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Kurzgeschichte

Der Begriff der Kurzgeschichte ist aus dem Amerikanischen ("short story") entlehnt. Vor allem der Name
des amerikanischen Dichters Edgar Allan Poe(Bild) ist eng verbunden mit dieser literarischen Form.
 
In Deutschland setzt sich die Kurzgeschichte erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch und erlebt innerhalb
derTrümmer- und Nachkriegsliteratur einen Höhepunkt. Die "karge" Form der Kurzgeschichte erscheint
vielen Dichtern für diese Zeit geeignet, sind sie doch auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen, die sich
von den traditionellen (auch in der NS-Zeit missbrauchten) literarischen Formen absetzen und die den neuen
Thematiken(Kriegserfahrungen, Holocaust) gerecht werden. Bekannte Autoren dieser Zeit sind u.a. Alfred
Andresch, Heinrich Böll, Wolfgang Borchert, Marie Luise Kaschnitz und Elisabeth Langgässer.

Auch in der 1950er-Jahren bleibt die Form der Kurzgeschichte in der westdeutschen Literatur ein fester
Bestandteil der dichterischen Ausdrucksweise. Aufgegriffen werden neue Themen wie die Komplexität der
modernen Gesellschaft, die Großstadt, das deutsche Wirtschaftswunder, die soziale Frage, die Probleme
während der Adoleszenz (Pubertät, Erwachsenwerden), aber auch die unbewältigte Vergangenheit bleibt
ein wichtiger inhaltlicher Aspekt.
 
Gegen Ende der 1960er-Jahre nutzen auch die bekanntesten Vertreter der Kurzgeschichte immer seltener
diese literarische Form. Dennoch bleibt die Kurzgeschichte für viele Autoren bis heute interessant. Die
Entwicklung und Verbreitung des Hörbuchs sowie des Internets waren daran nicht unschuldig, wobei die
typischen Merkmale der Kurzgeschichte zunehmend freier ausgelegt werden.

Merkmale der Kurzgeschichte sind:

 der unvermittelte Anfang,


 das offene (überraschende) Ende,
 die meist konzentrierte, einsträngig-lineare Erzählung (keine Nebenhandlungen),
 die einfache Sprache,
 die geringe Anzahl von Figuren,
 der Verzicht auf die ausführliche Beschreibung der örtlichen und zeitlichen Umstände,
 der Wendepunkt, der das Individuum zur Entscheidung zwingt,
 die gezielte Pointierung, die ein Stück Realität offenlegt und
 nicht zuletzt die (relative) Kürze der Erzählung.

Beispiele Kinderglück" (von Maximilian K.) Erinnerungen" (von Sophia B.)

Die Kurzgeschichte

Im engeren Sinn kennzeichnet "modern short stories" eine Gattung, die Anfang des 20. Jahrhunderts
entstand.
Der Oberbegriff für "kurze" (Kürze meint nicht nur die reine Länge)
Von der Kurzgeschichte abzugrenzen ist die Novelle, die in ihrer Länge auch 30 Seiten deutlich
überschreiten kann, und sich dadurch auszeichnet, dass sie eine stringentere Handlung und einen
strukturierteren Rahmen besitzt.
Es gibt keine einheitlichen Merkmale die bei jeder Kurzgeschichte vorkommen müssen, und
"Kurzgeschichte" als Begriff ist nicht trennscharf.
Hauptmerkmale der Kurzgeschichte:

Geringer Umfang
Keine Einleitung (bzw. sehr kurze Einleitung) d.h. keine Exposition
Überraschender Einstieg
Offener Schluss oder eine Pointe
Konfliktreiche Situation
Ein oder zwei Hauptpersonen stehen im Mittelpunkt (es gibt jedoch auch Kurzgeschichten mit deutlich mehr
Hauptpersonen)
Man erfährt nicht besonders viel über die Hauptfiguren. Eine tiefgreifende Charakterzeichnung bleibt in der
Regel aus.
Ein entscheidender Einschnitt aus dem Leben der handelnden Person wird erzählt
Chronologisches / lineares Erzählen und in der Regel nur ein Handlungsstrang ohne Rückblenden
Wenig Handlung
Metaphern und Leitmotive weisen den Leser auf wichtige Gesichtspunkte der Geschichte hin
Der Höhepunkt/Wendepunkt ereignet sich am Ende der Geschichte.
Themen sind Probleme der Zeit
Alltagssituationen, keine Helden
Ort und Zeit sehr komprimiert
Sprache oft sachlich, nüchtern, knapp, bildhaft, realitätsnah, funktional

Zur Geschichte der Kurzgeschichte:


Kurzgeschichten entstanden als short stories im Bereich der anglo-amerikanischen Literatur (z. B. Edgar
Allan Poe, William Faulkner) und setzten sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland durch.
In Deutschland entstanden besonders in der Nachkriegszeit bedeutende Kurzgeschichten z. B. von Wolfgang
Borchert, Heinrich Böll, Ilse Aichinger, Elisabeth Langgässer, Alfred Andersch, Marie Luise Kaschnitz,
Siegfried Lenz. Ab Mitte der 1960er-Jahre hat diese literarische Gattung einen Teil ihrer Bedeutung
verloren.