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© 2015 Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern Pflege 2015; 28 (6): 339 – 345   DOI 10.

1024/1012-5302/a000459

Originalarbeit 339
Birgit Sohar1 (BSc., Msc.), Franziska Großschädl2 (Dr., BSc., Msc.), Isabella Maria Meier3 (Mag.a Dr.in),
­Willibald ­Julius Stronegger1 (Prof. Dr.)
1 
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Medizinische Universität Graz
2
Institut für Pflegewissenschaft, Medizinische Universität Graz
3
Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie der Universität Graz
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Auswirkungen von Pflegeerfahrung auf die Einstel-


lung zur aktiven Sterbehilfe in der österreichischen
Bevölkerung – eine Querschnittstudie

rung der durchschnittlichen Lebenser-


Was ist schon bekannt? wartung, wobei die Qualität am Le-
In vielen europäischen Ländern gibt es eine steigende Zustimmung zur bensende zunehmend beeinträchtigt
Legalisierung der aktiven Sterbehilfe auf Verlangen. Medizinisches ist (DelVecchio Good et al., 2004). In
Personal lehnt diese jedoch eher ab. vielen europäischen Ländern gab es in
den letzten Jahrzehnten Debatten über
Was ist neu? eine Legalisierung der aktiven Sterbe-
Ein Grund dafür könnte die Erfahrung mit der Behandlung und Pflege hilfe auf Verlangen (Cohen et al.,
schwer kranker Menschen sein. 2006a). Seit dem Jahr 2000 wurden in
den Niederlanden, Belgien und ande-
Welche Konsequenzen haben die Ergebnisse für die Pflegepraxis? ren europäischen Ländern gesetzliche
Menschen mit Pflegeerfahrung sollten in Debatten zur aktiven Sterbe­ Regelungen beschlossen oder entspre-
hilfe künftig vermehrt miteinbezogen werden. chende Gesetze liberalisiert, die es
Ärzten/Ärztinnen in Einzelfällen und
unter Einhaltung bestimmter Vorge-
Hintergrund: Einstellungen zur akti- liegt für diese Studie vor. Ergebnisse: hensweisen erlauben, bei urteilsfähi-
gen Menschen auf deren ausdrückli-
ven Sterbehilfe auf Verlangen von voll 48 % der Befragten geben an, Erfah-
chen Wunsch aktive Sterbehilfe zu
urteilsfähigen, schwer und unheilbar rung mit Pflege gemacht zu haben, leisten (Battin, van der Heide, Ganzini,
kranken Menschen sind zunehmend davon 8,6 % als Mediziner/Medizine- van der Wal & Onwuteaka-Philipsen,
Gegenstand von öffentlichen Debat- rinnen oder Krankenpfleger/Kranken- 2007; Pakes, 2005; Smets, Bilsen, Co-
ten. Forschungsbedarf besteht noch schwestern, 43,7 % als pflegende An- hen, Rurup & Deliens, 2010). Unter den
zum Einfluss der Pflegeerfahrung auf gehörige und 50 % als nicht pflegende Begriffen «aktive Sterbehilfe» oder
«Tötung auf Verlangen» wird in Öster-
die Einstellungen zur aktiven Sterbe- Angehörige. Mehrfachantworten wa-
reich jede Maßnahme verstanden, die
hilfe. Ziel: Daher ist das Ziel dieser Stu- ren möglich. Personen mit Pflege­ zum Ziel hat, das Leben eines Men-
die, zu eruieren, ob und wie sich Pfle- erfahrung weisen eine signifikant schen auf dessen ausdrücklichen
geerfahrung auf die Einstellungen zur niedrigere Zustimmung zur aktiven Wunsch zu beenden. Dies erfolgt meist
aktiven Sterbehilfe auswirkt. Metho- Sterbehilfe auf, als jene ohne Pflegeer- durch die Verabreichung eines tödli-
de: Im Frühjahr 2014 wurde eine re- fahrung (p  =  0,04). Schlussfolgerung: chen Medikamentencocktails z. B. mit-
tels einer letalen Dosis an Narkosemit-
präsentative Querschnittstudie in der Pflegeerfahrung stellt einen Einfluss-
teln, Schmerz- oder Beruhigungsmit-
österreichischen Bevölkerung mittels faktor auf die Einstellung zur aktiven teln, durch eine Kaliuminjektion oder
selbstentwickeltem Fragebogen (auf Sterbehilfe dar. Menschen mit Pflege- einer Kombination davon. In Öster-
Basis einer qualitativen Vorstudie) erfahrung sollten stärker in Diskussio- reich ist dieser Tatbestand in § 77 StGB
durchgeführt. Personen ab dem 16. nen zum Thema Entscheidungen am verankert und lautet «Tötung auf
Lebensjahr wurden über Online-Frage- Lebensende miteinbezogen werden. ernstlichem und eindringlichem Ver-
langen». Er ist mit einer Freiheitsstrafe
bögen und Personen ab dem 65. Le-
Schlüsselwörter: Aktive Sterbehilfe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren
bensjahr mittels postalisch versende- auf Verlangen, Einstellungen, Pflege zu bestrafen. Dies wird im folgenden
ter Fragebögen befragt (n = 725). Die Text vereinfachend mit dem Begriff
deskriptive Datenanalyse erfolgte mit der aktiven Sterbehilfe wiedergegeben.
dem Statistikprogramm IBM SPSS Ver- Einleitung Bevölkerungsweite Erhebungen der
sion 22.0. Ein positives Ethikvotum Einstellung zur aktiven Sterbehilfe do-
Die Fortschritte der Medizin und die kumentieren für viele Länder der west-
Manuskript eingereicht am 15.12.2014
Verbesserung der Lebensbedingungen lichen Welt (USA, Australien) und viele
Manuskript akzeptiert am 24.7.2015 führten zu einer deutlichen Verlänge- europäische Länder (besonders Nord-
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europa) klare Mehrheiten sowie eine ser Studie wurde die Pflegeerfahrung Steiermark im Alter von 30 und 87
steigende Zustimmung für eine Legali- jedoch nicht detailliert erhoben. Es ­Jahren. Der Fragebogenentwurf wurde
sierung (Buiting et al., 2012; Cohen, wurde lediglich gefragt, ob eine Person in der interdisziplinären Projektfor-
2006b; Pakes, 2005; Schröder, Schmut- Pflegeerfahrungen hat oder nicht. Die schungsgruppe immer wieder kritisch
zer, Klaiber & Brähler, 2003). Aussage- Studie von Renn-Zurek (2014) ergab, hinterfragt und weiter spezifiziert. Ein
kräftige Studien zu den soziologischen dass die Mehrheit der Pflegefachkräfte Pretest und die Datenerhebung wurden
Ursachen des Wandels oder auch zur (83 %) zwar gegen eine Weiterführung vom Forschungsinstitut GfK (www.gfk.
Verbreitung der Einstellung zur akti- von aussichtslosen medizinischen com) durchgeführt. Die Daten wurden
ven Sterbehilfe in unterschiedlichen Therapien in der Palliativpflege sind, zwischen April und Mai 2014 bei öster-
soziodemografischen Bevölkerungs- jedoch nur 31 % für eine Gesetzeslibe- reichischen Männern und Frauen ab
gruppen existieren bislang nur verein- ralisierung der aktiven Sterbehilfe in dem 16. Lebensjahr gesammelt. Es han-
zelt. Die bisher vorliegenden empiri- Polen sind. Die Recherche der Litera- delt sich hierbei um eine repräsentative
schen Studien zu den Determinanten tur zeigt, dass pflegewissenschaftliche Stichprobe für Österreich. Die Befra-
der Einstellung zur aktiven Sterbehilfe Untersuchungen zu diesem Themen- gung setzte sich aus 80 % Onlineinter-
scheinen – bei allen Limitierungen – komplex in Österreich nur spärlich views (Computer Assisted Web Intervie-
nahezulegen, dass weltanschauliche vorhanden sind. wing) und 20 % postalischer Befragun-
Überzeugungen (d. h. moralische und gen zusammen. Die postalische
politische Einstellungen wie Religiosi- Forschungsfrage Befragung wurde unter Personen ab 65
tät oder Liberalität) die entscheiden- Die bisher vorliegenden empirischen Jahren und Personen ohne Internetzu-
den Einzelfaktoren darstellen (Jasper Studien deuten einen Effekt von Pflege- gang durchgeführt. GfK Austria verfügt
et al., 2007). Entsprechende Erhebun- erfahrung in Bezug auf die Einstellung über einen Pool von ca. 35 000 poten-
gen unter Ärzten/Ärztinnen und an- zur aktiven Sterbehilfe an. Dies soll in ziellen Umfrageteilnehmern/Umfrage-
deren medizinischen Professionen er- dieser Studie näher eruiert und erklärt teilnehmerinnen, welche im Rahmen
mittelten jedoch ähnlich konsistent werden. Somit lautet die Forschungs- von Repräsentativerhebungen offline
meist deutlich niedrigere Zustimmun- frage: Hat die Erfahrung mit der Pflege generiert wurden. Aus diesem Pool wur-
gen als in der Allgemeinbevölkerung schwer kranker oder alter Menschen de eine repräsentative Stichprobe gezo-
(McCormack, Clifford & Conroy, 2012; einen Einfluss auf die Einstellung zur gen, geschichtet nach Bundesland und
Pakes, 2005; Seale 2009). Ein Vergleich aktiven Sterbehilfe? Die daraus resultie- soziodemografischen Variablen (wie Ge-
zwischen medizinischen Laien, Medi- rende Hypothese lautet: Österreicher/ schlecht, Alter und Bildungsniveau). Die
zinstudierenden aus dem vorklini- Österreicherinnen mit Erfahrung in der Ausschlusskriterien waren: Alter unter
schen und dem klinischen Abschnitt Pflege schwer kranker oder alter Men- 16 Jahren und kein Wohnsitz in Öster-
und Fachärzten/Fachärztinnen ergab, schen äußern eine niedrigere Zustim- reich. Für die Beantwortung der Fragen
dass die aktive Sterbehilfe als ärztliche mung zur aktiven Sterbehilfe, als jene standen zwei Wochen zur Verfügung.
Aufgabe mit zunehmender Nähe zum ohne Pflegeerfahrung. Der postalischen Befragung wurde ein
medizinischen Beruf verstärkt abge- Rückkuvert beigefügt. Die Daten der
lehnt wird (Ritter, Etzersdorfer & postalisch retournierten Fragebögen
Stompe, 2009). Ozcelik, Tekir, Saman- Methode und Material wurden händisch in die programmier-
cioglu, Fadiloglu und Ozkara (2014) ten Online-Fragebögen eingegeben und
zeigen, dass bei türkischen Kranken- Datenerhebung und Stichproben­ dadurch mit den Daten aus der On­line-
pflegeschülern/Krankenpflegeschüle- auswahl Befragung zusammengespielt. Der
rinnen die Praxiserfahrung einen Ein- Im Frühjahr 2014 wurde eine repräsen- Rücklauf der Online-Befragung belief
fluss auf die Einstellung zur Sterbehil- tative Querschnittstudie in der öster­ sich auf 49 % und jener der postalischen
fe hat. Eine neue Studie von Stronegger, reichischen Bevölkerung durchgeführt. Befragung auf 38,4 %. Die vollständigen
Burkert, Grossschädl und Freidl (2013) Auf Basis einer qualitativen Vorstudie Daten wurden zur Auswertung an das
zeigt, dass die Ablehnung der aktiven wurde ein Fragebogen entwickelt. Ziel Institut für Sozialmedizin und Epide-
Sterbehilfe positiv mit einer konserva- der qualitativen Vorstudie war die Prä- miologie Graz übermittelt.
tiven Weltanschauung, einer zuneh- zisierung und Operationalisierung er-
menden Haushaltsgröße und mit der klärender Faktoren. Die qualitative Studienpopulation und Variablen
Pflegeerfahrung von Menschen mit ­Vorstudie umfasste Leitfadeninterviews Die Stichprobe umfasst 725 Personen,
schwerer Krankheit korreliert. In die- mit 35 Männern und Frauen aus der davon sind 51,5 % (n = 373) weibliche
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Befragte. Das Durchschnittsalter be- wird in dieser Untersuchung, dass bei sein und bestraft werden oder (4) weiß
trägt 46 Jahre und reicht von 16 bis 85 medizinischen und pflegerischen Pro- nicht». Um dies zu konkretisieren,
Jahren. In der Analyse wird nach vier fessionen eine Erfahrung in der Pflege wurde folgende Zusatzfrage gestellt:
Altersklassen geschichtet: 16 – 30, schwer kranker oder alter Menschen «Für welche konkreten Fälle sollte die
31 – 44, 45 – 60, 61 und älter. Die sozio- im weitesten Sinne, wie z. B. bei Famu- aktive Sterbehilfe erlaubt oder straffrei
demografischen Variablen beziehen laturen oder diversen Praktika vor- sein? Mehrfachantworten möglich».
sich auf das Geschlecht, das Alter, die liegt. Die Variable «Pflegedauer» hat Unter den Antwortkategorien befan-
abgeschlossene Ausbildung, den Fami- folgende Ausprägungen: «kürzer als den sich: «z. B. Krebs im Endstadium,
lienstand und das Wohnsitzbundes- ein Monat», «1 – 6 Monate», «7 – 12 z. 
B. Multiple Sklerose, hohe Quer-
land. Der Faktor «Pflege» besteht aus Monate», «länger als ein Jahr». Die schnittslähmung, z.  B. AIDS, z.  B.
den Variablen «Pflegeerfahrung», Frage nach der aktiven Sterbehilfe lau- schwere Depressionen, Demenz, für
«Dauer der Pflege», «Beurteilung der tete im Fragenbogen folgendermaßen: alle Volljährigen mit eindeutigem
Pflege in psychischer und physischer «Aktive Sterbehilfe ist die Verkürzung Wunsch oder für alle mit eindeutigem
Hinsicht» (von «bereichernd» bis «be- des Lebens bei schwer leidenden Men- Wunsch». Die Personen wurden auch
lastend») sowie «Einschränkungen schen durch ein tödliches Mittel auf mit der Frage konfrontiert, wer dieses
durch die Pflege». Die Variable «Pfle- deren Wunsch. Mit welcher der folgen- tödliche Mittel verabreichen soll.
geerfahrung» umfasst formelle und in- den Aussagen stimmen Sie überein?
formelle Pflege, die Ausprägungen Die aktive Sterbehilfe soll … (1) gene- Messinstrument, Datenauswertung
sind: «keine Pflegerfahrung», «Pfleger- rell erlaubt sein, wenn ein Mensch die- und ethische Belange
fahrung als Mediziner/Medizinerin», sen Wunsch eindeutig und wiederholt Das Messinstrument ist ein selbst
«Pflegeerfahrung als Krankenschwes- äußert (2) zwar generell verboten sein, ­entwickelter, quantitativer Fragebogen
ter/Krankenpfleger», «Pflegeerfah- auch wenn ein Mensch diesen Wunsch der aufgrund von Literaturrecherchen
rung als pflegende Angehörige» oder eindeutig und wiederholt äußert. Im und einer qualitativen Vorstudie ent-
«Pflegeerfahrung als nicht pflegende Fall besonders schwer leidender Ein- wickelt wurde. In Abbildung 1 wird ein
Angehörige» (siehe Fragebogenaus- zelfälle soll sie aber straffrei bleiben (3) Ausschnitt davon zur besseren Ver-
schnitt: Abbildung 1). Angenommen generell und ausnahmslos verboten ständlichkeit dargestellt. Bei den Da-
ten handelt es sich um Nominal- und
Ordinaldaten. Die Datenanalyse er-
folgte mit dem Statistikprogramm
IBM SPSS Version 22.0. Die Daten wur-
den deskriptiv dargestellt und mittels
T-Test auf Signifikanz getestet. Ein po-
sitives Votum der Ethikkommission
der Medizinischen Universität Graz
liegt vor (EK-Nr.: 26-137 ex 13/14).

Ergebnisse

Tabelle 1 beinhaltet die soziodemogra-


fischen Daten. Sie zeigt, dass die Stich-
probe hinsichtlich des Geschlechts
und der Altersgruppen ausgeglichen
war. Bezüglich der Schulbildung haben
die meisten Befragten als höchsten Bil-
dungsabschluss eine Lehre absolviert.

Pflegeerfahrung
48 % der Befragten haben Erfahrung
Abbildung 1: Fragebogenausschnitt. mit Pflege, davon sind 8,6 % Medizi-
B. Sohar et al.  Pflegeerfahrung und die Einstellung zur Sterbehilfe

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Tabelle 1: Charakteristika der befragten Personen. 56,3 %, bei jenen mit Pflegeerfahrung
bei 43,7 % (siehe Abbildung 2).
n = 725 % Alle Befragten, die entweder für die ge-
Geschlecht nerelle Erlaubnis der aktiven Sterbehil-
Weiblich 373 51,5 fe oder deren Straffreiheit in schwer
Männlich 352 48,5 leidenden Einzelfällen gestimmt ha-
ben, wurden mit verschiedenen Vor-
Alter
aussetzungen für eine Straffreiheit
16 – 30 160 22,1 konfrontiert, Mehrfachantworten wa-
31 – 44 182 25,1 ren möglich. Der Großteil der Befrag-
45 – 60 190 26,2 ten ist für die Straffreiheit bzw. Legali-
61+ 192 26,5 sierung der aktiven Sterbehilfe bei un-
heilbaren Krankheiten wie z. B. Krebs
Schulbildung
im Endstadium, oder bei schwersten
Kein Pflichtschulabschluss   3  0,4 Einschränkungen wie z. B. eine hohe
Pflichtschule 169 23,3 Querschnittlähmung oder bei nicht
Lehre 202 27,8 behandelbaren Schmerzen. Ein Viertel
Fachschule 154 21,3 der Befragten ist auch ohne schwer
wiegender Krankheitsbilder für eine
Matura  95 13,1
Legalisierung der aktiven Sterbehilfe.
Hochschule  87 11,9 Zur Frage wer das tödliche Mittel ver-
Andere, z. B. Kolleg  15  2,1 abreichen soll, ist die Mehrheit für den
Keine Angaben   1  0,1 Arzt/die Ärztin (65,2 %), gefolgt von
Familienstand darauf spezialisierten Personen
(34,3 %). 24 Personen (3,7 %) finden,
Alleinstehend 165 22,7
dass dies vom Pflegepersonal durchge-
Verheiratet/eingetragene P. 369 50,9 führt werden soll.
In Lebensgemeinschaft  86 11,9 In den folgenden Punkten konnte kein
Geschieden  59  8,2 statistisch signifikanter Zusammen-
Verwitwet  34  4,7
hang zur aktiven Sterbehilfe gefunden
werden: Dauer der Pflege, psychische
Keine Angaben  12  1,7
Belastungen, physische Belastungen
und empfundene Einschränkung im
ner/Medizinerinnen oder Krankenpfle- Sterbehilfe täglichen Leben.
ger/Krankenschwester/Pflegehelfer, 59 % aller Befragten geben an, dass ak-
43,7 % pflegende Angehörige und 50 % tive Sterbehilfe erlaubt sein soll, wenn
nicht pflegende Angehörige. Mehrfa- ein Mensch diesen Wunsch eindeutig Diskussion
chantworten waren möglich. 58,6  % und wiederholt äußert. 30,5 % meinen,
von jenen mit Pflegeerfahrung sind dass sie generell verboten sein, aber in Ausgangspunkt dieses Beitrags ist die
weiblich. Bei den meisten dauerte die besonders schwer leidenden Einzelfäl- fehlende Integration der Pflegeerfah-
Pflege länger als ein Jahr (57,4 %). Die len straffrei bleiben sollte. 3,8 % mei- rung in Debatten um die Legalisierung
Mehrheit der Befragten mit Pflegeer- nen, dass aktive Sterbehilfe generell bzw. dem Verbot der aktiven Sterbehil-
fahrung beurteilt die Pflege psychisch und ausnahmslos verboten und be- fe. Die Perspektive der Pflegeerfahrung
sowohl als bereichernd, als auch als be- straft werden soll. Personen ohne Pfle- wird aber nicht nur im öffentlichen
lastend (58,9 %), die restlichen Befrag- geerfahrung sind signifikant häufiger Diskurs, sondern auch in wissen-
ten sehen sie als belastend an (30,5 %), für die generelle Erlaubnis der aktiven schaftlichen Studien vernachlässigt:
nur 7,3 % erleben die Pflege als berei- Sterbehilfe als Personen mit Pflegeer- Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt
chernd. Die Mehrheit der Befragten mit fahrung (p = 0,04; KI 99 %). Bei jenen es aus dem deutschsprachigen Raum
Pflegeerfahrung gab an, dass die Pflege ohne Pflegeerfahrung liegt die Zustim- (und insbesondere aus Österreich)
körperlich belastend ist (91,7 %). mung zur aktiven Sterbehilfe bei kaum empirische Daten zur Einstel-
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Personen ohne diese Erfahrung auf-


60
weisen. Die Hauptursache dafür könn-
te generell, aber vor allem in dieser Be-
50
fragung (durch den hohen Anteil an
Personen mit informeller Pflegeerfah-
40
rung), die emotionale Beziehung in der
Pflege zu schwer kranken oder ster-
30 Pflegeerfahrung
benden Menschen sein. Die Pflege
keine Pflegeerfahrung wird von den meisten Befragten in kör-
20
perlicher Hinsicht als belastend emp-
10
funden, in psychischer Hinsicht jedoch
als bereichernd, wie auch belastend
0 erlebt. Bowers (1987) beschrieb schon
weiß nicht verboten & generell generell erlaubt früh, dass mit der Übernahme der fa-
bestraft verboten
miliären Pflege ein neuer Lebensab-
schnitt beginnt. Die Pflege und Beglei-
Abbildung 2: «Aktive Sterbehilfe ist die Verkürzung des Lebens bei schwer
tung von Menschen in deren letzten
leidenden Menschen durch ein tödliches Mittel auf deren Wunsch. Mit wel-
Lebensjahren ist emotional belastend,
cher der folgenden Aussagen stimmen Sie überein? Die aktive Sterbehilfe
soll … (1) generell erlaubt sein, wenn ein Mensch diesen Wunsch eindeutig und zeitaufwändig und mitunter auch kör-
wiederholt äußert (2) zwar generell verboten sein, auch wenn ein Mensch perlich anstrengend. Körperliche An-
diesen Wunsch eindeutig und wiederholt äußert. Im Fall besonders schwer strengungen erhöhen sich, weil famili-
leidender Einzelfälle soll sie aber straffrei bleiben (3) generell und ausnahms- äre Laienpfleger/Laienpflegerinnen
los verboten sein und bestraft werden oder (4) weiß nicht.» nicht mit den professionellen Hebe-
und Lagerungstechniken, wie sie pro-
fessionelle Kräfte anwenden, vertraut
lung von Ärzten/Ärztinnen und Pfle- Folgende Faktoren für eine Ablehnung sind (Hedtke-Becker, 1999). Ziel des
gern/Pflegerinnen zur aktiven Sterbe- der aktiven Sterbehilfe unter Pflege- Beitrags war es, einen ersten Blick auf
hilfe, vor allem die Erfahrung in der personal wurden identifiziert: einen bisher in Österreich vernachläs-
(informellen) Pflege bleibt weitgehend •• Geschlecht weiblich, ältere und reli- sigten Aspekt zu werfen: die Pflege­
unklar. Bestehende Studien weisen nur giöse Pflegekräfte stimmen einer Le- erfahrung. Woods und Bickley Asher
auf zustimmende und ablehnende galisierung der aktiven Sterbehilfe in (2014) argumentieren für die Integrati-
Faktoren zur aktiven Sterbehilfe unter geringerem Ausmaß zu als jüngere on der Pflege als Profession in politi-
Pflegepersonal hin. Ob diese Faktoren weibliche, männliche Pflegeperso- sche Debatten zum Thema «aktive
auch für die generelle Pflegeerfahrung nen und atheistische Pfleger/Pflege- Sterbehilfe». Unsere Empfehlung ist es
übertragbar sind, bedarf weiterer For- rinnen (Bendiane et al., 2007). daher, nicht nur professionelle Pflege
schung. Folgende Faktoren machen •• Eine Ausbildung in Palliative Care in die Überlegungen miteinzubezie-
eine Zustimmung zur aktiven Sterbe- und das Gefühl, kompetent in der hen, sondern grundsätzlich Menschen
hilfe unter Pflegepersonal wahrschein- Pflege am Lebensende zu sein (Ben- mit Pflegeerfahrung. Es ist wichtig,
licher: diane et al., 2007). nicht nur die Kompetenzen der profes-
•• Häufiges Sprechen mit terminal kran- Diese Studie ist jedoch nur ein An- sionellen Pflege in die Debatten zu in-
ken Patienten/Patientinnen über haltspunkt als Erklärungsansatz, da tegrieren, sondern die Pflege vielmehr
Themen im Zusammenhang mit dem die Faktoren der informellen Pflege als «Ganzes» zu verstehen.
Lebensende. erst eruiert und inkludiert werden
•• Eine Einstellung «pro Patientenver- müssten, um ein vollständiges Bild zu Stärken und Limitationen
fügung» und «pro Vollmachten» bei erhalten. Die Ergebnisse dieser Unter- Die aktuelle Befragung zeigt ein reprä-
Entscheidungen am Lebensende suchung zeigen, dass Personen, die Er- sentatives Bild von Personen in Öster-
(Bendiane et al., 2007). fahrung mit der Pflege von schwer reich mit Pflegeerfahrung zur Einstel-
•• Viele Nachtdienste und Arbeit in kranken oder alten Menschen haben, lung zur aktiven Sterbehilfe. Störgrö-
größeren Krankenhausabteilungen eine signifikant geringere Akzeptanz ßen, wie Alter oder Geschlecht, wurden
(Bendiane et al. 2009). der aktiven Sterbehilfe im Vergleich zu in der Datenerhebung und Datenana-
B. Sohar et al.  Pflegeerfahrung und die Einstellung zur Sterbehilfe

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lyse berücksichtigt. Die Pflegedauer könnten wertvolle Erkenntnisse zur In spring 2014 a cross-sectional survey
stellt eine Störvariable dar. Die Aus- Thematik liefern. was conducted among the Austrian
wertung wurde stratifiziert nach der population by a self-developed ques-
Dauer der Pflege durchgeführt und da-
tionnaire (on basis of a qualitative pi-
durch konnte dieser Confounder be- Interessenskonflikte
rücksichtigt werden. Ein Selektions­ lot study). An online-survey was dis-
bias sollte durch die Ausweitung der Die vorliegende Arbeit wurde von kei- tributed among persons aged 16 to 65
Internetbefragung auf schriftliche In- nem Auftraggeber oder Fördergeber years and a postal survey among
terviews minimiert werden. Die Be- unterstützt. Die Studie wurde im Rah- those aged 65 years and older
fragten konnten zudem schriftlich, an- men des Projekts «Leitbilder zur Ge- (n  =  725). Descriptive data was ana-
onym und ohne Zeitdruck antworten. staltung des Lebensendes in der Stei-
lysed with IBM SPSS Version 2.0. Ethi-
Zu den Stärken der Studie kann die ermark – Einstellung zur Begleitung
gute Datenqualität innerhalb aller Al- und Versorgung von Menschen am Le- cal approval has been provided by the
tersgruppen gezählt werden. Um Er- bensende und zur Hospizidee» durch- Medical University Graz. Results: 48 %
klärungsansätze aufzuzeigen, muss geführt. Es liegt kein Interessenskon- of the respondents have experience
weitere Forschung auf dem Gebiet ini- flikt vor. Das Manuskript ist angelehnt with care, 8.6 % as physicians or nurs-
tiiert werden. Diese Studie sollte zu- an die STROBE Checkliste. es, 43.7 % as family caregiver and
sätzlich auch innerhalb der Population
50 % as not caring relatives. Multiple
Pflegefachpersonen durchgeführt wer-
den, um die Ergebnisse und die Emp- Studienprotokoll answers were possible. People with
fehlungen dieser Studie zu bestätigen. caring experience – as nurses or fami-
Als weitere Limitierung gilt der Um- Entwicklung des Studienprotokolls: ly caregiver  – show a significantly
stand, dass über einen allfälligen Ster- Stronegger, Großschädl, Meier; Daten- lower approval of voluntary active eu-
bewunsch der Gepflegten so gut wie erhebung: Forschungsinstitut GfK; Da- thanasia (p = 0.04). Conclusions: Care
nichts bekannt ist, dass also nicht un- tenmangement: Stronegger, Meier,
experiences have an impact on the at-
terschieden wird, ob es sich bei den Großschädl, Sohar; Statistik: Sohar;
Antworten um rein hypothetische Äu- Dateninterpretation: Sohar; Verfassen titude towards voluntary active eu-
ßerungen handelt oder ein konkreter des Manuskriptes: Sohar; Kritische thanasia. Thus, experiences of caring
Erfahrungshintergrund vorliegt. Kommentierung des Manuskriptent- should be better included in end-of-
wurfs: Stronegger, Meier, Großschädl life debates.
Implikationen für die Praxis
Die Pflege ist in Debatten zur Sterbe- Key words: voluntary active euthana-
Effects of care experience to the
hilfe weder formal (durch Stellungnah- sia, attitudes, nursing
men von Berufsverbänden) noch in- attitude of active euthanasia among
haltlich integriert. Von Änderungen in the Austrian population – a cross
der Gesetzgebung zur aktiven Sterbe- sectional study Literatur
hilfe bzw. dem ärztlich assistierten Su- Background: Attitudes towards active Battin, M. P.; van der Heide, A.; Ganzini, L.;
izid wäre vor allem medizinisches und euthanasia by request of competent van der Wal, G.; Onwuteaka-Philipsen,
pflegerisches Personal betroffen, sowie B. D. (2007). Legal physician-assisted
patients who are seriously or incura-
auch pflegende Angehörige. Somit dying in Oregon and the Netherlands:
wäre es für Österreich notwendig, de- ble ill people are common in public evidence concerning the impact on pa-
ren Perspektiven zu medizinischen debates. There is still a lack of knowl- tients in “vulnerable” groups. Journal of
Entscheidungen am Lebensende ver- edge on how people with care experi- Medical Ethics, 33 (10), 591 – 597.
Bendiane, M.-K.; Galinier, A.; Favre, R.;
mehrt zu erheben, um sie in Diskussio- ence differ in their attitudes towards
­Ribiere, C.; Lapiana, J.-M.; Obadia, Y.;
nen zu diesem Thema integrieren zu active euthanasia from those with- Peretti-Watel, P. (2007). French district
können. Diese Studie war ein Anfang,
out. Aim: The aim of this study is to nurses' opinions towards euthanasia,
detailliertere Analysen hinsichtlich der involvement in end of life care and nur-
professionellen Pflege sind noch not- find out if and how care experience
se-patient relationship: a national pho-
wendig. Auch die Ergebnisse qualita­ has an effect on the attitude toward ne survey. Journal of Medical Ethics, 33
tiver Studien und Diskursanalysen voluntary active euthanasia. Method: (12), 708 – 711.
Pflege 2015; 28 (6): 339 – 345

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Bowers, B. J. (1987): Intergenerational care- Ritter, K.; Etzersdorfer, E.; Stompe, T. (2009). Belgium: Characteristics of all reported
giving – adult caregivers and their Die Nähe zum medizinischen Beruf euthanasia cases. Medical Care, 48 (2),
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Was wünschen Sie sich bezüglich der Thematik
on good and bad deaths: internists' ta-
les from high technology work places. für die Zukunft?
Social Science & Medicine, 25 (5), Wir wünschen uns, dass die pflegerische Experti-
939 – 953. se in Debatten zur Sterbehilfe integriert wird,
Hedtke-Becker, A. (1999). Die Pflegenden und mehr Forschung auf diesem Gebiet initiiert wird.
pflegen. Freiburg im Breisgau: Lamber-
tus. Was empfehlen Sie den LeserInnen zum Weiterlesen/Vertiefen?
McCormack, R.; Clifford, M.; Conroy, M. Die Studien von Bendiane (2007) und Woods & Bickley Asher (2014)
(2012). Attitude of UK doctors towards
sind sehr empfehlenswert.
euthanasia and physician-assisted sui-
cide: a systematic literature review. Pal-
liative Medicine, 26 (1), 23 – 33.
Ozcelik, H.; Tekir, O.; Samancioglu S.; Fadi- Korrespondenzadresse
loglu, C.; Ozkara, E. (2014). Nursing stu-
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