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Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt am Main

Institut für Sportwissenschaften

Schwimmen Fachdidaktische Übungen WS 2003/04

Dr. Gerlinde Hemmling

Wege zum Erlernen des Delphinschwimmens

Tag der Abgabe:

02.02.2004

Vorgelegt von:

Frauke C. Lode

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Inhaltsverzeichnis

1.0

Delphinschwimmen in der Schule

3

2.0

Lernvoraussetzungen

4

3.0

Methodische Vorgehensweise

5

3.1

Ganzheitsmethode

5

3.1.1

Vom Brustschwimmen zum Delphinschwimmen nach Quitsch (1979)

6

3.1.2

Vom Delphinsprung zum Delphinschwimmen nach Wilke/ Daniel (1994)

9

3.2

Methodische Übungsreihe nach Freitag (1982)

11

4.0

Schlussfolgerung

14

5.0

Literatur

16

3

Delphinschwimmen in der Schule

Schwimmunterricht muss den Ansprüchen an Sachgerechtigkeit und Wirksamkeit sowie den Forderungen nach Sicherheit, angemessener Differenzierung, den Schülererwartungen und der Freude der Schüler am Schwimmen genügen. Dies erfordert fachliche und pädagogisch- didaktische Kenntnisse. Besonders in Bezug zu dem Erlernen der Schwimmtechnik Delphin müssen Kenntnisse vorhanden sein. Allerdings löst ein ausführliches Literaturstudium nicht das Problem des adäquaten Lösungswegs, denn effektive Vermittlung kann nur dann erfolgen, wenn die Rahmenbedingungen beachtet werden und die Gruppe individuell geleitet wird. Und diese differieren von Übungsstätte zu Übungsstätte und Gruppe zu Gruppe. Aus diesem grund werden in dieser Ausarbeitung nur mögliche Methodenkonzepte dargestellt, die an die jeweiligen Rahmenbedingungen und die zu unterrichtende Gruppe angepasst werden müssen.

Es scheiden sich die Geister bei der Frage, ob das Delphinschwimmen in den Schwimmkanon aufgenommen werden sollte. Der ablehnende Part argumentiert, dass die Bewegungstechnik zu komplex ist, als dass sie innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit von den Schülern erlernt werden könnte, Hilfsmittel wie beispielsweise Flossen nicht immer vorhanden sind etc. Der Part der Befürworter liefert solche Argumente, dass das Delphinschwimmen aufgrund seiner außergewöhnlichen Bewegungstechnik und seine Attraktivität große Beliebtheit bei den Schülern bewirkt, es vermittelt ein „erhebendes Gefühl“ (John/ Bleul, 1982, 2) die konditionellen Fähigkeiten der Kraft und Muskelausdauer entwickelt werden und die koordinativen Fähigkeiten der Rhythmisierung, Kopplung und Differenzierung geschult werden (vgl. Schneider, 1996,

186). Wie die Entscheidung ausfällt, ob Delphinschwimmen vermittelt wird oder nicht, ist eine rein persönliche, denn das Erlernen der Bewegungstechnik Delphin steht nicht verbindlich im Lehrplan. Doch es sei an diesem Punkt besonders darauf hingewiesen, dass sich beim Erlernen der Schwimmtechnik Delphin schnell Lernfortschritte verzeichnen lassen und es die Freude der Schüler am Schwimmunterricht fördert. Des weiteren nennt John/ Bleul (1982, 2) als wesentliche Aktionsfelder des

Schwimmunterrichts „trainieren, leisten, spielen und gestalten [

ist] die sensomotorische Dimension des Bewegungslernens nicht alles, was der Schwimmunterricht an Inhalten einbeziehen sollte, wenn er letztlich darauf abhebt, die Schüler im Wasser handlungsfähig zu machen, und nicht dazu, sie zu Sport- oder

],

[denn für die Autoren

4

Schönschwimmern, Springern usw. auszubilden.“ Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit der Schwerpunkt auf das ganzheitliche und spielerische Erlernen der Schwimmtechnik Delphin gelegt.

Lernvoraussetzungen

Als Lernvoraussetzung wird in der meisten Literatur das Beherrschen der Schwimmtechniken Brust und Kraul genannt. Das Beherrschen der Technik Brust hat den Vorteil, dass das Aufrichten des Oberkörpers

bereits beherrscht wird, die Position des Kopfes bei der Einatmung hoch ist, der Tauchzug nach Start und Wende den Unterwasserarmzug des Delphinarmzugs formt und eine Druckphase unter Armstreckung zu den Oberschenkeln folgt. Des weiteren sollte das Ausführen einer deutlichen Gleitphase möglich sein. Eine gute Bewegungsausführung der Schwimmtechnik Kraul ist deswegen sinnvoll, denn der Armvorschwung über Wasser ist dem des Delphinarmzugs sehr ähnlich, die Körperteile des Ober- und Unterkörpers bewegen sich im Wechsel und das Gleiten in Bauchlage über 3- 4 Körperlängen wird geschult. Weiter entwickeln sich die konditionellen Faktoren der Muskelkraft und Kraftausdauer. Methodisch ermöglicht das Kraulschwimmen den einarmigen Delphinrhythmus. Schneider (1996, 187) leitet aus den oben genannten Gründen folgende „lernmethodischen Konsequenzen ab:

- spezielle Verbesserung der Flexibilität von Schulter- und Oberarmgelenk sowie der Wirbelsäule

- optimale Technikschulung gelingt nur über den bewußten Einsatz der Kopfsteuerung

- Üben der Wellenbewegung geht vor Üben der Armbewegung

- Ein spezielles Krafttraining der Rumpf- und Hüftmuskulatur erleichtert den Lernprozeß.“ An diesen lernmethodischen Konsequenzen lässt sich leicht erkennen, dass erst die notwendigen Grundlagen geschaffen werden müssen, bevor die Zielform erarbeitet werden kann (vgl. John/ Bleul, 1982, 5).

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Methodische Vorgehensweise

Wie zu Beginn dieser Arbeit erwähnt, existieren zahlreiche Vorschläge zur methodischen Vorgehensweise zum Erlernen der Schwimmtechnik Delphin. Aufgrund dessen wurde eine Vorauswahl getroffen und es werden nur ein paar vorgestellt. So nennen Ungerechts und Volck (1995, 324) verschiedene Ansätze zum Erlernen des Schmetterlingsschwimmens. „Dementsprechend beginnen die Lernwege – zu Teil mit Flossenunterstützung – mit den bekannten Delphinsprüngen und Delphinbewegungen an der Wasseroberfläche (Urbainsky 1975, Popescu 1978, Gierl 1986, Freitag 1988, Reischle 1988, Wilke 1988), während andere Lehrwege (Lehrprogramme) den Beinschlag als wichtige Bezugsgröße ansehen (Blischke u.a. 1980, Volck 1982). Quitsch (1979) und Söll (1994) gehen dagegen vom bekannten Koordinationsmuster des Brustschwimmens aus und führen dieses durch formverändernde Aufgabenstellung in das Schmetterlingsschwimmen über.“ Der Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der ganzheitlichen Methode und speziell der Methode der formverändernden Aufgabenstellung und den Delphinsprüngen.

Ganzheitsmethode Diese Methode ermöglicht ein ganzheitliches Lernverfahren, bei der eine Bewegungsform bzw. Bewegungstechnik in eine andere Form – in diesem Falle das Delphinschwimmen – überführt wird. Diese Überführung in eine andere Bewegungsform durch eine kontinuierliche Form- bzw. Bewegungsveränderung nach dem Prinzip der graduellen Annäherung an die Zielübung erfolgt leichter und ohne Teillernschritte, isoliertem Bewegungslernen auf elementarer Basis (vgl. Quitsch, 1979, 23). Dies hat den Vorteil, dass die Bewegung als Ganzes erlernt wird und im Vergleich zur methodischen Übungsreihe keine Komplikationen in Bezug auf die Zusammenreihung der Teilbewegungselement zur Zielbewegung. „Die Bewegungstätigkeiten werden im Lernprozess nicht in ihre Elemente gegliedert und als Teilbewegungen gelernt, sondern in ihrer Ganzheitlichkeit belassen und als Ganzes gelernt“ (Größing, 2000, 199). Weiterführend werden durch eine graduellen Annäherung an die Zielübung die notwendigen Grundlagen geschaffen – „Verbesserung der Beweglichkeit sowie die Entwicklung der Bewegungsempfindlichkeit des Rumpfes“ (John/ Bleul, 1982, 5) – wodurch ein Erlernen der Delphintechnik erst ermöglicht wird.

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Durch die kontinuierliche Formveränderung ist es möglich, die Gruppe anfangs mit gleichen, später mit differenzierten Übungsaufgaben und Intensitäten üben zu lassen.

Vom Brustschwimmen zum Delphinschwimmen nach Quitsch (1979) Bei dieser Vorgehensweise ist das Beherrschen des Brustschwimmens elementar. Die Lernvoraussetzungen durch das Brustschwimmen wurden bereits erwähnt und werden aus diesem Grunde an dieser Stelle nicht mehr angeführt. Die Lerneinheit wird unterteilt in einzelne Lernschritte, die durch eine jeweilige Formveränderung weitergeführt werden. Teilweise werden Bewegungsausführungen mit Hilfe einer Bildreihe verdeutlicht. Diese wird am Ende dieser Methode dargestellt.

- 1. Lernschritt:

o

Brustschwimmen ganze Lage mit ausgeprägter Gleitphase, stabilisierter Bewegungstechnik und Atmungsdynamik

o

Formveränderung:

- 2. Lernschritt:

Schwimmen in der Gleitphase (Arme bleiben gestreckt) mit einem zusätzlichen, leichteren Beinschlag

o

Bewegungsrhythmus wie in LS (Lernschritt)1

o

Formveränderung:

Beine bleiben locker geschlossen Kräftiger Unterschenkelbeinschlag nach unten- hinten in Ganzbewegung Zweiter, leichterer Unterschenkelbeinschlag in Gleitphase BILDREIHE I

- 3. Lernschritt

o

Bewegungsausführung und Bewegungsrhythmus wie in LS2

o

Formveränderung:

In Gleitlage steuern Kopf und Hände betont ins Wasser

BILDREIHE I / BILD7/8/9

Aus Gleitphase heraus mit Kopf und Händen wieder nach oben

durch bewusst und akzentuierte Kopfsteuerung ins Wasser und wieder heraus erfolgt ein Abbau des Unterschenkelbeinschlags

- BILDREIHE I / BILD 10-13

7

- 4. Lernschritt

o

Bewegungsausführung und Bewegungsrhythmus wie in LS3

o

Formveränderung:

Zug-Druck-Amplitude der Arme wird in Richtung des typischen Tauchzugs vergrößert Vorbringen der Hände erfolgt dicht an der Körperachse BILDREIHE II / BILD 1-6

nur einen annähernden Tauchzug bis ca. Hüfthöhe

- 5. Lernschritt

o

Bewegungsausführung und Bewegungsrhythmus wie in LS4

o

Formveränderung:

- 6. Lernschritt

Arme werden über Wasser in Gleitphase nach vorne geschwungen

o

kontinuierliche Reduzierung des Tauchzugmusters zugunsten des

Delphinarmzugs

o

Formveränderung:

Delphinarmzug wird abwechseln links und rechts einseitig durchgeführt BILDREIHE III / BILD 1-20 Empfehlung: Teilarmbewegung variieren

8

8 Fazit dieser Methode Durch Kombination der Schwimmtechniken werden die konditionellen Fähigkeiten gefördert und

Fazit dieser Methode Durch Kombination der Schwimmtechniken werden die konditionellen Fähigkeiten gefördert und gefordert und die Monotonie des Schwimmunterrichts wird abgebaut. Durch die Bewegungsverwandtschaft wird die Schwimmtechnik Delphin leichter und schneller erlernt (vgl. Quitsch, 1979, 23). Jedoch ist diese Methode recht schwierig und sehr kraftaufwendig. Die Hüftbewegung – das Elementare der Delphintechnik - wird völlig außer acht gelassen. Deswegen sei hier die Empfehlung genannt, diese Methode in höheren Klassen durchzuführen, so dass die Schüler die konditionellen Voraussetzungen für diese Methode erfüllen.

9

Vom Delphinsprung zum Delphinschwimmen nach Wilke/ Daniel (1994) Der ganzheitliche Ansatz dieser Methode strebt „das Lernen der kopfgesteuerten

Körperwelle an, die sich [

1994, 6). Aufgrund der Kenntnisse des Delphinspringens ist es laut Wilke und Daniel leichter, die Grobform des Delphinschwimmens mit einem Beinschlag zu erlernen. Auch bei dieser Methoden sind das Beherrschen des Brust- und Kraulschwimmens hilfreich, besonders das Kraulschwimmen erleichtert Übungen des einarmigen Delphin-Rhythmus. „Wenn sich die Lernvoraussetzungen im Rahmen eines längerfristigen Ausbildungskonzepts schaffen lassen, dann sollten ab Beginn der Wasserbewältigung regelmäßig Varianten des Delphinspringens mit und ohne Flossen, Abschlagspiele wie Delphinfangen usw. vorkommen“ (Wilke/ Daniel, 1994, 7). An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, was John in Bezug zu den Aktionsfeldern im Schwimmunterricht anmerkte (siehe S. 3).

]

über das Delphinspringen erlernen lässt“ (Wilke/ Daniel,

- Überspringen von Hindernissen (Kopfsteuerung)

o

Delphinsprung in freier Form (Arme ständig vor Kopf lassen)

o

Delphinspringen mit Vorstrecken der Arme (beim Absprung Arme schnell nach vorne)

o

Delphinspringen mit Armschwung (vor Absprung ziehen Arme durch das

Wasser nach vorne und tauchen beim Absprung in das Wasser)

- Untertauchen von Hindernissen (Rückbeugen des Kopfes und aktive Armsteuerung ermöglichen Gleitbewegung)

o

Delphinspringen mit Untertauchen eines Hindernisses

o

Delphinspringen mit waagerechten Reifen (ohne Berührung und direktes Auftauchen -> großer Rumpfwinkel)

- Delphinsspringen zur grobstrukturierten Gesamtbewegung des Delphinschwimmens

o

Delphinspringen mit Delphinbeinschlag (kräftiger Hüftbeinschlag, wenn Arme und Kopf nach oben steuern)

o

Delphinspringen mit Armabdruck vom Beckenboden

o

Delphinspringen mit zweitem Armschwung (beim Auftauchen Arme über Wasser nach vorne bewegen)

o

Delphinspringen mit zweitem Beinschlag (nach 2. Armzug Streckung der Arme schlagen die Beine)

10

o Delphinsprung mit anschließendem Delphinschwimmen (diesmal kein

Abdruck vom Boden, sondern Schwung durch den Armzug)

- Rhythmisieren der Delphinbewegung

o

Schlängeln unter Wasser (ausgeprägte Hüft-Kopf-Handsteuerung erfahren)

o

Zweier-Beinschlag an der Oberfläche (wenn Kopf unter Wasser erfolgt der

erste Beinschlag, wenn der Kopf auftaucht, erfolgt der zweite Beinschlag)

o

Zweier-Beinschlag mit Beidarmzug (beim 1. Beinschlag werden die Arme

gestreckt, während der ´Beinschlagpause´ ziehen die Arme zur Senkrechten,

beim 2. Beinschlag werden die Arme zu den Oberschenkeln gestreckt)

o

Zweier-Beinschlag mit einarmiger Schmetterlingsbewegung

o

Delphinrhythmus üben (einarmig, 3x re, 3x li, 3x beidarmig)

Hinweis:

Bei zu geringer Rumpfbewegung sollte der passive Arme nicht vorgestreckt werden,

sondern an der Körperlängsachse angelegt werden, so dass die betonte Kopfsteuerung die

Rumpfbewegung auslöst.

- Zuordnung der Atmung

o

Atmen mit Armbewegung im Gehen

o

Atmen mit einarmiger Schmetterlingsbewegung

o

Atmen in Delphinrhythmus üben

Fazit dieser Methode Bei dieser Methode wird ganz explizit über die Steuerung des Kopfes die Wirbelsäulen-

Hüft-Aktivität herausgefordert, denn der Schwerpunkt liegt auf der Rumpfbewegung und

Kopfsteuerung. D.h. der ganzheitliche Ansatz dieser Vorgehensweise strebt das Lernen der

kopfgesteuerten Körperwellen an. Des weiteren gewährleistet es einen hohen Spaßfaktor

und die Komponente der mangelnden Muskelkraft wird durch den Bodenabdruck beim

Delphinsprung kompensiert, wodurch die Bewegungen schneller dem Delphinschwimmen

ähnelt und somit einen höheren Anreiz bildet für Schüler. Durch die Variante der

kompensierten Kraft durch den Bodenabdruck eignet sich dieser Methode für jüngere

Jahrgangsstufen, bei denen die konditionellen Fähigkeiten noch nicht so optimal entwickelt

sind.

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Allerdings ist durch den Delphinsprung der Zyklus viel zu groß und hat somit hat eine zu große Amplitude und die Umstellung zum eigentlichen Schwimmen bzw. Fortbewegen kann schwer fallen, denn bei den Sprüngen ist die Fortbewegung im Wasser nicht vorhanden, was langweilig sein kann für Schüler und der Bezug zum Delphinschwimmen findet unter Umständen nicht statt. Des weiteren können Delphinsprünge verfälschen, weil die Kraft durch den Bodenabdruck beim Delphinschwimmen erfolgt und nicht durch den Beinschlag. In Bezug auf die Rahmenbedingungen ist nicht immer ein Schwimmbad mit ausreichend großem Nichtschwimmerbereich vorhanden, in dem die Delphinsprünge durchgeführt werden können.

Methodische Übungsreihe nach Freitag (1982) Man spricht von einer methodischen Übungsreihe, wenn nach „methodischen Grundsätzen geordnete Übungsfolgen, die zur Erlernung einer bestimmten motorischen Fertigkeit (Zielübung) oder Aneignung eines bestimmten Ausprägungsgrades motorischer Eigenschaften führen sollen“ (Fetz, 1996, 154). Es wird in der Regel von bekannten Übungen bzw. Bewegungsformen ausgegangen, die im Verlauf der jeweiligen Übung erschwert werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass jede Stunde einen Schwerpunkt aufweist und dieser für Schüler bzw. die zu leitende Gruppe klar ersichtlich ist.

- spielerische Vorübungen

Bei den spielerischen Vorübungen werden die Grundelemente des Delphinschwimmens spielerisch geschult. Wichtig ist hierbei anzumerken, dass stets der gesamte Körper an den Bewegungen beteiligt ist, d.h. es erfolgt ein stetiger

Wechsel von leichter Überstreckung und rundem Rücken. Des weiteren wird besonderer Wert auf die aktive Kopfsteuerung gelegt, die die wellenförmige Bewegung des Körpers einleitet:

- 1. Übungseinheit Delphinspringen:

o

Slalomstangentauchen in Seitenlage

o

Delphinspringen durch einen Reifen

o

Delphinspringen durch einen Reifen mit Abdruck vom Boden

12

o

Delphinspringen durch einen Reifen und durchtauchen der Beine eines Partners

o

Mehrere Delphinsprünge hintereinander

o

Delphinsprung als Wettkampf – wer schafft es, eine ganze Schwimmbadseite mit Delphinsprüngen zu überwinden

o

Delphinsprung als Fangspiel – Gejagte und Fänger dürfen sich nur in Form von Delphinsprüngen fortbewegen

- 2. Übungseinheit Grobform Delphinschwimmen:

o

Gleichzeitiges Armkreisen im Stehen

o

Armzug ohne Atmung nach Abstoß

- 3. Übungseinheit Grobform Delphinschwimmen mit Atmung:

o

Armzug mit Atmung im Gehen

o

Delphinschwimmen mit Atmung – begonnen wird mit einem Delphinzyklus

und bei Beherrschen werden mehrere Delphinzyklen aneinander gereiht

- 4. Übungseinheit Verbesserung der Grobform Delphinschwimmen:

Delphinbeinschlag

o

Beinschlag beim Tauchen

Arme an der Seite Arme locker vor Kopf

o

Beinschlag an Wasseroberfläche in Bauchlage (so wenig wie möglich zu

atmen)

Beinschlag in Rückenlage

Beinschlag in Seitenlage

Beinschlag in Bauchlage mit Atmung (Steuerung erfolgt über Arme und

o

o

o

Kopf) Bei dieser Übungseinheit kann die Verwendung von Flossen sehr hilfreich sein (vgl. Freitag, 1982, 71).

- 5. Übungseinheit Verbesserung der Grobform Delphinschwimmen: Koordination Armzug und 2 Beinschläge

o

Delphinsprung

o

Brustarmzug/Delphinbeinschlag

o

Mehrere Beinschläge auf einen Armzug

o

Ein Brustarmzug/ zwei Delphinbeinschläge

13

o

Ein Delphinarmzug/ mehrere Delphinbeinschläge

o

Ein Delphinarmzug/ zwei Beinschläge

- 6. Übungseinheit Verbesserung der Grobform Delphinschwimmen: gebeugter Arm

o

Gebeugter Armzug

o

Wechselzug mit Delphinbeinschlag unter besonderer Beachtung der richtigen Koordination beider Beinschläge

o

Wechselzug mit Delphinbeinschlag unter besonderer Beachtung der richtigen Koordination von Armen und Beinen

o

Wechselzug mit Delphinbeinschlag unter besonderer Beachtung der richtigen Koordination Arme, Beine und Atmung

- 7. Übungseinheit Verbesserung der Grobform Delphinschwimmen:

Schlüssellochzug

o

Delphinschwimmen mit Flossen, sodass eine gewissen Grundschnelligkeit vorhanden ist unter besonderer Beachtung des Armzuges

o

Delphinschwimmen mit Hinzunahme der Atemkoordination

- 8. Übungseinheit Erlernen der Feinform des Delphinschwimmens:

Delphinkombinationsübung

o

Kraularmzug/ Delphinbeinschlag

o

Einarmig Kraulzug/ Delphinbeinschlag

o

Brustarmzug/ Delphinbeinschlag

o

Rückengleichzug/ Delphinbeinschlag

o

Rückenarmzug/ Delphinbeinschlag

o

Delphinarmzug/ Kraulbeinschlag

o

Kraulwechselzug/ Delphinbeinschlag

Fazit dieser Methode Diese Methode eignet sich bis zur Verbesserung der Grobform in der Schule. Die darauffolgenden Übungen richten sich wohl eher an ein Vereinstraining. Besonders in unteren Klassenstufen wäre die Anwendung der spielerischen Vorübungen und Erlernen der Grobform sinnvoll und motivationsfördernd. In der Oberstufe bzw. teilweise auch in der Mittelstufe, sofern die konditionellen Fähigkeiten vorhanden sind, können auch die Übungseinheiten zur Verbesserung der Grobform angewendet werden. Allerdings muss man immer bedenken, dass teilweise komplexere Bewegungshandlungen schneller und

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besser gelernt werden als daraus abgeleitete Einzelbewegungen zu erstellen. Dieses spricht für das ganzheitliche Lernen. Des öfteren fällt es den Schülern schwer, die einzelnen Übungen zur Gesamtbewegung zusammenzusetzen und die Teilübungen haben für die Schüler einen Eigenwert, d.h. sie erfahren bei Übungen mehr als es der Lehrer gedacht hätte. Somit können Teilübungen für Schüler einen Selbstzweck („methodische Übungsreihen haben keinen Selbstzweck, sondern stehen im Dienste einer Zielübung“ (Größing, 2000, 201)).aufweisen, obwohl dieser vom Lehrenden nicht als solcher gedacht war. Wird dieses vom Lehrenden nicht bedacht bzw. berücksichtigt und im Übungsgeschehen weitergegangen, ist es dem Lernenden nur schwer möglich, effektive Lernerfolge zu erzielen, denn methodische Erleichterungen machen nicht für jeden Schüler die Übung leichter, teilweise kann es sogar zu einer Erschwerung oder Irreführung kommen.

Schlussfolgerung Alle methodischen Herangehensweisen beginnen mit einer Art Grobform des Delphinschwimmens. John/ Bleul (1982, 6) sind der Meinung, dass „Bewegungsaufgaben, die die Aktivität des Lernenden herausfordern, stets Vorrang vor Bewegungsanweisungen [haben].“ Egal, welche Methode angewandt wird, Kenntnisse des Übungsleiters über die Schwimmart Delphin sind nötig, da ansonsten keine adäquate Fehlererkennung und Fehlerkorrektur erfolgen kann. Die Grobform des Delphinschwimmens soll an dieser Stelle definiert werden: „die Arme werden gleichzeitig und simultan über das Wasser nach vorn geschwungen und unter Wasser mit gebeugten Armen nach hinten bewegt, so daß Schwung-, Zug- und Druckphase zu erkennen sind“ (John/ Bleul, 1982, 8). Wird die Grobform - wie sie gerade beschrieben wurde – beherrscht, kann der nächste Schritt zur Feinform begonnen werden. Die Wahl der methodischen Herangehensweise hängt von der zu unterrichtende Gruppe und den Rahmenbedingungen ab. Steht ein Schwimmbecken zur Verfügung, welches über eine ausreichende Tiefe und Fläche verfügt, eignen sich Delphinsprünge zum Erlernen der Grobform des Delphinschwimmens, da dadurch die aktive Kopfsteuerung und Rumpfbeuge herausgefordert wird (vgl. John/ Bleul, 1982, 5). Verständlich ist auch, dass man kein Konzept wie es in der Literatur zu finden ist, direkt auf die zu unterrichtende Gruppe übertragen kann. Aus diesem Grunde existiert die eine Ideallösung zum Erlernen der Delphintechnik nicht. Es sei an diesem Punkt gesagt, dass

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die zuvor beschriebenen Methoden als Vorschläge gelten mögen und sich daraus Varianten entwickeln lassen, die auf die zu unterrichtende Gruppe zugeschnitten sind. Als Empfehlung kann man die einzelnen methodischen Herangehensweisen mit einander kombinieren, bis man eine adäquate Lösung für die jeweilige Gruppe entwickelt hat.

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Literatur

FETZ, F. (1996). Allgemeine Methodik der Leibesübungen. Limpert Verlag: Frankfurt.

FREITAG, W. (1982). Schwimmen. Training. Technik. Taktik. Rowolt: Hamburg.

GRÖßING, S. (2000). Einführung in die Sportdidaktik. Limpert Verlag. Wiebelsheim.

JOHN, C. /BLEUL, C. Schwimmen VI - Delphinschwimmen ganzheitlich erlernt. In Betrifft Sport 40, 1982, 7, 1-17.

QUITSCH, G. Ganzheitsmethodik des Delphinschwimmens. In Lehrhilfen für den Sportunterricht 2, 1979, 23-28.

SCHNEIDER, F. Die Rumpf- Bein- Bewegung beim Schmetterlingsschwimmen (Delphin). In Lehrhilfen für den Sportunterricht 45, 1996, 12, 186- 189.

UNGERECHTS, B./ VOLCK, G. Schmetterlingsschwimmen. In Sportunterricht 44, 1995, 8, 324-336.

WILKE, K./ DANIEL, K. Schmetterlingsschwimmen: Vom Delphinspringen zum Delphinschwimmen. In Sport Praxis 4, 1994, 5-8.