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Inhaltverzeichnis

Industrialisierung (1760 - 1914)

Das lange 19. Jahrhundert (1789 - 1914)


 Frankreich und Preußen
 Konservatismus vs. Liberalismus
 Die Reichsgründung
 Die Innenpolitik Deutschlands
 Die Außenpolitik Deutschlands

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts (1914 - 1918)

Das kurze 20. Jahrhundert (1918 - 1990)


 Die Weimarer Republik
 Hitler und der NS-Staat
 Die Judenverfolgung im dritten Reich
 Der Innenpolitische Widerstand
 Die Außenpolitik Deutschlands
 Der Zweite Weltkrieg
 Der Ost-West-Konflikt
 Die Teilung Deutschlands
 Die Gründung der BRD und DDR
 Die BRD und DDR
 Die Wiedervereinigung

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1760 – 1914 (Industrialisierung)
Chronologie:

1760 - 1840: Leichtindustrielle Phase:

 Proto- /frühindustriell
 Handwerklich, heimgewerblich
 Landwirtschaft
 1789: Französische Revolution  erste Fabriken und Dampfmaschinen
 Anfänge in GB, später dann in Preußen
 1807: Oktoberedikt

1840 - 1873: Schwerindustrielle Phase:

 Rechtliche Grundlagen (Handels- und Wirtschaftsrecht)


 Großflächige Märkte
 Zunahme der landwirtschaftlichen Produktion (durch Verbesserung der Methoden)
 Verkehr (Eisenbahn)
 Zunahme der Zahl der Arbeiter

1873 – 1914: Phase der „neuen“ Industrien

 Hochindustrialisierung
 Industrieller Ausbau
 Organisationen (Kartelle, Verbände)
 Staatliche Eingriffe
 Wissenschaft
 Import

Oktoberedikt:

 Liberales Wirtschaftssystem
 Erreicht durch Aufhebung des Feudalismus (Freiheit des Güterverkehrs, Freie Wahl des Gewerbes,
Auflösung der Gutsuntertänigkeit)
 Grundlage: Adam Smiths Theorie

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Industrialisierung geprägt durch:

Adam Smiths Theorie:

 Freie Marktwirtschaft
 Durch unsichtbare Hand: eigener Gewinn führt unbewusst zum Gewinn des Landes
 Staat soll also nicht in die Wirtschaft eingreifen (angebotsorientierte Wirtschaftstheorie)

Schlüsseltechnologien:

 Dampfbetriebene Maschinen
 Eisenbahn

Sozialer Wandel:

 Bauern/ Handwerker zu Arbeitern


 Individuelle Produktion zu Massenproduktion
 Einflüsse durch Marx; Unzufriedenheit

Gründung der SPD:

 Unterstützung der Arbeiter


 Hohe Stimmenzahl

Veröffentlichung von „Das Kapital“ von Marx:

 Neue Ideen für die Arbeiterschaft


 Historischer Materialismus
 Entfremdung von Arbeiter und Produkt -> Fehlende Sinnhaftigkeit

Globalisierung:

 Kapitalexport; Ausweitung der Weltwirtschaft


 Handelsnetze (nur Nordhalbkugel)
 Staatlich finanzierte Infrastruktur (Verkehr, Kommunikation, Währungssystem: Goldstand);
Investitionen in Produktionsanlagen

Problematik der Begriffe:

 Industrialisierung: „schwacher“ Begriff (nicht alle Phänomene erfasst)


 Industrielle Revolution: „Starker“ Begriff, aber entweder Bezeichnung für Phasen des beschleunigten
wirtschaftlichen Wachstums oder für durch Wissenschaft und Technik ausgelöste Veränderungen in
der Produktionsweise
 Kapitalismus: Abwertendes Wort für westliche Industriestaaten; neutrale Verwendung erwünscht;
Erweiterung der Industrialisierung

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1789 – 1914
(Das lange 19. Jhdt.)

1789: französische Revolution

1914: Anfang 1. WK

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1789 – 1815 (Frankreich und Preußen)
Chronologie:

 1789: französische Revolution


 1792: Beginn der Napoleonischen Kriege (aus Angst der anderen Staaten vor Überspringen des
Revolutionsgedankens)
 1799: Napoleon erlangt Frankreichs Staatsgewalt
 1805: Invasion in GB gescheitert; Sieg über die Übermacht der Österreicher und Russen
 1806: Sieg über fast ganz Preußen; Rheinbund
 1809: Herrschaft über den Kontinent; Kontinentalsperre um Konflikt mit GB zu lösen
 1810: Notwendigkeit neuer Kriege; Ausweitung der Kontinentalsperre
 1812: gescheiterter Russlandfeldzug; Bündnis Preußen + Russland
 1813: Befreiungskriege
 1815: Schlacht von Waterloo, endgültige Niederlage Napoleons; Wiener Kongress

Rheinbund:

 Konföderation/ Staatenbund deutscher Staaten als Alliierter Frankreichs


 Initiator: Napoleon
 Mitverantwortlich für Ende des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“

Befreiungskriege:

 Schlachten zwischen Napoleon und dessen europäischen Gegnern zwischen 1813 und 1815
 Frühjahrsfeldzug:
 Herbstfeldzug:
 Beginn der totalen Niederlage Napoleons

Folgen für das deutsche Reich/ Preußen:

 Einführung von Rechtsreform, Schulreform, Verwaltungsreform


 Streben nach deutscher Einheit unter der Diktatur F.  Entstehung von „deutschem Nationalismus“
 Bildung größerer Flächenstaaten, dadurch später einfachere Einigung
 Restauration

Wichtige Akteure:

 Friedrich II. (der Große): ab 1772 König von Preußen; Vertreter des aufgeklärten Absolutismus
 Napoleon Bonaparte: Französischer General (blüht in Franz. R. auf), Staatsmann und 1804 Kaiser;
schafft modernes Zivilrecht u.a. durch den Code Civil (1804); löst Heiliges Römisches Reich Deutscher
Nation auf; verbreitet Nationalgedanken

Wichtige Begriffe:

 Aufgeklärter Absolutismus: Fürstenherrschaft mit naturrechtlicher Staatslehre: Herrscher ist nicht


gottgegeben und übermenschlich, sondern oberster Repräsentant einer Staatsordnung, die dem
Allgemeinwohl dient
 Alliierter: Militärbündnispartner

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1815 - 1848 (Konservatismus vs. Liberalismus)
Chronologie:

 1814/15
 Wiener Kongress
 1815
 12. Juni: Gründung der Jenaer Burschenschaft
 1817
 18. Okt.: Wartburgfest
 1819
 August: Karlsbader Beschlüsse

 1830
 Beginn Vormärz
 Juli: Julirevolution in Frankreich
 Nov.: Novemberaufstand in Polen

 1832
 27. Mai: Hambacher Fest
 28. Juni: Sechs Artikel
 5. Juli: Zehn Artikel

Wiener Kongress:

 Anlass: Niederlage Napoleons


 Leiter des Kongresses: Fürst von Metternich
 Teilnehmer: Vertreter europäischer Staaten, Städte, etc., darunter alle bedeutenden Mächte Europas
außer dem osmanischen Reich (5 Großmächte: GB, Österreich, Preußen, Frankreich, Russland)
 Ziele: Restauration (Wiederherstellung des politischen Zustandes von 1792, Sicherung von Steuer- und
Kriegsdienstfreiheit für den Adel), Legitimität (Rechtfertigung der Ansprüche der Dynastie des Ancien
Régime), Solidarität (Gegenseitiger Schutz fürstlicher Interessen vor revolutionären Ideen und
Bewegungen)
 Folgen für Deutschland: Bundesversammlung und Militärbündnis für alle deutschen Staaten, trotzdem
Unabhängigkeit der deutschen Staaten durch den „Deutschen Bund“
 Folgen für Europa: Neue Grenzen für zahlreiche Staaten; Polen als „Kongress-Polen“ unter der
Herrschaft Russlands; Deutscher Bund

Deutscher Bund:

 Mitglieder: Souveräne der „deutschen“ Staaten und Städte


 Bestandteil der neuen europäischen Friedensordnung

Jenaer Burschenschaft:

 Organisatoren: Studenten aus Jena


 Ziele/ Forderungen: Erreichen einer deutschen Einheit durch Burschenschaften, denen alle
Studenten beitreten müssen und die liberales und patriotisches Gedankengut verbreiten sollen
 Folgen: Gründung zahlreicher ähnlicher Vereinigungen; Repression durch konservative Regierung

Wartburgfest:

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 Teilnehmer: Studenten verschiedener Universitäten
 Anlass: 300. Jahrestag des Beginns der Reformation und 4. Jahrestag der Völkerschlacht bei
Leipzig (entscheidende Schlacht der Befreiungskriege, Okt. 1813)
 Ursache: Widerstand gegen den restaurativen Konservatismus
 Radikale Gruppen drängen zur Tat

Karlsbader Beschlüsse:

 Urheber: Mitglieder des deutschen Bundes


 Anlass: Ermordung des konservativen Dichters August von Kotzebue durch den liberalen Studenten
Karl Ludwig Sand
 Ursache: Veröffentlichung liberalen Gedankenguts; Gründung der Burschenschaften
 Ziele: Repression der Liberalisten durch Überwachung und Einschränkung von Universitäten und
Burschenschaften bezüglich liberalen Gedankenguts

Revolution in Europa:

 Frankreich: Julirevolution: Volk unzufrieden mit konstitutioneller Monarchie unter Karl X. (versuchte
Parlament abzusetzen); Straßenkämpfe; Karl X. wird abgesetzt
 Polen: Novemberaufstand: Polen fordern Unabhängigkeit vom Russischen Zar; Reaktion mit
militärischer Gewalt; viele Polen fliehen in den Westen (u.a. nach Deutschland); unterstützen liberale
Bewegung

Hambacher Fest:

 Initiatoren: die Juristen und Journalisten Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth
 Beteiligte: Ca. 30.000 Deutsche und geflüchtete Polen und Franzosen aller Gesellschaftsschichten
 Ablauf: 20 rednerische Beiträge
 Forderungen: unabhängiges Polen; „Wiedergeburt“ Deutschlands durch deutsche Einheit, liberale
Verfassung, Neuordnung Europas, Volkssouveränität und gesicherte Grundrechte

Reaktionen der deutschen Regierung:

 Bayerische König Ludwig I. schickt Soldaten zum Hambacher Fest, nehmen Organisatoren wegen
versuchtem Staatssturz fest
 Organisatoren werden freigesprochen; daraufhin Verurteilung wegen Beamtenbeleidigung
 Verstärkte Repression durch die Sechs Artikel und die Zehn Artikel

Sechs Artikel:

 Einschränkung zentraler Parlamentsrechte durch einheitliche Auslegung der Länderverfassungen

Zehn Artikel:

 Verschärfung der Karlsbader Beschlüsse: Verhaftung von Oppositionellen, weitere Einschränkung der
Presse- und Meinungsfreiheit, noch strengere Überwachung der Universitäten

Reaktionen der liberalen Bewegungen:

 Viele Oppositionelle ziehen sich in eine „biedermeierliches“ Leben zurück


 Andere flüchten in freiere Staaten wie Frankreich, Belgien, die Schweiz oder die USA; so auch die aus
der Haft geflohenen Siebenpfeiffer und Wirth

Sonstige wichtige Begriffe/ Personen:

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 Fürst von Metternich: Leiter des Wiener Kongresses; gelang es, Grundsätze der französischen
Revolution (nationale Einheit, politische Freiheit) zurückzudrängen und die Fürstenherrschaft zu
stabilisieren

1848 – 1871 (Reichsgründung)


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Chronologie:

 Bis 1848
 Vormärz

 1848
 24. Feb.: Februarrevolution in Frankreich
 März: Märzrevolution in Wien und Berlin
 18. Mai: Frankfurter Nationalversammlung
 Gegenrevolution siegt im revolutionären Europa

 1849
 28. März: Entwerfen der Paulskirchenverfassung
 1864
 Preußisch-dänischer Krieg
 1866
 Deutscher Krieg; Auflösung deutscher Bund
 1867
 16. April: Verfassung des Norddeutschen Bundes
 1870
 Spanische Thronfolgekrise; deutsch-französischer Krieg
 1871
 18. Jan.: Gründung des deutschen Reichs; Verfassung des Kaiserreichs

Vormärz:

 Industrialisierung
 Schlechte soziale und wirtschaftliche Situation (Massenarmut, Hunger)
 Verbreitung nationaler und liberaler Konzepte

Februarrevolution:

 Bürgerlich-demokratische Revolution
 Führt zur „zweiten französischen Republik“
 Ausschlaggeber für darauffolgende Aufstände

Märzrevolution:

 Auch deutsche Revolution genannt


 Nationale Züge
 Wien: Straßenkämpfe (gegen das Militär); Metternich flieht
 Berlin: Aufstände; Wilhelm IV. macht Zugeständnisse; während der Rede fallen ungeklärt zwei Schüsse
aus der Reihe des Militärs; erneuter Aufstand; Kooperation mit Wilhelm IV. bei
Verfassungsausarbeitung
 Märzforderungen: Garantie der Grundrechte und Pressefreiheit; Einrichtung von Schwurgerichten und
Bürgerwehren; Einberufen eines Vorparlaments zur Vorbereitung einer verfassungsgebenden
Nationalversammlung

Frankfurter Nationalversammlung:

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 Erste deutsche Nationalversammlung
 Ort: Frankfurter Paulskirche
 Teilnehmer: Bürgerliche Repräsentanten
 Drei große Lager: schwache republikanische Linke; große liberale Mitte; konservative Rechte
 Fragen: Garantie welcher Grundrechte? Welche Staatsform? (Republik oder Form der Monarchie?)
Stellung des Staatsoberhaupts? Zugehörigkeit der deutschen Gebiete? (Preußen und Österreich?)
 Großdeutsche Lösung: Einschluss der österreichischen Gebiete; Ende der Habsburger Monarchie
(Widerstand in Wien)
 Kleindeutsche Lösung: Ohne Österreich; preußischer Kaiser

Gegenrevolution:

 Entgegen der eigentlichen Revolution und deren liberalen Ideen


 Zurückführung Europas zum Konservatismus

Paulskirchenverfassung:

 Wegen Widerstands des preußischen Königs nie umgesetzt


 Beinhaltet viele Grundrechte (ähnlich dem deutschen Grundgesetz)
 Rechte nur für deutsche Reichsangehörige
 Mann mehr Rechte als Frau
 Kriegs- und Seerecht schränken Recht auf Leben ein (erlauben Todesstrafe)

Preußisch-dänischer Krieg:

 Sieg für Preußen


 Einbindung Österreichs
 Mobilisierung nationaler Stimmungen
 Autoritäre Umpolung der deutschen Nationalbewegung

Deutscher Krieg:

 Preußisch-Österreichischer Krieg
 Preußen erringt Vorherrschaft (Hegemonie)
 Entscheidung im deutschen Dualismus (Verdrängung Österreichs  kleindeutsche Lösung)
 Bismarck ignoriert „feudale Grundwerte“  Entmachtung Adliger
 Angliederung von (süddeutschen) Territorien an Preußen

Norddeutscher Bund:

 Preußen verliert Vertrauen in deutschen Bund (Gründe: Beitrittswunsch Österreichs; Österreich hat
vorher gegen Preußen gerüstet; Konflikt um Schleswig-Holstein)
 Preußen löst deutschen Bund auf
 Gründet „zeitgemäßen Bund“ (ohne Österreich / süddeutsche Gebiete)

Spanische Thronfolgekrise:

 Auslöser für Deutsch-Französischen Krieg

Deutsch-französischer Krieg:

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 Einbindung der süddeutschen Staaten in ein nationales Bündnis
 Nationalbewegung wird in autoritäre, antiliberale Richtung gedrängt
 Finale Durchsetzung der „kleindeutschen Lösung“

Verfassung des Kaiserreichs:

Verfassungsmäßiger Aufbau:

 Konstitutionelle Monarchie
 Deutscher Kaiser: Staatsoberhaupt, beinahe uneingeschränkte Macht (sowohl in der Exekutive als
auch in der Legislative und Judikative)
 Reichskanzler leitet Bundesrat und Reichsregierung
 Reichstag (vom Volk gewählt) - Pseudoüberwachung des Reichskanzlers

Parteien:

 Sozialdemokratie (Arbeiterparteien; SPD); Ziel: demokratische Gleichheitsrechte; Zielgruppe:


Industriearbeiterschaft
 Liberalismus (Fortschrittspartei; Freisinnige Partei); Ziel: individuelle Freiheitsrechte,
Rechtsstaatlichkeit; Zielgruppe: evangelisches Bürgertum
 Zentrum (Zentrumspartei); Ziel: konservativ / Sozialpolitik; Zielgruppe: Katholiken
 Konservative (Reichspartei); Ziele: agrarische Wirtschaftsinteressen; Zielgruppe: Adlige und
Großgrundbesitzer

Sonstige Wichtige Begriffe:

 Habsburger Monarchie: Österreichisches Königshaus


 Einigungskriege: Preußens Kriege gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich
(1870/71)

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1848 – 1890 (Innenpolitik Deutschlands)
Chronologie:

 1864: Veröffentlichung des Syllabus Errorum

Ära Bismarck

 18. Juli 1870: Verabschiedung des Pastor Aeternus


 1871: Kanzelparagraph
 1872: Schulaufsichtsgesetz; Verbot des Jesuitenordens
 1873: Maigesetze
 1875: Zivilehe; Klostergesetz; Brotkorbgesetz; Enzyklika Quod numquam
 1876: Fast alle katholischen Bischöfe in Haft oder im Exil
 1878: Pius IX. stirbt; Annäherungsversuche Bismarcks an Leo XIII.
 1878: Sozialistengesetz
 1883: Krankenversicherung für Geringverdiener
 1884: Für Arbeiter kostenlose Unfallversicherung
 1887: Ende des Kulturkampfes; Aufhebung einiger Kulturkampfgesetze
 1888: Dreikaiserjahr
 1889: Alters- und Invaliditätsversicherung
 1890: Entlassung Bismarcks; Beginn wilhelminische Zeit

Kulturkampf (1864 – 1887):

 Kirche will ihre Macht stärken und an der Staatsmacht beteiligt sein
 Bismarck hält dies für nicht erstrebenswert, will keine Macht an die Kirche abgeben

Konflikt mit den Sozialdemokraten:

 Fordern politische Gleichberechtigung


 Fordern Verbesserung der Lage der Arbeiter  Erschaffung einer „Arbeiterkultur“ im Kaiserreich
 Liberale, demokratische Gedanken der Sozialdemokraten vs. konservative, monarchische Ansicht
Bismarcks
 Bismarcks Sozialistengesetz kann die Bewegung nicht stoppen
 Bismarck versucht, Arbeiter durch Versicherungen auf seine Seite zu ziehen

Bismarck und seine Politik:

 Auf dem Land geboren; evangelisch; adlig


 Gelehrter Mensch (Jura studiert)
 Konservativ; Verfechter der Monarchie; kämpft mit „Blut und Eisen“ für die Vorherrschaft
Preußens; von Erfolg abhängig; labil
 Kriegspolitik (Bismarck provoziert deutschen Krieg; bringt Frankreich dazu, erwünschte
Kriegserklärung auszusprechen -> deutsch-französischer Krieg -> Deutsches Reich)
 Wilhelm I. deutscher Kaiser; Bismarck Reichskanzler
 Feinde: Sozialdemokraten; Katholiken (Sozialistengesetze; Kulturkampf)
 Arbeiter durch Sozialgesetzgebung für sich gewinnen
 Depressionen
 Agrarstaat -> Industriestaat
 Kaiser stirbt -> Wilhelm II. neuer Kaiser; entgegen Bismarcks Politik
 Bismarck muss zurücktreten

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Syllabus Errorum:

 Schrift von Papst Pius IX.


 Inhalt: „Irrtümer der Moderne“: Religionsfreiheit, Kirche unter Staatsaufsicht, Papst ohne weltliche
Macht, Laizismus (Trennung von Kirche und Staat), Trennung zwischen Ethik und Kirche, u.a.

Pastor Aeternus:

 Dogmatische Konstitution der Kirche


 Stellt Unfehlbarkeit des Papstes fest

Kanzelparagraph:

 Festnahme von Geistlichen die öffentliche Verkündigungen machen

Jesuitenorden:

 Streng gläubiger Orden


 Verpflichtung zum besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst

Schulaufsichtsgesetz:

 Der Staat beaufsichtigt Schulen (und verhindert zu starken kirchlichen Einfluss)

Maigesetze:

 Der Staat kontrolliert die Ausbildung und Einstellung von Geistlichen

Zivilehe:

 Nur standesamtliche Ehe ist möglich

Klostergesetz:

 Aufhebung fast sämtlicher Ordensniederlassungen

Brotkorbgesetz:

 Staatliche Zuschüsse an katholische Einrichtungen werden gesperrt

Enzyklika Quod numquam:

 Schrift von Papst Pius IX.


 Inhalt: Kritik an Kulturkampfgesetzen; erklärt sie für nichtig

Sozialistengesetz:

 Verbot aller sozialdemokratischer Organisationen, Gewerkschaften und deren Presse


 Verhaftung einiger Sozialdemokraten

Dreikaiserjahr:

 Kaiser Wilhelm I. stirbt am Alter


 Sein Sohn wird zum Kaiser Friedrich III. ernannt; stirbt nach 99 Tagen Regentschaft an Kehlkopfkrebs
 Dessen ältester Sohn wird zum Kaiser Wilhelm II. ernannt

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Wilhelminische Zeit:

 Politische Massenmobilisierung
 Reichsnationalismus (konservativ anstatt liberal: Schutz von Staat und Führern; Stolz auf Einheit,
Macht und Stärke des neuen Reiches; Aggressivität gegenüber anderen Staaten):Wilhelminismus
 Militärstaat
 Außenpolitische Isolation Deutschlands

1870 – 1914 (Außenpolitik Deutschlands)


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Chronologie:

Ära Bismarck:

 1870/71
 Gründung des Deutschen Kaiserreichs
 1873
 Dreikaiserabkommen
 1875
 Juli 1875: Aufstände in Herzegowina und Bosnien

 1876
 Demonstrationen in Bulgarien (Fordern Unabhängigkeit)
 Mai: Kriegserklärung Serbiens + Montenegros an osmanisches Reich
 Dez. 1876 - Jan. 1877: Konferenz in Konstantinopel

 1877
 Jan.: Budapester Vertrag
 24. April: Kriegserklärung Russlands an osmanisches Reich

 1878
 3. März: Sieg Russlands
 17. März: Vertrag von San Stefano
 13. Juni – 13. Juli: Berliner Kongress

 1879
 Zweibund (D + ÖU)
 1881
 Dreikaiserbund (D + ÖU + RUS)
 1882
 Dreibund (D + ÖU + I)
 1884
 Schutzgebiete anstatt Kolonien
 1887
 Rückversicherungsvertrag (D + RUS); Orientdreibund (GB + ÖU + I)
 1888
 Dreikaiserjahr

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Wilhelminische Zeit:

 1890
 Entlassung Bismarcks; Rückversicherungsvertrag nicht erneuert
 1894
 Handelsvertrag (D + RUS); Französisch-Russische Allianz
 1898
 Wettrüsten mit GB
 1902
 Bündnis (GB + J); Neutralitätsabkommen (F + I)
 1904
 Entente cordiale (GB + F)
 1907
 Tripelentente (GB + F + RUS)

Zwei Blöcke: F + GB + RUS vs. D + ÖU + I

 1911
 Zweite Balkankrise
 1914
 Julikrise

Dreikaiserabkommen:

 Zwischen D + ÖU + RUS
 Konsultativpakt (gemeinsame Absprache bei außenpolitischen Ereignissen)

Erste Balkankrise:

 Russland verfolgt „Panslawismus“ (Russland als Schutzmacht der Slawen)  unterstützt Serbien bei
der „Befreiung“ aller Slawen (auch aus ÖU) zur Gründung eines großserbischen Reichs  Gefahr eines
osmanisch-russischen Krieges
 Österreich-Ungarn versucht, eigenen Einfluss im Balkan zu vergrößern und den Einfluss Russlands
dabei zu verkleinern
 Balkanstaaten wollen Autonomie, den Sieg des orthodoxen Christentums über den Islam und die
Überwindung ihrer Armut
 Deutschland ist friedlicher Vermittler (keine Interesse am Konflikt), will seine guten Beziehungen
wahren und als Vermittler verbessern und den Krieg lokalisieren (an der Ausweitung hindern)
 Großbritannien will wegen guter Beziehungen zum osmanischen Reich Russland und Österreich-
Ungarn vom Krieg abhalten
 Konferenz in Konstantinopel: Europäische Großmächte fordern Frieden für Montenegro und Serbien
und Autonomie für Bulgarien vom osmanischen Sultan
 Zusammenbruch des Dreikaiserabkommens
 Budapester Vertrag: Österreich-Ungarn bleibt im Falle eines Krieges neutral zu Russland
 Kriegserklärung Russlands an osmanisches Reich: Sultan weigert sich, Forderungen der Konferenz in
Konstantinopel umzusetzen  Kriegserklärung Russlands
 Vertrag von San Stefano: Autonomie für Montenegro, Serbien, Bulgarien und Rumänien; russische
Armee zieht sich aus Europa zurück, bleibt aber in Bulgarien
 Probleme des Friedensvertrags von San Stefano: osmanisches Reich unzufrieden da keine Herrschaft
mehr über den Balkan; Bulgarien abhängig von Russland; Österreich-Ungarn will immer noch Einfluss
vergrößern

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 Berliner Kongress: Unabhängigkeit Serbiens, Montenegros und Rumäniens; Verwaltung von Bosnien
und Herzegowina durch Österreich-Ungarn; Verwaltung Zyperns durch Großbritannien
(Vormachtstellung im Mittelmeer); Teil Rumäniens an Russland angegliedert; Aufteilung Groß-
Bulgariens unter Russland und osmanischem Reich  Ende der Balkankrise
 Rolle Bismarcks im Berliner Kongress: Kongresspräsident; Deutschland als „ehrlicher Makler“
vertreten; Deutschland als saturiertes Reich darstellen

Zweibund:

 Zwischen D + ÖU
 Geheimes Beistandsversprechen im Falle eines Angriffs durch Russland oder durch einen von
Russland unterstützten Staat
 Wurde von Bismarck entgegen der russlandfreundlichen Neigung Kaiser Wilhelms I. durchgesetzt
 Ziel Bismarcks: Russland zu deutschlandfreundlicherer Politik bewegen

Dreikaiserbund:

 Zwischen D + ÖU + RUS
 Wiederherstellung des Dreikaisersystems des Dreikaiserabkommens
 Wird 1887 aufgrund des erneuten russisch-österreichischen Konflikts während der Bulgarischen Krise
nicht mehr verlängert

Dreibund:

 Erweiterung des Zweibundes


 Zwischen D + ÖU + I
 1883: + Rum
 Geheimes Abkommen zum Schutz Italiens vor Frankreich (im Falle eines nicht provozierten Angriffs)
 Italien hilft nur Deutschland bei einem Angriff Frankreichs, jedoch nicht Österreich-Ungarn
 Bund auf anliegen Italiens hin (Frankreich besetzt Tunesien, Italien sieht seine kolonialen Interessen
behindert)

Schutzgebiete anstatt Kolonien:

 Bismarck hält Kolonien für Deutsches Reich nicht sinnvoll (nicht stark genug, um mit anderen Staaten
zu konkurrieren; „ Gründerkrise“  Schlechte Wirtschaft)
 Gründung von privaten kaufmännischen Unternehmungen anstatt von Provinzen
 Deutsches Reich schützt Unternehmungen (Schutzgebiete) durch Schutzbriefe vor Angriffen
 Fehlgeschlagene Unternehmungen treffen nur den Unternehmer, nicht das Reich

Rückversicherungsvertrag:

 Zwischen D + RUS
 „Ersetzt“ Dreikaiserbündnis für Deutschland
 Gegenseitige Neutralität im Falle eines Krieges
 Ziele Bismarcks: Verhinderung eines Bündnisses zwischen Russland und Frankreich

Orientdreibund:

 Zwischen GB + ÖU + I

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Nicht-erneuerung des Rückversicherungsvertrages:

 Erstes Zeichen für Kriegspolitik Wilhelms II.


 Ziel Wilhelms: Steigerung der eigenen Handlungsfähigkeit

Handelsvertrag:

 Zwischen D + RUS

Französisch-Russische Allianz:

 Zwischen RUS + F

Wettrüsten mit GB:

 Deutschland (Marineminister Admiral Alfred von Tirpitz) will zweitgrößte Seemacht der Welt sein 
Beginnt Schlachtflottenbau
 Briten wollen nicht überboten werden  Wettrüsten beginnt

Bündnis:

 Zwischen GB + J

Neutralitätsabkommen:

 Zwischen F + I

Entente Cordiale:

 Zwischen GB + F

Tripelentente:

 Erweiterung der ursprünglichen Entente


 Zwischen GB + F + RUS
 Anschluss Russlands u.a. aufgrund Enttäuschung über nicht verlängerten Rückversicherungsvertrages

Zweite Balkankrise:

 Italien erobert nordafrikanische Gebiete der Türkei


 Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro greifen (angespornt von Italiens Erfolg) ebenfalls
die Türkei an
 Streit und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Balkanstaaten über eroberte Gebiete
 Serbien baut Machtbereich bis zum Mittelmeer aus
 Österreich-Ungarn droht Serbien mit Krieg
 Russland stellt sich sofort auf die Seite Serbiens
 Vermittlungsbemühungen durch Deutschland und Großbritannien beenden die Krise
 Entstehung des unabhängigen Staates Albanien
 Spannung zwischen Österreich-Ungarn und Russland besteht weiter

Sonstige wichtige Begriffe/ Personen:

 Sultan Abdülhamid II: 1876-1909 Sultan des osmanischen Reichs


 Saturiertes Reich: Reich ohne Interesse an Macht, Gebiet o.Ä.

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1914 – 1918
(Die Urkatastrophe des 20. Jhdt.)

1914: Anfang 1. WK

1918: Ende 1. WK

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1914 – 1918 (Erster Weltkrieg)
Chronologie:

Westfront

Ostfront

1914
 28. Juni: Mord am österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand im bosnischen Sarajewo durch einen
Angehörigen einer großserbischen Geheimorganisation
 Juli: Julikrise
 1. Aug.: Deutschland erklärt Russland den Krieg
 2. Aug.: Besetzung Luxemburgs durch deutsche Truppen
 3. Aug.: Deutschland erklärt Frankreich den Krieg
 Schlieffenplan: Deutsche Armee rückt in Belgien ein
 Großbritannien fordert Bewahrung der Neutralität Belgiens (erfolglos)
 4. Aug.:: Großbritannien erklärt Deutschland den Krieg
 Bündnisverpflichtungen weiten Kriege zum Weltkrieg aus
 6. Aug.: Österreich-Ungarn erklärt Russland den Krieg
 11./12. Aug.: Großbritannien und Frankreich erklären Österreich-Ungarn den Krieg
 26.-30. Aug.: Schlacht bei Tannenberg
 5. Sept.: Marneschlacht
 Mitte Okt.: Fast vollständige Eroberung Belgiens durch Deutschland

1915
 Kriegseintritt Italiens
 Erstarrung der Westfront zum Stellungskrieg

1916
 Entwicklung zum Abnutzungskrieg
 Jan.: Entwicklung der Ostfront zum Stellungskrieg
 Ende Feb.: Verschärfter deutscher U-Boot-Krieg
 6. Mai: Note Deutschlands an die USA zum Seekrieg

1917
 Revolution in Russland
 1. Februar: Uneingeschränkter U-Boot-Krieg Deutschlands
 Feb.: Rückzug der Deutschen in die „Siegfriedstellung“
 20. Nov.: Erster Einsatz von Kampfpanzern (GB)
 6. April: Kriegseintritt der USA

1918
 8.-11. Aug.: Panzerangriff bei Amiens
 3. März: Friedensvertrag von Brest-Litowsk
 3. Nov.: Kriegsaustritt Österreich-Ungarns
 11. Nov.: Waffenstillstand

18. Jan 1919 – 21. Jan. 1920: Pariser Friedenskonferenz

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Ausgangskonstellation Europas vor dem 1. WK:

Julikrise:

 Österreich-Ungarn will Mord zum Anlass für einen Krieg gegen Serbien nehmen (da Serbien die
Organisation geduldet hat)
 Russland schützt Serbien
 Österreich-Ungarn versucht ein Eingreifen Russlands zu verhindern
 Möglich durch gemeinsames Vorgehen mit Deutschland
 5. Juli: Blankoscheck sichert Unterstützung Deutschlands für Österreich-Ungarn auch bei einer
Offensive zu (Zweibund zum Offensivbündnis erweitert)
 23. Juli: Österreich-Ungarn stellt Serbien Ultimatum mit bewusst unannehmbaren Forderungen zur
Bestrafung der Mörder
 25. Juli: Österreich-Ungarn ordnet Mobilmachung gegen Serbien an
 Frankreichs Blankoscheck sichert Unterstützung für Russland
 Russland beschließt, Serbien zu unterstützen
 28. Juli: Österreich-Ungarn erklärt Serbien trotz Akzeptanz des Ultimatums den Krieg
 29. Juli: Russland ordnet Mobilmachung gegen Österreich-Ungarn an
 Kaiser Wilhelm II. sieht Mobilmachung Russlands als Bedrohung für Deutschland
 31. Juli: Deutschland stellt Russland Ultimatum zur Zurücknahme der Mobilmachung (erfolglos)
 Deutschland stellt Frankreich Ultimatum zur Neutralität bei deutsch-russischem Konflikt (erfolglos)

Schlieffenplan:

 Plan für Zweifrontenkrieg Deutschlands


 Rasche Niederwerfung Frankreichs durch Vormarsch über das neutrale Belgien
 Dann erst Abwehr eines Angriffs Russlands

Schlacht bei Tannenberg:

 Vernichtung der dortigen russischen Armee durch Deutschland


 General Paul von Hindenburg als „Held von Tannenberg“  Große Propaganda

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Marneschlacht:

 Schlieffenplan bisher erfolgreich


 Angriff Deutschlands auf Frankreich an der Marne
 Unerwartete Gegenoffensive Frankreichs und Englands
 Rückzug der deutschen Truppen
 Schlieffenplan gescheitert

Kriegseintritt Italiens:

 Kündigung des Dreibundes + Kriegseintritt zugunsten der Entente


 Hoffnung auf Gebietsgewinne (Istrien, Südtirol)

Verschärfter deutscher U-Boot-Krieg:

 Deutsche Marine behandelt bewaffnete Handelsschiffe neutraler Staaten wie feindliche Kriegsschiffe
 Angriff ohne Vorwarnung
 Verletzung der völkerrechtlichen Regeln des Seekriegs

Note Deutschlands an die USA zum Seekrieg:

 Deutschland hält britische Seeblockade für völkerrechtswidrig


 Deutschland sagt Rückkehr zu völkerrechtlichen Regeln des Seekriegs zu
 Voraussetzung: Großbritannien hält Völkerrecht ebenfalls ein ( Soll Seeblockade auflösen)
 Großbritannien sieht keinen Grund, Seeblockade aufzulösen
 Deutschland erklärt den uneingeschränkten U-Boot-Krieg

Revolution in Russland:

 Februarrevolution: Stürzen des Zarenregimes; erhebliche Schwächung der russischen Kampfkraft


 Bolschewistische Oktoberrevolution: Lenin erlangt die Staatsgewalt; beendet Krieg für Russland

Uneingeschränkter U-Boot-Krieg Deutschlands:

 Deutsche Marine greift auch unbewaffnete Handelsschiffe neutraler Staaten ohne Vorwarnung an

„Siegfriedstellung“:

 Befestigtes Verteidigungssystem der Deutschen


 Durchbruchsversuche von Großbritannien und Frankreich scheitern
 Übergang zu einer defensiven Kriegsführung

Erster Einsatz von Kampfpanzern (Tanks):

 Einsatz durch Großbritannien


 Später Kriegsentscheidende Waffe

Kriegseintritt der USA:

 1915: Deutschland versenkt britischen Passagierdampfer "Lusitania” (an Bord u.a. 139
amerikanische Staatsbürger)
 Uneingeschränkter U-Boot-Krieg Deutschlands
 3. Feb. 1917: Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland
 6. April 1917: Kriegserklärung an Deutschland (Kriegseintritt zugunsten der Entente)

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22
Panzerangriff bei Amiens:

 450 alliierte Tanks durchbrechen die deutsche Front


 Militärische Entscheidung für den Sieg der Alliierten

Friedensvertrag von Brest-Litowsk:

 Russland erkennt Unabhängigkeit von Finnland, Estland, Livland, Kurland, Litauen, Polen, Georgiens,
der Ukraine und verschiedener kaukasischer Gebiete an
 Deutsche OHL belässt größten Teil der Truppen in den Gebieten (um Hegemonieanspruch
durchzusetzen)  Fehlende Verstärkung für Westfront

Kriegsaustritt Österreich-Ungarns:

 Verlust der Machtstellung im Balkan durch französische und britische Offensive


 Österreich-Ungarn beendet den Krieg
 Verlust jeglicher strategischer Chance für die Deutschen (Offene Wege nach Deutschland über
Böhmen und Tirol)

Waffenstillstand:

 OHL fordert deutsche Regierung auf, Wilsons 14 Punkte zu akzeptieren, bevor das deutsche Heer
zusammenbricht
 Hindenburg schiebt Niederlage auf innenpolitische Probleme und schafft so die Dolchstoßlegende
 Räumung aller von Deutschland besetzten Gebiete
 Wilsons 14 Punkte:
 Dolchstoßlegende:

Pariser Friedenskonferenz:

 Legt Friedensbedingungen nach dem 1.WK im Versailler Vertrag fest


 Deutschland trägt alleinige Verantwortung am WK
 Deutschland muss Gebiete abtreten
 Deutschland muss Reparationszahlungen an die Siegermächte leisten

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Folgen und Art des 1. Weltkrieges:

Urkatastrophe Europas
 Gegenseitige Schwächung der Großmächte
 europäische Dominanz der Welt beginnt zu verschwinden
 „Flügelmächte“ (USA + RUS) gewinnen an Macht
Zusammenbruch der alten Ordnung
 Ende der aristokratisch-großbürgerlichen Ordnung
 Ende vieler Monarchien (D, ÖU, RUS)
 Entstehung radikaler Bewegungen (russischer Sowjetkommunismus; italienischer Faschismus;
deutscher Nationalsozialismus)
 Entstehung eines ideologischen Gegensatzes
Erster technisierter und industrialisierter Krieg
 Millionenheere
 Moderne Waffen (Panzer, schwere Artillerie, Flugzeuge, U-Boote, Maschinengewehre, Giftgas)
 „Materialschlacht“ mit hohen Menschenverlusten; Stellungskrieg
Zivilbevölkerung
 Zerstörungen im Kriegsgebiet
 Zwangsverpflichtung von Arbeitskräften in der Kriegswirtschaft
 Deutscher U-Boot-Krieg + Britische Seeblockade (1. „Totaler Krieg“ der Geschichte)
 Hungerkrisen

Ursachen des Ersten Weltkriegs:

 Imperialistische Machtinteressen
 Wettrüsten (z.B. Schlachtflottenbau Deutschlands und Großbritanniens)
 Feindliche Bündnissysteme (z.B. Deutschlands Blankoscheck an Österreich-Ungarn)
 Aggressive Nationalbewegungen (z.B. Wilhelminismus)
 Allgemeine Kriegsbereitschaft (z.B. bewusst unannehmbares Ultimatum ÖU an Serbien)
 Fehler verantwortlicher Politiker

Sonstige wichtige Begriffe und Personen:

 Zweifrontenkrieg: Krieg Deutschlands gegen Russland (im Osten) und Frankreich (im Westen)
 OHL: Oberste Heeresleitung Deutschlands (seit 1916 Hindenburg und Ludendorff)
 Dolchstoßlegende: Schuld an Niederlage Deutschlands: Sozialdemokraten und Juden
 Lenin: Anführer der Revolutionsregierung 1917; beendet den Krieg für Russland
 General Paul von Hindenburg:
 „Schattenkaiser“: Rolle Wilhelms II ab 1916; OHL übernimmt Reichsführung zugunsten des Krieges
 Stellungskrieg: Krieg, bei dem Schlachten ohne wirkliches Ergebnis ablaufen; man beschießt sich
gegenseitig; derjenige mit der Oberhand rückt einen Schützengraben vor; der andere rückt einen
zurück; hin- und her mit großen Verlusten
 Abnutzungskrieg: „Materialschlachten“; quasi einfach alles zerbomben/ -schießen; wer öfters trifft
und mehr Munition hat, gewinnt

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1918 – 1990
(Das kurze 20. Jhdt.)

1918: Ende 1. WK

1990: Wiedervereinigung

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1918 – 1933 (Weimarer Republik)
Chronologie:

 1918
 Aug.: Niederlage Deutschlands ist sicher
 Wilsons 14-Punkte
 3. Okt.: Prinz Max von Baden als Reichskanzler
 28. Okt.: Oktoberreformen
 3. Nov.: Novemberrevolution
 Ausruf der „Republik“ durch den Sozialdemokrat Philipp Scheidemann
 Ausruf der „Sozialistischen Republik“ durch den Spartakistenführer Karl Liebknecht
 10. Nov.: Rat der Volksbeauftragten (MSPD + USPD)
 11. Nov.: Waffenstillstandsvertrag
 16.-20. Dez.: 1. Rätekongress
 28. Dez.: Austreten der USPD aus dem Rat der Volksbeauftragten
 Einführung des Frauenwahlrechts

 1919
 1. Jan.: Gründung der Kommunistischen Partei (KPD)
 5.-12. Jan.: Spartakus-Aufstand
 15. Jan.: Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
 18. Jan 1919 – 21. Jan. 1920: Pariser Friedenskonferenz
 19. Jan.: Wahlen zur Nationalversammlung
 6. Feb.: Eröffnung der Nationalversammlung
 11. Feb.: Friedrich Ebert als Reichspräsident; Philipp Scheidemann als Ministerpräsident
 13. Feb.: Weimarer Koalition als Reichsregierung
 11. Aug.: Weimarer Reichsverfassung
 Gründung der DAP (Später: NSDAP)

 1920
 13. März: Kapp-Lüttwitz-Putsch
 1922
 Juni: Verabschiedung der Republikschutzgesetze
 Vertrag von Rapallo
 1923
 Jan.: Ruhrkrise
 3. Nov.: Hitler-Putsch
 1924
 Beginn der „Goldenen Zwanziger“

Wilsons 14 Punkte:

 Utopisches Friedensprogramm
 Alle Beteiligte am Weltkrieg als Schuldige (alle müssen zusammen allen Schaden bezahlen/
wiedergutmachen)

Oktoberreformen:

 Durch Max von Baden


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 Erschaffung einer parlamentarischen Monarchie aus einer konstitutionellen
 Abgeordnete: MSPD; Zentrum; Fortschrittliche Partei

Novemberrevolution:

 3. Nov.: (Kieler Matrosenaufstand  Aufstände im ganzen Reich  Vertreibung der deutschen


Fürsten  Arbeiter- und Soldatenräte)
 9. Nov.: Sturz der Monarchie ( Friedensforderung des Volks  Flucht Kaiser Wilhelms II. ins
holländische Exil  Friedrich Ebert (MSPD) als neuer Reichskanzler)

Republikausrufe:

Rat der Volksbeauftragten:

 Vorerst höchste Regierungsgewalt in Deutschland

1. Rätekongress:

 Teilnehmer: Vertreter aller Räte (vorwiegend Mitglieder der MSPD)


 Ablehnung eines Rätesystems
 Festlegung der Wahl zur Nationalsammlung auf den 19. Jan. 1919

Austreten der USPD aus dem Rat der Volksbeauftragten:

Gründung der KPD:

 Zusammenschluss aus Spartakusbund und Bremer Linksradikalen

Spartakusaufstand:

 Aufständische: KPD und Revolutionäre Obleute


 Niederschlagung durch Regierungstruppen (u.a. Freikorps)

Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht:

 Täter: Freikorps
 Opfer: Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht
 Spaltung der sozialistischen Arbeiterbewegung in eine parlamentarische und eine radikale,
gewaltbereite Richtung

Wahlen zur Nationalversammlung:

 Ende der Revolution


 MSPD meiste Stimmen; Mehrheit jedoch für bürgerliche Parteien
 Kompromissfindung: Weimarer Koalition (MSPD, DDP, Zentrumspartei)

Weimarer Reichsverfassung:

 präsidiale, repräsentative und plebiszitäre Demokratie


 Grundrechtekatalog (Menschen- und Bürgerrechte; liberale Freiheitsrechte; soziale Grundrechte und –
pflichten)  Stärkung der Arbeiter
 Reichspräsident: direkte Wahl vom Volk; unabhängige Macht in der Judikative, Exekutive und
Legislative
 Reichstag: zentrale Institution zur Gesetzgebung; Entscheidung über Krieg und Frieden; Einfluss durch
das Volk
 Reichsregierung: Schwache Stellung; schlägt Minister vor
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 Reichsrat: Vertretung der Länder; Veto; Reichsexekution

Gründung der DAP:

Kapp-Lüttwitz-Putsch:

 Rechtsextreme setzen Regierung ab


 Scheitern am Widerstand der Ministerialbürokratie

Republikschutzgesetze:

 Strafen für republikfeindliche Handlungen


 Verbot der NSDAP

Vertrag von Rapallo:

 Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrussland


 Gegenseitiger Verzicht auf Reparationen
 Entwickelt sich entgegen der Befürchtungen vom Rest Europas nicht zu einem aggressiven deutsch-
russischen Bündnis

Ruhrkrise:

 Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen

Hitlerputsch:

 Scheitert
 Wichtige Verbündete distanzieren sich von Hitler
 Hitler wird eingesperrt

Goldene Zwanziger:

 1924-1929 (Weltwirtschaftskrise)
 Aufstände und Putsche sind vorüber
 Inflation beendet
 Anstieg der Industrieproduktion
 Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft

Sonstige Wichtige Begriffe und Personen:

 Thomas Woodrow Wilson: Amerikanischer Präsident; Wilson-Frieden


 Kaiser Wilhelm II.: Deutscher Kaiser während des 1.WK
 Max von Baden: Liberal; Reichskanzler 1918; Einführung einer parlamentarischen Monarchie in
Deutschland
 Friedrich Ebert: MSPD; Reichskanzler 1918; Reichspräsident 1919
 Philipp Scheidemann: Sozialdemokrat; Ausruf der „Weimarer Republik“ (Parlamentarisches System);
Ministerpräsident 1919
 Karl Liebknecht: Spartakistenführer; Ausruf der „Sozialistischen Republik“ (Rätesystem); 1919 durch
Freikorps ermordet
 Rosa Luxemburg: Spartakistin; 1919 durch Freikorps ermordet

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Die Parteien:

 Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD): Parlamentarische Demokratie; Beenden


der Revolution; Frieden; Arbeiter
 Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), Spartakusbund, Revolutionäre
Obleute: Sozialistische Räterepublik nach sowjetischem Vorbild; Fortsetzung der Revolution;
Volksbewaffnung; Einfluss durch Marx und Engels (Siehe Manifest der kommunistischen Partei);
Arbeiter
 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD): Kommunistisch-diktatorische Herrschaftsordnung;
planwirtschaftliches Wirtschaftssystem; Sowjetunion als Vorbild
 Deutsche Demokratische Partei (DDP): Linksliberal; sozialistische Mehrheit verhindern; Demokratie
 Deutsche Volkspartei (DVP): Rechtsliberal; Kritik an Republik, trotzdem Anerkennung; nationale
Politik
 Zentrum, Bayerische Volkspartei (BVP): Schutz der katholischen Kirche, ihrer Rechte und ihrer
Schulaufsicht
 Deutschnationale Volkspartei (DNVP): protestantisch-agrarischer Konservatismus; antisemitisch;
republikfeindlich; nationalistisch; militaristisch
 (Nationalsozialistische) Deutsche Arbeiterpartei ((NS)DAP): Nationalistisch; Arbeiter

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1933 – 1934 (Hitler und der NS-Staat)
Chronologie:

 1933
 30. Jan.: Hitler wird Reichskanzler
 1. Feb.: Auflösung des Reichstags
 4. Feb.: Gesetz zum Schutze des deutschen Volkes
 27. Feb.: Reichstagsbrand
 28. Feb.: Reichstagsbrandgesetz
 5. März: Reichstagswahl
 23. März: Ermächtigungsgesetz
 31. März: Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich
 7. April: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
 2. Mai: Auflösung der Gewerkschaften
 4. Mai: Gründung der DAF
 10. Mai: Bücherverbrennung
 22. Juni: Verbot der SPD
 14. Juli: Gesetz gegen die Neubildung von Parteien
 Juli: Reichskonkordat
 Nov.: Gründung der KdF
 Dez.: Absolute Mehrheit für NSDAP bei Wahlen

 1934
 30. Juni: Röhm-Putsch
 2. Aug.: Tod Hindenburgs; Hitler als „Führer und Reichskanzler“

Hitler wird Reichskanzler:

 Hindenburg ernennt Hitler (einen erklärten Feind des Liberalismus und der Demokratie) zum
Reichskanzler
 Neuer Regierung („Kabinett der nationalen Konzentration“) gehören außerdem die NSDAP-Mitglieder
Wilhelm Frick und Hermann Göring an (Sicherung des Zugriffes auf die Polizei durch die NSDAP)
 Vizekanzler Franz von Papen (und seine deutschnationalen und rechtskonservativen Anhänger)
glauben, Hitler könne mit einem Rahmen von acht nicht-nationalsozialistischen Ministern „gezähmt“
werden (laut Joachim Fest eine „unüberbietbare Verblendung“)
 Vorstellung erwies sich als folgenschwerer Irrtum ( Auflösung des Reichstags)

Auflösung des Reichstags:

 Nach Artikel 25
 Durch Hitler bei Hindenburg durchgesetzt

Gesetz zum Schutze des deutschen Volkes:

 Aufhebung der Presse- und Versammlungsfreiheit

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Reichstagsbrand:

 Schuld wird Kommunisten gegeben


 Festnahme von über 4000 Kommunisten und Sozialdemokraten mittels vorbereiteter Listen

Reichstagsbrandgesetz:

 Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat


 Aufhebung der Bürgerrechte
 „Legale“ Verfolgung politischer Gegner ermöglicht
 Unerklärter Ausnahmezustand hält bis 1945 an

Reichstagswahl:

 Auch Märzwahlen genannt


 Doppelstrategie: Propaganda durch Joseph Goebbels in Rundfunk und Presse zur „nationalen
Erhebung“; Bekämpfung und Ausschaltung politischer Gegner (auf Grundlage der Notverordnung)
 Ergänzung der staatlichen Repression durch Terror: 17. Feb.: Göring sichert sich Kontrolle über die
preußische Polizei, sodass diese bei Überfällen der SA und SS nicht eingreifen
 Ergebnis: Koalition zwischen NSDAP und DNVP (nur NSDAP nicht genug Stimmen)

Ermächtigungsgesetz:

 „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat“


 Reichsregierung darf selbstständig Gesetze erlassen
 Selbstentmachtung des Parlaments zugunsten Hitlers
 Zustimmung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit
 1943: Verlängerung des Gesetzes auf „unbestimmte Zeit“

Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich:

 Durchsetzung des diktatorischen Regimes bis hin zur kleinsten Dorfgemeinde


 Auflösung der Landtage und später auch der Landesregierungen
 Einsetzung von „Reichsstatthaltern“ (der NSDAP)
 Ergebnis: Überlagerung von Partei- und Staatsorganen

Auflösung der Gewerkschaften:

 Freie Gewerkschaften erhielten noch im April 1933 bei den Betriebsratswahlen drei Viertel der
Stimmen
 Gewerkschaften machen Loyalitätserklärungen, um die drohende Auflösung zu verhindern
 Um die Gewerkschaften zu täuschen: Ernennung des 1. Mai zum „Tag der nationalen Arbeit“
 Ein Tag später: Stürmen der Gewerkschaftsbüros, Verhaftung der Funktionäre, Beschlagnahmung des
Eigentums
 Öffentliche Erklärung der Auflösung der Gewerkschaften

Gründung der DAF:

 DAF = Deutsche Arbeitsfront


 Ersetzt die vorher aufgelösten Gewerkschaften
 Zwangsvereinigung von Arbeitnehmer und -geber

Bücherverbrennung:

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31
 Öffentliche Verbrennung von Werken von Autoren wie Karl Marx, Heinrich Heine, Bertold Brecht, Erich
Kästner
 „Säuberung“ öffentlicher Bibliotheken von sozialistischem, kommunistischem, demokratischem,
jüdischem oder liberalistischem Gedankengut

Verbot der SPD:

 SPD flieht nach der Auflösung der Gewerkschaften nach Prag und ruft zum Sturz des NS-Regimes auf
 Frick erklärt SPD als „volks- und staatsfeindliche Organisation“
 Nach KPD (welche durch das Reichstagsbrandgesetz zerschlagen wurde) wichtigste Parteiauflösung
 Restliche Parteien lösen sich selbst auf, um einem Verbot zu entgehen

Gesetz gegen die Neubildung von Parteien:

 Strafe für Neu- und Wiedergründung einer Partei: Gefängnis


 NSDAP als einzige legale Partei

Reichskonkordat:

 Staatsvertrag mit dem Vatikan


 Inhalt: Innere Autonomie; ungehinderte Verbreitung von Schriften; Freiheit des Bekenntnisses und
seiner öffentlichen Ausübung; Schutz katholischen Eigentums; Beschränkung Geistlicher auf nicht-
politische Aufgaben;
 Ziel Hitlers: Propaganda: Die katholische Bevölkerung auf seine Seite ziehen
 Häufiger Bruch des Konkordats durch Hitler

Gründung der KdF:

 „Kraft durch Freude“


 Bekanntestes und populärstes Amt der DAF
 Organisation deutscher Kulturprogramme, Ausflüge und Urlaubsreisen

Absolute Mehrheit für NSDAP bei Wahlen:

 Logische Folge aus Propaganda, Verboten und Repression

Röhm-Putsch:

 Stabschef der SA, Ernst Röhm, fordert eine zweite, soziale Revolution zur Aufhebung der bürgerlich-
kapitalistischen Ordnung; zudem sieht er die SA als Basis und Führung eines neuen Volksheeres (unter
Eingliederung der Reichswehr)
 Ziele gefährden Hitlers Bündnispläne mit den konservativen Eliten, der Wirtschaft und der Reichswehr
 Hinrichtung von 85 SA-Führern (darunter Röhm) ohne gerichtliches Verfahren
 Öffentlich: Notwendige Niederschlagung des „Röhm-Putsches“ aus Staatsnotwehr
 SA verliert politischen Einfluss und zwei Drittel ihrer Mitglieder (vorher ca. 3 Millionen)
 SS profitiert davon: Einfluss steigt

Hitler als „Führer und Reichskanzler“:

 Tod Hindenburgs
 Hitler als Parteichef, höchster Richter und Befehlshaber der Reichswehr

Die Ideologie des NS-Staates:

 Mein Kampf (1925-1926): Wichtigste Informationsquelle


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32
 Volksgemeinschaft: Volk ist wichtiger als Individuum; Ziel jedes Deutschen: Erhaltung der Rasse
(Kampfgemeinschaft); Ausbildung eines gesunden Körpers ist wichtiger als Entwicklung eines starken
Charakters ist wichtiger als wissenschaftliche Schulung; national = sozial = totale Aufopferung der
eigenen Bedürfnisse für das Volk
 Rassenideologie: „Arische“ Rasse („Herrenrasse“) ist besser als „Untermenschen“ sind besser als
Juden („Gegenrasse“); Jude: Feind der Menschheit und Schuld an Weltkapitalismus und
Kommunismus; Rassismus und Antisemitismus  Deutschland zu entsprechender Macht verhelfen
und die Juden ausrotten
 Führerprinzip: Ziel: Deutsches Volk als Volks- und Kampfgemeinschaft; einziger Weg: Aufhebung der
Demokratie; Hitler als Führer; NSDAP als einzige Partei  direkte Durchsetzung von Zielen durch eine
starke Führungspersönlichkeit
 Rolle der Frau: Bestand des Volkes; Frau = Mutter ( Muttertag, Mutterkreuze); Frauen helfen der
Volksgemeinschaft durch Gebären „starker, deutscher“ Kinder

Die Organisation des NS-Staates:

 Hitler: Führer und Reichskanzler


 SA (Sturmabteilung): politische Kampfgruppe nach italienischem Vorbild; Ausübung von Terror;
Wachpersonal der ersten Konzentrationslager; bis 1934 unter Leitung von Röhm; nach Röhm-Putsch
Verlust des politischen Einflusses
 SS (Schutzstaffel): Anfangs zum Schutze Hitlers und anderer NSDAP-Mitglieder; bis Röhm-Putsch in die
SA eingegliedert; nun alleinige Zuständigkeit für Konzentrationslager; unter Leitung von Himmler
 Waffen-SS: Unterorganisation der SS; persönliche Leibwache Hitlers
 SD (Sicherheitsdienst): Unterorganisation der SS; Sammlung geheimer Nachrichten über politische
Gegner; Überwachung „verdächtiger“ Parteimitglieder; Entwicklung zur Geheimpolizei des Reiches
 Gestapo: Leitung der Länderpolizei seit April 1933; seit 1934 von Himmler geleitet; Errichtung eines
Überwachungssystems aus Zivilfahndern und Spitzeln; Verhängung von „Schutzhaft“ ohne rechtliche
Kontrolle; Erzwingung von Aussagen unter Folter; Ermordung Gefangener
 RSHA (Reichssicherheitshauptamt): Seit 1939 Vereinigung aus Gestapo, SD und Kriminal- und
Ordnungspolizei; Organisation von Terrormaßnahmen und Massenmorden in besetzten Gebieten;
Organisation der „Endlösung der Judenfrage“

Gründe für die große Zustimmung zum NS-Staat:

 Erfolgreiche Manipulation: Propaganda (Auftritte des Führers, Medien (Radio, Filme); Umwertungen
von Begriffen wie „national“; volksgemeinschaftliche Organisationen
 Geschichtlicher Hintergrund: Deutschland als „Opfer“ des 1.WK; Schande durch Versailler Vertrag;
nationale Grundanschauung
 Alternative: NSDAP war in der Weimarer Republik verboten; Weimarer Republik ist gescheitert;
NSDAP könnte doch sinnvoll sein
 Ähnliche Anschauung: Zustimmung und Verstärkung des bereits vorhandenen Antisemitismus und
Nationalismus
 Angst: Verfolgung politischer Gegner; Massivdruck
 Ersehnen eines rettenden Führers: Verspricht Ausgang aus politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Krisen (z.B. Arbeitslosigkeit)

Die „Volksgemeinschaft“:

 Integration der Arbeiter durch DAF und KdF


 Integration der Jungen durch Hitler-Jugend (HJ)  Zeltlager, Geländespiele und Sportaktivitäten
 Integration der Mädchen durch den Bund Deutscher Mädel (BDM)
 Integration der Frauen durch die Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF)

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 Frauen als Mütter
 Ausgrenzung von „Nicht-Ariern“, alten und kranken Menschen, Sozialdemokraten und Kommunisten,
Menschen ohne festen Wohnsitz („Asoziale“), Prostituierten, Homosexuellen und Kriminellen

Sonstige Begriffe und Personen:

 Joseph Goebbels: Seit 13. März 1933 „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ und Leiter
der Reichskulturkammer; verantwortlich für Zensur und Manipulation des gesamten Kulturbereiches
im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie und die dadurch erfolgte Indoktrinierung des deutschen
Volkes; 1945 durch Suizid gestorben
 Hermann Göring: 1932 bis 1943 Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für Luftfahrt
und Reichskommissar für das preußische Innenministerium; 1933 bis 1943 Ministerpräsident
Preußens; verantwortlich für die brutale Verfolgung politischer Gegner, die Gründung der Gestapo, die
Einrichtung der ersten Konzentrationslager und die Organisation der „Endlösung der Judenfrage“;
1946 durch Suizid gestorben
 Wilhelm Frick: Von 1933 bis 1943 Reichsminister des Inneren; 1945 durch Nürnberger Prozesse
hingerichtet
 Ernst Röhm: Stabschef der SA bis 1934; Ideen entgegen Hitlers Ideologie; Ermordung durch Hitlers
Truppen im Zuge des „Röhm-Putsches“
 Heinrich Himmler: Leiter der SS; während des 2.WK zweitmächtigster Mann Deutschlands; zum Ende
des 2.WK hin: eigenmächtige Verhandlungsversuche; Ablehnung und Bekanntmachung durch Alliierte;
Flucht vor Hitlers Haftbefehl; Suizid in alliierter Gefangenschaft
 Reinhard Heydrich: 1904 bis 1942 Leiter der SD

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1933 – 1945 (Judenverfolgung)
Chronologie:

 1933
 1. April: Boykottaktion
 7. April: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
 Arier-Paragraph
 22. Sept.: Reichskulturkammergesetz
 Emigration vieler Juden

 1934
 28. Feb.: Entlassung aller „Nicht-Arier“ aus der Wehrmacht
 1935
 Sept.: Nürnberger Gesetze

 1936
 15. April: Berufsverbot für jüdische Journalisten
 Olympische Spiele

 1938
 Enteignung
 Erste Brandanschläge auf Synagogen
 25. Juli: Generelles Berufsverbot für jüdische Ärzte
 17. Aug.: Zwangsvornamen
 5. Okt.: Reisepass-Stempel
 9.-10. Nov.: Reichspogromnacht
 15. Nov.: Schulverbot

 1939
 Jan.: Proklamation der „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ durch 2.WK
 März: Einführung antijüdischer Regeln und Gesetze in besetzten Gebieten
 30. April: Umzug in „Judenhäuser“
 1. Sept.: Ausgehverbot; Konzentration antijüdischen Terrors in Polen
 Bilanz Ende 1939
 1940
 1941
 Misshandlungen und Massenerschießungen in der UdSSR
 Sommer: Massenhinrichtungen durch Vergasung im KZ Auschwitz
 Herbst: Deportationen aus Deutschland
 Okt.: Ausreiseverbot
 1942
 Bilanz Ende 1942
 20. Jan.: Wannseekonferenz
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 1943
 1944
 1945

Kurzzusammenfassung:

 1933 - 1935: Boykottaktionen und erste antisemitische Gesetze


 1935 - 1938: „Nürnberger Gesetze“ und systematische Ausgrenzung
 1938 - 1941: Enteignung und Reichspogrom
 1942-1945: Deportation, Ghettoisierung und Völkermord (Holocaust)

Boykottaktion:

 Vom Propagandaministerium organisiert


 Angehörige von SA, SS und Hitlerjugend werfen Schaufenster jüdischer Geschäfte ein, beschmieren sie
mit antisemitischen Parolen oder hindern Kunden am Betreten
 Boykott jüdischer Warenhäuser; Vertreibung jüdischer Richter und Staatsanwälte aus den Gerichten
 Liebesbeziehung zwischen Juden und „Nicht-Juden“ werden als „Rassenschande“ propagiert

Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums:

 Entlassung von „nicht-arischer“ Beamten

Arier-Paragraph:

 Ausschluss jüdischer Ärzte von der Zulassung zu Krankenkassen


 Verbot der Berufsausübung jüdischer Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte
 Folge: Aufkauf vieler jüdischer Unternehmen durch nicht-jüdische Konkurrenten zu einem Bruchteil
des eigentlichen Wertes
 Einschränkung der Judenanteile an Schulen und Universitäten auf 5% und im ganzen Reichsgebiet auf
1,5%

Reichskulturkammergesetz:

 Berufsverbot jüdischer Künstler und Schriftsteller

Emigration vieler Juden:

 Anstieg der Emigranten bis 1939


 1941 Ausreiseverbot
 Zielorte der Emigration: USA und Palästina
 Viele Juden blieben jedoch, in dem Glauben, der Antisemitismus sei nur vorübergehend und das NS-
Regime würde sich nicht lange halten

Nürnberger Gesetze:

 Systematische Ausgrenzung der Juden aus der „Volksgemeinschaft“


 Reichsbürgergesetz: Entzug aller politischer Rechte für Juden (Aberkennung des Wahlrechts und der
öffentlichen Ämter; ausnahmslose Entlassung aller jüdischen Beamten)
 Abstammungsnachweis: Kategorisierung in „Voll-„ bzw. „Halbjuden“ und „Mischlinge“
 Blutschutzgesetz: „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“; Verbot von
Ehen und intimen Beziehungen zwischen Juden und „Ariern“

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36
 Aufforderung zur „volksgemeinschaftlichen Schnüffelei“ (da Beziehungen beispielsweise schwer durch
die Polizei zu überwachen sind)

Olympische Spiele:

 Größte internationale Sportveranstaltung


 NS-Regime muss Prestige aufrecht erhalten
 Kurzzeitige Verlangsamung der antijüdischen Gesetzmaschinerie

Enteignung:

 Durch Übernahme jüdischer Unternehmen, durch Steuern für die Aneignung jüdischen Eigentums, die
Reichsfluchtsteuer und zahlreiche andere Zwangsabgaben für emigrierende Juden
 Finanzierung der deutschen Aufrüstung

Zwangsvornamen:

 „Israel“ für jüdische Männer und „Sara“ für jüdische Frauen

Reisepass-Stempel:

 Reisepässe von Juden werden mit einem großen „J“ gestempelt

Reichspogromnacht:

 Auch Reichskristallnacht genannt


 Ziele: Juden verängstigen ohne Archivmaterial zu zerstören; Plünderung jüdischen Eigentums; keinen
Widerstand der Juden zulassen
 Motive: Abschreckung; Angriff auf die Kultur; Vorteile sichern (Geld, personelle Information);
Widerstand brechen

Schulverbot:

 Jüdische Kinder und Jugendliche dürfen keine öffentliche Schule mehr besuchen

Umzug in „Judenhäuser“:

 Räumung „arischer Wohnhäuser“


 Umzug in „Judenhäuser“

Ausgehverbot:

 Ausgehverbot für Juden ab 21 Uhr


 Im Winter ab 20 Uhr

Bilanz Ende 1939:

 Etwa 7.000 polnische Juden getötet


 Etwa 90.000 polnische Juden in Ghettos untergebracht und isoliert

Deportationen aus Deutschland:

 Deportation von Juden und anderen „Staatsfeinden“ aus Wien, Prag und Berlin ins Ghetto von Lodz

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 Entzug des gesamten Vermögens und der deutschen Staatsangehörigkeit der Deportierten

Bilanz Ende 1942:

 Etwa 2,2 Millionen Juden (von 4,7 Millionen) auf sowjetischem Gebiet getötet

Wannseekonferenz:

 Zeitpunkt: Höhepunkt der deutschen Machtausdehnung


 Kommende „Endlösung der Juden“ soll ca. 11 Millionen Juden betreffen
 Zwangsarbeit bis zum Tod
 Systematische Ermordung
 Durchführung der „Endlösung“ von Westen nach Osten aus „sozialpolitischer Notwendigkeit“
 Sprache: formal, schönredend („natürliche Verminderung der Juden“); legal, legitim („nach
entsprechender Genehmigung“)  Geheuchelt förmlich
 Folge: Errichtung von Vernichtungslagern in Polen

Tötungsmittel und –wege:

 Katastrophale Ernährung und Hygiene in den Ghettos


 Epidemien in den Ghettos
 Gaskammern und Gaswagen aus dem „Euthanasie-Programm“

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1933 – 1939 (Innenpolitischer Widerstand)
Chronologie:

 1938
 8. Nov.: Fehlgeschlagenes Attentat auf Hitler durch Georg Elser

 1942
 Sommer: Gründung der „weißen Rose“

 1944
 20. Juli: Fehlgeschlagenes Stauffenberg-Attentat

Zusammenfassung des Widerstands:

 Bürgerlicher Widerstand: Kreisauer Kreis: Rechtsstaat nach Kriegsniederlage; Goerdeler Kreis:


Rechtsstaat nach militärischem Staatsstreich
 Widerstand der Arbeiterbewegung: Aktiv: Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaften;
Flugblätter, interner Austausch, Informationen aus dem Ausland; wegen Hierarchie leicht zerschlagen;
Hälfte der etwa 300.000 Mitglieder in KZ-Haft, vertrieben, gefoltert oder ermordet
 Kirchlicher Widerstand: Evangelisch: uneinheitlich (nur Teile dagegen); Bekennende Kirche (z.B.
Dietrich Bonhoeffer); katholisch: einheitlich dagegen (vor allem gegen Euthanasie); z.B. Clemens Graf
von Galen oder Teophil Wurm
 Militärischer Widerstand: seit 1938 militärische Widerstandsbewegung; Stauffenberg-Attentat
scheitert; tausende werden hingerichtet (alle Hauptbeteiligten und fast alle Mitwisser)
 Jugendlicher Widerstand: Jugendgruppen wie die „Edelweißpiraten“ oder die „Swingjugend“
wiedersetzen sich der vormilitärischen Ausbildung der HJ
 Sonstige Widerstandsaktionen: Georg Elser (unabhängig): gescheitertes Attentat auf Hitler;
jugendliche Protestgruppen (besonders im Rheinland); Geschwister Scholl: gründen die „weiße Rose“
(Sommer 1942 – Feb. 1943); studentische Bewegung deren Widerstand sich in Flugblättern äußert;
Mitglieder werden hingerichtet

Seite
39
1933 – 1939 (Außenpolitik)
Chronologie:

1933
 Okt.: Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund

1934
 26. Jan.: Deutsch-polnischer Nichtangriffspakt

1935
 März: Deutsche Wehrpflicht; Deutsche Luftwaffe
 April: Protest gegen Hitlers Politik
 18. Juni: Deutsch-britisches Flottenabkommen

1936
 März: Remilitarisierung des Rheinlandes
 Vierjahresplan
 Mai: Viktor Emanuel II. als Kaiser von Äthiopien
 Sept.: Proklamation der „Achse Berlin-Rom“
 25. Nov.: Antikominternpakt (D + J)
 Eingreifen der Luftwaffe in den Spanischen Bürgerkrieg

1937
 Anschluss Italiens zum Antikominternpakt
 Kriegserklärung Japans an China

1938
 März: Anschluss Österreichs an Deutschland
 30. Sept.: Münchner Abkommen

1939
 März: Besetzung der „Resttschechei“; Schutz für Polen von GB + F
 Mai: Kündigung Flottenabkommen und Nichtangriffspakt; Vorbereitung Feldzug gegen Polen
 24. Aug.: Hitler-Stalin-Pakt

Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund:

 Klares Zeichen für Deutschlands Willen zum Krieg


 Ermöglicht „problemlose“ Missachtung von Friedensverträgen

Deutsch-polnischer Nichtangriffspakt:

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40
 Auf zehn Jahre befristet
 Einigung auf friedliche Problemlösung bei Konflikten jeglicher Art
 Ziel Hitlers: Nutzung polnischer Rohstoffe; Schwächung des Bündnisses zwischen Frankreich und Polen
 Kündigung durch Deutschland am 28. April 1939

Deutsche Wehrpflicht und Luftwaffe:

 Wehrpflicht wird wiedereingeführt


 Wiederaufbau der Luftwaffe wird angekündigt
 Entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrags

Protest gegen Hitlers Politik:

 Protest Englands, Italiens und Frankreichs


 Appeasement-Politik wird trotzdem weitergeführt

Deutsch-britisches Flottenabkommen:

 Stärkeverhältnis der deutschen und britischen Flotte: 35 zu 100


 Klarer Bruch des Versailler Vertrages
 Ziel Großbritanniens: Rüstungswettlauf mit Deutschland verhindern
 Ziel Hitlers: Isolation Frankreichs durch Annäherung an Großbritannien
 Frankreich protestiert erfolglos

Remilitarisierung des Rheinlandes:

 Direkter Verstoß gegen den Versailler Vertrag

Vierjahresplan:

 Ziel: In 4 Jahren bereit für den Krieg sein (also 1940)


 Weg: Aufrüstung und wirtschaftliche Autarkie

Viktor Emanuel II. als Kaiser von Äthiopien:

 Viktor Emanuel II. ehemals italienischer König


 Durch Mussolini zum Kaiser von Äthiopien ausgerufen
 Offenbart Handlungsunfähigkeit des Völkerbundes

Die „Achse Berlin-Rom“:

 Starke Bindung zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland
 Zwischen Hitler und Mussolini
 Ökonomisch schwaches Italien gerät in Deutschlands Abhängigkeit

Antikominternpakt:

 Zwischen Deutschland und Japan


 Gemeinsame Beratung zur Abwehr kommunistischer Aktivitäten (der kommunistischen
Internationalen)
 Geheimes Zusatzabkommen: Gegenseitige Neutralität für den Fall eines Angriffs der Sowjetunion
 1939: Spanien, Ungarn und Mandschukuo treten dem Pakt bei

Der Spanische Bürgerkrieg:

Seite
41
 Demokratisch gewählte Volksregierung, bestehend aus Liberalen und Sozialisten, kämpft gegen
rechtsgerichtete Putschisten unter General Franco, bestehend aus Faschisten und konservativen
Nationalisten
 1936: Eingriff Deutschlands und Italiens auf Seiten General Francos
 1939: Sieg der Anhänger Francos; Franquismus
 1975: Tod Francos
 1977: Erste freie Wahlen; Ende der Diktatur

Kriegserklärung Japans an China:

 Im Zuge des Kampfes gegen den Kommunismus und zur Gebietserweiterung

Anschluss Österreichs an Deutschland:

 Seit 1932: Autoritäres Regime unter Engelbert Dollfuß; richtet sich gegen Sozialisten und
Nationalsozialisten
 1934: Juliputsch: Österreichische NSDAP versucht zu putschen; scheitert, aber Dollfuß wird ermordet
 Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen
 Entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrags
 Frankreich und Großbritannien ergreifen keine ernsthaften Konsequenzen
 Anschluss Österreichs durch das „Ostmark-Gesetz“

Münchner Abkommen:

 Ziel Hitlers nach Anschluss Österreichs: Tschechoslowakei (Sudetenkrise)


 Provokation von Spannungen in der Tschechoslowakei mithilfe der Sudetendeutschen Partei
 Westmächte raten der tschechischen Regierung im Rahmen der Appeasement-Politik, den
Forderungen der Partei nachzugeben
 Britische Gespräche mit Hitler zur friedlichen Lösungsfindung: Münchner Konferenz
 Teilnehmer: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, NICHT die Tschechoslowakei
 Ziel Großbritanniens: Gewaltsames Vorgehen Hitlers verhindern
 Einigung auf die Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete ins Deutsche Reich („Rettung von
Deutschen vor der Unterdrückung“)

Besetzung der Resttschechei:

 Einmarsch deutscher Truppen, entgegen den Bestimmungen des Münchner Abkommens


 Ziel Hitlers wird klar: Rücksichtslose Eroberung und Beherrschung nichtdeutscher Gebiete
 Endgültiges Scheitern der Appeasement-Politik
 Nächster Schritt Hitlers: Forderung an Polen, die Freie Stadt Danzig in das Deutsche Reich
einzugliedern

Britisch-französischer Schutz für Polen:

 Britische Garantieerklärung
 Französische Beteuerung der Allianz
 Sackgasse für Hitlers Politik: Einmarsch in Polen  Krieg mit Frankreich und Großbritannien 
Eingreifen der Sowjetunion  Niederlage Hitlers
 Daher: Hitler-Stalin-Pakt, um Angriff auf Polen starten zu können, ohne einen Zweifrontenkrieg
einzugehen

Kündigung Flottenabkommen und Nichtangriffspakt:

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42
 Offensichtliche Kriegsbereitschaft Deutschlands

Hitler-Stalin-Pakt:

 Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt
 Für 10 Jahre
 Sowjetische Neutralität bei Krieg Deutschlands mit Polen und den Westmächten
 Sowjetunion darf im 1.WK verlorene russische Gebiete zurückerobern
 Ermöglicht deutschen Angriff auf Polen ohne einen Zweifrontenkrieg zu riskieren

Die Reaktion anderer Staaten auf Hitlers Politik:

 Appeasement-Politik

Sonstige Begriffe und Personen:

 Appeasement-Politik: Beschwichtigungspolitik; abwertender Begriff für die englische Politik


gegenüber Deutschland und Italien in den 1930er Jahre; Bemühung Chamberlains durch
Zugeständnisse die beiden faschistischen Staaten zu Verträgen zu bewegen und in die europäische
Friedensordnung einzubinden
 Mandschukuo: Von Japan kontrollierter Marionettenstaat in China; tritt 1939 dem Antikominternpakt
bei
 Franquismus: Diktatur unter General Francisco Franco in Spanien (1939-1977)
 Sudetenland: Grenznahes Gebiet in der Tschechoslowakei, in dem eine deutschsprachige Minderheit
von ca. drei Millionen Einwohnern lebte

Seite
43
1939 – 1945 (Zweiter Weltkrieg)
Chronologie:

 1939
 1. Sept.: Überfall auf Polen
 3. Sept.: Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland

 1940
 9. April: Einnahme Norwegens und Dänemarks
 Mai: Beginn des Westfeldzugs
 Juni: Einnahme Nordfrankreichs (u.a. Paris)
 22. Juni: Waffenstillstand mit Frankreich
 Aug.: Luftschlacht gegen Großbritannien
 Sept.: Dreimächteabkommen

 1941
 März: Angriff des deutschen Afrikakorps
 April: Angriff auf Jugoslawien und Griechenland
 22. Juni: Angriff auf die Sowjetunion
 14. Aug.: Atlantik-Charta
 7. Dez.: Überfall auf Pearl Harbor

 1942
 20. Jan.: Wannseekonferenz
 Juli: Deutsche Sommeroffensive in Südrussland
 Sept.: Manhattan-Projekt
 Nov: Landung der Alliierten in Nordafrika
 19. Nov.: Sowjetische Gegenoffensive bei Stalingrad

 1943
 Jan.: Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad
 18. Feb.: Aufruf zum „totalen Krieg“ Deutschlands
 Mai: Kapitulation der deutsch-italienischen Heeresgruppe in Afrika
 Juli: Landung der Alliierten in Sizilien

 1944
 6. Juni: Invasion der Alliierten in der Normandie
 Aug.: Landung der Alliierten in Südfrankreich
Seite
44
 1945
 Jan.: Großoffensive der UdSSR
 4.-11. Feb.: Konferenz von Jalta
 30. April: Selbstmord Hitlers
 2. Mai: Einnahme Berlins durch sowjetische Truppen
 8. Mai: Kapitulation der deutschen Wehrmacht
 6. Aug.: Atombombenabwurf auf Hiroshima
 9. Aug.: Atombombenabwurf auf Nagasaki
 2. Sept.: Bedingungslose Kapitulation Japans

Überfall auf Polen:

 Ohne Kriegserklärung
 Kriegsbeginn
 Grausame Härte
 Beginn der „Blitzkrieg“-Strategie

Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland:

 Direkte Folge aus Deutschlands Angriff auf Polen (Verpflichtungen)


 Erhebliche Verluste der deutschen Kriegsmarine

Einnahme Norwegens und Dänemarks und Westfeldzug:

 Ausweitung auf Nord- und Westeuropa


 Deutsche Hegemonie über weite Teile Europas

Waffenstillstand mit Frankreich:

 Waffenstillstandsabkommen in Compiègne
 Durch Deutschland erzwungen

Luftschlacht gegen Großbritannien:

 Großangriffe der deutschen Luftmacht auf Flottenverbände, Rüstungsindustrien, Luftabwehrstellungen


und Stützpunkte der Royal Air Force
 Einstellung der Angriffe Mitte September aufgrund großer Verluste
 Reaktion: Flächenbombardements der Alliierten auf Deutschland (vor allem ab 1944); hohe
Zivilopferzahl

Dreimächteabkommen:

 Symbol erfolgreicher deutscher Bündnispolitik


 Zwischen Deutschland, Italien und Japan

Deutsches Afrikakorps:

 Unterstützung für Italien bei der Invasion in Afrika

Angriff auf Jugoslawien und Griechenland:

 Einmarsch im Balkan

Angriff auf die Sowjetunion

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45
 Unternehmen Barbarossa
 Ignorieren des Hitler-Stalin-Pakts

Atlantik-Charta:

 Durch Roosevelt und Churchill unter Absprache mit der Sowjetunion


 Vorgehen gegen das deutsche Reich: Nach Roosevelts 4 Freiheiten
 Anschluss der Sowjetunion und 25 weiterer Staaten (1942)
 Grundlage der UNO

Überfall auf Pearl Harbor:

 Japan greift Pearl Harbor (Stützpunkt der USA) an


 USA erklären Japan den Krieg
 Deutschland erklärt USA den Krieg (11. Dez.)

Sommeroffensive in Südrussland:

 Zeitdruck auf Ostfeldzug

Manhattan-Projekt:

 Projekt der USA zur Entwicklung einer Atombombe


 Ziel: Das nationalsozialistische Deutschland
 Bombe wurde erst nach Kriegsende fertiggestellt

Landung der Alliierten in Nordafrika:

 Beginn des Verlusts der deutschen Kontrolle über Europa


 Weiträumiger Rückzug in Nordafrika

Sowjetische Gegenoffensive in Stalingrad:

 Erfolgloser Blitzkrieg; nach anfänglichen Erfolgen der deutschen Wehrmacht scheiterte sie im Kampf
um Stalingrad
 Führt im Januar 1943 zur Kapitulation der deutschen Armee in Stalingrad
 Symbol der Kriegswende: Erschöpfung der Soldaten; Unmöglichkeit, für hinreichenden Nachschub zu
sorgen; sinnloser Durchhaltewillen der politischen und militärischen Führung

Aufruf zum „totalen Krieg“ Deutschlands:

 Totaler Krieg
 Durch Propagandaminister Goebbels in einer Rede im Berliner Sportpalast
 Vollständige Indienstnahme aller zivilen Kräfte für den Krieg
 Erhöhung der Rüstungsproduktion durch Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen

Landung der Alliierten in Sizilien:

 Sturz Mussolinis
 Italien keine Unterstützung mehr für Deutschland
 Erschöpfung und Nachschubprobleme Deutschlands

Invasion in der Normandie:

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46
 Ausschlaggebende Niederlage Deutschlands

Großoffensive der UdSSR:

 Rote Armee erobert bis März Ostpreußen, überquert die Oder und umzingelt bis April Berlin

Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki:

 Erster Atombombeneinsatz überhaupt


 Forderte über 200.000 Todesopfer und unzählige Erkrankungen durch die bleibende Strahlung (z.B.
Verbrennungen, Krebs, Geburtsfehler (bei den Nachfahren der Opfer))

Sonstige wichtige Personen und Begriffe:

 Blitzkrieg: Begriff der Nationalsozialisten für Strategie, bei der der Gegner durch einen
überraschenden Panzerangriff mit Luftunterstützung in kürzester Zeit militärisch besiegt wird; als
Blitzkriege gelten die Feldzüge gegen Polen, Dänemark, Norwegen, die Beneluxstaaten, Frankreich,
Griechenland und Jugoslawien; Ziel Deutschlands: Anwendung der Strategie auf Sowjetunion
(scheitert)
 Totaler Krieg: Krieg unter Missachtung der völkerrechtlich bindenden Unterscheidung zwischen
Soldaten und Zivilisten; Mobilisierung der gesamten Bevölkerung und Wirtschaft zu Kriegszwecken

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47
1823 – 1990 (Ost-West-Konflikt)
Chronologie:

Beginn Ost-West-Konflikt

Anfang und Ende Kalter Krieg ( Stellvertreterkrieg)

 1823
 Erste Anzeichen: Monroe Doktrin
 1917
 Amerika greift in 1.WK ein; Russland bildet kommunistischen Staat
 1918
 USA und Russland werden zu Führungsmächten
 1922
 Gründung der UdSSR
 1941
 Angriff Deutschlands auf UdSSR  „unnatürliches Bündnis“
 1945
 Scheitern einer gemeinsamen Weltordnung

 1947
 Truman-Doktrin
 Kominform

 1948
 Marshall-Plan

 April 1949
 Gründung der NATO
 1. Okt.: Ausrufung der Volksrepublik China
 Atomwaffen für UdSSR

 1950-1953
 Korea-Krieg
 1953
 Tod Stalins

Seite
48
 1955
 Gründung des Warschauer Pakts
 Beitritt der BRD zur NATO

 1955-1975
 Vietnamkrieg
 1961
 Bau der Berliner Mauer
 1962
 Kubakrise
 1990/91
 Zusammenbruch der UdSSR

Monroe-Doktrin:

 USA darf nicht Ziel europäischer Großmachtpolitik werden


 Politische Kampfansage gegen die europäischen Despotien (also auch Russland

Gründung der UdSSR:

 Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken


 Durch die Bolschewiki gegründeter, föderalistischer Einheitsstaat

Unnatürliches Bündnis:

 Zwischen USA und UdSSR


 Rein zweckmäßig, da Hitler größere Gefahr

Scheitern einer gemeinsamen Weltordnung:

 Ideologien sind zu unterschiedlich (Siehe Die Gegensätze USA und UdSSR)

Truman-Doktrin:

 Unterstützung von Völkern, die sich fremder Unterdrückung oder Machtübernahme widersetzen
 Folge: Containment-Politik (Eindämmungspolitik) der USA

Kominform:

 Kommunistisches Informationsbüro, Zusammenschluss aller kommunistischer Parteien

Marshall-Plan:

 European Recovery Program (ERP)


 Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA
 Finanz- und Wirtschaftshilfe für alle kooperierenden Staaten

NATO:

 North Atlantic Treaty Organization


 Militärisches Bündnis unter Führung der USA
 Umsetzung des Nordatlantikvertrages
 Gründungsmitglieder: Westblockstaaten: USA, Großbritannien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Island,
Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal
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49
Volksrepublik China:

 Kommunistischer Staat unter Führung von Mao Tse-tung (vorher: ärmster Staat der Welt ohne
zentrale Regierung)
 Unterstützung durch die UdSSR

Atomwaffen für die UdSSR:

 Erstmals ist die USA nicht im alleinigen Besitz der Atombombe


 Ein zu scharfer Konflikt mit der USA würde einen Atomkrieg und damit die eigene Vernichtung
bedeuten
 Beginn der Stellvertreterkriege

Korea-Krieg:

 Süd-Korea: „Republik Korea“: Unter dem Schutz der USA


 Nord-Korea: „Demokratische Volksrepublik Korea“: kommunistische Diktatur
 Unter ausdrücklicher Billigung Stalins greift Nord-Korea Süd-Korea an, um das Land unter
kommunistischer Herrschaft zu vereinen
 USA und andere westliche Staaten verteidigen Süd-Korea im Auftrag der UNO
 Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen USA und China (das ebenfalls Nord-Korea
unterstützt) wächst
 1953 wird die Teilung Koreas wiederhergestellt

Warschauer Pakt:

 Gegenstück zur NATO


 Militärisches Bündnis unter Führung der UdSSR
 Mitglieder: Ostblockstaaten: UdSSR, DDR, Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Ungarn,
Tschechoslowakei

Beitritt der BRD zur NATO:

 Notwendig, da DDR Mitglied des Warschauer Pakts

Vietnamkrieg:

 1954: Rückzug der französischen Kolonialmacht; Teilung Vietnams auf der Genfer Indochina-Konferenz
 Nordvietnam: Kommunistisch; Unterstützung des Guerillakriegs der „Nationalen Befreiungsfront“
(Vietcong) gegen Süd-Vietnam; Rüstungslieferungen und Militärberatung von China und der UdSSR
 Südvietnam: Prowestlich; Wirtschaftshilfe und Militärberatung von der USA
 1964: Angeblicher Angriff Nordvietnams auf amerikanische Kriegsschiffe; USA entsendet Truppen nach
Südvietnam; Bombardierung der Nachschubwege (Ho-Chi-Minh-Pfad) der Vietcong
 1965: Bombardierung Nordvietnams
 1969: Vorhaben scheitert; Präsident Nixon zieht langsam Truppen ab
 1973: Waffenstillstand mit Nordvietnam
 1974: Offensive Nordvietnams gegen Südvietnam
 1975: Kapitulation Südvietnams; ganz Vietnam wird kommunistisch

Kubakrise:

 Kuba: Karibikinsel nahe Florida; seit 1959 vom Sozialisten und Kommunisten Fidel Castro regiert

Seite
50
 UdSSR stationiert Mittelstreckenraketen auf Kuba (direkte Bedrohung der USA)
 USA mobilisiert Streitkräfte und fordert Abzug der Raketen
 UdSSR zieht Raketen ab; USA sichert zu, nicht auf Kuba zu intervenieren; USA zieht Raketen aus Türkei
ab (waren direkte Bedrohung für UdSSR)
 Beinahe Atomkrieg
 Wendepunkt im Kalten Krieg: Beide Seiten erkennen das hohe Risiko eines Atomkriegs; langsame
Annäherung auf Verhandlungsebene

Zusammenbruch der UdSSR:

 Ursachen: Fall der Berliner Mauer (1989); Unabhängigkeitserklärung Russlands und aller anderen
Sowjetrepubliken (1990)
 1991: Auflösung des Warschauer Pakts und der Sowjetunion
 Verwestlichung der nun autonomen Staaten

Die Gegensätze USA und UdSSR:

Führungs- Politik Gesellschaft Wirtschaft Soll verhindert Situation


macht werden
USA parlamentarisch, pluralistisch, marktwirtschaftlich, kommunistische politisch,
demokratisch, liberal, kapitalistisch Expansion militärisch und
liberal wirtschaftlich
stark;
demokratisches
Vorbild
UdSSR kommunistisch, kommunistisch planwirtschaftlich, kapitalistische Von 2.WK
Einparteienstaat sozialistisch Einkreisung geschwächt

Ideale Weltordnungen

Führungsmacht Ideale Weltordnung


USA Einheitlicher, freier Weltmarkt
Roosevelts 4 Freiheiten aus der Atlantik-Charta (1941):
 Selbstbestimmungsrecht der Völker bei der Wahl ihrer Regierungsformen
 Unabhängigkeit und Souveränität der einzelnen Staaten
 Wirtschaftliche Gleichberechtigung
 Verzicht auf Gebietserweiterung
UdSSR Sicherheitsbedürfnis
Geschwächte Wirtschaft wiederaufbauen
Weltmachtstellung der UdSSR erhalten und ausbauen
Ignorieren der Atlantik-Charta

Andere Staaten im Ost-West-Konflikt:

 Politisch-militärische Zusammenschlüsse mit Führungsmächten (Profit)


 „Organisation der Blockfreien“: eigenständig; fordern Gleichberechtigung aller Staaten; erfolglos

Ursachen für den Ost-West-Konflikt:

Aus sowjetischer Sicht:

 Meinung richten sich nach kommunistischer Partei


 USA = kapitalistisch = Feind = Urheber des Konfliktes

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51
Aus US-amerikanischer Sicht:

1. Ursache: aggressive Expansionspolitik der UdSSR


2. Ursache: Mitverantwortung der USA (militärisch Druck mit Atomwaffen, wirtschaftlich Druck mit
Forderung nach freiem Marktzugang)
3. Ursache: Wechselseitige Fehleinschätzungen der führenden Außenpolitiker aus USA und UdSSR

Sonstige wichtige Personen und Begriffe:

 Verwestlichung: Anlehnung an die USA und die EU (wirtschaftlich und politisch)


 Stellvertreterkrieg: Krieg, bei dem die konkurrierenden Staaten nicht direkt gegeneinander Schlachten
führen, sondern andere Staaten, die einen Konflikt mit dem konkurrierenden Staat haben, mit Waffen
etc. unterstützen
 Mao Tse-tung: Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas (1943-1976); Vorsitzender der
Zentralen Volksregierung (1949-1954); Staatspräsident der Volksrepublik China (1954-1959)
 Ho-Chi-Minh: Gründer der kommunistischen Unabhängigkeitsbewegung Vietminh gegen die französische
Kolonialherrschaft(1941); Proklamation der Demokratischen Republik Vietnam als ihr Präsident (1945); nach
Teilung bleibt Präsident Nordvietnams (1954); Unterstützer des Vietcongs im Kampf gegen die USA

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52
USA UdSSR
Jahr Präsident Außenminister Regierungschef Außenminister
Bis 1945 Roosevelt Stettinius Jr. Stalin Molotow
1945 Truman Byrnes
1946
1947 Marshall
1948
1949 Acheson Wyschinski
1950
1951
1952
1953 Eisenhower Dulles Malenkow Molotow
1954
1955 Bulganin
1956 Schepilow
1957 Gromyko
1958 Chruschtschow
1959 Herter
1960
1961 Kennedy Rusk
1962
1963 Johnson
1964 Kossygin
1965
1966
1967
1968
1969 Nixon Rogers
1970
1971
1972
1973 Kissinger
1974 Ford
1975
1976
1977 Carter Vance
1978
Seite
53
1979
1980 Muskie Tichonow
1981 Reagan Haig
1982 Shultz
1983
1984
1985 Ryschkow Schewardnadse
1986
1987
1988
1989 Bush sen. Baker

1945 – 1946 (Die Teilung Deutschlands)


Chronologie:

 1945
 Feb.: Konferenz von Jalta
 Mai: Bedingungslose Kapitulation Deutschlands
 Juli/Aug.: Konferenz von Potsdam

 1946
 Sept.: Zurückführung der Besatzungszonen zum Selbstbestimmungsrecht

Konferenz von Jalta:

 Teilnehmer: Roosevelt, Stalin, Churchill


 Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen
 Alliierte Kontrolle in Berlin
 Aufnahme Frankreichs als Besatzungsmacht
 Kooperativ

Konferenz von Potsdam:

 Teilnehmer: Truman, Stalin, Churchill


 Bekanntgabe von Atombombentests der USA
 UdSSR vertreibt Deutsche aus Polen und lehnt Verhandlungen darüber ab
 UdSSR fordert Reparationszahlungen für eigene Gebiete
 Ergebnis: „4 D“ für Deutschland (Demokratisierung, Denazifizierung, Demilitarisierung,
Dezentralisierung)
 Konfrontativ

Zurückführung der Besatzungszonen zum Selbstbestimmungsrecht:

 Initiiert durch US-Außenminister Byrnes

Ziele der Zonen:

Westliche Besatzungszone SBZ


 Frankreich will Deutschland schwächen  Kommunistisches System
(Angst vor Kriegen)  Deutscher Gesamtstaat
 Bizone/ Trizone
Seite
54
 Westdeutscher Staat  Sozialismus (Wirtschaft)
 Marshall-Plan (Wiederaufbau)  Anspruch auf Berlin (symbolisch)
 Anspruch auf Berlin (symbolisch)
 Wirtschaftlicher Wiederaufbau
 kommunistischer Gesamtstaat

1945 – 1949 (Gründung der BRD und DDR)


Chronologie:

Besatzungszone Entnazifizierung Politik Verfassung


kapitalistisch  demokratisch föderalistisch
kommunistisch scheindemokratisch zentralistisch
Westliche 1945: 1945: 1948:
- Nürnberger Prozesse - Gründung von Ländern - Frankfurter Dokumente
- Umgestaltung des - Neugründung von - Verfassungskonvent auf
Kultur und KPD, SPD, CDU und dem Herrenchiemsee
Bildungswesens CSU - Vorbereitung einer
1946: Währungsreform
- Kommunalwahlen: 1949:
Bildung von - Parlamentarischer Rat
Kommunalverwaltung - 8. Mai: Verabschiedung
en des GG
1947: - 23. Mai: Gründung der
- Jan.: Gründung der BRD
Bizone (USA + GB)

Sowjetische 1945: 1945: 1947:


(SBZ) - Juni: Gründung der - Juni: Zulassung - Verfassungen für Länder
SMAD politischer Parteien - Dez.: 1. Deutscher
- Personelle - Juli: Gründung des Volkskongress
Neubesetzungen Antifablocks 1948:
- Verurteilung von - Bildung von - März: 2. Deutscher
Staatsfeinden Zentralverwaltungen Volkskongress
1946: 1946: 1949:
- Geheime Aufnahme - April: Gründung der - Mai: 3. Deutscher
ehem. NSDAP- SED Volkskongress
Mitglieder in die SED - Sept.: Manipulierte - Okt.: Einführung der
Gemeindewahlen Verfassung der DDR
- Okt.: Freie Kreis- und
Landeswahlen

Seite
55
Nürnberger Prozesse:

 Internierung von Kriegsverbrechern (Milde)

Frankfurter Dokumente:

 Demokratische, föderalistische Verfassung

Verfassungskonvent auf dem Herrenchiemsee:

 Grundrisse eines Grundgesetzes

Parlamentarischer Rat:

 Ausarbeitung des Grundgesetzes

SMAD:

 Sowjetische Militäradministration
 Leitung der SBZ

Personelle Neubesetzungen:

 Kommunisten übernehmen wichtige politische Rollen

Verurteilung von Staatsfeinden:

 Nazis: Angehörige der SS, Gestapo und NSDAP


 Gegner des Kommunismus

Zulassung politischer Parteien:

 KPD wird von Anfang an bevorzugt

Antifablock:

 Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Partei


 Zusammenschluss von SPD, CDU und LDPD

Gründung der SED:

 SPD beim Volk beliebter als KPD


 Zwangsvereinigung der SPD mit der KPD
 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

Manipulierte Gemeindewahlen:

 SED gewinnt durch Manipulation

Freie Kreis und Landeswahlen:

 LDPD und CDU bekommen meiste Stimmen


 Ohne Manipulation

Verfassungen für Länder:

 Staatliche Lenkung der SED

Seite
56
1. Deutscher Volkskongress:

 Verlangt deutsche Einheit von westlicher Besatzungszone

2. Deutscher Volkskongress:

 Bestimmt 1. Volksrat
 Volksrat entwirft Verfassung

3. Deutscher Volkskongress:

 Bestimmt 2. Volksrat
 Volksrat wird zur provisorischen Volkskammer

1950 – 1980 (BRD und DDR)


Chronologie:

BRD
DDR

 1950er
 Westbindung der BRD
 „Politik der Stärke“
 Ablehnung des DDR-Regimes
 Alleinvertretungsanspruch für Gesamtdeutschland
 Forderung gesamtdeutscher Beratung
 1953: Aufstand in der DDR
 Wiedervereinigungsrhetorik vs. Stabilisierung und Konsolidierung

 1960er
 1961: Bau der Berliner Mauer
 1967: Erklärung der Realitätsferne der Vereinigung
 Völkerrechtliche Aufwertung der DDR
 1964-1968: Maßnahmen zur Erschwerung innerdeutscher Kontakte
 1969: Forderung der DDR für diplomatische Beziehungen mit der BRD
 Festhalten am Alleinvertretungsanspruch der BRD
 Vorsichtiger Wandel zu intensiverem innerdeutschem Kontakt

 1970er
 Entspannung des Ost-West-Konflikts auch in Deutschland
 „Entspannungspolitik“ der BRD
 Sep. 1971: Viermächteabkommen
 Dez.: 1971: Transitabkommen
 1972: Verkehrsvertrag; Grundlagenvertrag
 1973: Aufnahme der BRD und DDR in die UNO
 1974: Abkommen über Gesundheits- und Finanzprobleme
 1975-1980: Abkommen über die Verbesserung des Transitverkehrs nach Berlin
 1978: Festlegung des genauen Grenzverlaufs

Seite
57
 1979: Abkommen über die Erweiterung des „kleinen Grenzverkehrs“; Erschwerung der
Berichterstattung westlicher Korrespondenten
 Stärkung der Opposition in der DDR

 1980er
 1980: Erhöhung des Devisen-Zwangsumtauschs
 1983/ 1984: Bürgerschaft für Milliardenkredite an die DDR
 Mai 1986: Kulturabkommen
 BRD betont Unterschiede zwischen BRD und DDR

Die Westbindung der BRD:

 Politische, militärische und wirtschaftliche Integration der BRD in die westeuropäische und
atlantische Staatengemeinschaft

„Politik der Stärke“:

 Überzeugung der BRD von ihrer eigenen politisch-ökonomischen Überlegenheit und der
demokratischen Anziehungskraft der westlichen Gesellschaft
 Folge: Selbstbewusste Deutschlandpolitik
 Erwartung: Destabilisierung der DDR durch starken und attraktiven Weststaat
 Ziel: Zusammenbruch des kommunistischen Systems oder Aufgabe des DDR-Regimes der UdSSR

Ablehnung des DDR-Regimes:

 Fehlende demokratische Legitimation durch freie und geheime Wahlen

Alleinvertretungsanspruch für Gesamtdeutschland:

 Außenpolitisch: Hallstein-Doktrin (1955)


 Verbot jeglichen formellen Kontaktes mit der Regierung der DDR
 Verweigerung von Gesprächen durch Adenauer

Forderung gesamtdeutscher Beratung:

 Von BRD abgelehnt, da dies eine politische Anerkennung der DDR bedeuten würde

Aufstand in der DDR:

 Zeigt, dass die SED über keine Massenbasis verfügt

Wiedervereinigungsrhetorik vs. Stabilisierung und Konsolidierung:

 Wiedervereinigungsrhetorik: DDR bekennt sich öffentlich zur Wiedervereinigung in einem


einheitlichen demokratischen (und kommunistischen) Deutschland
 Stabilisierung und Konsolidierung: Soll Bevölkerung von guten Absichten der DDR überzeugen; soll
Unterstützung der Bevölkerung sichern

Bau der Berliner Mauer:

 „Zementiert“ die deutsche Teilung


 Materielle Lossagung der DDR von der Wiedervereinigung

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Erklärung der Realitätsferne der Vereinigung:

 Durch Walter Ulbricht


 Vereinigung erst im Sozialismus möglich

Völkerrechtliche Aufwertung der DDR:

 Ausbruch aus diplomatischer Isolierung


 Stattdessen Aufwertung der DDR für sich allein

Maßnahmen zur Erschwerung innerdeutscher Kontakte:

 Sollen BRD zeigen, dass allein die völkerrechtliche Anerkennung der DDR die Folgen der deutschen
Teilung mindern können
 Nov. 1964: Einführung eines zwangsweisen Devisenumtauschs für Besuchsreisen in die DDR
 Jan. 1967: Einstellung der Mitarbeit im alliierten Abrechnungsbüro für den innerdeutschen Post- und
Fernmeldeverkehr
 Feb. 1967: „Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR“; Aufhebung der einheitlichen deutschen
Staatsbürgerschaft
 Juni 1968: Einführung eines Reisepasszwanges, von Ein- und Ausreisevisa und von
Tagesaufenthaltsgenehmigungen für den Besuch von (Ost-)Berlin

Forderung der DDR für diplomatische Beziehungen zur BRD:

 Öffentliche Forderung für diplomatische Beziehung mit Botschafteraustausch


 Zugeständnisse der DDR bei Reisemöglichkeiten als Hebel ihrer Anerkennungsforderungen

Vorsichtiger Wandel zu intensiverem innerdeutschem Kontakt

 Diskussionen über deutschlandpolitische Prinzipien


 Große Koalition (1966-1969) unter Bundeskanzler Kiesinger leitet vorsichtigen Wandel ein
 Ziel: Größere Freizügigkeit zwischen den Teilstaaten; verstärkte wirtschaftliche und verkehrspolitische
Zusammenarbeit; Vereinbarungen zum wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Austausch

„Entspannungspolitik“ der BRD:

 Neue Deutschlandpolitik der sozial-liberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt


 Erste Gipfeltreffen zwischen Brandt und Willi Stoph

Viermächteabkommen:

 Auch Berlinabkommen
 Zwischen den Besatzungsmächten (USA, GB, F, RUS)
 Festlegung des Rechtsstatus Berlins und des Zugangs zu West-Berlin

Transitabkommen:

 Erstes Abkommen der DDR und BRD auf Regierungsebene


 Erleichterung des Personen- und Güterverkehrs zwischen West-Berlin und BRD

Verkehrsvertrag:

 Ermöglichung von Reisen in den jeweils anderen Staat unter Auflagen

Grundlagenvertrag:

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 Festlegung von Grenzen
 Festlegung der Zweistaatlichkeit Deutschlands
 Verzicht auf Gewaltanwendung
 Vereinbarung auf gute Nachbarschaft
 Folgen: Innerpolitische Auseinandersetzungen in der BRD (Vorwurf: man hätte die DDR damit als Staat
anerkannt)

Aufnahme der BRD und DDR in die UNO:

 Gleichberechtigte Teilnahme an internationalen Konferenzen (z.B. KSZE)


 DDR wird Mitglied der internationalen Staatenwelt

Erschwerung der Berichterstattung westlicher Korrespondenten und Erhöhung des Devisen-


Zwangsumtauschs:

 Soll innenpolitische Probleme lösen


 Hat Ernüchterung auf westdeutscher Seite sowie Stagnation der innerdeutschen Beziehungen zufolge

Stärkung der Opposition in der DDR:

 Kehrseite der Entspannungspolitik


 Opposition fordert Liberalisierung der SED-Herrschaft und größere Feizügigkeit
 Verlangen vieler DDR-Bürger nach Übersiedlung in die BRD

Bürgerschaft für Milliardenkredite an die DDR:

 Vertrauensmaßnahme vonseiten der BRD


 Finanzielle Großzügigkeit trägt zur Stabilisierung der DDR-Wirtschaft bei (kommt also auch der
Bevölkerung zugute)

Kulturabkommen:

 Zusammenarbeit der Teilstaaten in Kultur, Kunst, Bildung und Wissenschaft

Unterschiede zwischen BRD und DDR vonseiten der BRD:

 Freiheit und Verwirklichung der Menschenrechte (BRD) vs. Unfreiheit und fehlende Umsetzung der
Menschenrechte (DDR)

Sonstige Personen und Begriffe:

 Hallstein-Doktrin: Doktrin der BRD; diplomatische Beziehungen eines dritten Staates zur DDR führen
zum Abbruch diplomatischer Beziehung zwischen diesem Staat und der BRD; Erste Anwendung 1957 in
Jugoslawien
 Konsolidieren: Etwas in seinem Bestand festigen (hier: dafür sorgen, dass die DDR nicht
auseinanderfällt)
 Walter Ulbricht: 1949 – 1960 Stellvertretender Ministerpräsident der DDR; 1960-1973 Vorsitzender
des Staatsrats der DDR; Veranlassung des Baus der Berliner Mauer; Aufbau des Sozialismus in der DDR
 Kurt Georg Kiesinger (CDU): Früher NSDAP-Mitglied; 1966-1969 Bundeskanzler der BRD; Einsatz für
„menschliche Erleichterung“ innerhalb von Deutschland
 Willy Brandt:
 Willi Stoph:
 UNO:

Kurzzusammenfassung der Chronologie:


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 1950er: BRD und DDR im Streit; DDR will gesamtdeutschen Staat, BRD nicht
 1960er: DDR hat sich mit Teilstaat abgefunden, baut eigenes Ansehen aus; BRD beginnt auf Diplomatie
mit DDR einzugehen
 1970er: Zahlreiche Abkommen zur Erleichterung innerdeutscher Beziehungen; hat innenpolitische
Probleme in der DDR zur Folge; DDR erschwert Beziehungen wieder
 1980er: Weitere Annäherung der Teilstaaten, aber bestehende Differenzen

1970 – 1990 (Wiedervereinigung)


Chronologie:

 1970er
 KSZE-Prozess
 1980er
 Reformpolitik der UdSSR
 1988
 Zurücknahme der Breschnew – Doktrin

 1989
 7. Mai: Kommunalwahlen
 Sommer: Massenflucht; Bürgerrechtsgruppen; neue Parteien
 Juni: Debatte über den Stalinismus
 Sept.: Gründung einer sozialdemokratischen Partei
 7. Okt.: Feier zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung
 9. Okt.: Leipziger Montagsdemonstration
 18. Okt.: Zwangsrücktritt Erich Honeckers
 9. Nov.: Fall der Berliner Mauer
 Dez.: Der „Runde Tisch“

 1990
 18. März: Neuwahlen
 März: Umgestaltung volkseigener Betriebe
 Juli: Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
 31. Aug.: Einigungsvertrag
 12. Sept.: Zwei-plus-Vier-Vertrag
 Okt.: Wiedervereinigung
 28. Nov.: „Zehn-Punkte-Programm“

KSZE – Prozess:

 Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa


 Vergrößerung der Handlungsspielräume der Opposition in der DDR

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Reformpolitik:

 Durch Michail Sergejewitsch Gorbatschow (Staatschef der UdSSR)


 Perestroika (Umbau des Systems der UdSSR)
 Glasnost (Transparenz der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung)

Breschnew – Doktrin:

 Begrenzt Souveränität sowjetischer Staaten auf das „Interesse der sozialistischen Gemeinschaft“
 Folgen der Aufhebung: Sowjetische Truppen stehen nicht mehr für innenpolitische Repression zur
Verfügung; erhöhte Protestaktivitäten in der Bevölkerung

Kommunalwahlen:

 Bürgerrechtsgruppen weisen den Machthabern Wahlmanipulationen nach


 Wachsendes Selbstbewusstsein der Opposition

Massenflucht:

 Tausende Flüchtlinge nach Budapest, Warschau und Prag


 Jeweilige Staaten erleichtern/erlauben die Flucht

Debatte über den Stalinismus:

 „Initiative Frieden- und Menschenrechte“


 öffentlich

Sozialdemokratische Partei:

 Gründungsaufruf: 12. Sept. 1989


 Zulassung durch das „Neue Forum“ : 19. Sept. 1989

Feier zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung:

 Organisatoren: SED
 Feier des Sieges des Sozialismus mit großem Aufwand
 Verleugnung einer Krise im System

Leipziger Montagsdemonstration:

 Teilnehmer: ca. 70.000 Menschen


 Demonstration trotz Gerüchten über Einsatz der Volksarmee
 Bürger fürchten Staatsmacht nicht mehr

Zwangsrücktritt Honeckers:

 Soll Reformfähigkeit der SED demonstrieren


 Nachfolger Egon Krenz: genauso wenig reformfähig

Fall der Berliner Mauer:

 nachts und unerwartet


 Anlass: beiläufige Mitteilung der SED bezüglich eines neuen, freien Reisegesetzes
 Folgen: Öffnung der DDR- Grenzen in Ost-Berlin; nationales Zusammengehörigkeitsgefühl

Der „Runde Tisch“:

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 Art Ersatzparlament (polnisches Vorbild)
 Gründer: Neues Forum, Sozialdemokratische Partei, Blockparteien
 Dez. 1989: Streichung der führenden Rolle der SED aus der Verfassung
 28. Jan. 1990: Eintritt von Vertretern der Opposition in die Modrow-Regierung
 18. März 1990: Termin für Neuwahlen

Neuwahlen:

 „Allianz für Deutschland“ gewinnt mit 48%


 Ziele: rasche Wiedervereinigung; zügige Einführung der sozialen Marktwirtschaft
 12. April 1990: Lothar de Maizière als Ministerpräsident  Koalitionsregierung

Umgestaltung volkseigener Betriebe:

 Durch die Treuhandanstalt


 Privatisierung, Sanierung oder Stilllegung besagter Betriebe

Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion:

 Übernahme großer Teile der Wirtschafts- und Rechtsordnung der BRD


 Einführung der D-Mark

Einigungsvertrag:

 Zwischen BRD und DDR (Durch Wolfgang Schäuble und Günter Krause)
 Folgen:
 24. Sept 1990: DDR verlässt Warschauer Pakt
 2. Okt. 1990: Auflösung der Volkskammer

Zwei-plus-Vier-Vertrag:

 Vertrag zwischen den Siegermächten des 2. WK in Moskau


 Zwei (BRD und DDR) + Vier (USA, GB, F und UdSSR)
 Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland
 Volle Souveränität für Deutschland
 Zustimmung für Wiedervereinigung
 Aufnahme Deutschlands in den Europarat, das westliche Bündnis und die EG

Wiedervereinigung:

 Offiziell, feierlich
 Heute: Nationalfeiertag (Tag der deutschen Einheit)

„Zehn-Punkte-Programm“:

 Programm der BRD zur schrittweisen Überwindung der Teilung Deutschlands

Ursachen für den Zusammenbruch der DDR:

 KSZE-Prozess
 Reformpolitik
 Zurücknahme der Breschnew Doktrin
 Unzufriedenheit in der Bevölkerung (Wirtschaftliche und soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit,
Lebensmittelnot, etc.)
 Nachweis von Wahlmanipulationen bei Kommunalwahlen
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