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Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten WS 2019/20  SE 143.

531
DI Birgit Androschin MA
 SE 143.531 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten
Heute: 

Auszugsweise: Vorstellung der Bibliografien

Unterscheidung: Quelle – Literatur, Quellenkritik

Programm Word:  Fußnoten, Rechtschreib‐ und Grammatikprüfung, etc.

Fragen zu den Seminararbeiten

TU Graz ‐ Institut für Architekturtheorie, Kunst‐ und Kulturwissenschaften 


SE 143.531 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten
HÜ: Bis 18.11.2019  Bibliographie : Literaturliste zum gewählten Seminararbeits‐Thema erstellen 
und abgeben, jeweils mindestens

‐ 1‐2 Nennungen in Nachschlagewerk (= allgemeine Literatur, die einen Überblick über das 
Thema verschafft und z.B. Definitionen der wichtigsten verwendeten Begriffe)

‐ 2‐3 Artikel (= spezielle Literatur, die Detailwissen verschafft, z.B. auch Vergleiche, 
Studien,… beinhaltet, unselbständige Literatur, z.B. Zeitschrift)

‐ 1‐2 Bücher (selbständige Literatur für breite Information zu einem Thema, wenn 
vorhanden)

‐ Hochschulschriften (Diplomarbeiten, Dissertationen, meist sehr detailliertes Fachwissen)

‐ Ausstellungs‐ und Museumskataloge, Tagungsbände (detailliert zu Themenaspekten)

‐ 2‐3 qualifizierte Internetartikel von Fach‐Websites (nextroom, gat, azw…)
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SE 143.531 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten
Bibliographie : Literaturverzeichnis zum gewählten Seminararbeits‐Thema erstellen und abgeben

Inhalt: Liste aller für die Seminararbeit benützten Werke, alphabetisch (und chronologisch) nach 
AutorInnen, getrennt nach Sekundärliteratur und Primärquellen. Unselbständige und 
selbständige Literatur wird in einem Verzeichnis zusammen gelistet!

Form: 
Selbständige Publikationen: 

Nachname, Vorname: Werktitel. Untertitel, Erscheinungsort Erscheinungsjahr

Bei Sammelbänden in Klammer (Hg.) nach dem Namen anführen

Zwei oder drei AutorInnen oder HerausgeberInnen mit „/“ trennen, ab drei „u.a.“

Ausstellungskatalog, Hochschulschrift, Tagungsband vor Ort +Jahr anführen
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SE 143.531 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten
Form: 
Unselbständige Publikationen: Text aus Sammelband, Lexikon, Zeitung, Online‐Zeitschrift,…

Nachname, Vorname: Werktitel. Untertitel, in: Titel der Zeitschrift Jahrgangsnummer, 
Heftnummer (Erscheinungsjahr), Seitenzahlen (x‐y)

Internetquellen: immer volle Adresse, in: übergeordnete Adresse und Zugriffsdatum in eckiger 
Klammer angeben

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Unterscheidung Quelle/ Literatur

Quellen: „Alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit 
gewonnen werden kann.“ – in den Geisteswissenschaften

z.B. Umfragen, Interviews, Literatur, Archivdaten wie historische Pläne, Fotos, andere 
Dokumente wie Kaufverträge, Beauftragungen von Architekten, Urkunden, Briefe, 
Tagebuchauszüge, Zeitungsartikel, historische Stadtansichten, Manuskripte, …

Sekundärliteratur setzt sich (in den Geisteswissenschaften) mit den vorhandenen Quellen auf 
wissenschaftliche Art auseinander und kann sein: z.B. Nachschlagewerke, Lexika, Ausstellungs‐
Kataloge, Bücher, Aufsätze,… 

In den Naturwissenschaften sind es Überblickswerke, die Primärliteratur, z.B. eine Abhandlung 
über eine neue Entdeckung zitieren.

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Graz um 1630/35 ‐ Colorierte Nachzeichnung des Stichs von De‐Sype‐Hollar
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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Quellenkritik

Quellenkritik: Kritische Haltung und Vorgangsweise bezüglich Autorenschaft, Motivation und 
Kontext einer Quelle.

In der Äußeren Quellenkritik wird eine Quelle in Bezug auf Echtheit / Fälschung kritisch 
untersucht, d.h. das Material, der Ursprungsort, Stil, Erhaltungszustand, … der Quelle.

In der Inneren Quellenkritik wird die Qualität des Informationsgehaltes der Quelle untersucht: 
ihre zeitliche und räumliche Nähe zum berichteten Geschehen, die Lebensumstände und die 
Intention des Autors/der Autorin und der Kontext und die Adressaten der Quelle.

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Inhalt, Quellenkritik

Er setzt sich kritisch mit dem Gegenstand der Fragestellung auseinander und betrachtet ihn mit 
Distanz, zunächst wie ein neutraler Betrachter ohne vorgefasste Meinung und ergebnisoffen. 

Das Thema wird von verschiedenen Aspekten „beleuchtet“. Der Text geht in Dialog mit der 
vorhandenen Literatur und stellt auch Diskrepanzen oder Polarisierungen in ihr dar. 

Aus den bisher vorhandenen Ergebnissen wird mehr als eine Zusammenfassung von Buchteilen, 
es entsteht ein eigenständiger Text, ein eigenes Werk. 

Der Prozess des selbständigen Denkens ist die eigene Leistung dazu. Das Thema wird durch 
Analyse, Diskussion, Interpretation, Vergleiche, Reflexion ,… bearbeitet.

Der Verfasser/die Verfasserin bildet sich eine eigene Meinung, zieht Schlussfolgerungen, die 
nachvollziehbar und argumentierbar sind, und arbeitet die Quintessenz und die Problematik 
eines Themas heraus.

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Wissenschaftliche Regeln

Jede Übernahme eines Inhaltes muss gekennzeichnet sein, sonst ist es Plagiat, also Aneignung 
von fremdem geistigen Eigentum, 
d.h. ich muss zitieren und paraphrasieren und in Anmerkungen, entweder Fußnoten oder 
Endnoten, darstellen, woher die Aussage kommt. 

Damit wird eine Argumentation nachvollziehbar und ich kann z.B. meine eigene 
Schlussfolgerung, die ebenso als solche gekennzeichnet gehört, damit stärken.

Die ausführliche Darstellung der verwendeten Literatur ist im Quellen‐ und Literaturverzeichnis 
am Ende der Arbeit zu finden. Der Nachweis, von wem die Abbildungen sind, ebenso.

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Texterstellung
Welche Werkzeuge bietet das Textverarbeitungsprogramm Word?
‐ Fußnoten setzen und aktualisieren (Verweise)
‐ Automatische Rechtschreibkorrektur und Grammatikprüfung (Überprüfen)
‐ Mit „Suchen und Ersetzen“ Fehler im Text finden und korrigieren (am Ende) (Start)
‐ Zählen der Zeichen unter Menü „Extras – Wörter zählen“ (Überprüfen)
‐ evt. Inhaltsverzeichnis aus Überschriften erstellen (am Ende) (Verweise)
Umfang und Schrift einer EWA‐Arbeit
15.000‐20.000 Zeichen inkl. Leerzeichen (ohne Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, 
Literaturverzeichnis), Schrift: Times New Roman, 12 Pt, Zeilenabstand 1,5
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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Wissenschaftliche Regeln – Zitate

Sinngemäße Zitate (Paraphrasieren): 
Der Inhalt einer Textstelle wird mit eigenen Worten wiedergegeben. Die Paraphrase wird mit 
der entsprechenden Quellenangabe versehen!

Wörtliche Zitate (100%ige Übernahme eines Textes): Sparsam damit umgehen!!!

‐ In doppelte Anführungszeichen setzen
‐ Auslassungen durch in eckige Klammern + drei Punkte[…] kennzeichnen
‐ Schreibfehler oder alte Schreibweisen übernehmen und mit [sic!] zu kennzeichnen
‐ Hervorhebungen werden originalgetreu übernommen
‐ Eigene Anmerkungen können in eckige Klammern eingefügt werden

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Texterstellung
Welche Werkzeuge bietet das Textverarbeitungsprogramm Word?
‐ Fußnoten/Endnoten setzen und aktualisieren (unter: „Verweise“):

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SE 143.531 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten
Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Texterstellung
Welche Werkzeuge bietet das Textverarbeitungsprogramm Word?
‐ Automatische Rechtschreibkorrektur und Grammatikprüfung (Überprüfen)
‐ Mit „Suchen und Ersetzen“ Fehler im Text finden und korrigieren (am Ende) (Start)
‐ Zählen der Zeichen unter Menü „Extras – Wörter zählen“ (Überprüfen)
‐ evt. Inhaltsverzeichnis aus Überschriften erstellen (am Ende) (Start)

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Das Lesen ist ein Prozess des Sammelns und das Schreibens ein Prozess des Nachdenkens. 
Im Schreiben selbst werden Dinge klarer und es fallen einem Dinge ein. 

Lesen und Schreiben ergänzen einander, finden nebeneinander statt, ein kreativer Prozess setzt 
ein.

Am wichtigsten ist es diesen Prozess des Schreibens einfach anzufangen, die ersten Erkenntnisse 
dazu aufzuschreiben!!! 

Dadurch wird das Thema klarer, es ergibt sich nach und nach ein roter Faden und eine Struktur.

Druck raus nehmen und schauen „wohin die Reise geht“, sich von Frage zu Frage „weiterhanteln“.

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Was macht einen wissenschaftlicher Text aus? – Sprache, Gliederung

Er ist in einer klaren, verständlichen Sprache geschrieben, ist nachvollziehbar und hat eine 
klare und übersichtliche Textstruktur. Diese besteht aus:

‐ Deckblatt mit Name und Matrikelnummer des Autors/der Autorin, Titel  und Untertitel der 
Seminararbeit, Titel der Lehrveranstaltung, Institutsname und TU Graz, Name des/der LV‐
Leiters/Leiterin, Semester der LV (eventuell eine zum Thema passenden Abbildung)

‐ Inhaltsverzeichnis mit Kapitelüberschriften und Seitenzahlen
‐ Textkörper bestehend aus ‐ Einleitung (Vorstellen der Fragestellung, Vorgangsweise, Literatur), 
‐ Hauptteil mit der Bearbeitung des Themas und Abbildungen, unterteilt 
in Kapitel, quellenmäßig belegt durch Anmerkungen (Fußnoten) 
‐ Schlussteil (Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerung, 
Ausblick)
‐ Literaturverzeichnis/Quellennachweis mit vollständigen Literaturangaben in alphabetischer 
Reihenfolge
‐ Abbildungsnachweis
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Unterscheidung Katalog versus Datenbanken

‐ Der Katalog bildet den Bestand einer Institution  ab, z .B. UB TU Graz, und zeigt


hauptsächlich selbständige Literatur (Bücher, E‐Books, Hochschulschriften, Tagungsbände, 
Festschriften, Zeitschriftenbände,…) Es kann außerdem gleich die Verfügbarkeit eines
Buches abgefragt und das Buch vorgemerkt werden.

‐ Die Datenbank verzeichnet Literatur zu einem Fachgebiet und einem speziellen Thema, 


unabhängig vom Bestand der lokalen Institution. Es handelt sich um unselbständige
Literatur, der Inhalt kann durch Schlagworte, Abstracts oder Volltexte sofort erschlossen
werden, teilweise finden sich Abbildungen zum Thema

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Aufbau eines Exposé  Bitte immer angeben: Titel, Name, Matrikelnummer, Datum

1. Fragestellung der Arbeit: Worum soll es gehen? Was will ich untersuchen? Welchen
Teil/Aspekt davon? Was interessiert mich daran? Welche These 
möchte ich mit meiner Arbeit untersuchen oder sogar beantworten? ‐
Vorstellung des Themas (im Rahmen einer Seminararbeit!)

2. Inhalt der Arbeit: Wie werde ich die Arbeit aufbauen? Was beschreibe ich wo? ‐“Hineinzoomen” 


in eine Fragestellung, mögliche Struktur, Roter Faden, Inhaltsverzeichnis

3. Methode / Vorgangsweise:  Wie gehe ich vor? Wie komme ich zu meinen 
Ergebnissen/Schlussfolgerungen? Welchen Weg verfolge ich? 
Was vergleiche z.B. miteinander? 

4. Zu erwartende Ergebnisse: Welches Ergebnis erwarte ich? Wohin könnte meine 
Frage führen? Was kann ich damit nicht beantworten? 

5. Literatur/Bibliografie: Soweit schon bekannt, wird im nächsten Schritt bis 18.11. ausgearbeitet

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Wichtigste Rechercheorte für Graz‐Themen:  Grazer Bibliotheken!

‐ TU‐Onlinekatalog und TUGraz Library Search: Suchen und Finden…


https://www.tugraz.at/tu‐graz/universitaet/bibliothek‐der‐tu‐graz/suchen‐und‐finden/

‐ Datenbanken: RSWB und Avery Index to Architectural Periodicals
https://www.tugraz.at/tu‐graz/universitaet/bibliothek‐der‐tu‐graz/suchen‐und‐finden/

‐ Handapparat zu Graz im Freihandbereich

‐ Onlinekatalog der Karl‐Franzens‐Universität Graz: unikat


https://ub.uni‐graz.at/de/ressourcen/gesamtbestand‐suche/

‐ Steiermärkische Landesbibliothek im Joanneumsviertel !!! 


http://www.landesbibliothek.steiermark.at/cms/ziel/68699673/DE

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‐ Nationale und internationale Fernleihe: Österreichischer Bibliothekenverbunds‐Katalog: 


https://www.obvsg.at/kataloge/verbundkataloge/

Wichtigste Rechercheorte für Bilder

‐ Für Literatur und Bildmaterial: GrazMuseum Bücher und Poskartensammlung

https://www.grazmuseum.at/digital/postkartensammlung‐online/

‐ Für historische Stadtpläne, Stadtansichten, …:


Steiermärkisches Landesarchiv: https://egov.stmk.gv.at/archivinformationssystem/

‐ Für Recherche von Stadtplänen: Geoinformationssystem Steiermark:


http://www.landesentwicklung.steiermark.at/cms/beitrag/12658379/144215490/

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