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Kaškäer

von Kadesch unterstützten, ebenso wie Ḫattušili III. bei


Zalpa
PA L A Nerikka
seiner Usurpation des Thrones. Ramses II. führt die
Ka
Wiluša
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LU
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Šaḫiriya Šapinuwa
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a „Keschkesch“ in einer topografischen Namensliste neben
MAŠA Tapikka
Lazpa
Ḫattuša
Ḫ AT T I Ankuwa
OBERES LAND
Šamuḫa AZZI-ḪAYAŠA Babylonien, Meschwesch und Zypern auf und berich-
ŠEḪA Šarišša

tet von „Mariannu-Kriegern aus Keschkesch“. Ähnliche


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šš Kuššara
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MIRA ḪAPALLA UNTERES LAND Kummanna
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Purušḫanda Malitiya
IŠUWA
Verbindungen sind aus einem Feldzug von Amenophis II.
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ALZIYA
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Millawanda Tuwanuwa
(1426–1400 v. Chr.) bekannt, wo in der Beuteliste un-
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LUKKA TARḪU Waššukanni


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ter anderem „ein gefangener Mariannu aus Qatna“ auf-
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Talawa Tarša Ataniya Karkamišša


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Emar geführt ist.
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Ugaritta
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Wenngleich die Kaškäer in hethitischen Texten aus der


ŠIYA
AMUR

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Kinza

Zeit des Großreichs so oft wie nur wenige andere Völker


Ungefähre Lage von Kaška erwähnt sind, wissen wir sehr wenig über sie, da sich die
Hethiter bei der Schilderung von Feldzügen und in den
Die Kaškäer (auch Kaschkäer, Kaška, Gas- Texten von Verträgen auf das Wesentlichste beschränk-
ga; ägyptisch Gaschgesch, Gašgeš, Keschkesch, ten.
Keškeš) lebten zur Zeit des hethitischen Großreichs in Zwischen dem Devrez Çayı und dem Kızılırmak lagen
Nordanatolien. Ihr Siedlungsgebiet war das antike innere eine Reihe hethitischer Festungen, die den Kaškäern den
Paphlagonien, also die heutigen Provinz Çankırı und Zugang zu dem hethitischen Kerngebiet versperren soll-
Teile von Karabük zwischen Ankara und dem Schwarzen ten. Sie waren in gleichmäßigem Abstand angelegt und
Meer. Die Berge des Pontus sind hier bis zu 2.400 m lagen meist auf einer Anhöhe, aber mit Zugang zu Was-
hoch. ser und gutem Ackerland. Sie waren stark befestigt und
Erste gesicherte hethitische Erwähnungen der Kaškäer manchmal bis zu einem Hektar groß. Roger Matthews
stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert v. Chr. Daher nimmt an, dass die Hethiter das Land auch durch Straßen
nimmt ein Teil der Forschung an, dass sie erst zu jenem erschlossen, die sich vielleicht unter den römischen und
Zeitpunkt nach Nordanatolien gekommen sind. Andere byzantinischen Straßen verbergen. Zu dem System gehör-
Forscher meinen, dass sie indigen sind. Letzteres ist plau- ten auch kleinere Wachtürme und Ausgucke. Ein Beispiel [1]
sibler, da die bezeugten kaškäischen Namen sehr wahr- eines solchen wurde in der Nähe von Eldivan entdeckt.
scheinlich altanatolisch sind. Das Fehlen in Texten, die si- Ob die Kaškäer den Zusammenbruch des Hethiterreichs
cher vor 1400 v. Chr. datieren, ist damit zu erklären, dass mitverursachten, ist nicht geklärt. Sicher ist, dass sie nach
wir aus dem Alten Reich wenig Quellen besitzen und die 1200 v. Chr. das entstandene Vakuum nutzten und weit
Region damals weitgehend unter hethitischer Kontrolle nach Südosten wanderten. Ab Ende des 12. Jh. begeg-
war. nen sie uns als Gasga mehrfach in assyrischen Quellen. In
Die Kaškäer lebten teilweise halbnomadisch und waren den Annalen des Tukulti-apil-Ešarra I. (ca. 1114–1076 v.
in mindestens neun verschiedene Stämme zersplittert. U. Chr.) heißt es, dass sie die Gebiete, die sie erobert hatten,
a. auch deshalb stellten sie eine ständige Bedrohung an nicht dauerhaft besiedelten. Daraus kann man ableiten,
der hethitischen Nordgrenze dar. Verträge, die mit dem dass sie ihre Heimat am Schwarzen Meer aufgegeben hat-
einen Stamm geschlossen wurden, ignorierten die ande- ten und nicht etwa ihr Territorium von dort bis nach Ost-
ren Stämme oft. Die Einfälle ins Hethiterreich waren anatolien ausdehnten. Noch bis ins 8. Jahrhundert v. Chr.
aber offenbar weniger Eroberungs- als vielmehr Plünde- werden sie sporadisch in assyrischen Texten erwähnt. Of-
rungszüge. Lediglich zur Zeit des Šuppiluliuma I. (ca. fenbar hatten sie sich inzwischen in Ostanatolien festge-
1355–1320 v. Chr.) sollen sich die Stämme unter ei- setzt und ein Reich gegründet. In den Annalen Sargons
nem König Piḫḫuniya zusammengeschlossen haben. Da- II. werden die Kaškäer zum letzten Mal erwähnt. Danach
nach scheinen sie wieder uneins gewesen zu sein. Unter verliert sich ihre Spur. Der Paphlagonien-Survey ent-
Ḫantili II. eroberten sie um 1450 Nerik. Wie Ḫattušili deckte einige Siedlungen mit sogenannter „grauer phry-
III. in seiner Apologie erwähnt, überquerten die Kaškä- gischer Ware“. Es gibt Spekulationen, dass die Pontier,
er in seiner Regierungszeit den oberen Kızılırmak und die unter ihrem König Mithridates den Römern zu schaf-
erreichten sogar Kaneš. Muršili II. errang entscheiden- fen machen sollten, Nachkommen der Kaškäer waren.
de Siege gegen die Kaškäer. Sie sind auch als Verbün- Archäologisch sind die Kaškäer bis heute schlecht fass-
dete der Hethiter bekannt, die sie z. B. in der Schlacht

1
2 2 EINZELNACHWEISE

bar. Das liegt zum einen daran, dass sie offenbar keine
größeren festen Siedlungen besaßen. Zum anderen ist es
schwierig, z. B. Streufunde mit grober Keramik einem
bestimmten Volk zuzuordnen. Außerdem sind systemati-
sche Ausgrabungen in Nordanatolien bis heute nur in sehr
geringem Ausmaß unternommen worden.
siehe auch Liste der hethitischen Großkönige

1 Literatur
• Roger Matthews: Landscapes of Terror and Control:
Imperial Impacts in Paphlagonia. In: Near Eastern
Archaeology. 2004, Bd. 67, Nr. 4, S. 200–211.

• Maciej Popko: Zippalanda and Ankuwa once mo-


re. In: Journal American Oriental Society. 2000, Bd.
120, Nr. 3, S. 445–448.
• Einar von Schuler: Die Kaškäer. Ein Beitrag zur Eth-
nographie des alten Kleinasien (= Ergänzungsband 3
zu Zeitschrift für Assyriologie. ISSN 0084-5299). de
Gruyter, Berlin 1965.

2 Einzelnachweise
[1] Roger Matthews: Landscapes of Terror and Control: Im-
perial Impacts in Paphlagonia. In: Near Eastern Archaeo-
logy. 67/4, 2004, S. 205.
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3 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen


3.1 Text
• Kaškäer Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ka%C5%A1k%C3%A4er?oldid=150762279 Autoren: Wst, Yak, Mk53, APPER, Minos,
MFM, Heinte, Popie, RedBot, Marcus Cyron, Muck, Kdammers, KureCewlik81, RobotQuistnix, Löschfix, Shmuel haBalshan, Al-qamar,
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3.2 Bilder
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Ursprünglicher Schöpfer: Near_East_topographic_map-blank.svg: Sémhur

3.3 Inhaltslizenz
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