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1.

Einführung
1.1. Physikalische Stoffkenngrößen
Dichte, Wichte, Energie, Druck, Volumen, Temperatur, Länge, Fläche, Mohs-Härte
1.1.1.Mechanische Kenngrößen
• Masse: Eigengewicht des Baustoffes
• Rohdichte: Volumenbezogenes Gewicht einschließlich Poren
• Porosität: Anzahl der Poren im Baustoff
• Druckfestigkeit: Maximal aufnehmbare Druckbeanspruchung
• Zugfestigkeit: Maximal aufnehmbare Zugbeanspruchung
• Biegezugfestigkeit: Maximal aufnehmbare Biegebeanspruchung
• E-Modul: Wert der Spannung und Verformung eines Baustoffes
1.1.2.Thermodynamische Größen
• Wärmeleitfähigkeit: Wärmeverlust durch ein Bauteil
• Spezifische Wärmekapazität: Wärmekapazität eines Baustoffes
• Wärmeausdehnungskoeffizient: Ausdehnung bei Temperaturänderung
• Wärmedurchgangskoeffizient: Wärmeverlust durch ein Bauteil pro Quadratmeter
1.1.3.Hygrische Stoffeigenschaften
• Dampfdiffusionswiderstand: Dampfdruckunterschied zwischen Räumen
• Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke: Dampfdiffusion mal Mauerschichtdicke
1.2. Brandschutztechnische Eigenschaften
• Brennbarkeitsklassen: A (nicht brennbar), B1-B3 (schwer bis leicht brennbar)
• Tropfenbildung: TR1-TR3 (nicht bis zündend tropfend)
• Qualmbildung: Q1-Q3 (schwach bis stark qualmend)
1.3. Ökologische Kennwerte
• Graue Energie: Herstellungsenergie (Herstellung, Lagerung, Transport, Entsorgung)
• Primärenergieinhalt von Baustoffen: Graue Energie eines Baustoffes
• Gesundheitliche Unbedenklichkeit: Emittierende Baustoffe
• Wiederverwendung: Nachnutzung kompletter Bauprodukte
• Wiederverwertung: Wiedergewinnung chemischer Grundstoffe für das selbe Material
• Weiterverwendung: Wiedergewinnung der Grundstoffe für neue Materialien
• Deponierung: Bei Nichtverwertung, Schadstoffaustritt

2. Dämmstoffe
Baustoffe mit großen Volumen und wenig Gewicht mit eingeschlossener Luft
Übertragung der Wärme durch Strahlung (abstrahlung elektromagnetischer Wellen von der Oberfläche), Leitung
(Übertragung der Schwingungsenergie der Atome) oder Konvektion (Verdränung der weniger erwärmten Moleküle)

2.1. Grundlagen
2.1.1.Dämmwirkung
Je kleiner, zahlreicher und gleichmäßiger die Luftporen, desto besser die Dämmwirkung, Wärmeleitfähigkeit
beeinflusst von Rohdichte, Temperatur, Feuchtigkeit und Luftdruck
Trockener Einbau notwendig, Dampfbremse im Dämmstoff
2.2. Produkte
• Organisch – Anorganisch, Mineralisch
• Faserdämmstoffe, geschäumte Dämmstoffe, Granulate/Schüttungen
2.2.1.Mineralwolle (MW)
• Glaswolle, Steinwolle
• + Unverrottbar, leicht bearbeitbar, nicht brennbar, Resistent, Ausreichend Rohstoffe, Deponiefähig
• - Feuchtigkeitsempfindlich, hoher Energieaufwand b Herstellung, Nicht kompostierbar, Feinstaubverursachend
• Dach: Zwischensparren, Aufsparrendämmung
• Decke: Trittschalldämmung
• Wand: Wärmedämmverbundsysteme, hinterlüftete Dämmung
2.2.2.Expandiertes Polystyrol (EPS)
• Geblähtes Polystyrolgranulat (Schäumung)
• + Billig, Unverrottbar, Resistent, Keine Gesundheitsbelastung
• - Starke Qualmbildung im Brandfall, nicht UV-beständig - Versprödet/Vergilbt, begrenzt Verfügbar,
Umweltbelastend
• Dach: Flachdach
• Decke: Wärme- und Trittschalldämmung


• Wand: Geflochtene Wärmeverbundsysteme als Platten
2.2.3.Extrudiertes Polystyrol (XPS)
• Dichter, Geblähter Polystyrolgranulat-Schaumstoffstrang
• + Hohe Druckfestigkeit, Keine Gesundheitsgefährdung, Beständig
• - Starke Qualmbildung im Brandfall, nicht UV-beständig - Versprödet/Vergilbt, begrenzt Verfügbar,
Umweltbelastend
• Dach: Flachdach, Umkehrdach
• Decke: Bodendämmung bei hoher Belastung
• Wand: Sockelbereich
• Keller: Perimeterdämmung im Erdreich, Schwimmbaddämmung
2.2.4.Schaumglas (SG)
• Geschäumte, zu Pulver gemahlene Glasabfälle
• + Unempfindlich gegen Feuchtigkeit, Wasserdicht, Druckfest, Resistent, Nicht brennbar
• - Kann keine Punktlasten aufnehmen, Hoher Preis, Hoher Energieaufwand bei Herstellung, kaum
Rückgewinnung
• Dach: Begeh- oder Befahrbare Dächer, Gründächer
• Decke: Perimeter- und Bodendämmung, Böden mit hoher Belastung
• Wand: Innendämmung wegen guter Dampfsperre
2.2.5.Kalzium-Silikat-Platten
• Kapillar-Dämmplatten aus Kalksilikaten
• + Feuchtigkeitsbeständig, Unbrennbar, Pilzresistent, Druckfest, Schallhemmend, Recyclingfähig, Nicht
umweltbelastend
• - Teuer, relativ neues Material
• Wand: Innendämmung von Sanierungen od Fachwerk
• Feuchte und Salzbelastete Keller
• Brandschutzkonstruktionen
2.2.6.Polyurethanschaum (PU, PUR)
• Harte Schaumstoffe aus Erdöl od nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Kartoffeln, entsteht durch Zusatz
von Treibgasen
• + Alterungsbeständig, Resistent, Unverrotbar
• - Im Brandfall toxische Gasbildung, ökologisch sehr bedenklich, hoher Energieaufwand,
Gesundheitsgefährdend und nicht recyclebar
• Dach: Aufsparrendämmung, Flachdach
• Decke: Fußbodendämmung, Kellerdeckendämmung
• Keller: teilweise als Perimeterdämmung
• Sandwichpanele in Form von zB Dachziegeln
• Als Dichtungsschaum
2.2.7.Expandierte Perlite (EPB)
• Wasser in glasartigen Vulkangestein wird erhitzt und dehnt den Stein aus (Schüttung)
• + Unverrottbar, Beständig, Unbrennbar, Leicht, Feuchtigkeitsregulierend, Hoch belastbar, Rieselfähigkeit,
natürlicher Rohstoff, unbedenklich
• - Schlechtere Dämmwirkung, Staubentwicklung, begrenzt Verfügbar, hoher Energieaufwand
• Dach: Zwischensparrenschüttung
• Decke: Schüttung unter Estrich
• Kerndämmung
• Brandschutz
2.2.8.Blähton
• Aufgeblähtes Rohtongranulat (Schüttung)
• + Hohe Schalldämmung und Wärmespeicherung , Unbrennbar, Resistent, Hohe Festigkeit, Nahezu unbegrenzt
vorhanden, keine Belastung
• - Schlechtere Dämmwirkung, Wenig Schimmelrestistenz, Hoher Energiebedarf
2.2.9.Holzfaserplatten (WF)
• Gepresste Holzabfallplatten
• + Ökologisch unbedenklich, Gute Schalldämmeigenschaften, Nachwachsender Rohstoff, Recyclingfähig
• - Mögliche Schadstoffausgasung bei bitumierten Platten, entflammar, hoher Energieaufwand
• Dach: Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung
• Decke: Trittschalldämmung
• Wand: Leichtbau, Trennwandplatten
2.2.10. Kork (BK, IK)
• Gemahlene Korkrinde wird zu Granulat gemahlen, erhitzt und zu Platten gepresst
• + Gut Wärmespeicherung und Schalldämmung, Belastbar, Unempfindlich, Resistent, Ökologisch Einwandfrei,
Nachwachsend, Recyclebar
• - leicht entflammbar, Teuer, Imprägnierter Kork ist gesundheitlich Bedenklich


• Dach: Aufsparren- und Zwischensparrendämmung
• Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
• Wand: Leichte Trennwände, Alternative zu EPS
• Korkschrot als Schüttdämmstoff
2.2.11. Holzwolle-Leichtbauplatten (WW, WW-C)
• WW-Platten bestehen aus gebundener Holzwolle (Zement oder Magnesit als Bindemittel) , WW-C Platten
besitzen mehrere Schichten
• + Hohe Speicherfähigkeit, Gute Schalldämmung, Schwer entflammbar, Ökologisch unbedenklich,
Kompostierbar und Deponiefähig
• - Schlechte Dämmwirkung wegen Bindemittel, Hoher Energieaufwand
• WW-Platten: Putzträgerplatten, Schallabsorbierende Verkleidung
• WW-C Platten: Putzträger, Für Putz der unmittelbar auf Wärmedämmung angebracht wird
2.2.12. Zellulose
• Mit Borsalz oder Borax vermischtes Altpapier als Schüttung oder zur Einblasung
• + Feuchtigkeitsregulierend, Schimmelbeständig, Resistent, Elastisch, Keine erhöhte Brandgefahr, Preisgünstig
und Ökologisch, Recyclingrohstoff, Geringer Energieaufwand
• - Nicht Druckbelastbar, Schwer Bearbeitbar, Entsorgung etwas schwieriger, Feinstaub beim Einblasen
• Einblasdämmung, Aufsprühung
• Dach: Zwischensparrendämmung
• Decke: Holzbalkendecken
• Wand: Holzständerbauweise
2.2.13. Flachs
• Kurzfasern der Flachspflanze
• + Feuchteausgleichend, Resistent, Normalentflammbar, einfacher Anbau, nicht Gesundheitsgefährdend
• - Steife Fasern, bedingte Kompostierbarkeit
• Dach: Zwischensparrendämmung
• Decke: Holzbalkendämmung, Trittschalldämmung
• Wand: Leichtbau
• Zum Stopfen und Abdichten von Fugen, Schallentkopplung
2.2.14. Schafwolle
• Imprägniert wegen Brandschutz und Mottensicherheit
• + Hautsympathisch, Brandhemmend, Fäulnisresistent, Langlebig, Feuchtigkeitsregulierend, Kompostierbar,
Umweltfreundlich
• - Hoher Preis
• Dach: Zwischensparrendämmung
• Wand: Füllung bei Leichtbaukonstruktionen
• Decke: Balkenzwischenfüllung
• Ökologische Alternativen zu PUR-Schäumen
2.2.15. Baumwolle
• Imprägnierter Vliesartiger Dämmstoff in Mattenform
• + Elastisch und leicht zu verarbeiten, Resistent durch Imprägnierung, Schwer entflammbar, Nachwachsender
Rohstoff
• - Nicht Feuchtebeständig, Gefahr der Schimmelbildung, Problematischer Anbau, Hohe Staubbelastung
• Dach: Dämmung zwischen Sparren
• Wand: Holztafelbau
• Trittschalldämmung
• Hohlraumdämmung
2.2.16. Vakuum (VIP)
• Platten aus Metall oder Kunststoff mit Vakuumkammer
• + Ausgezeichnete Wärmeleitfähigkeit, Geringe Plattendicke
• - Zusätzlicher Schallschutz notwendig, Leitfähigkeit nimmt auf Dauer ab, Sorgfältige Planung erforderlich, kein
Zuschneiden möglich, Sorgfalt erforderlich, nicht recyclebar
• Geeignet für Passivhaus, Wärmedämmung, Innendämmung, Geringe Wandstärken
2.2.17. Transparente Wärmedämmung (TWD)
• Solare Gewinne für zusätzlichen Wärmefluss
• + Ermöglicht Dämmung transluzenter Fassaden, Erzielt kontrollierte Energiegewinne, ökologisch sinnvoll
• - Überhitzungsproblematik im Sommer, Rissgefahr durch Temperaturunterschiede, Teuer
• Geeignet für Pfosten-Riegel-Fassaden, Massivwände, Thermisch-entkoppelte Systeme
2.2.18. Schaltbare Wärmedämmung (SWD)
• Steuerbare Fassadenelemente und Kollektoren durch veränderung der Wärmeleitfähigkeit
• + Kein Sonnenschutz erforderlich im Gegensatz zu TWD, Nächtliche Abkühlung wird genutzt
• - Noch in Entwicklung
• Geeignet für passive Solarnutzung


2.3. Zusammenfassung
• Dämmwirkung verbessert sich mit Anzahl und Gleichmäßigkeit der Luftporen im Dämmstoff
• Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit λ, umso besser die Dämmwirkung
• Wärmedämmstoffe an der Kaltseite, Innendämmung mit Dampfbremse
• Luftdichtheit beeinflusst Heizenergiebedarf
• Temperaturabhängige Verformung an den Randanschlüssen der Dämmstoffe beachten!

3. Kunststoffe
3.1. Kunststoffe in der Architektur
Transparente und Transluzente Kunststoffe werden populär, Geschwungene Membrane und Kunststoffplatten
ersetzen Glaskonstruktionen, Fassadenmaterial für Lagerhallen, Membrankonstruktionen für
Gewächshäuser,Stadienüberdachungen,…
3.2. Historische Entwicklung
• Anfänge
Natürliche Polymere: Bernstein, Schildplatt, Horn
Horn als Glasersatz, Asphalt, Harze
• 19. Jh.
Zufällige Entdeckung von PVC durch Regnault
Goodyear’s Gummi aus Kautschuksaft und Schwefel
Cellulose Nitrat als erster semi-synthetischer Kunststoff
Billardkugeln aus Kollodium und Kampfer wurden Celluloid
• 1907 – Bakelit
Flüssiges Bakelitharz, erstes duroplastisches Material
Ausgehärtet war es stabil, hitzebeständig, bruchfest und nicht leitend
Fotoapparate, Aschenbecher, Armaturen von Autos, Waffen,…
• 1922 – Superpolymere
Ketten aus tausenden miteinander verbundenen Molekülen
Nylon, Acryl, Neopren, Polyethylen,…
• 1938 – Teflon
Petrochemie, Spritzgusstechnik
PVC als Verbindung von Gummi mit Metall
Zufällige Entdeckung von Saran und Teflon
• 1938 – Polyethylen
Unter Druck gesetztes Ethylen und Benzaldehyd
Meistverkaufter Kunststoff
Flaschen, Tupperware, Einkaufssackerln
• 1950er – PVC
Schallplatten Æ Musikboom
Formica, Polyester, Lycra und Nylon für die Bekleidung
Erstmals Autokarosserie aus glasfaserverstärkten Polyester
• 1960er – Super-Polymere
Plastik als Modeerscheinung (Möbel, Mode,…)
Später führte Energiekrise wieder zur Rückbesinnung
Automobilindustrie und Computerindustrie
• 1976 – Rekordjahr
Elektrisch leitfähige Polymere
Kunststoffe als meist verwendete Werkstoffe Weltweit
110 Millionen Tonnen pro Jahr weltweit produziert
Verpackung, Konstruktion, Baugewerbe, Elektronik, Medizin, Sport, Raumfahrt,…
• 1980 – Der Verruf
Ökobewegungen riefen Umweltbewusstsein hervor
Zunehmende Zuwendung an umweltverträgliche Polymere
3.3. Vom Granulat zum Erzeugnis
• Kohlenstoff als Grundstoff
• Monomere – Polymere
• Kunststoff = organisches Polymer
• Herstellung durch chemische Reaktion – Aufspaltung der Monomere und Verbindung zu Polymeren
o Polymerisation
o Polykondensation
o Polyaddition
• Kunststoffarten
o Thermoplaste Æ Lineare ineinander verknäulte Molekülketten Æ Strukturänderung bei
Temperaturveränderung
z.B.: PE, PS, PVC,…


o Duroplaste Æ Engmaschige räumlich vernetzte Molekülketten Æ höchste Wärmeformbeständigkeit
z.B.: PF, MF,…
o Elastomere Æ Weitmaschige Polymere aus Kautschuk durch Vulkanisation hergestellt Æ Elastisch
z.B.: EPDM
o Thermoplastische Elastomere Æ Weitmaschig und amorph vernetzt Æ Durch Erhitzung verformbar
3.4. Eigenschaften
• Vorteile:
Leicht Formbar, Geringe Rohdichte, Niedrige Wärmeleitfähigkeit, Gute Beständigkeit, Hohe Zugfestigkeit, Gutes
elastisches Isoliervermögen
• Nachteile:
Niedriger E-Modul, Ausgeprägte zeit- und temperaturabhängige Verformbarkeit, Großer
Wärmeausdehnungskoeffizient, Tlw leicht brennbar
• Hilfsmittel und Zusatzstoffe
Stabilisatoren, Farbmittel, Glanzmittel, Härter, Füllstoffe, Treibmittel, Flammschutzmittel, Weichmacher,
Antioxidantien, Gleitmittel, Extender, Formtrennmittel, Leuchtpigmente, Katalysatoren
• Formgebungsverfahren
o Spritzgießen
Granulat wird erhitzt und in Form gespritzt
o Extrusion
Kunststoff wird in Form gepresst (lange Bauteile)
o Rotation
Zur Herstellung hohler nahtloser Kunststoffteile
o Kaladrieren
Kunststoff wird über Rollen geformt
o Schäumen
Ähnlich der Extrusion – Kunststoff wird geschäumt
o Blasformen
Bei Herstellung von Hohlräumen/Behältern
• Beständigkeit und Alterung
Kunststoffe verlieren Eigenschaften durch
o Thermische und oxydative Prozesse
o Externe Faktoren: UV-Strahlung, Radiation, Hitze
Daher muss man folgendes berücksichtigen
o Oberflächenbehandlung
o Spannungen der Geometrie vermeiden
o Passende Unterkonstruktion prüfen
3.5. Kunststoffe im Bausektor
3.5.1.Polykarbonat (PC)
• Sehr beständiger, Hart-Elastischer, Glasklarer Kunststoff
• Beständig gegen Feuchtigkeit, Basen und Salzlösungen, nicht gegen Alkalien, Säuren und Oxidationsmittel
• Bei erhöhten Anforderungen zusätzlicher Brandschutz notwendig, jedoch können giftige Gase austreten
• Anwendungen
o Lichtdurchlässige Platten, Lichtkuppeln, Duschkabinenwände,…
o Glasfaserverstärkt erhältlich
o Farbintensive Herstellung möglich
o CDs, DVDs, Brillengläser, Flugzeugfenster und Solarpanele ebenfalls aus PC
• Herstellung mit thermoplasten üblichen Verfahren (Spritzgießen, Extrudieren,…)
• Sehr Energieintensiv, Verwertbar aber nicht leicht unterscheidbar, Hoher Heizwert bei Verbrennung
• Beispiele: Lacaton & Vassal – Cité Manifeste, Herzog & deMeuron – Ricola Europe
3.5.2.Polyethylen (PE)
• Empfindlich gegen Säuren und Laugen, Organische Lösungsmittel und Pilze
• Sehr elastisch und mit dem Fingernagel ritzbar
• Schnelle Alterung (Versprödung) unter Sonnenlicht, durch Stabilisatoren oder Rußzugabe wird die Lebensdauer
erhöht
• Anwendungen
o Dampfbremse (Als Trennlage zwischen Beton und Dämmung) Æ Keine vollständige Sperre
o Trennlage (Zwischen Zementestrichen, jedoch kein Feuchtigkeitsschutz über feuchten Beton)
o Rohre (Leicht, Temperaturbeständig und keine Versprödung bei niedrigen Temperaturen)
• PE ist schweißbar, Verklebbar durch Laser oder Säuren
• PE ist der weltweit am meisten produzierte Kunststoff (Folien, Verpackungen, Rohre, Platten,…)
• Sehr langlebig, nicht abbaubar, bei Sonneneinstrahlung Versprödung und Zerfall, Plastikmüll als
Umweltbelastung
3.5.3.Polyisobutilen (PIB)
• Beständig gegen Bitumen, Laugen, Säuren und Salze, Löslich in Benzin
• Gummielastische Folien von -50°C – 100°C keine Eigenschaftsänderungen


• Witterungs- und UV-beständig
• Anwendung als Dachdichtungsbahnen oder als Fugendichtungsmasse. Auch als Dichtung oder Klebstoff von
Blech, Kupfer, Alu, Folien, Beton und Mauerwerk.
3.5.4.Polymethylmethacrylat (PMMA)
• Acrylglas/Plexiglas entsteht durch Polymerisation von MMA
• Hartes, Glasklares Material, Kratzempfindlich
• Beständig gegen Feuchtigkeit, Basen, Säuren, Salze, jedoch nicht gegen Oxidationsmittel und organische
Lösungsmittel
• Bei erhöhten Brandschutzanforderungen sind Additive notwendig (giftige Gase)
• Sehr beständig, daher 10 Jahre Garantie auf PMMA-Produkte
• Anwendungen
o Sicherheitsglas (Oberlichter, Platten, Beleuchtungskörper,…)
o Bindemittel von Kunstharzmörtel, Kunstharzvergüteten Beton, Beschichtungen,…
• PMMA ist gießbar, biegsam, klebbar, polierbar und in Farbe erhältlich
• Giftige Säuren bei Herstellung, hoher Fossiler Rohstoffverbrauch, Recycling möglich
• Beispiele:
o Steven Holl Architects - Nelson-Atkins Museum
o Sanaa – Dior Shop Tokio
o Peter Cook & Colin Fournier – Kunsthaus Graz
o Kempe & Thill – Franz-Liszt-Konzerthaus
3.5.5.Polypropylen (PP)
• Polymerisation des Monomers Propen (aus Erdöl und Erdgas), vergleichsweise niedriger Energiebedarf bei
Herstellung
• Beständig gegenüber organischen Lösungsmitteln und Fetten, Säuren und Laugen
• Hohe Steifigkeit, Harte Oberfläche (mit dem Fingernagel nicht ritzbar)
• Sehr gut Brennbar, daher Flammschutzmittel notwendig (giftige Brandfase)
• Anwendung
o Entwässerungsrohre, Folien, Beschläge, Formteile, Behälter,…
o Maschinen- und Fahrzeugbau
• PP eignet sich zum Spritzgießen, Extrudieren, Blasformen,…
• PP gehört zu den bedeutendsten Kunststoffen, vor allem bei Verpackungen
• Geruchlos, Geschmacksfrei und hautverträglich
3.5.6.Polystyrol (PS)
• Polymerisation von Styrol, Kristallklar, Glänzend, Spröde, Schnelle vergilbung und Versprödung unter UV-
Strahlung
• Granulat als Weiterverarbeitbarer Rohstoff
• Unempfindlich gegen Feuchtigkeit, Salze, Laugen und Säuren, nicht beständig gegen Benzin und Ätherische
Öle
• Schwer entflammbar, ab 350°C Bildung von toxischen Gasen
• Anwendungen
o Wärme- und Schalldämmstoff (EPS, XPS)
o Copolymere (SAN-Polymer, ASA-Polymer) für Rohre, Duschwände, Spülkästen, Dachplatten,…
o Spritzgussartikel wie Lineale,..
• PS ist verschäumbar und wird auf der Baustelle höchstens mechanisch bearbeitet
• PS ist einer der wichtigsten thermoplastischen Kunststoffe (ca. 17% im Bausektor) und zudem auch sehr
preisgünstig
• Hoher Verbrauch an fossilen Rohstoffen, Geringer Energieaufwand bei Herstellung, jedoch Schadstoffausstoß
von Styrol, Recycling möglich mit geringen Qualitätseinbußen
• Beispiele:
o Werner Aisslinger - Loft Cube
3.5.7.Polyurethan (PUR)
• Herstellung durch Polyadditionsverfahren
o Thermoplastische PUR – Spritzgießen, Extrudieren
o Duroplastische PUR – Ähnliche Verarbeitung wie Kautschuk – Gießharze, Spachtelmasse,…
o PUR-Elastomere – Hohe Zugfestigkeit
• Beständig außer gegen Säuren und Laugen
• Hohe Zähigkeit und Abriebsfestigkeit, Nicht schmelzbar, Zersetzung der Oberfläche durch UV
• Anwendungen
o Weichschaumstoffe als Montageschaum oder Dämmmittel
o Hartschaumstoffe zur Hohlraumverschäumung von Sandwichelementen
o PUR-Elastomere als Matrizen für Schalungen
• Recycling schwierig, da Kunststoffe nicht einschmelzbar
• Beispiele:
o Baier Bischofberger – Kunstgallerie Uetikon


o Manuel Herz – Legal-Illegal
3.5.8.Polyvinylchlorid (PVC)
• Herstellung aus Acetylen und Salzsäure durch Polymerisation, Großer Chloranteil
• Nicht gegen Lösungsmittel, Säuren, Laugen sowie Alkohol und Benzin
• Zugabe von Weichmacher für Plastizität, Ausdehnung bei Hitze
• Durch Chlor schwerer Entzündbar, Zersetzung bei 230°C
• Lösung der Chlormoleküle durch Sonnenbestrahlung
• Anwendungen:
o Fenster- und Türprofile: Pflegeleicht, Wartungsarm, Beständig, Aluminium-, Stahl oder GFK Verstärkung
notwendig, Große Rahmenstärke als Nachteil
o Rohre: Im Sanitärbereich, Einfache Schneidung, Sprödigkeit bei tiefen Temperaturen und dadurch kommt
es zum Bruch
o Fußbodenbeläge: Günstig, Strapazierfähig, Hygienisch und leicht zu reinigen
o Dachbahnen: Vor UV-Licht zu schützen, meist durch Kiesabdeckung
o Dämmstoff
• Gut Verarbeitbar (Formen, Kleben, Schweißen,…=
• 40-60% der PVC-Produkte im Bausektor
• Abfälle sind wiederverwendbar und neue Produkte können aus 70% recycelten Material bestehen, PVC-
Deponierung aufgrund der Weichmacher verboten
3.5.9.Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)
• Einbettung von Fasern verbessern mechanische Eigenschaften
• Kombination, Anteile und Ausrichtung der Fasern bestimmen die Festigkeit
• Herstellungsverfahren:
o Handlaminierung: Auflegen der Fasermatten und Auftragen des Harzes von Hand
o Faserspritzverfahren: Aufspritzen von Harz und Fasern in Formen
o Wickelverfahren: Lagenweises Aufwickeln der Fasern auf Formen
o Schleuderverfahren: Aufspritzen von Harz auf einen sich drehenden Fasergefüllten Zylinder
• Beispiele:
o Kengo Kuma – Plastic House
3.5.10. Bio-Kunststoffe
• Produkte aus Maisstärke, Holz-Kunststoff, Pflanzenöl-Kunststoff, Kartoffelstärke, Zellulose
3.5.11. Weitere Kunststoffe
• Polyamid (PA)
o Hart, Zäh und Abriebfest – Verwendung als Faser für z.b Dampfbremsfolien
• Polyvinylazetat (PVAc)
o Als Zusatz von Putz und Beton für bessere Elastizität
• ETFE
o Fluoriertes Copolymer – Geringes Gewicht, Hohe Lichtdurchlässigkeit, Beständig – für
Membrankonstruktionen
• Epoxidharze (EP)
o Verwendung als Klebharz, Gießharz – Sehr Beständig, Kunstharzfußböden
• Kautschuk
o Naturkautschuk geeignet für Gummierzeugung, Sehr Zugfest und Elastisch, Beständig – für Bodenbeläge,
Dichtungen, Beschichtungen, Rohrverbindungen,…
o Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) – synthetisches Polymerisationsprodukt aus Styrol und Butadien, Ähnlich
Naturkautschuk
o Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) – Verschleißfest, Alterungsbeständig
o Polychloropren-Kautschuk (CR) – Synthetisches Polymerisationsprodukt aus Chlor-Butadien, Ähnlich
Naturkautschuk – Als Dichtungen, Bindemittel, Kleber,…
• Silikone (SI)
o Kunststoffähnliche Merkmale, anstatt Kohlenstoff Silizium als Basis – für Dichtungen, Beschichtungen,
Klebemassen,…

4. Glas
4.1. Glas in der Architektur
Im 19. Jh. Entstanden mit Bahnhöfen und Gewächshäusern schon Glasfassaden, Ab 1920 gab es dann einen Boom
in der Glasarchitektur mit Walter Gropius (Bauhaus), Pierre Charreau (Maison de Verre) und Mies van der Rohe
(Seagram Building) mit Wohnhäusern und Bürogebäuden aus Glas.
4.1.1.Transparenz
• Transmission
Durchlässigkeit für Elektromagnetische Strahlung
• Reflexion
Licht wird Zerlegt, Teile reflektiert und Teile Gebrochen


• Transparenz, Transluzenz
Transparent = Bauteil ist Durchsichtig (Geringer Reflexionsgrad)
Transluzent = Licht wird gestreut und Glas dadurch nicht mehr Durchlässig (Tönung)
4.1.2.Historische Entwicklung
• 6.000 v.C.: Obsidian aus Vulkanglut
• 5.000 v.C.: Erste Glasur von Tongefäßen in Ägypten
• 1.500 v.C.: Flüssiges Glas wurde in Sandform gegossen
• 70 v.C.: Zufällige Erfindung der Glasherstellung
• 50 n.C.: Wandplatten aus Glas in Häusern reicher Römer
• 290: Erste Kirchenglasfenster
• 1200: Mundblasverfahren
• 1500: Erst Eisenschneidung, dann Diamantschnitt
• 17. Jh.: Gussglas auf Bronzetischen
• 19. Jh.: Maschinelle Glasproduktion, Ziehverfahren
• 1960: Floatglasproduktion
4.2. Der Werkstoff Glas
• Entstehung durch Erhitzung von Quarzsand, und Soda (Flussmittel zur Reduzierung der Schmelztemperatur)
• Glasarten:
o Kalk-Natronglas: im Bauwesen
o Borosilikatglas: anstelle von Calcium des Kalk-Natronglases mit Boroxid
o Bleiglas: Für Bleikristall und optisches Spezialglas
o Glaskeramik: Für Fassaden
• Sandanteil im Glas bestimmt über Härte und Festigkeit
• Beständig gegen Säuren und Laugen. Stehendes Wasser führt zur Erblindung des Glases, Natriumionen
werden herausgelöst (auch bei Kontakt mit Mineralputz und frischem Beton)
• Energiedurchlassgrad (e-Wert) beschreibt Verhältnis von auftreffender bis durchgehender Strahlung
• Widerverwendung möglich, aber aufgrund der Zerbrechlichkeit kaum praktiziert, neues Einschmelzen ebenfalls
möglich, Altglas vermindert auch den Energieaufwand
Altglas für Flachglas darf keine Verunreinigung besitzen, um Fehler zu vermeiden
• Glasprodukte, die Form während der Herstellung bekommen nennt man Basisgläser
4.2.1.Floatglas
• Herstellung
Am Häufigsten verwendetes Basisglas, Flüssiges Glasband läuft auf geschmolzenen Zinnbad durch die
Produktion und wird je nach Geschwindigkeit dicker/dünner und wird am Ende geschnitten
• Lieferformate
reguläres Maß 500x321cm, Nenndicken von 2-19mm
• Anwendungen
Basisglas für alle Funktions-Flachgläser, meist ESG und Brandschutzgläser
Beispiel: AceboXAlonso – Centro des Artes La Coruna
4.2.2.Gussglas
• Transluzentes Gegossenes und gewalztes Flachglas, Kalk-Natronsilicatglas mit verschiedenen Oberflächen
• Drahtglas ist ein in Stahl-Drahtnetz eingelegtes Ornamentglas mit erhöhter Festigkeit
• Lieferformate
Gussglas: Maximal 252x435cm, 4-10mm dick
Drahtglas: Maximal 204x450cm, 7mm dick
• Anwendungen
Hauptsächlich als Basisglas für Funktions-Flachgläser wo keine Durchsicht notwendig/erwünscht ist: Türen,
Trennwände, Oberlichter,…
4.2.3.Profilbauglas
• Ähnlicher Herstellungsprozess wie Gussglas mit statisch günstigem U-Profil
• Festgelegte Norm bis zu 7m Länge in 6 und 7mm Dicke
• Anwendungen
Industriebauten-Fassaden, Trennwände, Dachverglasungen, Lichtöffnungen,…
Beispiel: Steven Holl Architects - Museum in Kansas
4.2.4.Pressglas
• Bezeichnung für Glasbausteine, Glasdachsteine oder Betongläser. Durch Verschmelzen zweier gepresster
Glaskörper gefertigt
• Glassteine
Luftdichte Glashohlkörper für senkrechte Anordnung (an Wänden)
• Betongläser
Voll oder hohl ausgebildete Glaskörper mit Innenprägung für nicht senkrechte Anordnungen (Decken) – Wichtig
für Glasstahlbetonherstellung (Betongläser zwischen Stahlbetonrippen)
• Glasdachsteine
Zur Belichtung von Dachräumen in Dachziegelform, 10mm Durchschnittsdicke


• Lieferformate
Glassteine: Höhe: 50-100, Länge/Breite zwischen 90-300
Betongläser: Höhe 15.110, Länge/Breite zwischen 93-300
• Anwendung:
Für nichttragende Lichtdurchlässige Innen- und Außenwänd, auch Wärme- und Schalldämmend
Beispiel: Moneo Brock Arquitectos – Therme Panticosa
4.3. Verarbeitung
• Die meisten Basisgläser können nach Ihrer Herstellung weiterverarbeitet werden, und dadurch Farbe, Form und
Bauphysikalische sowie Statische Eigenschaften beeinflusst werden.
• Glas wird durch Zuschläge von Metalloxide gefärbt, aber auch durch Emaillierung, Siebdruck und Digitaldruck
Beispiel: RCR arquitects – Kindergarten Els Colors
• Weißglas sind Eisenoxidarme Gläser, dadurch Lichtdurchlässigkeit höher (Für Sonnenkollektoren und
Photovoltaik-Elemente
4.3.1.Oberflächenbehandlung
• Polieren
Vorpolitur mit Diamantschleifkörpern, Polieren mit Polierscheiben oder Filz
• Emaillierung
Farbige, keramische Schicht wird bei Herstellung eingebrannt
Beispiel: Neutelings Riedijk Architects – Mediacenter Hilversum
• Ätzung
Mattierung durch Säuren, Mattierungsgrad abhängig von Dauer der Behandlung, durch Abdecken entstehen
Muster und Bilder
Beispiel: Peter Zumthor – Kunsthaus Bregenz
• Sandstrahlmattierung
Aufrauhung durch Sandstrahl, ähnlich der Ätzung
Biespiel: Streidl Architekten – Wasserwerk Augsburg
• Beschichtung
Metalle und Metalloxide als Beschichtungsmaterialien, Für Eigenschaften wie Wärme, Sonnenschutz oder Ver-
und Entspiegelung. Meist in Zwischenschichten, da nicht so resistent gegen Witterung
4.3.2.Zuschnitt
• Glassägen
Mit diamantbesetzte Trennwerkzeuge trennen das Glas
• Wasserstrahlschneiden
Abrasivmittel wird mit hohen Druck auf Glas gespritzt, dadurch entsteht ein Abtragungsprozess
• Kantenbearbeitung
Schleifverfahren zum Schutz vor Verletzungen und zur Optik
• Bohren
Gebundenes (Diamantbesetzte Bohrer) oder loses Korn (Wasserstrahl)
4.3.3.Thermische Bearbeitung
• Biegen
Erhitzung auf Transformationspunkt (640°C) und in Form gedrückt, Biegegläser bis zu 6m möglich! Gebogenes
Glas ist starrer und weniger verformbar
Beispiel: Sanaa – Glaspavillon Toledo | Herzog & DeMeuron – Prada Tokio
• Vorspannen
Spannen um Bruchverhalten zu Verbessern, Produktion unter Druckspannung, dadurch erhöhte Biegefestigkeit
und Beständigkeit
• Teilvorgespanntes Glas (TVG)
Thermisch vorgespanntes Glas, Bei Bruch verzahnen die Glasscherben
4.4. Funktionsgläser
4.4.1.Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)
Thermisch vorgespannt, mit erhöhter Biegefestigkeit, Bei Bruchfall zerspringung in kleine, stumpfkantige
Einzelteile
4.4.2.Verbundsicherheitsglas (VSG)
Zwei Scheiben durch Folie aus Polyvinylbutyral (PVB) verbunden, Bei Bruch bleiben Splitter in der Folie
hängen
4.4.3.Isoliergläser
Gängigste Variante im Fensterbereich, 2 Scheiben mit hermetischen Zwischenraum zur verbesserten
Isolierung und Dämmung.
4.4.4.Wärmeschutzgläser
Isolierglas mit Beschichteter Oberfläche(meist aus Silber) im Scheibenzwischenraum, reduziert Wärmeverlust
4.4.5.Sonnenschutzgläser
Verhindert das Eindringen der Sonnenstrahlungsenergie und das Erhitzen des Raumes, Sonnenschutzgläser
Absorbieren und Reflektieren diese Strahlen mithilfe einer Beschichtung


4.4.6.Schallschutzgläser
Gläser anfällig für Schalldruckschwankungen, durch Erhöhung der Glasmasse, Verbreiterung des
Glaszwischenraumes oder Einsatz von Gasen wird Schallschutz erhöht
4.4.7.Brandschutzgläser
Borosilicatglas aufgrund hoher Beanspruchbarkeit als Brandschutzglas, E-Verglasung vermeidet Durchtritt von
Brandgas, El-Verglasung unterbindet Durchtritt vom Brandherd ausgehender Strahlungswärme
4.4.8.Sicherheitsgläser
Durchwurfhemmende Verglasung (Steine, kleine Gegenstände), Durchbruchhemmende Verglasung
(Einschlagen mit einer Axt), Durchschusshemmende Verglasung = Panzerglas (Schusswaffen),
Sprengwirkungshemmende Verglasung (Sprengladung)
Mehrschichtiges VSG aus Folien oder Kunststoffen
4.4.9.Gläser mit integrierten Elementen
Bewegliche integrierte Sonnenschutzlamellen, Sonnenschutzraster, Metallgewebeeinlagen, Wärmedämmung,
Funktionsschichten
4.5. Glasbau
Glas kann Spannungen nicht über Verformungen abbauen, es kommt zu einem plötzlichen Versagen des Bauteils,
daher gibt es folgende Grundsätze:
• Kein Kontakt mit härteren Materialien, Vermeidung von Zwangsbeanspruchungen, Wahl einer geeigneten
Geometrie und Verbindungstechnik, Robuste Glaskonstruktion,…
4.5.1.Glas als Primärtragwerk
Rohbau, Haupttragwerk des Gebäudes
• Statisch wirksame Glasscheiben
Selten ausgeführt, Fensterrahmen nutzt Scheibentragwirkung des Glases
• Glasstützen
Fehlende Duktilität des Glases problematisch
• Glasschwerter
Glasbalken zur Aussteifung von Fassadenkonstruktionen
• Begehbare Verglasungen
Treppen, Podeste, Laufstege – Verbundglas aus mindestens 3 Lagen, oberste Schicht als Verschleißschicht,
Beschichtung zur Rutschsicherheit
• Überkopfverglasungen
Mehr als 10° Gegen die vertikale geneigte Scheiben, VSG als unterste Scheibe aus Sicherheitsgründen
4.5.2.Glas als Tertiärstruktur
Äußere Gebäudehülle, nur Eigengewicht und Witterungslasten
• Pfosten-Riegel-Fassade
vertikale und horizontale Pfosten bilden ein Gitter, Vierseitige Lagerung des Glases
• Pfostenfassade
Vertikale Träger, Zweiseitige Glaslagerung
• Riegelfassade
Horizontaler Biegeträger
• Seilfassade
Hängende Konstruktionen, filigrane Bauweise, Seile tragen Lasten ab, Punktförmige Glaslagerung
4.5.3.Verbindungen
• Geklemmt
Kraft- und Formschlüssige Verbindung, Falz mit Halteleiste, Pressleisten, Glas wird gegen Konstruktion
gedrückt
• Gebohrt
Leichte Montage, Lösbarkeit möglich, Halt durch Punkthalter, Hohe Spannungen im Glas, daher vorgespanntes
Glas von Vorteil, 80mm Mindestabstand Löcher-Glasrand
• Geklebt
Nur in einer Werkstatt möglich, Hohe Anforderungen

5. Metalle
5.1. Allgemeines
Metalle sind vielkristallin aufgebaut, Baumetalle werden aus Erzen gewonnen, kann zu 90-100% wiederverwertet
werden
5.1.1.Eigenschaften
Hohe Dichte, Hoher Schmelzpunkt, Gute Leitfähigkeit, Formbar und Glänzend, Unterschied Schwer- und
Leichtmetalle durch Dichte, Mischungen mehrerer Elemente nennt man Legierungen (reine Metalle haben zu
wenig Festigkeit für Bausektor), Schutzmaßnahmen bei Brandfall (Metallummantelung)
5.1.2.Historische Entwicklung
Gold und Kupfer als erste genutzte Metalle, Bereits 8000-5000 v.C. Bergbau existent, Kupferzeit –
Werkzeugherstellung, Zinnbronze – Bessere Gießbarkeit und Härte, um 1200 v.C. Eisengewinnung

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Verarbeitung in Rennöfen, Schmelzen und Schmieden, später Stückofen, um 1300 n.Chr. Erstmaliges
Eisenerzschmelzen für Kugeln, Glocken, Gewichte,… Um 1709 Schmelzung in Puddel-Koksöfen, 1850-1900:
Siemens-Martin-, Bessemer- und Elektroverfahren
5.1.3.Korrosion
Chemische oder Elektrochemische Reaktion eines Stoffes (hohe Luftfeuchtigkeit, feuchte Stoffe), Rost als
Korrosionsprodukt, Galvanische Korrosion wobei sich das unedlere Metall zersetzt
Schutz durch Schutzschichten aus Kupfer, Aluminium, Blei, Stahllegierungen
Aktiver Korrosionsschutz: Gezieltes „opfern“ eines unedleren Metalls
Passiver Korrosionsschutz: Beschichtungen, Anstriche,…
5.1.4.Formgebung und Verarbeitung
Kalt-, Warmverformung und Mechanische Bearbeitung
• Schmieden: Hammer und Amboss oder Pressformen, sowohl Kalt-, als auch Warmverformungsprozess
• Gießen: Beliebige Formgebung, besonders geeignet sind Zinn und Bronze
• Pressen: Metall wird durch Öffnung gepresst, für komplizierte Querschnitte
• Ziehen: Drähte, Stangen und Bewehrungseisen, meist Kaltverformung
• Verdrillen: Profile, Stangen und Drähte werden in sich gedreht
• Mechanische Bearbeitung: Fräsen, Bohren, Feilen,…
• Fügentechniken: Schweißen, Löten, Kleben, Nieten, Schrauben
5.1.5.Oberflächenbehandlung
Zum Schutz vor Korrosion, für Eigenschaftenänderung, zur Optik
Feuerverzinken (Eintauchen in Zinkschmelze), Duplex-System (Lackschicht für verlängerte Lebensdauer),
Einbrennbeschichtung (Flüssigbeschichtung bei hoher Temperatur), Pulverbeschichtung (Pulverförmiger
Beschichtungsstoff), Galvanische Verfahren (Mithilfe von Elektrolyse), Eloxieren (Anodische Oxidation)
5.2. Halbzeuge
5.2.1.Walzprofile
Formung durch Walzen, für Flacherzeugnisse (Bleche), Profile (HE, IPE, U, T,…) und Träger
5.2.2.Strangpressprofile
Umformverfahren (Extrusion), für Stäbe, Drähte, Rohre, unregelmäßige Profile
5.2.3.Bleche
Flaches Walzfertigprodukt, Maximal 4,5x20m möglich, Schneiden, Biegen, Bohren, Schweißen und Kleben
möglich, Lochbleche (Rund, Quadrat, Sechseck, Lang, Sonderlochung), Profilbleche (statisch Wirksames
Profil)
5.2.4.Diaphanische Metallische Baustoffe
• Streckgitter: Metall wird eingeschnitten und gezogen, meist Stahl, Eisen und Aluminium, Für Fassaden,
Abdeckungen und Sichtschutz
• Gitterroste: Stahl oder Aluminium, 2 Schichten werden miteinander verpresst oder verschweißt, Gitterrost als
Bodenrost, Fassadenrost aber maximal 1400mm Abstand
• Gewebe: Runde oder flache Drähte werden verflochten, hohe Spannweiten möglich, Verwandt mit Metallgittern
die an ihren Kreuzungspunkten verbunden werden
5.2.5.Sandwichelemente
PUR oder MW-Schaumkern mit 2 Metallschichten, hohe Tragfähigkeit bei geringen Eigengewicht, vor allem im
Dach und Wandbereich von Gebäuden
5.3. Metallische Werkstoffe
5.3.1.(Guss)eisen
Spröde, hoher Kohlenstoffgehalt, nicht schmiedbar
• Anwendung:
Rohre, Heizkörper, Badewannen, Kanaldeckel und Hydranten
5.3.2.Stahl
Meistverwendeter Metallwerkstoff, Gezielt durch Erwärmen und Schmieden bearbeitet, heute ca 2500
Stahlsorten, sowohl hart als auch weich
• Kohlenstoff wird entfernt, Formgebung durch Gießen, Warm- und Kaltverformung
• Baustahl sind niedrig legiert und nur teilweise wärmebehandelt
• Profilstahl ist gewalzt, gepresst oder gezogen mit identischen Querschnitt, Stahlprofil kann verschweißt oder
verschraubt zusammengesetzt sein, genormte Querschnitte (Flansch-Steg), Übliche Formate: Doppel-T-Träger,
IPE Profile, HEA, HEB und HEM Profile,…
• Betonstahl (TOR) wird als Bewehrung in Beton eingearbeitet, gerippter Stahl für besseren Betonhalt und
optimale Kraftübertragung, auch in Mattenform
• Spannstahl wird zum Vorspannen verwendet für Spannbetonbau
• Wetterfester Stahl mit dichter Sperrschicht gegen Korrosion, Stahl rostet dauerhaft und rostbelastetes Wasser
muss abtropfen
5.3.3.Edelstahl
Korrosionsbeständiger Stahl, Legierungen aus Chrom, Nickel uÄ, Edelstahl bildet schützende sich erneuernde
Passivschicht

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• Anwendungen:
Fassaden, Dachflächen, Rohre, Geländer, Küchen,…
5.3.4.Aluminium
Meistvorkommender Metallrohstoff, Erst ab 1886 industrielle Herstellung
• Bauxit als Rohstoff, Gewinn von Aluminiumoxid durch Trennung, Hohe Schmelztemperatur (2000°C) und daher
hoher Energiebedarf, hohe Umweltbelastung, daher Recycling
• Geringes Gewicht, Höhere Ausdehnung, Korrosion an der Luft, bildet Schutzschicht, Basen greifen Aluminium
an (zB Beton- oder Kalkmörtel)
• Säg-, Bohr- und Fräßbar, Verformung durch Walzen, Strecken, Pressen,… Schweißen nur unter
Sauerstoffanschluss
Aluminium vor Feuchtigkeit schützen, Zusammenbau mit anderen Metallen nicht ratsam, auch Schrauben und
Nieten!
• Anwendungen:
Strangpressprofile (Fenster, Fassaden), Bleche, Aluminiumschaum
5.3.5.Blei
Zweithäufigstes Metall nach Aluminium, Schwermetall
• Gewonnen durch mehrere Flotationsdurchgänge (Trennung der Metallverbindungen), Benötigt viel Energie mit
toxischem Feinstaub, 50% Recyclingquote
• Sehr schwer, Geringe Zugfestigkeit, Große Temperaturausdehnung, Absorption von Strahlung, Giftig, Angriff
durch frischen Mörtel, Beton aber korrosionsbeständig
• Weich und kalt leicht verformbar
• Anwendungen:
Bleche, Dachdeckungen, Fassaden, Abschirmung, Achtung vor toxischer Wirkung!
5.3.6.Zink | Titanzink
• Flotationsverfahren, ähnlich Blei, 30% der Produktion aus Schrott
• Witterungsbeständig, bildet Karbonatschicht
• Präziser Guss möglich
• Legierung zB Titanzink besitzen höhere Festigkeiten, leichter verarbeitbar, deshalb Titanzink als Hauptwerkstoff
• Anwendungen:
Fassaden, Rohre, Korrosionsschutz für Stahlteile
5.3.7.Kupfer
• Schwermetall, Herstellung im Flotationsverfahren, 50% Recycelt, dadurch hohe Energieeinsparung
• Rotglänzend, sehr beständig, leitet Wärme und elektrischen Strom, Resistent gegen Kalk, Gips nd Zement und
bildet eine Patinaschicht an der Luft in ca. 8 Jahren, Farbton wechselt von Rot über Braun zu Grün
• Leicht Form- und Bearbeitbar, aber schlecht Gieß- und Schweißbar
• Anwendungen:
Fassaden, Dächer, Abdichtungen, Rohre
5.3.8.Bronze
• 1000°C Schmelzbad, 10-20% Zinnanteil
• Dauerhaft und Beständig, Härter als Messing und Kupfer, Langlebig und Fest
• Anwendungen:
Rohrverbindungen, Armaturen, Fensterprofile und Türen
5.3.9.Messing
• Besteht aus Kupfer und Zink
• Korrosionsbeständig, Glänzende Oberfläche die mit der Zeit matt wird
• Legierungen wie Rotguss und Neusilber
• Anwendungen:
Anschlussklemmen, Schrauben und Muttern, Armaturen

6. Naturstein
6.1. Allgemeines
Älteste Mauerwerke in Jordanien (6000 v.C.) und Ägypten
6.1.1.Eigenschaften
Vielseitig, Farben, Formen, Härte,, Festigkeit
Günstig: Glänzende Bruchflächen, Gleichmäßiges Gefüge
Ungünstig: Matte, verfärbte Bruchflächen, Tongeruch, Risse, Hohe Saugfähigkeit
Brauchbarkeit des Gesteins anhand der mineralogischen und chemischen Merkmale eingeteilt (Gefüge,
Zusammensetzung, Struktur, Härte, Dichte, Festigkeit,…)
• Verschleißfestigkeit: Besonders für Bodenbeläge und Fahrbahnen (Kalk- oder Sandsteine schlecht,
Erstarrungsgesteine gut)
• Temperaturdehnung: Abhängig von Bestandteilen, Ausdehnung zwischen 0,3 und 1,2mm
• Niederschläge: Schwefel- oder Kohlensäure durch Abgase und Regen schädigt poröse Steine und lockert
diese, bei Kalksteinen kann Gips entstehen des sich im Wasser löst, Lehm erweicht bei Feuchtigkeit

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• Frost: Gefrierendes Wasser erzeugt Druck und drücken Steinfugen auseinander, Poren zum Eindringen des
Wassers verhindern das
• Tausalz: Steine werden durch die kohlesäurenanreicherung beschädigt , sie sprengen ab (vor allem Kalk- und
Sandsteine)
6.1.2.Abbau
Meist Tagebau, nur einige Marmor-, Schiefer- und Kalksteinarten unter Tage
6.1.3.Bearbeitung
Direkt im Steinbruch nur bei Pflaster- und Mauerquadern, In Verarbeitungswerken Zuschnitt und
Oberflächenbearbeitung, Steinmetzmäßige und Industrielle Bearbeitung durch Schleifen, Spritzen, Bürsten,…
Rückstandslose Entsorgung, problemloses Recycling
6.1.4.Verwendung
Fast ausschließlich Boden- oder Wandverkleidungen, größter Steinanteil für Beton- oder Mörtelherstellung,
auch Schotter und Splitt
Verwendung als Mauerwerk, Gabionen, Fassadenbekleidung, Bodenbelag, Innenwandbekleidung,
Dachdeckung
Unterschiedliche Anforderungen für Außen-Innenbereich (Niederschläge, Frost, Temperatur)
6.2. Gesteinsarten
• Erstarrungsgesteine (Magmatite)
o Tiefengesteine (Plutonite)
Kristalissation von Magma (Granit, Diont, Gabbro,…)
o Ganggesteine (Mikroplutonite)
Bildung in der Erdkruste, ungleichmäßig Kristallisiert (Pegmatite,…)
o Ergussgesteine (Vulkanite)
Aus Erdkruste ausgetreten, feinkristallig (Diabas, Basalt,…)
• Ablagerungsgesteine (Sedimente)
Entstehen durch Verwitterung, Abtragung, Ablagerung und Zusammenpressung dieser Sedimente (Diagenese)
Brockengesteine, Sandsteine, Tongesteine, Kalkstein,…
• Umwandlungsgesteine (Metamorphite)
Gehen aus bestehenden Steinen hervor, Bildung unter hohen Druck, Temperaturen oder chemische Einflüsse,
nehmen neue Eigenschaften auf
Schiefer, Marmor, Gneis
6.2.1.Granit
Plutonit aus Feldspat, Quarz und Glimmer, sehr wetterfest und resistent
• Häufigstes Gestein innerhalb der kontinentalen Erdkruste
• Anwendungen:
Außenwandbekleidungen, Bodenbelag, Grabmal, Denkmal, Dachschindel, Treppen, Bodenbelag, Fensterbank,
Tischplatte,…
6.2.2.Gneis
Mittel- bis Grobkörniges Metamorphes Gestein mit Parallelgefüge aus Feldspat, Quarz und Glimmer
Orthogneis (magmatisches Ausgangsgestein) – Paragneis (Sedimentäres Ausgangsgestein)
• Auf allen Kontinenten vorhanden, vor allem im Norden
• Bessere Biegezugwerte, Höhere Wasseraufnahme als Granit
6.2.3.Marmor
Metamorphes Gestein aus kalkhaltigen Sedimentgesteinen, helle Farbtöne, Kristallin
Mindestens 50 Volumenprozent Dolomit/Aragonit, Empfindlich gegen Regen und Säuren
• Mühseliger Prozess, seit 7. Jh. v.Chr.
• Anwendungen:
Historische Bauten, Fußböden, Treppen, Wandfliesen, Waschbecken, Fassaden, ..
6.2.4.Sandstein
Sedimentgesteine mit warmen Farbtönen und rutschfesten Oberflächen
Trümmergestein in vielen Farben (rot, gelb, braun & grün), Wichtige Eigenschaften abhängig vom Bindemittel
• Weit verbreitet, vor allem an Schelfmeere und Kontinentalränder
• Anwendungen:
Historische Bauten, Außenbereich, aufgrund Abrieb nicht geeignet als stark beanspruchter Bodenbelag
6.2.5.Basalt
dunkles (Dunkelgrau oder Schwarz) Ergussgestein aus Magma, bestehend aus Eisen- und Magnesium
Silikate, Wetterfest, Schwer bearbeitbar und druckfest
• Vorkommen vor allem auf ozeanischen Rücken und in Vulkanischen Gebieten
• Anwendungen:
Massivbauten, Boden- und Treppenbeläge, Fassaden, Denkmäler, Steinbildhauerei, Straßenunterbau
6.2.6.Kalkstein
Farbenreiches, Texturiertes Sedimentgestein aus Calciumcarbonat in meist hellen, grauen bis graugelben
Farben, leicht bearbeitbar, relativ Anfällig gegen Verwitterung

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• Sehr verbreitet, durch Wasser im Laufe der Zeit gebildet, vor allem in Europa (Alpenraum, Deutschland,
Jura,…)
• Anwendungen:
Innenbereich, Bodenbelag, Wandverkleidung, Sockel, Konsolen, Kamine, Mosaike,… (nicht für
Reinigungsintensive Bereiche)
6.2.7.Schiefer
Feinkörniges, blättriges, dichtes Metamorphes Gestein aus Ton-Schlamm-Massen in dunkelgrau bis schwarz,
Dünne Platten möglich
• Schiefervorkommen in so gut wie jedem Land, Farbschwankungen von Steinbruch zu Steinbruch
• Anwendungen:
Platten als Verkleidungen, Fliesen, Dachdeckung
6.3. Kunststeine
Industrieprodukte als Alternative zum Naturstein
• Zementgebunden
Vorwiegend für Treppen und Böden, Gestein wird in Form gegossen und mit Split, Zement, Wasser vermischt
und geschliffen
• Harzgebunden
Zement wird durch Kunstharz ersetzt, gute Formbarkeit und Bearbeitbarkeit (zB Agglo-Marmor und Quarzstein),
Nicht Witterungsbeständig, daher nur für Innen!
• Quarzwerkstoffe
Quarzmehl, Kunstharzbindemittel, Farbpigmente und Harz aber auch Glasstücke, Masse wird in Form
gegossen, gepresst und verdichtet, nach dem Ofen wird er geschliffen und poliert, Plattendicken von 12-30mm
Vor allem als Küchenarbeitsplatten verwendet

7. Keramische Baustoffe
7.1. Allgemeines
lat.: Keramos = Gebrannte Erde (Ton), Gefäße und Beläge aus Scherben, Wasserbeständig, Dauerhaft,
Formbeständig, Hart und Hitzebeständig
Formgebung durch Pressung im Endlosstrang, danach Trocknen und Pressen bei 120-1500°C, „Engobe“-Überzug
und Glasierung aus Metalloxiden für dichtere Oberfläche
Eigenschaften keramischer Produkte bestimmt durch Kristallart- und Menge sowie Verglasung und Brenntemperatur
Grob- und Baukeramik: Bau, Dachziegel, Kanalrohre,…
Feinkeramik: Feinkörnig, gefärbt, Geschirr, Sanitär,…
Recycling alter Fließen und Ziegel möglich, auch als Füll- und Stabilisierungsmaterial und Betonzusätze
7.2. Keramische Beläge
Künstlich hergestellte keramische Platten werden Fliesen oder Scherben genannt, Ansprüche wie Abriebsfestigkeit,
Rutschfestigkeit, Biegefestigkeit wichtige Kriterien
• Herstellung
Zweibrandverfahren: Masse bei 1000-1100 °C gebrannt und glasiert, und nochmals gebrannt (Bicottura
Verfahren), Je höher die Brenntemperatur, desto dichter die Fliese
Einbrandverfahren: Weniger Energieverbrauch, Glasur und Scherben werden gleichzeitig gebrannt,
(Monocottura-Verfahren), Höhere Temperaturen als beim Zweibrand, heute hauptsächlich angewandtes
Verfahren
• Verlegung
Senkrecht: Setzen, Waagrecht: Legen
Dickbettverfahren: 15-30mm Mörtelschichtdicke
Dünnbettverfahren: 3-6mm Klebschicht
Mittelbettverlegung: 5-15mm Klebschicht
Fließbettmörtel: Hohlraumfreie Einbettung möglich
Fugenbreite Produkt- und Formatabhängig, Dampfdiffusion bei mehr Fugenfläche besser
• Abriebgruppen
1-5 je nach Beanspruchung kategorisiert (1 niedrige Begehungsfrequenz ohne kratzender Verschmutzung zB
Badezimmer, 5 starke Beanspruchung mit hohen Publikumsverkehr zB Banken,…)
7.2.1.Steinzeug
• Pressung und Brennung im Tunnel- oder Rollenofen bei 1150-1300°C, Feld- und Flussspat zur
Kapillarauffüllung
• Dichte Scherben, geringe Wasseraufnahme, frostbeständig und vielseitig einsetzbar
• Anwendungen:
Boden, und Treppenbeläge, varianten- und traditionsreich, für stark beanspruchte Anwendungsgebiete
(Industrie, Gewerbe,…), Fassaden
7.2.2.Steingut
• Ton, Quarz und Feldspat im Trockenpressverfahren, Glasur und Brennen bei 850-1000°C
• Hohe Wasseraufnahme, daher immer glasiert, Schutz vor Säuren und Flecken, leichtes Zuschneiden

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• Anwendungen:
Nur in Innenbereich, ungeeignet für stark belasteten Einsatzbereich, Wandbereich, Badezimmer, Geschirr,…
7.2.3.Feinsteinzeug
• Ton, Quarz und Feldspat unter hohem Druck gepresst und bei 1200°C gebrannt
• Dicht gesintert, unter 0,5% Wasseraufnahme, Frostbeständig
• Anwendungen:
sowohl Innen als auch Außenbereich, Boden, Wandbelag, Fassaden
7.2.4.Klinkerplatten
• Tonplatten im Trockenpressverfahren, Relief direkt beim Pressen möglich, 1000-1100°C Brenntemperatur
• Strapazierfähig, Witterungsbeständig, 15-30mm dick
• Anwendungen:
Hochbelastete Bereiche, Innen- und Außen, Wohnbereich
7.2.5.Cotto
• Rotscherbige, toskanische Einbrandfliese, manuell oder industriell im Strangpressverfahren, im Tunnelofen bei
950-1050°C gebrannt
• Atmungsaktiv, Feuchtigkeitsregulierend, Schallreflektierend, Fleckempfindlich, deshalb Versiegelung empfohlen
(Cotto finito)
• Anwendungen:
Innenbereich, Boden, Treppen, In Mitteleuropa Außen problematisch
7.3. Keramische Fassadenbekleidungen
Fliesen aus Feinsteinzeug oder extrudierter Keramik, hohe Festigkeit, Wasseraufnahmevermögen,
Oberflächenhärte, Frostsicher, Witterungsbeständig, resistent
Große Auswahl an Farben und Formen, bis zu 120cm Kantenlänge, Einsatz als angemörtelte Bekleidung über
vorgehängte Fassaden bis zu außenwandbildenden Elementen
Befestigung mit Mörtel, bei unstabilen Außenflächen mit Verankerung
7.4. Weitere Keramische Erzeugnisse
Mauerziegel, Deckenziegel (Stahlbetonrippendecken, Ziegeldecken), Dachziegel (Strang- und Pressdachziegel),
Steinzeugrohre (Verdichtet und glasiert für Entwässerung), Sanitärkeramik (Kratzfest, beständig, reinigbar), Blähton

8. Holzwerkstoffe
8.1. Rohstoff Holz
Holze je nach Baumart, Alter, Lage und Umwelt unterschiedlich
Rund 30.000 Holzarten, davon 500 im Handel erhältlich
Schnell und anspruchslos wachsende Holzarten werden für die Industrie verwendet (Hochbau, Möbelbau,…)
Rohbau: Ficht, Kiefer, Tanne | Fenster: Lärche, Eiche, Fichte, Tanne | Parkett: Fichte, Kiefer ,…
Anisotropie: Eigenschaftsunterschiede des Holzes (wegen Faserrichtung)
Dicke, Faserverlauf und Astanzahl beeinflussen die Festigkeit des Holzes
Bessere Wärmespeicherung als Mineralische Stoffe, Schlechte Schalldämmung, aber gute Schallabsorption
Wassergehalt im Holz sehr hoch, beim Verarbeiten kommt es zum Schwinden des Materials, und Wasseraufnahme
bewirkt aufquellen, das Holz arbeitet.
Schutz des Holzes vor Insekten und Pilze notwendig
8.2. Eigenschaften
Sehr wirtschaftlich, da Reststoffe verwertet werden, industrielle Herstellung durch pressen mit Harzklebstoffen und
Bindemitteln, dadurch steigt die Widerstandsfähigkeit
Genormte Plattengrößen, daher eine einfache Planung und Einteilung möglich
Verbesserte Brandschutzwirkung bei Gips- oder Zementbehandlung
Geringe Umweltbelastung, da natürlich nachwachsender Rohstoff, Leime als einzig bedenklicher Faktor für die
Gesundheit, relativ kurze Lebensdauer der Bauteile
8.3. Furniere
0,3-6mm dicke Holzblätter
Verfahren:
• Sägefurniere: Vom Stamm gesägt, hoher Verschnittanteil
• Messerfurniere: Mit Messer abgehobelt, für hochwertige Oberflächen
• Schälfurnier: Schälung des Stammes, Furnierendlosband, unruhige Zeichnung
Anwendung:
• Deckfurnier: Ähnliche Wirkung wie Vollholz, jedoch weniger anfällig und teuer
• Unterfurnier: Gedrehte Trennschicht zwischen Trägermaterial
• Furnierschichtholz
8.4. Sperr- und Schichthölzer
Mind. 3 gedrehte aufeinander geleimte Holzlagen, geeignet zur Aussteifung, empfindliche Kanten
8.4.1.Furnierschichtholz
3,2 – 6mm dicke Nadelholz-Schälfurniere
• teurer als andere Holzwerkstoffe durch hohen Ressourcenaufwand, Energieaufwand und hohen Klebstoffanteil

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• Anwendungen:
flächige Tragelemente, Platten, Scheiben, Balken, Träger, Stützen, imprägniert auch im Außenbereich
8.4.2.Stabsperrholz
2 Deckfurniere und eine Vollholzstab-Mittellage (Stäbchen-Mittellage, Stab-Mittellage oder Streifen-Mittellage)
• Leicht, Formstabil, Biegesteif, hohes Stehvermögen
• Anwendungen:
Aussteifende Beplankungen, Wände, Decken, Möbel, Türen, Verkleidungen, Schalungen
8.4.3.Drei- und Fünfschichtplatten
Massivholzplatten/Brettsperrholz, 3-5 gedrehte verleimte Brettlagen, Eigenschaften durch Dicke
unterschiedlich, geeignet für hohe statische Anforderungen
• Anwendungen:
Aussteifende Beplankung, Wände, Decken, Dächer für Holzhäuser, Massivholzbau, Verkleidungen, Böden,
Möbel, Schalungen
8.5. Spanwerkstoffe
Ab 1950er Jahren, Weiterverwendung von Abfallspänen, Plattenherstellung durch Verpressen von Holzspänen,
Lage, Art und Menge der Späne bestimmen Eigenschaften
8.5.1.Flachpressplatten
parallel verleimte, kleine Späne, Mit Kunstharz oder Mineralischen Bindemittel verbunden, 2,8-38mm dick
• Anwendungen:
Verkleidungen, Möbel, Arbeitsflächen, Bühnen,…
8.5.2.Strangpressplatten
senkrecht verleimte Späne, kontinuierliche Pressung im Presskanal, hohe Quer- aber geringe Biegefestigkeit
Strangpress-Vollplatten, Strangpress-Röhrenplatten (röhrenförmige Aussparungen)
• Anwendungen:
Ähnliche Verwendung wie Tischlerplatten, Beplankung, Türblätter, Wandelemente,…
8.5.3.OSB-Platten (Oriented Strand Board)
Schlanke, Lange Späne, Stoßempfindliche Kanten
• Anwendungen:
Verkleidungen, Aussteifung, Beplankung, Kisten, Schalung…
8.6. Faserwerkstoffe
Kleinere Bestandteile als bei Spanwerkstoffen, Keine Bindemittel notwendig da sich Holzfasern untereinander
verfilzen
Mittelharte, Harte Faserplatten – Pressung im Nassverfahren, widerstandsfähig
Poröse Faserplatten, Holzfaserdämmplatten – Nassverfahren, Verfilzung der Fasern
Mitteldichte Faserplatten – Harnstoff- oder Harzanteil, hart und abriebsfest
• Anwendungen:
Wand- Decken und Dachtafeln, Beplankung, Verkleidungen, Möbel, Wärme- und Schalldämmstoff
8.7. Bauplatten
Anorganisch gebundene Platten, Holz nur in Anteilen oder gar nicht mehr vorhanden
Gipskartonplatten, Gipsgebundene Spanplatten (unter Druck verdichtete Gipsplatten), Gipsfaserplatten (Gips und
Zellulosegemisch), Faserzementplatten, Zementgebundene Spanplatten (Holzspäne mit Zement als Bindemittel,
beständig, schlecht bearbeitbar, Umweltbelastend)
8.8. Holzverbundwerkstoffe
Bestehen aus verschiedenen Materialien
Wood-Plastic Composites, Holz-Polymer-Werkstoffe, Leichtbauplatten, Kunstharzpressholz
8.9. Bodenbeläge
Warme und hygienische Oberfläche, geringer Pflegeaufwand, Fugenbildung bei Temperaturänderung, vielfältige
Gestaltungsmöglichkeiten (Holzart, Format, Verlegung,…)
Eiche, Buche, Ahorn, Erle, Esche, Kirsche, Lärche und Fichte als gebräuchlichste Holzarten
Dielen: Vollholzzuschnitte bis zu 6m lang
Stabparkett: genutete Elemente die verleimt werden
Tafelparkett: Vorgeleimte bis 1x1m große Elemente
Mosaikparkett: Kleine Stäbe werden gruppiert und zu einem Element zusammengeleimt
Fertigparkett: Mehrschichtig, Kreuzweise verleimte Schichten
Schichtstoffböden: Nachbildung von Holzbodenbelägen aus Dekopapier, Laminat

9. Mineralische Bindemittel
Herstellung auf Baustelle, Gebrannte und Gemahlene Rohstoffe, Empfindlich gegen Luftfeuchtigkeit, daher nicht zu lange
lagern!
Luftbindemittel erhärten an der Luft, hydraulische Bindemittel reagieren mit Wasser und erhärten dadurch
9.1. Zement
hydraulische Bindemittel für Mörtel und Beton, Verbindung aus Calcium-, Aluminium- , Eisen- und Siliziumoxid

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• Gemisch aus Kalk und Ton wird gebrannt und gemahlen, Wasser erhärtet die Zemente (Hydratation),
Aushärten nach 28 Tagen abgeschlossen, Bedingungen: Ausreichend Wasser, hohe Luftfeuchte, Über 5°C
• Anwendungen:
Beton, Bodenverfestigung, Zementestrich, Putz, Mörtel,…
9.1.1.Faserzementplatten
Verbund aus Kunststofffasern und Zement, Wasserdicht, Beständig und Feuchtigkeitsregulierend, Färbung
und Beschichtung möglich
Früher Asbestfasern! Seit 1991 nicht mehr hergestellt
• Anwendungen:
Bekleidungen, Rohre, Dachplatten, Wellplatten, Gefäße,…
9.2. Kalk
Früher Bindemittel für Mörtel und Putze, Kalk mit Magnesiumkarbonat = Dolomitstein, Tonhaltiger Kalk = Mergel,
Maximal 2 Monate lagerbar
• Anwendungen:
Mörtel, Beschichtungen, Porenbeton, Kalksandstein,…
9.2.1.Luftkalk
Weiß- und Dolomitkalk
Brennen: Kalkstein wird zerkleinert und gebrannt = Branntkalk
Löschen: Branntkalk wird Wasser zugeführt, Volumen vergrößert sich
Erhärtung: Karbonatisierung (Kalkhydrat wandelt sich in Kalziumkarbonat um)
9.2.2.Hydraulische Kalke
Gebunden durch Hydraulefaktoren, Bei Wasseraufnahme Hydratbildung und Erhärtung, es entsteht
Wasserunlösliches Gestein (Zementstein)
Mergel als Rohstoff, Brennung und Mischung
Trasskalk (hochhydraulisch aus Kalk und Trass), Romankalk (hochhydraulisch, Erstarrung nach 15-30 Min)
9.3. Gips
natürlicher Gips, industrieller Gips, Gipsstein als Ausgangsstoff
Gips wird gebrochen, gemahlen und gebrannt, Baugipsarten nach Temperatur unterschiedlich, Anhydrit und
Halbhydrat im Gips bestimmen Gipseigenschaften, Wasserzugabe erhärtet den Gips, Zusätze und Wasser-Gips-
Verhältnis bestimmt Festigkeit, Porosität und Verarbeitbarkeit
Positiv für Raumklima durch Feuchtigkeitsaufnahme und Abgabe, nicht für Nassräume geeignet
• Anwendungen:
Stuckgips, Stuckmarmor, Putzgips, Ansetzgips, Fugengips, Gipsfertigprodukte (Platten, Steine, Formteile,…),
Betonzusatz,…
9.3.1.Gipskartonplatten
Kartonverstärkte Platten mit hohen Spannweiten, geringes Gewicht, hohe Festigkeit, Feuchtigkeitsauf- und
Abgabe, Empfindlich gegen Wassereinwirkung
9,5-25mm Dicke, Maximal 4m Länge
Leicht Verarbeitbar, Befestigung durch Schrauben, Nageln oder Kleben
• Anwendungen:
Vertikal und Horizontal im Innenausbau, Brandschutzverkleidungen (Beschichtet und Zusatzstoffe)
9.3.2.Gipswandbauplatten
50-150mm dicke Gipsplatten mit Füllstoffen und Fasern, Nut- und Federverbindungen, 3 Platten ergeben 1m²,
hydrophobierte Platten für Wasserabweisende Anwendungen
Hohe Stabilität, Massiver Trockenbau, elastischer Anschluss an Wände, Decken und Böden angeschlossen
• Anwendungen:
Leichte, nicht tragende Wände, Feuerbeständige Wände, Schachtwände, Stützenummantelungen,…

10. Organische Bindemittel (Bitumen)


10.1. Allgemeines
Bitumen = Erdpech, Kohlenstoff und Wasserstoffmischung, Gewonnen aus Erdöl, Vorkommen in Sedimentgesteinen
und Naturasphalt, Bitumenseen als natürliche Quelle, zähflüssig- harter Rohstoff mit geringer dichte und extremer
Temperatur & Zeitabhängigkeit, gute Dichtungseigenschaften und wasserabstoßend, beständig, haftend und
klebend und gute thermische Leitfähigkeit, Herstellung durch Destillation
Destillationsbitumen: Erdöldestillation in mehreren Stufen, weiche Bitumen für Straßenbau,…
Hochvakuumbitumen: Weiterdestillation, harte Bitumen für Estrich, Lack und Isolierungen,…
Oxidationsbitumen: Lufteinblasung in Destillationsbitumen für Kleber, Isolierungen, Dichtungen,…
Polymermodifizierte Bitumen: chemische Vernetzung, für beanspruchte Verkehrsflächen,…
Physiologisch unbedenklich, aber begrenzt wegen Erdölbasis, Recycling möglich
• Anwendungen:
Bindemittel, Verklebung, Bauwerksschutz,…
10.2. Bitumenhaltige Baustoffe
10.2.1. Asphalt
Größter Anteil der Bitumenverwendung, Bitumen als Bindemittel von Kies, Splitt, Schotter

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Anwendung als Befestigung von Verkehrsflächen (hohe Anforderungen bezüglich Wetterbeständigkeit,
Druckfestigkeit, Widerstandsfähigkeit, Hitzebeanspruchung,…)
Walzasphalt: Asphaltbeton der verdichtet werden muss
Gussasphalt: Flüssige Verarbeitung möglich aufgrund des hohen Bitumenanteils, vor allem für
Hochbeanspruchte Straßen, Brücken, Feuchtigkeitssperrschichte,…
10.2.2. Abdichtungsbahnen
Bitumen mit beigemischten Elastomeren für weniger Temperaturempfindlichkeit, für Dachabdeckungen und
Flachdächer, hohe Sicherheit gegen Undichtigkeiten, haltbar, perforationssicher, elastisch, formstabil,
verklebbar
Elastomerbitumenbahnen (PYE): Destillationsbitumen mit kautschukartigen Verhalten
Plastomerbitumenbahnen (PYP): Destillationsbitumen mit hoher Wärmestandfestigkeit
Verlegung durch Verschmelzung oder Verklebung
Schweißverfahren: Anschmelzen der Unterseite mit Propanbrenner, witterungsunempfindlich
Kaltverklebung: Mit Klebebahn versehene Bitumen kalt verklebbar, dadurch günstiger
Gießverfahren: Heißes Bitumen wird gegossen, trockener Untergrund erforderlich
10.2.3. Bitumenschindeln
Kleinformatige Dachziegelförmige Deckschichten aus Bitumen mit oberflächenschutz aus mineralischen
Granulat
Befestigung auf nagelbaren Unterkonstruktionen aus Holz, Bitumenschindeln werden auf vorgedeckter
Bitumenschicht montiert, Selbstklebende Schindeln für besseren Halt
10.2.4. Schutzmittel
Bitumen als Schutzschicht zwischen Untergrund, Dichtungsbahnen und Dämmstoffen

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