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Unterschiedliche Behandlungsmechaniken

S. Sato
in der orthodontischen Korrektur von Klasse-II- M. Kaneko
und Klasse-III-Malokklusionen mit offenem Biss K. Sasaguri

Different Treatment Mechanics for Orthodontic Correction of Class II and Class III
Originalarbeit

Open Bite Malocclusions

Zusammenfassung Abstract

Der Artikel befasst sich mit der hyperdivergenten und hypodi- This paper deals with Class III malocclusions of the hyperdiver-

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vergenten Klasse III bzw. Klasse II mit offenem Biss. Der Einsatz gent and hypodivergent type and with Class II malocclusions
der Multiloop-Edgewise-Archwires mit unterschiedlichem Aus- with open bite respectively. The use of multiloop edgewise arch-
maß der Tip-back-Aktivierung und die kurzen intermaxillären wires (MEAW) with different tip back mechanics and short inter-
Gummizüge beeinflussen dabei primär die Okklusionsebenen- maxillary elastics primarily effects the inclination of the occlusal
neigung und ermöglichen damit eine mandibuläre Reposition. plane and allows the reposition of the mandible. Leveling the
Der Schlüssel zur Stabilität der korrigierten Okklusion liegt dabei teeth in a correctly inclined occlusal plane is the key to stability
in der Einstellung der Dentition bei korrekter Okklusionsebene. of the adjusted occlusion.

Schlüsselwörter Key words


Klasse-II-Malokklusion · Klasse-III-Malokklusion · offener Biss Class II malocclusion · Class III malocclusion · open bite

100

Vorwort tion, der Kiefergelenksfunktion, des Gleichgewichtes sowohl


vom Kiefer- und Gesichtsskelett als auch vom Schädel sowie
Warum der offene Biss mit mandibulärer Hyperdivergenz bei von der Muskelaktivität steht. So betrachtet ist es sehr fraglich,
Menschen häufig auftritt, ist nicht einfach ein dentologisches ob die wesentliche Funktionsrestitution nur durch die Extrak-
Problem sondern auch eine Frage der menschlichen Evolution. tion oder chirurgische morphologische Korrektur errungen wer-
In der Geschichte der Kieferorthopädie wurde diese Frage immer den kann. Noch dazu ist die chirurgische Behandlung eine Maß-
wieder aufgeworfen, dennoch haben wir keine klare Antwort da- nahme mit ständigem Risiko, die von Patientenseite aus mög-
rauf. Deshalb kann keine präzise Behandlungsmethode erstellt lichst vermieden werden soll. Der hyperdivergente offene Biss
werden, und es werden weiterhin Palliativbehandlungen wie ist eine Malokklusion, bei der die chirurgische Behandlung am
sinnlose Extraktion oder die kombinierte Behandlung mit chi- häufigsten angewendet wird, da es heute noch keine präzise kie-
rurgischen Eingriffen durchgeführt. ferorthopädische Behandlungsweise gibt. Vor 20 Jahren er-
forschten Ellis et al. [1, 2] das charakteristische Merkmal der
Der Zustand der Hyperdivergenz („high angle“) beinhaltet nicht Okklusionsebene von Unter- und Oberkiefer und der anteropos-
nur die mandibuläre Hyperdivergenz, sondern auch ein Problem, terioren Unterkieferlage bei Klasse II und Klasse III mit offenem
das im Zusammenhang mit Funktionen wie der maxillären Posi- Biss. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Problem in der antero-

Institutsangaben
Department of Craniofacial Growth and Development, Kanagawa Dental College, Japan

Korrespondenzadresse
Prof. Dr. Sadao Sato · Department of Craniofacial Growth and Development Dentistry ·
Kanagawa Dental College · 82 Inaoka cho · Yokosuka · Kanagawa · Japan · E-mail: satos@kdcnet.ac.jp

Bibliografie
Inf Orthod Kieferorthop 2005; 37: 100–111 · © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
DOI 10.1055/s-2005-836574
ISSN 0022-0336
posterioren Abweichung des Ober- und Unterkiefers liegt, und
daher eine chirurgische Behandlung notwendig ist. Anderseits
behandelte Kim [3 – 5] zahlreiche Patienten mit offenem Biss er-
folgreich ohne chirurgische Maßnahmen, also nur durch ortho-
pädische Korrektur, durch die Änderung der Okklusionsebene
des Ober- und Unterkiefers mit dem von ihm selbst entwickelten
Multiloop-Edgewise-Archwire (MEAW). Wir haben auch erlebt,
dass die Behandlung durch Rekonstruktion der Okklusionsebene
mit MEAW nicht nur bei offenem Biss, sondern auch bei vielen
anderen Malokklusionen ohne chirurgische Maßnahme möglich
ist und darüber berichtet [6 – 13]. Wir stoßen aber noch manch-
mal auf offene Bisse, bei denen die Behandlung klinisch sehr
schwierig ist. Die meisten davon sind hyperdivergente Klasse-II-
Fälle mit offenem Biss. Es gibt heute noch keine klare Orientie-

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rung, wie man einen offenen Biss der Klasse II und III kiefer-
orthopädisch behandeln soll.
Abb. 1 Messung bezüglich der Relation zwischen der Okklusionsebe-
ne und der anteroposterioren Position der Mandibula. Kephalometri-
Unsere Pflicht als Zahnmediziner ist, die grundsätzliche Ursache
sche Messung bezüglich der Okklusionsebene: OP(C) konventionelle
dieser Malokklusionen herauszufinden und darauf basierend Okklusionsebene, OP(A) anteriore Okklusionsebene, OP(P) posteriore
präzise Behandlungsmethoden sicherzustellen. Der Zweck des Okklusionsebene, UOP obere Okklusionsebene, LOP untere Okklu-
vorliegenden Beitrags besteht darin, unseren Versuch der kiefer- sionsebene.

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orthopädischen Behandlung des skelettal-morphologisch unter-
schiedlichen hyperdivergenten offenen Bisses vorzustellen, und
zur künftigen Forschungsweiterführung auf diesem Gebiet bei-
zutragen.

Charakterisierung des offenen Bisses und Überlegung


zur Behandlung

Mit der Bezeichnung „offener Biss“ werden in Wirklichkeit man-


nigfältige skelettale Zustände, wie die mit mandibulärer Progna-
thie oder mit mandibulärer Retrognathie bezeichnet. Therapeu- 101
tische Richtlinien und Vorgehensweisen hängen vom skelettalen
Zustand ab. Daher ist bei der Diagnose des offenen Bisses dessen
genaue Charakterisierung sehr wichtig.
Abb. 2 Korrelation zwischen der oberen posterioren Okklusionsebene
Unter dem so genannten „high angle“ versteht man im Allgemei- UOP(P) und der anteroposterioren Kieferrelation (PP-AB). Die Abfla-
nen eine Hyperdivergenz durch die Rückwärtsrotation der Man- chung der posterioren Okklusionsebene UOP(P) lässt eine skelettale
Klasse III entstehen, und die steile posteriore Okklusionsebene UOP(P)
dibula. Beobachtet man den offenen Biss genau, so zeigt sich oft eine skelettale Klasse II.
etwas anderes als die einfache Rückwärtsrotation der Mandibu-
la. Es hängt von der Okklusionsebene ab, ob sich der Unterkiefer
vor- oder rückwärts dreht. Nach unseren Forschungsergebnissen
[14 – 20] (Abb. 1 – 3) ist die Neigung der Okklusionsebene im pos-
terioren Bereich (UOP-P oder „upper occlusal plane – posterior“)
der wichtigste Faktor, die mandibuläre Hyperdivergenz beson-
ders zu beeinflussen. D. h. je steiler die Okklusionsebene wird,
desto mehr dreht sich der Unterkiefer rückwärts, und es entsteht
eine Klasse II mit offenem Biss. Je flacher hingegen die Okklu-
sionsebene wird, desto mehr dreht sich der Unterkiefer vor-
wärts, und es kann ein Klasse III offener Biss entstehen (Abb. 2).
Des Weiteren gilt, je steiler die Okklusionsebene wird, desto grö-
ßer wird die Hyperdivergenz der Mandibula, und hingegen je fla-
cher die Okklusionsebene wird, desto kleiner wird der Mandibu-
larebenenwinkel (Abb. 3).

Aus der praktischen Beobachtung des Wachstumsverlaufs vom Abb. 3 Korrelation zwischen der oberen posterioren Okklusionsebene
UOP(P) und Untergesichtshyperdivergenz (PP-MP). Die Abflachung der
Klasse II hyperdivergenten offenen Biss ersichtlich vergrößert posterioren Okklusionsebene UOP(P) steht in Relation mit der Unter-
sich der okklusale Vertikalabstand im Moralenbereich nicht viel, gesichtsschließung und die steile posteriore Okklusionsebene UOP(P)
und die Okklusionsebene verläuft steiler. Darauf folgend tritt der mit der Untergesichtshyperdivergenz.

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Abb. 4 Beobachtung der Entwicklung der
Klasse II mit offenem Biss im longitudinalen
Wachstum. Bei normalem Wachstum kann
der Unterkiefer gegenüber der steigenden
Vertikaldimension der Molaren mit einer
Vorwärtsrotation adaptieren, somit bleibt
der Mandibularebenenwinkel stabil (a). Wird
die Okklusionsebene wegen der unzurei-
chenden Vergrößerung der Vertikaldimen-
sion der Oberkiefer-Molaren so steil, dass der
Unterkiefer mit seiner Vorwärtsrotation
nicht mehr adaptieren kann, etabliert sich
der retrognathe offene Biss (b).
Originalarbeit

a b

Abb. 5 Konzept bezüglich der Veränderung


der Okklusionsebene und der Adaptation der

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Mandibula: Eine flache Okklusionsebene in-
folge der Eruption der maxillären Molaren
leitet eine mandibuläre Adaptation durch
seine Vorwärtsrotation ein, so wächst die
Mandibula vorwärts, dann wächst der Kon-
dylus sekundär. Die Übereruption der Mola-
ren, die eine zu flache Okklusionsebene ver-
ursacht, bewirkt eine Tendenz zur Entwick-
lung der Klasse III mit offenem Biss (a). Ver-
ursacht eine unzureichende posteriore Erup-
tion eine steile Okklusionsebene, so rotiert
die Mandibula nach posterior, infolgedessen
entwickelt sich eine Tendenz zur Klasse II mit
offenem Biss (b).
a b
102

frontal offene Biss durch die Rückwärtsrotation der Mandibula auf Denture-Frame-Analyse (Abb. 6)
(Abb. 4). Zwischen dem Klasse II und dem Klasse III offenen Biss Um die Relation zwischen der Okklusionsebene und der Gestalt
sind der okklusale Vertikalabstand, die Neigung der Okklusions- des Kiefer-Gesichtsskelettes herauszufinden, veröffentlichte Sato
ebene und der Adaptationsvorgang der Mandibula ganz unter- [21, 22] eine leicht zu handhabende Methode, die so genannte
schiedlich (Abb. 5). Denture-Frame-Analyse. Diese Methode ist geeignet, durch die
Anwendung von Frankfurter Horizontale (FH), Palatinalebene
D. h. zur Verbesserung des Klasse III mit offenem Biss soll die (PP), Mandibularebene (MP), AB-Ebene (AB) und Okklusions-
Mandibula durch die steiler gestellte Okklusionsebene rück- ebene (OP) das Adaptationsverhalten des Ober- und Unterkiefers
wärts verlagert werden, und zur Schließung des offenen Bisses gegenüber der Veränderung der funktionellen Ebenen, insbeson-
bei Klasse II soll sich die Mandibula durch Abflachen der Okklu- dere der Okklusionsebene, zu analysieren.
sionsebene nach vorwärts einstellen. Auf diese Weise sollen
ganz verschiedene dynamische Systeme bei der Behandlung der Bei High-angle-Malokklusionen ist es für die Diagnostik und
zur selben Gattung „offener Biss“ gehörenden Malokklusion be- den Behandlungsplan besonders wichtig, die dynamische Me-
trachtet werden. chanik des okklusalen Vertikalfaktors und der darauf folgen-
den skelettalen Adaptation zu begreifen. Bei einer Klasse II
mit offenem Biss ist es sehr häufig so, dass die Okklusionsebe-
Diagnostik zum „High-angle“-Symptom ne (UOP-P) besonders bei den Molaren steil verläuft und sich
der Unterkiefer in der Folge rückwärts dreht, d. h. der Unter-
Bei der Behandlung der Hyperdivergenz („high angle“) ist die kiefer kann sich gegenüber der steilen Okklusionsebene funk-
Charakterisierung jeder Malokklusion der wichtigste Punkt. Die tionell nicht nach vorwärts anpassen. Er rotiert im Uhrzeiger-
skelettale Charakterisierung wird im Allgemeinen durch die ke- sinn und es entsteht der frontal offene Biss. Dauert dieser Zu-
phalometrische Analyse durchgeführt. Wir beschränken uns hier stand während der Wachstumsperiode an, wird die Wachs-
auf die Darstellung der einfachsten analytischen Methoden. Sie tumszone des Caput mandibulae komprimiert, und die Hyper-
sind erforderlich, um die Relation zwischen dem okklusalen Ver- divergenz wird wegen des beeinträchtigten Wachstums weiter
tikalabstand und der mandibulären Adaptation herauszufinden. verschlimmert.

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Originalarbeit
Abb. 6 Denture-Frame-Analyse: Um die Relation zwischen der Okklu- Abb. 7 Kim’s Analyse: Um sowohl vertikale als auch anteroposteriore
sionsebene und der Struktur des Kiefer-Gesichtsskelettes zu erfassen, Komponenten der Malokklusion zu analysieren, werden ODI und APDI
werden Frankfurter Horizontale (FH), Palatinalebene (PP), Mandibular- sowie deren Summe CF verwendet. ODI ist statisch als der mit Überbiss
ebene (MP), AB-Ebene (AB) und Okklusionsebene (OP) angewendet. am stärksten zusammenhängende Faktor anerkannt und dessen
Die Adaptationsweise des Ober- und Unterkiefers gegenüber der Ver- Durchschnittswert beträgt 72 (bei Europäern und Amerikanern ca.
änderung der Funktionsebene, insbesondere der Okklusionsebene, 75). Werte darunter weisen auf einen offenen Biss, Werte darüber auf

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wird analysiert. einen Tiefbiss hin. APDI wird als Indikator der skelettalen anteroposte-
rioren Relation verwendet. Dessen Durchschnittswert beträgt 81, Wer-
te darüber weisen auf eine Klasse III, Werte darunter auf eine Klasse II
hin. Des Weiteren gilt, je kleiner der CF-Wert, desto stärker wird der
Ist die Okklusionsebene bei der Übereruption der oberen Mola- high angle. So wird dieser Wert für die Beurteilung der Extraktionsnot-
wendigkeit bei kieferorthopädischen Behandlungen herangezogen.
ren durch die posteriore Diskrepanz flach, wird häufig beobach-
tet, dass sich der Unterkiefer gegenüber der Vergrößerung des
okklusalen Vertikalabstandes der Molaren mit einer Vorwärts-
rotation anpasst. In der Folge entsteht eine Klasse III. Dabei Dynamisches System bei der Behandlung der Klasse III
muss man die Behandlungsweise entsprechend dem Entste- mit offenem Biss
hungsverlauf anpassen, da unterschiedliche Therapien bei die-
sen hyperdivergenten Fällen in Abhängigkeit von der Okklu- Bei der Entwicklung der Klasse III mit offenem Biss ist die Ver-
sionsebene notwendig sind. Die Denture-Frame-Analyse hat die größerung des okklusalen Vertikalabstandes im Seitenzahn- 103
Bedeutung, nicht nur morphologische Strukturen zu analysieren, bereich der Kardinalpunkt. Kommt es zum übermäßigen Mola-
sondern auch die funktionelle Adaptation des Kiefer-Gesichts- rendurchbruch, dann flacht sich die Okklusionsebene ab und
skelettes und den Malokklusionscharakter zu beurteilen. der Unterkiefer passt sich durch Vorwärtsrotation zum Okklu-
sionsausgleich an. D. h. der Unterkiefer rotiert vorwärts in die
Analyse der Malokklusion durch ODI und APDI von Kim skelettale Klasse III. Falls jedoch dessen Adaptation zu gering ist,
(Abb. 7) [23, 24] entsteht eine skelettale Klasse III mit offenem Biss. Das grund-
Um vertikale und anteroposteriore Komponenten der Malokklu- sätzliche Problem dieser Entwicklung ist die posteriore Diskre-
sion zu analysieren, schlägt Young H. Kim vor, sowohl ODI und panz und die darauf folgende Veränderung der Okklusionsebene
APDI als auch deren Summe CF (combination factor) anzuwen- sowie die mandibuläre Adaptation.
den. ODI ist statistisch am stärksten mit dem Overbite assoziiert.
Bei der Vergrößerung des okklusalen Vertikalabstandes der Mo- Vom Entstehungsverlauf der Klasse III mit offenem Biss aus be-
laren, die den frontoffenen Biss hervorruft, verkleinert sich der trachtet bedarf diese Malokklusion einer Steilerstellung der Ok-
AB-MP-Winkel durch die Vorwärtsadaptation der Mandibula klusionsebene um die Rückwärtsadaptation der Mandibula ein-
und der ODI nimmt ab. zuleiten. D. h. das dynamische System soll so sein, dass die ma-
xillären Molaren mit Aufrichtung der Backenzähne intrudiert
APDI weist auf den Winkel PP-AB hin und wird als Indikator, die werden, und die Okklusionsebene steiler gestellt wird, oder min-
skelettale Klasse II oder skelettale Klasse III des Untergesichtes destens ohne Squeeze-Out verbleibt. Dafür verwendet man Tip-
zu beurteilen, verwendet. Der APDI-Durchschnittswert beträgt back-Biegungen im eingegliederten MEAW und kurze Klasse-III-
81, und Werte darüber weisen auf Klasse III, darunter auf Klas- Gummizüge im Frontzahnbereich (Abb. 8).
se II hin. Außerdem gilt je kleiner der CF-Wert wird, desto stärker
ist die High-angle-Tendenz. Daher wird dieser Wert für die Beur- Falls es bei der Korrektur der Okklusionsebene zu einem Mola-
teilung der Notwendigkeit einer Extraktion bei der kieferortho- ren-Crowding kommt, vergrößert sich mit der Aufrichtung der
pädischen Behandlung herangezogen. Das heißt, je kleiner CF Zähne der okklusale Vertikalabstand der Molaren, und der Un-
wird, desto größer wird die Notwendigkeit der Extraktion. Die terkiefer dreht sich in der Folge immer weiter vorwärts. In vielen
hier erwähnte mögliche Extraktion bedeutet jedoch nicht immer Fällen ist es daher notwendig, vor der kieferorthopädischen Be-
die Extraktion der Prämolaren, und es muss von Fall zu Fall beur- handlung die posteriore Diskrepanz aufzulösen. Darum wird
teilt werden, welche Zähne zu extrahieren sind. normalerweise der Weisheitszahn extrahiert. Bei Jugendlichen

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Abb. 8 Therapeutische Mechanik der Klasse III und Klasse II mit offe- nem Biss dreht und verlagert sich der Unterkiefer durch die Infrapositi-
nem Biss. Aus dem Entstehungsverlauf der Klasse III mit offenem Biss on der oberen Molaren und die Supraposition der unteren Molaren
Originalarbeit

betrachtet, ist es bei Malokklusionen dieses Typs wichtig, die Okklu- rückwärts. Es ist für einen solchen Fall wichtig, die Okklusionsebene
sionsebene steiler zu stellen und die Rückwärtsadaptation der Mandi- abzuflachen und durch die Auflösung der Interferenz im Molaren-
bula einzuleiten. Um mit der Aufrichtung der Backenzähne die Molaren bereich die physiologische Vorwärtsadaptation der Mandibula einzulei-
zu intrudieren, und die Okklusionsebene steiler zu stellen, werden Tip- ten. Das Ziel wird erreicht, indem man am oberen MEAW eine schwa-
back-Biegungen des eingegliederten MEAW und kurze Klasse-III-Gum- che Tip-back-Biegung und am unteren MEAW eine starke Tip-back-Bie-
mizüge im Frontzahnbereich verwendet (a). Bei einer Klasse II mit offe- gung sowie kurze Klasse-II-Gummizüge verwendet (b).

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Abb. 9 Klasse III mit offenem Biss: Foto-
stataufnahme vor der Behandlung.

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a b

Abb. 10 Intraorale Aufnahmen vor der


Behandlung.

a b

c d

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Abb. 11 Kephalogramm und Panorama-
Aufnahme vor der Behandlung.

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a b

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Tab. 1 Denture-Frame-Analyse

˘ (SD) Fall 1 (Kl. III-offen) Fall 2 (Kl. II-offen)


vor Behandlung nach Behandlung vor Behandlung nach Behandlung

FH-MP 25,9 ± 4,3 29,0 29,5 38,0 36,0


PP-MP 24,6 ± 3,9 33,5 34,0 35,5 33,0
OP-MP 13,2 ± 3,7 28,0 26,5 13,0 17,0

AB-MP 71,3 ± 4,4 51,0 53,0 81,0 75,0


ODI 71,9 ± 5,3 46,5 48,5 83,5 77,0

APDI 81,0 ± 4,4 95,5 93,0 71,0 74,0


CF 152 142 141 154 151 105

ist die Extraktion des oberen Weisheitszahns äußerst schwierig, In der Folge werden die Vorwärtsadaptation und das Wachstum
und das Operationsrisiko groß. Daher wird der zweite Molar ex- der Mandibula unterdrückt. Außerdem sieht man bei der Klas-
trahiert, falls der Weisheitszahn als künftig nützlicher Okklusi- se II, dass die unteren Molaren infolge der großen posterioren
onsbestandteil eingestuft wird. Diskrepanz der Mandibula zum übermäßigen Durchbruch ten-
dieren, und die Rückwärtsrotation der Mandibula infolge der
Die Abb. 9 – 14 b zeigen eine Klasse III mit offenem Biss bei einer Ansteilung der Okklusionsfläche verstärkt wird. D. h. bei einer
18-jährigen Patientin. Bei ihr bestand ein übermäßiger Durch- Klasse II mit offenem Biss dreht und verlagert sich der Unterkie-
bruch der Molaren infolge posteriorer Diskrepanz und eine Klas- fer durch die wenig eruptierten oberen Molaren und die über-
se III mit offenem Biss durch die Abflachung der oberen Okklusi- eruptierten unteren Molaren rückwärts. Die steile Okklusions-
onsebene. Die kieferorthopädische Behandlung begann nach der ebene der Molaren bewirkt eine starke Interferenz während
Extraktion der oberen und unteren Weisheitszähne. Nach 7-mo- der Mandibularbewegung, und die Vorwärtsrotation der Mandi-
natiger Behandlung wurde der frontal offene Biss geschlossen bula unterbleibt. Es ist daher wichtig, die Okklusionsebene ab-
und die Behandlung beendet. Zur Retention diente ein Retainer zuflachen und durch Auflösung der Interferenz im Molaren-
für ca. 6 Monate. Zwei Jahre und 5 Monate nach Behandlungs- bereich die physiologische Vorwärtsadaptation der Mandibula
ende war keine große Veränderung in der Okklusion erkennbar, zu ermöglichen. D. h. das Behandlungsziel bei einer Klasse II
und der Zustand wurde als stabil beurteilt. mit offenem Biss ist die Extrusion des oberen Molarenbereichs
und die Intrusion des unteren Molarenbereichs zur Abflachung
der Okklusionsebene. Das wird erreicht, indem man am oberen
Dynamisches System bei der Behandlung der Klasse II MEAW eine schwache Tip-back-Biegung und am unteren MEAW
mit offenem Biss eine starke Tip-back-Biegung eingliedert und kurze Klasse-II-
Gummizüge anwendet (Abb. 8).
Nach den morphologischen Forschungen über die Klasse II mit
offenem Biss ist die Okklusionsebene des Oberkiefers, insbeson- Die Abb. 15 – 20 zeigen eine 18-jährige Patientin mit Klasse II und
dere im posterioren Bereich, im Gegensatz zur Klasse III oft steil. offenem Biss. Sie klagte über stechende Schmerzen an beiden

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Abb. 12 Intraorale Aufnahmen des Be-
handlungsverlaufs: (a) bei Behandlungs-
beginn, (b) nach 2 Monaten, (c) nach 4 Mo-
naten, (d) nach 7 Monaten und (e) 2 Jahre
nach Behandlungsende.

a
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Kiefergelenken und es lag eine Dysfunktion vor. Die Diagnose Schmerzen an beiden Kiefergelenken sowie der Dysfunktion.
lautete Klasse II mit offenem Biss und Rückwärtsrotation der Zwei Jahre und 5 Monate nach dem kieferorthopädischen Be-
Mandibula infolge äußerst steiler Okklusionsebene im posterio- handlungsende war die Okklusion weitgehend stabil.
ren Bereich. Eine kieferorthopädische Behandlung wurde durch-
geführt, nachdem die oberen und unteren Weisheitszähne extra- Die skelettalen und dentalen Veränderungen sind für beide Fälle
hiert waren, um die Okklusionsebene danach abzuflachen. Das mit vereinfachter Denture-Frame-Analyse in Tab. 1 dargestellt.
Ergebnis der kinematischen Behandlung über 1 Jahr und 7 Mo-
nate war die Verbesserung des frontal offenen Bisses und der

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Abb. 13 Fotostataufnahme nach der Behandlung.

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Abb. 14 (a) Kephalometrische Überlage-


rungen vor und (b) nach der Behandlung.

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Diskussion Entwicklungsverlauf des normalen Kiefer-Gesichtswachstums


verschiedener Rassen aufgezeigt, entsteht die mandibuläre
Man betrachtet im Allgemeinen den offenen Biss als Vertikal- Adaptation mit Vorwärtsrotation tatsächlich durch die Vergrö-
anomalie der Relation des oberen und unteren Zahnbogens oder ßerung des okklusalen Vertikalabstandes und die Abflachung
des Ober- und Unterkiefers wie beim Deckbiss. Man versteht den der Okklusionsebene [29, 30]. In der Wachstumsperiode wird
offenen Biss auch so, dass er durch verschiedene Ursachen in der die Okklusionsebene (Winkel FH-OP) kontinuierlich kleiner und
Entwicklungsphase wie Wachstumsdisharmonie des Ober- und flacher, und die Mandibularebene (FH-MP) passt sich abneh-
Unterkiefers, abnorme Gewohnheiten in Relation mit der Lip- mend ohne Hyperdivergenz an.
pen- und Zungenfunktion, übermäßige Dentition usw. entsteht.
Ein wichtiger Faktor zur Verstärkung des offenen Bisses ist die Andererseits zeigt die klinische Beobachtung des offenen Bisses
mandibuläre Wachstumsrichtung und die dabei mitwirkenden nicht immer einen übermäßigen Durchbruch der Molaren und
Faktoren [25 – 28]. die Abflachumg der Okklusionsebene. Es gibt auch Fälle mit stei-
ler Okklusionsebene und reduziertem okklusalen Vertikalab-
Sato et al. zeigten die Vergrößerung des okklusalen Vertikal- stand. Diese Tatsachen werfen die Ätiologie, Diagnostik sowie
abstandes im Seitenzahnbereich durch den Squeeze-out-Effekt Behandlungsmethoden durcheinander und führen zu dem
infolge Crowding der Molaren (posteriore Diskrepanz) mit kon- Schluss, dass es keine angemessene Methode außer dem chirur-
sekutiver Abflachung der Okklusionsebene als Adaptation der gischen Eingriff gibt.
Mandibula mit Vorwärtsrotation. So entsteht eine Klasse III mit
offenem Biss [6, 7, 10 – 13, 16 – 19, 21]. Früher vermutete man, Der offene Biss wird als relativ schwere Malokklusion für eine
dass die Vergrößerung des okklusalen Vertikalabstandes der kieferorthopädische Behandlung betrachtet, und wohl deswegen
Molaren die Hyperdivergenz der Mandibula und den offenen mit einem chirurgischen Eingriff therapiert. Warum die kiefer-
Biss bewirkt, später gelangte man jedoch zu der Ansicht, dass orthopädische Behandlung des offenen Bisses schwierig ist, ist
die Vergrößerung des okklusalen Vertikalabstandes in Wirklich- höchstwahrscheinlich auf den Versuch der Palliativbehandlung
keit eher die mandibuläre Adaptation mit Vorwärtsrotation ein- ohne Berücksichtigung des wesentlichen Problems der Malok-
leitet. Dies hat große Bedeutung für das Wachstum des Kiefer- klusion zurückzuführen. Der Körper reagiert mit seiner Adap-
Gesichtsbereichs. Wie in den Berichten über den individuellen tationsfähigkeit richtig auf die richtige Therapie. Wird eine ent-

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Abb. 15 Klasse II mit offenem Biss; Fotostataufnahme vor der
Behandlung.
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Abb. 16 Intraorale Aufnahmen vor der


Behandlung.

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c d

sprechende kompensatorische Funktion gegeben, funktioniert


die Okklusion mit gewisser Stabilität. Aus dieser Sicht ist die kie-
ferorthopädische Therapie geeignet, die Adaptationsfähigkeit
des Körpers zu nutzen und die körpereigene Funktion unter indi-
viduellen Bedingungen zu fördern. Das Wichtigste bei solchen
Behandlungen ist die Kontrolle des Vertikalabstandes und die
Ausrichtung der Okklusionsebene.

Bei einer hyperdivergenten Klasse II mit offenem Biss entsteht


ein unzureichender okklusaler Kontakt wegen des niedrigen ok-
a klusalen Vertikalabstandes der Molaren und gleichzeitig steiler
Okklusionsebene im posterioren Bereich. Passt sich der Unter-
kiefer mit einer Rückwärtsrotation an, so entsteht eine Klasse II
mit offenem Biss. Im Hintergrund gibt es noch ein Problem, näm-
lich die skelettale Balance in der offenen Position. Bei der Be-
handlung muss daher nicht nur die dentoalveoläre Situation ver-
bessert, sondern auch eine Mechanik Anwendung finden, welche
die im Hintergrund stehende skelettale Balance berücksichtigt.

Beim Entstehungsverlauf der skelettalen Klasse III mit offenem


Biss ist die umgekehrte Anpassungsreaktion ersichtlich. D. h. im
b Hintergrund der skelettalen Klasse III befindet sich die vermehr-
te Krümmung der Schädelbasis. Es vergrößert sich der Vertikal-
Abb. 17 Panorama-Aufnahme vor und nach der Behandlung. abstand des Gesichts infolge des maxillären Wachstums nach

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Abb. 18 Intraorale Aufnahmen des Be-
handlungsverlaufs: (a) bei Behandlungs-
beginn, (b) 1 Monat später, (c) 6 Monate
später, (d) 19 Monate später, (e) 1 Jahr
später, (f) 2 Jahre und 5 Monate nach dem
Behandlungsende.

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Abb. 19 Fotostataufnahme nach der Behandlung.
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Abb. 20 Kephalometrische Überlagerungen


(a) vor und (b) nach der Behandlung. Die kie-
ferorthopädische Behandlung wurde durch-

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geführt, um die steile Okklusionsebene im
posterioren Bereich abzuflachen, und die
geringe Vorverlagerung der Mandibula ist
ersichtlich.

a b

110

3
unten, und es vergrößert sich auch der okklusale Vertikal- Kim YH. Anterior openbite and its treatment with multiloop edgewise
abstand. arch wire. Angle Orthod 1987; 57: 290 – 321
4
Kim YH. Treatment of severe openbite malocclusions without surgical
intervention. In: McNamara Jr JA (Ed). Growth modification: what
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eine umgekehrte Spee’sche Kurve. In dieser Situation passt sich gan, Ann Arbor 1999; pp 193–212
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und die Okklusionsebene [31]. Bei jedem offenen Biss der Klas- tion of craniofacial dynamics. Grace Printing Press Inc, Philippines
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aus der kinematischen Balance des Kiefer-Gesichtsschädels, Sato S, Akimoto S, Matsumoto A, Shirasu A, Yoshida J, Sato S. MEAW –
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