Sie sind auf Seite 1von 3

Montag 14.10.

2020, 10-12 Uhr

1. Sitzung

Zusatzwissen Literatur:
- Stefanie H.: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschunf (Kohlhammer)
- Jens B. Asendorpf: Persönlichkeitspsychologie für Bachelor (Springer)

- Eigenschaften der Menschen lassen sich aus universeller (alle gleich) , differentieller (manche gleich)
oder spezieller (niemand gleich) Perspektive betrachten
- speziell Bsp.: untersuchen, wie Einstein zu so viel Erfolg gekommen ist: seine eigene Biografie
betrachten (=einzigartig)

- Persönlichkeit = Gruppe von Eigenschaften, die ein Profil über die Persönlichkeit eines Menschen
erstellen
- früher: Persönlichkeit als ganzer Charakter inkl Werte, Temperament
- Literatur: Dr. Franziska Baumgarten: Die Charaktereigenschaften (1933)
- heute: Persönlichkeit im engeren Sinne, typische Verhaltensweisen (z.B. extravertierte Menschen
verhalten sich typischerweise kommunikativer)
- also 2 unterschiedliche Sichtweisen:
- a) Persönlichkeit = Temperament + Intelligenz
- b) Persönlichkeit = Temperatment (ohne Fähigkeiten)
- Temperament = typisches Verhalten (z.B. Geselligkeit, Impulsivität)
- Intelligenz = Fähigkeiten

- Persönlichkeit aus verschiedenen Facetten: Fähigkeit, Temperament, Charakter, Affekt, Motivation,


Interessen
- Fähigkeit: messbar durch z.B. allgemeine Intelligenz (G), Primary mental abilities (PMA), 3-stratum-
model
- Temperament: messbar durch z.B. Eysenck (PEN), Big Five (FFM), Cattell (16PF), viele Einzelmerkmale
(Menschen, die zum Autounfällen neigen, haben oft das Einzelmerkmal des "sensation seeking",
Menschen mit hohem Scheidungsrisiko haben oft Einzelmerkmal des "experience-seeking")
-Kreativität entspringt aus Temperament und Fähigkeit: (z.B. wie flexibel und kreativ kann ich mich auf
Situationen anpassen? hat Temperamenz-Ebene sowie Fähigkeits-Ebene)
- Emotionale Intelligenz (und auch Humor) entspringt ebenfalls aus Temperament und Fähigkeit, hat also
beide Komponenten

- Persönlichkeit durch Genetik sowie Umweltfaktoren beeinflusst


- Prozesse der Persönlichkeit durch biologische sowie soziale Faktoren beeinflusst
- Persönlichkeitsstruktur wird kulturell beeinflusst
- Persönlichkeitsmerkmale können bei Tieren und Menschen ähnlich sein (z.B. spontanes Lächeln
Menschen-Säuglinge vs. Makaken-Säuglinge)
- Persönlichkeit beeinflusst das Verhalten im Alltag (z.B. Extravertierte Menschen pflegen mehr Kontakte
auf Arbeit)
- Persönlichkeitsmerkmale können sich über die Lebensspanne verändern
- Gruppenunterschiede von Persönlichkeitsmerkmalen (z.B. Geschlecht, soziale Schicht, Nation, Religion,
Sternzeichen,...)

- Differentielle Psychologie = Lehre vom unterschiedlichen Verhalten und Erleben, seinen Ursachen und
Konsequenzen

- Persönlichkeitspsych vs. Differentielle Psych: Persönlichkeitspsychologie ist umfangreicher


- Differentialsychologie: Beschaffenheit von Merkmalen, Ausmaß der Differenzen, wechselseitige
Abhängigkeit der Merkmale, Ursache von Differenzen, Beeinflussbarkeit

- z.B. Müller-Lyer'sche Täuschung


- allgemeine Psych: die Menschen lassen sich durch die optische Verzerrung täuschen
- diff Psych: Personen sind unterschiedlich stark täuschungsanfällig bei dieser Aufgabe: untersucht von
welchen Faktoren das abhängt (z.B. Extraversion, Schulbildung,...), untersucht interindividuelle
Unterschiede

- Individuelle Differenzen auch bei Tieren möglich: z.B. Schimpansen können unterschiedlich freundlich
oder Aggressiv sein ; Pawlow Konditionierung unterschiedlich je nach Stärke des Nervensystems des
Hundes

- Intelligenzalter durch Staffeltests


- IA = GA + (kx12 / n)
- IA = Intelligenzalter ; GA = Grundalter bis zu dem alle AUfgaben gelöst werden müssen ; k = Anzahl
gelöster Aufgaben in höheren Altersgruppen ; n = Anzahl der Aufgaben pro Altersgruppe
- Kritik: starke sprachliche Ausrichtung ; geht davon aus dass mit 15 Jahren Intelligenz vollständig ;
Gleichbehandlung der Aufgaben (wenn 9-jähriges Kind eine Aufgabe für 10-jährige lösen kann, ist es
genauso viel wert wie wenn es Aufgabe für 12-jährige löst), kein sinnvoller Vergleich zwischen
Altersgruppen

- William Stern: Intelligenzkoeffizient IQ (ältere Version)


- IQ = (IA / LA) x100 (Intelligenzalter durch Lebensalter mal hundert)
- Kritik: setzt lineare Leistungszunahme mit steigendem Alter voraus ; keine Berücksichtigung der
Variablität des Mittelwerts + Standardabweichung

- Stern: 4 Zugänge: Variationsforschung (Ausprägung einzelner Merkmale an einer Person),


Korrelationsforschung (2 Merkmale in Abhängigkeit voneinander), Psychographie,
Komparationsforschung
- Variationsofrschung: Untersuchung der Verteilung eines Merkmals
- Psychographie = Profil einer Person
- Komparationsoforschung: Vergleich zwischen mehreren Personen
Zusammenfassung:
universelle, differentielle, spezifische Perspektive
Persönlichkeit früher vs heute
Temperament, Intelligenz
Facetten der Persönlichkeit
Einflüsse der Persönlichkeit
Allg. Psych vs Diff. Psych
Intelligenzalter + Kritik
IQ nach Stern + Kritik
4 Zugänge zur Differentialpsychologie nach Stern