Sie sind auf Seite 1von 1

Fridays for Future in Leipzig: Menschen erhielten Geld für

Auftritt auf Klimademo


welt.de/politik/deutschland/article204001712/Fridays-for-Future-in-Leipzig-Menschen-erhielten-Geld-fuer-
Auftritt-auf-Klimademo.html

Ein Verein hat Menschen für ihre Teilnahme an dem Klimastreik von Fridays for Future
am vergangenen Freitag in Leipzig bezahlt. Für die Statisten wurden schwarze Kleidung
und weiße Masken gestellt sowie vorbereitete Schilder. Die Teilnehmer erhielten für
ihren Auftritt 50 Euro, sie standen dafür ab 13 Uhr mit den Protestplakaten schweigend
vor dem Verwaltungsgericht Leipzig und gingen dann ab 15 Uhr mit der Demo mit. Das
berichtet unter anderem die „Leipziger Volkszeitung“.

Die Arbeit der Statisten war dem Bericht zufolge gegen 17.30 Uhr beendet. Gesucht
wurden laut der in einem Jobportal geschalteten Anzeige zehn bis zwölf Menschen, so
viele sind auch auf den Fotos und Videos des Vereins zu sehen.

Der Job wurde von dem Verein NuKla, das steht für Naturschutz und Kunst Leipziger
Auwald, ausgeschrieben. Vereinssprecher Wolfgang Stoiber bestätigte in einem
Gespräch mit WELT, dass Menschen für den Auftritt bezahlt wurden, widersprach aber,
dass es sich um Demonstranten handelte. „Wir haben keine Demonstration, sondern
Kunst gemacht“, sagt er. Dafür habe man die große Bühne der Demonstration genutzt.
Der Verein NuKla würde seit Langem verschiedene Kunstprojekte wie Konzerte und
Bilderausstellungen in der Region initiieren.

Es gehe um Aufmerksamkeit für ein sehr wichtiges Thema, den bekannten Leipziger
Auwald, so Stoiber. „Wir sind kein normaler Naturschutzverein, sondern Unternehmer,
die sich zusammengetan haben“, sagt er. Die Vereinsmitglieder möchten Kunst, Ökologie
und Ökonomie zusammenbringen. Der Verein wendet sich laut dem Vereinschef
dagegen, was als Waldverjüngung zum Wohle der Biodiversität gilt.

„Seit Jahren werden alte Bäume aus dem Auwald entnommen, was den Lebensraum von
streng geschützten Arten zerstört.“ Auch eine Neuanpflanzung von jungen Bäumen
würde diesen Schaden nicht beheben. Der Verein habe bereits die Stadt Leipzig verklagt
und wegen der Baumfällungen den sächsischen Stadtforst bei der Staatsanwaltschaft
angezeigt.

Auf den Schildern der Statisten stand deshalb „Baum-Fällungen stoppen“ und „Wir
retten den Auwald“. Die Vereinsmitglieder selbst wollten an der sogenannten
Kunstaktion nicht beteiligt sein. Sie seien schon älter und wollten lieber als
Ansprechpartner in der Nähe stehen, hatte Stoiber in einem anderen Interview gesagt.

1/1