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Kinetoskop

Das Kinetoscope (griech. kinesis ‚Bewegung‘, skopein ‚sehen‘) ist der erste Filmbetrachter und wurde
1891–92 von William Kennedy Laurie Dickson, Chefingenieur bei Edison, entwickelt.

Inhaltsverzeichnis
Funktionsweise
Geschichte
Filme
Zeittafel
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise

Funktionsweise
In diesem Guckkasten wurde längs gespaltener 2¾-Zoll- Innenansicht des Kinetoskops
Zelluloidfilm, also 1⅜ Zoll breiter Film, in einer bis eine Chain
(= 66 Fuß was ca. 20,12 m entspricht) langen Endlosschleife
genau einem Betrachter vorgeführt, der dazu durch ein Okular (Schauspalte) zu blicken hatte. Der
Filmstreifen wurde per Elektromotor in Bewegung gesetzt. Um die Filme aufzeichnen zu können, wurde
der ebenfalls von Dickson entwickelte Kinetograph eingesetzt. Während der Kinetograph einen
Ratschenmechanismus besitzt, rollt der Film im Kinetoskop kontinuierlich. Eine mit Schlitzen versehene
Umlaufblende gibt jeweils für sehr kurze Dauer das Licht einer Glühlampe unter dem Film frei. Man
blickte auf ein durchscheinendes, nicht klardurchsichtiges Filmpositiv vor der Lichtquelle. Im eigens für
das Projekt errichteten „Studio“, der Black Maria, wurde in Sonnenauflicht vor Dachpappe gedreht.
Entsprechend heben die Akteure der Edison’schen Filme sich von schwarzem Hintergrund ab. Eine
eigentümliche Plastik unterscheidet diese Bilder von anderen.

Geschichte
Das Edison’sche Kinetoskop[1] wurde erstmals während der Weltausstellung von 1893 in Chicago
präsentiert. Angelehnt an die Jukebox-Vorläufer phonograph parlors begann im folgenden Jahr mit der
Einrichtung von kinetoscope parlors die kommerzielle Nutzung des Kinetoskops. Am 14. April 1894
wurde am New Yorker Broadway ein erster dieser Kinetoskop-Salons eröffnet. Er war mit zehn dieser
Schaukästen ausgestattet, in denen jeweils ein anderer Film aus der Produktion der Edison
Manufacturing Company, darunter die Blacksmith Scene, zu sehen war. Gegen einen Eintrittspreis von
25 Cent konnten Besucher dieses Kino-Vorläufers fünf Kinetoskope nutzen. Wenig später wurden in
Chicago und San Francisco weitere Kinetoskop-Salons eröffnet, bevor weitere Städte in den Vereinigten
Staaten und Europa folgten.[2]

1895 gründete der Kölner Schokoladeproduzent Ludwig


Stollwerck gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund Thomas Alva
Edison die „Deutsch Oesterreichische Edison Kinetoskope
Compagnie“ und präsentierte kurz darauf in Deutschland die
ersten Kurzfilme der Welt.

Edison stattete sein Kinetoskop auch mit einem Phonographen


aus, der passende Laute zu den bewegten Bildern abspielte, Kinetoskop-Salon in San Francisco
beispielsweise den Gesang. Das auf diese Weise
zusammengesetzte Gerät nannte man Kinetograph (manchmal
auch als Begriff für das Aufzeichnungsgerät der Bilder des
Kinetoskopen benutzt).

Filme
Zu den für das Kinetoskop produzierten Filmen zählen:

Carmencita (Film), 25 Sekunden


Dickson Greeting
Fred Ott’s Sneeze

Zeittafel
ab 1600: Daumenkino – Abblätterbuch mit Einzelbildern
ab 1671: Laterna magica – Zauberlaterne: frühes Gerät
zur Bildprojektion Anteilschein über 1000 Mark der
Deutsch-Oesterreichischen Edison-
ab 1825: Thaumatrop – Wunderscheibe mit zwei Fäden
Kinetoskop-Cie vom 24. April 1895
ab 1830: Phenakistiskop – Phantaskop, Wunderrad
oder Lebensrad
ab 1832: Stroboskop – Zauberscheiben: Blitzgerät
ab 1834: Zoetrop – Wundertrommel mit Schlitzen
ab 1861: Mutoskop – Stereoanimationsblätterer per Stroboskop
ab 1877: Praxinoskop – Elektrischer Schnellseher mittels Spiegelanordnung
ab 1879: Zoopraxiskop – Projektionsgerät für chronofotografisch erzeugte Reihenbilder
ab 1880: Kaiserpanorama – populäres Massenmedium mit stereoskopischen Bilderserien
ab 1886: Elektrotachyscop – Projektionsgerät für Reihenbilder
ab 1891: Kinetoskop – erster Filmbetrachter

Siehe auch
Kodak: William K. L. Dickson & George Eastman
Bioskop (Projektionsapparat mit zwei Filmschleifen 54-mm)
Kinematograph (Apparate der Lumière-Gesellschaft: Filmkamera, Kopiergerät und
Filmprojektor in einem)
Weblinks
Commons: Kinetoskop (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kinetoscope?uselang=d
e) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Das Kinetoskop von Thomas Alva Edison (http://www.gestaltung.hs-mannheim.de/designwi
ki/files/3195/kinetoskop.pdf) (Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim; PDF 1,2
MB)
Das Kino – Die Entwicklung des ‚Filmes‘ und das ‚Kinetoskop‘ (https://web.archive.org/web/
20120511170306/http://www.medieninformatik.uni-luebeck.de/Portal/studierzimmer/quellen/
MM-Geschichtenerzaehlen/Kino/kinetoskop.html) (Memento vom 11. Mai 2012 im Internet
Archive)
Fotografie, Film und Fernsehen (https://web.archive.org/web/20120520235335/http://www.f
h-friedberg.de/fachbereiche/mi/history/hist_fot.htm) (Memento vom 20. Mai 2012 im Internet
Archive)
Biografie von William Kennedy Laurie Dickson (http://www.earlycinema.com/pioneers/dicks
on_bio.html), abgerufen am 2. Januar 2014

Einzelnachweise
1. Edison’s Kinetoscop (http://www.earlycinema.uni-koeln.de/documents/view/888/) In:
Deutsche Verkehrsblätter, 1895, S. 24–26
2. Lee Grieveson/Peter Krämer (Hrsg.): The Silent Cinema Reader. Routledge, London 2004,
ISBN 0-415-25284-9, S. 12. (online (https://books.google.com/books?id=o108eJqaBzoC&p
g=PA12&lpg=PA12&dq=Kinetoscope+new+york+broadway+1894) bei Google Books)

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Diese Seite wurde zuletzt am 1. September 2019 um 00:43 Uhr bearbeitet.

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