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29.10.

2013
LE POÈME HARMONIQUE
VINCENT DUMESTRE THEORBE UND LEITUNG
CLAIRE LEFILLIÂTRE SOPRAN JAN VAN ELSACKER TENOR
SERGE GOUBIOUD TENOR GEOFFROY BUFFIÈRE BASS
BENJAMIN LAZAR REGIE
SAISON 2013/2014 ABONNEMENTKONZERT 2
Dienstag, 29. Oktober 2013, 20 Uhr BENEDETTO FERRARI „Son ruinato, appassionato“
Hamburg, Laeiszhalle, Großer Saal aus Musiche varie a voce sola

LE POÈME HARMONIQUE ANONIMO „Villanella, ch’all’acqua vai“


VINCENT DUMESTRE THEORBE UND LEITUNG aus Canzon napolitane a tre voci libro secondo (1566)
CLAIRE LEFILLIÂTRE SOPRAN
JAN VAN ELSACKER TENOR GIOVANNI BATTISTA FASOLO „Sguardo lusingheiro”
SERGE GOUBIOUD TENOR aus „La barchetta passeggiera“
GEOFFROY BUFFIÈRE BASS
BENJAMIN LAZAR REGIE FRANCESCO MANELLI „Grida l’alma“, Aria alla napoletana
(1592 – 1665) aus Musiche varie a una due e tre voci (1636)
„VENEZIA DALLE CALLI AI PALAZZI“
FRANCESCO MANELLI „Acceso mio core“, Ciaccona
aus Ciaccone et arie a uno due e tre voci
CLAUDIO MONTEVERDI „Dormo ancora“ libro terzo op. 3 (1629)
(1567 – 1643) aus „Il Ritorno d‘Ulisse in patria“ (1640)

DARIO CASTELLO Sonata Prima a Sopran Solo Keine Pause


(1600 – 1658) aus Sonata concertate libro secondo (1629)
Das Konzert wird am Freitag, den 20. Dezember 2013,
um 20.05 Uhr auf NDR Kultur gesendet.
CLAUDIO MONTEVERDI Lamento della ninfa
aus Madrigali guerrieri ed amorosi libro ottavo (1638)

GIOVANNI BATTISTA FASOLO Misticanza di vigna alla bergamasca


(1598 – 1664) aus „La barchetta passeggiera“ (1627)

BENEDETTO FERRARI „Chi non sa come Amor“


(1604 – 1681) aus Musiche varie a voce sola (1633)

02 | PROGRAMMABFOLGE PROGRAMMABFOLGE | 03
LE POÈME HARMONIQUE LE POÈME HARMONIQUE
BESETZUNG
Le Poème Harmonique ist ein Ensemble von gehörten die außergewöhnlichen Erfolge von
THEORBE, VIOLINE PERKUSSION Solisten unter der Leitung von Vincent Dumestre. „Le Bourgeois Gentilhomme“, „Carnaval Baroque“
BAROCKGITARRE Johannes Frisch Joël Grare Seit seiner Gründung 1998 liegt der Schwerpunkt und „Cadmus et Hermione“ (fast 130 Aufführun-
seiner künstlerischen Arbeit auf der Musik des gen u. a. an der Opéra Comique, am Théâtre des
UND LEITUNG 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Von Anfang an Champs Elysées und in der Cité de la Musique in
Vincent Dumestre LIRONE bereicherte Le Poème Harmonique seine vokalen Paris).
Lucas Peres und instrumentalen Interpretationen mit Beiträgen
anderer künstlerischer Disziplinen: Schauspieler Le Poème Harmonique wird vom Ministère de la
und Tänzer verbanden sich mit Sängern und Mu- Culture (DRAC Haute-Normandie), der Région
VIOLA DA GAMBA sikern, seit 2004 auch in szenischen Produktionen Haute-Normandie und der Stadt Rouen unterstützt.
Françoise Enock wie „Le Bourgeois Gentilhomme“ von Lully und Der Hauptmäzen des Ensembles ist das Mécénat
Molière (Inszenierung Benjamin Lazar) oder „Le Musical Société Générale. Le Poème Harmonique
Carnaval Baroque“ (Inszenierung Cécile Roussat). hat seine Residenz an der Oper von Rouen in
COLASCIONE, Seit seiner Gründung konzertierte Le Poème der Haute-Normandie. Zu Probenzwecken hat
BAROCKGITARRE Harmonique in Frankreich und weltweit u. a. in Le Poème Harmonique seine Residenz bei der
New York, Tokio, London und Wien. Eine besonders Fondation Singer-Polignac (Paris). Für das Pro-
Jean-Luc Tamby enge Beziehung verbindet Le Poème Harmonique gramm „Venezia dalle calli ai palazzi“ erhält Le
mit der Region Haute-Normandie, wo es rund ein Poème Harmonique von der Fondation Orange
Viertel seiner Auftritte absolviert. Zu den heraus- und dem Jean Vilar Theatre (Vitry-sur-Seine)
ragenden Ereignissen der letzten Spielzeiten Unterstützung.

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VINCENT DUMESTRE CLAIRE LEFILLIÂTRE
THEORBE UND LEITUNG SOPRAN

Vincent Dumestre wurde im Mai 1968 geboren. Claire Lefilliâtre begann im Alter von sechzehn
Nach einem Studium der Kunstgeschichte an der Jahren ihr Gesangsstudium am Conservatoire
Ecole du Louvre und der klassischen Gitarre an National de Région de Caen, wo sie ihr Abschluss-
der Ecole Normale de Musique de Paris widmete examen in Gesang und Musikgeschichte machte.
er sich der Musik für Laute, Gitarre und Theorbe. Parallel zu einem Theater- und Filmstudium an
Er studierte bei Hopkinson Smith, Eugène Ferré der Université de Caen nahm sie Unterricht bei
und Rolf Lislevand an den Konservatorien von Alain Buet am ENM d’Alençon, der sie zur Alten
Toulouse und Boulogne, wo er auch seinen Studien- Musik führte und für ihre künstlerische, stilistische
abschluss machte. Seither wirkte er bei zahlrei- und pädagogische Ausrichtung prägend wurde.
chen Konzerten renommierter Ensembles mit: Es folgten Studien bei Eugène Green und Benjamin
u. a. Ricercar Consort, La Simphonie du Marais, Lazar in Deklamation und barocker Gestik. Ihre
Le Concert des Nations, La Grande Ecurie et la Vertrautheit mit dem barocken Repertoire ließ sie
Chambre du Roy, Akademia, Le Centre de Musique zur bevorzugten Interpretin zahlreicher Ensembles
Baroque de Versailles. 1998 gründete Vincent werden und führte sie an viele französische und
Dumestre Le Poème Harmonique, dessen künst- ausländische Bühnen, darunter der Salle Gaveau,
lerische Ausrichtung er als Leiter bestimmt. Die das Festival de Beaune, die Opéra de Rouen, die
Zeitschrift Diapason wählte Dumestre für seine Opéra d’Avignon, das Festival in Utrecht, die Sankt
Arbeit mit Le Poème Harmonique zum „jungen Petersburger Philharmonie, der Palau de la Mùsica
Talent des Jahres 1999“. Dumestres beim Label in Barcelona, die Accademia Nazionale di Santa
Alpha erschienene Aufnahmen erhielten zahl - Beaux-Arts in Brüssel, Concertgebouw in Amster- Cecilia in Rom, der Palais des Beaux Arts in Buda- am Théâtre de Caen). 2006 verkörperte sie die
reiche Auszeichnungen der Presse: u. a. Diapason dam, Festival in Utrecht, die internationalen pest, das Festival Bozar in Bruxelles, das Concert- Titelrolle in Marazzolis Oper „La vita humana“ u. a.
d’Or des Jahres, Choc du Monde de la Musique Festivals in Granada und Santiago de Compostella, gebouw in Amsterdam sowie Veranstalter in im Concertgebouw in Utrecht und beim Festival
de l’année sowie Empfehlungen von Classica, Academia Santa Cecilia in Rom, Teatro San Carlo Tokio und Buenos Aires. in Ambronay. 2008 sang sie Hermione in „Cadmus
Répertoire, Opéra International und Téléram. in Neapel, Kölner Philharmonie, Nationaltheater et Hermione“ von Lully (Leitung: Vincent Dumestre,
Prag, Palais des Arts in Budapest, Festival Mysteria Seit 1999 ist Claire Lefilliâtre die zentrale Interpre- Inszenierung: Benjamin Lazar) an der Opéra
In den letzten Jahren hat sich der Ruf von Vincent Paschalia in Krakau, Petersburger Philharmonie, tin der Produktionen von Le Poème Harmonique Comique, dann am Théâtre des Arts in Rouen
Dumestre und Le Poème Harmonique eindrucks- Columbia University in New York, Festival Alter unter der Leitung von Vincent Dumestre. Ihre (Wiederaufnahme 2009 am Théâtre de Caen, am
voll entwickelt. Die Produktionen und Konzerte des Musik in Boston, Oji Hall in Tokio, Konzerthalle Konzerte und Aufnahmen mit diesem Ensemble, Théâtre d’Aix en Provence und am Grand Théâtre
Ensembles erhielten Einladungen der bekanntes- in der Verbotenen Stadt in Peking, Concert Hall seien es Werke von Etienne Moulinié, Pierre du Luxembourg). Ebenfalls 2008 stand sie in der
ten französischen und ausländischen Veranstalter, in Schanghai. Guédron, Antoine Boesset, Emilio de Cavalieri, Il Rolle des Annius in „La clemenza di Tito“ von
darunter als wichtigste Partner: Théâtre National Fasolo oder französische Romanzen, werden Mozart (Leitung: Jérémie Rhorer, Inszenierung:
de l’Opéra Comique, Théâtre des Champs Elysées einhellig von der Presse gewürdigt. Lefilliâtre Alain Garichot) am Théâtre des Arts in Rouen
et la Cité de la Musique à Paris, Opéra de Rouen, sang 2004 an der Opéra d’Avignon und 2005 am auf der Bühne.
Festival Automne in der Normandie, Théâtre de Théâtre Royal in Versailles die weibliche Rolle
Caen, Opéra Royal de Versailles, Abbaye de Royau- in den Zwischenspielen von „Le bourgeois gentil-
mont, die Festivals in Ambronay, Beaune und homme“ von Lully und Molière (2007 wieder auf-
Sablé, Grand Théâtre in Luxembourg, Palais des genommen am Théâtre des Arts in Rouen und

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JAN VAN ELSACKER SERGE GOUBIOUD
TENOR TENOR

Der Tenor Jan Van Elsacker gewann erste Preise Serge Goubioud begann seine Gesangskarriere
in den Fächern Gesang und Klavier am König- mit Paul Colléaux’ Ensemble Vocal de Nantes.
lichen Flämischen Konservatorium in Antwerpen. Gesang studierte er u. a. bei Rachel Yakar und
Bereits in jungen Jahren arbeitete er mit Philippe Alain Buet. Als Mitglied des Barockstudios an der
Herreweghe, Gustav Leonhardt, Sigiswald Kuijken Oper von Versailles arbeitete er mit den bedeu-
und Jos van Immerseel zusammen. Heute tritt tendsten europäischen Barockdirigenten zusam-
Jan Van Elsacker regelmäßig mit Le Poème men. Er war als Solist mit Les Arts Florissants
Harmonique (Vincent Dumestre), L’Arpeggiata unter William Christie zu hören, mit Le Poème
(Christina Pluhar), Akademia (Françoise Lasserre), Harmonique unter Vincent Dumestre, Le concert
Weser Renaissance (Manfred Cordes) und La Spirituel unter Hervé Niquet, Les Talents Lyriques
Fenice (Jean Tubery) auf. 1996 war er Preisträger unter Christophe Rousset sowie mit La Grande
beim internationalen Wettbewerb Musica Antiqua Ecurie et La Chambre du Roy unter der Leitung
in Brügge. 2003 nahm er beim Festival Musica von Jean-Claude Malgoire, unter dessen Leitung
Antiqua in Brügge eine zentrale Rolle ein, als er er zahlreiche Opern von Mozart und Monteverdi
neben dem „Combattimento di Tacredi e Clorinda“ sang. Hervorzuheben sind seine Interpretationen
(Monteverdi) ein Schumann-Recital mit der Pia- des Tamino in Mozarts „Die Zauberflöte“ oder
nistin Claire Chevallier gab. Jan Van Elsacker ist des Arnalta in „L’Incoronazione di Poppea“ von
Mitbegründer des International Baroque Ensemble Monteverdi. Unter Ton Koopman sang er die
Il Trionfo del Tempo. Im Januar 2008 gab er sein Johannespassion von Johann Sebastian Bach.
Debüt als Orfeo (Monteverdi) am Nationalen Am Théâtre des Champs Elysées stand er in den
Opernhaus in Polen mit dem Ensemble La Fenice Nach Opernproduktionen in den Jahren 2004 und Rollen des Basilio und des Don Curzio auf der
(Leitung: Jean Tubery). 2005 wie „Le bourgeois gentilhomme“ von Lully Bühne. Serge Goubioud wirkte bei zahlreichen
mit Vincent Dumestre oder der Wiederaufnahme Einspielungen von Le Concert Spirituel, dem
Seit kurzem ist Jan Van Elsacker Professor an der von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ unter der Leitung Ensemble Doulce Mémoire, XVIII-21 Musique
Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. von René Jacobs am Théâtre des Champs Elysées, des Lumières, dem Ensemble A Sei Voci und
die 2001 mit dem Kritikerpreis für die beste Le Poème Harmonique mit.
Opernaufführung ausgezeichnet wurde, führte er
im Mai 2006 gemeinsam mit dem Schauspieler
und Regisseur Alain Carré sein erstes musikali-
sches Schauspiel „Eine Nacht bei Vater Franz“ mit
Schuberts Vokalquartetten als Mittelpunkt auf.
Im Dezember 2006 sang er beim Festival Hokuto-
pia in Tokio die Hauptrolle des Ecclitico in „Il mondo
della luna“ von Joseph Haydn unter der Leitung
von Ryo Takamura. 2007 setzte er seine Zusam-
menarbeit mit Vincent Dumestre mit mehreren
Schauspielen wie „Carnaval baroque“ fort.

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GEOFFROY BUFFIÈRE BENJAMIN LAZAR
BASS REGIE

Geoffroy Buffière studierte Musik an der Chor- Der Regisseur und Schauspieler Benjamin Lazar
schule von Notre Dame in Paris sowie bei Howard erforschte mit Eugène Green die Gestik und De-
Crook und Kenneth Weiss am Pariser Conserva- klamation des Barock; neben Violine und Gesang
toire, er komplettierte seine Ausbildung am Centre studierte er außerdem Schauspiel an der École
National d‘Art Lyrique (CNIPAL) in Marseille. Claude Mathieu. Im Jahr 2004 führte Lazar Regie
Buffières Repertoire reicht vom Mittelalter über bei der Aufführung von „Le Bourgeois Gentil-
die Polyphonie der Renaissance bis zur zeitge- homme“ mit Le Poème Harmonique; die Pro-
nössischen Musik. Im Bereich der Renaissance- duktion wurde von Publikum und Kritik gleicher-
Musik trat er u. a. mit der Cappella Pratensis maßen gelobt; die dazugehörige DVD gewann
(Stratton Bull), dem Ensemble Clément Janequin zahlreiche Preise. Im selben Jahr gründete er
(Dominique Visse) und dem Huelgas Ensemble sein eigenes Ensemble, Le Théâtre de l’Incrédule,
(Paul Van Nevel) auf; im Bereich der zeitgenössi- und adaptierte zusammen mit dem Ensemble
schen Musik arbeitete er mit dem Ensemble La Rêveuse eine Novelle von Cyrano de Bergerac,
InterContemporain unter Susanna Mälkki zusam- „L’ Autre Monde ou les États et Empires de la
men. Besonders gefragt ist Buffière im Bereich Lune“, für die Bühne. Sein musikalisches Interes-
der Barockmusik; hier trat er mit so renommier- se führte Lazar dazu, sowohl regelmäßig Opern
ten Dirigenten wie William Christie, Emmanuelle zu inszenieren als auch neue Formen des musika-
Haïm, Masaaki Suzuki, Hervé Niquet, Rinaldo lischen Theaters zu erproben. Mit Stefano Landi
Alessandrini und Vincent Dumestre auf. Darüber und Les Arts Florissants inszenierte er 2007 „Il
hinaus gibt Buffière Recitals mit dem Pianisten Sant’ Alessio“; mit Le Poème Harmonique brachte Théâtre de Cornouaille in Quimper. Darüber hi-
Jeff Cohen. er 2008 „Cadmus et Hermione“ von Jean-Baptiste naus inszenierte er an der Opéra Comique in Pa-
Lully und 2012 „Egisto“ von Francesco Cavalli auf ris „Cendrillon“ von Massenet in einer Produktion
Geoffroy Buffière ist regelmäßiger Gast bei die Bühne. 2008 war Lazar Co-Autor und Regis- unter der musikalischen Leitung von Marc Min-
bedeutenden Opernhäusern und Festspielen in seur der Produktion „Lalala-opéra en chansons“ kowski. Zurzeit ist Lazar Gastkünstler an der
Frankreich (Opera Comique, Paris; Royal Opéra, mit Les Cris de Paris (Ltg. Geoffroy Jourdain) Scène Nationale de Quimper, wo er „Au web ce
Versailles) und in Europa (u. a. Aldeburgh Festival, nach Musik von David Colosio, Vincent Manac’h soir“ schuf, eine Oper, die speziell für das Inter-
Edinburgh Festival). Unter Leitung von William und Morgan Jourdain. Mit Théâtre de l’Incrédule net entwickelt wurde und unter www.theatre-
Christie wird er beim Aix-en-Provence Festival und dem Habanera Saxophone Quartet insze- cornouaille.fr/ abgerufen werden kann. Im April
sowie in Paris und New York in Charpentiers „Da- nierte er „Comment Wang-Fô fut sauvé“, eine mu- 2012 hatte am Theater in Quimper Lazars Insze-
vid et Jonathas“ singen. An der Opéra Comique in sik-theatralische Adaption einer Kurzgeschichte nierung von „Ma mère musicienne“ nach einer
Paris tritt Buffière in „Mârouf” von Henri Rabaud von Marguerite Yourcenar. Vorlage von Louis Wolfson mit Claire Lefilliâtre in
unter der Leitung von Alain Altinoglu auf. der Hauptrolle und Musik von Vincent Manac’h
In den vergangenen Spielzeiten inszenierte Lazar Premiere.
„Les amours tragiques de Pyrame et Thisbé“ von
Théophile de Viau in Paris (Théâtre de l’Athénée)
sowie „Cachafaz“, eine neue Oper von Oscar
Strasnoy, an der Opéra Comique in Paris und am

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DIE HAUPTSTADT DER VERGNÜGUNGEN der fünften Jahreszeit nahezu verdoppelte. Doch
die größte Attraktion Venedigs war weder die Musik
DER THEATERSINN
Eine Form des Theaters, die in Venedig besonders
EIN STREIFZUG DURCH VENEDIGS GASSEN UND PALAZZI
noch das Glückspiel, sondern sein Ruf als Kapitale florierte, war die commedia dell’arte. Die wichtigs-
Zu den Sternstunden der Kulturgeschichte wird krat, ihre Laster und Lüste ausleben. Natürlich der Prostitution: 11.643 Huren soll es im Jahr 1519 ten Impulse zu diesem Stegreif- und Typentheater
gerne die Eröffnung des ersten öffentlichen erlaubte der Schutz der Maske auch ungeahnte in Venedig gegeben haben (bei einer Einwohner- gab der venezianische Autor und Schauspieler
Opernhauses in Venedig im Jahre 1637 gezählt. erotische Spielzüge. Wo die Regeln sozialer Ord- zahl von ca. 120 000). Mitte des 16. Jahrhunderts Andrea Calmo (1510 – 1571). Calmo war ein Theater-
Eine andere, zeitnahe Denkwürdigkeit wird in den nung aufgehoben waren, orientierte man sich mit kursierte sogar ein einschlägiger Stadtführer, in praktiker, kein Gelehrter. Seine obersten Ziele
Geschichtsbüchern dagegen meist übergangen: venezianischer Kaufmannsklugheit. Casanova riet dem Dienstleistungen, Wohnorte und Preise der waren eine volle Abendkasse und ein vergnügtes
1638 wurde in der Lagunenstadt auch das erste dem flirtinteressierten Ridotto-Besucher zwecks bekanntesten Damen aufgelistet waren. Für sitten- Publikum; seine Ideen von unmittelbarer Bühnen-
öffentliche Casino, „Il Ridotto“, eröffnet. Nicht, Qualitätsprüfung zuerst den Umhangsstoff einer geschichtlich interessierte Venedig-Reisende wirksamkeit fasste er in dem Schlagwort vom
dass es in Venedig zuvor kein Glücksspiel gegeben Maskierten zwischen den Fingern zu reiben – so gehört bis heute ein Besuch der Ponte delle Tette „mente teatrale“, dem Theatersinn, zusammen.
hätte. Im Gegenteil. Das illegale Zocken in den lasse sich am besten ermitteln, ob sich eine gut unbedingt aufs Programm; auf dieser Brücke stell- Für Calmo standen die Schauspieler im Zentrum,
zahllosen kleinen Hinterhaus-Spielhöllen, den betuchte Dame darunter verberge. ten einst die Huren auf ausdrückliche Anweisung nicht ein vorgegebener Text. So ließ er die Dar-
Casini, nahm derart überhand, dass die Obrigkeit der Stadtobrigkeit ihre Reize unverhüllt zur Schau. steller je einen bestimmten Typus verkörpern.
sich genötigt sah, zur geregelten Abwicklung der So wenig die Gründung eines Hochkulturtempels Dessen Wesen, besondere Gesten und Schrullen
Glücksspielleidenschaft ein amtlich konzessionier- und eines Casinos für unser heutiges Verständnis Spektakel, Schaustellerei und Theater spielten waren vorab grob festgelegt, den Wortlaut ihrer
tes Haus zu gründen. Im Ridotto durfte jeder, der miteinander zu tun haben mögen, sie sind doch unter den Karnevalsvergnügungen in Venedig Reden improvisierten die venezianischen stand
Geld hatte, sein Glück herausfordern, unabhängig Aspekte derselben Sache. Oper und Casino waren von jeher eine zentrale Rolle. In den Monaten des up comedians dann weitgehend aus den Stegreif.
von Herkunft und Stand. Dabei garantierte das nur zwei der vielen Vergnügungen, mit denen die Karnevals war das Las Vegas an der Adria mit Dabei bedienten sie sich bevorzugt der vielen
Casino im Palazzo Dandolo seinen Kunden Anony- Venezianer während des Karnevals Touristen in seinen Regatten, menschlichen Turnerpyramiden, Idiome und Dialekte, die im babylonischen Spra-
mität; verborgen von Maske und Umhang konnten die Stadt lockten. Dies taten sie so erfolgreich, schwimmenden Bühnen und akrobatischen Ein- chengewirr der Hafen- und Handelsstadt zu hören
hier Magd und Patriziergattin, Kaufmann und Aristo- dass die Einwohnerzahl der Stadt sich während lagen wie dem „Flug des Türken“ vom Campanile waren. Calmo selbst verkörperte den Pantalone –
hinüber zur Loggia des Dogenpalastes ein ein- die Karikatur eines venezianischen Besitzbürgers:
ziges urbanes Theater. Zuschauer mit kleinerem geschäftstüchtig, geizig, permanent lüstern und
Geldbeutel ergötzen sich am Puppentheater oder zugleich um die Unberührtheit seiner Tochter und
fanden bei der commedia dell‘arte reiche Nahrung die Treue seiner Frau besorgt. Daneben gab es
für ihre Spottlust. Wer mehr für sein Vergnügen Typen wie den prahlerischen Spanier, den über-
ausgeben konnte, ließ sich von der hoch entwickel- ängstlichen Griechen, die verschlagenen Diener
ten Illusionsmaschinerie der Oper verzaubern. oder die Verliebten. Um deren theatralische Wirk-
Venedig war die Stadt des Theaters. – Nicht nur samkeit machte Calmo sich besonders verdient:
weil es dort besonders viele Spielstätten gab, Hatten in der akademischen commedia erudità
sondern weil der gewiefte Umgang mit Wahrheit bis dato verkleidete Männer die Frauenrollen
und Täuschung, Masken, Kulissen, Zurschaustellung übernommen, holte Calmo nun echtes weibliches
und Verhüllung tief im gesellschaftlichen Leben Sexappeal auf die Bühne.
der Stadt selbst wurzelte. Gerade ihr knallharter
Realitäts- und Geschäftssinn machte die Einwohner Und noch ein weiteres Element sicherte dem The-
der alten Händlermetropole zu Virtuosen im Spiel aterprofi volle Kassen: die Musik. Fester Bestand-
mit Schein und Sein. teil von Calmos Stücken waren Musikeinlagen;
zumeist die angesagten Hits der Saison, gesungen
Giovanni Antonio Guardi: „Maskenball im Großen Saal des Ridotto im Palazzo Dandolo in Venedig“, um 1750 vom Darsteller, der sich dazu selbst auf der Gitarre

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begleitete. So war Calmos Theaterkonzept optimal Die Kulturpolitik der venezianischen Nobilität Opernpause 1640 ausgerechnet mit einer Oper des Conte Mocenigo in Venedig halbszenisch
geeignet für kleine, mobile Truppen, die an be - war von einer bemerkenswerten Weitsicht. Man über Odysseus‘ Heimkehr herauskam, scheint so uraufgeführt. Ähnliche opernnah ist auch das
liebigen Orten ohne viel Proben spielen und Geld erkannte das Potenzial der Oper und investierte ein von ihm und seinem Librettisten Giacomo „Lamento der Nymphe“ aus dem Achten Madrigal-
verdienen konnten. großzügig in das neue Genre. Die Accademia degli Badoaro – ebenfalls ein Mitglied der Incogniti – klug buch. Mit dem Lamento der Arianna hat Monteverdi
Incogniti, eine Gesellschaft venezianischer Hono- inszenierter coup de theatre gewesen zu sein. einst einen echten Hit gelandet; dieses Lamento
Dank Calmo und seiner Nachfolger war in Venedig ratioren, von denen viele auch als Dichter und führte als Single-Auskopplung aus der Oper bald
also der Boden für das Musiktheater bereitet, Librettisten tätig waren, eröffnete 1641 das Teatro LAMENTI UND LIEDER in verschiedenen Bearbeitungen sein Eigenleben.
als die kleine Truppe von Francesco Manelli und Novissimo. Dieses neueste, fünfte Theater war das Achtet man nur auf Gattungsbezeichnungen und Mit dem „Lamento der Nymphe“ kultivierte
Benedetto Ferrari in den 1630-Jahren auf den Plan erste, das speziell als Opernhaus gebaut worden Jahreszahlen, so hatte Monteverdi von 1608, dem Monteverdi eine weitere Form der Klageszene:
trat. Die beiden Römer Manelli und Ferrari waren war – und es war so defizitär, dass es nach vier Uraufführungsjahr seiner vorläufig letzten Oper das Lamento über einem beständig sich wieder-
Theater-Alleskönner: Dichter, Schauspieler, Musiker Jahren wieder geschlossen werden musste. Doch „Arianna“, bis zu seiner von Badoaro publicty- holenden, absteigenden Viertonbass. Bei seinem
und Direktoren in Personalunion. 1636 wagten sie in dieser kurzen Zeit setzte man am Novissimo trächtig eingefädelten Heimkehr ins Operngeschäft Schüler, Konkurrenten und Nachfolger Francesco
es erstmals, eine Oper in Padua auf dem Festland was Repertoire, Kulissenkunst, Theatermaschinerie, eine lange Odyssee hinter sich. Tatsächlich aber Cavalli wurde solche Lamenti dann ein fester
vor der Lagune öffentlich aufzuführen. Vom Erfolg Spezialeffekte und Stars anging bleibende Maß- blieb Monteverdi in allem was er schrieb immer Grundbaustein der Operndramaturgie.
ermuntert mieteten sie im Jahr darauf das ehe- stäbe und trug so den Ruhm der venezianischen Musikdramatiker. Wie sehr bei ihm die Grenzen der
malige Commedia-dell’arte-Theater San Cassiano Oper in die Welt hinaus. Venedig war seinerzeit die Gattungen verschwimmen und alles zur Anschau- In den ersten Jahren nach 1637 spielten Manelli
in Venedig und gaben dort ihre Oper „Andromeda“; Hauptstadt des Pressewesens, und viele Incogniti lichkeit und zur Szene drängt, beweist das Achte und Ferrari im venezianischen Opernbetrieb noch
Manellis Frau Madalena sang und spielte dabei zum arbeiteten auch als Publizisten. Sie warfen nun Madrigalbuch. Dessen bekanntestes Stück, die eine beherrschende Rolle. Neben eigenen Werken
allgemeinen Entzücken die Hauptrolle. So kamen die PR-Maschine an, um die Primadonna ihres Liebesschlacht „Il combattimento di Tancredi e wird deren Truppe 1640 wohl auch Monteverdis
Manelli/Ferrari auch 1638 wieder und brachten Hauses, Anna Renzi, in den Himmel zu schreiben. Clorinda“, war – obwohl sie als Madrigal galt – „Il ritorno d’Ulisse“ uraufgeführt haben. Doch mit
ihre neueste Oper „La maga fulminate“ mit. Auch Elogen auf ihre Darstellungs- und Gesangskunst bereits ein veritables Melodram mit ausgefeilter zunehmender Kommerzialisierung und Speziali-
diesmal bestritt die Truppe alles aus Bordmitteln; mit Titeln wie „Le glorie della signora Anna Renzi“ Streicherbegleitung und wurde 1624 im Palazzo sierung wurden die römischen Theaterallrounder,
der Text kam von Ferrari, die Musik von Manelli und erschienen, und die Sopranistin wurde der erste
dessen Frau fungierte als Primadonna. Angesichts Star der Operngeschichte. Mit Renzis Ruhm wuchs
des Erfolges dieser neuen Karnevalsattraktion auch ihre Gage. – Um 1660 verdienten berühmte
stiegen die geschäftstüchtigen Venezianer bald Sänger dann bereits weitaus mehr als der best-
selbst ins Opernbusiness ein. – Zumal einer der bezahlt Komponist. Kurz gesagt, in den ersten
größten Opernkomponisten, Claudio Monteverdi, Jahrzehnten nach dessen Einzug in Venedig ent-
schon seit Jahrzehnten Kapellmeister an San Marco wickelten sich dort unter Hochdruck alle Grundzüge
war. Für die Wiedereröffnung des Theaters San des Opernbetriebes, wie wir ihn bis heute kennen.
Moisè im Jahr 1640 – nach nur drei Jahren gab es
somit bereits vier Opernhäuser in Venedig – setzte Darüber hinaus aber hatte die Oper für die Inco-
dessen Direktion Monteverdis „Arianna“ auf den gniti immer auch eine patriotische Komponente.
Spielplan. Diese Tragödie hatte der Maestro 1608 Sie diente der Selbstrepräsentation der venezia-
für den Hof in Mantua komponiert; und man darf nischen Republik. Besonders gerne sah man
bezweifeln, ob die altmodisch steife Hofkunst den sich in Venedig als Erbe Trojas (das ärgerte die
Karnevalstouristen wirklich zusagte. Doch „Arianna“ rivalisierenden Römer, die den gleichen Anspruch
diente ohnehin mehr als Appetitanreger für das erhoben), und so häuften sich in den ersten Jahren
eigentliche Ereignis der Saison: Monteverdis neue Sujets, die auf Vorlagen von Homer zurückgingen.
Oper „Il ritorno d’Ulisse“. Dass auch der große Monteverdi nach 32 Jahren Karneval in Venedig, Kupferstich von Pieter de Jode, um 1600

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die immer nur für die Dauer der Opernsaison
nach Venedig kamen, von ortsansässigen Kompo-
Man kann diese begleiteten Solo-Gesänge des
Theorbenspielers Ferrari also als eine Frühform
CLAUDIO MONTEVERDI
nisten-, Librettisten- und Musikergrößen über- der Kantate ansehen. Sein Sänger-Kollege Manelli
trumpft. Von der Musik ihrer Opern ist heute nichts scheint dagegen eher der volkstümliche Typ ge - DORMO ANCORA SCHLAFE ICH NOCH
mehr überliefert. Eine Ahnung von Ferraris künst- wesen zu sein. Wem etwa die feurigen Rhythmen
lerischem Rang vermittelt die begründete Vermu- der Aria alla napoletana „Grida l‘alma“ spanisch ULISSE, si risveglia Odysseus erwacht
tung, dass das Schlussduett „Pur ti miro“ aus der vorkommen, hört durchaus richtig. Neapolitanische Dormo ancora o son desto? Schlafe ich noch oder wach’ ich?
von Monteverdi unvollendet hinterlassenen Oper Arien und Canzonetten mit Begleitung einer Che contarde rimiro? Welche Gegenden umgeben mich?
„L’incoronazione di Poppea“ (1643) eigentlich aus Chitarra Spagnola, einer Spanischen Gitarre, Qual aria vi respiro? Welche Luft atme ich ein?
seiner Feder stamme. (Der Text wurde aus einem waren Anfang des 17. Jahrhunderts groß in Mode. E che terren calpesto? Welchen Boden betrete ich?
Libretto von Ferrari übernommen, ob deshalb die Vor allem venezianische Verleger verdienten sich Dormo ancora o son desto? Schlafe ich noch oder wach’ ich?
Musik dazu auch von ihm stammt, bleibt ungewiss.) eine goldene Nase an der Herausgabe populärer Chi fece in me, chi fece Wer wandte mir
Dass er zu solchen dramatisch-intensiven Genie- Liedersammlungen, deren Gitarrenpart in einer Il sempre dolce lusinghevol sonno den süßen, umschmeichelnden Schlaf
streichen das Zeug hatte, beweist jedenfalls auch für Notenunkundige leicht lesbaren Griff- Ministro de’ tormenti? zum Quäler?
Ferraris groß angelegtes Liebeslamento „Chi non schrift notiert war. Neapel aber war damals Teil Chi cangiò il mio riposo in ria sventura? Wer wandelte meine Ruhe in tiefstes Unglück?
sa come Amor”. Was von Ferrari und Manelli über- des Spanisch-Habsburgischen Reiches, und so Qual deità de’ dormienti ha cura? Welche Gottheit der Schlafenden war es?
liefert ist, sind Sammlungen, die einen sehr guten flossen durch dieses Tor zur Welt auch iberische O sonno, o mortal sonno, O Schlaf, Schlaf der Sterblichen!
Eindruck von der Bühnen- und Populärmusik Elemente in die populäre Musik Italiens ein. Fratello della morte altri ti chiama! Des Todes Bruder nennt dich mancher.
der Zeit geben. In den drei Bänden von Ferraris Solingo, e trasportato, Einsam, verlassen,
„Musiche varie a voce sola”, erschienen in Venedig Dem Komponisten der Sammlung „La barchetta Deluso, ed ingannato, enttäuscht und betrogen,
zwischen 1633 und 1641, gibt es schon eine klare passeggiera” hat Le Poème Harmonique bereits Ti conosco ben io, padre d’errori. erkenne ich dich genau, Vater des Irrtums!
Zweiteilung von rezitativischen und ariosen Partien. ein eigenes Album unter dem Titel „Il Fasolo?“ (mit Pur de gl’errori miei son io la colpa, Allein meiner Irrtümer trage ich die Schuld:
der Betonung auf dem Fragezeichen) gewidmet. Che se l’ombra del sonno Denn die Finsternis
Lange Zeit hielt man nämlich den Autorennamen Sorella, o pur compagna, ist dem Schlaf verwandt;
„Il Fasolo“ für ein Pseudonym, hinter dem Fran- Chi si confida a l’ombra, wer der Finsternis vertraut,
cesco Manelli vermutete wurde. Heute neigt man Perduto al fin contro ragion si lagna. klagt zu Unrecht sein Verderben.
dazu, diese Sammlung volkstümlicher Lieder O Dei, sempre sdegnati, O fortwährend missgestimmte Götter,
einem Minoriten-Bruder und Komponisten zuzu- Numi, non mai placati, nimmer besänftigte Götter,
schreiben, der tatsächlich Giovanni Battista Fasolo Contro Ulisse, che dorme, anche severi, grausam selbst gegen den schlafenden Odysseus!
hieß – und nur dann nicht mit vollem Namen Vostri divini imperi Eure göttlichen Fügungen
zeichnete, wenn er als hauptberuflicher Kirchen- Contro l’uman voler sien fermi e forti, walten gegen den Willen des Menschen;
musiker nebenbei Populäres schreib. Ma non tolghino, ohimè, la pace a i morti. lasst aber, ach, den Toten ihren Frieden!

Ilja Stephan
LAMENTO DELLA NINFA KLAGE DER NYMPHE

Non havea Febo ancora Phoebus hatte noch nicht


recato al mondo il dí, gezeigt der Welt den Tag,
Innenansicht des Teatro di San Giovanni Crisostomo ch’una donzella fuora als ein Mädchen
in Venedig (eröffnet 1678), Kupferstich, undatatiert del proprio albergo uscí. aus ihrem Hause trat.

16 | PROGRAMM TEXT | 17
Sul pallidetto volto Auf ihrem blassen Gesichte Né mai sí dolci baci Noch wird je er haben
scorgeasi il suo dolor, trat ihr Schmerz zutage, da quella bocca havrai, Küsse so süß aus jenem Munde,
spesso gli venia sciolto und oft kam né più soavi, ah taci, noch so zärtlich, ach, schweig,
un gran sospir dal cor. von ihrem Herzen her ein tiefes Seufzen. taci, che troppo il sai.” schweig, zu gut weiß er es.“

Sí calpestando fiori Blumen niedertretend Sí tra sdegnosi pianti So erfüllte sie, zwischen bitteren Tränen,
errava hor qua, hor là, irrte sie von hier nach dort spargea le voci al ciel; den Himmel mit ihrer Stimme;
i suoi perduti amori und beweinte auf diese Weise cosí ne’ cori amanti so mischt im Herzen der Liebenden
cosí piangendo va: ihre verlorene Liebe: mesce amor fiamma, e gel. die Liebe das Feuer mit dem Eise.

„Amor“, dicea, il ciel „Amor“, sprach sie mit Festigkeit, (Ottavio Rinuccini)
mirando, il piè fermo, aufschauend zum Himmel,
„dove, dov’è la fè „wo, wo ist die Treue,
ch‘el traditor giurò?“ die mir der Verräter schwor?“

Miserella, ah più no, no, Armes Mädelein, kann nicht, ach, nein,
GIOVANNI BATTISTA FASOLO
tanto gel soffrir non può. kann nicht ertragen so viel eisige Gleichgültigkeit.

„Fa’ che ritorni il mio „Bewirke, dass zurückkomme meine Liebe, MISTICANZA DI VIGNA ALLA BERGAMASCA
amor com’ei pur fu, wie sie einmal war,
o tu m‘ancidi, ch’io oder töte mich, dass ich PATRONE DELLA BARCA: DER BOOTSBESITZER:
non mi tormenti più.” nicht länger leide. Salite su in barchetta, Steigt in das Boot,
Signori passagieri, Passagiere,
„Non vo’ più ch‘ei sospiri Nicht will ich, dass er seufze, Ch’el bon vento ci aspetta denn wir haben schon
se non lontan da me, ist’s nicht weit von mir, Già fin dall’ altro jeri, seit gestern ordentlichen Wind.
no, no che i martiri nein, nein, nicht will ich, Olà a noi : He, los geht es:
più non darammi affè. dass er mir noch mehr Schmerzen bringe. Reggi il timon Zanetto, Nimm das Ruder, Zanetto,
Scarpin tira la scotta ; Scarpin, hol das Leintuch,
Perché di lui mi struggo, Denn sehr stolz ist er, Scatozza alza’l trinchetto, Scatozza, setze das Focksegel.
tutt’orgoglioso sta, dass er mich hat leiden gemacht, Ohimè, la fiasca è rotta. Oh, der Weinbehälter ist zerborsten!
che si, che si se’l fuggo denn, wenn ich vor ihm fliehe,
ancor mi pregherà? wird vielleicht er mich noch bitten? LOMBARDO: DER LOMBARDE:
Mo mi gh son prest’ saltad Ich, der so schnell an Bord ging,
Se ciglio ha più sereno Wenn sie für ihn hat heitereren Ve tragh’ il bon giorn’ assai bringe euch einen guten Tag,
colei, che’l mio non è, Blick als der meine, E ve port carn salad’ und ich bringe euch getrocknetes Fleisch,
già non rinchiude in seno, hat dennoch sie nicht in ihrer Brust La busecca co’l formai, Kutteln und Käse.
Amor, sí bella fè. eine Liebe so treu wie die meine. Olà a noi… He, los geht es ...

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GENOVESE: DER GENUESE:
TEDESCO: DER DEUTSCHE: Fenoggi e pesci sarè Ich bringe die Gewürze,
Mi star bon compagnon’ Ich bin ein guter Gefährte, Un’ amora de bon vin Fenchel und gesalzenen Fisch,
Portar gnocch’ e maccaron’ ich bringe Gnocchi und Makkaroni, Gattafura pur assè einen exquisiten Wein
Le boracchia de vin bon Flaschen guten Weins, Mi ghe porto e drozemin, und viel geriebenen Käse.
Per far vele a Mont Fiascon, für unsere Reise nach Montefiascone. Olà a noi… He, los geht es …
Olà a noi… He, los geht es ...
PATRONE DELLA BARCA AI MARINAI: DER BOOTSBESITZER (ZU DEN SEELEUTEN):
NAPOLITANO: DER NEAPOLITANER: Trafughiam con modo bello Lasst es uns freundlich verteilen:
Stipame stò pignatto Setzt den Deckel auf diesen Topf Al Francese lo gambone an den Franzosen den Schinken,
De piettorina e vuroccoli mit Schinken und Brokkoli; Al Spagnolo il ravanello an den Spanier den Rettich,
Si s’arrasa lo gatto wenn die Katze näher kommt, Al Todesco lo fiascone, an den Deutschen die Weinflasche;
Schiaffali chissi zuoccoli, werft diese Holzpantoffeln nach ihr. Lo pignatto allo Coviello den Kochtopf an Coviello,
Olà a noi… He, los geht es ... Al Lombardo la busecca die Kutteln an den Lombarden,
Al Toscano il pesticello das Gemüse an den Toskaner,
TOSCANO: DER TOSKANER: E sen stian a bocca secca, und ihre Kehlen sind trocken.
Ci porto due frittate Ich habe zwei Omeletts gebracht, Olà a noi… He, los geht es ...
D’un ovo fresco e bello die mit guten frischen Eiern gemacht sind,
E di carne tre onciate und drei Unzen Fleisch, TUTTI: ALLE:
La saisa e’l pescitello, Sauce und etwas Gemüse. O l’ gatt robba il formai, Oh, die Katze ist mit dem Käse davon!
Olà a noi… He, los geht es ... Scarpin lassa ssi vuroccoli Scarpin, lass den Brokkoli!
Zanettin non busticai Zenettin, hör auf zu kauen!
FRANCESE: DER FRANZOSE: I n’a puint’ de descretion Er hat keinen Verstand!
Je porte le poutage Ich habe die Suppe gebracht, Tomagli la cavezza Packt ihn am Kopf!
Le jambon et le fasain den Schinken und den Fasan, Mi me basta lo flascon’ Die Flasche ist genug für mich!
Bouion avecx le formage die Brühe und den Käse. Diam di man a zoccoli. Lasst uns diese Holzschuhe gebrauchen!
Touches moi le belle main, Fühlt, wie weich meine Hände sind. Hoime’l boccal si spezza. Oh, das Glas ist zerborsten!
Olà a noi… He, los geht es ... Olà a noi He, los geht es:
Finiamo la Canzone, Lasst uns das Lied beenden.
SPAGNOLO: DER SPANIER: Vogate marinai, Segelt, Seeleute,
Los puercos assados Die gerösteten Schweine Menat’i remi pari rudert gemeinsam
Nò val nada, mas faves sind nichts wert, aber die dicken Bohnen, E giocate di timone. und nutzt das Steuer.
Ravaniglios, y pescados die Radieschen und der Fisch
Fan lindo y muy biengraes, sind gut und nahrhaft.
Olà a noi… He, los geht es ...

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BENEDETTO FERRARI
CHI NON SÀ COME AMOR ER, DER NICHT WEISS La beltà del mio sole e ’l mio dolore die Schönheit der Sonne und meine Trauer,
Cinto d’ardenti e fervidi sospiri; die von inbrünstigen, brennenden Seufzern
Chi non sa com’ amor come fortuna Er, der nicht weiß, wie Liebe, wie Glück eingerahmt werden
Strazi un cor che più di lor si fida ein Herz brechen können, je mehr es ihnen traut. E del gelo freddissimo vestito und mit dem kältesten Eis überzogen sind.
Come questa saetti e quello ancida Wie das eine Pfeile schießt und das Dell’empia gelosia Der grausamen Eifersucht ausgeliefert,
Né l’un né l’altro abbian fermezza alcuna andere tötet, und keines von beiden von Dauer ist. Sciolta dal caro suo amato impaccio mit ihren süßen Ketten, ist meine Seele
Giri a me gli occhi in cui di mal s’aduna Er soll seine Augen auf mich richten, in denen sich Sembra Prometeo ognor l’anima mia auf ewig wie Prometheus gefesselt,
alles Böse Esposta al vento e condennato al ghiaccio. dem Winde ausgesetzt und zum Frieren verdammt;
Quanto Pandora accoglie e Stige annida bündelt, das von Pandora erhalten und vom Styx Lacerato il mio core und die Liebe mit einem mächtigen Schnabel
genährt wurde. Dal rostro pungentissimo d’amore zerreißt mein Herz in Fetzen.
Anzi pur cede Averno alle mie strida Und doch macht die Hölle Platz für meine Schreie, Tolgo,Titio più misero Ich, der ich elender und unglücklicher bin
Come a vermiglio Sol pallida Luna so wie der blasse Mond Platz macht für die helle Ed infelice intanto, als Prometheus,
rote Sonne. All’altro Titio il vanto stehle den Ruhm dieses Titans.
A questo rischio va chi s’innamora Der sich verliebt nimmt diese Gefahr auf sich; O voi che lieti e fortunati in pace Oh Ihr, die ihr glücklich in Frieden geht
Cosi va chi per Donna incenerisce denn dies ereilt den Mann, der sich nach der Dagli lacci d’amor sciolti ne gite und befreit von der Liebe Schlingen
Dame sehnt, La bella libertà seguite pur der reinen Freiheit folgt,
Chi per colpa d’un ciglio il cor distrugge der sich nach einem Blick von ihr verzehrt, Seguite, troppo grave fahrt fort, denn gar zu schwer
Chi nell’oro d’un crin impoverisce der sich für ihre goldenen Locken wegwirft. È lo stato d’un cor innamorato; ist das Gewicht eines liebenden Herzens.
Ahi che tal’ or ben spesso più veloce Leider bewegt sich der arme Liebende zu oft Son troppo insopportabili le pene Gar zu unerträglich sind die Schmerzen
schneller Dell’amorose e rigide catene, der unnachgiebigen Ketten der Liebe.
Che rapida saetta als ein rascher Pfeil vom Himmel Io che lontano dal mio Sol mi trovo Weit weg von meiner Sonne
Corre miser’ amante eines lieblichen Antlitzes Sceglio la lontananza wähle ich die Trennung
Dal cielo d’un bel volto al crudo inferno zur Grausamkeit der Hölle; E gli altri lascio amorosi tormenti und entsage den Qualen der Liebe,
E dalle mamme intatte von der makellosen Großzügigkeit, Che mille morti ha nel suo regno amore denn das Reich der Liebe hält tausende Tode bereit,
D’un ocean di latte vom Ozean der großen Gefühle Cui tutte pose in questo petto afflitto; die alle in dieser unglücklichen Brust lauern.
A cui l’alme fan sponde mit grenzenlosen Ufern Vedovo e sconsolato peregrino Verwitweter, untröstlicher Pilger,
Sdrucciola alle voragini profonde rutscht er in den tiefen Abgrund. D’ogni mia gioia in bando verbannt von jeder Freude,
Io per prova il so, Ich weiß dies aus Erfahrung. Quinci e quindi vagando der hierhin und dorthin wandert, mit einem Pfeil
Lo appresi, Io l’intesi Ich habe es verstanden, ich habe es gelernt in der Brust
Nella scola del pianto auf der Schule der Tränen, Col dardo in petto e colla morte in fianco und dem Tode an deiner Seite,
Quando mi lesse amor Ahi dura sorte wo die Liebe, dieser harte und mitleidslose Lehrer, Qual credete che sia was, denkst du ist der Grund
Sulla rigida catedra di morte mich unterrichtete; Oh grausames Schicksal! La dura vita mia: meines schmerzvollen Lebens?
Io far fede non posso a chi m’ascolta Ich kann meine Zuhörer nicht erheitern, Grondar a goccia a goccia Jedes meiner Augen verliert Tränen,
Che d’amor speculante denn wenn ich an die Liebe denke, Gocciar a stilla a stilla eine nach der anderen.
Trovo ancor duo soli e singulari oggetti befinde ich nur zwei einzigartige Dinge L’una e l’altra pupilla Ich atme und seufze
Al secol nostro in unserer Zeit Spirar e sospirare, mit eisiger Brust,
Degni d’eterna fame des ewigen Ruhms In respiro gelato, mit brennendem Atem.
E d’un eterno honore: und dauerhafter Ehre für würdig: In sospiro cocente, Das liebende Herz,

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BENEDETTO FERRARI
Il cor innamorato, der traurige Geist, SON RUINATO ICH BIN SCHUTZLOS
Lo spirito dolente, machen sich Sorgen und verzehren sich,
Tormentar e languire, sterben ohne zu sterben, Son ruinato Ich bin schutzlos
Morir senza morire, sterben und doch leben, appassionato; von Leidenschaft erfüllt;
Morir vivendo e vivere morendo. leben und doch sterben. quel traditor d’amor diese verräterische Liebe
Or si che posso dire Oh ja, ich kann sagen, mi guida al loco führt mich an den Ort,
Che chi semina amor pianto ricoglie, dass der, der die Liebe sät, Tränen erntet. dove il mio foco wo meine Hitze
Or si che posso dire Oh ja, ich kann sagen, a poco a poco si fa maggiore; immer stärker wird.
Primavera d’amor del verno figlia dass die Liebe des Frühlings ein Kind des Winters ist, s’io vado presto Wenn ich eile,
E che più che sovente und sehr oft ist die Liebe nicht der einzige languisce il petto schmachtet mein Herz.
Non è sol duce degli amanti amore; Führer des Liebenden. ch’io m’arresto Wenn ich anhalte,
Or si che posso dire Oh ja, ich kann sagen, villan son detto; sagt man mir, ich sei niederträchtig;
Oimé ch’il crudo stampa ach, dass die Liebe mit ihrem süßen Brennen ah, misero mio stato; wie unglücklich ich bin!
Con dolce ferro amara piaga ein grausames Zeichen hinterlässt, eine son ruinato Ich bin schutzlos,
schmerzliche Wunde, appassionato. von Leidenschaft erfüllt.
E dà le chiavi del riso in mano al pianto und dem Kummer den Schlüssel des Lachens reicht, Son disperato Ich habe keine Hoffnung,
Unisce al ciel delle dolcezze intanto die Freuden des Himmels bringt, assassinato; ich wurde ermordet.
Dell’averno le porte, nahe an die Pforten der Hölle. gia già tutto mi sento Schon fühle ich in mir
E chi serve ad amor Denn der Sklave der Liebe foco, e faville das Feuer, die Blitze,
Serve alla morte. ist ein Sklave des Todes. fiamma, e scintille die Flamme, die Funken,
ch’à mill’à mille fan scontento; die mich zu Tausenden verbrennen,
ne quest’ardore und diese Hitze
può far men forte, kann alles auslöschen,
se non l’horrore nur den Schrecken nicht
del gel di morte; eines eiskalten Todes.
ahi mio destino ingrato; Wie hässlich ist mein Schicksal!
son disperato Ich habe keine Hoffnung,
assassinato. ich wurde ermordet.

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ANONYMUS
VILLANELLA CH’ALL’ACQUA VAI ACH LANDMÄDEL, DAS ZUM WASSER EILT Il resto è menzognero. ist falsch.
Rompete… Brecht das Eis ...
Villanella ch’all’acqua vai Ach Landmädel, das zum Wasser eilt, Godrai chi ti piace : Vergnügt euch mit wem ihr mögt:
moro pe’ tte e tu nun lu sai ich sterbe für dich und du weißt es nicht. Non sperar più da me erwartet nichts mehr von mir,
Ahimmè, ahimmè! Ach, ach! Né tregua, guerra o pace, weder Waffenruhe noch Krieg oder Frieden,
Ch’io moro mirando a te! Ich sterbe, wenn ich dich anschaue! Perché il mal vien da te. denn ihr habt unrecht gehandelt.
Quanno vai cu la lancella Wenn du mit deinem Kessel vorbeigehst, Rompete… Brecht das Eis …
pari riggina e nun villanella siehst du wie eine Königin aus, nicht wie
ein Landmädel.
Ahimmè... Ach ...
Non m’importa d’essere nato
‘mmiezze ’a nu bosco o aggrazziato...
Es ist mir gleich, ob ich in den Wäldern geboren
oder aus edlem Hause bin...
FRANCESCO MANELLI
Ahimmè... Ach ...
GRIDA L’ALMA MEINE SEELE WEINT

Grida l’alma a tutt’ ore Meine Seele weint ohne Unterlass

GIOVANNI BATTISTA FASOLO E tu cruda non senti


L’alte querele sue i suoi lamenti.
und ihr, Grausame, hört nicht
ihren großen Kummer und ihre Klage.
Non favella ne tace Er spricht weder, noch ist er ruhig,
SGUARDO LUSINGHIERO DAS SCHMEICHELNDE AUGE E tra le pene tante und inmitten dieser Nöte
Parlerà, tacerà, timido amante. wird er sprechen, wird er ruhig sein,
Sguardo lusinghiero Das schmeichelnde Auge der schüchterne Liebende.
Non fu d’Aurilla mai, war niemals das von Aurilla. E giunta con il core Und gemeinsam mit meinem Herzen flehen
Fosco e vil pensiero Ein niederer und dunkler Gedanke Gridano baci, baci, amore, amore. sie um Küsse und Liebe, Liebe.
Fu cagion de’ miei guai. war der Grund für mein Unglück.
Rompete il ghiaccio Brecht das Eis, O mio core dolente Ach, mein unglückliches Herz,
O caldi sospiri, ihr brennenden Seufzer, D’amorosi martiri meine Sorgen, meine Seufzer
Mentre mi faccio während ich verzweifle Sono le pene mie, sono i sospiri. zeigen die Qualen der Liebe.
Per vostri desiri. wegen eures Verlangens. Soffri contento e taci Du bist zufrieden, in Stille zu leiden,
Se quel suo gran’ dire Wenn diese feinen Worte Che quanto avesti piàghe, denn je mehr Wunden du erträgst,
Non fusse mordace nicht grausam wären, Havrai più baci. umso mehr Küsse bekommst du.
Faria rapire würden sie entzücken E giunta con il core Und gemeinsam mit meinem Herzen
E accender la face. und die Flamme der Liebe entzünden. Gridano baci, baci, amore, amore. flehen sie um Küsse und Liebe, Liebe.
Rompete… Brecht das Eis ...
Ma perché è crudele, Doch weil es grausam ist,
Gentil non ha il pensiero ist ihr Herz nicht edel,
Nel cor di fedele was in ihrem Herzen an Treue bleibt,

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FRANCESCO MANELLI KONZERTVORSCHAU
ACCESO MIO CORE MEIN BRENNENDES HERZ NDR DAS ALTE WERK NDR PODIUM DER JUNGEN

Acceso mio Core Mein brennendes Herz SONDERKONZERT Freitag, 22. November 2013, 20 Uhr
Dhe fuggi l’ardore ach, flieh vor der Härte Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio
Di questa crudele dieser Grausamen, Mittwoch, 20. November 2013, 20 Uhr BUTTONS & KEYS
Di questa infedele. dieser Untreuen. Hamburg, Bucerius Kunst Forum NDR Bigband
Se li dici che l’ami Wenn du ihr sagst, dass du sie liebst, „BACCHANALE À LA FRANÇAISE“ Jörg Achim Keller Leitung
Si fa sorda e si ride stellt sie sich taub und spottet. Ensemble Correspondances Christian Elsässer Piano
Che sarai cor dolente Was soll aus dir werden, du unglückliches Herz? Sébastien Daucé Leitung Alexander Hrustevich Bajan (Knopfakkordeon)
Morrai sicuramente. Sicher wirst du sterben. Werke von: Werke von:
No no no Nein, nein, nein, MICHELE MASCITTI, ANDRÉ CAMPRA, ANTONIO VIVALDI, SERGEI PROKOFJEW,
Non vò più amare ich werde nicht mehr lieben, MICHEL PIGNOLET DE MONTÉCLAIR, VYACHESLAV CHERNIKOV, ASTOR PIAZZOLLA und
Poichè sempre ò à penare… denn die Liebe bringt mir stets Kummer ÉLISABETH JACQUET DE LA GUERRE, „FLYING IN CIRCLES“ (NDR BIGBAND featuring
Tu vedi Cor mio Du siehst, mein Herz, LOUIS LEMAIRE, NICOLAS BERNIER CHRISTIAN ELSÄSSER)
Che spento è’l desio dass das Verlangen verschwendet ist, In Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum
E morta è la fede und hin ist die Hoffnung,
D’haver tua mercede. dass ihr belohnt werdet.
O se parli ò sospiri Ach, ob du sprichst oder seufzt,
Non odirti si finge sie gibt vor, dich nicht zu hören. ABONNEMENTKONZERT
E se mostri i martiri Und wenn du dein Leiden zeigst,
Di duol le guancie tinge. verlacht sie deinen Kummer. Abo-Konzert 3
No no no Nein, nein, nein, Mittwoch, 27. November 2013, 20 Uhr
Non vò più amare ich werde nicht mehr lieben, Hamburg, Laeiszhalle, Großer Saal
Poichè sempre ò à penare… denn die Liebe bringt mir stets Kummer ... Venice Baroque Orchestra
Maurice Steger Blockflöte
Werke von:
ANTONIO VIVALDI, DOMENICO SARRI,
TOMASO ALBINONI, LEONARDO LEO und
FRANCESCO GEMINIANI
Alexander Hrustevich
19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal der Laeiszhalle

Karten im NDR Ticketshop im Levantehaus,


Tel. (040) 44 192 192, online unter ndrticketshop.de

28 | TEXT KONZERTVORSCHAU | 29
In Hamburg auf 99,2

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Emilija Temirkulovaite (S. 29)
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Redaktion NDR Das Alte Werk: Angela Piront Gestaltung: Klasse 3b, Hamburg
Redaktionsassistenz: Janina Hannig Litho: Otterbach Medien KG GmbH & Co.
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Der Text von Dr. Ilja Stephan
ist ein Originalbeitrag für den NDR.

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