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West-Universität Temeswar Er lachte. Nur.

“ (Müller 2010: 74)


Philologische Fakultät
Lehrstuhl für Germanistik gebracht.
Fach: Rumäniendeutsche Literatur nach 1945
Seminarleiterin: Conf. Dr. Grazziella Predoiu
Referent: Alexandra Kaiser
„Reisende, dachte Irene, Reisende mit dem erregten Blick auf die schlafenden
Jahrgang: III A+A´, SoSe 2017/2018
Städte. Auf Wünsche, die nicht mehr gültig sind. Hinter den Bewohnern her.
Reisende auf einem Bein und auf dem anderen Verlorene. Reisende kommen zu
Fremdheit und Auswanderung in
spät.“ (Müller 2010: 114)
Reisende auf einem Beim (1989)
Herta Müller
 Fasst die Thematik des Werkes zusammen.
 „sich selbst, sowie auch andere gemeinsamen Reisende, die
1. Zum Text: örtlich nicht richtig dazugehören, bloß als fremde Besucher
- Eine Erzähl-Collage → fluide Subjektivität und Außenseiter“1
- Spricht über die Ankunft nach der Ausreise:  Zeigt fehlende Zugehörigkeit und Heimatlosigkeit:
 Irene kommt aus einem „anderen Land“ in ein „anderes „Menschen, die nicht mehr wußten, ob sie nun in diesen Städten Reisende in dünnen
Schuhen waren. Oder Bewohner mit Handgepäck.“ (Müller 2010: 202)
Land.“
- Kann interpretiert werden als:
2. Zur Fremdheit:
 Erzählung über Entfremdung
- Irene, die ihre Heimat in der Diktatur verlassen hat, erlebt
 Darstellung einer Heimatlosigkeit, die alle betrifft.
eine neue Fremdheit im neuen Land, was ihre Identität und
ihr Selbstbild beeinflusst.

„Ich bin nicht heimatlos. Nur im Ausland.


Ausländerin im Ausland. → Entfremdung wird doppelt zum Ausdruck 1
http://bora.uib.no/bitstream/handle/1956/2907/42164362.pdf;sequence=1
[24.04.2018]
 „[d]ie Flucht vor der Unterdrückung [...] zu einer Fremdheit, - Die Auseinandersetzung mit einer neuen Kultur und
die nur ein Überleben als reduziertes Dasein übliglässt.“2 Sprache.
 Es handelt sich „um eine schmerzlich empfundene Fremdheit, - Irene versucht diese „neue Welt“ zu begreifen.
um den Zustand der Entwurzelung, des verlorenen Ursprungs
und der verlorengegangenen Vertrautheit.“(ebd.) „In dem anderen Land, sagte Irene, habe ich verstanden, was die Menschen so
kaputtmacht. Die Gründe lagen auf der Hand. […] Und hier, sagte Irene. Ich weiß,
 Irene ist unsicher. → Außenseiterin + fehlende Zugehörigkeit
es gibt Gründe. Ich kann sie nicht sehn. Es tut weh, täglich die Gründe nicht zu
- Irene bringt die Fremdheit aus ihrer Heimat mit sich und
sehn.“ (Müller 2010: 160)
das führt dazu, dass sie nur noch intensiver und
anhaltender wird - Die Illusion , durch Liebe in dem neuen Land Boden unter
 Unfähigkeit sich zu definieren → Indentitätssuche → den Füßen zu gewinnen:
Entfremdung

„Ich war allein abgereist und wollte zu zweit ankommen. Alles war umgekehrt.Ich
3. Zur Auswanderung: war zu zweit abgereist. Angekommen bin ich allein. Ständig schreib ich dir Karten.
- Eng verbunden mit Heimweh: Die Karten vollgeschrieben. Und ich leer. Den Zufall, der uns noch einmal
gefährdet, gibt es nicht.“(Müller 2010: 155)

„Vielleicht hat Heimweh nichts mit dem Kopf zu tun, dachte Irene. Ist selbstständig
und verworren in der Ordnung der Gedanken drin. Vielleicht ist das ein Gefühl,
wenn man weiß, wie es abläuft. Und wie man es vertreibt. Wenn man mal zu leicht
und mal zu schwer ist auf den Straßen. Bibliographie:

Wenn das Heimweh ist, dachte Irene, dann bin ich verlogen.“ (Müller, 2010:98) Müller, Herta (2010): Reisende aud einem Bein. Frankfurt am Main: Fischer
Taschenbuch Verlag.

2
http://bora.uib.no/bitstream/handle/1956/2907/42164362.pdf;sequence=1
[24.04.2018]

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