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erik fiss . photograhy . http://erikfiss.com/foto/cams/olysp/index.

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. March 23, 2020

Olympus 35 SP
Objektiv G. Zuiko 42 mm f/1.7, 7 Linsen in 5 Gruppen. 49
mm Filtergewinde.
Verschluss Seiko-FLA Zentralverschluss 1 bis 1/500 + B.
Selbstauslöser (dieser nur im manuellen Modus!).

Belichtungs​- CdS-Zelle neben dem Sucher. Umschaltung


messung zwischen mittenbetonter Integralmessung und
Spotmessung mit Drucktaster hinten unter
Spannhebel. Programmautomatik oder
vollmanueller Modus. Filmempfindlichkeit 25 bis
800 ASA.
Fokussierung Gekuppelter Mischbild-Entfernungsmesser.
Nahgrenze 0.85m. Einstellgriff am Objektivring.
Sucher Leuchtrahmen mit Parallaxmarken.Leuchtrahmen.
Lichtwertanzeige (EV).

Blitz PC-Buchse und Hot shoe. Leitzahlen-


Blitzautomatik (Leitzahl 10 bis 80).
Blitzsynchronisation bei allen Verschlusszeiten.
Film​- Aufklappbare Rückwand. Schnelltransporthebel.
transport Rückspulkurbel.
Maße ca. b/h/t 130/80/61 mm (mit Objektiv).

Batterie PX 625 Quecksilber.

Olympus kann sich etwas darauf einbilden, gleich drei kompakte


Sucherkameras gebaut zu haben, bei denen sich die
Belichtungsautomatik abschalten lässt: die RC, die RD und die SP. Das
war ausgesprochen vorausschauend, wie wir heute merken, da die
Quecksilberbatterien nicht mehr produziert werden: diese Kameras
bleiben auch ohne Batterie voll einsatzfähig, wenn man einen Hand-
belichtungsmesser hat. Darüber hinaus gibt es natürlich immer
Situationen, in denen man sich sowieso nicht auf eine
Belichtungsautomatik verlassen will.

Die 35 SP ist so etwas wie der Mercedes unter den kompakten


Sucherkameras. Sie besitzt zwei in dieser Klasse einzigartige Features:
die SpotBelichtungs​messung und die Programmautomatik. Ausserdem
ist sie erstklassig gebaut und verarbeitet.

Das Objektiv mit 7 Linsen in 5 Gruppen ist sicher das aufwendigste,


vielleicht auch das beste Objektiv, das je in eine Kamera dieser Klasse
eingebaut wurde. Die RD hat ein sechs-, die RC ein fünflinsiges
Objektiv. Die Lichtstärke von f/1.7 gehörte damals zum Standard bei
den "besseren" Kompakten, unterstreicht aber gleichwohl die optische
Qualität.

Der Seiko-Verschluss arbeitet exakt und schnurrt bei langen Zeiten wie
ein Schweizer Uhrwerk. Bei kurzen Zeiten macht er allerdings ein recht
hohes, metallisches Geräusch, das viele als unangenehm empfinden.

Die SpotBelichtungs​messung: bei kontrastreichen Motiven,


Gegenlichtsituationen etc. drückt man einen Knopf auf der Rückseite
und das Messfeld des Belichtungsmessers entspricht dem gelben Fleck
im Sucher (6° statt 20° wie sonst). Bei Bedarf speichert man den
Messwert noch durch leichten Druck auf den Auslöser und wählt dann
den endgültigen Bildausschnitt. Ergonomisch ist das erstmal nicht so
ganz einfach, aber man gewöhnt sich daran...

Die Progammautomatik: Einfach Zeiten- und Blendenring auf "A"


stellen (siehe Bild), und die Kamera stellt Zeiten und Blenden alleine
ein. Wenn man nicht gerade die volle Kontrolle braucht, kann man also
einfach den Auslöser drücken. Ich ertappe mich dabei, dass ich doch
die Mehrzahl der Aufnahmen mit Automatik mache. Wichtig: Auch
wenn man das glauben könnte, gibt es keine Zeit- oder
Blendenautomatik. Wenn einer der beiden Ringe nicht auf "A" steht, ist
die Kamera im manuellen Modus. Im Automatikbetrieb wird der
Auslöser unterhalb von EV 5.5 (1/15 bei Blende 1.7) blockiert. Ob das
ein Vor- oder Nachteil ist, mag jeder selbst entscheiden.

Das besondere beim manuellen Modus der SP ist, dass der


Belichtungsmesser aktiv bleibt. Meines Wissens haben das sonst nur
die Ricoh 500 G und die Konica Auto S2. Leider ist er dann nicht
gekuppelt, das heisst man muss den Lichtwert im Sucher ablesen und
auf die Zeit- und Blendeneinstellung übertragen. Die EV-Werte sind zu
diesem Zweck auf dem Blendenring aufgedruckt und durch ein
"Fenster" im Zeitenring sichtbar (dasselbe Fenster, durch das man im
Automatik-Modus das "A" sieht). Das ganze ist ein wenig umstädlich,
aber besser als überhaupt keine Messung. Wenn man sich ein bisschen
daran gewöhnt hat, geht's auch schnell.

Der Sucher der SP ist der hellste und kontrastreichste, den ich an einer
kompakten Sucherkamera je gesehen habe. Zusammen mit dem
genau richtig plazierten Einstellhebel für den Focus kann man damit
super-schnell und genau arbeiten.

Größe und Gewicht: Völlig subjektiv, aber man hat den Eindruck, eine
"richtige" Kamera in den Händen zu haben, ohne dass das gute Stück
zu gross und schwer wird. In die Manteltasche passt sie nicht mehr so
richtig. Dafür strahlt diese Kamera eine ungeheure Solidität aus (in der
Werbesprache heisst das heute wohl "Qualitätsanmutung"...). Dieser
Eindruck mag allerdings auch damit zusammenhängen, dass meine voll
funktionsfähig und sogar mit erträglichen Rückwanddichtungen zu mir
kam.

Nachteile? Manche sagen, dass der Fotograf Gefahr läft, das Fenster
des Belichtungsmessers mit dem Finger abzudecken (es ist rechts
neben dem Sucher). Ist mir noch nicht aufgefallen. Hingegen ist mir
schon passiert, dass sich das Filmempfindlichkeitsrad (oben an der
rechten Schmalseite der Kamera, eben neben dem
Belichtungsmesserfenster) von selbst verstellt hat. Der
Belichtungsmesser ist immer eingeschaltet und verbraucht Strom.
Benutzt man die Kamera längere Zeit nicht, sollte man die Batterie
herausnehmen, für kurze "Pausen" habe ich mir eine Abdeckung aus
Moosgummi zugeschnitten, die ich vor das Fenster des
Belichtungsmessers klemme (kein Licht - kein Strom). Oder ich lasse
die Kamera in der Tasche.

Modellvarianten: Späteres Modell ist die SPn mit zusätzlicher


Batteriekontrolle, sowie die UC im veränderten Styling.

Status März 2016: Verkauft. Tut mir manchmal immer noch leid, aber
die Marktlage war zu verlockend.

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