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Konzernabschluss

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Zunächst klären wir die unterschiedlichen Arten von Konzernen. Danach gehen wir
auf die Aufgaben des Konzernabschlusses ein, um schließlich die Theorien zu
beleuchten, nachdem ein Konzernabschluss erstellt wird.

Unter folgendem Link erhalten Sie eine aktuelle Version der INTERNATIONAL
ACCOUNTING STANDARDS:
http://www.ifrs-portal.com/Publikationen/IFRS_Texte_5.0_2015_04.pdf

Konzernarten
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Je nach Unterscheidungsmerkmal differenziert man unterschiedliche Konzerne:

 Verhältnis der Konzernunternehmen


- Unterordnungskonzern
- Gleichordnungskonzern

 Produktionsstufe der Konzernunternehmen


- horizontaler Konzern
- vertikaler Konzern
- anorganischer Konzern

 Art des Zusammenschlusses


- faktischer Konzern
- Vertragskonzern

 Stufen der Beteiligung


- einstufiger Konzern
- mehrstufiger Konzern.

Bei einem Unterordnungskonzern leitet eine Obergesellschaft den Konzern.

MERKE

Faktisch werden lediglich Unterordnungskonzerne zur Konzernrechnungslegung verpflichtet.

Die Unterordnungskonzerne unterteilt man in


 faktische Konzerne,
 Vertragskonzerne und
 Eingliederungskonzerne.

Ein faktischer Konzern ist nicht durch einen Unternehmensvertrag abgesichert,


wohl aber wird die Beherrschungsmöglichkeit tatsächlich ausgeübt. Bei
einem Vertragskonzern wiederum begründet ein Beherrschungsvertrag die
Ausübung der Kontrolle der Mutter über die Tochter. Ein Eingliederungskonzern ist
die engste Verbindung zwischen zwei rechtlich selbständigen Unternehmen.

Die Unternehmen eines Gleichordnungskonzern hingegen stehen sich gleichrangig


gegenüber. Unter einem horizontalen Konzern versteht man Unternehmen der
gleichen Branche, vertikal hingegen sind Konzerne mit Firmen aus aufeinander
folgenden Produktionsstufen. Bei anorganischen Konzernen kommen die
Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

Aufgaben des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss fasst Einzelabschlüsse rechtlich selbstständiger, allerdings


wirtschaftlich abhängiger und dominierter Unternehmen dar. Ein Einzelabschluss hat
eine

 Informationsfunktion und eine


 Zahlungsbemessungsfunktion.

Die Informationsfunktion informiert die Öffentlichkeit über die Lage der


Unternehmung.

Die Zahlungsbemessungsfunktion dient sowohl den Eignern der Unternehmung als


auch dem Staat, genauer gesagt dem Fiskus, seine Ansprüche zu formulieren.

Der Konzernabschluss hingegen hat einzig und allein die Aufgabe, ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage einer geschlossenen Gruppe rechtlich selbstständiger Unternehmen zu
vermitteln.

MERKE
Der Konzernabschluss hat also lediglich eine Informationsfunktion, nicht jedoch eine
Zahlungsbemessungsfunktion.

Dies folgt aus dem Punkt, dass der Konzern nicht als Rechtsperson existiert und also
auch nicht Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Die Ansprüche werden aus den
Einzelunternehmen gezogen, nicht aber aus dem Konzernverbund.

Theorien des Konzernabschlusses


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Es existiert die

 Einheitstheorie und die


 Interessentheorie.

Einheitstheorie

Die Einheitstheorie stellt die Forderung, dass im Konzernabschluss die Vermögens-,


Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen ist, als ob
diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären.

Man tut also so, als seien die einzelnen Konzernunternehmen lediglich Organe
eines größeren, übergeordneten Unternehmens, nämlich des Konzerns.

Dies bedeutet, dass z.B. innerbetriebliche Verflechtungen, genauer gesagt


innerkonzernliche Verflechtungen, nicht zu Erfolgsvorgängen oder zu
innerbetrieblichen Forderungen und Verbindlichkeiten führen dürfen. Es sind daher
im Rahmen der Konsolidierung u.a. innerbetriebliche Schulden und
innerbetriebliche Verbindlichkeiten zu eliminieren.

Genauso sind Umsätze des einen Konzernunternehmens, die dieses zulasten


anderer Konzernunternehmen getätigt hat, nicht als Erfolg auszuweisen.

Schließlich ist die Beteiligung bei der Mutter und das Eigenkapital bei der Tochter
im Rahmen einer Kapitalkonsolidierung zu eliminieren.

Interessentheorie
Im Gegensatz zur Einheitstheorie versteht die Interessentheorie den Konzernabschluss
als erweiterten Abschluss der Mutter. Dieser (also der Abschluss) hat den Interessen
der Mutterunternehmung zu dienen und soll den Anteilseignern das Vermögen als
auch das Kapital zeigen, das den Besitzern der Mutter zuzurechnen ist.

MERKE

Die Interessentheorie findet ihre Ausprägung in einer Quotenkonsolidierung,


Nettokonsolidierung oder anteilmäßigen Konsolidierung, das Vermögen und das
Kapital der Tochter werden also entsprechend dem Beteiligungsgrad ausgewiesen.

Von Nachteil ist, dass der Konzernabschluss nach der Interessentheorie keinen Einblick
in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns als wirtschaftliche Einheit
geben kann.

Konsolidierungsgrundsätze
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Wir unterscheiden

 Vollständigkeit
 Einheitlichkeit
 Unabhängigkeit
 Stetigkeit
 Wesentlichkeit.

Vollständigkeit

Sämtliche Vermögenswerte, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten müssen


nach dem Recht der Mutter in den Konzernabschluss aufgenommen werden.

Einheitlichkeit

Die Vermögenswerte und Schulden müssen in der Konzernbilanz einheitlich nach den
Bewertungsmethoden der Mutter, welche anwendbar sind, bewertet werden.

Unabhängigkeit
Die Ansatz- und Bewertungswahlrechte können im Konzernabschluss unabhängig von den
Einzelabschlüssen ausgeübt werden.

METHODE

Dies heißt also: Wahlrechte, die die Mutter für ihren Einzelabschluss ausgeübt hat, müssen nicht
zwangsläufig von ihr auch für den Konzernabschluss identisch ausgeübt werden.

Stetigkeit

Es muss Kontinuität im Ansatz herrschen, die Gliederungen und Postenabgrenzungen müssen


beibehalten werden.

Gleichartige Sachverhalte sind im Konzernabschluss gleich zu behandeln (IAS 8.13). Wenn ein
Tochterunternehmen hiervon abweicht, so muss eine Anpassung erfolgen (= sachliche Stetigkeit,
IAS 8.14-15), man spricht dann von der „Handelsbilanz II“.

Außerdem kennt man die Methodenstetigkeit nach IAS 8.13, die besagt, dass für ähnliche
Geschäftsvorfälle, sonstige Ereignisse und Bedingungen die Rechnungslegungsmethoden stetig
auszuwählen und anzuwenden sind.

Schließlich gibt es noch die formelle Stetigkeit (IAS 1.45). Nach letzterer sind Darstellung und
der Ausweis von Posten im Jahresabschluss von einer Periode zur folgenden Periode
beizubehalten.

Fragen des Ansatzes sind also eng verknüpft mit den drei Arten von Stetigkeit, nämlich

 sachlicher Stetigkeit,
 Methodenstetigkeit und
 formeller Stetigkeit.

Wesentlichkeit

Entscheidungsrelevante Informationen müssen vermittelt werden.

Bestandteile des Konzernabschlusses


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Kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen sind seit 2005 nach § 315a HGB dazu
verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach IFRS aufzustellen.

Die Bestandteile des Konzernabschlusses nach IFRS stellt die folgende Tabelle dar
(IAS 1.10):

Man beachte also, dass die IAS / IFRS nicht trennen zwischen einzelnen Vorschriften,
die nur für Einzelbilanzen gelten und solchen, die nur für Konzernbilanzen gelten (das
HGB tut genau dies: für Einzelbilanzen gelten §§ 238 – 289 HGB, für Konzernabschlüsse
zusätzlich (!) § 290 ff. HGB).
Rechnungslegungskreis
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Die weitere Vorgehensweise zunächst im Überblick:

METHODE

KOCHREZEPT ERSTELLUNG KONZERNBILANZ:

Welche Unternehmen sind in den Konzern einzubeziehen?

1. Ausgangspunkt sind die Einzelbilanzen der Einzelunternehmens (=


Handelsbilanzen I)

2. Angleichung der Einzelbilanzen an die Ansatz- und Bewertungsregeln, welche


konzerneinheitlich sind. Also Vereinheitlichung der Stichtage, Vereinheitlichung von
Ansatz, Ausweis, Bewertung und Währungsumrechnung. Im Ergebnis erhält man
die Handelsbilanz II.
3. Ergebnisunterschiede durch die Währungsumrechnung treten auf. Man kalkuliert
die umgerechnete Handelsbilanz II.

4. Konsolidierungsmaßnahmen schließen sich an, also

 Kapitalkonsolidierung
 Schuldenkonsolidierung
 Zwischenerfolgseliminierung und
 Aufwands- und Ertragskonsolidierung.

Es resultiert die vorläufige Konzernbilanz.

5. Ergebnisunterschiede durch die Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen


werden rausgerechnet. Man erhält die endgültige Konzernbilanz.

Verpflichtung zur Konzernrechnungslegung


Wir unterscheiden drei Arten der Einflussnahme in der Konzernrechnungslegung,
nämlich

 Beherrschung
 gemeinschaftliche Leitung und
 maßgeblichen Einfluss.

Wichtig ist für die Vollkonsolidierung der Begriff der Beherrschung. Eine sog. Mutter
"beherrscht" eine sog. Tochter.

Beherrschung liegt vor, wenn eine Unternehmung A über B (IAS 10.6)

 die Lenkungsmacht innehat,


 schwankenden Rückflüssen (Renditen und Verlusten) ausgesetzt ist und
 seine Lenkungsmacht zu diesem Zweck ausnutzen kann.

Entscheidend ist in der Konzernrechnungslegung der Begriff der Beherrschung (IFRS


10.6). Ein Unternehmen, welches Mutterunternehmen ist, muss einen
Konzernabschluss erstellen (IFRS 10.4).

Es ist folgendermaßen zu prüfen, ob eine Beherrschung vorliegt:

 hat der Investor die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (IFRS


10.7 (a)),
 ist er schwankenden Rückflüssen ausgesetzt (IFRS 10.7 (b)),
 kann er die Verfügungsgewalt mit der Rendite verknüpfen, so dass dadurch die
Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird (IFRS 10.7 (c))?

Verfügungsgewalt bedeutet, dass der Investor über die Rechte verfügt,


die maßgeblichen Tätigkeiten zu lenken (IFRS 10.10). Hierbei versteht man
unter maßgeblichen Aktivitäten zum Beispiel - aber nicht nur (IFRS 10.B11):

 Kauf und Verkauf von Waren oder Dienstleistungen,


 die Verwaltung finanzieller Vermögenswerte während der Laufzeit,
 Forschung und Entwicklung für neue Produkte oder Verfahren.

Der dritte Punkt, also die Verknüpfungsmöglichkeit der Verfügungsgewalt mit der


Rendite, besagt, dass die „Verfügungsgewalt“ an sich also nicht ausreicht, sondern dass
zusätzlich hierzu die Rendite aus dem Engagement im Beteiligungsunternehmen
beeinflusst werden muss (IFRS 10.17).
Im Anhang B des Standards IFRS 10 wird äußerst ausführlich der Begriff der
Beherrschung und der Verfügungsgewalt beschrieben, insb. in Bezug auf

 substanzielle Rechte und


 Schutzrechte.

Nur substanzielle Rechte finden Eingang in die Beurteilung, ob eine Verfügungsgewalt


vorliegt. Dies bedeutet, dass der Rechteinhaber auch in der Lage sein muss, die Rechte
auszuüben. Sind die Rechte nicht substanziell, so kann auch keine Beherrschung
vorliegen, da keine Verfügungsgewalt besteht (IFRS 10.B22).

Ausnahmen von der Verpflichtung


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Wir reden über


 Einbeziehungsverbote
- dauerhafte Beschränkung des Einflusses (= fehlende
Beherrschungsmöglichkeit) und

 Einbeziehungswahlrecht
- bei Unternehmen von untergeordneter Bedeutung

Einbeziehungsverbote
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Der Einbezug ist verboten bei einem Verlust der Beherrschung, der in IFRS 10.25 beschrieben
wird.
Bei erheblichen und andauernden Beschränkungen der Geschäftsführungs- und der
Vermögensverfügungsrechte kommt es bei IFRS zu einem Einbeziehungsverbot, denn es liegt
keine Mutter-Tochter-Beziehung mehr vor. Dies ist beispielhaft dann der Fall, wenn ein
Unternehmen unter der Kontrolle staatlicher Behörden oder Gerichten oder Zwangsverwaltern
steht, die Rechte, die ansonsten zu einer Verfügungsmacht führen, sind dann nicht mehr
"substanziell", die Beherrschung geht verloren (IFRS 10.B22).
BEISPIEL
Die M-AG besitzt alle Anteile an der S-GmbH. Über die S-GmbH wurde das Insolvenzverfahren
eröffnet.
Die M-AG hat hier keine Möglichkeit der Beherrschung mehr und insofern nicht mehr „Mutter“
der S-GmbH, die ihrerseits nicht mehr „Tochter“ ist. Die S darf nicht in einen Konzernabschluss
der M einbezogen werden.
Pla

Einbeziehungswahlrechte
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Wir unterscheiden
 explizite und
 implizite

Einbeziehungswahlrechte.

Das explizite Einbeziehungswahlrecht dreht sich um das sog.


Tannenbaumprinzip (IFRS 10.4).

BEISPIEL

Die X-AG hält sämtliche Anteile an der Y-AG und diese wiederum alle Anteile an der
Z-AG.

Ohne Einbeziehungswahlrecht müsste die X-AG für den Konzern X, Y und Z sowie
die Y-AG für den Konzern aus Y und Z einen Konzernabschluss aufstellen. Letzteres
ist aber redundant, da die Informationen aus dem Teilkonzern (Y und Z) bereits im
Konzernabschluss (Y, Y und Z) enthalten sind.

Beim impliziten Einbeziehungswahlrecht geht es darum, dass


Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung wegen des Materiality-
Grundsatzes (F 29) nicht einbezogen werden müssen.

BEISPIEL

Die X-AG beherrscht die Y-AG. Letztere hat eine ruhende oder nur geringe
Geschäftstätigkeit.

Die Y-AG ist für das Erstellen eines Bildes zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
nur von untergeordneter Bedeutung und muss folglich nicht in den
Konsolidierungskreis einbezogen werden.

Umfang der einbezogenen Unternehmen


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Man unterscheidet

 einen engen Kreis


- genau ein Mutterunternehmen und ein oder mehrere Tochterunternehmen
 einen weiten Kreis
- gemeinsame Vereinbarung (gemeinschaftliche Tätigkeit und
Gemeinschaftsunternehmen)
- assoziierte Unternehmen

Enger Kreis
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Ein Tochterunternehmen liegt vor, wenn hierüber eine Beherrschung ausgeübt wird.


Beherrschung wiederum bedeutet, dass ein anderes Unternehmen (die sog. Mutter)

 die Verfügungsgewalt über ein Beteiligungsunternehmen ausüben kann und


 einer Risikobelastung ausgesetzt ist, weil es Anrechte auf schwankende Renditen aus der
Beteiligung hat und außerdem
 die Fähigkeit hat, die Verfügungsgewalt so zu nutzen, dass hierdurch die Höhe der
Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Der IFRS 10 ersetzt insofern die alten Regelungen nach IAS 27. Der Begriff der Beherrschung
wird neu verstanden.
Regelfall
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Zum Regelfall: es kommt auf die Stimmrechte an, nicht so sehr auf die
Kapitalanteile. Durchaus ist folgender Fall denkbar.

BEISPIEL

Die A-GmbH besitzt 60 % an der B-AG. Hierbei handelt es sich in Höhe von 20 %-
Punkten aber um stimmrechtslose Vorzugsaktien.

Die A-GmbH besitzt also zwar 60 % der Kapitalanteile, allerdings nur 60 % - 20 % =


40 % der Stimmrechte und kann damit ihren Willen bei der B-AG nicht alleine
durchsetzen. Es liegt insofern keine Beherrschung vor mangels Verfügungsgewalt
(IFRS 10.7 (a)), die A ist nicht Mutter der B.

Wenn die Stimmrechtsmehrheit direkt ausgeübt wird, so wird dies nicht über
andere zwischengeschaltete Unternehmen bewerkstelligt, bei der indirekten
Möglichkeit hingegen schon.
BEISPIEL

Die A-GmbH besitzt 60 % der Stimmrechte an der B-AG.

Die A beherrscht die B direkt, A ist Mutter der B, die wiederum Tochter der A ist. Die
Kriterien von IFRS 10.7 sind erfüllt.

BEISPIEL

Die A-GmbH besitzt 40 % an der B-AG und 70 % an der C-AG. Letztere wiederum
besitzt 25 % an der B-AG.

Wenn nichts weiter in der Aufgabenstellung steht, so bedeuten Kapitalanteile auch


Stimmrechte. Das Gegenteil müsste relativ klar auftauchen, so z.B. der Hinweis,
dass gewisse Aktien stimmrechtslos sind und somit Kapitalanteile nicht zu
Stimmrechten führten.

Im Beispiel ist es nun so, dass A seinen Willen bei der C durchsetzen kann. Wie C
mit seinen 25 % bei der Steuerung der Geschäfte von B umgeht, wird also von der A
diktiert. Insofern hat A einen Stimmrechtsanteil von

StimmrechtsanteilA bei B = direkter Stimmrechtsanteil + indirekter Stimmrechtsanteil

= StimmrechtsanteilA bei B + StimmrechtsanteilC bei B

= 0,4 + 0,25

= 0,65

= 65 % > 50 %.

Es wird also nicht etwa "0,4 + 0,7∙0,25 = 0,4 + 0,175 = 0,575 > 0,5" gerechnet, weil
die A bei der C ihren Willen komplett (!) durchsetzen kann und nicht nur zu 70 %.

Nun ist noch eine kleine Ausnahme von der Regel festzuhalten. Wenn sich nämlich
unter außergewöhnlichen Umständen nachweisen lässt, dass ein Besitz von mehr
als der Hälfte der Stimmrechte (trotzdem) keine Beherrschung begründet, so liegt
eine Beherrschung nicht (!) vor.

BEISPIEL
Die A-GmbH besitzt 60 % an der B-AG. Über die B ist das Insolvenzverfahren
eröffnet worden.

Nicht mehr die A führt die Geschäfte der B, sondern der Insolvenzverwalter.
Insofern liegt keine Beherrschung der B durch die A vor, denn es fehlt die
Verfügungsgewalt. Diskutiert wird die Verfügungsgewalt u.A. in IFRS 10.11.

ide Ausnahmefälle

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Wenn eine Stimmenmehrheit besteht, so dürfte in der Regel (aber nicht immer!)
eine Verfügungsgewalt zu bejahen sein. Fälle, in denen

 trotz Stimmenmehrheit keine Verfügungsgewalt existiert bzw.


 ohne Stimmenmehrheit eine Verfügungsgewalt existiert,

werden im Anhang B zu Standard IFRS 10 sehr ausführlich beschrieben.

Stimmenmehrheit, aber keine Verfügungsgewalt besteht z.B. im Falle, dass die


Stimmrechte nicht substanziell sind, weil z.B. ein Konkursverwalter vielmehr die
tatsächliche Kontrolle über das (vormalige) Tochterunternehmen ausübt (IFRS
10.B37).

Ohne Stimmenmehrheit eine Verfügungsgewalt ist beschrieben in IFRS 10.B38.


Sie kann erwachsen

 aus einer vertraglichen Vereinbarung (IFRS 10.B38 (a)),


 aus anderen vertraglichen Vereinbarungen, z.B. Besetzungsrechten IFRS
10.B38 (b)),
 aus potenziellen Stimmrechten (IFRS 10.B38 (d)).

Bei allen Punkten gilt, dass also das Mutterunternehmen höchstens die Hälfte der
Stimmrechte besitzt und trotzdem (!) einen beherrschenden Einfluss ausübt, wenn
einer der genannten Punkte erfüllt ist.
o

Weiter Kreis
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METHODE

Man beachte folgende Regel:

 kein weiter Kreis


 ohne einen engen Kreis.

Wenn also für ein Unternehmen A keine Tochterunternehmen bestehen, wohl aber
eine gemeinschaftliche Führung und/oder maßgeblicher Einfluss über und auf
andere Unternehmen, so gibt es für A keinen Konzernabschluss.

BEISPIEL

Die X-AG hält 60 % an der A-AG und 30 % an der B-GmbH.

Es liegt ein Konzern vor mit einem

 engen Kreis (aus X-AG und A-AG bestehend) sowie einem


 weiten Kreis (aus X-AG, A-AG und B-GmbH bestehend).

BEISPIEL

Die X-AG hält 30 % an der B-GmbH.

Es liegt kein Konzern vor, die X-AG ist nicht "Mutter" der B-GmbH, die B-GmbH nicht
"Tochter" der X-AG. Lediglich ist X-AG Beteiligungsunternehmen bei der B-GmbH,
dem "assoziierten Unternehmen".

MERKE

Es existiert also kein Konzern mit lediglich Gemeinschaftsunternehmen (oder


gemeinschaftlichen Tätigkeiten) und assoziierten Unternehmen!

Gemeinsame Vereinbarungen
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Wir unterscheiden bgzl. der gemeinsamen Vereinbarungen

 die gemeinschaftliche Tätigkeit und


 Gemeinschaftsunternehmen.

Eine gemeinschaftliche Tätigkeit (= Joint Operations, IFRS 11.15) bedeutet, dass


die beteiligten Parteien "Rechte" (keine Leitung) an der Vereinbarung
zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen haben. Bei einer
gemeinschaftlichen Tätigkeit werden die einzelnen Positionen aus den
Einzelbilanzen quotal übernommen.

Bei einem Gemeinschaftsunternehmen (= Joint Venture) haben zwei oder mehr


sog. Partnerunternehmen eine gemeinschaftliche Führung an diesem
Gemeinschaftsunternehmen (IFRS 11.16).

Bei einem Gemeinschaftsunternehmen wird die Führung gemeinschaftlich (!)


ausgeübt. Dies bedeutet, dass jedes an der Führung beteiligte Unternehmen
Vetorecht hat, eine einstimmige Zustimmung ist stets vonnöten (IFRS 11.7).

BEISPIEL

Die A-GmbH besitzt 50 % an der B-AG. Weiterhin besitzt die C-GmbH 50 % an der B-
AG.

Die A kann bei der Führung der B die C nicht überstimmen und die C die A nicht.
Beide „teilen“ sich insofern die Geschäftsführung an der B.

Man unterscheidet

 mehrere Partnerunternehmen und


 das Gemeinschaftsunternehmen.

Im obigen Beispiel heißen A und C Partnerunternehmen, B hingegen ist


das Gemeinschaftsunternehmen.

Wichtig ist nun, dass die Beteiligung (genauer gesagt, die Stimmrechte), nicht bei 50
% zu 50 % liegen müssen.

BEISPIEL
Die A-GmbH, die B-GmbH, die C-GmbH und die D-GmbH besitzen jeweils 25 % an
der E-AG. Jede Entscheidung muss einstimmig getroffen werden.

Die Führung erfolgt gemeinschaftlich, denn kein Gesellschafter kann überstimmt


werden. Deshalb ist die E-AG ein Gemeinschaftsunternehmen.

Weiterhin müssen die Beteiligungen auch nicht identisch sein.

BEISPIEL

Die A-GmbH, die B-GmbH und die C-GmbH besitzen jeweils 30 % an der E-AG, die D-
GmbH besitzt 10 % an der E-AG. Jede Entscheidung bei der E-AG muss einstimmig
getroffen werden.

Wegen der geforderten Einstimmigkeit ist die Führung bei der E-AG
gemeinschaftlich, die E-AG ist also ein Gemeinschaftsunternehmen.

Gemeinschaftsunternehmen sind mit der Equity-Methode in einen


Konzernabschluss einzubeziehen (IFRS 11.24).
Assoziierte Unternehmen
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Ein assoziiertes Unternehmen ist eins, über das ein „maßgeblicher Einfluss“
ausgeübt wird. Dies bedeutet, dass man an den finanz- und geschäftspolitischen
Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitwirkt, allerdings weder eine
Beherrschung noch eine gemeinschaftliche Führung vorliegt. Der maßgebliche
Einfluss wird vermutet (!) bei einem Stimmenanteil von mindestens 20 % (IAS 28.5).
Kann diese Vermutung eindeutig widerlegt werden, so gilt sie nicht.

BEISPIEL

Die A-GmbH besitzt 25 % an der E-GmbH.

Mangels anderer Angaben ist davon auszugehen, dass ein maßgeblicher Einfluss
der A an der E vorliegt.

Allerdings ist es auch bei einem Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % durchaus
möglich, dass ein maßgeblicher Einfluss vorliegt, dieser müsste dann eindeutig
nachgewiesen werden (IAS 28.6).

Der IAS 28.6 hält einen weiteren Katalog bereit, aus dem auf einen maßgeblichen
Einfluss geschlossen werden kann.

Die Konsequenz bei assoziierten Unternehmen ist, dass diese bei Vorliegen eines
Konzerns nach der Equity-Methode einzubeziehen sind (IAS 28.16).

Assoziierte Unternehmen sind mit der Equity-Methode in einen Konzernabschluss


einzubeziehen. Wir gehen hierauf im Kapitel "Equity-Methode" ein.
Pla

y Video

Zusammenfassung
Zum Abschluss eine Zusammenfassung zum Konsolidierungskreis bei IFRS:
 Selbstkontrollaufgaben zu
Rechnungslegungskreis
Aufgabe: Aufstellung eines Konzernabschlusses 1
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In welchen der nachfolgend genannten Fälle muss ein Konzernabschluss erstellt werden?

a) Die Trulla-KG mit Sitz in Berlin verfügt über 70 % der Stimmrechte an der inländischen X-AG.

b) Die Dalmatia-AG mit Sitz in Kassel verfügt über 60 % der Stimmrechte an der ausländischen
Lexus-KG.

c) Die Oxia-AG mit Sitz in Braunschweig verfügt über 40 % der Stimmrechte an der Franzia-KG aus
Brüssel.

d) Die Flexa-GmbH mit Sitz in Paris verfügt über 75 % der Stimmrechte an der Düssel-KG mit Sitz in
Köln.

e) Die Lulu-GmbH mit Sitz in Köln verfügt über 51 % der Stimmrechte an der Müller-GbR aus Kassel.

f) Die Fritz-AG aus Münster hat im Rahmen eines spekulativen Aktiengeschäfts 60 % der Trulla-AG
aus Aachen erworben.

Lösung: Aufstellung eines Konzernabschlusses 1


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Wichtig ist, dass eine

 inländische

 Kapitalgesellschaft

 einen beherrschenden Einfluss

o unmittelbar oder

o mittelbar

 an einer anderen Unternehmung

o Sitz beliebig
o Rechtsform beliebig

ausübt.

Dies ist bei a), c) und d) nicht der Fall, insofern sind diese Aussagen falsch.

b) Die Dalmatia-AG ist eine inländische Kapitalgesellschaft und übt unmittelbar beherrschenden
Einfluss auf die ausländische Lexus-KG aus.

e) Die Lulu-GmbH ist inländische Kapitalgesellschaft und übt unmittelbar beherrschenden Einfluss
auf die Müller-GbR aus. Insofern ist sie zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet.

f) Zwar ist die Fritz-AG inländische Kapitalgesellschaft und übt unmittelbar einen
beherrschenden Einfluss auf die Trulla-AG aus Aachen aus, aber sie könnte von der Pflicht
befreit sein, denn sie hat die Anteile ausschließlich zum Zwecke ihrer Weiteräußerung
erworben.

Aufgabe: Aufstellung eines Konzernabschlusses 2


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Die Ana AG mit Sitz in Düsseldorf hat mehrere Unternehmensbeteiligun-gen. Zunächst besitzt sie 60
% der Alexander GmbH, darüber hinaus 70 % an der Natalie KG(über die unlängst das
Insolvenzverfahren eröffnet wurde), 20 % an der Franz AG und 30 % der Scharmuster GmbH mit Sitz
in Denver, Colorado. Zusätzlich hält sie 40 % der Anteile der Degen AG. Zwei von drei Mitgliedern
des Aufsichtsrates der Degen AG sind von der Ana AG entsandt. Der Franz AG wiederum hat sich
durch Beherrschungsvertrag die X-GmbH unterstellt. Die Alexander GmbH und die Natalie KG sind
mit 70 % und 30 % Alleingesellschafter der Thumu AG mit Sitz in Essen.

a)Welche Unternehmung muss einen Konzernabschluss aufstellen? Gibt es von der Pflicht
Ausnahmen?

b)Welche Unternehmen sind in den jeweiligen Konzernabschluss einzubeziehen?

c) Welche der genannten Unternehmen sind sog. „verbundene Unternehmen“?

Lösung: Aufstellung eines Konzernabschlusses 2


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Die Alexander-GmbH und die Thumu-AG bilden einen Teilkonzern, denn die Alexander-GmbH ist
eine Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland und hat einen beherrschenden Einfluss durch ihren Anteil
von 70 % an der Thumu-AG. Die Natalia-KG und die Thumu-AG bilden keinen Teilkonzern, weil die
Natalia-KG keine Kapitalgesellschaft ist.

Fraglich ist, ob die Ana-AG als Mutter mit der Alexander-GmbH und der Natalia-KG als Tochter einen
Konzern bilden. Richtig ist, dass die Ana-AG eine Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland ist und an der
Alexander-GmbH einen beherrschenden Einfluss besitzt wegen ihres Unternehmensanteils von 60
%. Die Natalia-KG darf einbezogen werden, muss aber nicht, wegen der nachhaltigen
Beeinträchtigung des Vermögens. Bei der Degen-AG besitzt die Ana-AG zwar nicht die Mehrheit der
Stimmrechte, jedoch wird die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats von der Ana-AG entsandt.
Deswegen ist die Degen-AG eine Tochter der Ana-AG und folglich hier im Konzernabschluss mit
einzubeziehen. Schließlich ist auch die Thumu-AG als Tochter der Alexander-GmbH eine Tochter der
Ana-AG und gehört zum Konzern der Ana-AG hinzu. Insgesamt handelt es sich also um einen
zweiten Konzern, der aus der Ana-AG als Tochter, der Alexander-GmbH, der Natalia-KG, der Degen-
AG und auch der Tumor-AG besteht. Die Natalia-KG muss allerdings in diesem Teilkonzern nicht
einbezogen werden wegen des Wahlrechtes auf Einbezug. Die Schirmeister-AG ist keine Tochter der
Ana-AG, weil lediglich ein Anteilsbesitz von 30 % besteht, der nicht beherrschend ist. Schließlich ist
noch die Franz-AG Mutter der X-GmbH, da sich letztere durch Beherrschungsvertrag der Franz-AG
unterworfen hat. Die Franz-AG ist eine Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland, insgesamt handelt es
sich also um einen Konzern, der aus Franz-AG und X-GmbH besteht.

Aufgabe: Tannenbaumprinzip
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Beschreibe die Vermeidung des Tannenbaumprinzips.

Lösung: Tannenbaumprinzip
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Wenn ein Konzern aus drei oder mehr Stufen besteht, so müsste man zusätzlich zum möglichen
Konzernabschluss auch sog. Teilkonzerne betrachten und hierzu Teilkonzernabschlüsse erstellen.
Die einheitliche Leitung ist allerdings unteilbar und kann nur von der obersten Stufe ausgeübt
werden. Damit nicht zusätzlich zum Konzernabschluss diverse Teilkonzernabschlüsse erstellt
werden müssen und damit das Prinzip der Wirtschaftlichkeit missachtet wird, stellen die IAS/IFRS in
Aussicht, dass der Konzernabschluss mit befreiender Wirkung erstellt wird. Teilkonzernabschlüsse
müssen dann nicht noch zusätzlich gebildet werden (IFRS 10.4).
Vorbereitung der Konsolidierung
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Verschiedene Maßnahmen sind nötig, bevor die Konsolidierung startet:

 Vereinheitlichung der Stichtage


 Vereinheitlichung von Ansatz, Ausweis und Bewertung
 Währungsumrechnung

Vereinheitlichung der Stichtage


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BEISPIEL

Die T1 und die T2 sind beide Teil desselben Konzerns. Der Bilanzstichtag von T1 ist
jeweils der 31.12. eines jeden Jahres, jener von T2 ist der 31.10. Am 10.11.01
erbringt T1 Dienstleistungen für T2 und rechnet hierfür 2.000.000 € netto ab. Am
13.11.01 bezahlt die T2.
T1 realisiert einen Ertrag im Jahr 01, T2 hingegen einen Aufwand im Jahre 02. Bei
der Konsolidierung führt dies zu großen Problemen, denn es müssen stets die
gleichen Jahre konsolidiert werden.

Man benötigt also eine Vereinheitlichung der Stichtage, und zwar auf jenen der
Konzernmutter. Es ist stets ein Zwischenabschluss für Unternehmen mit
abweichendem Stichtag zu erstellen (IAS 27.22). Ausnahme hierfür ist, dass die
Aufstellung des Zwischenabschlusses unmöglich ist. Dann darf das
Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden, wenn

 der abweichende Stichtag nicht mehr als drei Monate vor oder nach dem
Konzernbilanzstichtag liegt und außerdem
 Berichtigungen vorgenommen werden, damit Auswirkungen bedeutender
Geschäftsvorfälle oder anderer Ereignisse zwischen den Stichtage
berücksichtigt werden können.

Dies bedeutet also folgendes (Konzernbilanzstichtag sei der 31.12., die


Abkürzungen stehen für die Monate Januar – Dezember eines Jahres):
Vereinheitlichung von Ansatz, Ausweis und
Bewertung
Bevor die Konsolidierung erfolgen kann, muss der Ansatz und die Bewertung
vereinheitlicht werden. Die sog.

 Handelsbilanz I (also der Einzelabschluss des Konzernunternehmens) wird in die

 Handelsbilanz II

überführt. Bei dieser Handelsbilanz II handelt es sich um den Einzelabschluss, der


aber angepasst wurde auf die Regeln des Ansatzes und der Bewertung der Mutter.

METHODE

Die Handelsbilanz II ist damit eine dem Rechnungslegungszweck der Mutter


angepasster zweiter Abschluss.

Wir werden bei den Konsolidierungsmaßnahmen folgendes Schema immer wieder


verwenden:
Hierbei ist wichtig, dass wir bei der Tochter dann schon die Handelsbilanz II meinen (und dann
noch evtl. vorhandene stille Reserven auflösen), nicht etwa die Handelsbilanz I.
Im folgenden müssen wir deshalb die relevanten Aspekte aus dem Einzelabschluss wiederholen,
nämlich

 Ansatz - was kommt in eine Bilanz? und

 Bewertung - in welcher Höhe kommt etwas in die Bilanz?

METHODE

Zunächst muss die Frage beantwortet werden, ob (!) eine Sache in die Bilanz kommt
(Bilanzierung), danach die Frage, an welcher Stelle sie in die Bilanz gelangt (sofern die Antwort
auf die erste Frage „ja“ war) (Frage des Ausweises). Alsdann geht es darum, in welcher Höhe die
Sache in die Bilanz kommt (Frage der Bewertung).
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 Ansatz
Stetigkeit und Problemstellung
Vorlesen

Fragen des Ansatzes sind eng verknüpft mit den drei Arten von Stetigkeit, nämlich
 sachlicher Stetigkeit,
 Methodenstetigkeit und
 formeller Stetigkeit.

Gleichartige Sachverhalte sind im Konzernabschluss gleich zu behandeln. Wenn ein


Tochterunternehmen hiervon abweicht, so muss eine Anpassung erfolgen (=
sachliche Stetigkeit), man spricht dann von der „Handelsbilanz II“.

Außerdem kennt man die Methodenstetigkeit nach IAS 8.13, die besagt, dass für
ähnliche Geschäftsvorfälle, sonstige Ereignisse und Bedingungen die
Rechnungslegungsmethoden stetig auszuwählen und anzuwenden sind.

Schließlich gibt es noch die formelle Stetigkeit (IAS 1.45). Nach letzterer sind
Darstellung und der Ausweis von Posten im Jahresabschluss von einer Periode zur
folgenden Periode beizubehalten.

BEISPIEL

Die Konzernmutter bilanziert nach IFRS, die ausländische Tochter X nach den
Rechnungslegungsstandards ihres Landes. Diese sehen vor, dass immaterielle
Vermögenswerte, die selbst erstellt wurden, aktiviert werden dürfen, aber nicht
müssen. Die X hat einen solchen Vermögenswert, der in 2017 für umgerechnet
1.000 € selbst entwickelt wurde, aktiviert.

Nach den IFRS darf ein immaterieller Vermögenswert, der nicht entgeltlich
erworben wurde, nicht aktiviert werden. Insofern muss die Einzelbilanz der Tochter
korrigiert werden. Die Handelsbilanz I der Tochter sieht folgendermaßen aus.
Die Bilanz der Tochter nimmt also um 1.000 € (Bilanzverkürzung), der Jahresüberschuss
nimmt ebenfalls um 1.000 € ab (bzw. der Jahresfehlbetrag nimmt um 1.000 € zu).

Um die Bilanzen der Töchter richtig anzupassen, muss man die IFRS-Vorschriften für
den Ansatz genau kennen.

Es gibt bei IFRS

 grundlegende Ansatzvorschriften und


 spezielle (= postenspezifische) Ansatzvorschriften.
Grundlegende Ansatzvorschriften
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Die grundlegenden Ansatzvorschriften gliedern sich auf in

 erste Stufe

- Definitionen von Assets und von Liabilities

 zweite Stufe

- Prüfung der Probability und der Reliability

METHODE

Wenn beide Stufen erfüllt sind, besteht grundsätzlich für Assets eine
Aktivierungspflicht und für Liabilities eine Passivierungspflicht. Für spezielle Posten
(nämlich immaterielle Vermögenswerte, Forschungs- und Entwicklungskosten
(research and development costs), Geschäfts- oder Firmenwert (= goodwill), latente
Steuern (= deferred taxes), Rückstellungen (= non-financial liabilities) und
Eigenkapital (= equity) müssen allerdings noch postenspezifische Ansatzkriterien
erfüllt sein.

Erste Stufe

Vorlesen

Definition Vermögenswert

Ein Vermögenswert (= Asset) ist (nach Rahmenkonzept R 89)

 eine Ressource,
 über die ein Unternehmen
 auf Grund vergangener Ereignisse
 verfügt und
 von der künftig der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens
 erwartet wird.
Genauer gesagt: dann wird ein Vermögenswert als solcher auch in der Bilanz
angesetzt.

METHODE

Sprechen Sie im Rahmen der

 internationalen Rechnungslegung von Vermögenswerten,


 im Rahmen der nationalen Rechnungslegung (HGB)
von Vermögensgegenständen und
 im Rahmen der nationalen steuerlichen Rechnungslegung (EStG)
von Wirtschaftsgütern!

Man unterscheidet

 kurzfristige (IAS 1.66) und


 langfristige

Vermögenswerte.

Definition Schuld

Eine Schuld (= Liability) ist

 eine gegenwärtige Verpflichtung


 aus Ereignissen der Vergangenheit,
 von deren Erfüllung ein Ressourcenabfluss erwartet wird,
 die einen wirtschaftlichen Nutzen verkörpern.

Auch hier werden, wie bei Vermögenswerten,

 kurzfristige (IAS 1.69) und


 langfristige

Schulden unterschieden.

Zweite Stufe

Vorlesen
Auf einer zweiten Stufe ist dann noch das Vorliegen zweier grundlegender Kriterien
zu überprüfen, nämlich

 Wahrscheinlichkeit und
 verlässliche Bewertung

Wahrscheinlichkeit

Der zukünftige wirtschaftliche Nutzen muss mit einer Wahrscheinlichkeit (=


Probability) von mindestens 50 % zufließen. Es müssen also mehr Gründe „für“ als
„gegen“ den Zufluss sprechen.

BEISPIEL

Die Trulla-AG erwirbt am 2.1.2009 eine Maschine im Werte von 200.000 €. In den
folgenden Jahren sind folgende Zahlungen zu erwarten:

a) 300.000 € mit Wahrscheinlichkeit von 70 %, 400.00€ mit Wahrscheinlichkeit von


30 %,

b) 300.000 € mit Wahrscheinlichkeit von 20 %, -100.00€ mit Wahrscheinlichkeit von


80 %,

c) 400.000 € mit Wahrscheinlichkeit von 60 %, -200.00€ mit Wahrscheinlichkeit von


40 %.

Die Aktivierungspflicht kommt nur in den Fällen a) und c) infrage, nicht hingegen bei
b). Der Zahlungsmittelzufluss erfolgt in a) und c) mit mehr als 50%-iger
Wahrscheinlichkeit, das Kriterium der Probability ist somit erfüllt.

Verlässliche Bewertung

Die Aufwendungen, welche für ein Asset angefallen sind, müssen sich verlässlich
bestimmen lassen und müssen direkt zuordenbar sein (= reliable measurement).
Analoges gilt für die Schulden.

BEISPIEL
Die Trulla-AG bucht ein Seminar für ihren Mitarbeiter Kalle Tutnix. Mit dem
erworbenen Wissen können neue Aufträge in der Zukunft generiert werden. Das
Seminar kostet 5.000 €.

Das Seminar ist nicht aktivierungsfähig, denn die verlässliche Bewertung ist nicht
möglich. Zwar wird für die Zukunft ein wirtschaftlicher Nutzen generiert, welcher
aber nicht verlässlich bewertet werden kann. Im Grenzfall hat der Mitarbeiter nichts
gelernt und kann nichts aus dem Seminar umsetzen. Mithin besteht ein
Aktivierungsverbot für das Seminar.

Spezielle Ansatzvorschriften
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MERKE

ACHTUNG:

Die speziellen Ansatzvorschriften komplett durchzugehen, würde den Rahmen


dieses Kurses völlig sprengen. Wir empfehlen unseren Kurs zur „Internationalen
Rechnungslegung nach IFRS“.

Die grundlegenden Ansatzvorschriften sind, wie der Name schon sagt, lediglich
„grundlegend“. Bei bestimmten (auf deutsch: leider sehr vielen) Positionen muss
man zusätzlich noch gewisse postenspezifische Positionen prüfen. Erst dann dürfen
diese aktiviert bzw. passiviert werden.

Zu diesen Positionen gehören

 immaterielle Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte),


 research and development costs (= Forschungs- und Entwicklungskosten),
 goodwill (= Geschäfts- oder Firmenwert),
 deferred taxes (= latente Steuern),
 non-financial liabilities (= Rückstellungen) und
 equity (= Eigenkapital).

METHODE
Man beachte also folgendes Ansatzschema. Eine Sache gehört dann in eine IFRS-
Bilanz, wenn folgendes gegeben ist:

 Definition eines Assets bzw. einer Liability erfüllt?


 Probability erfüllt?
 Reliability erfüllt?
 weitere postenspezifische Kriterien, wenn einschlägig, erfüllt?
 Relevance-Grundsatz gegeben?
 Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen gegeben?
 wirtschaftliches Eigentum gegeben?

Wenn sämtliche (!) Kriterien erfüllt sind, muss die Sache in die Bilanz aufgenommen
werden. Ist ein einziges Kriterium nicht gegeben, so führt dies zu einem
Bilanzierungsverbot. Ansatzwahlrechte sind also in einer IFRS-Bilanz insofern nicht
gegeben.

Insbesondere kennt der deutsche Bilanzleser nach HGB gewisse


Aktivierungswahlrechte. Den Umgang hiermit in der IFRS-Bilanz stellt die folgende
Übersicht zusammen.
Ausweis
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METHODE

Nachdem die Frage beantwortet wurde, ob (!) eine Sache in die Bilanz kommt
(Bilanzierung), muss nun die Frage angegangen werden, wohin die Sache in die
Bilanz gelangt (sofern die Antwort auf die erste Frage „ja“ war) (nämlich im
Ausweis).

Eine Bilanz (= Statement of Financial Positions) nach IFRS hat folgendes Aussehen:
Bewertung
Vorlesen
METHODE

Nach der Frage, ob eine Sache in die Bilanz kommt und wo (= Ausweis), geht es nun
um die Frage, in welcher Höhe ein Vermögensgegenstand bzw. eine Schuld
Eingang in die Bilanz findet. Die gesamten Bewertungsvorschriften komplett
durchzugehen, würde den Rahmen dieses Kurses völlig sprengen. Wir empfehlen
unseren Kurs zur „Internationalen Rechnungslegung nach IFRS“.

Ähnliche Geschäftsvorfälle und andere Ereignisse sind bei vergleichbaren


Umständen einheitlich zu behandeln (IAS 27.24). Sollten also in den
Einzelabschlüssen unterschiedliche Bewertungsmethoden angewandet worden
sein, so sind diese zur Erstellung des Konzernabschlusses anzupassen, evtl.
Wahlrechte sind neu auszuüben (IAS 27.25).

Wichtig sind

 Wahlrechte und
 Ermessensspielräume

Bewertungswahlrechte
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Wahlrechte, die einheitlich auszuüben sind, sind

 Bewertung der Vorräte (IAS 2.25)


- Durchschnittsmethode
- Fifo

 Bewertung Sachanlagen
- Anschaffungskostenmodell
- Neubewertungsmodell

 Bewertung selbst erstelltes immaterielles Vermögen


- Anschaffungskostenmodell
- Neubewertungsmodell

 Eingruppierung Finanzinstrumente (IAS 39 bzw. IFRS 9)


- Bewertung
-- erfolgswirksam
-- erfolgsneutral
- Modell
-- beizulegender Zeitwert
-- fortgeführte Anschaffungskosten

 Behandlung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste bei


Versorgungsplänen (IAS 19.93)
- Korridormethode
- jede andere systematische Methode

 Bewertung von Beteiligungen im Einzelabschluss (IAS 27.37)


- zu Anschaffungskosten
- als Finanzinstrumente

 Bewertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien“


- zu fortgeführten Anschaffungskosten oder
- zum beizulegenden Zeitwert (IAS 40.30)

Ermessensspielräume
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Ermessensspielräume liegen bei vor

 der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts (IFRS 3, IFRS 5, IAS 39, IFRS 9,
IAS 40 und IAS 41)

 bei der Wahl der Abschreibung


- Methode
- Dauer

 Abgrenzung der Leasing-Methoden


- Operate-Leasing
- Finance-Leasing

 Langfristfertigung
- Bestimmung des Fertigstellungsgrades

 Bewertung von Rückstellungen (IAS 37)


 Wertminderungen
- Beurteilung
- Ermittlung des erzielbaren Betrags

Auch für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen ist eine


Vereinheitlichung von Ansatz und Bewertung vonnöten.

 Einzelne Positionen
Vorräte

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Es gilt hier für die Bewertung von Vorräten folgendes:

 Grundsatz der Einzelbewertung

 erlaubte Ausnahmen
- gewogene Durchschnittsmethode und
- Fifo-Methode.

Hierbei wird eine bestimmte Verbrauchsfolge bzw. Veräußerungsfolge gestellt. Wir


besprechen die unterschiedlichen Methoden an dem folgenden Beispiel.

BEISPIEL

Der Anfangsbestand sei am 1.1. eines Jahres 100 kg à 105 €. Es erfolgen Zugänge
am 1. März von 200 kg à 91,50 €, am 1. September von 250 kg à 95,20 €, am 1.
Oktober von 150 kg à 93,50 € und am 15. November von 80 kg zu einem Preis von
112,50 € pro kg. Die Abgänge finden statt am 1. Juli in Höhe von 150 kg, am 1.
August in Höhe von 50 kg, am 1. November in Höhe von 200 kg und am 1.
Dezember in Höhe von 100 kg.

Bewerte den Verbrauch sowie den jeweiligen Endbestand nach den einzelnen
Verbrauchsfolgeverfahren. Zur Vorbereitung schreibt man die Zugänge und
Abgänge sowie den Anfangsbestand zeitlich geordnet auf:
Durchschnittsverfahren

Es wird der Verbrauch für alle Abgänge gleich errechnet, in dem man die jeweiligen
Zugänge (monetäre Werte) zzgl. dem Anfangsbestand addiert und diese wertmäßigen
Bestände durch die Menge dividiert, Menge, welche sich aus Anfangsbestand und
Zugängen ergibt. Man erhält also im folgenden Beispiel folgenden Verbrauch:

V =(10.500+18.300+23.800+14.025+9.000)/(100 + 200 + 250 + 150 + 80)

= 75.625 €/780 kg

= 96,96 €/kg

Dieser Durchschnittsverbrauch wird alsdann mit dem am Ende vorhandenen


mengenmäßigen Bestand bewertet und ergibt im vorliegenden Beispiel einen
Endbestand von:
EB = 96,96 ∙280 = 27.147,44 €.

Fifo-Verfahren

Fifo (first-in-first-out) gibt an, dass die zuerst angeschafften Güter das Lager wieder
verlassen und demnach als Konsequenz die nicht zuerst angeschafften Güter am Ende
noch auf Lager liegen.

Ganz analog rechnet man beim Perioden-Fifo-Verfahren, hier geht es darum, dass jene
Gegenstände, die zuerst geliefert wurden, auch zuerst rausgehen, dass bedeutet also
im Umkehrschluss, dass jene Gegenstände, die zuletzt geliefert wurden noch auf Lager
liegen und für die Bewertung des Endbestandes benötigt werden. Die folgende Tabelle
zeigt die Idee:

Immaterielle Vermögenswerte

Vorlesen

Wir unterteilen in

 Erstbewertung und
 Folgebewertung.

Die Erstbewertung umfasst die Einbuchung des Assets,


die Folgebewertung hingegen beschreibt die Höhe des Ansatzes in den
Folgejahren, d.h. es geht um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen als
auch um Zuschreibungen im Rahmen der Wertaufholung.

Erstbewertung

Die Erstbewertung immaterieller Vermögenswerte erfolgt mit Anschaffungs- oder


Herstellungskosten, je nachdem, ob der Vermögensgegenstand selbst erstellt
wurde oder fremdbeschafft ist. Es ist der Standard IAS 38 zu beachten.

MERKE

Es treten beim Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte im


Anlagevermögen in der IFRS-Bilanz latente Steuern auf, denn § 5 II EStG verbietet
den Ansatz eines solchen Postens. Insofern entsteht eine zeitliche Gewinndifferenz,
denn das Ergebnis des Handelsrechts ist zunächst höher als das steuerrechtliche,
was sich in den Folgejahren umkehrt.

Folgebewertung

Möglich sind zwei Arten der Bewertung in den Jahren nach der Anschaffung:

 Anschaffungskostenmodell und
 Neubewertungsmodell.

Anschaffungskostenmodell

Beim Anschaffungskostenmodell sind die historical costs die Wertobergrenze. Es


erfolgt keine Zuschreibung über die fortgeführten Anschaffungskosten hinaus.

METHODE

Der Ausdruck „fortgeführte“ Anschaffungskosten ist hierbei ein Terminus


technikus, dessen Bedeutung oftmals unterschätzt wird. Er bedeutet nämlich
Anschaffungskosten abzgl. planmäßiger Abschreibungen (und nur dieser!). Die
erfolgten außerplanmäßigen Abschreibungen gehören nicht zu den „fortgeführten“
Anschaffungskosten. Deshalb darf eine einmal erfolgte außerplanmäßige
Abschreibung auch nicht bis auf die historischen Anschaffungskosten
zurückgenommen werden, sondern eben nur bis auf die Höhe der fortgeführten.
Die einmal erfolgten planmäßigen Abschreibungen bleiben also bestehen und
werden nicht revidiert.

Neubewertungsmodell

Beim Neubewertungsmodell hingegen wird auf den Fair Value aktuell bewertet.


Voraussetzung des Neubewertungsmodells ist allerdings, dass ein aktiver
Markt vorliegt. Dieser ist charakterisiert durch

 homogene Produkte,
 auf dem vertragswillige Käufer und Verkäufer
 jederzeit gefunden werden und
 auf welchem die Preise direkt zur Verfügung stehen.

Wir unterscheiden hier

 immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (finite useful


life)

 immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (indefinite


useful life).

Bei jenen mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfolgt keine planmäßige


Abschreibung.

METHODE

Wenn überhaupt, wird also lediglich außerplanmäßig (!) abgeschrieben. Dies erfolgt
im Rahmen eines jährlichen Impairment Tests. Es erfolgt eine außerplanmäßige
Abschreibung, wenn der recoverable amount < Buchwert. Zudem besteht eine
Zuschreibungspflicht.
Bei den Assets mit begrenzter Nutzungsdauer ist es ähnlich. Man schreibt
allerdings planmäßig über die Laufzeit ab und zusätzlich außerplanmäßig, wenn
der recoverable amount < Buchwert. Es besteht eine Zuschreibungspflicht (=
Wertaufholung).

Sachanlagen

Vorlesen

Wir unterscheiden, auch bei Sachanlagen (= Property, Plant and Equipment) in

 Erstbewertung und
 Folgebewertung.

Die Erstbewertung umfasst die Einbuchung des Assets, die Folgebewertung hingegen beschreibt


die Höhe des Ansatzes in den Folgejahren, d.h. es geht um planmäßige und außerplanmäßige
Abschreibungen als auch um Zuschreibungen im Rahmen der Wertaufholung.

Erstbewertung

Wichtig ist der sog. Komponentenansatz. Hiernach wird ein (großer) Vermögenswert aufgeteilt in
mehrere kleine. Diese werden getrennt voneinander einer (unterschiedlichen) Folgebewertung
unterzogen, d.h. insb. getrennt voneinander abgeschrieben.

BEISPIEL

Ein Flugzeug wird im Januar 2009 für 1.000.000 € erworben. Hiervon lassen sich dem Rumpf 2/3
zurechnen, den Flügeln 1/3. Der Rumpf hat eine Nutzungsdauer von 20 Jahren, die Flügel von zehn
Jahren. Beide Teile werden linear abgeschrieben.

Es ergibt sich damit für das Jahr 2009 eine Abschreibung auf den Rumpf von 1.000.000 ∙(2/3) ∙(1/20)
= 33.333,33 €, für die Flügel entsprechend von 1.000.000∙(1/3) ∙(1/10) = 33.333,33 €, und damit eine
Abschreibung von 2∙33.333,33 = 66.666,67 € auf das Flugzeug insgesamt und also ein Restbuchwert
am Ende des Jahres 2009 von 1.000.000 – 66.666,67 = 933.333,33 €.

Folgebewertung

Wir unterscheiden

 planmäßige und
 außerplanmäßige

Abschreibungen.

Schließlich besteht noch in gewissen Fällen die Möglichkeit (genauer gesagt, die Pflicht) zur
Wertaufholung, d.h. zur Zuschreibung.

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Planmäßige Abschreibung

Vorlesen

Planmäßige Abschreibungen haben zwei unterschiedliche Motivationen:

 Wiedergabe der Abnutzung und


 Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die Laufzeit (=
periodengerechte Aufwandsverteilung).

Es gibt unterschiedliche Methoden der planmäßigen Abschreibungen:

 lineare Methode (= straightline method)


 degressive Methode (= diminishing balance method)
 Methode der Leistungsabschreibung (= units of production method).

Außerplanmäßige Abschreibung

Vorlesen

Wir gehen folgendermaßen vor.

METHODE

KOCHREZEPT IMPAIRMENTTEST:

1. Zunächst muss ermittelt werden, ob Zeichen für eine Wertminderung (=


Impairment) vorliegen. Dies ist der eigentliche Impairment Test.

2. Danach muss der erzielbare Betrag (= recoverable amount) ermittelt werden.


Dieser errechnet sich durch
recoverable amount

= max(beizulegendem Zeitwert abzgl.Verkaufskosten; Nutzungswert)

= max(Fair Value less Cost to sell; Value in use).

3. Hierbei ist der

Nutzungswert = Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsüberschüsse des


Assets.

Der Nutzungswert lässt sich mit der

 Risikozuschlags- als auch mit der


 Sicherheitsäquivalentmethode

berechnen.

a) Risikozuschlagsmethode

- Bilde den Erwartungswert der Einzahlungsüberschüsse,

- nimm einen Abschlag hierauf vor,

- bilde daraus die Sicherheitsäquivalente,

- zinse diese ab.

b) Sicherheitsäquivalentmethode

Das Sicherheitsäquivalent ist jener sichere Betrag, der einer unsicheren


Wahrscheinlichkeitsverteilung von Einzahlungsüberschüssen gleich geschätzt wird.
Die als „sicher geschätzten“ Zahlungen werden mit dem sicheren Zinssatz
abgezinst.

Hierbei ist wichtig, dass der Fair Value ein Marktwert ist. Er wird vom Absatzmarkt
abgeleitet. Aus genau diesem Grunde werden die Verkaufskosten abgezogen. Der
Nutzungswert hingegen wird nicht vom Markt bestimmt, sondern vielmehr
unternehmensintern.

BEISPIEL
Die Trulla-AG denkt über die Anschaffung einer Maschine nach, mit der sich in der
nächsten Periode entweder ein Zahlungsüberschuss von 80.000 € (mit Wahrscheinlichkeit
0,3) bzw. 50.000 € (mit Wahrscheinlichkeit von 0,6) oder auch 40.000 € (mit der restlichen
Wahrscheinlichkeit) erzielen lässt. Der sichere Zinssatz liegt bei 5 %, der Abschlag vom
Erwartungswert wird in Höhe von 8 % vorgenommen, denn der Leiter der Finanzabteilung,
Fritz Vorsichtig, ist risikoscheu.

Bestimme den Nutzungswert der Maschine mit der Sicherheitsäquivalentmethode.

Zunächst berechnet man den Erwartungswert μ als

μ = Σxi∙f(xi)

= 80.000∙0.3 + 50.000∙0,6 + 40.000∙0,1

= 24.000 + 30.000 + 4.000

= 58.000 €.

Der Abschlag hierauf beträgt 0,08∙58.000 = 4.640 €, mithin beträgt das

Sicherheitsäquivalent = Erwartungswert – Abschlag

= 58.000 – 4.640

= 53.360 €.

Dieses Sicherheitsäquivalent wird eine Periode lang abgezinst, man erhält einen
Nutzungswert von

NW = SÄ/(1 + i)

= 53.360/(1 + 0,05)

= 50.819,05 €.

BEISPIEL
Berechne den Nutzungswert für die Zahlen aus dem obigen Beispiel mit der
Risikozuschlagsmethode.
METHODE

WIEDERHOLUNG:

Die Frage bei der Risikozuschlagsmethode lautet: mit welchem Risikozuschlag


muss man den Barwert abzinsen, damit derselbe Nutzungswert resultiert wie bei
der Sicherheitsäquivalentmethode?

Man rechnet

Nutz.wertSicherheitsäqu.meth.= Erwartungswert/[1 + risikoloser Zins + Risikozuschlag]

‹=› 50.819,05 = 58.000/[1 + 0,05 + Risikozuschlag]

‹=› Risikozuschlag = 58.000/50.819,05 – 1 – 0,05 = 9,13 %.

Ein Risikozuschlag von 9,13 % sorgt also dafür, dass der Nutzungswert bei
50.819,05 € liegt.

BEISPIEL

Gegeben sei die Trulla-AG aus dem obigen Beispiel. Zusätzlich sei bekannt, dass bei
einer Veräußerung ein Betrag von 45.000 € zu erzielen wäre. Der Buchwert der
Maschine liegt nach einer planmäßigen Abschreibung von 15.000 € bei 55.000 €.

a) Bestimme den recoverable amount.

b) Bestimme die außerplanmäßige Abschreibung.

a) Der erzielbare Betrag liegt bei

recoverable amount = max(beizulegendem Zeitwert abzgl. Ver kaufskosten;


Nutzungswert)

= max(45.000; 50.819,05)

= 50.819,05 €.

b) Man merke sich folgende Begriffe.


MERKE

- Depreciation Expense planmäßige Abschreibung

MERKE

- Impairment Loss (= Wertänderungsverlust) außerplanmäßige Abschreibung

Im vorliegenden Beispiel erhält man daher

Depreciation Expense 15.000 an Machinery 15.000

Impairment Loss 4.180,95 an Machinery 4.180,95.

Zuschreibungen

Vorlesen

Wenn später die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung wegfallen, liegt
ein Grund für eine sog. Wertaufholung vor. Wir unterscheiden die Wertaufholung
im

 Anschaffungskostenmodell und im
 Neubewertungsmodell.

Anschaffungskostenmodell

Vorlesen

METHODE

Es wird im Anschaffungskostenmodell zugeschrieben auf den

 recoverable amount = max(Fair Value less Cost to sell; Value in Use),


 maximal aber auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

BEISPIEL

Eine Maschine wird angeschafft und außerplanmäßig abgeschrieben. Später möge der Grund,
welcher zu der außerplanmäßigen Abschreibung geführt hat, wieder entfallen. Der Buchwert nach
der außerplanmäßigen Abschreibung am 31.12.2009 liegt bei 180.000 €. Der Recoverable Amount ist
nun auf 220.000 € angestiegen. Die fortgeführten Anschaffungskosten betragen

a) 230.000 € und

b) 210.000 €.

Auf welchen Betrag muss zugeschrieben werden?

Maximal darf auf die Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zugeschrieben
werden.

a) Es erfolgt eine Zuschreibung auf den

 recoverable amount = max(Fair Value less Cost to sell; Value in Use),


 maximal aber auf die fortgeführten Anschaffung- oder Herstellungskosten,

konkret auf recoverable amount = 220.000 €, maximal aber auf fortgeführte Anschaffungskosten in
Höhe von 230.000 €, d.h. also auf insgesamt 220.000 €.

b) Es kommt zu einer Zuschreibung auf den

 recoverable amount = max(Fair Value less Cost to sell; Value in Use),


 maximal aber auf die fortgeführten Anschaffung- oder Herstellungskosten,

konkret auf recoverable amount = 220.000 €, maximal aber auf fortgeführte Anschaffungskosten in
Höhe von 210.000 €, d.h. also auf 210.000€.

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Neubewertungsmodell

Vorlesen

Bei der Neubewertungsmethode ist die Folgebewertung eines Assets nicht (!) auf
die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten beschränkt. Es kann also
vielmehr auch höher bewertet werden.

METHODE

WIEDERHOLUNG FAIR VALUE:


Der Fair Value ist jener Betrag, zu dem ein Asset zwischen

 sachverständigen,
 vertragswilligen und
 unabhängigen

Parteien getauscht werden könnte. Es sind insb. keine Erwerbsnebenkosten zu


berücksichtigen.

Nun das Rechenschema zur Neubewertung.

METHODE

KOCHREZEPT NEUBEWERTUNGSMODELL:

1. Zunächst wird im Rahmen der Erstbewertung der Zuschreibungsbetrag


erfolgsneutral (!) behandelt, d.h. in eine sog. Neubewertungsrücklage (=
Revaluation Surplus) eingestellt. Der Buchungssatz hierzu lautet also

Vermögenswerte an Neubewertungsrücklage

2. Hiernach wird in der Folgebewertung der Fair Value des Assets planmäßig


abgeschrieben und die Neubewertungsrücklage

 teilweise aufgelöst (und zwar erfolgsneutral), d.h. in die einbehaltenen


Ergebnisse (= Retained Earnings) umgebucht, oder
 beibehalten

BEISPIEL

Am 31.12.2009 beträgt der Restbuchwert eines Assets 500.000 €, sein Fair Value
hingegen liegt bei 540.000 €. Die Restnutzungsdauer des Assets lautet acht Jahre.

a) Bewerte das Asset nach der Neubewertungsmethode.

b) In welcher Höhe kommt es zu einer Zuschreibung?

c) Wie lautet der Buchungssatz?


a) Der Buchwert liegt nach der Neubewertungsmethode bei 540.000 €.

b) Es findet eine Zuschreibung statt in Höhe von 40.000 €, die in die


Neubewertungsrücklage eingestellt wird.

c) Der Buchungssatz lautet

Dr Machinery 40.000 € Cr Revaluation Surplus 40.000 €.

BEISPIEL

Wie ist bei den Zahlen aus dem obigen Beispiel in den Folgejahren, also ab dem
Jahr 2010, zu verfahren? Wie wird also insb. die Maschine im Jahre 2010 bewertet,
wie die Neubewertungsrücklage bei anteiliger Umbuchung in die einbehaltenen
Gewinne?

Das Asset wird mit 540.000/8 = 67.500 € pro Jahr abgeschrieben, die
Neubewertungsrücklage kann anteilig mit 40.000/8 = 5.000 € aufgelöst werden. Der
Buchungssatz hierzu lautet

Dr Revaluation Surplus 5.000 € Cr Retained Earnings 5.000 €.

Der Restbuchwert am 31.12.2010 liegt bei 540.000 – 67.500 = 472.500 € für die
Maschine und 40.000 – 5.000 = 35.000 € für die Neubewertungsrücklage.

BEISPIEL

Das Asset aus dem obigen Beispiel wird im Januar 2011 verkauft, und zwar für
einen Preis von

a) 472.500 € bzw.

b) 460.000 €.

Wie lauten die Buchungssätze?

Man erhält

a)

Dr Cash 472.500 € Cr Machinery 472.500 €


Dr Revaluation Surplus 35.000 € Cr Retained Earnings 35.000 €

b)

Dr Revaluation Surplus 12.500 € Cr Mashinery 12.500 €

Dr Cash 460.000 € Cr Machinery 460.000 €

Dr Revaluation Surplus 22.500 € Cr Retained Earnings 22.500 €.

METHODE

KOCHREZEPT

Was passiert nun, wenn der Fair Value sinkt? Dann ist...

1. die Neubewertungsrücklage ganz oder teilweise über den Aktivposten


aufzulösen.

2. Wenn danach noch gilt Fair Value < Restbuchwert, dann wird die Differenz als
Aufwand verrechnet. Eine negative Rücklage entsteht nicht.

BEISPIEL

Am 5.1.2009 wird ein Asset für 300.000 € gekauft und linear über fünf Jahre
abgeschrieben. Der Wert der Neubewertungsrücklage sei am 31.12.2011 schließlich
70.000 €, der Fair Value liege bei 90.000 €.

Wie ist mit der Neubewertungsrücklage umzugehen? Nenne den Buchungssatz.

Der vorläufige Wert des Assets liegt Ende des Jahres 2011 bei

vorl. Wert2011 = Anschaffungskosten

– kumulierte planmäßige Abschreibungen

= 300.000 - 3·(300.000/5)

= 300.000 – 3·60.000

= 300.000 – 180.000
= 120.000 €.

Es geht somit um eine Wertminderung in Höhe von

Wertminderung = vorl. Wert2011 – Fair Value2011

= 120.000 – 90.000

= 30.000 €.

Die Neubewertungsrücklage wird in dieser Höhe aufgelöst (Schritt 1 des o.e.


Kochrezepts), weil ihr Umfang von 70.000 € dies zulässt (Schritt 2 daher nicht
notwendig).

Der Buchungssatz lautet

Dr Revaluation Surplus 30.000 € Cr Asset 30.000 €.

Der Fair Value von 90.000 € wird alsdann in den Jahren 2012 und 2013 linear mit
45.000 € pro Jahr abgeschrieben.

BEISPIEL

Zahlen so wie im obigen Beispiel, aber der Fair Value liegt Ende des Jahres 2011 bei
40.000 €.

Wie ist mit der Neubewertungsrücklage umzugehen?

Der vorläufige Wert liegt bei 120.000 €, die Wertminderung, um die es geht, liegt
somit bei

Wertminderung = vorl. Wert2011 – Fair Value2011

= 120.000 – 40.000

= 80.000 €.

Die Neubewertungsrücklage von 70.000 € ist daher vollständig aufzulösen und


zusätzlich sind 10.000 € als Aufwand zu verrechnen.

Schließlich ist noch zu klären, was mit der Neubewertungsrücklage passiert, wenn
der Grund für eine vorherhende außerplanmäßige Abschreibung entfällt.
METHODE

KOCHREZEPT NEUBWERTUNGSRÜCKLAGE BEI WERTAUFHOLUNGEN:

1. Zunächst ist erfolgswirksam zuzuschreiben bis zur Höhe der fortgeführten


Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

2. Alsdann ist ein darüber hinausgehender Betrag erfolgsneutral in die


Neubewertungsrücklage zu buchen.

BEISPIEL

Am 5.1.2009 wird ein Asset für 300.000 € gekauft und linear über fünf Jahre
abgeschrieben. Der Wert der Neubewertungsrücklage sei am 31.12.2011 schließlich
70.000 €, der Fair Value liege bei 90.000 €. Am 31.12.2012 betrage der Fair Value
65.000 €.

Wie ist mit der Neubewertungsrücklage umzugehen?

Der vorläufige Wert liegt bei

vorl. Wert2012 = Restbuchwert2011 - planmäßige Abschreibung2012

= 90.000 – 45.000

= 45.000 €.

Es ist auf den Fair Value von 65.000 € eine Wertaufholung vorzunehmen, d.h. in
Höhe von 20.000 €. Die fortgeführten Anschaffungskosten liegen bei

fortgef. AK = histor. AK – kumulierte planmäßige Abschreibungen

= 300.000 – 4·(300.000/5)

= 300.000 – 4·60.000

= 300.000 – 240.000

= 60.000 €.

Also erfolgt die Wertaufholung von 20.000 €


 in Höhe von 15.000 € erfolgswirksam auf die fortgeführten
Anschaffungskosten und
 in Höhe von 5.000 € erfolgsneutral als Erhöhung der
Neubewertungsrücklage:

Sachanlagen 20.000 € an sonstige betriebliche Erträge 15.000 €

Neubewertungsrücklage 5.000 €.

Währungsumrechnung
Vorlesen

Wir müssen uns zunächst Gedanken machen über

 Wechselkurse, danach über die


 Methoden der Währungsumrechnung.

Einführung
Arten von Wechselkursen
Vorlesen

Unter Devisen versteht man Zahlungsmittel in ausländischer Währung. Hingegen


sind Sorten Banknoten und Münzen in ausländischer Währung.

Arten von Wechselkursen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Wechselkurse zu systematisieren:

 nach der gewählten Basis,


- Preisnotierung und
- Mengennotierung,

 nach An- oder Verkauf der Devise,


- Briefkurs und
- Geldkurs
 nach der zeitlichen Komponente
- Kassakurs und
- Geldkurs.

Preis- und Mengennotierung


Vorlesen

Nach der gewählten Basis des Wechselkurs unterscheidet man

 die Mengennotierung und


 die Preisnotierung.

Bei der Mengennotierung drückt man aus, wieviel eine inländische Geldeinheit, in


ausländischen Geldeinheiten ausgedrückt, wert ist.

BEISPIEL

Der Wechselkurs in der Mengennotierung zwischen Euro und US-Dollar liege bei 1,08. Dies
bedeutet, dass man 1,08 $ bezahlen muss, um 1 € zu erhalten.

Die Preisnotierung geht genau andersherum vor. Sie misst den Wert einer ausländischen
Geldeinheit in inländischen Geldeinheiten. Anders ausgedrückt, gibt sie den Preis einer Devise
an, ausgedrückt in inländischen Geldeinheiten.

BEISPIEL

Der im obigen Beispiel genannte Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar lautet in der
Preisnotierung 0,93. Dies bedeutet, dass man 0,93 € bezahlen muss, um 1 $ zu erhalten.

MERKE

Der Wechselkurs in der Mengennotierung ist der Kehrwert des Wechselkurses in der


Preisnotierung. So hatten wir oben 1/1,08 = 0,93 gerechnet, um vom Wechselkurs der
Mengennotierung zum Wechselkurs der Preisnotierung zu gelangen.

Mit großer Vorsicht ist die Aussage zu genießen, dass der Wechselkurs einer Währung steigt
oder fällt.

METHODE
Problematisch ist die Aussage: "Der Wechselkurs einer Währung
steigt." Korrekterweise müsste man immer dazu sagen, ob man den Wechselkurs
in der Mengennotierung oder in der Preisnotierung meint, denn ein Anstieg des
Wechselkurses in der Mengennotierung bedeutet einen Rückgang des
Wechselkurses in der Preisnotierung. um diese Schwierigkeiten zu vermeiden,
spricht man davon, dass

 die heimische Währung aufwertet, wenn der Wechselkurs in der Mengennotierung


steigt, also in der Preisnotierung sinkt, bzw. dass
 die heimische Währung abwertet, wenn der Wechselkurs in der
Mengennotierung sinkt, also in der Preisnotierung steigt.

Wichtig ist natürlich ebenso, dass die ausländische Währung abwertet, wenn die heimische
Währung aufwertet und dass die ausländische Währung aufwertet, wenn die heimische Währung
abwertet.

BEISPIEL

Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar sei 1,3 $/€ (also in der Mengennotierung).

Der dazugehörige Wechselkurs in der Preisnotierung lautet 0,76923 €/Dollar. Um den Betrag
von 1.000 Dollar zu erwerben, muss ein Inländer folglich 769,23 € aufwenden. Wenn der
Wechselkurs auf 1,5 Dollar/€ steigt (bzw. auf 0,667 €/Dollar fällt), so muss man als Inländer für
dieselbe Dollarmenge nur noch 666,67 € aufbringen. Mithin hat die ausländische Währung
abgewertet, die heimische Währung hingegen hat aufgewertet.

BEISPIEL

Betrachten wir die Zahlen aus dem obigen Beispiel. Wie lauten die einzelnen Notierungen aus
inländischer Sicht und aus ausländischer Sicht?

Mengennotierung bedeutet „Einheiten ausländischer Währung pro Einheit an inländischer


Währung, Preisnotierung hingegen „Einheiten inländischer Währung pro Einheit ausländischer
Währung.

Wir haben insgesamt

 Preisnotierung
- aus inländischer Sicht: 0,7692 €/Dollar
- aus ausländischer Sicht: 1,30 Dollar/€
 Mengennotierung
- aus inländischer Sicht: 1,30 Dollar/€
- aus ausländischer Sicht: 0,7692 €/Dollar
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Brief- und Geldkurs


Vorlesen

Nach An- oder Verkauf der Devise unterscheidet man zwischen

 Briefkurs und
 Geldkurs.

Zum Geldkurs kauft ein Kreditinstitut ausländische Währung an. Zum Briefkurs verkauft sie die


ausländische Währung.

METHODE

Man stelle sich also eine Bank vor und merke sich die Reihenfolge "Geld-Brief". Die Bank nimmt das
ausländische Geld zum Geldkurs herein und gibt es zum (für sie höheren) Briefkurs wieder heraus.

BEISPIEL

Der Wechselkurs zwischen Euro und südafrikanischem Rand liege bei 1,3 (Geld) und 1,5 (Brief). Der
Safari begeisterte deutsche Urlauber Fritz S. aus Erkenschwick reist in einer Woche in den Krüger-
Nationalpark und möchte südafrikanische Rand erwerben. Er benötigt 1.000 Rand. Wieviel Euro
zahlt er, bevor er verreist?

Weil Fritz sparsam gelebt hat, bringt er die Hälfte der südafrikanischen Rand wieder mit und möchte
diese wieder in Euro eintauschen. Wieviel Euro erhält er?

Er zahlt für einen Rand 1,5 € vor seinem Urlaub (denn für die Bank ist das Geschäft ein Verkauf, also
gilt der Geldkurs von 1,5 €/Rand). Insgesamt bezahlt er also 1.500 €. Für die wieder mitgebrachten
500 Rand erhält er aber nicht die 750 €, die er hierfür ursprünglich bezahlt hat, sondern lediglich
(500 Rand)*(1,3 €/Rand) = 650 (€*Rand)/Rand = 650 €. Er macht also einen „Verlust“ in Höhe von 750
€ - 650 € = 100 €.

 1Brief- und Geldkurs

Brief- und Geldkurs


Aufgabe 1 von 1

Für einen Geldeinheit des Landes A („A-$“) lautet der Briefkurs 1,1 und der Geldkurs
1,05. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?

 
Um einen A-$ zu erwerben, muss man 1,1 € bezahlen.
 
Um einen € zu erwerben, muss man 1,1 $ bezahlen.
 
Um einen A-$ zu erwerben, muss man 1,05 € bezahlen.

Lösen

Kassa- und Terminkurse


Vorlesen

Nach der zeitlichen Komponente unterscheidet man

 Kassakurse und
 Terminkurse.

Kassakurse sind die Wechselkurse für Kassadevisen, Terminkursehingegen sind jene für
Termindevisen.

BEISPIEL

Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar sei (in der Mengennotierung) 1,08 als Kassakurs und
1,15 als Terminkurs. Wozu verpflichtet sich der Käufer von 1.000 $ jeweils?

Der Wechselkurs von 1,08 $/€ entspricht einem Wechselkurs in der Preisnotierung von 0,9259 €/$,
jener von 1,15 $/€ ist 0,8696 €/$. Der Käufer von 1.000 $ muss also heute 925,93 € bezahlen. Wenn
das Geschäft als Termingeschäft abgeschlossen wird, so verpflichtet sich der Käufer, in der Zukunft
für die 1.000 $ einen Betrag von 869,57 € zu entrichten.

 Umrechnungsmethoden
Überblick über Umrechnungsmethoden
Vorlesen

Nach dem zeitlichen Bezug des Umrechnungskurses unterscheidet man

 historische Kurse,
 Durchschnittskurse und
 Stichtagskurse.

Es existieren unterschiedliche Möglichkeiten der Währungsumrechnung, nämlich


die

 Methode der funktionalen Währung


 Stichtagskursmethode,

- unmodifiziert,
- modifiziert und die

 Zeitbezugsmethode.

Bei der reinen (= unmodifizierten) Stichtagskursmethode werden alle


Positionen einheitlich zum Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Es existieren daher
keine Umrechnungsdifferenzen. Wir gehen auf sie im folgenden nicht weiter ein.

Methode der funktionalen Währung


Vorlesen

Die Währungsumrechnung nach IFRS findet sich in IAS 21. Hierbei ist die Methode
der funktionalen Währung vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass der
Konzernabschluss in der Währung des Landes aufzustellen ist, welches für die
Unternehmenstätigkeit den wirtschaftlichen Schwerpunkt bildet (IAS 21.9).

Hierbei gilt folgendes:

ausländisches Tochterunternehmen ...

 ist selbständig: die modifizierte Stichtagskursmethode ist anzuwenden,


 ist unselbständig (= verlängerte Werkbank der Konzernmutter):
Zeitbezugsmethode ist vorgeschrieben.

Die Tochter ist z.B. (aber nicht nur) unselbständig, wenn sie ausschließlich Güter
verkauft, die von der Mutter importiert wurden und die hieraus erzielten
Einnahmen an das Mutterunternehmen abführt (IAS 21.11 (a)).

Wir diskutieren also im folgenden

 die Zeitbezugsmethode und die


 modifizierte Stichtagskursmethode.

Hierzu unterscheiden wir noch

 monetäre Posten und


 nicht-monetäre Posten.

Die monetären Posten sind Positionen, die auf einen bestimmten Betrag lauten.


Genauer gesagt: sie sind (IAS 21.16) ...

 das Recht auf den Erhalt / die Verpflichtung zur Zahlung


 einer festen / bestimmbaren
 Anzahl von Währungseinheiten.

BEISPIEL

Ausleihungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, die auf bestimmten Betrag lauten


und Forderungen sind monetäre Posten.

Nichtmonetäre Posten lauten folglich nicht auf einen konkreten Betrag (IAS 21.16
Umkehrschluss).

BEISPIEL

Beteiligungen, immaterielle Vermögenswerte, Vorräte, Eigenkapital und


Beteiligungen und Anzahlungen sind nichtmonetäre Posten.

Zeitbezugsmethode
Vorlesen
Die Zeitbezugsmethode funktioniert so:
Die GuV wird folgendermaßen umgerechnet:

 Aufwendungen
- solche, die mit Bilanzposten in Zusammenhang stehen, welche mit historischen
Kursen umgerechnet wurden
- historischer Kurs
- z.B. Abschreibungen und Zuschreibungen

 andere Aufwendungen
- Transaktionskurse bzw. Durchschnittskurse

 Erträge
- solche, die mit Bilanzposten in Zusammenhang stehen, welche mit historischen
Kursen umgerechnet wurden
- historischer Kurs

 andere Erträge
- Transaktionskurse bzw. Durchschnittskurse

Hierbei kommt es zu Umrechnungsdifferenzen. Diese werden in


der Zeitbezugsmethode normalerweise erfolgswirksam erfasst, in Ausnahmen
erfolgsneutral:

 Regel
- andere als die u.e. Umrechnungsdifferenzen: erfolgswirksame Erfassung

 Ausnahmen
- Nettoinvestitionen in ausländisches Unternehmen: erfolgsneutral im sonstigen
Ergebnis erfasst
- Neubewertungen nach IAS 16: erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst
- Kurssicherungsgeschäfte für Fremdwährungspositionen: Erfassung nach IAS 39

Schließlich, wenn bestimmte Bilanzpositionen nicht zu Stichtagskursen bewertet


werden, ist grundsätzlich ein Niederst- oder Höchstwerttest erforderlich.

Wir rechnen die Methoden am folgenden

BEISPIEL

Die M-GmbH halt alle Anteile an der T mit Sitz in Memphis, Tennessee (USA). Die T stellt
folgenden Jahresabschluss in Fremdwährung auf.
BEISPIEL
Außerdem gilt:

- historischer Kurs: 1 Dollar = 1,5 €

- Stichtagskurs: 1 Dollar = 1,1 (allerdings hat sich zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung
der Kurs wieder auf 1,5 €/Dollar erholt)

- Durchschnittskurs: 1 Dollar = 1,2 €.

Außerdem lagen die beizulegenden Werte bei 420.000 Dollar für das
Sachanlagevermögen, bei 280.000 Dollar für die Vorräte und bei 50.000 Dollar für die
Forderungen. Weitere Hinweise auf eine mögliche Wertminderung lagen nicht vor.

Wir unterscheiden nun die Fälle:

 T ist unselbständig

und

 T ist selbständig.

Lösung:

Im Fall, dass die Unternehmung T relativ unselbständig ist, rechnen wir mit


der Zeitbezugsmethode. Im Fall der relativen Selbständigkeit hingegen mit der
modifizierten Stichtagskursmethode.

Wir kalkulieren wie folgt:

METHODE

KOCHREZEPT ZEITBEZUGSMETHODE:

1. Rechne nicht-monetäre Posten zum historischen Kurs um. Beachte


Niederstwerttests.

2. Rechne monetäre Posten zum Stichtagskurs um.


3. Rechne das Eigenkapital (mit Ausnahme des Jahresüberschusses) mit historischen
Kursen um.

4. Rechne Abschreibungen und Zuschreibungen mit historischen Kursen um (denn die


zugehörigen Bilanzposten wurden auch derart umgerechnet)

5. Rechne die anderen Posten der GuV mit dem Durchschnittskurs um

6. Erhalte den Jahresüberschuss, der „passend gemacht“ wird, durch Jahresüberschuss


= Summe Aktivposten – andere Passivposten. Die Bilanz ist damit vollendet.

7. Kalkuliere die Umrechnungsdifferenz als verbliebenen Saldo der GuV durch


Umrechnungsdifferenz = Summe linke Seite der GuV – Summe bisherige rechte Seite.
Erfasse diese erfolgswirksam in der GuV. Die GuV ist damit vollendet.
Modifizierte Stichtagskursmethode
Vorlesen

Zunächst zur Vorgehensweise.


METHODE

KOCHREZEPT MODIFIZIERTE STICHTAGSKURSMETHODE:

Hierbei rechnet man wie folgt um:

1. Bilanz umrechnen. Vermögenswerte und Schulden zu Stichtagskursen,


Eigenkapital (mit Ausnahme des Jahresüberschusses und mit Ausnahme der
Umrechnungsdifferenz) zum historischen Kurs.

2. GuV umrechnen. Alles zum Durchschnittskurs, insb. auch den Jahresüberschuss.


Dieser ergibt sich also auch durch das Kalkül JÜ = alle Erträge – alle Aufwendungen.
Die GuV ist damit komplett und ausgeglichen.

3. Berechne die Umrechnungsdifferenz und setze diese in die Bilanz (!). Die
Umrechnungsdifferenz ist damit erfolgsneutral, da nicht Teil der GuV.
Umrechnungsdifferenz = Summe Aktiva – bisherige Posten der Passiva. Die Bilanz
ist damit komplett und ausgeglichen.

BEISPIEL

Die M-GmbH halt alle Anteile an der T mit Sitz in Memphis, Tennessee (USA). Die T
stellt folgenden Jahresabschluss in Fremdwährung auf.
BEISPIEL

Außerdem gilt:

- historischer Kurs: 1 Dollar = 1,5 €

- Stichtagskurs: 1 Dollar = 1,1 (allerdings hat sich zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung
der Kurs wieder auf 1,5 €/Dollar erholt)

- Durchschnittskurs: 1 Dollar = 1,2 €.

Außerdem lagen die beizulegenden Werte bei 420.000 Dollar für das
Sachanlagevermögen, bei 280.000 Dollar für die Vorräte und bei 50.000 Dollar für die
Forderungen. Weitere Hinweise auf eine mögliche Wertminderung lagen nicht vor.

Das Vermögen und die Schulden werden zum Stichtagskurs, konkret zum
Devisenkassamittelkurs, umgerechnet, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs, die
Posten der GuV mit dem Durchschnittskurs. Die Umrechnungsdifferenz rechnet sich
durch

URD = Aktivseite der Bilanz – bisherige Passivposten

= 770.000 – (300.000 + 366.000 + 165.000 + 77.000)

= -138.000 €.

Die Bilanz ist damit komplett und ausgeglichen.


 Selbstkontrollaufgaben zu Vorbereitung
der Konsolidierung
Aufgabe: Überprüfung des Konzernabschlusses
Vorlesen

Der frischgebackene Düsseldorfer Absolvent Alexander L. muss zum 31.12.06 den


Konzernabschluss der X-GmbH prüfen. Er entdeckt dabei mit Schrecken die
folgenden Sachverhalte.

a)Eine 100 %-ige Tochter der X-GmbH wendete in ihrem Einzelabschluss für
die Vorratsbewertung das Fifo-Verfahren an, wohingegen die X-GmbH mit
dem Durchschnittsverfahren bewertete.

b)Die Pele S.A. mit Sitz in Rio de Janeiro, eine 80 %-ige Tochter der X-
GmbH, hat für die Bilanzierung ihres Aktivvermögens die fortgeführten
Anschaffungs- und Herstellungskosten mit einem Inflationsindex von 1,3
multipliziert. Nach Auskunft des dortigen Buchhalters Ronaldino entspricht
dies genau der brasilianischen Inflationsrate. Darüber hinaus sei dies nach
brasilianischem Recht möglich.

c)Die Samir S.A. aus dem Libanon, die ebenfalls eine Tochter der X-GmbH
ist, hat für nach 1987 eingegangen Pensionsverpflichtungen (die
unmittelbare Versorgungszusagen sind) keine Rückstellungen mehr gebildet,
da nach Auskunft des Buchhalters Mohamed R. das libanesische Recht nur
für sichere Verpflichtungen den Ansatz von Schulden kenne und nicht für
ungewisse Verbindlichkeiten.

d)Schließlich hat die Samir S.A. ihre Vermögenswerte linear abgeschrieben


statt geometrisch-degressiv, wie dies die X-GmbH getan hat.

e)Die Africa S.A., ebenfalls eine 100%-ige Tochter der X-GmbH mit Sitz im
Kongo, hat die Aufwendungen für ein selbsterstelltes Patent in
Übereinstimmung mit kongolesischem Recht aktiviert.

Alexander L. stellt sich auf eine lange Nacht mit viel Arbeit ein. Welche Dinge sind
von ihm für die Konzernbilanz zu verändern?

Lösung: Überprüfung des Konzernabschlusses


Vorlesen
Für die Erstellung einer Konzernbilanz sind die Vermögenswerte und Schulden
zunächst einheitlich anzusetzen und einheitlich zu bewerten. Dies bedeutet
insbesondere, dass im Rahmen der Erstellung der Handelsbilanz II (HB II)
einheitliche Ansatz- und Bewertungsmethoden angewandt werden müssen. Hierbei
ist zu beachten, dass dies nicht bedeutet, dass die Ansatz und
Bewertungsmethoden der Mutter benutzt werden müssen. Vielmehr kann die
Mutter auch entscheiden, dass konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden einer Tochter zur Anwendung kommen. Es werden also nicht
die Methoden der Mutter zwingend angewandt, sondern es wird von der Mutter
entschieden, dass einheitlich irgendeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode
anzuwenden ist. Wichtig ist lediglich, dass dies nach deutschen
Bilanzierungsvorschriften erfolgen muss.

a) Das Durchschnittsverfahren ist konzernweit anzuwenden.

b) Eine Inflationierung ist nach deutschem Bilanzierungsrecht nicht zulässig.


Vielmehr gilt das AK/HK Prinzip. Die Anschaffungs - oder Herstellungskosten dürfen
demnach nicht überschritten werden. Sie bilden die absolute Höchstgrenze für die
Bewertung.

c) Die Rückstellungsbildung ist bei Neuzusagen Pflicht.

d) Unterschiedliche Abschreibungsmethoden sind durchaus möglich, wenn die


Umweltbedingungen und die technischen Einsatzbedingungen sehr unterschiedlich
sind. Die Einheitlichkeit der Bewertung heisst also nicht, dass alles einheitlich
abzuschreiben ist. Vielmehr sind in gewissen Ausnahmefällen auch
unterschiedliche Bewertungsmethoden möglich.

e) Ein selbstentwickeltes Patent gehört zu den immateriellen Vermögenswerten des


Anlagevermögens, welche im vorliegenden Fall nicht entgeltlich erworben wurden.
Es existiert hierfür ein handelsrechtliches Aktivierungsverbot.

Aufgabe: Anpassung der Bilanzierungsmethoden


Vorlesen

Die Ana C. GmbH mit Stammsitz in Düsseldorf muss für den von ihr erstellten
Konzernabschluss mit Schrecken feststellen, dass ihre drei Töchter T1, T2 und T3
abweichend von den von der Mutter angewendeten Bilanzierungsmethoden ihren
jeweiligen Einzelabschluss erstellen.

a)So aktiviert die T1-GmbH ihre Vorräte mit Lifo, die T2-AG mit Fifo. Die Ana
C. GmbH hingegen wählt seit Jahren die Bewertung mit durchschnittlichen
Einstandspreisen.

b) Die T3-AG aktiviert ihre auf Lager liegenden Fertigprodukte an der


handelsrechtlich zulässigen Untergrenze. Die Ana C. hingegen bilanziert seit Jahren
an der Wertobergrenze.

c)Ein Preisverfall der letzten Jahre auf dem Absatzmarkt (der für alle vier
Unternehmen derselbe sei) hatte alle Töchter zu außerplanmäßigen
Abschreibungen auf ihr Vorratsvermögen gezwungen. Der
Abschreibungsgrund ist aber neulich weggefallen, weil die Märkte sich erholt
hatten. Die T2-AG nahm deshalb eine Zuschreibung vor, während die Mutter
den Wertansatz beibehielt.

Die Vorstandsvorsitzende, Ana C., steht vor einem Rätsel. Sie soll innerhalb einer
Woche die unterschiedlichen Bewertungen vereinheitlichen. Was ist zu tun?

Lösung: Anpassung der Bilanzierungsmethoden


Vorlesen

METHODE

Die Mutterunternehmung muss nicht das für den Konzern machen, was sie in
ihrem Einzelabschluss macht. Sie muss lediglich entscheiden, was konzernweit
gemacht wird, wie also konzernweit bilanziert und bewertet wird.

a) Alles ist zulässig, also das Durchschnittsverfahren als auch das FiFo Verfahren,
aber auch die anderen Verfahren, wenn man diese begründen kann.

b) Sowohl die Bewertung zur Wert unter Grenze als auch zur Wert ober Grenze als
auch ein Wert dazwischen. Wichtig ist lediglich, dass die Bewertung einheitlich ist.

c) Eine Wertaufholung ist keine Bewertungsmethode, genauso wenig wie eine


außerplanmäßige Abschreibung eine Bewertungsmethode ist.
Aufgabe: Stichtagskursmethoden
Vorlesen

Welche Stichtagskursmethoden sind bekannt? Erläutere.

Lösung: Stichtagskursmethoden
Vorlesen

Stichtagskursmethode

Die Stichtagskursmethode existiert als

 reine Stichtagskursmethode und als

 modifizierte Stichtagskursmethode.

Reine Stichtagskursmethode

Bei der reinen Methode werden alle Positionen mit dem am Bilanzstichtag geltenden
Devisenmittelkurs umgerechnet.

MERKE

Es entstehen deswegen bei der reinen Stichtagskursmethode keine Umrechnungsdifferenzen.

Modifizierte Stichtagskursmethode

Hier wird das Eigenkapital zum historischen Kurs umgerechnet, die bilanzielle
Umrechnungsdifferenz wird als Sonderposten im Eigenkapital erfolgsneutral ausgewiesen.
Kapitalkonsolidierung
Vorlesen
METHODE

KOCHREZEPT:

Zur Wiederholung sei Folgendes gesagt. Die Erstellung der Konzernbilanz erfolgt durch
Konsolidierung in vier Schritten:

 Kapitalkonsolidierung,

 Schuldenkonsolidierung,

 Zwischenerfolgseliminierung und

 Aufwands- und Ertragskonsolidierung.

Kommen wir also im Folgenden zur Kapitalkonsolidierung. Diese bedeutet, dass die Beteiligung
der Mutter gegen das Eigenkapital der Tochter verrechnet wird.

BEISPIEL

Die Mutterunternehmung Mutter-AG ist an der Tochter-GmbH mit 5.000 € beteiligt. Die Bilanz der
Mutter weist dies im Anlagevermögen unter „Beteiligungen” aus, in der Bilanz der Tochter stehen
die 5.000 € im Eigenkapital.

Beide Positionen werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminiert und tauchen also in der
Konzernbilanz nicht mehr auf. Dies entspricht der Einheitstheorie, denn wenn man den Konzern als
einheitliche Unternehmung ansieht, so ist es nicht möglich, dass eine Unternehmung sich selbst
besitzt.
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 1Kapitalkonsolidierung

Kapitalkonsolidierung

Aufgabe 1 von 1

Kapitalkonsolidierung bedeutet, dass...

 
...die Beteiligung der Mutter gegen das Eigenkapital der Tochter verrechnet wird.

...die Beteiligung der Mutter gegen das Fremdkapital der Tochter verrechnet wird.

...die Beteiligung der Tochter gegen das Eigenkapital der Mutter verrechnet wird.

Lösen

Konsolidierungsausgleichsposten
Vorlesen

Unter Kapitalkonsolidierung versteht man die Aufrechnung des Buchwertes der Beteiligung bei der
Mutter mit dem anteiligen Eigenkapital bei der Tochter, die konsolidiert werden soll. Dies bedeutet
also, dass der Buchwert der Beteiligung aus der Einzelbilanz der Mutter und das anteilige
Eigenkapital der Tochter in der Konzernbilanz beide nicht mehr auftauchen.

BEISPIEL

Die Mutter AG ist bei der Tochter GmbH mit einem Betrag von 500 € zu 100 % beteiligt. Das
Eigenkapital der Tochter-GmbH möge ebenfalls bei 500 € liegen.

In der Einzelbilanz der Mutter beträgt der Beteiligungsbuchwert 500 € in der Einzelbilanz der Tochter
steht das Eigenkapital mit 500 € zu Buche. Beides bedeutet inhaltlich dasselbe – und wird später im
Rahmen der Kapitalkonsolidierung „wegkonsolidiert“.

Nun kann es allerdings auch passieren, dass der Beteiligungsbuchwert und das anteilige
Eigenkapital der Tochter nicht dieselbe Höhe aufweisen. Man spricht dann von einem sog.
Konsolidierungsausgleichsposten, der den Unterschiedsbetrag ausweist:

Konsolidierungsausgleichsposten = Beteiligungsbuchwert

abzgl. anteiliges Eigenkapital.

Der Konsolidierungsausgleichsposten kann nun

 aktivisch als auch


 passivisch

sein.

Aktivischer Konsolidierungsausgleichsposten
Vorlesen

Man spricht von einem aktivischen KAP, wenn dieser größer ist als null, wenn also der
Beteiligungsbuchwert das anteilige Eigenkapital übersteigt.

MERKE

Die Mutterunternehmung hat bei einem aktivischen Konsolidierungsausgleichsposten dann für die
Beteiligung mehr bezahlt als das anteilige Reinvermögen (jedenfalls das bilanzielle!) wert ist.

BEISPIEL

Die Mutter AG ist bei der Tochter GmbH mit 500 € beteiligt, das anteilige Eigenkapital lautet 300 €.

Der Konsolidierungsausgleichsposten beträgt damit

KAP = Buchwert der Beteiligung abzgl. anteiliges Eigenkapital

= 500 - 300

= 200 > 0.

Der um Konsolidierungsausgleichsposten ist damit aktivisch, denn die Mutter AG hat für die
Beteiligung bei der Tochter GmbH 200 € zuviel bezahlt.

Folgende Gründe können die Ursache sein für einen aktivischen Konsolidierungsausgleichsposten:

 das Tochterunternehmen verfügt über stille Reserven in seiner Bilanz,

 der Tochter werden positive Zukunftschancen eingeräumt,

 die Beteiligung ist schlichtweg überbewertet, es wurde also für die Beteiligung zuviel bezahlt.

Der Begriff der stillen Reserven ist sehr wichtig. Man spricht hiervon, wenn

 Aktivpositionen unterbewertet oder

 Passivpositionen überbewertet

sind.
BEISPIEL

Ein Grundstück wurde 1950 für damals 1.000 DM gekauft. Es ist mittlerweile 1 000.000 € wert.

Nach dem AK/HK-Prinzip darf die Bewertung nach Handelsrecht niemals über diese 1.000 DM (heute
umgerechnet in €) hinausgehen. Da ein Grundstück nicht planmäßig abgeschrieben werden darf,
steht es weiterhin mit (nun umgerechneten, ungefähren) 500 € in der Bilanz. Da das Grundstück
aber mittlerweile 1000.000 € wert ist, handelt sich um eine stille Reserve in Höhe von 1000.000 - 500
= 999.500 €. Eine Aktivposition ist unterbewertet.

Der zweite Fall, dass also dem Tochterunternehmen positive Zukunftschancen eingeräumt


werden, dürfte den Normalfall ausmachen, weil es gerade dann attraktiv, ein Unternehmen zu
erwerben.

Der dritte Fall ist nicht zu verwechseln mit dem zweiten, denn es wurde zwar zuviel bezahlt, aber
nicht aus positiven Zukunftschancen heraus, sondern weil der Wert der Unternehmung mittlerweile
gesunken ist. Es liegt eine Pflicht zur außerplanmäßigen Abschreibung vor, deshalb dürfte dieser Fall
in der Praxis selten vorkommen.

 1Aktivischer KAP

Aktivischer KAP

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Man spricht von einem aktivischen Konsolidierungsausgleichsposten, wenn dieser

größer ist als null, wenn also der   das  übersteigt.

Lösen

Passivischer Konsolidierungsausgleichsposten
Vorlesen
Wenn der Beteiligungsbuchwert kleiner ist als das anteilige Eigenkapital, so ist der Aktivposten
größer als der Passivposten, man spricht deswegen von einem passivischen
Konsolidierungsausgleichsposten.

BEISPIEL

Die Mutter AG bezahlt 400 € für die Beteiligung bei der Tochter GmbH, das anteilige Eigenkapital
beträgt 1.000 €.

Der Konsolidierungsausgleichsposten beträgt 400 – 1.000 = - 600 € < 0, er ist also passivisch.

Für einen passivischen KAP lassen sich wiederum unterschiedliche Gründe erkennen:

 es liegen bei der Tochter stille Lasten vor,

 die Zukunftschancen der Tochterunternehmung werden als negativ angesehen,

 die Beteiligung wurde zu günstig, also unterhalb ihres tatsächlichen Werts, erworben.

Man sieht, dass diese Gründe das genaue Gegenteil der Gründe für einen aktivischen KAP bilden.

Folgende Ursachen eines negativen Firmenwerts sind denkbar:

 Lucky-Buy

o Eigenkapital

o der Käufer des Unternehmens nutzt ökonomische Probleme des Verkäufers und
setzt Preisminderung durch

 zukünftige Belastung

o Fremdkapital

o der Käufer kennt zukünftige Belastungen, welche bilanziell noch nicht erfasst sind.

Wiederholen wir also die entscheidenden Dinge.

Wir unterscheiden den

 positiven Geschäftswert (= Goodwill)

o es wird mehr als der Zeitwert des Eigenkapitals bezahlt

 negativen Geschäftswert (= Badwill).

o die Mutter zahlt weniger als den Zeitwert des Eigenkapitals.


 1Passivischer Konsolidierungsausgleichsposten
 2Passivischer Konsolidierungsausgleichsposten
 3Passivischer Konsolidierungsausgleichsposten

Passivischer Konsolidierungsausgleichsposten

Aufgabe 1 von 3

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Wenn mehr als der Zeitwert des Eigenkapitals beim Kauf aufgewendet wird, entsteht ein
positiver Firmenwert.

 
Wenn weniger als der Zeitwert des Eigenkapitals beim Kauf aufgewendet wird, entsteht ein
positiver Firmenwert.

 
Wenn mehr als der Zeitwert des Eigenkapitals beim Kauf aufgewendet wird, entsteht ein
negativer Firmenwert.

Lösen

Vollkonsolidierung
Vorlesen

Die Kapitalkonsolidierung funktioniert nach folgenden Methoden:

 Vollkonsolidierung

o bei Tochterunternehmen

o Neubewertungsmethode

 Quotenkonsolidierung

o bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten

 Equity-Methode

o bei Gemeinschaftsunternehmen
o bei assoziierten Unternehmen
Die Vollkonsolidierung funktioniert wiederum nach der Neubewertungsmethode. Dies ist jener
Betrag, der dem tatsächlichen Wert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Posten der
Tochterunternehmung entspricht (= Buchwerte + stille Reserven).

METHODE

Die Idee ist, dass man so tut, als würde die Mutter nicht nur die Anteile am Kapital, sondern vor
allem die Vermögenswerte und Schulden erwerben. Deswegen sollen die Anschaffungswerte statt
der Buchwerte in der Bilanz der Tochter übernommen werden.

Deswegen ist eine Neubewertung erforderlich.

Wir besprechen die Methode in unterschiedlichen Fällen:

 Erstkonsolidierung

o ohne Minderheitsgesellschafter

o mit Minderheitsgesellschaftern

 Folgekonsolidierung

o ohne Minderheitsgesellschafter

o mit Minderheitsgesellschaftern
Erstkonsolidierung
Vorlesen

Wir unterscheiden

 Erstkonsolidierung und

 Folgekonsolidierung.

Im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung werden die Bilanzen von Mutter- und Tochterunternehmen


zusammengefasst (summiert). Vorher wurden bei der Tochter – wegen der Neubewertungsmethode
– die stillen Reserven und die stillen Lasten aufgelöst. Da der Kaufpreis der Tochter für die Mutter
meistens höher ist als das erworbene Vermögen, entsteht ein Firmenwert (= Goodwill). Bei
der Folgekonsolidierung werden dann die stillen Reserven und der Firmenwert über die Laufzeit
verteilt, d.h. abgeschrieben. Wir besprechen die Erst- und die Folgekonsolidierung, und zwar sowohl
für den Fall, dass die Mutter zu 100 % die Tochter besitzt, als auch für jenen Fall, dass
Minderheitsgesellschafter existieren, anhand von

BEISPIEL

Am 31.12.2009 erwirbt die Mutter-AG aus Bonn für 500.000 € die Tochter-AG mit Sitz in
Braunschweig. Die Vermögenswerte der Tochter haben einen Bilanzwert von 300.000 € und einen
Zeitwert von 350.000 €. Das gezeichnete Kapital der Mutter liegt bei 1.000.000 €, jenes der Tochter
bei 250.000 €. Die Jahresüberschüsse von Mutter und Tochter liegen bei 300.000 € und 50.000 €. Die
Mutter hat außerdem noch diverse Vermögenswerte im Wert von 800.000 € in ihrer Bilanz. Erstelle
die Konzernbilanz zum 31.12.2009.

 1Folgekonsolidierung

Folgekonsolidierung

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei der Folgekonsolidierung werden die aufgelösen   auf die Laufzeit


verteilt.

Lösen

Erstkonsolidierung ohne Minderheitsgesellschafter


Vorlesen

Wir gehen nach der Neubewertungsmethode vor. Zunächst werden die stillen Reserven bei der
Tochter-AG aufgelöst, nämlich die Differenz aus Zeit- und Buchwert bei den Vermögenswerten.
Diese erhöhen die Werte in der Bilanz und werden durch Bildung einer Neubewertungsrücklage
gegengebucht (s. die Spalte der Tochter-AG, also TU, in der unten angegeben Tabelle. Die folgenden
Zahlen verstehen sich sämtlich in Tausend €).
Folgekonsolidierung
Vorlesen

Im Rahmen der Folgekonsolidierung werden


 der Firmenwert und

 die stillen Reserven,

die bei der Erstkonsolidierung entstanden sind, fortgeführt.

Man muss daher wissen, über welchen Zeitraum die Vermögenswerte zu verteilen
sind.

MERKE

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei IFRS nicht planmäßig abgeschrieben,
sondern höchstens außerplanmäßig. Vielmehr unterliegt bei IFRS dieser einem
jährlich durchzuführenden Impairment Test, wird also möglicherweise
außerplanmäßig abgeschrieben (= wertgemindert).

Dies ist im HGB anders. Dort unterliegt der entstandene Geschäfts- oder
Firmenwert der planmäßigen Abschreibung.

Beachte zu den Abschreibungen beim Umlaufvermögen folgendes.

METHODE

Bei den Vermögenswerten ist wichtig, dass man Anlage- und Umlaufvermögen
trennt. Beim Umlaufvermögen wird in manchen Prüfungen gesagt, dass es „durch
Umschlag in der nächsten Periode realisiert“ wird. Dies bedeutet dann, dass die
entstandenen stillen Reserven im Umlaufvermögen in der Folgeperiode komplett
aufzulösen sind.
Folgekonsolidierung ohne Minderheitsgesellschafter
Vorlesen

BEISPIEL

Es gelten die Zahlen aus dem Beispiel. Die Nutzungsdauer der Vermögenswerte


liegt bei zwei Jahren, der Firmenwert wird über fünf Jahre verteilt. Der
Jahresüberschuss des Jahres 2010 liegt bei der Mutter-AG bei 300.000 €, bei der
Tochter-AG bei 20.000 €.

Erstelle die Konzernbilanz zum 31.12.2010.

METHODE

Die Aufgabenstellung heißt mit anderen Worten: führe die Folgekonsolidierung


durch!
Der Jahresüberschuss aus dem Jahr 2009 wird in die Gewinnrücklage eingestellt, so
dass man in der unten stehenden Tabelle eine zusätzliche Zeile erhält – im
Vergleich zu der Tabelle aus der Erstkonsolidierung.
Quotenkonsolidierung
Vorlesen

Die Quotenkonsolidierung wird ausschließlich bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten (= Joint


Operations) durchgeführt.

Hingegen wird die Equity-Methode, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, pflichtmäßig
angewendet

 bei assoziierten Unternehmen und


 bei Gemeinschaftsunternehmen (= Joint Ventures).
Gemeinschaftsunternehmen
Vorlesen

Eine gemeinschaftliche Tätigkeit (= Joint Operation) ist eine gemeinsame Vereinbarung, über


Rechte an Vermögenswerten und Verpflichtungen an deren Schulden haben.

BEISPIEL

Die X-AG und die B-GmbH kaufen gemeinsam eine sehr teure Maschine und nutzen diese auch
gemeinsam.

Es liegt eine gemeinschaftliche Tätigkeit vor, X-AG und B-GmbH heißen "gemeinschaftlich Tätige".
Die Maschine wird quotal von X-AG als auch von der B-GmbH bilanziert, daher der Name
"Quotenkonsolidierung".

Ein Gemeinschaftsunternehmen hat folgende Eigenschaften:

 gemeinschaftliche Führung durch zwei bzw. mehrere sog. "Partnerunternehmen",

 die Partnerunternehmen gehören zu Konzernen

o als Mutter oder Tochter

 die Partnerunternehmen sind unabhängig voneinander.

Man spricht von einem engen und einem weiten Konsolidierungskreis:


Equity-Methode
Vorlesen

Im folgenden stellen wir die Vorgehensweise bei der Equity-Methode dar, die bei

 assoziierten Unternehmen und


 bei Gemeinschaftsunternehmen (= Joint Ventures)

angewendet werden muss.

Assoziierte Unternehmen
Vorlesen

Die Equity-Methode wird angewendet bei

 Gemeinschaftsunternehmen und bei


 assoziierten Unternehmen.

Wenn es sich bei dem Einfluss der Mutter auf die Tochter nicht um einen beherrschenden, wohl
aber um einen maßgeblichen Einfluss handelt, so besteht keine Verpflichtung des Einzugs nach der
Vollkonsolidierung, wohl aber nach der Equity-Methode. Voraussetzung hierfür ist, dass eine
Beteiligung vorliegt. Man spricht insgesamt dann von einem assoziierten Unternehmen. Ein
maßgeblicher Einfluss wird dann vermutet, wenn die Mutter mindestens 20 % der Stimmrechte bei
der Tochter ausübt.

BEISPIEL

Die Mutter AG besitzt 25 % der Stimmrechte an der Tochter GmbH. Es liegt kein
Beherrschungsvertrag vor, ebenso ist keine einheitliche Leitung der Mutter auf die Tochter zu
erkennen.

Ein Einbezug ist nicht möglich, da zwar eine Beteiligung vorliegt, aber keine einheitliche Leitung.
Demnach ist zu prüfen, ob wenigstens die Tochter ein assoziiertes Unternehmen der Mutter
darstellt. Dies ist dann der Fall, wenn der Einfluss der Mutter auf die Tochter zwar nicht
beherrschend, aber maßgeblich ist. Da die Beteiligung der Stimmrechte bei mehr als 20 % liegt, wird
dies vermutet.

BEISPIEL

Die Mutter-AG aus dem obigen Beispiel besitzt lediglich 15 % der Stimmrechte an der Tochter-
GmbH, ist allerdings ihr Hauptauftragsgeber.

Im vorliegenden Fall greift die Beteiligungsvermutung nicht. Allerdings liegt bei wichtigen
Abnehmer-/Lieferantenverhältnissen trotzdem ein maßgeblicher Einfluss vor. Insofern ist die
Tochter GmbH ein assoziiertes Unternehmen der Mutter-AG, nach der Equity-Methode hat ein
Einbezug stattzufinden.
Wenn allerdings die Beteiligung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von
untergeordneter Bedeutung ist, so braucht auch nach der Equity-Methode kein Einbezug
stattzufinden.

 1Assoziierte Unternehmen
 2Assoziierte Unternehmen
 3Assoziierte Unternehmen

Assoziierte Unternehmen

Aufgabe 1 von 3

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Die Prüfungsreihenfolge lautet stets Beherrschung, danach gemeinschaftliche Leitung und


schließlich maßgeblicher Einfluss.

 
Die Prüfungsreihenfolge lautet stets maßgeblicher Einfluss, danach gemeinschaftliche Leitung, dann
erst Beherrschung.

 
Die Prüfungsreihenfolge lautet stets Beherrschung, dann maßgeblicher Einfluss und schließlich
gemeinschaftliche Leitung.

Vorgehensweise bei der Equity-Methode


Vorlesen

Für assoziierte Unternehmen und für Gemeinschaftsunternehmen wird die Equity-


Methode nach der Buchwertmethode durchgeführt. Wir trennen im folgenden
nicht die Erst- und die Folgekonsolidierung in unterschiedliche Kapitel auf, sondern
erledigen beide hier.

METHODE
In der internationalen Rechnungslegung ist lediglich die
sog. Buchwertmethode zulässig (IAS 28.10), nicht hingegen die sog.
Kapitalanteilsmethode.

Bei der Equity-Methode wird die Kapitalkonsolidierung technisch anders gerechnet


als die Vollkonsolidierung oder die Quotenkonsolidierung. Man rechnet nämlich
nicht die einzelnen Positionen der Bilanz des assoziierten Unternehmens ein,
sondern vielmehr besteht die Konzernbilanz aus

 den einzelnen Positionen des beteiligten Unternehmens

o (wir wollen den Ausdruck „Mutter“ hier streng vermeiden) und

 dem Beteiligungsbuchwert

o dieser subsumiert die Beteiligung, den Anteil an den stillen Reserven


und stillen Lasten, den Anteil am Gewinn und den Geschäfts- oder
Firmenwert in einer einzigen Zahl.

Die Erstkonsolidierung funktioniert bei der Buchwertmethode folgendermaßen:

METHODE

KOCHREZEPT EQUITY-METHODE (NACH BUCHWERTMETHODE):

1. Berechne den Unterschiedsbetrag durch

Unterschiedsbetrag = Beteiligungsbuchwert abzgl. anteiliges (nicht neubewertetes)


bilanzielles Eigenkapital des Anteilsunternehmens.

2. Dieser Unterschiedsbetrag lässt sich verteilen auf

 anteilige stille Reserven,

 anteilige stille Lasten und

 den Geschäfts- oder Firmenwert.

3. Kalkuliere alsdann Wert der Beteiligung Vorjahr

 zzgl. anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens


 abzgl. erhaltende Dividende

 abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen Vermögen

 zzgl. anteilige stille Lasten

= Wert der Beteiligung im Folgejahr

Wir rechnen am folgenden Beispiel:

BEISPIEL

Die MU-AG ist mit 25 % an der AU-GmbH beteiligt. Die Bilanzen der beiden
Gesellschaften sehen wie folgt aus:
Zunächst rechnet man den sog. Unterschiedsbetrag aus, der sich ergibt als Differenz
aus Beteiligungsbuchwert abzgl. dem anteiligen (nicht neubewerteten!) Eigenkapital
beim Anlageunternehmen:

Unterschiedsbetrag = Beteiligungsbuchwert – anteiliges EK der AU

= 200 – 0,25*400

= 200 – 100

= 100 €.

Dieser Unterschiedsbetrag lässt sich verteilen auf

 die anteiligen stillen Reserven

o beim langfristigen Vermögen

 0,25*40 = 10

o beim kurzfristigen Vermögen

 0,25*20 = 5

 die stillen Lasten

o 0,25*10 = 2,5 und

 den Geschäfts- oder Firmenwert

o 100 – 10 – 5 + 2,5 = 87,5.

Beachte insb., dass die stillen Lasten hinzuaddiert werden, die stillen Reserven
hingegen abgezogen werden!

Dann geht es um das Ausrechnen des Beteiligungsbuchwerts für die Konzernbilanz.


Dieser nimmt in den unterschiedlichen Jahren unterschiedliche Werte an. Man rechnet
ihn aus mit der schon im Kochrezept erwähnten Formel

METHODE

Wert der Beteiligung Vorjahr

+ anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens


abzgl. erhaltende Dividende

abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen langfristigen Vermögen

abzgl. Abschreibungen auf anteilige stille Reserven im kurzfristigen Vermögen

zzgl. anteilige stille Lasten

= Wert der Beteiligung im Folgejahr

Also rechnet man hier damit

Wert der Beteiligung Vorjahr 200

+ anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens (0,25*100 =) 25

abzgl. erhaltende Dividende -

abzgl. Abschreibung auf anteilige stille Reserven im sonstigen langfristigen 2


Vermögen (0,25*(40:5)=)

abzgl. Abschreibungen auf anteilige stille Reserven im kurzfristigen Vermögen: 5


(0,25*20 =)

zzgl. anteilige stille Lasten: (0,25*10 =) 2,5

= Wert der Beteiligung im Folgejahr = 220,


5

Damit steht der Beteiligungsbuchwert für das Folgejahr fest. Man kalkuliert schließlich
noch den Jahresüberschuss neu:

JÜ_neu = anteiliger Jahresüberschuss des Anlageunternehmens abzgl. Abschreibungen


stiller Reserven zzgl. Auflösung stiller Lasten = 25 - 2 - 5 + 2,5 = 20,5. Mithin errechnet
sich der Jahresüberschuss des anlegenden Unternehmens (nicht verwechseln mit dem
Anlageunternehmen!) als
neuer Jahresüberschuss anlegendes Unternehmen = alter Jahresüberschuss zzgl. /
abzgl. Veränderung

= 60 + 20,5 = 80,5.

Damit erhält man für das Folgejahr

 Selbstkontrollaufgaben zu
Kapitalkonsolidierung
Aufgabe: Equity Methode
Vorlesen

Die M-AG ist mit 30 % an der T-AG beteiligt für einen Betrag von 16 (alle Beträge in
Mio. €). Die T-AG hat ein gezeichnetes Kapital von 12 und Rücklagen von 6. In 01
liegt das Jahresergebnis bei 2, die Ausschüttung an die T beträgt 1,2. In 02
erwirtschaftet die T einen Verlust von 0,5, in 03 hingegen kommt es zu einem
Jahresüberschuss von 0,8, die Ausschüttung liegt bei 0,5. Bei technischen Anlagen
der T-AG (deren Restnutzungsdauer vier Jahre beträgt) sind stille Reserven von 4
vorhanden. Die technischen Anlagen werden linear abgeschrieben. Bei
Grundstücken liegen stille Reserven von 3 vor.

Stelle die Vorgehensweise der Equity-Methode dar.


Aufgabe: Konsolidierungsausgleichsposten
Vorlesen

Eine Mutter-AG kaufe eine Tochter GmbH. Der Buchwert der Beteiligung liege bei 1.500 €, die
Beteiligungsquote ist 100 %. Aufzurechnendes Eigenkapital bei der Tochter liege vor in Höhe von
1.000 €.

a) Was besagt der Begriff Kapitalkonsolidierung? Was versteht man unter einem
Konsolidierungsausgleichsposten?

b) Berechne diesen Konsolidierungsausgleichsposten. Wie kann man ihn verstehen?


c) In welcher Höhe liegt der Konsolidierungsausgleichsposten vor, wenn der Buchwert der
Beteiligung lediglich 800 € beträgt? Wie interpretiert man ihn jetzt?

Lösung: Konsolidierungsausgleichsposten
Vorlesen

Bei der Buchwertmethode wird die Beteiligung gegen das Eigenkapital der Tochter auf Basis der
Buchwerte aufgerechnet. Man erhält einen Konsolidierungsausgleichsposten von 1000 – 1,0·(400 +
400) = 200 €. Der Buchungssatz lautet

Eigenkapital 800 €

Konsolidierungsausgleichsposten 200 €

an Beteiligung 1.000 €.

Man ermittelt die Konzernbilanz bei der Buchwertmethode zunächst dadurch, dass man die
Summenbilanz der Mutter und der Tochter ausrechnet. Hiernach wird die Beteiligung gegen das
Eigenkapital der Tochter (des Buchwertes) aufgerechnet, es entsteht der
Konsolidierungsausgleichsposten. Im nächsten Schritt wird dieser Konsolidierungsaugleichsposten
gegen die vorhandenen stillen Reserven und die stillen Lasten verteilt, es entsteht möglicherweise
ein Geschäfts oder Firmenwert (= Goodwill). Hiernach erhält man durch reihenweise Addition die
Konzernbilanz. Im vorliegenden Fall sind stille Reserven von 1050 – 1000 = 50 € beim sonstigen
Anlagevermögen und 1100 – 1000 = 100 € beim Umlaufvermögen enthalten. Der
Konsolidierungsausgleichsposten von 200 € wird damit verteilt auf insgesamt 150 € stille Reserven.

METHODE

Anders ausgedrückt, werden die stillen Reserven dadurch aufgelöst, dass man sich aus dem
Konsolidierungsausgleichsposten „bedient”. Der verbleibende Rest von 200 – 150 = 50 € ist dann der
Geschäfts- oder Firmenwert.

Der Buchungssatz zur Verteilung des Konsolidierungsausgleichpostens lautet

Sonstiges Anlagevermögen 50 €

Umlaufvermögen 100 €

Geschäftswert 50 €

an Konsolidierungsausgleichsposten 200 €
Aufgabe: Gemeinschaftsunternehmen
Vorlesen

Die M1-AG, die M2-AG und die M3-AG gehören jeweils unterschiedlichen Konzernen an. Sie gründen
eine Unternehmung (die T-AG) und haben jeweils gleiche Anteile inne.

a) Entscheidungen können nur einstimmig getroffen werden.

b) Entscheidungen können mehrheitlich getroffen werden.

Ist die T-AG ein Gemeinschaftsunternehmen?

Lösung: Gemeinschaftsunternehmen
Vorlesen
Wichtig ist, dass die die Mütter unabhängig voneinander sind und dass Entscheidungen über die
Tochter gemeinschaftlich getroffen werden. Die Unabhängigkeit ist gegeben, denn die drei Mütter
gehören unterschiedlichen Konzernen an. Die gemeinschaftlichliche Führung ist bei a) der Fall, bei b)
jedoch nicht, denn hier kann ein Mutterunternehmung durch die beiden anderen überstimmt
werden.

Aufgabe: Entstehung von Firmenwerten


Vorlesen

Die Tochter-AG werde von der Mutter-GmbH für einen Kaufpreis von

a) 800.000 €,

b) 500.000 €

c) 900.000 €

erworben.

Der Buchwert des Eigenkapitals liege bei 700.000 €, der Zeitwert bei 800.000 €.

Welche Firmenwerte entstehen in den Fällen a) und b)? Stelle die beiden Ursachen für einen
negativen Firmenwert dar.

Lösung: Entstehung von Firmenwerten


Vorlesen

a) Es wird genau der Zeitwert bezahlt, so dass kein Firmenwert entsteht.

b) Die Mutter zahlt weniger als den Zeitwert des Eigenkapitals, es entsteht ein negativer Firmenwert
in Höhe von 300.000 €.

c) Da mehr als der Zeitwert es Eigenkapitals beim Kauf aufgewendet wird, entsteht ein positiver
Firmenwert.

Folgende Ursachen eines negativen Firmenwerts sind denkbar:

 Lucky-Buy

o Eigenkapital
o der Käufer des Unternehmens nutzt ökonomische Probleme des Verkäufers und
setzt Preisminderung durch

 zukünftige Belastung

o Fremdkapital

o der Käufer kennt zukünftige Belastungen, welche bilanziell noch nicht erfasst sind.

Aufgabe: Equity-Methode / Quotenkonsolidierung


Vorlesen

Die M-AG ist Mutter verschiedener Gemeinschaftsunternehmen A-GmbH, B-AG und C-GmbH. Die
Mutter möchte die Tochter B nach der Equity-Methode, die Töchter A und C allerdings nach der
Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbeziehen. Ist dieses Vorgehen zulässig?

Lösung: Equity-Methode / Quotenkonsolidierung


Vorlesen

Ja, das Vorgehen ist zulässig. Die Mutter hat bei Gemeinschaftsunternehmen (bei dem sie ein
Partnerunternehmen ist, keine "Mutter") ein Wahlrecht, ob sie diese nach der Quotenkonsolidierung
oder nach der Equity-Methode einbezieht.

Aufgabe: Stille Reserven


Vorlesen

Welche der folgenden Aussagen sind richtig?

a) Stille Reserven bei Warenbeständen werden i.A. bei der Veräußerung aufgedeckt.

b) Nur in Aktivpositionen sind stille Reserven möglich.

c) Werden bei der Erstkonsolidierung stille Reserven bei Vermögenswerten aufgedeckt, die
abnutzbar sind, so fallen bei den Folgekonsolidierungen zusätzliche Abschreibungen an.

d) Gegeben sei eine langfristige Fremdwährungsverbindlichkeit. Wenn der Wechselkurs sinkt, so


entstehen stille Reserven.

Lösung: Stille Reserven


Vorlesen
a) ist korrekt.

METHODE

Man beachte, dass oftmals die stillen Reserven im Umlaufvermögen durch Umschlag realisiert
werden. Dies bedeutet, dass sie nicht auf eine längere Laufzeit verteilt werden, sondern einmalig
komplett abgeschrieben werden.

b) ist falsch, denn stille Reserven sind

 Unterbewertungen von Aktivpositionen oder

 Überbewertungen von Passivpositionen.

c) ist richtig, denn die stillen Reserven werden im Rahmen der Folgekonsolidierungen durch
Abschreibungen auf die Laufzeit der Vermögenswerte verteilt.

d) ist richtig, denn der gesunkene Kurs darf nicht berücksichtigt werden.
Der Buchungssatz der Erstkonsolidierung lautet

Gezeichnetes Kapital 400

Neubewertungsrücklage 200

Jahresüberschuss 1100

Firmenwert 300 an Beteiligung 2.000.

c) Für die Folgekonsolidierung werden

 die stillen Reserven des Anlagevermögens

o über vier Jahre und

 die stillen Reserven des Umlaufvermögens

o im nächsten Jahr

o wegen des Umschlags in der Folgeperiode und

 der Firmenwert

o über fünf Jahre

abgeschrieben. Man erhält daher

Neubewertungsrücklage 125

Jahresüberschuss 60 an Firmenwert 60

Anlagevermögen 25

Umlaufvermögen 100.

Die Neubewertungsrücklage wird erfolgsneutral wie sie gebildet wurde, auch


erfolgsneutral wieder ausgebucht (deshalb Neubewertungsrücklage 125 an AV 25 und
UV 100). Die Abschreibung des Geschäftswertes hingegen passiert erfolgswirksam
(deshalb Jahresüberschuss an Firmenwert 60).

Aufgabe: Firmenwert
Vorlesen

Welche der folgenden Aussagen zum Firmenwert sind richtig?


a) Für einen positiven Firmenwert besteht im Konzernabschluss eine Aktivierungspflicht.

b) Für einen negativen Firmenwert besteht im Konzernabschluss eine Aktivierungspflicht.

c) Für einen positiven Firmenwert besteht im Konzernabschluss ein Aktivierungswahlrecht.

d) Für einen negativen Firmenwert besteht im Konzernabschluss ein Passivierungswahlrecht.

e) Für einen negativen Firmenwert besteht im Konzernabschluss eine Passivierungspflicht.

Lösung: Firmenwert
Vorlesen

Ein positiver Firmenwert muss im Konzernabschluss aktiviert werden, ein negativer muss passiviert
werden. Insofern sind die Aussagen a) und e) richtig.

Aufgabe: Quotenkonsolidierung
Vorlesen

Die Matka-AG und die Papka-GmbH führen gemeinsam die Dotsch-OHG, beide sind zu jeweils 50 %
beteiligt. Die Matka-AG bezahlte 400.000 € für ihren Anteil. Die Dotsch-OHG besitzt ein
Werksgelände mit einem Buchwert von 500.000 €, ein Fabrikhalle, die mit 250.000 in den Büchern
steht und sonstige Vermögenswerte in Höhe von 350.000 €. Es sind im Grundstück stille Reserven in
Höhe von 50.000 € enthalten. Die Schulden als auch das gezeichnete Kapital liegen jeweils bei
550.000 €. Es soll die Quotenkonsolidierung angewendet werden. Welche Posten werden von der
Matka-AG in welcher Höhe übernommen?

Lösung: Quotenkonsolidierung
Vorlesen

Bei der Quotenkonsolidierung werden die Vermögenswerte und die Schulden anteilig (!) in die
Konzernbilanz übernommen. Maßgeblich sind jeweils die Zeitwerte, nicht die Buchwerte. Die stillen
Reserven müssen also zunächst aufgelöst werden. Daher werden

 vom Werksgelände

o 0,5·(500.000 + 50.000) = 0,5·550.000 = 275.000 €,

 von der Fabrikhalle


o 0,5·250.000 = 125.000 €,

 von den sonstigen Vermögenswerten

o 0,5·350.000 = 175.000 € und

 von den Schulden

o 0,5·550.000 = 275.000 €

übernommen. Die Matka übernimmt also ein Reinvermögen in Höhe von 275.000 + 125.000 +
175.000 – 275.000 = 575.000 – 275.000 = 300.000 €. Hierfür bezahlt sie 400.000 €, also 100.000 €
„zuviel“. Es entsteht deshalb in der Konzernbilanz ein Firmenwert in Höhe von 100.000 €.
Schuldenkonsolidierung
Vorlesen

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen des einen Unternehmens gegen ein


anderes Konzernunternehmen mit den Verbindlichkeiten, die bei diesem bestehen, aufgerechnet.

Dies kann

 ohne Aufrechnungsdifferenzen als auch

 mit Aufrechnungsdifferenzen

o unechte Aufrechnungsdifferenzen

o echte Aufrechnungsdifferenzen

passieren.

Danach gehen wir auf die Technik der Schuldenkonsolidierung ein, d.h. insb. auf die Frage der mglw.
auftretenden Aufrechnungsdifferenzen und den Umgang hiermit.

Grundidee der Schuldenkonsolidierung


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Betroffene Positionen
Vorlesen

Wir geben zunächst einen Überblick über die Positionen, die überhaupt von der
Schuldenkonsolidierung betroffen sind:

 Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

 eingeforderte, ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital

 geleistete und erhaltene Anzahlungen

 Rechnungsabgrenzungsposten

 Rückstellungen
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Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen
Vorlesen

Wenn ein Konzernunternehmen einem anderen Konzernunternehmen einen Kredit gibt, so darf
dies nicht in der Konzernbilanz erscheinen, denn man (= der Konzern) kann nicht bei sich selbst (=
dem Konzern) verschuldet sein.

BEISPIEL

Das Konzernunternehmen A vergibt einen Kredit in Höhe von 100 € an das Konzernunternehmen B
(beide sind also Teil desselben Konzerns). Stelle die Auswirkungen dieses Geschäfts für die
Konzernbilanz dar.

Man rechnet wie folgt.


Eingeforderte, ausstehende Einlagen auf das
gezeichnete Kapital
Vorlesen

Wir betrachten folgendes

BEISPIEL

Die M-AG hält alle Stimmrechte an der T-GmbH. Deren Gezeichnetes Kapital liege
bei 2.000.000 €, hiervon seien aber nur 25 % eingezahlt. Vom nicht eingezahlten
Kapital wurden 40 % bereits eingefordert.

Stelle die bilanziellen Auswirkungen der erforderlichen Schuldenkonsolidierung dar.

Die Lage stellt sich wie folgt für die Tochter-GmbH dar:

gezeichnetes Kapital 2.000.0000 €

eingezahltes Kapital 500.000 €

= nicht eingezahltes Kapital 1.500.000 €

eingefordertes, nicht eingezahltes Kapital 600.000 €

= nicht eingefordertes Kapital 900.000 €


Einlagen

Aufgabe 1 von 6

Die M-AG hält alle Anteile an der T-GmbH. Bei dieser liegt das gezeichnete Kapital bei
3.500.000 €. Diese sind als Bareinlage zu leisten, allerdings wurde hiervon lediglich 30
% bereits eingezahlt. Vom verbleibenden Betrag wurden 60 % eingefordert. Bis zum
Bilanzstichtag hatte die M-AG den eingeforderten Betrag noch nicht bezahlt. Welcher
Betrag ist bereits eingezahlt?

 
1.470.000 €

 
1.050.000 €

 
2.450.000 €

Lösen

Geleistete und erhaltene Anzahlungen


Vorlesen

Es käme zu einer Aufblähung der Konzernbilanz, wenn sowohl eine geleistete Anzahlung, die beim
Empfänger Fremdkapital ist und beim Leistenden eine Forderung, auf beiden Seiten der Bilanz
stünde. Man bucht daher aus.

BEISPIEL

Die Konzernunternehmung T1 leistet eine Anzahlung an die Konzernunternehmung T2 in Höhe von


3.000 €.

Man bucht wie folgt.


Vorgehensweise bei der
Schuldenkonsolidierung
Vorlesen

Relevant ist hier die Schuldenkonsolidierung

 ohne Aufrechnungsdifferenzen
o „leichter Fall“ des einfachen Wegstreichens (= einfachen Weglassens) und

 mit Aufrechnungsdifferenzen.

o echte

 erstmalige Differenzen

 fortlaufende Differenzen und

o unechte

 diese sind kein Fall der eigentlichen Schuldenkonsolidierung

Schuldenkonsolidierung ohne
Aufrechnungsdifferenzen
Vorlesen

BEISPIEL

Das Konzernunternehmen A tätigt eine Lieferung an das Konzernunternehmen B in Höhe von


10.000 €. Da B nicht sofort bezahlt, aktiviert A eine Forderung in Höhe von 10.000 €, B entsprechend
eine Verbindlichkeit.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung ist die Forderung bei A und die Verbindlichkeit bei B
auszubuchen.
Auch dies entspricht wiederum dem Einheitsgedanken, da eine Unternehmung nicht
gegen sich selbst Forderungen bzw. Verbindlichkeiten haben kann.
Bei der Schuldenkonsolidierung ohne Aufrechnungsdifferenzen kommt es also zum
einfachen Wegstreichen (= Weglassen) der Forderungen und der Verbindlichkeit, die
sich in identischer Höhe gegenüberstehen.

METHODE

Nun kommt es allerdings in der Praxis klarerweise zu einem gleichzeitigen Auftreten


mehrerer (!) Konsolidierungsmaßnahmen – in der Theorie, also in Prüfungen, hat man
oftmals das Glück, es nur mit einer einzigen der Konsolidierungen zu tun zu haben.

BEISPIEL

Die M-AG hält alle Anteile an der B-GmbH. Ansonsten besitzt sie keine Beteiligung. Ihre
Bilanz sieht wie folgt aus (in Tsd. €):
Schuldenkonsolidierung

Aufgabe 1 von 2
Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Die Schuldenkonsolidierung lässt sich nicht gleichzeitig mit der Kapitalkonsolidierung rechnen.

 
Die Schuldenkonsolidierung lässt sich meistens gleichzeitig mit der Kapitalkonsolidierung rechnen.

 
Die Schuldenkonsolidierung lässt sich gleichzeitig mit der Kapitalkonsolidierung rechnen.

Lösen

 Schuldenkonsolidierung mit
Aufrechnungsdifferenzen
Arten von Aufrechnungsdifferenzen
Vorlesen

Man unterscheidet

 echte Aufrechnungsdifferenzen und

 unechte Aufrechnungsdifferenzen.

Echte Aufrechnungsdifferenzen rühren her durch unterschiedliche Handhabung aktiver und


passiver Posten in den Einzelabschlüssen.

Unechte Aufrechnungsdifferenzen hingegen sind eine Folge fehlerhafter Buchungen oder


zeitlicher Unterschiede in der Entstehung von Forderungen und Verbindlichkeiten in den jeweiligen
Einzelabschlüssen. Sie sind kein Anlass für eine Schuldenkonsolidierung, sondern werden vielmehr
bereits im Einzelabschluss rausgerechnet.

Video zur Schuldenkonsolidierung mit


Aufrechnungsdifferenzen
Echte Aufrechnungsdifferenzen

Vorlesen

BEISPIEL

Das Konzernunternehmen 1 vergibt ein Darlehen in Höhe von 20.000 € an das


Konzernunternehmen 2, und zwar unter Abzug eines Disagios von 4 %. Die Laufzeit
beträgt vier Jahre.

Der Kreditnehmer (also Unternehmen 2) passiviert während der gesamten Laufzeit


des Darlehens die Verbindlichkeit in Höhe von 20.000 €, während während der
Kreditgeber (also Unternehmen 1) zunächst eine Forderung in Höhe von 20.000·(1 -
0,04) = 20.000·0,96 = 19.200 € aktiviert, im zweiten Jahr dann 19.200 +
(0,04·20.000)/4 = 19.200 + 200 = 2, im dritten Jahr dann 19.400 + 200 = 19.600 € etc,
siehe die folgende Tabelle.:
Unechte Aufrechnungsdifferenzen

Vorlesen

Unechte Aufrechnungsdifferenzen passieren

 bei Buchungsfehlern und

 bei zeitlichen Unterschieden in den Buchungen.

Die zeitlichen Unterschiede in den Buchungen werden durch den folgenden Fall erhellt.

BEISPIEL

Die Unternehmen T1 und T2 sind Teil desselben Konzerns. Am 31.12.2013 liefert die T1 Waren im
Wert von 100.000 € an die T2. Diese kommen bei der T2 am 2.1.2014 an.

Die Forderung wird bei T1 für das Jahr 2013 eingebucht, die korrespondierende Verbindlichkeit bei
der T2 allerdings erst im Jahr 2014.
Die buchungstechnischen Differenzen werden bereits in den Einzelabschlüssen der
Konzernunternehmen korrigiert. Es liegt kein echter Fall von Schuldenkonsolidierung vor.

Zusammenfassung
Zum Abschluss eine Zusammenfassung zu den Aufrechnungsdifferenzen:
Play Video

 1Unechte Aufrechnungsdifferenzen
 2Unechte Aufrechnungsdifferenzen
 3Entstehen unechter Aufrechnungsdifferenzen

Unechte Aufrechnungsdifferenzen

Aufgabe 1 von 3

Welche der unten stehenden Aussagen ist falsch? Die Tochter-AG, die zu 70 % von der
Mutter-GmbH gehalten wird, reicht einen Kredit an die Mutter aus in Höhe von
2.000.000 €. Da am Ende des Geschäftsjahres die Rückzahlung des ausgeliehenen
Geldes fraglich erscheint und man davon ausgeht, dass 20 % ausfallen, ist die
Konsequenz...

 
...dass keine unechten Aufrechnungsdifferenzen entstehen.

 
...dass echte Aufrechnungsdifferenzen entstehen.

 
...dass keine Aufrechnungsdifferenzen entstehen.

Lösen

 Selbstkontrollaufgaben zu
Schuldenkonsolidierung
Aufgabe: Aussagen zur Schuldenkonsolidierung
Vorlesen
Welche der folgenden Aussagen zur Schuldenkonsolidierung sind richtig?

a) Wenn die Konzernmutter gegen eine Konzerntochter eine unverzinsliche Forderung hat, so muss
diese aufgezinst werden mit der Folge einer echten Aufrechnungsdifferenz.

b) Wenn die Konzernmutter gegen eine Konzerntochter eine unverzinsliche Forderung hat, so muss
diese abgezinst werden mit der Folge einer echten Aufrechnungsdifferenz.

c) Wenn eine Konzerntochter gegen die Konzernmutter eine unverzinsliche Forderung hat, so muss
diese abgezinst werden mit der Folge einer unechten Aufrechnungsdifferenz.

d) Wenn die Konzernmutter gegen eine Konzerntochter eine unverzinsliche Forderung hat, so muss
diese aufgezinst werden mit der Folge einer unechten Aufrechnungsdifferenz.

e) Wenn betragsgleiche Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzernunternehmen zu


unterschiedlichen Zeitpunkten in den Einzelabschlüssen entstehen, so führt dies zu unechten
Aufrechnungsdifferenzen.

f) Wenn betragsgleiche Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzernunternehmen zu


unterschiedlichen Zeitpunkten in den Einzelabschlüssen entstehen, so führt dies zu echten
Aufrechnungsdifferenzen.

g) Wenn betragsungleiche Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzernunternehmen in


den Einzelabschlüssen entstehen, so führt dies zu unechten Aufrechnungsdifferenzen.

h) Wenn betragsungleiche Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzernunternehmen in


den Einzelabschlüssen entstehen, so führt dies zu echten Aufrechnungsdifferenzen.

Lösung: Aussagen zur Schuldenkonsolidierung


Vorlesen

Zu a) - d) ist zu sagen, dass eine unverzinsliche (!) Forderung eines Konzernunternehmens gegen ein
anderes Konzernunternehmen (welche also bei diesem zu einer Verbindlichkeit führt), abgezinst (!)
werden muss mit der Folge einer echten (!) Aufrechnungsdifferenz. Richtig ist also b).

Zu e) – f): Wenn betragsgleiche (!) Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen


Konzernunternehmen bestehen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Einzelabschlüssen
entstehen, so führt dies zu unechten (!) Aufrechnungsdifferenzen. Insofern ist e) korrekt.
Zu g) – h) ist zu sagen, dass wenn Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen
Konzernunternehmen betragsmäßig auseinanderfallen, so führt dies zu echten
Aufrechnungsdifferenzen. Also ist h) richtig.

Aufgabe: Darlehen bei Schuldenkonsolidierung


Vorlesen

Die Mutter-AG vergibt ein Darlehen in Höhe von 50.000 € am 1.1.2007 an die Tochter-AG. Beide sind
Teil desselben Konzernverbunds. Die Laufzeit des Kredits beträgt vier Jahre, eine endfällige Tilgung
ist vereinbart. Es wird von der Mutter lediglich 95 % des Betrags ausbezahlt, der Nominalzins liegt
bei 8 %.

Lösung: Darlehen bei Schuldenkonsolidierung


Vorlesen

Das Disagio beträgt 0,05·50.000 = 2.500 €. Die Mutter vereinnahmt das Disagio über die Laufzeit, die
Tochter führt eine sofortige Aufwandsverrechnung durch. Es liegt eine materielle
Aufrechnungsdifferenz vor.
 Zwischenerfolgseliminierung
Idee der Zwischenerfolgseliminierung
Vorlesen

Die Zwischenerfolgseliminierung wird in IAS 27.21 angesprochen. Folgendes


Beispiel möge die Notwendigkeit der Zwischenerfolgseliminierung motivieren.

BEISPIEL

M hält alle Anteile an der Tochter-AG. Im laufenden Geschäftsjahr hatte sie


Erzeugnisse für 400 € produziert und diese an die Tochter-AG für 700 €
weiterverkauft. Am Bilanzstichtag hat die Tochter-AG diese noch unbearbeitet auf
Lager.
METHODE

Hauptaufgabe der Zwischenerfolgseliminierung ist also die Konsolidierung dieses


„fälschlicherweise“ entstandenen Gewinns, der zwar auf einzelbilanzieller Sicht
vollkommen in Ordnung ist, auf Konzernebene allerdings nicht.

Zwischengewinne entstehen aus den folgenden, kumulativ zu verstehenden, Gründen:

 Lieferung oder Leistung eines Vermögenswerts

o von einem Konzernunternehmen zu einem anderen


 Bilanzierung bei einem der beteiligten Konzernunternehmen

o Verkauf an konzernfremde Unternehmen darf (noch) nicht stattgefunden


haben

o gelieferte Vermögenswerte müssen sich also noch im Bestand des


belieferten Unternehmens befinden

 unterschiedliche Wertansätze in Einzel- und Konzernbilanz

o die Bewertung im Einzelabschluss muss – aus Konzernsicht – unzulässig


sein

Sollte es bereits zu einem Verkauf an Konzernfremde gekommen sein, so ist es zu einer


Gewinnrealisierung bereits gekommen. Es ist dann keine Zwischenerfolgseliminierung
erforderlich, vielmehr nur eine Konsolidierung interner Aufwendungen und Erträge.
Ein qualifizierter Vermögenswert (= qualifying asset) liegt vor, wenn dieser erst nach längerer Zeit in
einen betriebsbereiten bzw. verkaufsbereiten Zustand versetzt werden kann (IAS 23.5).
Finanzierungskosten hierzu müssen in die Herstellungskosten eingezogen werden.

Man beachte außerdem, dass nicht produktionsbezogene Verwaltungskosten nicht einbezogen


werden dürfen.

 1Fremdkapitalzinsen
 2Wann Zwischengewinne entstehen
 3Eliminierungspflichtige und -fähige Zwischengewinne
 4Konzernherstellungskosten

Fremdkapitalzinsen

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Fremdkapitalzinsen sind Teil der Konzernherstellungskosten bei  .

Lösen

 Methode der
Zwischenerfolgseliminierung
Grundsatz der Zwischenerfolgseliminierung
Vorlesen

Auch die Zwischenerfolgseliminierung folgt dem Einheitsgedanken, denn es ist unmöglich, dass


ein einheitliches Unternehmen Erfolge aus einem Innengeschäft ausweist.

BEISPIEL

Unternehmung A tätigt eine Dienstleistung für das Unternehmen B und rechnet hieraus 1.000 € ab.

A bucht entsprechend
Forderungen an Umsatzerlöse 1.000 €,

das Unternehmen B hingegen

Aufwendungen an Verbindlichkeiten 1.000 €.

Es kommt also zu einem Erfolg bei A und zu einem Aufwand bei B. Die Zwischenerfolgseliminierung
besagt nun, dass der Erfolg bei A und der Aufwand bei B auszubuchen sind.

MERKE

 Die Zwischenerfolgseliminierung ist erfolgswirksam, wenn der Zwischenerfolg der


abgelaufenen Periode zuzurechnen ist.

 Wenn nicht, so ist die Zwischenerfolgseliminierung erfolgsneutral.

Wenn ein Unternehmen A aus einem Konzernverbund an ein anderes Unternehmen B hieraus
Lieferungen vornimmt, so wird A einen Erfolg verbuchen und das Unternehmen B einen Aufwand.
Aus Sicht der Einheitstheorie hat jedoch keine Erfolgsrealisierung auf Konzernebene stattgefunden,
denn eine Betriebsstätte kann nicht zulasten einer anderen einen Erfolg realisieren.

MERKE

Mit anderen Worten: die Erfolge, die in den beiden Einzelabschlüssen völlig zurecht ausgewiesen
sind, müssen eliminiert werden.

BEISPIEL

Die Konzernmutter A-AG liefert an die Konzerntochter B-GmbH 5.000 ME eines hochwertigen
Rohstoffs, der von B weiterverarbeitet wird zu einem Endprodukt.

Die Bewertung der Lagermenge des Produkts darf nicht mit den Anschaffungskosten der Tochter B
erfolgen, da die Mutter mit einem Gewinnaufschlag an B geliefert hat. Vielmehr muss der
Zwischengewinn konsolidiert werden.

BEISPIEL

Die Konzernmutter A-AG liefert an ihre Konzerntochter B-GmbH 10.000 Holzplatten. Diese werden
von B zu Tischen weiterverarbeitet, wobei pro Tisch eine Platte vonnöten ist. Pro Platte betragen die
Herstellungskosten bei A insgesamt 2 €, die Lieferung an B erfolgt zu 3 € pro Platte. Kalkuliere den
Zwischengewinn.

Der Zwischengewinn beträgt


ZG = Verkaufspreis von A an B – Herstellungskosten A

= 3 €/ME – 2 €/ME

= 1 €/ME.

 1Zwischenerfolgseliminierung
 2IdeeZwischenerfolgseliminierung
 3IdeeZwischenergebniseliminierung
 4Zwischenerfolgseliminierung

Zwischenerfolgseliminierung

Aufgabe 1 von 4

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Die Zwischenerfolgseliminierung ist erfolgswirksam, wenn der Zwischenerfolg der abgelaufenen


Periode nicht zuzurechnen ist.

 
Die Zwischenerfolgseliminierung ist erfolgsneutral, wenn der Zwischenerfolg der abgelaufenen
Periode zuzurechnen ist.

 
Die Zwischenerfolgseliminierung ist erfolgsneutral, wenn der Zwischenerfolg der abgelaufenen
Periode nicht zuzurechnen ist.

Lösen

Fallunterscheidung
Vorlesen

Der Tageswert (TW) beeinflusst die Höhe des Zwischengewinns, der grundsätzlich als Differenz aus
Einzelbilanzwert (EBW) und Konzernherstellungskosten (KHK) definiert ist. Wir unterscheiden
folgenden Fälle:

 TW > KHK > EBW

o Zwischenverlust = KHK - EBW


 TW > EBW > KHK

o Zwischengewinn = EBW – KHK

 EBW > TW > KHK

o Zwischengewinn = EBW – KHK

 EBW > KHK > TW

o Zwischengewinn = EBW – TW

 KHK > EBW > TW

o Zwischengewinn = EBW - TW

 KHK > TW > EBW

o Zwischenverlust = TW - EBW.

BEISPIEL

Die Konzernmutter A-AG liefert an ihre Konzerntochter B-GmbH für 8.000 € Holzplatten. Diese
liegen bei B am Bilanzstichtag noch auf Lager. Die A hatte 6.000 € für die Produktion aufgewendet.
Am Bilanzstichtag sind die Holzplatten sogar 9.000 € wert. Berechne den Zwischengewinn bzw. den
Zwischenverlust.

Es liegt der Fall TW = 9.000 € > EBW = 8.000 € > KHK = 6.000 € vor. Der Zwischengewinn liegt damit
bei

ZG = EBW – KHK

= 8.000 – 6.000

= 2.000 €.

BEISPIEL

Die Konzernmutter A-AG liefert an ihre Konzerntochter B-GmbH für 8.000 € Holzplatten. Diese
liegen bei B am Bilanzstichtag noch auf Lager. Die A hatte 6.000 € für die Produktion aufgewendet.
Am Bilanzstichtag sind die Holzplatten lediglich noch 4.000 € wert. Berechne den Zwischengewinn
bzw. den Zwischenverlust.

Es liegt der Fall EBW = 8.000 € > KHK = 6.000 € > TW = 4.000 € vor. Der Zwischengewinn liegt damit
bei
ZG = EBW – TW

= 8.000 – 4.000

= 4.000 €.

 1Fallunterscheidung
 2Fallunterscheidung
 3Zwischengewinn
 4Fallunterscheidung

Fallunterscheidung

Aufgabe 1 von 4

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Bei der Zwischenerfolgseliminierung ist ausschließlich die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung


betroffen, nicht die Konzernbilanz.

 
Bei der Zwischenerfolgseliminierung ist ausschließlich die Konzernbilanz betroffen, nicht jedoch die
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

 
Bei der Zwischenerfolgseliminierung sind sowohl die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als
auch die Konzernbilanz betroffen.

Lösen

 Selbstkontrollaufgaben zu
Zwischenerfolgseliminierung
Aufgabe: Idee der Zwischenerfolgseliminierung
Vorlesen

Die M-AG, Mutter der T-GmbH, verkauft dieser Vorräte für 200.000 €. Die Herstellungskosten hierfür
lagen bei 150.000 €. Stelle die Idee der Zwischenerfolgseliminierung dar.
Lösung: Idee der Zwischenerfolgseliminierung
Vorlesen

Die Mutter bucht Umsatzerlöse von 200.000 € und einen Gewinn von 50.000 €, der auf
Konzernebene allerdings nicht entstanden ist. Er muss, dem Einheitsgedanken folgend, eliminiert
werden.

Zum einen werden die Umsatzerlöse von 200.000 € eliminiert, da es aus Konzernsicht lediglich zu
einer Lieferung von einer Betriebsstätte zu einer anderen kam. Zum anderen sind deshalb die
Vorräte mit 200.000 € überbewertet, nämlich um 50.000 €. Der „richtige“ Wert, jedenfalls aus
Konzernsicht, liegt bei 150.000 €, also den Materialaufwendungen des Herstellers.

Aufgabe: Konsolidierungspflichtige / -fähige


Zwischenergebnisse
Vorlesen

Mutter-GmbH und Tochter-AG sind Teil desselben Konzerns. Für die Herstellung eines Produkts sind
bei der Tochter-AG Einzelkosten und produktionsbedingte Gemeinkosten in Höhe von insgesamt 30
€ angefallen. Die allgemeinen Verwaltungskosten liegen bei 10 € je Stück. Die Tochter-AG liefert an
die Mutter-GmbH zu den folgenden Verrechnungspreisen:

a) 45 €,

b) 36 €,

c) 28 €.

Wie hoch sind die konsolidierungspflichtigen und konsolidierungsfähigen Zwischenergebnisse?


Lösung: Konzernmindestwert / Konzernhöchstwert
Vorlesen

Es gilt
Materialeinzelkosten 1.000

Fertigungseinzelkosten 2.000

Transportkosten (sind auch FEK) 200

= Konzernmindestwert, d.h. Wertuntergrenze 3.200

Der Konzernmindestwert ergibt sich damit zu

Wertuntergrenze 3.200

zzgl. Gemeinkosten (= 500 + 300 + 200) 1.000

= Wertobergrenze 4.200 €.

Der zu eliminierende Zwischengewinn ist davon abhängig, ob zur Wertobergrenze


oder zur Wertuntergrenze aktiviert wurde.
Innenumsatzkonsolidierung
Vorlesen

Wir können vorgehen nach dem

 Gesamtkostenverfahren und dem

 Umsatzkostenverfahren

Folgende Übersicht ist wichtig:

 Anwendung Gesamtkostenverfahren

o Selbsterstellung

 Vermögenswert des Anlagevermögens


 Konsolidierung mit anderen aktivierten Eigenleistungen

 Vermögenswert des Umlaufvermögens

 dieser wird vom Empfänger unbearbeitet auf Lager genommen

 Konsolidierung mit Bestandsveränderungen

 dieser wird vom Empfänger weiter bearbeitet auf Lager genommen


oder aber er wird verkauft

 Konsolidierung mit Materialaufwand

o Fremdbezug

 Konsolidierung mit Materialaufwand

 Anwendung Umsatzkostenverfahren

o Konsolidierung mit den Herstellungskosten

Rechnen wir die einzelnen Möglichkeiten durch.


Play Video

 1Grund für innenumsatzkonsolidierung


 2Notwendigkeit einer Innenumsatzkonsolidierung
 3Innenumsatzkonsolidierung
 4Verfahren der Innenumsatzkonsolidierung

Grund für innenumsatzkonsolidierung

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Eine Innenumsatzkonsolidierung ist notwendig, wenn es zu Leistungsverflechtungen

zwischen  kommt.

Lösen
Gesamtkostenverfahren
Vorlesen

Wenn Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind (und nur diese!) unter sich
Lieferungen und Leistungen austauschen, so hat man aus Sicht der Einheitstheorie einen
Innenumsatz, denn die eine „Betriebsstätte“ liefert einer anderen „Betriebsstätte“ etwas. Die Erträge,
die sich beim Lieferanten ergeben, müssen folglich

 mit den darauf entfallenden Aufwendungen verrechnet werden oder

 als Bestandserhöhung oder

 als andere aktivierte Eigenleistungen

ausgewiesen werden.

Wir gehen nacheinander auf die oben angesprochenen Fragestellungen ein.

 Selbsterstellung

o Vermögenswert des Anlagevermögens

o Vermögenswert des Umlaufvermögens

 unbearbeitete Lageraufnahme

 Weiterbearbeitung

 Lageraufnahme

 Verkauf an Konzernfremde

 Fremdbezug

o Vermögenswert des Anlagevermögens

o Vermögenswert des Umlaufvermögens

 unbearbeitete Lageraufnahme

 Weiterbearbeitung

 Lageraufnahme

 Verkauf an Konzernfremde
 1
 2
 3

Aufgabe 1 von 3

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Wenn einige Unternehmen ihre GuV nach dem Gesamtkostenverfahren erstellen


und andere nach dem dem Umsatzkostenverfahren, so kann dieser Unterschied
angeglichen werden.

Wenn einige Unternehmen ihre GuV nach dem Gesamtkostenverfahren erstellen


und andere nach dem dem Umsatzkostenverfahren, so muss dieser Unterschied
angeglichen werden.

Wenn einige Unternehmen ihre GuV nach dem Gesamtkostenverfahren erstellen


und andere nach dem dem Umsatzkostenverfahren, so muss dieser Unterschied
nicht angeglichen werden.

Lösen

 Selbsterstellung
Verrechnung mit anderen aktivierten Eigenleistungen

Vorlesen

Wenn ein Unternehmen Vermögenswerte herstellt, um sie selbst zu verwenden, so gehören sie zum
Anlagevermögen. Die hierfür entstandenen Aufwendungen werden mit anderen aktivierten
Eigenleistungen verrechnet. Sollten Zwischenerfolge entstanden sein, so müssen diese eliminiert
werden.

Wir machen die Vorgehensweise klar am

BEISPIEL

Die Mutter-GmbH hält alle Anteile an der Tochter-AG und liefert dieser für 300 € eine Maschine, die
sie selbst erstellt hatte. Die Maschine wird von der Tochter-AG in der Produktion eingesetzt. Die
Nutzungsdauer liegt bei zehn Jahren. Die Mutter hatte Herstellungskosten von 200 €, die sich auf
Materialaufwand von 80 € und Personalaufwand von 120 € aufteilen.
Bestandsveränderungen

Aufgabe 1 von 3
Wenn ein Unternehmen Vermögenswerte herstellt, um sie danach an ein
Konzernunternehmen weiter zu verkaufen, so werden die Umsatzerlöse mit den
Bestandsveränderungen verrechnet. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?

 
Die Konsolidierungsbuchung lautet „Umsatzerlöse an Bestandsveränderungen und
Jahresüberschuss“

 
Die Konsolidierungsbuchung lautet „Bestandsveränderungen an Umsatzerlöse“  

 
Die Konsolidierungsbuchung lautet „Umsatzerlöse an Bestandsveränderungen“

Lösen

Verrechnung mit Materialaufwand

Vorlesen

Bei selbst erstellten Vermögenswerten des Umlaufvermögens, die nicht unbearbeitet auf Lager
genommen werden, werden die Innenumsatzerlöse mit den Materialaufwendungen verrechnet. Es
kommt zu zwei Fällen:

 Lageraufnahme und

 Verkauf an Konzernfremde.

Lageraufnahme

Vorlesen

BEISPIEL

Die Mutter-GmbH hält alle Anteile an der Tochter-AG und liefert dieser für 300 € ein Maschinenteil,
das sie selbst erstellt hat. Die Tochter-AG hatte das Maschinenteil weiterverarbeitet und eine
Maschine hieraus gefertigt. Dabei entstanden ihr 20 € Materialaufwand und 40 € Personalaufwand.
Die fertige Maschine liegt bei der Tochter-AG noch auf Lager und soll in der nächsten Periode
verkauft werden.

Wir rechnen wie folgt.


Fremdbezug
Vorlesen

Wir interessieren uns, wie oben schon angedeutet, für folgende Fälle:

 Vermögenswert des Anlagevermögens

 Vermögenswert des Umlaufvermögens

o unbearbeitete Lageraufnahme

o Weiterbearbeitung

 Lageraufnahme

 Verkauf an Konzernfremde

Vermögenswert des Anlagevermögens

Vorlesen

Wir beginnen mit dem Fall, dass ein fremd bezogener Vermögenswert des Anlagevermögens
vorliegt.

BEISPIEL

Die Mutter-GmbH hält alle Anteile an der Tochter-AG und liefert dieser für 300 € eine Maschine, die
sie vorher von der konzernfremden X-AG für 200 € gekauft hatte. Die Tochter-AG setzt die Maschine
in der Produktion ein, diese hat eine Nutzungsdauer von zehn Jahren.
Umsatzkostenverfahren
Vorlesen
Bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens werden die Innenumsatzerlöse lediglich mit den auf
sie entfallenden Aufwendungen saldiert. Es wird also nicht auf andere Positionen der Gewinn- und
Verlustrechnung umgebucht, da beim Umsatzkostenverfahren keine Bestandsveränderungen und
auch keine anderen aktivierten Eigenleistungen existieren.

Wir interessieren uns auch hier wieder für folgende Fälle:

 Selbsterstellung

o Vermögenswert des Anlagevermögens

o Vermögenswert des Umlaufvermögens

 unbearbeitete Lageraufnahme

 Weiterbearbeitung

 Lageraufnahme

 Verkauf an Konzernfremde

 Fremdbezug

o Vermögenswert des Anlagevermögens

o Vermögenswert des Umlaufvermögens

 unbearbeitete Lageraufnahme

 Weiterbearbeitung

 Lageraufnahme

 Verkauf an Konzernfremde
 Latente Steuern
Wirkungsweise latenter Steuern
Vorlesen
Play Video

Wir schauen auf die Wirkungsweise und die einzelnen Arten der Konsolidierung,
aus denen latente Steuern entstehen.
Man systematisiert wie folgt die einzelnen Gründe für latente Steuern (= deferred
taxes):

 zeitliche

o automatischer Ausgleich im Laufe der Zeit

o bei IFRS relevant

 permanente

o kein Ausgleich im Laufe der Zeit

o bei IFRS nicht relevant.

Es existieren zwei Arten in Abhängigkeit des Jahresüberschusses (JÜ):

 aktive latente Steuern

o wenn anfänglich JÜHandelsrecht < JÜSteuerrecht und

o danach aber JÜHandelsrecht > JÜSteuerrecht

 passive latente Steuern

o wenn anfänglich JÜHandelsrecht > JÜSteuerrecht und

o danach aber JÜHandelsrecht < JÜSteuerrecht

Die Idee der latenten Steuern ist folgende: wenn in Handels- und Steuerbilanz das
Ergebnis der beiden Bilanzen unterschiedlich ist und (!) sich der Unterschiedsbetrag
aber in der Zukunft ausgleicht, so liegen latente Steuern vor.

Der Ansatz aktiver latenter Steuern lässt sich sehr gut an folgendem Beispiel


erläutern.

BEISPIEL

Die X - AG hat in den folgenden vier Jahren einen Jahresüberschuss von 5.000 €.
Hierin noch nicht berücksichtigt ist lediglich die Abschreibung eines erworbenen
Vermögenswerts, die Anschaffungskosten betrugen 2.000 €. Die handelsrechtliche
Abschreibungsdauer betrage zwei Jahre, die steuerrechtliche hingegen liege bei vier
Jahren.
Wie lauten die Ergebnisse der Handels- und der Steuerbilanz ohne die Verwendung
von latenten Steuern und mit der Verwendung von latenten Steuern? Der
Steuersatz der X AG liegt bei 30%.

Wir gehen folgende Fälle durch

 ohne latente Steuern

o damit der Leser sieht, wo das Problem liegt

o nur aus didaktischen Gründen, denn bilanziell wird es ja gerade mit


latenten Steuern gemacht

 mit latenten Steuern

Zunächst zum Fall ohne latente Steuern

Im Jahre 1 erfolgt handelsrechtlich eine Aufwendung in Höhe von insg. 1.000 €.


Steuerrechtlich hingegen schreibt man über vier Jahre ab, der steuerrechtliche
Aufwand beträgt damit 250 €. Die nachfolgenden Überlegungen lassen sich durch
folgende Tabelle besser erläutern.
METHODE
Aktive latente Steuern werden gebildet, weil gewissermaßen zuviel Steuern gezahlt
wurden (und also ähnlich einer Forderung angesetzt werden).

Passive latente Steuern werden gebildet, weil gewissermaßen zu wenig Steuern gezahlt


wurden (daher wie eine Verbindlichkeit behandelt werden).

Halten wir außerdem fest, dass es zwei Möglichkeiten gibt, die latenten Steuern
auszurechnen:

 als Differenz der tatsächlichen Steuern und der fiktiv (!) nach Handelsrecht zu
zahlenden Steuern,

o 0,3∙4.500 – 0,3∙4.000

= 1.350 – 1.200

= 150 € und als

 Steuersatz∙Differenz der Jahresüberschüsse,

o Steuersatz∙(steuerrechtlicher Jahresüberschuss – handelsrechtlicher


Jahresüberschuss)

= 0,3∙(4.500 – 4.000)

= 500∙0,3

= 150 €.

Wenn aktive latente Steuern angesetzt werden, so müssen diese in den darauf
folgenden Jahren wieder aufgelöst werden. Der Vermögenswert wird steuerbilanziell
noch weitere drei Jahre abgeschrieben, d.h. in den folgenden beiden Jahren 3 und 4
kehren sich die Größenordnung zwischen handelsbilanziellem und steuerbilanziellem
Ergebnis gerade wieder um; denn das Ergebnis der Handelsbilanz ist in den Jahren 3
und 4 mit 5.000 € höher als jenes der Steuerbilanz mit 4.750 €, wie die folgende Tabelle
zeigt.
Latente Steuern

Aufgabe 1 von 8

Die Nutzungsdauer eines Vermögenswerts liege nach IFRS bei fünf Jahren und nach
EStG bei vier Jahren. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?

 
Es kommt zu einer aktiven latenten Steuer.

 
Es kommt zu einer aktiven latenten Steuer, die aktiviert werden darf.

 
Es kommt zu einer passiven latenten Steuer.

Lösen

Steuerlatenzen bei Konsolidierungsmaßnahmen


Vorlesen

Aus den einzelnen Arten der Konsolidierung erwachsen latente Steuern, also aus

 der Kapitalkonsolidierung,

 der Schuldenkonsolidierung,

 der Zwischenerfolgseliminierung bzw.

 der Aufwands- und Ertragskonsolidierung


Weitere Bestandteile des
Konzernabschlusses
Vorlesen

Der Konzernabschluss nach IFRS hat zu umfassen:

 Konzernbilanz,

 Konzern-Gesamtergebnisrechnung,

 Konzernanhang (inkl. Segmentberichterstattung),

 Konzernkapitalflussrechnung,

 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung.

Empfohlen ist weiterhin ein Bericht über die Unternehmenslage. Dies heißt: es gibt in den IFRS
keinen pflichtmäßigen Konzernlagebericht (und auch keinen Lagebericht für den Einzelabschluss).

Anhang
Vorlesen

Die Angaben des Anhangs lassen sich einteilen in

 Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (= accounting policies) und

 erläuternde Anhangangaben (= explanatory notes).

Anforderungen zum Anhang (= Notes) nach IFRS finden sich in IAS 1.112 ff. und in einzelnen
Standards, z.B. IFRS 8 und IAS 24. Der Zweck des Anhangs besteht darin, grundlegene Informationen
über die Aufstellung als auch die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden darzulegen darzulegen
(IAS 1.112).

Wichtig ist insb., dass ein expliziter Querverweis in den anderen Bestandteilen des
Jahresabschlusses (also Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und
Kapitalflussrechnung) zu dem Anhang gegeben wird (IAS 1.113).

Die Gliederung des Anhangs ist in IAS 1.114 vorgegeben:

 Bestätigung der Übereinstimmung des Jahresabschlusses mit IFRS

 Erläuterung der Bilanzierungs- als auch der Bewertungsmethode,

 ergänzende Informationen zu den dargestellten Abschlussbestandteilen in den einzelnen


Posten
 sonstige Anhangangaben

In IAS 1.137 f. Ist nachzulesen, was in den sonstigen Anhangangaben enthalten sein muss, so z.B.
Name des direkten und des obersten Mutterunternehmens.

 1Anhang
 2Anhang
 3Zweck des Anhangs

Anhang

Aufgabe 1 von 3

Welche der folgenden Aussagen ist nicht richtig? Der Anhang soll...  

 
über die Fähigkeit des Unternehmens aufklären, Zahlungsmittel zu erwirtschaften.

 
Informationen liefern, die nicht in anderen Abschlussbestandteilen ausgewiesen werden, aber für
das Verständnis relevant sind.

 
erforderliche Informationen offenlegen, die nicht in den anderen Abschlussbestandteilen
ausgewiesen sind.

Lösen

Segmentberichterstattung
Vorlesen

Die Segmentberichterstattung gehört nach IFRS 8 nicht zu den Pflichtbestandteilen des Abschlusses
nach IFRS für alle Unternehmen. Vielmehr ist es so, dass lediglich gewisse Unternehmen eine
Segmentberichterstattung angeben müssen (IFRS 8.2):

 jene, deren Wertpapiere öffentlich gehandelt werden und

 jene, die sich gerade im Prozess des Going-Public befinden.

Man unterscheidet zwei unterschiedliche Ansätze, nämlich

 den Management Approach und den


 Risk and Reward Approach.

Der Management Approach (dem die IFRS bei Segmentabgrenzung und der Bewertung der
Segmentposten folgen) unterstellt, dass der externe Bilanzadressat jene Informationen erhält, die
auch die Unternehmensleitung bei der internen Steuerung der Unternehmung haben.

Beim Risk and Reward Approach orientiert man sich an den Chancen und Risiken eines
Unternehmens.

Im folgenden reden wir über

 Segmentabgrenzung

 berichtspflichtige Segmente und

 auszuweisende Segmentinformationen.

 1Segmentberichterstattung
 2Zwei unterschiedliche Ansätze

Segmentberichterstattung

Aufgabe 1 von 2

Nur gewisse Unternehmen müssen eine Segmentberichtserstattung angeben. Welche


sind diese?

 
Jene, deren Wertpapiere öffentlich gehandelt werden.

 
Jene, die sich gerade im Prozess des Going-Public befinden.

 
Jene, deren Wertpapiere nicht öffentlich gehandelt werden.

Lösen

Segmentabgrenzung
Vorlesen
Was ein Segment, genauer gesagt ein operatives Segment ist, legt IFRS 8.5 fest. Hiernach handelt es
sich um

 einen Bereich des Unternehmens, welches Geschäftstätigkeiten betreibt, mit denen Erträge
erwirtschaftet werden und bei welchen Aufwendungen anfallen können,

 dessen Ergebnisse vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens überprüft werden


und

 für welchen es einschlägige Finanzinformationen gibt.

Es kann passieren, dass nach IFRS 8.5 keine eindeutigen Geschäftssegmente abgegrenzt werden
können. Für diesen Fall müssen weitere Indizien nach IFRS 8.8 beachtet werden.

 1Segmentabgrenzung
 2Segmentabgrenzung

Segmentabgrenzung

Aufgabe 1 von 2

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

IFRS 8 folgt nicht bei der Segmentabgrenzung, wohl aber bei der Bewertung der Segmentposten
dem Management Approach.

 
IFRS 8 folgt weder bei der Segmentabgrenzung noch bei der Bewertung der Segmentposten dem
Management Approach.

 
IFRS 8 folgt bei der Segmentabgrenzung aber auch bei der Bewertung der Segmentposten dem
Management Approach.

Lösen

Berichtspflichtige Segmente
Vorlesen
Nach IFRS 8.13 ist ein Geschäftssegment dann berichtspflichtig, wenn

 der bei ihm erfasste Ertrag inkl. Der Verkäufe an externe Kunden und der Verkäufe oder der
Transfers zwischen den einzelnen Geschäftssegmente mindestens 10 % der internen und
externen Erträge aller Geschäftssegmente beträgt bzw.

 das bei ihm erfasste Periodenergebnis mindestens 10 % des Gesamtgewinns bzw. des
Gesamtverlusts aller Segmente, die einen Gewinn bzw. einen Verlust berichten, beträgt bzw.

 wenn seine Vermögenswerte mindestens 10 % der Vermögenswerte aller Segmente beträgt.

Die Angabepflichten wiederum ergeben sich aus IFRS 8.20 -24. Hiernach sind anzugeben

 Umsatzerlöse

o intern,

o extern

 Segmentergebnis

 Segmentvermögen

 Segmentschulden

 Zugänge im langfristigen Vermögen des Segments

 spezielle GuV-Positionen

o Zinserträge und Zinsaufwand

o Abschreibungen und Wertberichtigungen und

o bedeutende Ergebnisbeiträge von assoziierten Unternehmen, von


Gemeinschaftsunternehmen und von anderen Beteiligungen, die at equity bewertet
werden.

 1Berichtspflichtige Segmente
 2Berichtspflichtigkeit

Berichtspflichtige Segmente

Aufgabe 1 von 2
Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Weder ergänzt der IFRS 8.15 den IFRS 8.13 noch umgekehrt.

 
IFRS 8.15 ergänzt den IFRS 8.13.

 
IFRS 8.15 ergänzt den IFRS 8.13 nicht.

Lösen

Auszuweisende Segmentinformationen
Vorlesen

Folgende Angaben sind zu erstellen:

 allgemeine Informationen (IFRS 8.22),

 Informationen über Ertrags- und Vermögenslage sowie die Grundlagen der Bewertung (IFRS
8.23 – 27),

 Überleitungsrechnung (IFRS 8.28) und

 weitere Angaben auf Unternehmensebene (IFRS 8.31 – 34).

 Kapitalflussrechnung
Zweck der Kapitalflussrechnung
Vorlesen

Bei einer Kapitalflussrechnung steht die Analyse und der Bericht über die Zahlungsströme eines
Unternehmens, also über Einzahlungen und Auszahlungen, im Mittelpunkt. Die
Kapitalflussrechnung soll dazu dienen,

 eine Beurteilung der Entscheidungen der Unternehmensleitung durchführen zu können,

 dem Leser die Möglichkeit zu bieten, dass dieser über zukünftige Zahlungsströme
prognostizieren kann,

 für Transparenz über den Zahlungsmittelstrom eines Unternehmens zu sorgen.


Mit der Kapitalflussrechnung soll über die Finanzlage eines Unternehmens informiert werden.

BEISPIEL

Das Unternehmen A verkauft dem Unternehmen B eine Dienstleistung am 30.11.2013 und rechnet
hierfür 100.000 € ab. Die Rechnung wird noch am gleichen Tag gestellt, der Zahlungseingang ist
allerdings erst Ende Januar des Jahres 2014. Am 15.12.2013 ist eine Zahlung von 70.000 € an die C
fällig, die die A leider nicht mehr leisten kann. Sie meldet Insolvenz noch im Dezember 2013 an.

Das Unternehmen A bucht zwar im alten Jahr Forderung an Umsatzerlös und hat dadurch einen
Erfolg realisiert, was in der Gewinn- und Verlustrechnung und damit über den Jahresüberschuss in
der Bilanz positiv vermerkt wird. Allerdings: dass das Unternehmen einen Erfolg von 100.000 €
realisiert hat, bedeutet gerade nicht, dass das Geld auch bereits geflossen ist. Ganz im Gegenteil
fließt es im vorliegenden Beispiel erst im Folgejahr – zu spät für die A, um die Insolvenz noch
abzuwenden.

Wir sehen also, wie wichtig es ist, nicht nur auf den „Erfolg“ zu schauen (abgebildet durch die GuV
und über den Jahresüberschuss dadurch auch durch die Bilanz), sondern eben auch auf die
Liquidität. Dieses soll die Kapitalflussrechnung leisten.

 1Kapitalflussrechnung
 2Zweck der Kapitalflussrechnung

Kapitalflussrechnung

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die   und der   über die Zahlungsströme eines Unternehmens


stehen bei einer Kapitalflussrechnung im Mittelpunkt.

Lösen

Einteilung von Zahlungsströmen


Vorlesen
Um ein Unternehmen beurteilen zu können ist es hilfreich, dessen Aktivitäten in drei Gruppen zu
differenzieren:

 operative Aktivitäten,

 Investitionsaktivitäten,

 Finanzierungsaktivitäten.

Stellt man eine Kapitalflussrechnung auf, so verfolgt man das Ziel, alle Zahlungen, die vom
Unternehmen getätigt werden oder die dieses erhält, zu erfassen und in eine der drei
differenzierten Gruppen von Aktivitäten zu ordnen. Oftmals werden einige Zahlungen, die der Norm
entsprechend als Investitionen und Finanzierungen definiert werden müssten, dem operativen
Bereich zugeteilt, sodass an dieser Stelle eine Ungenauigkeit der Zuordnung auftritt.

 1Gruppen der Aktivitäten

Gruppen der Aktivitäten

Aufgabe 1 von 1

Die Aktivitäten der Unternehmen lassen sich in drei Gruppen differenzieren:

 
taktische Aktivitäten

 
Finanzierungsaktivitäten

 
Investitionsaktivitäten

Lösen

Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit


Vorlesen

Die operativen Tätigkeiten (= betrieblichen Tätigkeiten) hängen überwiegend mit den Konten


zusammen, die bei der Ermittlung des Ergebnisses herangezogen werden. Zu ihren
Einzahlungsströmen gehören
 Einzahlungen von Kunden,

 Zinsen und Dividenden aus Anlagen,

 andere operative Einzahlungen.

Zu ihren Auszahlungsströmen gehören

 Auszahlungen an Beschäftigte,

 Auszahlungen an Lieferanten,

 Auszahlungen für Zinsen und Steuern,

 andere operative Auszahlungen.

Bei den Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit unterscheidet man zwischen

 direkter Methode und

 indirekter Methode,

wobei sich der Unterschied beider Ansätze auf die Art bezieht, wie die Ermittlung der
Zahlungsüberschüsse und der Zahlungsdefizite aus den operativen Aktivitäten erfolgt.

Bei der direkten Methode erhält man den Zahlungsüberschuss über die Ein- und Auszahlungen.
Dies erreicht man durch eine direkte Gegenüberstellung der Einzahlungen aus operativer Tätigkeit
mit deren Auszahlungen.

Bei der indirekten Methode hingegen ist das Ergebnis der Ausgangspunkt und man fügt diesem
den Teil des Aufwands hinzu, der nicht mit Auszahlungen verbunden ist. Des Weiteren folgt im
Anschluss daran die Subtraktion des Ertrages, welcher nicht (ein-)zahlungswirksam gewesen ist.

 Zum Vedas Vorgehen bei der direkten Methode ist einsichtiger


 die Aussagefähigkeit bei der indirekten Methode erscheint geringer.

o darauf zurückzuführen, dass dieser Ansatz meist nur die Nettozahlungsüberschüsse


aus operativer Tätigkeit ermittelt, nicht aber auf die darin enthaltenen einzelnen
Einzahlungs- und Auszahlungsströme eingeht

 Vorgehen bei der indirekten Methode erscheint komplizierter

 bei der indirekten Methode erfolgt eine weniger differenzierte Vorgehensweise.


 1Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
 2Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
 3Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
 4Direkte vs. indirekte Methode
 5Direkte vs. indirekte Methode

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Aufgabe 1 von 5

Welche der folgenden Aussagen ist falsch?

 
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lässt sich direkt als auch indirekt ermitteln.

 
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit lässt sich direkt als auch indirekt ermitteln.

 
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lässt sich direkt als auch indirekt ermitteln.  

Lösen

Cashflows aus dem Investitionsbereich


Vorlesen

Investitionsaktivitäten ergeben sich oftmals aus einer Analyse der Konten des Anlagevermögens.
Zu ihren Einzahlungsströmen gehören

 Einzahlungen aus Verkauf von Sachanlagen

 Einzahlungen aus Verkauf von Finanzanlagen (außer Zahlungsmittel)

 Einzahlungen aus Finanzanlagen.

Zu ihren Auszahlungsströmen gehören

 Auszahlung für Kauf von Sachanlagen,

 Auszahlung für Kauf von Finanzanlagen (außer Zahlungsmittel),

 Auszahlungen für Finanzanlagen.

 1Cashflow aus dem Investitionsbereich


Cashflow aus dem Investitionsbereich

Aufgabe 1 von 1

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Die Darstellung der investiven Tätigkeit ist nur nach der indirekten Methode zulässig.

 
Die Darstellung der investiven Tätigkeit ist nur nach der direkten Methode zulässig.

 
Die Darstellung der investiven Tätigkeit ist sowohl nach der direkten als auch nach der indirekten
Methode zulässig.

Lösen

Cashflows aus dem Finanzbereich


Vorlesen

Die Finanzierungsaktivitäten werden zum größten Teil bei einer Analyse der Eigen- und
Fremdkapitalkonten ersichtlich. Zu ihren Einzahlungsströmen gehören

 Einzahlungen aus Verkauf eigener Anteile

 Einzahlungen aus der Ausgabe junger Anteile (Kapitalerhöhung)

 Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen.

Zu ihren Auszahlungsströmen gehören

 Auszahlungen für den Kauf eigener Aktien,

 Auszahlungen an Anteilseigner (Dividenden),

 Auszahlungen wegen Rückzahlung von Darlehen.

 1Cashflow aus dem Finanzbereich


 2Investitions- vs. Finanzierungsaktivitäten

Cashflow aus dem Finanzbereich


Aufgabe 1 von 2

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Die Darstellung der Finanzierungstätigkeit ist nur nach der indirekten Methode zulässig.

 
Die Darstellung der Finanzierungstätigkeit ist nur nach der direkten Methode zulässig.

 
Die Darstellung der Finanzierungstätigkeit ist sowohl nach der indirekten als auch der direkten
Methode zulässig.

Lösen

Vorgehensweise bei der Kapitalflussrechnung


Vorlesen

Folgendes Beispiel soll die Vorgehensweise aufzeigen.

BEISPIEL

Am 31.12.02 weist die M-AG die folgende Bilanz für 02 aus (Vorjahreswerte aus 01). Es sei weiterhin
bekannt, dass der Jahresüberschuss bei 500 Mio. € gelegen hat und dass die Abschreibungen 200
Mio. € betrugen.

rgleich ist anzumerken:


BEISPIEL

Erstelle aus diesen Angaben eine Kapitalflussrechnung.


 Selbstkontrollaufgaben zu Weitere
Bestandteile
Aufgabe: Darstellung der Finanzlage
Vorlesen

Wieso reicht zur Darstellung der Finanzlage eines Unternehmens die Gewinn- und Verlustrechnung
nicht aus? Beantworte die Frage mit einem selbstgewählten Beispiel.

Lösung: Darstellung der Finanzlage


Vorlesen

Oftmals zeigt sich am Ende einer Geschäftsperiode eines Unternehmens ein positives Ergebnis,
obgleich es dennoch zahlungsunfähig wird. Dies ist jeweils dann zu beobachten, wenn ein
Unternehmen nicht in der Lage ist, monetäre Mittel in einer ausreichenden Höhe bereit zu stellen,
um Rechnungen zu begleichen. Folglich zeigt sich die Notwendigkeit von Einblicken in die
Zahlungsströme des Unternehmens, um auf diese Weise eine Beurteilung des Unternehmens und
seiner Leitung durch Außenstehende zu ermöglichen.

BEISPIEL

Die Unternehmung A, derzeit hoch verschuldet und von der Insolvenz bedroht, verkauft am
28.12.2009 der Privatperson B. eine Maschine und erzielt hieraus einen Erfolg in Höhe von 1.000 €.
B zahlt aber erst am 3.1.2010.

Es nutzt der Unternehmung A nicht allzuviel, dass sie einen Erfolg in Höhe von 1.000 € erzielt hat,
wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten ist. Wenn es auf den Cashflow ankommt (im Rahmen einer
Kapitalflussrechnung), so muss also der Erfolg von 1.000 € bereinigt werden um den Ertrag, der
keiner Einzahlung entspricht. Wir werden darauf im Rahmen der indirekten Kapitalflussrechnung zu
sprechen kommen.

Aufgabe: Direkte Methode / Kapitalflussrechnung


Vorlesen
Erstellen Sie eine Kapitalflussrechnung auf Grundlage der direkten Methode, in der Sie folgende
Ereignisse der Max Money AG aufgreifen und diese darin verarbeiten. Der Zahlungsmittelbestand
liegt am Jahresanfang bei 60 €.