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Herkunft des Wortes

Das Wort Hut stammt von mittelhochdeutsch Huot ab und bedeutete ursprünglich Decke
oder Schutz (im Sinne von Obhut), wurde dann aber spezieller in der Bedeutung
Kopfbedeckung verwendet. Es entstand aus einer indogermanischen Wurzel *kadh- oder
*skad- („schützende Bedeckung“; so noch in Sanskrit chad) durch Verlust des eventuellen
„s“-Anlautes und Lautverschiebung des an- und auslautenden Konsonanten.[1]

Die feminine Form (mhd. huote) bezeichnet dagegen Aufsicht, Fürsorge, Schutz im
Allgemeinen, vgl. hüten. Diese wurde unter anderem in Bezug auf Lehnsverhältnisse, die
Bewachung von Frauen (siehe huote-Exkurs in Tristan), aber auch militärische Wachen
verwendet. Daraus entwickelte sich die Redensart „auf der Hut sein“.[2]

Umgangssprachlich gab und gibt es verschiedene Bezeichnungen für einen Hut: Deckel,
Dohle, Dunstkiepe, Zivilhelm, Resedatopf, der Zylinderhut; außer Angströhre auch
Aalkasten, Wichskasten, Ofenrohr, Rußmütze, Gottesackerlaterne oder Fünfliterhut.[3]
Material

Hüte können aus verschiedensten Materialien hergestellt werden, zum Beispiel aus Filzen
von Schafwolle, Kaninchenhaar, Biberhaar und Kaschmirwolle sowie, heutzutage seltener,
aus Nutriahaar,[4][5] oder es werden den Filzen andere Tierhaare zugemischt, zum Beispiel
vom Chinchilla oder Nerz[6][7], selten wird Guanaco, Rothirsch (Cervelt)[8], Vikunja oder
Mohair verwendet. Ein spezieller Wollfilz ist der „Antilopenfilz“, er besteht nicht aus
Antilopenhaar, sondern bezeichnet eine besonders dichte Wollfilzart.[9] Man unterscheidet
bei Filzen glatte Filzsorten, sowie aufgerauhte Peachbloom/Velours und langhaarige
Melousine.[10] In Amerika wird die Filzqualität auch mit dem sogenannten X-Wert
angegeben. Dies ist jedoch keine eindeutig vergleichbare Angabe, da jeder Huthersteller
seine eigenen Werte hat.[11]

Bei Filzhüten wird weiter unterschieden zwischen normalen (mit vorgepressten Formen) und
falt- und rollbaren Qualitäten. Hier gibt es verschiedene bekannte Markennamen für diese
Filzqualitäten Litefelt®, Pliofelt® (Akubra), Vitafelt® (Stetson), wobei falt- und rollbar nicht
dasselbe ist.[12]

Außerdem können Hüte auch aus Baumwoll-, Leinen- und Hanfstoffen und verschiedenen
Stroharten sowie Papierarten, Chemiefasern oder Leder bestehen. Ferner unterscheidet
man bei Stoffhüten die Webart und bei Strohhüten die Flechtart eines Hutes. Eine spezielle
Hutart ist der brasilianische „Tarp-Hut“, dieser besteht aus recyclierten LKW-Planen.[13]

Speziell Wollfilzhüte, aber auch Hüte aus Stroh und anderen Materialien können gesteift
oder unversteift ausgeführt sein. Um die Materialien Wollfilz, Stroh etc. steifer zu machen
werden verschiedene Versteifungsmittel beziehungsweise Festiger verwendet. Traditionell
wurde Schellack (oft raffiniert, gebleicht) alleine oder in diversen Mischungen, mit zum
Beispiel Borax, Kolophonium und Copal benutzt. Es wurde auch Traganth, Kirschgummi und

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