Arbeit einbringen, dort
anwenden und weiter entwickeln kön-
nen. Die Idee der Musikland-Konferenzen
Falk: Die Zukunft des Singens fängt dort ist, dass Leute, die sich für Musik enga-
an, wo das Singen nach Kindergarten, gieren, zusammenkommen, um über die
Schule und Schulchor die Jugendlichen Fragen zu diskutieren, die sich in ihrem
verlässt. Da muss es Projekte geben, bei musikalischen Leben stellen. Und wir
denen Jugendliche wieder gemeinsam wollen Wege und Projekte aufzeigen. Ei-
zum Singen gebracht werden. Das geht ne wichtige Frage war zum Beispiel die
meiner Meinung nach vor allem durch nach der Qualifikation für die musikali-
ambitionierte Eliteprojekte, die etwas sche Arbeit mit Kindern, wo wir überle-
vormachen und durchs Land touren. Ich gen müssen, wie wir den Bedarf an aus-
hatte die Oslo Soul Teams erwähnt. Sie gebildeten ChorleiterInnen und Stimm-
ziehen durch die Lande und überall ent- bildnerInnen decken. Wir als Musikland
stehen Nachahmerchöre. Das wäre das werden dem nachgehen. Ich bedanke
Zukunftssingen für Konfirmanden bis ins mich herzlich bei den Mitdiskutanten,
Twen-Alter. und ich bedanke mich bei Ihnen, liebe
TeilnehmerInnen – ohne Ihre engagierte
Koch: Frau Zeserson, was sind Ihre Zie- Teilnahme wäre der Erfolg der Jahres-
le für die nächsten fünf Jahre? konferenz nicht möglich. Sie haben dazu
beigetragen, dass es eine interessante
Zeserson: Für die nächsten 5 Jahre ha- Tagung geworden ist.

Das Protokoll führte Paul Kruerke.


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