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Der Schillerpark gestern und heute Werkstatt Baukultur Kommunikation und

Der Schillerpark wurde zwischen 1909 und 1913 als erster moderner Oberste Denkmalschutzbehörde
Volkspark Berlins nach dem Wettbewerbsentwurf des Magdeburger Am Köllnischen Park 3
Gartenarchitekten Friedrich Bauer angelegt. Im Unterschied zu Park­ 10179 Berlin
anlagen des 19. Jahrhunderts sah Bauers Konzept insbesondere die Telefon 030 9025-1500
Verbindung von architektonischer Gestaltung mit Merkmalen der Fax 030 9025-1547
märkischen Kulturlandschaft vor. www.stadtentwicklung.berlin.de

Weiträumige Bürger- und Sportwiesen dienten als Spiel- und Bewe­ Ausstellungs- und Informationszentrum
gungsraum für alle Altersgruppen. Seine Idee der Anlage kleiner der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Sand- und Wasserspielplätze führte zur ersten Kinderplansche Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
Berlins: einem flachen Wasserbecken, in dem sich die Kinder im U-Bahn Linien U2, Märkisches Museum,
Sommer erfrischen konnten. U8, Jannowitzbrücke oder Heinrich-Heine-Straße
S-Bahn Linien S3, S5, S7, S75, Jannowitzbrücke
In den Jahren 2010 und 2011 erfolgte die Instandsetzung und Bus Linien 147, 265, Märkisches Museum
© Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG
Restaurierung des nordöstlichen Parkteils. Seitdem stehen sowohl
die Kinderplansche als auch die Promenade an der Bristolstraße mit Ausstellungsraum
Corker Straße dem begleitenden Spielband für die Erholung im Umfeld der Sied­ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
lung Schillerpark erneut zur Verfügung. Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
U-Bahn Linien U3, U7, Fehrbelliner Platz
Besonderheiten der Siedlung Schillerpark Bus Linien 101, 104, 115, Fehrbelliner Platz
Die Siedlung Schillerpark wurde zwischen 1924 und 1930 während
der großen Wohnungsnot in Berlin erbaut. In seinen Plänen orien­ www.stadtentwicklung.berlin.de
tierte sich der Stadtplaner und Architekt Bruno Taut an der Amster­
damer Schule, deutlich sichtbar am roten Backstein und der verti­
kalen Fassadengliederung mit Sichtbetonpfeilern, Balkonen und
Loggien. Städtebaulich nahm Taut ebenfalls Bezug auf die moder­
ne Architektur Hollands, insbesondere auf die Arbeit von Jacobus
Johannes Pieter Oud. Anstelle der damals typischen geschlossenen
Blockrandbebauung wählte Taut eine halboffene Bauweise, die
Grün- und Freiflächen als Teil der Planung einbezieht. Damit wurde
für die Bewohner ein „Außenwohnraum“ geschaffen; Ruheplätze,
Treffpunkte und Kinderspielzonen waren Teil des Gesamtkonzepts.
Eine Gartenarchitektur, die der Baukunst gleichberechtigt gegen­
über tritt – das war für eine Innenstadtsiedlung zu dieser Zeit neu.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Siedlung


Schillerpark zerstört. Bruno Tauts Bruder Max leitete 1951 den
Wiederaufbau. Die Erweiterung der Siedlung nach Plänen von
Hans Hoffmann (Bauten) und Walter Rossow (Gartenanlagen)
erfolgte zwischen 1954 und 1959. Heute umfasst die Siedlung © Mitte Museum, Bezirksamt Mitte von Berlin Titelbild: © SenStadt, Wolfgang Bittner
rund 570 Wohnungen. Seit 1994 steht die Siedlung Schillerpark
auf der Denkmalliste Berlins, ein Jahr später wurden die Freiflächen Kinderplansche (1925)
als Gartendenkmal eingetragen. Seit 2008 gehört die Siedlung UNESCO-Welterbe –

Schillerpark zum UNESCO-Welterbe der „Siedlungen der Berliner


Moderne“. Kommunikation
Siedlungen der Berliner Moderne

Denkmalschutz

Denkmalschutz
Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
kommunikation@senstadt.berlin.de
Siedlung Schillerpark

Flyer_Schillerpark_8.indd 1 26.05.2011 13:52:15


Architektur
Bebauung
Bebauung Bruno
Bruno Taut
Taut
Bebauung
1. bis 3. Bruno Taut
Bauabschnitt
1.
1. bis
bis 3.
3. Bauabschnitt
Bauabschnitt
1924–1928
1924–1928
1924–1928
Architektur
Architektur
Wiederaufbau Max Taut
Bebauung
Wiederaufbau
Wiederaufbau Bruno Max
MaxTautTaut
Taut
Architektur
1951
Architektur Vorgaben reagieren. Beim 2. Bauabschnitt gestaltete er die Fassa­
Bebauung
1. bis
1951
Architektur
1951 3. Bruno
Bauabschnitt Taut den einfach, die Vielfalt der Materialien reduzierte er auf Ziegel
1924–1928
1.Bebauung
bis 3. Bauabschnitt
Bebauung Bruno
Bruno Taut
Taut und Sichtbeton. Pro Etage gab es nur noch zwei Wohnungen. Eine
Bebauung
Bebauung Bruno
Hans Taut
Hoffmann
Bebauung
1. bis
1924–1928
1. bis
Bebauung
1. bis 3.
3.
3. Hans Hoffmann
Bauabschnitt
Bauabschnitt
Hans Hoffmann
Bauabschnitt geringe Abweichung von diesem Grundriss war allerdings noch
4. bis 6. Bauabschnitt
Wiederaufbau
4. bis Max Taut
4. bis 6.
1924–1928
1924–1928
1954–19596. Bauabschnitt
1924–1930 Bauabschnitt möglich: Mit einem frei verfügbaren Raum konnte eine der Woh­
1951
1954–1959
1954–1959 nungen vergrößert werden.
Wiederaufbau Max Taut
Wiederaufbau Max
Wiederaufbau MaxTautTaut
Wiederaufbau
1951
Zentrale Max(Standort)
Taut
1951 Infostele
Bebauung
Zentrale Hans Hoffmann 3. Bauabschnitt 1929–1930, Architekt: Bruno Taut
1951 Infostele (Standort)
1951
Zentrale Infostele (Standort)
Der 3. Bauabschnitt der Siedlung fällt in die Zeit der Weltwirt­
4. bis 6. Bauabschnitt
Bebauung
Kleine
Bebauung
1954–1959
Kleine Hans
Infostele
Hans
Infostele Hoffmann
Hoffmann schaftskrise. Der Zwang zum Sparen vereinfachte die Bauweise
Bebauung
Kleine
Bebauung Hans
Hans Hoffmann
Infostele Hoffmann
4.4. bis
bis 6.
6. Bauabschnitt
Bauabschnitt sichtbar. Die Gestaltung der Wohnhäuser und die Wohnqualität
4. bis
bis 6.6. Bauabschnitt
4.1954–1959 Bauabschnitt mussten im Vergleich zum 1. und 2. Bauabschnitt noch einmal
Zentrale
1954–1959
1954–1959 Infostele (Standort)
1954–1959
Architektur reduziert werden. Eine einfache, glatte Ziegelfassade mit liegen­
© Brenne Architekten
Architektur
Gartenarchitektur
Gartenarchitektur
Gartenarchitektur den rechteckigen Fenstern war das Ergebnis.
Gartenarchitektur
Kleine Infostele
Zentrale
Bebauung
Zentrale
Bebauung
Zentrale Infostele
Infostele
Bruno
Infostele (Standort)
Bruno Taut
Taut
(Standort)
(Standort)
Welterbe verpflichtet A
A Friedrich
A Friedrich
1.
1. bis 3.
Friedrich
Friedrich
bis 3.
Schillerpark
Bauer
Bauer
Bauabschnitt
Bauer
Bauer
Bauabschnitt Erweiterung 1954–1959, Architekt: Hans Hoffmann
Schillerpark
Schillerpark
Kleine
1924–1928 Infostele
Schillerpark
1924–1928
Kleine Infostele Mit der Erweiterung der Siedlung zwischen Corker Straße und
Seit 2008 gehören sechs Siedlungen aus dem Wohnungsbau der Kleine
1909–1913
1909–1913
1909–1913 Infostele Holländerstraße begann gestalterisch eine neue Zeit. Hoffmann
1909–1913
Gartenarchitektur
Berliner Moderne zum UNESCO-Welterbe, darunter die Siedlung Wiederaufbau Max schuf mit der großzügigen Verwendung von Glas in den Fassaden
B Wiederaufbau
Bruno Max Taut
Taut
Schillerpark. A
B Bruno Taut
Friedrich
Bruno
1951 Taut
TautBauer eine neue Wohnqualität. Helle Treppenhäuser luden zur Begeg­
B Bruno
1951
Gartenarchitektur Taut
1924–1928
1924–1928
Gartenarchitektur
Schillerpark
1924–1928 nung ein. Über die ungewöhnlich großen Fenster wurden die
Welterbe, das bedeutet, stolz zu sein auf den Wohnort, aber auch Gartenarchitektur
1924–1928 Wohnzimmer optisch mit dem grünen Außenraum verbunden. Die
sich verantwortlich fühlen für das gesamte Ensemble, auch für die A 1909–1913
A
C
Friedrich
Bebauung
Bebauung
Friedrich
Walter Rossow
Walter
Bauer
Hans
Hans Hoffmann
Bauer
Rossow Hoffmann sogenannten Blumenfenster wurden zum Kennzeichen des bald
C
A Walter
Schillerpark
4. bis
Friedrich
C Walter
4. bis 6.
6. Rossow
Bauabschnitt
Bauer
Rossow
Bauabschnitt
Dinge „am Rand“. Mit der Sanierung des historischen Planschbeckens Schillerpark
1954–1959
1954–1959 als „Glas-Hoffmann“ bekannten Architekten und hatten zudem
bekommt dieses „sich kümmern um die Details“ einen besonderen
B Bruno
1954–1959
1909–1913Taut
Schillerpark
1954–1959 eine energetische Funktion. Das bautechnische Lüftungskonzept
1909–1913
Ausdruck. 1924–1928 wurde bei der Sanierung 2011 beibehalten. Es sorgt auch heute
1909–1913
Welterbe-Pufferzone
B Welterbe-Pufferzone
B Bruno
Zentrale
Zentrale
Zentrale
Bruno Taut
TautInfostele (Standort)
Infostele (Standort)
Welterbe-Pufferzone
Infostele auf natürliche Weise für die Erwärmung der Frischluft hinter den
Sanierungsmaßnahmen fanden und finden hier an mehreren Stellen C Walter
1924–1928 Rossow Glasscheiben und trägt zur guten Energiebilanz bei.
1924–1928
B 1954–1959
Bruno Taut
statt. So in den Gebäuden durch die Berliner Bau- und Wohnungsge­ Kleine Infostele
Kleine
Kleine Infostele
Infostele
nossenschaft von 1892eG oder durch das Bezirksamt Mitte mit der C 1924–1928 Gartenarchitektur der Wohnsiedlung am Schillerpark
C Walter
Walter Rossow
Rossow
Sanierung des historischen „Örtchens“, in dessen Erweiterung ein Welterbe
Welterbe-Pufferzone
1954–1959 Durch die Gestaltung der Außenräume entstand zusätzlich eine
Kiosk betrieben wird. Im historischen Teil dieses Häuschens wird die 1954–1959 hohe Lebens- und Wohnqualität in der Siedlung. Zwischen den
C Walter Rossow
Gartenarchitektur
Welterbeausstellung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung jetzt Gartenarchitektur einzelnen Gebäuden liegen offene Innenhöfe, die zum Verweilen
Welterbe-Pufferzone
1954–1959
Welterbe-Pufferzone
dauerhaft in den Sommermonaten präsentiert. Damit entsteht hier einladen sollten. Sie waren historisch als soziale Treffpunkte mit
A
A Friedrich Bauer
Friedrich Bauer
der erste Welterbeinformationspunkt Berlins für die Siedlungen der Kinderspielplätzen angelegt. Baumreihen aus Rotdornen flankier­
Berliner Moderne. Schillerpark
Schillerpark
Welterbe-Pufferzone ten die abgesenkten Rasenflächen. Die Begrenzung der Spiel­
1909–1913
1909–1913 flächen erfolgte durch Hecken. Die Wege waren kostengünstig aus
Für die Entwicklung eines touristischen Leitsystems wurden zwei 1. Bauabschnitt 1924–1926, Architekt: Bruno Taut gangenheit. Fassaden und Außenräume gestaltete Taut attraktiv: Asphalt angelegt, aber doch anspruchsvoll mit glasierten Ziegeln
Informationsstelen als „Prototypen“ für die Siedlungen des Welterbes Die Verbesserung von Wohnhygiene und -umfeld waren für Taut maß­ Ziegelfassaden wechseltenB Bruno
Bmit farbigen Taut
Bruno Putzfeldern,
Taut auch Sicht­ eingefasst. Für die erforderliche Hygiene im Freiraum sorgten die
aufgestellt. Damit ist der Anfang gemacht, um Einheimischen wie gebliche Motive. So entstand die Siedlung Schillerpark mit einer für betonstützen im Stil von behauenen Steinen
1924–1928
1924–1928 wurden verwandt. Planer mit Müllhäusern an den Straßen. Alleen aus Baumsorten mit
Gästen die Geschichte und die Bedeutung der Siedlung Schillerpark die Zeit ungewöhnlich hohen Wohnqualität. Alle Wohnräume sind zur besonderen jahreszeitlichen Farbaspekten von Laub und Früchten
wie auch der fünf anderen Siedlungen zu verdeutlichen. Sonne hin, nach Südosten und Südwesten, ausgerichtet. Pro Etage 2. Bauabschnitt bis 1928,CArchitekt: Bruno Taut bildeten einen sanften Übergang zum Park. In der Windsorer Stra­
C Walter
Walter Rossow
Rossow
liegen drei Wohnungen an einem Treppenhaus. Die mittlere Wohnung Die Förderbedingungen für Wohnhäuser
1954–1959hatten sich nach der ße erregten schwedische Mehlbeeren die Aufmerksamkeit, an der
Sie sind herzlich eingeladen, den Ort zu entdecken. wurde aus der Fassade hinausgeschoben, damit auch darin die not­
1954–1959
Realisierung des 1. Bauabschnitts der Siedlung geändert. Strenge Oxforder Straße standen Rotdornreihen. Die Ausführung der histo­
wendige Querlüftung gewährleistet wird. Der Dachboden unter den architektonische und bautechnische Vorgaben bestimmten nun rischen Grünanlagen geht auf die Späth’schen Baumschulen zu­
Welterbe-Pufferzone
Welterbe-Pufferzone
Ingeborg Junge-Reyer flach geneigten Pultdächern diente als gemeinschaftlicher Wasch- Raumgrößen und -höhen, die Raumordnung, das Material und rück. Die weitgehend erhaltene historische Gestaltung wird restau­
Senatorin für Stadtentwicklung und Trockenboden. Wäschetrocknen in der Wohnung war damit Ver- die Mindestausstattung der Wohnungen. Taut musste auf diese riert und wo notwendig ergänzt.

Flyer_Schillerpark_8.indd 2 26.05.2011 13:52:20