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Chile

Daten & Analysen zum Hochschul- und


Wissenschaftsstandort | 2018
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis von Kennzahlen und Diagrammen 3

1. Rahmenbedingungen des Bildungssystems 4


a. Politik 4
b. Wirtschaft 10
c. Bevölkerung 14

2. Hochschul- und Bildungswesen 16


a. Historische Entwicklung 16
b. Rolle des Staates / Autonomie 16
c. Finanzierung der Hochschulen 17
d. Relevante Institutionen 23
e. Merkmale und Unterschiede von Hochschultypen 24
f. Aufbau und Struktur des Studiensystems 27
g. Hochschulzugang 32
h. Der Lehrkörper 33
i. Akademische Schwerpunkte 33
j. Forschung 34
k. Qualitätssicherung und -steigerung 37
l. Hochschule und Wirtschaft 38

3. Internationalisierung und Bildungskooperation 39


a. Internationalisierung des Hochschulsystems 39
b. Bildungskooperationen und Partnerorganisationen 42
c. Deutschlandinteresse 50
d. Deutsche Sprachkenntnisse 51
e. Hochschulzugang in Deutschland 52

4. Empfehlungen für deutsche Hochschulen 53


a. Hochschulkooperationen – FAQ 53
b. Marketing-Tipps 53

5. Länderinformationen und praktische Hinweise 55


a. Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis 55
b. Lebenshaltungskosten und Unterkunft 55
c. Sicherheitslage 59
d. Interkulturelle Hinweise 60
e. Adressen relevanter Organisationen 60
f. Publikationen und Linktipps 62

Impressum 63

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Verzeichnis von Kennzahlen und Diagrammen

Kennzahlen

Erläuterung einzelner Kennzahlen 63


Kennzahl 1: BIP 10
Kennzahl 2: BIP pro Kopf in KKP 11
Kennzahl 3: Wirtschaftswachstum 11
Kennzahl 4: Inflation 11
Kennzahl 5: Export / Import 12
Kennzahl 6: Rang des Landes beim Außenhandel mit Deutschland 12
Kennzahl 7: Gini-Koeffizient 12
Kennzahl 8: Bevölkerungszahl absolut 14
Kennzahl 9: Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 24-Jährigen 15
Kennzahl 10: Bildungsausgaben 18
Kennzahl 11: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden 27
Kennzahl 12: Anzahl der Doktoranden 28
Kennzahl 13: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) 29
Kennzahl 14: Studierendenquote (gross enrolment ratio, tertiary) 29
Kennzahl 15: Absolventen BA und MA 29
Kennzahl 16: Absolventen PhD 30
Kennzahl 17: Anteil der Forschungsausgaben am BIP 34
Kennzahl 18: Anzahl der Patente in Naturwissenschaft und Technik (Residents) 34
Kennzahl 19: Anzahl wissenschaftlicher Publikationen 35
Kennzahl 20: Knowledge Economy Index (KEI) 35
Kennzahl 21: Anteil ausländischer Studierender 39
Kennzahl 22: Die wichtigsten fünf Herkunftsländer ausländischer Studierender 39
Kennzahl 23: Im Ausland Studierende (Anzahl) 40
Kennzahl 24: Im Ausland Studierende (Prozent) 41
Kennzahl 25: Die fünf beliebtesten Zielländer für Studierende 41
Kennzahl 26: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland 50
Kennzahl 27: Anzahl der Hochschulkooperationen mit Deutschland 50
Kennzahl 28: Anzahl der DAAD-Förderungen 50

Diagramme

Diagramm 1: Entwicklung des BIP 10


Diagramm 2: Entwicklung des BIP pro Kopf in KKP 11
Diagramm 3: Bevölkerungsentwicklung 14
Diagramm 4: Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 24-Jährigen (Entwicklung) 14
Diagramm 5: Prognose der Bevölkerungsentwicklung 15
Diagramm 6: Gesamtgesellschaftliche Bildungsausgaben (öffentlich) in Prozent des 17
BIP
Diagramm 7: Anteil der jährlichen Bildungsausgaben in Prozent der 17
Regierungsausgaben
Diagramm 8: Anteil derinsgesamt
jährlichen Ausgaben für tertiäre Bildung in Prozent der 18
Regierungsausgaben
Diagramm 9: Anzahl der
für eingeschriebenen
Bildung insgesamtStudierenden 27
Diagramm 10: Anzahl der Doktoranden 28
Diagramm 11: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) 28
Diagramm 12: Studierendenquote (gross enrolment ratio, tertiary) 29
Diagramm 13: Absolventen PhD 30
Diagramm 14: Anteil der Forschungsausgaben am BIP 34
Diagramm 15: Anteil ausländischer Studierender 39
Diagramm 16: Im Ausland Studierende (Anzahl) 40
Diagramm 17: Im Ausland Studierende (Prozent) 40
Diagramm 18: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland 50

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1. Rahmenbedingungen des Bildungssystems

a. Politik

Die chilenische Hochschullandschaft gliedert sich grob in zwei große Gruppen:

Da sind zum einen die Universitäten der chilenischen Hochschulrektorenkonferenz (CRUCH,


www.consejoderectores.cl) zu nennen. Die CRUCH ist ein Kollegium des öffentlichen Rechts, das
im Jahr 1954 gesetzlich gegründet wurde und 27 Universitäten vertritt: 18 staatliche und neun
private, traditionelle Universitäten mit öffentlicher Orientierung und Funktion. Der Begriff der
öffentlichen Funktion stammt in der chilenischen und internationalen Diskussion von der UNESCO,
nach der Hochschulbildung ‘öffentliche Güter’ produziert. Diese Aufgabe, öffentliche Güter
bereitzustellen, reklamieren allerdings neben den staatlichen auch viele der privaten Universitäten
für sich.

Von Bedeutung sind zum anderen die privaten Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz, von
denen eine Teilgruppe von 17 Universitäten eine eigene Konferenz zur Interessenvertretung
gegründet hat, nämlich die Corporación de Universidades Privadas (CUP, www.cupchile.cl). Die
Gründung dieser zweiten Interessensvertretung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die
Rektorenkonferenz CRUCH ein für außenstehende Hochschulen geschlossener Verein ist.

Von 1981 an öffnete und deregulierte die Militärdiktatur das Hochschulsystem, indem sie die
Gründung nichttraditioneller (also erst nach 1981 entstandener) privater Universitäten erlaubte.
Eines der kontroversesten Themen bezüglich dieser Universitäten ist die Frage, ob sie in Bezug auf
ihre Besitzer gewinnorientiert waren oder nicht. In Chile war und ist es gesetzlich verboten, mit
Universitäten private Gewinne außerhalb der Institution zu erzielen. Gleichwohl bestand der
Verdacht, dass einige der über 30 neuen, nichttraditionellen privaten Universitäten mithilfe von
Immobiliengeschäften und Verkäufen, die ihre privaten Eigentümer mit Dritten abwickelten, Gewinne
erzielten, welche ihnen als Privatpersonen zugute kamen und nicht wieder in die Universitäten
reinvestiert wurden. Im Gegensatz dazu verfolgen die Universitäten der Rektorenkonferenz CRUCH
kein privates Gewinnstreben und wurden entweder vom Staat, wie die Universidad de Chile, von der
Kirche, wie die katholischen Universitäten, von lokalen Gemeinschaften, wie die Universidad de
Concepción, oder von Stiftungen, wie die Universidad Austral de Chile oder die Universidad Técnica
Federico Santa María de Valparaíso, gegründet. Obwohl die Gründungsakte, auf die sich diese
Universitäten zurückführen, verschiedene Ursprünge aufweisen, wurden sie alle per Gesetz (Dekret)
geschaffen und erfüllen gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Bereitstellung professioneller
Ausbildung, Forschung, Technologietransfer sowie die Übernahme sozialer und kultureller Aufgaben
für die Kommunen, in denen sie angesiedelt sind.

Auf der anderen Seite erlaubte die wenig regulierte Gründung vieler nichttraditioneller
Privatuniversitäten eine erhebliche Ausweitung der Teilnahme an Hochschulbildung in Chile und
wurde dabei durch ein neu geschaffenes Kreditsystem (Crédito con aval del estado – CAE)
unterstützt. Für diese Kredite waren bis 2011 sechs Prozent Zinsen zu zahlen und seit einer Reform
in der ersten Amtszeit der Mitte-rechts-Regierung von Sebastian Piñera nur noch zwei Prozent.

Die massive Studentenbewegung seit dem Jahr 2011, die in der chilenischen Gesellschaft
und Politik sowie auch international großen Wider​hall fand, wollte Bildung von einem ‘ökonomischen
Gut’ zu einem staatsbürgerlichen ‘Rechtsgut’ machen. Sie stellte vor allem die zunehmende
Privatisierung des Hochschulsystems in Frage und forderte Studiengebührenfreiheit sowie
Qualitätsverbesserungen im universitären und berufsbildenden Sektor. Das Regierungsprogramm
der zweiten Regierung Bachelet griff diese Forderungen auf und setzte sie um. Man begann mit der
Schulbildung und versprach, in der Hochschulbildung während der vierjährigen Regierungszeit 70
Prozent der Studierenden von Studiengebühren zu befreien, beginnend mit den untersten
Einkommensschich​ten. Das wären insgesamt etwa 250.000 Studierende gewesen. Die Umsetzung
der Reform war zwischenzeitlich mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Neben massiven Protesten
von Per​so​nen​gruppen, die entweder eigene ökonomische Interessen verfolgten oder generell ein
dere​gu​lierteres Hochschulsystem bevorzugten (wofür es ebenfalls gute Gründe gibt), standen vor

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allem Fragen der hohen Haushaltsbelastung im Vordergrund, da der für den Staatshaushalt ent​‐
schei​dende Kupferpreis massiv gesunken war. Die Regierung sah sich folglich gezwungen, die Zahl
der von Gebührenbefreiung begünstigten Studierenden auf 60 Prozent zu senken. Trotz verbreiteter
Kritik der administrativ holprigen und wenig umsichtigen Umsetzung wird die Gebührenbefreiung in
der Gesellschaft grundsätzlich begrüßt, was inzwischen auch das erneut regierende Mitte-rechts-
Lager von Sebastian Piñera akzeptiert hat. Die Gesetzespakete, die in den letzten beiden Monaten
der zweiten Amtszeit Bachelet (Januar 2018) verabschiedet wurden, sollen nicht mehr grundsätzlich
in Frage gestellt werden. Es handelt sich dabei um die „Ley de Educación Superior“, die für alle
chilenischen Hochschulen gilt, und die „Ley de Universidades Estatales“, die nur für die 18
staatlichen Hochschulen gilt.

Im Folgenden werden alle drei großen Reformen im Hochschul- und Wissenschaftssystem Chiles
kurz skizziert, wobei zu den beiden Hochschulrahmengesetzgebungen als drittes noch ein neues
Ministerium für Wissenschaft und Technologie kommt:

I. Neue Hochschulrahmengesetzgebung (Ley de Educación Superior)

Das Gesetz umfasst im wesentlichen sechs Hauptpunkte:

1. Neue Aufsichtsbehörden

Zur Kontrolle der Hochschulen wurde im Erziehungsministerium eine neues


Hochschuluntersekretariat (Subsecretaría de Educación Superior) und als ausführende
Regulierungsbehörde eine Superintendencia de Educación Superior geschaffen. Die Subsecretaría
koordiniert das Hochschulwesen des Landes und entscheidet, wer ein Recht auf kostenlose
Hochschulbildung erhält. Die Superintendencia de Educación wird alle Hochschulen überwachen
und bei Nichterfüllung von Standards hinsichtlich Qualität oder Gemeinnützigkeit sanktionieren.

2. Studiengebührenbefreiung

Seit dem Jahr 2016 müssen nicht mehr alle Studierenden an allen chilenischen Hochschulen
Studiengebühren bezahlen, vielmehr werden für die einkommensschwächeren
Bevölkerungsschichten an 33 staatlichen und privaten Universitäten die Studiengebühren erlassen
(alle Universitäten der chilenische Rektorenkonferenz CRUCH sowie sechs weitere Universitäten:
Academia de Humanismo Cristiano, Alberto Hurtado, Autónoma de Chile, Cató​lica Silva Henríquez,
Diego Portales und Finis Terrae, Quelle: Ministerio de Educación). Darüber hinaus kommen auch
noch 13 berufsausbildende Institutionen in den Genuss der Studiengebührenbefreiung

Hochschulbildung wurde als ein soziales Recht definiert und soll langfristig für alle Studierenden
kostenfrei werden. Diese Befreiung gilt allerdings nur für Studierende aus den sechs
einkommensschwächeren Dezilen. Zur Festlegung des Einkommens wird das Haushaltseinkommen
(normalerweise von Vater und Mutter) zusammengezählt und durch die Anzahl der im Haushalt
lebenden Familienmitglieder geteilt. Es ergibt sich dann folgende Tabelle (Stand 4/2018):

1. 0 a 48.750 = bis 66 Euro Haushaltseinkommen pro im Haushalt lebende Person

2. 48.751 a 74.969 = bis 101 Euro

3. 74.970 a 100.709 = bis 136 Euro

4. 100.710 a 125.558 = bis 170 Euro

5. 125.559 a 154.166 = bis 136 Euro

6. 154.167 a 193.104 = bis 208 Euro

7. 193.105 a 250.663 = bis 340 Euro

8. 250.664 a 352.743 = bis 477 Euro

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9. 352.744 a 611.728 = bis 828 Euro

10. 611.729 en adelante = über 828 Euro

Bis zu einem verfügbaren Haushaltseinkommen pro Person von 193.104 chilenischen Pesos, also
etwa 208 Euro, sind chilenische Studierende folglich von Studiengebühren an Universitäten, die dem
System beigetreten sind, freigestellt. Zukünftig sollen weitere Dezile in die Gebührenbefreiung
einbezogen werden. Das wird allerdings von der Entwicklung bestimmter ökonomischer Indikatoren
abhängig gemacht und dauert nach Auffassung der meisten Experten noch lange.

Weiter wurde festgelegt, dass die maximalen Studiengebühren für jedes Studienfach nicht mehr
vom Bildungsministerium selbst, sondern von einem Expertengremium festgelegt werden und die
Hochschulen, die sich an dem System der Studiengebührenbefreiung beteiligen, nur noch für das
einkommensstärkste Dezil (also ab 611.729 chilenische Pesos oder etwa 828 Euro
Hausthaltseinkommen pro Kopf) die Studiengebühren völlig frei festlegen können.

3. Allgemeines System des Hochschulzugangs

Das aktuelle Hochschulzugangsystem (Sistema único de admisión, SIU), dessen Hauptelement die
landesweite Hochschulzugangsprüfung PSU ist und das bisher von der chilenischen
Hochschulrektorenkonferenz (CRUCH) administriert wurde, wird an ein technisches Komitee
übergehen, das von der Subsecretaría de Educación abhängt. Es wird zukünftig den Namen
‘Sistema de Acceso’ tragen und für alle Institutionen gelten, die an der Studiengebührenbefreiung
teilnehmen, einschließlich der berufsausbildenden IPs und CFTs, also augenblicklich 46
Institutionen. Weitere Institutionen können sich dem System freiwillig anschließen.

Das neue System wird Aufnahmekriterien pro Studiengang festlegen und dabei von den Institutionen
auch die Erfüllung bestimmter Mindestvoraussetzungen bezüglich Qualität, Transparenz und
Inklusion verlangen.

4. Verbindliches Qualitätssicherungssystem

Alle Hochschulen werden ab dem Jahr 2020 zu einer institutionellen Akkreditierung durch die
Comisión Nacional de Acreditación (CNA) verpflichtet. Hochschulen sowie technische und
technologische Institute der Berufsausbildung (IPs und CFTs), die bisher noch nicht akkreditiert sind
(augenblicklich 66 Institutionen), müssen das innerhalb einer Frist von vier Jahren nachholen. Ein
Grundproblem der Akkreditierungskommission bleibt allerdings bestehen, indem neun der zwölf
Mitglieder aus den Institutionen stammen, die sie akkreditieren sollen.

Es soll drei Akkreditierungsniveaus geben, nämlich die ‘acreditación básica’, die ‘acreditación
avanzada‘ und als höchstes Niveau die ‘acreditación de excelencia’. Nur mit den beiden höheren
Niveaus können Hochschulen beantragen, an der Studiengebührenbefreiung teilzunehmen.

5. Aufnahme in die Rektorenkonferenz CRUCH

Die chilenische Rektorenkonferenz CRUCH umfasst 27 (18 staatliche und neun private
Hochschulen) der insgesamt 59 chilenischen Universitäten und zwar alle, die schon vor der
Hochschulgesetzgebung von 1981 existierten. Sie repräsentiert damit etwa 48 Prozent der
Studierenden an Hochschulen (ohne IPs und CFTs) und garantiert Zugang zu exklusiven staatlichen
Zuwendungen.

32 weitere Hochschulen, die nach 1981 gegründet wurden, waren bisher ausgeschlossen, da es
bislang keinen Verfahren gab, weitere Universitäten in die Rektorenkonferenz aufzunehmen. Das
hat sich nun mit der neuen Hochschulrahmengesetzgebung von 2018 geändert und inzwischen
haben zwei Universitäten, die Universidad Alberto Hurtado und die Universidad Diego Portales,
formell die Aufnahme in die Rektorenkonferenz CRUCH beantragt. Es wurden folgende Kriterien
festgelegt, damit eine Hochschule, die noch nicht in der Rektorenkonferenz ist, aufgenommen
werden kann, allerdings nicht aufgenommen werden muss (Richter in eigener Sache ist hier weiter
die Rektorenkonferenz).

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Eine Hochschule, die in die CRUCH aufgenommen werden möchte, muss


seit mindestens 10 Jahren autonom sein
als „avanzada“ akkreditiert sein
am System der Studiengebührenbefreiung teilnehmen
seit mindestens drei Jahren eine bestimmte Mindestpunktzahlen für den Hochschulzugang
verlangen
Master- und Promotionsprogramme anbieten
mit inländischen und ausländischen Universitäten in Netzwerken zusammenarbeiten
einen akademischen Karriereweg anbieten.

6. Wachstumsgrenzen der Hochschulen

Die Hochschulen, die an der Studiengebührenbefreiung teilnehmen, dürfen augenblicklich nicht


mehr als 2,7 Prozent neue Studienplätze schaffen. Das neue Subsekretariat für Erziehung legt alle
drei Jahre fest, wie viele neue Studienplätze die Universitäten maximal bereit stellen können.

II. Neue Rahmengesetzgebung für die staatlichen Universitäten


"Gesetz der staatlichen Universitäten" (Ley de Universidades Estatales)

Neben der allgemeinen Reform der Hochschulrahmengesetzgebung steht ein weiteres


Gesetzgebungsprojekt der Regierung Bachelet, das eigens und ausschließlich die öffentlichen
Hochschulen betrifft. Es soll für eine neue und einheitliche, vom "New Public Management"
beeinflusste Governance​struktur dieser Universitäten sorgen. Staatliche Hochschulen sollen ihre
Selbstverwaltung wie folgt organisieren (es gibt allerdings Ausnahmeregelungen, die es staatlichen
Universitäten unter bestimmten Bedingungen erlauben, von diesem Vorschlag abzuweichen):
1. Consejo Superior (oberstes Gremium der staatlichen Universitäten und Entscheidungsorgan)
2. Consejo Universitario (Legislativorgan, das Vorschläge für eine Änderung der Statuten der
Universität macht, den institutionellen Entwicklungsplan der Universität ausarbeitet, Mitglieder
für den Consejo Superior vorschlägt und in Zusammenarbeit mit der jeweiligen
Regionalregierung ernennt)
3. Rector/a (Exekutivorgan)
4. Contraloria Universitaria (Verwaltung und Rechnungsprüfung)

Neu ist für die staatlichen Universitäten vor allem der Hochschulrat ( Consejo Superior), der die
Aufgabe hat, den Rektor zu beraten und langfristige strategische Entscheidungen zu treffen. Er soll
auch der Universität nicht angehörende Personen enthalten. Drei der Vertreter dieser Consejos
Superiores werden jeweils vom Staatspräsidenten, vertreten durch das Erziehungsministerium,
ernannt, vier weitere Vertreter kommen vom Consejo Universitario (s.u.) der jeweiligen Universität,
ein externer Vertreter soll die Region repräsentieren und sich durch eine besondere berufliche
Karriere auszeichnen. Schließlich soll auch der bzw. die Rektor/in Teil des Hochschulrats sein, so
dass es zu einem Stimmenverhältnis von fünf internen gegenüber vier externen Mitgliedern kommt.

Ebenfalls neu ist der Consejo Universitario, der einer in Lateinamerika traditionell von linken
Gruppierungen erhobenen Forderung nach einem universitären "gobierno triestamental" Rechnung
tragen soll, in dem Dozenten, Studierende und Mitarbeiter repräsentiert sind. Der
Gesetzesvorschlag sieht allerdings vor, dass der Consejo Universitario zu mindestens zwei Dritteln
aus akademischen Vertretern bestehen muss. Von Kritikern wurde gleich bemerkt, dass der neue
Consejo Universitario so eher die Aufgabe eines Feigenblattes einzunehmen scheint, der der
Mitbestimmung von Studierenden und nichtakademischen Mitarbeitern einen eher geringen Einfluss
einräumt. Präsident des Consejo Universitario ist der oder die Rektor/in.

Weitere wichtige Vorgaben des Gesetzes sind:


1. Consejo de Coordinación de Universidades del Estado – Aufgabe dieses interuniversitären
Rates ist die Koordinierung und strategische Planung der Aufgaben der staatlichen
Universitäten. Problematisch an diesem Gremium, das aus Rektoren und Vertretern der
Regierung zusammengesetzt wird, ist, dass es in direkter Konkurrenz zur bisherigen

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Rektorenkonferenz CRUCH steht.


2. Gesetzliche Festlegung einer Grundfinanzierung für die staatlichen Universitäten
3. Auf zehn Jahre angelegter Plan zur Stärkung der staatlichen Universitäten (Plan de
Fortalecimiento)
4. Definition eines Haupteinflussgebietes von regionalen staatlichen Universitäten in ihren Statuten
5. In Regionen mit starkem indigenen Einfluss müssen auch Kosmovisionen von indigenen
Völkern anerkannt, dargestellt und einbezogen werden.

Entscheidend für die Rektoren der öffentlichen Universitäten sind dabei vor allem die gesetzliche
Festschreibung der Mittel für die Grundfinanzierung ihrer Einrichtungen. Dabei dürfen diese
Ausgaben laut Gesetz nicht unter den Ausgaben des Jahres 2016 liegen. Eine zweite
Finanzierungsquelle ist als „Plan zur Finanzierung und Stärkung der Universitäten“ vorerst auf eine
Dauer von zehn Jahren begrenzt und enthält gut 400 Mio. Euro (300 Mrd. chilenische Pesos).

Der öffentliche Finanzierungsanteil des Haushaltes der staatlichen Universitäten wird damit
erheblich steigen. Vor allem von Seiten der privaten Universitäten wird kritisiert, dass hier auf Dauer
eine staatliche Sonderbehandlung für die öffentlichen Hochschulen geschaffen wird, die nur knapp
27 Prozent der Studierenden Chiles ausbilden.

Kritik

In Reaktion auf die inzwischen verabschiedeten zwei neuen Hochschulgesetzgebungen werden


innerhalb der traditionellen und nichttraditionellen privaten Universitäten mehrere Fragen diskutiert:

Erstens, ob sie für den Erhalt ihrer akademischen und finanziell-administrativen Freiheit auf die
staatlich finanzierte Studiengebührenbefreiung verzichten und damit eine erhöhte Segregation ihrer
Studierenden in Kauf nehmen sollen. In Folge der Reform gehen begabte Studenten aus den
unteren Dezilen inzwischen fast ausschließlich an die Universitäten mit Studiengebührenbefreiung,
womit alle Anstrengungen der rein privaten Universitäten, die soziale Herkunft ihrer Studenten zu
verbreitern, zunichte gemacht werden.

Zweitens, ob private Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz CRUCH mit der staatlichen
Übernahme der Studiengebühren – aber ohne staatliche Grundfinanzierung – überhaupt noch
qualitativ hochwertige Hochschulbildung und Forschung zur Verfügung stellen können. Die zu
zahlenden Studiengebühren für einen Studiengang unterliegen mit Beitritt zum System für
Studierende aus neun von zehn Einkommensdezilen einer bürokratischen Deckelung, die von den
Universitäten nicht mehr beeinflusst werden kann, womit die finanzielle Autonomie der Hochschulen
stark eingeschränkt ist. Da die privaten Universitäten innerhalb und vor allem außerhalb der
Rektorenkonferenz, kaum bzw. keine Grundfinanzierung erhalten und außerdem eine bislang
bestehende Finanzierungsquelle durch Subvention für die Aufnahme von Studierenden mit sehr
gutem Abschneiden in der Hochschulzugangsprüfung abgeschafft wurde (aporte fiscal indirecto),
fehlen nun erhebliche Beträge für die Mitfinanzierung unter anderem von Infrastruktur, Forschung,
Publikationsreihen oder Third Mission. Diese Aufgaben sind nämlich in den Zahlungen von Seiten
des Staates für Studierende aus den unteren sechs Einkommensdezilen nicht mehr eingerechnet
und können auch mit den etwas höheren, aber immer noch gedeckelten Studiengebühren der
Dezile sieben bis neun nicht gedeckt, werden, wenn die Universitäten mehr sein wollen als reine
berufsausbildende Institutionen.

Drittens bleibe an der Nationalen Akkreditierungskommission (CNA) fragwürdig, dass neun ihrer
zwölf Mitglieder aus den Universitäten kommen, die sie dann beurteilen sollen.

Viertens wird bemängelt, dass eine wesentliche Stärkung der bisher vernachlässigten regionalen
Universitäten wie auch der technischen Berufsausbildung nicht vorgesehen sei und auch keinerlei
neue Mittel für Forschung, Innovation und Technologietransfer zur Verfügung gestellt werden.

Fünftens sind die Belastungen für den Regierungshaushalt langfristig eher zu hoch, da es auch im
Gesundheitssystem, im Bereich der Finanzierung von Forschung und Entwicklung wie im

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Chile

Pensionssystem einen großen staatlichen Finanzierungsbedarf gibt. Die Regierung gibt schon heute
mit umgerechnet 18.500 Mio. US-Dollar fast ein Viertel ihres Budgets für das Erziehungssystem aus
(La Tercera, 18.03.2018).

Ein sechstes Problem besteht darin, dass nur etwa 30 Prozent der chilenischen Studierenden ihr
Studium in der Regelstudienzeit abschließen. 70 Prozent studieren länger und von ihnen kann die
Universität nach Überschreitung der Regelstudienzeit zukünftig nur noch die Hälfte der
Referenzstudiengebühren verlangen, so dass die andere Hälfte von der Universität getragen werden
muss. Die wird damit gewissermaßen dafür bestraft, dass sie ihre Studenten nicht in der
Regelstudienzeit zum Abschluss führt. Das ist bisher noch kein großes Problem, wird es aber in drei
bis vier Jahren sein, wenn sich eine größere Zahl von Studenten angesammelt hat, die ihr Studium
nach der normalerweise fünf Jahre dauernden Regelstudienzeit nicht abgeschlossen haben. Das
würde dann schnell zu dramatischen Einnahmeverlusten für die Universitäten führen, könnte aber
natürlich auch den Effekt haben, dass die Universitäten die Ansprüche an die Studierenden
verringern, um diese in der Regelstudienzeit zum Abschluss zu führen – beides keine
erstrebenswerten Perspektiven.

III. Geplantes neues Ministerium für Wissenschaft und Technologie

Nach allgemeiner Ansicht ist das augenblickliche chilenische System der Forschung, Wissenschaft
und Technologieförderung sehr vielfältig, ungeordnet und wenig artikuliert.

Deswegen hat die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet am 16. Januar 2017 ein
Gesetzesvorhaben zur Schaffung eines Ministeriums für Wissenschaft und Technologie auf den
Weg gebracht. Ziel des Gesetzes ist es, ein System zu schaffen, das die Vielfalt bewahrt, aber eine
sehr viel besser integrierte Förderlandschaft mit miteinander verbundenen und aufeinander
bezogenen Förderinstrumenten schafft. So sollen etwa die sehr heterogenen Formen der Förderung
von Forschungs- und Technologiezentren (Centros Regionales, Basales, de Excelencia etc.) durch
eine Politik der Forschungszentren (Política de Centros) geordnet werden.

Weiter soll auch die Förderung des wissenschaftlich ausgebildeten Humankapitals (política de
formación de capital humano avanzado) weiterentwickelt werden, zum Beispiel sollen zukünftig
verstärkte Anstrengungen unternommen werden, um die Integration von zurückkehrenden, im
Ausland promovierten Wissenschaftlern in Unternehmen und den öffentlichen Sektor Chiles zu
verbessern. Auch für aus dem Ausland zurückkehrende Wissenschaftler sollen Förderprogramme
zur Verfügung stehen, mit denen sie eigene Forschungsgruppen schaffen bzw. sich in spezielle
Forschungszentren eingliedern können.

Das Gesetzesvorhaben schlägt vor, den Nationalen Forschungsrat CONICYT als ausführende
Einheit dem neuen Ministerium zu unterstellen und in "Agencia de Investigación y Desarrollo" (AID)
umzubenennen. Weiter soll der 2016 eingerichtete und aus sieben Personen bestehen​de Consejo
de la Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica als "Consejo Nacional de Ciencia,
Tecnología e Innovación" verstetigt werden. Dieser würde dann Strategieplanung betreiben. Zudem
wird ein interministerielles Komitee für Wissenschaft, Technologie und Innovation einberufen
(bestehend aus Vertretern der Ministerien für Wissenschaft und Technologie, Bildung, Finanzen,
Wirtschaft sowie für Wirtschaftsförderung und Tourismus), das die allgemeinen Linien der
Wissenschaftspolitik festlegt, um so gemeinsam das nationale Innovationssystem durch integriertes
und artikuliertes Handeln mit strategischer Ausrichtung zu verstärken.

Das neue Wissenschafts- und Technologieministerium hätte nach Aussagen von Ex-Präsidentin
Bachelet die Aufgabe „den Präsidenten der Republik bei der Planung, Gestaltung, Koordination,
Umsetzung und Evaluierung von Politikentwürfen, Zielsetzungen und Programmen zur Stärkung von
Wissenschaft und Technologie zu beraten und zu unterstützen." (Quelle: CONICYT, 2017)

Die Programme und Förderinstrumente der aus dem CONICYT entstehenden neuen Agentur
werden vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie zusammen mit dem Consejo Nacional
de Ciencia, Tecnología e Innovación und dem Comité Interministerial de Tecnología e
Innovación entworfen. Die staatliche Agentur für Wirtschaftsförderung CORFO wird weiterhin dem

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Wirtschaftsministerium unterstellt sein. Das bisher dort angesiedelte Millenium-Programm zur


Förderung der Forschung soll dann dem neuen Ministerium für Wissenschaft
und Technologie zugeordnet werden und zwar im Rahmen einer koordinierten Politik für
Forschungszentren.

Das Gesetzesvorhaben zur Einrichtung eines Ministeriums für Wissenschaft und Technologie
konnte bis zum Ende der Amtszeit von Präsidentin Bachelet nicht verabschiedet werden, strittig war
am Ende nur noch eine (nach Auffassung vieler Experten marginale) Frage der Patentierung,
und im Mai 2018 wurde das Gesetz zur Schaffung des neuen Ministeriums von der neuen
Regierung Piñera endgültig verabschiedet. Als eine Besonderheit des neuen Ministeriums ist
geplant, dass dessen regionale Repräsentanten nicht in jeder einzelnen der fünfzehn Regionen
vertreten sein werden, sondern überregional gewissermaßen mehrere Regionen zusammenfassend
bearbeiten sollen.

b. Wirtschaft

Diagramm 1: Entwicklung des BIP US-Dollar, in Milliarden

320

240

160

80

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 1: BIP US-Dollar, in Milliarden

Chile (2016) 247


Im Vergleich: Deutschland (2016) 3.477
Quelle: The World Bank. Data

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Diagramm 2: Entwicklung des BIP pro Kopf in KKP US-Dollar

32 Tsd

24 Tsd

16 Tsd

8 Tsd

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 2: BIP pro Kopf in KKP US-Dollar

Chile (2016) 23.960


Im Vergleich: Deutschland (2016) 48.884
Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 3: Wirtschaftswachstum in Prozent

Chile (2016) 1,59


Im Vergleich: Deutschland (2016) 1,94
Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 4: Inflation in Prozent

Chile (2016) 3,79


Im Vergleich: Deutschland (2016) 0,48
Quelle: The World Bank. Data

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Kennzahl 5: Export / Import US-Dollar, in Millionen

Export nach Deutschland (2017) 1.084


Import aus Deutschland (2017) 2.650
Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

Kennzahl 6: Rang des Landes beim Außenhandel mit Deutschland

Rang des Landes bei deutschen Exporten (2016) 53


Rang des Landes bei Importen nach Deutschland (2016) 59
Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

Kennzahl 7: Gini-Koeffizient

Chile (2015) 47
Im Vergleich: Deutschland (2015) 30
Quelle: The World Bank. Data (Chile) , Statistisches Bundesamt (Deutschland)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chiles hat sich in den letzten 14 Jahren fast verdreifacht. Chile
liegt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 23.960 US-Dollar inzwischen an der Spitze in
Lateinamerika und erreicht damit etwa die Hälfte des Durchschnittsein​kommens in Deutschland. Die
Zahlen relativieren sich allerdings erheblich, wenn man be​denkt, dass die Einkommensungleichheit
in Chile außerordentlich hoch ist und der monatliche Mindestlohn im Jahr 2017 bei 264.000
chilenischen Pesos, also etwa 355 Euro, lag. Chile ist Mitglied aller wichtigen internationalen
Wirtschaftsorganisationen – unter anderem Welthandelsorganisation (WTO), Internationaler
Währungsfond (IWF), Weltbank – und wurde 2010 als zweites Land in Lateinamerika (nach Mexiko)
in die OECD aufgenommen. Die Wachstumszahlen in Chile sind – allerdings auf niedrigerem
Niveau – weiterhin stabil und gehörten im Durchschnitt der letzten 20 Jahre zu den höchsten
weltweit. Hinzu kommen eine im Vergleich geringe Brutto-Staatsverschuldung von 25 Prozent
des BIP 2017 und eine Netto-Staatsver​schuldung (unter Einberechnung von Staatsbesitz) von 2,3
Prozent des BIP, hohe Währungsreserven, für die nächsten Jahrzehnte relativ sichere
Exportprodukte im Rohstoffsektor und vergleichsweise verlässliche institutionelle
Rahmenbedingungen (Quelle: La Tercera: Deuda fiscal llegará a 25,2 Prozent del PIB en 2017, su
mayor nivel en 24 años. 04.10.2016).

Kritisch zu bemerken ist jedoch, dass die Staatseinahmen Chiles zu 20 Prozent von
Rohstoffausfuhren abhängen und schon der für die Staatseinnahmen zweitwichtigste Sektor,
die Nahrungsmittelproduktion, mit 2,6 Prozent etwa achtmal kleiner ist. Kurz, die chilenische
Wirtschaft und besonders der Exportsektor sind extrem rohstoffabhängig, wenig diversifiziert und
von Oligopolen geprägt. Besonders abhängig ist Chile als weltweit größter Kupferexporteur vom
Kupferpreis. Nach Angaben der Comisión Chilena del Cobre (Cochilco) ist dieser von
durchschnittlich 3,1 US-Dollar/lb im Jahr 2014 zunächst auf 2,5 US-Dollar/lb im Jahr 2015 und
Anfang 2016 dann auf 2,04 US-Dollar/lb gefallen, so dass der Internationale Währungsfond
(IWF) aufgrund des Kupferpreisverfalls an den Weltmärkten seine Wachstumsprognose für Chile
2016 deutlich nach unten korrigierte und der chilenische Staatshaushalt immer stärker unter Druck

12
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

geriet. Inzwischen hat sich der Kupferpreis wieder stabilisiert und die chilenische Zentralbank
prognostiziert für das Jahr 2018 eine Wachstumsrate zwischen 3 und 4 Prozent (März 2018).

Die Verschuldungsquote des Landes betrug nach Daten des IWF 18,1 Prozent (laut chilenischem
Finanzministerium etwa 17,1 Prozent) und wird sich voraussichtlich leicht erhöhen. Zum Ausgleich
hat die chilenische Regierung die strategische Bedeutung eines anderen Rohstoffs, nämlich Lithium,
erkannt. In Argentinien, Bolivien und Chile befinden sich bislang die größten Lithiumvorkommen
weltweit und der Lithiumpreis steigt immer noch weiter. Staatspräsidentin Michelle Bachelet hat
angekündigt, dass es für Lithiumvorkommen vorerst keine private Konzessionsvergabe geben wird
und der Abbau dieser Vorkommen vor allem in den Händen des staatlichen Bergbauunternehmens
Codelco liegen soll. Dabei ist allerdings eine gewisse Skepsis angebracht, denn die heutigen Erlöse
aus dem Lithiumanbau betragen weniger als ein Hundertstel der Erlöse aus dem Kupferbergbau.

Obwohl Chile in der Armutsbekämpfung Fortschritte macht, ist die Einkommensungleich​heit nach
wie vor hoch. Der Gini-Koeffizient von 0,47 im Jahr 2015 hat sich nur leicht verbessert und wird
beispielsweise von Argentinien, Nicaragua, Peru und Uruguay übertroffen. Im lateinamerikanischen
Vergleich liegt er damit eher im Durchschnitt: Argentinien (2014: 0,42), Brasilien (2015: 0,51),
Kolumbien (2015: 0,51), Mexiko (2014: 0,48), Peru (2015: 0,44), Uruguay (2015: 0,41), während er
in Deutschland bei 0,30 lag. Gleichwohl konnte die Armut und die extreme Armut in den letzten
Jahren in Chile deutlich reduziert werden. So galten im Jahr 2015 nur noch 11,7 Prozent der
Gesamtbevölkerung als arm. Das ist ein starker Rückgang im Vergleich zum Jahr 2006 mit 29,1
Prozent der Gesamtbevölkerung. Die offiziellen Zahlen sind allerdings jüngst von einer Studie der
Fundación Sol in ihrer Aussagekraft bezüglich der Armut in Chile bezweifelt worden (Quelle: Casen
2015, nach El Mostrador, 31.07.2017).

Die durchschnittlichen jährlichen Studiengebühren liegen je nach Universitätstyp 2017 zwischen


7.654 Dollar für eine staatliche Universität und 7.156 Dollar für eine private Universität.

Deutschlands Attraktivität wird auch dadurch erhöht, dass chilenische Schulabgänger als die ein​‐
zigen Schulabgänger Lateinamerikas mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten in der
chilenischen Hochschulzugangsprüfung PSU gleichzeitig die Zugangsberechtigung zu deut​schen
Hochschulen erwerben, eine Punktzahl, die knapp 20 Prozent aller Studierenden, die die Hoch​‐
schulzugangsprüfung in Chile ablegen, erreichen. Bemerkenswert ist auch, dass Chile schon heute
das lateinamerikanische Land mit der im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zweithöchsten Anzahl von
Studierenden an deutschen Universitäten ist, was sich einerseits mit dem relativ hohen
Durchschnittseinkommen der chilenischen Mittelklasse und andererseits mit den hohen
Studiengebühren in Chile, aber auch mit einem selbst in Lateinamerika außergewöhnlich positiven
Deutschlandbild erklären lässt. An der Attraktivität Deutschland wird sich auch durch die Einführung
der Studiengebührenbefreiung kaum etwas ändern, da diese nur grundständige Studiengänge
betrifft, während die überwiegende Anzahl der chilenischen Studierenden in Deutschland an einem
postgradualem Studium interessiert ist, das in Chile weiterhin hohe Kosten mit sich bringt.

Die Jugendarbeitslosigkeit (Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren) ist in den letzten Jahren
rückläufig und lag zuletzt bei 15,4 Prozent. Die allgemeine Arbeitslosigkeit lag dagegen nur bei 5,8
Prozent (Quelle: Expansión - Datosmacro.com: El desempleo en Chile. 2017 ). Vor allem Bewerber
ohne ter​tiäre Ausbildung oder mit einer nicht akkreditierten Ausbildung haben Probleme am
Arbeitsmarkt. (Im Jahr 2015 waren nach Auskunft des chilenischen Bildungsm​ini​steriums 76 Prozent
aller tertiären Studiengänge in Chile nicht akkreditiert.)

13
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

c. Bevölkerung

Diagramm 3: Bevölkerungsentwicklung

20 Mio

15 Mio

10 Mio

5 Mio

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Gesamtbevölkerung
15- bis 24-jährige

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 8: Bevölkerungszahl absolut

Chile (2016) 18.131.850


Im Vergleich: Deutschland (2016) 80.682.351
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 4: Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 24-Jährigen in Prozent
(Entwicklung)

32

24

16

0
2009 2011 2013 2015

15- bis 19-Jährige


20- bis 24-Jährige

Quelle: OECD. Data

14
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Kennzahl 9: Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 24-Jährigen in Prozent

Unter den 15- bis 19-Jährigen (2015) 11,45


Im Vergleich: Deutschland (2015) 2,17
Unter den 20- bis 24-Jährigen (2015) 20,73
Im Vergleich: Deutschland (2015) 4,76
Quelle: OECD. Data, Statistisches Bundesamt. Genesis-Online (Deutschland)

Diagramm 5: Prognose der Bevölkerungsentwicklung

24 Mio

18 Mio

12 Mio

6 Mio

0
2015 2020 2025 2030 2035 2040 2045 2050 2055 2060 2065

Quelle: UN Population Division

Die Einwohnerzahl Chiles ist im Verlauf der vergangenen fünfzehn Jahre um circa zwei Millionen
gestiegen. Im Jahr 2016 leben etwa 18.130.000 Menschen in Chile. Die Gesamtbevölkerung wird
kontinuierlich weiterwachsen und den Prognosen zufolge ab 2035 die 20-Millionen-Marke
überschritten haben. Insgesamt verflacht die Bevölkerungskurve jedoch und vergleichbar starke
Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahrzehnten sind nicht mehr zu erwarten, da das Land
Mitglied der OECD und seit mehreren Jahren ein Upper-Middle-Income-Land ist. Mit steigendem
Einkommen und Bildungsgrad nimmt die Geburtenrate in aller Regel ab. Folglich ist die Gruppe der
15- bis 24-Jährigen für die nächsten zehn Jahre schon minimal rückläufig. Auf Grund der geringen
Veränderung und der immer noch wachsenden Teilnahme an tertiärer Bildung wird die
demographische Entwicklung jedoch keine größeren Einbrüche für die Teilnahme an
Hochschulbildung zur Folge haben. Darüber hinaus wirkt dem minimalen Rücklauf der
Studieninteressierten eine durch die studentischen Proteste seit 2011 hervorgerufene erhöhte
staatliche Investition in den Bildungsbereich entgegen. Augenblicklich nehmen etwa 40 Prozent
eines Jahrgangs tertiäre Bildung wahr, wobei die in Chile zur Hochschulbildung gehörende
Berufsausbildung mit einbeschlossen ist. Ohne sie wären es etwa 20 Prozent eines Jahrgangs. Es
ist folglich mit einer sich weiter erhöhenden Zahl von Studieninteressierten zu rechnen. Da die
chilenische Regierung in der zweiten Amtszeit von Präsidentin Michelle Bachelet eine umfassende
Reform der Hochschulrahmengesetzgebung verabschiedet hat, die für einen erheblichen Teil der
ärmeren Bevölkerung eine Befreiung von Studiengebühren erreicht hat, ist auch weiter mit
wachsenden Studentenzahlen zu rechnen.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

2. Hochschul- und Bildungswesen

a. Historische Entwicklung

Chile ist seit vielen Jahrzehnten eines der wichtigsten Partnerländer des DAAD in Lateinamerika
und rangiert bezüglich der an deutschen Hochschulen eingeschrieben lateinamerikanischen
Studierenden aktuell an fünfter Stelle. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Santiago im Januar 2013
besucht und die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern bekräftigt. Beide Seiten beschlossen
unter anderem, die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Rohstoffe zu vertiefen. Die
ehemalige Staatspräsidentin Michelle Bachelet besuchte Deutschland im Oktober 2014, und im Juli
2016 stattete auch der damalige Bundespräsident Joachim Gauck Chile einen Besuch ab.

Bis zum Jahr 1980 gab es in Chile nur einen Hochschultyp, nämlich die Universitäten. Im Jahr
1980/1981 wurde unter der Militärdiktatur eine neue Hochschulrahmengesetzgebung geschaffen,
durch die mittels Abspaltung von regionalen Zweigstellen (vor allem von der Universidad de Chile,
der Universidad de Santiago und der Pontificia Universidad Católica) aus den bis dahin bestehenden
acht Universitäten 17 wurden. Bis 1980 waren alle Universitäten – gleichgültig, ob ihre Rechtsform
öffentlich oder privat war – staatlich finanziert. Seit 1980 wurde die staatliche Finanzierung der
Hochschulen der Rektorenkonferenz CRUCH kontinuierlich verringert. Durch die
Hochschulrahmengesetzgebung der Militärdiktatur wurde Chile eines der OECD-Länder mit der
ausgeprägtesten Segregation und mit den höchsten privaten Kosten im Bildungsbereich. Inzwischen
steigt jedoch der Anteil der staatlichen Finanzierung durch die aktuelle Reform der
Hochschulrahmengesetzgebung (2018) und die Studiengebührenbefreiung (seit 2016) wieder an.

Außerdem schuf die Hochschulrahmengesetzgebung von 1980/1981 zwei neue Typen von tertiären
Bildungsinstitutionen, nämlich die Centros de Formación Técnica (CFT) und die Institutos
Profesionales (IP). Zudem erlaubte sie die einfache Gründung von neuen Universitäten mit einer
minimalen Aufsicht durch Notariatsakte, während die 27 CRUCH-Universitäten alle auf präsidiale
Erlasse (Dekrete) bzw. Initiativen des Vatikans zurückgehen.

Eine der Hauptaufgaben, die sich die Regierung von Staatspräsidentin Michelle Bachelet zu Beginn
ihrer Amtszeit im März 2014 stellte, war es daher, umfassende Reformen anzustoßen, um den
Bildungszugang und -erfolg zu verbessern und gleichzeitig die Qualität von Schulen, beruflicher
Ausbildung und Hochschulen zu steigern. Im Bereich der Hochschulen wurden die Studiengebühren
in öffentlich geförderten tertiären Bildungseinrichtungen für Studierende aus den unteren sechs
Einkommensdezilen abgeschafft und der generelle Zugang zu tertiärer Bildung verbessert. Auch das
private Abschöpfen von Gewinnen aus mit öffentlichen Mitteln geförderten Institutionen wurde weiter
erschwert, indem erstmals mit einem Subsektretariat und einer Superintendenz eine regulierende
und eine beaufsichtigende Behörde geschaffen wurde.

b. Rolle des Staates / Autonomie

Chile ist ein Zentralstaat; die staatliche Finanzierung der Hochschulen kommt aus dem nationalen
Bildungsministerium, das mit einer Subdirektion für Hochschulbildung (educación superior)
zuständig ist. Die Rolle des Staates war mit den Hochschulrahmengesetzgebungen der Diktatur
1981 und der Ley Orgánica Constitucional de Enseñanza (LOCE) von 1990 auf ein Minimum
beschränkt worden.

Seit 2009 übernimmt der Consejo Nacional de Educación (CNE) die Lizenzierung einer Institution,
die Universität werden möchte, allerdings nur für private Universitäten außerhalb der chilenischen
Rektorenkonferenz und nicht zum Beispiel für die beiden 2015 neu geschaffenen staatlichen
Universitäten in den Regionen Aysén und O’Higgins. Die Lizenzierung ist ein jährlicher Prozess von
mindestens sechs Jahren nach Beginn des Lehrbetriebs an einer neuen Institution und kann einmal
um fünf Jahre verlängert werden. Am Ende des Prozesses steht entweder die Autonomie der neuen
Institution oder ihre Schließung.

16
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Der CNE dient auch als Berufungsinstanz, wenn eine Universität eine Entscheidung der 2006
geschaffenen Comisión Nacional de Acreditación (CNA) bezüglich institutioneller Akkreditierung und
der Akkreditierung einzelner Studiengänge anfechten möchte. (Beide Formen der Akkreditierung
sind freiwillig.)

c. Finanzierung der Hochschulen

Diagramm 6: Gesamtgesellschaftliche Bildungsausgaben in Prozent


(öffentlich) in Prozent des BIP

6,0

4,5

3,0

1,5

0,0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 7: Anteil der jährlichen Bildungsausgaben in Prozent der in Prozent


Regierungsausgaben insgesamt

24

18

12

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

17
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Diagramm 8: Anteil der jährlichen Ausgaben für tertiäre Bildung in in Prozent


Prozent der Regierungsausgaben für Bildung insgesamt

32

24

16

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 10: Bildungsausgaben in Prozent

Gesamtgesellschaftliche Bildungsausgaben (öffentlich) in


Prozent des BIP (2015) 4,92
Im Vergleich: Deutschland (2014) 4,95
Anteil der jährlichen Bildungsausgaben in Prozent der
Regierungsausgaben insgesamt (2015) 18,90
Im Vergleich: Deutschland (2014) 11,14
Anteil der jährlichen Ausgaben für tertiäre Bildung in
Prozent der Regierungsausgaben für Bildung insgesamt
(2015) 25,68
Im Vergleich: Deutschland (2014) 26,59
Quelle: UNESCO Institute of Statistics, UNESCO Institute of Statistics, UNESCO Institute of Statistics

Nach OECD-Daten beliefen sich die öffentlichen Ausgaben für den tertiären Bildungssektor in Chile
im Jahr 2010 nur auf 22,1 Prozent, während diese im OECD-Vergleich im Mittel bei
68,4 Prozent lagen. Der "Educaction Policy Outlook Chile" (2013) der OECD stellt darüber hinaus
fest, dass in Chile der Anteil der direkten öffentlichen Finanzierung des tertiären Bereichs nur
59,6 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben für den tertiären Sektor ausmachte. Dieser Anteil
lag im OECD-Vergleich im Durchschnitt bei 78,3 Prozent. Von den indirekten öffentlichen Ausgaben
für den tertiären Sektor entfielen 15,5 Prozent auf Stipendien und 20,3 Prozent auf Kredite, während
das im OECD-Vergleich 11,4 bzw. 9,8 Prozent waren.

Seit 2010 und besonders seit der Einführung einer Studiengebührenbefreiung für Studierende der
unteren Einkommensdezile im Jahr 2016 unternimmt Chile jedoch vermehrt Anstrengungen, den
Anteil der öffentlichen Ausgaben für den tertiären Sektor deutlich zu erhöhen.

18
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Es muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen einer staatlichen Finanzierung der


Studierenden und einer Finanzierung der Institutionen einerseits und zwischen vier
unterschiedlichen Gruppen von Universitäten andererseits, wobei sehr deutlich wird, dass
die privaten Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz, die an der Studiengebührenbefreiung
teilnehmen, die wenigsten Finanzierungsmöglichkeiten haben.

1. Staatliche Universitäten in der Rektorenkonferenz

Die 18 staatlichen Universitäten sind die Gewinner der beiden neuen


Hochschulrahmengesetzgebungen vom Januar 2018. Dort wurde gesetzlich festgelegt, dass die
Grundfinanzierung ihrer Einrichtungen nicht unter den Ausgaben des Jahres 2016 liegen darf.
Zweitens wurde eine neue Finanzierungsquelle geschaffen, die zwar auf eine Dauer von zehn
Jahren begrenzt ist, aber als „Plan zur Finanzierung und Stärkung der Universitäten“ umgerechnet
gut 400 Millionen Euro enthält.

Die staatlichen Universitäten haben auch schon vor der Reform vom Januar 2018 die meisten
öffentlichen Mittel erhalten, so dass vor allem der öffentliche Finanzierungsanteil des Haushaltes der
staatlichen Universitäten in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

2. Private Universitäten in der Rektorenkonferenz

Die bisher gegenüber den staatlichen Universitäten nur geringfügig schlechter gestellten privaten
Universitäten innerhalb der Rektorenkonferenz (sogenannte G9-Universitäten) haben keinen Zugriff
auf den Plan zur Finanzierung und Stärkung der Universitäten und erhalten auch eine
geringere Grundfinanzierung.

3. Private Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz, die nicht an der


Studiengebührenbefreiung teilnehmen

Diese 26 Universitäten erhalten zwar keine staatlichen Mittel zur Grundfinanzierung und keinen
staatlichen Ersatz für Studiengebühren, können aber ihre Gebühren frei festlegen und damit
autonom wirtschaften.

4. Private Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz, die an der


Studiengebührenbefreiung teilnehmen

Fünf private Universitäten – die Universidad Diego Portales, die Universidad Cató​lica Silva
Henríquez, die Universidad Autónoma, die Universidad Finis Terrae und die Universidad Alberto
Hurtado – haben sich dem System der Studiengebührenbefreiung angeschlossen
(Quelle: www.gratuidad.cl). Sie erhalten keine Grundfinanzierung und können zugleich nur für
Studierende aus dem zehnten und damit höchsten Einkommensdezil die Studiengebühren
frei festlegen, was ihre finanzielle Autonomie erheblich einschränkt.

Wegen der sich daraus ergebenden zum Teil dramatischen Finanzierungsschwierigkeiten drohen
etwa die Universidad Diego Portales und die Universidad Finis Terrae damit, sich aus dem System
der Studiengebührenfreiheit wieder zurückzuziehen.

Es besteht ebenfalls die Forderung, dass neben der geplanten Studiengebührenbefreiung ein
parallel existierendes staatliches Stipendien- und Kreditsystem für diejenigen Universitäten erhalten
bleibt, die an der Abschaffung der Studiengebühren nicht teilnehmen wollen oder können, da
immerhin 52 Prozent der chilenischen Studierenden nicht an Universitäten der Rektorenkonferenz
CRUCH studieren.

Studiengebühren

An allen Hochschulen in Chile werden – zumindest für eine Teilgruppe der Studierenden –
Studiengebühren verlangt. In der OECD war Chile bislang – nach Japan und Südkorea – das Land
mit den höchsten privaten Kosten für eine tertiäre Ausbildung. Die jährlichen Studiengebühren lagen
je nach Studiengang zwischen etwa 2.500 Euro (BWL als günstiger Studiengang) und rund 10.800

19
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Euro (die teuersten Medizin- und Zahnmedizinstudiengänge, hier lag die Grenze im Jahr 2018 bei
7.952.520 CLP für ein Studium der Zahnmedizin an der Universidad Andres Bello). Dabei gab es bis
Mitte 2016 keine wesentlichen Unterschiede zwischen den nicht-traditionellen privaten Universitäten
sowie den traditionellen privaten Universitäten und den staatlichen Universitäten innerhalb der
Rektorenkonferenz CRUCH. Wichtiger waren regionale Unterschiede: So lagen die
Studiengebühren in der Metropolenregion Santiago bei durchschnittlich 4.500 Euro pro Jahr und in
der armen Region Aysén bei 2.100 Euro. Durch die Einführung der Studiengebühren seit 2016 und
erstmals gesetzlich verankert seit dem Jahr 2018 kann sich das zukünftig ändern. Der Zugang zur
Befreiung von Studiengebühren beruht auf einem System der Einkommensdezile, die die ganze
Bevölkerung in 10-Prozent-Gruppen aufteilt und feststellt, was das minimal und maximal erreichte
Einkommen in jedem Dezil ist. Zu welchem Dezil eine Familie gehört, wird festgestellt, indem das
Familieneinkommen zusammengerechnet und durch die Anzahl der Personen geteilt wird.

Der Studiengebührenbefreiung, mit der eine staatliche Festlegung und Finanzierung von
Studiengebühren je nach Studiengang einhergeht, haben sich bislang 33 von 58 Universitäten
angeschlossen. Eine komplementäre Finanzierung durch Studienbeiträge ist verboten. Die Kosten
eines Studiengangs unterliegen damit einer administrativen Deckelung, womit für einige Institutionen
eine kostendeckende Finanzierung der Hochschulen gefährdet ist. Außerdem wird kritisiert, dass
das parallele System von Studiengebührenfreiheit für die Dezile 1 bis 6 sowie von ebenfalls staatlich
festgelegten Referenzstudiengebühren für die Dezile 7 bis 9 und völliger Freiheit bei der Höhe der
Studiengebühren für das höchste Einkommensdezil 10 nur schwer vermittelbar sei und unter
Studierenden zu Diskriminierungsgefühlen und weiterer Segregation führe.

Referenzstudiengebühren

Der chilenische Staat legte bisher für alle von der nationalen Akkreditierungskommission (CNA)
akkreditieren Studiengänge eine Referenzstudiengebühr (arancel de referencia) fest, die den
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert (return of investment) und die Kosten des betreffenden
Studiengangs berücksichtigte. Diese Referenzstudiengebühren waren auch in der Vergangenheit
schon das staatliche Finanzierungsmaximum für Stipendien und Kredite und sind nun mit Einführung
der Studiengebührenbefreiung der Betrag, der den Universitäten für Studenten, die von
Studiengebühren befreit wurden, erstattet wird.

Diese Aufgabe der Festlegung der Referenzstudiengebühren geht zukünftig an ein vom Ministerium
unabhängiges Expertengremium über.

Stipendien

Die meisten Stipendienprogramme sind an bestimmte sozioökonomische Voraussetzungen


gebunden, die von den Einkommensverhältnissen der Eltern abhängen. Die Klassifikation basiert
auf einem System von 10-Prozent-Schritten (sogenannten Dezilen). Es sind im Allgemeinen die
niedrigsten 70 Prozent der Einkommensklassen zur Stipendienbewerbung zugelassen, also eine
ziemlich breite Bevölkerungsgruppe. Dabei wird zur Bestimmung das gesamte verfügbare
Familieneinkommen zusammengerechnet und durch die Zahl der Familienmitglieder geteilt (siehe:
http://portal.beneficiosestudiantiles.cl).

Aktuell gibt es in Chile zwölf verschiedene nationale Stipendienprogramme:


Zwei dieser Programme verfolgen das Ziel, mehr und bessere Schulabgänger zum
Lehramtsstudium zu bewegen (Beca Vocación de Profesor). Mit einem Ergebnis ab 600
Punkten in der Hochschulzulassungsprüfung PSU werden die realen Studiengebühren und
die Immatrikulationsgebühren vollständig vom Staat übernommen. Zwei Besonderheiten
charakterisieren diese Stipendienprogramme: erstens gibt es ab 700 Punkten in der PSU auch
ein Teilstipendium für die Lebenshaltungskosten und zweitens können sich Schulabgänger aller
Einkommensklassen bewerben, es gibt also keine sozioökonomischen
Zugangsbeschränkungen.
Ein Stipendienprogramm für Kinder von Schullehrern aus den 80 Prozent der Bevölkerung mit
geringerem Einkommen mit wenigstens 500 Punkten in der PSU und einem Notendurchschnitt

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

von mindestens 5,5 (aus einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die Bestnote darstellt) in der
Sekundarstufe.
Zwei Stipendienprogramme für Bewerber aus den 80 Prozent der Bevölkerung mit geringerem
Einkommen, die besonders gute PSU-Ergebnissen aufweisen.
Beca Excelenica Académica für Bewerber, die an ihrer Schule einen Notendurschnitt
aufweisen, mit dem sie zu den besten 10 Prozent der Studenten der Schule gehören.
Beca Puntaje PSU für Bewerber, die die höchstmögliche Punktzahl in der PSU erreicht haben:
das Maximum von 850 Punkten.
In beiden Programmen gibt es eine Maximalübernahme von Studiengebühren bis zu
1.150.000 Pesos (augenblicklich circa 1.600 Euro).
Ein Stipendienprogramm (Beca Bicentenario) für Studienanfänger an CRUCH-Universitäten für
Bewerber aus den 70 Prozent der Bevölkerung mit geringerem Einkommen, die gute PSU-
Ergebnissen mit über 500 Punkten aufweisen: eine Maximalübernahme der
Referenzstudiengebühren.
Ein Stipendienprogramm (Beca Juan Gómez Millas) für Studienanfänger an akkreditierten
Universitäten für Bewerber aus den 70 Prozent der Bevölkerung mit geringerem Einkommen,
die gute PSU-Ergebnissen mit über 500 Punkten aufweisen: Maximalübernahme von
Studiengebühren bis zu 1.150.000 Pesos (augenblicklich circa 1.600 Euro).
Zwei Stipendienprogramme für technische Studiengänge (Beca Excelencia Técnica, Beca
Nuevo Milenio) für Studenten aus den 70 Prozent der Bevölkerung mit geringerem Einkommen
mit einem Schulnotendurchschnitt von 5 oder besser (Bestnote 7).
Ein Stipendienprogramm für Bewerber (Beca de Articulación) aus den 70 Prozent der
Bevölkerung mit geringerem Einkommen mit einem technischen berufsausbildenden Abschluss,
die einen akademischen Titel erwerben wollen.
Ein Stipendienprogramm (Vollstipendium) für Opfer und Kinder von Opfern der Militärdiktatur
(Beca Reparación).
Ein Stipendienprogramm (150 Plätze) für Studierende aus anderen lateinamerikanischen
Ländern und der Karibik mit Aufenthaltsstatus in Chile aus den 70 Prozent der Bevölkerung mit
geringerem Einkommen, die die Aufnahmebedingungen an einer chilenischen
Hochschule erfüllen: Maximalübernahme von Studiengebühren bis zu 1.150.000 Pesos
(augenblicklich ca. 1.600 Euro)

In drei Stipendienprogrammen (Bicentenario, Juan Gómez Millas und Nuevo Millenio) gibt es
spezielle Plätze für Studierende mit körperlicher Behinderung (450 Plätze) aus den 70 Prozent der
Bevölkerung mit geringerem Einkommen und einem PSU-Ergebnis von mindestens 5,0. Außerdem
gibt es Abschlussstipendien für Studenten von drei Universitäten, die sich im Prozess der
Schließung befinden, wie auch ein Programm für Familien, die von einer Naturkatastrophe im
Norden des Landes im Jahr 2015 besonders betroffen waren.

Kredite

Fondo solidario de crédito universitario:


Der Fondo solidario de crédito universitario ist ein 1981 während der Militärdiktatur geschaffener
Studienkredit, der nur Studierenden der 27 CRUCH-Universitäten zusteht, die wenigstens 475
Punkte in der staatlichen Hochschulzugangsprüfung PSU erreicht haben und zu den 80 Prozent der
einkommensärmeren Bevölkerung zählen. Er wird mit 2 Prozent verzinst.

Crédito con aval del Estado (CAE):


Seit 2005 können alle chilenischen Studierenden an allen vom Consejo Nacional de Educación
anerkannten Hochschulen einen Studienkredit ab 200.000 Pesos bis zu einem Maximum, nämlich
den staatlich festgelegten Referenzstudiengebühren, erhalten. Er wurde bis 2011 mit 5,8 Prozent
verzinst und seitdem mit 2 Prozent. Der CAE soll abgeschafft und durch ein Kreditsystem ohne
Bankenbeteiligung ersetzt werden, es ist allerdings noch unklar, ob dieser Plan durchgesetzt
werden kann.

21
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Aporte fiscal directo (AFD)

Nur die CRUCH-Universitäten haben Zugang zu direkter staatlicher Finanzierung (Aporte Fiscal
Directo), die zu 95 Prozent nach einem historischen Schlüssel und zu nur 5 Prozent nach
kompetitiven Kriterien (wie zum Beispiel Ratio Studierende : Professoren, Anzahl der Dozenten mit
postgradualen Titeln, Anzahl der Forschungsprojekte und Promotionsprogramme,
Forschungsleistungen) ausgeschrieben werden. Daher erklärt sich auch ein gewisser
Monopolcharakter der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH, die wenig Interesse daran hat,
weitere Universitäten in ihre Reihen aufzunehmen.

Spenden

Eine weitere potentielle Einnahmequelle der chilenischen Universitäten sind Spenden zum
Beispiel von ehemaligen Schülern, Unternehmen oder Stiftungen. Eine Studie hat jüngst belegt,
dass in den fünf Jahren von 2012-2016 etwa 103.000.000.000 CLP, also umgerechnet etwa 140
Mio. Euro an chilenische Universitäten gespendet wurde. Davon gingen etwa 90 Prozent an 10 von
58 Universitäten und 63 Prozent an zwei private Universitäten. Unter den ersten 10 fanden sich
auch drei staatliche Universitäten, die zusammen allerdings nur 11 Prozent der Spenden erhielten.

Die Verteilung der Spenden im Einzelnen:

1. Universidad Católica (CRUCH, privat G 9):


ca. 44 Mio. Euro = 32 Prozent

2. Universidad de los Andes (privat):


ca. 43 Mio. Euro = 31 Prozent

3. Universidad de Chile (CRUCH, staatlich):


ca. 13 Mio. Euro = 9,7 Prozent

4. Universidad del Desarollo (privat, Opus Dei):


ca. 8 Mio. Euro = 5,8 Prozent

5. Universidad Alberto Hurtado (privat, Jesuiten):


ca. 4 Mio. Euro = 2,9 Prozent

6. Universidad Católica del Norte (CRUCH, privat G 9):


ca. 4 Mio. Euro = 2,9 Prozent

7. Universidad Finis Terrae (privat):


ca. 2,4 Mio. Euro = 1,7 Prozent

8. Universidad de Antofagasta (CRUCH, staatlich):


ca. 2,2 Mio. Euro = 1,5 Prozent

9. Universidad Federico Santa Maria (CRUCH, privat G 9):


ca. 1,7 Mio. Euro = 1,2 Prozent

10. Universidad de La Serena (CRUCH, staatlich):


ca. 1 Mio. Euro

11. Universidad Santiago de Chile (CRUCH, staatlich):


ca. 0,5 Mio. Euro

12. Universidad Adolfo Ibañez (privat):


ca. 0,4 Mio. Euro

13. Universidad Austral de Chile (CRUCH, staatlich):


ca. 0,5 Mio. Euro

22
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

14. Universidad Andrés Bello (privat):


ca. 0,4 Mio. Euro

(Quelle: La Tercera, 11.04.2018)

d. Relevante Institutionen

Ministerio de Educación (www.mineduc.cl)

Das chilenische Bildungsministerium hat eine Abteilung, die für Bildung an Schulen und
Hochschulen zuständig ist. Eine zweite Abteilung ist allein für Vorschulerziehung zuständig. Neu
geschaffen wurden im Zuge der Reform der Hochschulrahmengesetzgebung das
Hochschuluntersekretariat (Subsecretaría de Educación Superior) und als ausführende
Regulierungsbehörde eine Superintendencia de Educación Superior. Die Subsecretaria koordiniert
das Hochschulwesen des Landes und entscheidet, wer ein Recht auf kostenlose Hochschulbildung
erhält. Die Superintendencia de Educación soll alle Hochschulen überwachen und diese bei
Nichterfüllung von Standards hinsichtlich Qualität oder Gemeinnützigkeit sanktionieren.

Ministerio de Educación – Departamento de Financiamiento Institucional, MECESUP

Ziel des Programms MECESUP 3 ist es, Qualität und Relevanz der chilenischen Hochschulbildung
durch ergebnisbasierte Finanzierungsinstrumente zu erweitern. Es geht also darum, tertiären
Bildungseinrichtungen zu mehr Exzellenz zu verhelfen. Dies bedeutet, dass eine Institution nach
Auffassung des Programms exzellent sein kann, weil sie Abgänger ausbildet, die fundiertes Wissen
und Kompetenzen erworben haben. Darüber hinaus können tertiäre Bildungseinrichtungen vor allem
mit postgradualen Programmen auch dadurch Exzellenz belegen, dass sie Forschung und
Wissenschaft fördern. Ziel von MECESUP ist es, Finanzierungsinstrumente für mehr ausbildungs-
und forschungsorientierte Institutionen anzubieten, deren Qualität zu verbessern und dies über
Vereinbarungen mit konkreten Zielen und Zeiträumen zu erreichen.

Chilenische Hochschulrektorenkonferenz CRUCH (www.consejoderectores.cl)

Der 1954 gegründeten chilenischen Hochschulrektorenkonferenz (CRUCH) gehören 27


Universitäten an, davon sind 18 staatlich und neun privat. Durch die neue
Hochschulrahmengesetzgebung von Anfang 2018 gibt es nach über sechzig Jahren inzwischen ein
Verfahren, mit dem Unive​r​sitäten außerhalb der CRUCH der Rektorenkonferenz beitreten könnten.
Es wurden folgende Kriterien festgelegt, damit eine Hochschule, die noch nicht in der
Rektorenkonferenz ist, aufgenommen werden kann, allerdings nicht aufgenommen werden muss
(Richter in eigener Sache ist hier weiter die Rektorenkonferenz).

Eine Hochschule, die aufgenommen werden möchte, muss


seit mindestens 10 Jahren autonom sein,
als "avanzada" akkreditiert sein,
am System der Studiengebührenbefreiung teilnehmen,
seit mindestens drei Jahren eine bestimmte Mindestpunktzahl bei
der Hochschulzugangsprüfung verlangen,
Master- und Promotionsprogramme anbieten,
mit inländischen und ausländischen Universitäten in Netzwerken
zusammenarbeiten,
einen akademischen Karriereweg anbieten.

Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica – CONICYT (www.conicyt.cl) /


Becas Chile (www.becaschile.cl)

Die beiden wichtigsten Förderinstrumente von CONICYT sind der "Fondo Nacional de Desarrollo
Científico y Tecnológico" (Fondecyt) und der "Fondo de Financiamiento de Centros de Investigación

23
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

en Áreas Prioritarias" (Fondap).

Über die Ausschreibung von Fondecyt werden Forschungsprojekte im Bereich von Grundlagen-
und angewandter Forschung finanziert, die zu neuen Erkenntnissen oder Anwendungen führen und
zwei bis vier Jahre dauern können. Zusätzlich erhalten die Institutionen, an denen Fondecyt-
Wissenschaftler arbeiten, noch Verwaltungsmittel sowie Mittel für die Forschungsinfrastruktur.
CONICYT hat 2013 insgesamt 631 Fondecyt-Projekte gefördert, 2015 noch 581 und im Jahr
2017 waren es nur noch 517 (Quelle: CONICYT, 2017).

Die Zielsetzung des 1997 gegründeten Fondap lautet, schon etablierte und erfolgreiche
Forschungsgruppen in für das Land wichtigen Forschungsfeldern zu verstärken, indem ihnen für fünf
Jahre (mit der Möglichkeit einer einmaligen weiteren fünfjährigen Förderung) jährliche Mittel von bis
zu 900 Mio. Pesos (etwa 1.180.000 Euro) zur Verfügung gestellt werden. Seit Beginn des
Programms wurden bis heute 18 Fondap-Zentren gefördert. Das Programm entspricht am ehesten
einem deutschen Sonderforschungsbereich.

Im Jahr 2008 hatte Staatspräsidentin Michelle Bachelet das nationale Stipendienprogramm Becas
Chile initiiert. Das Besondere und Neue an diesem Programm war und ist nicht nur seine gute
finanzielle Ausstattung, sondern auch die Tatsache, dass es sich an Interessierte aller
Fachrichtungen und Gesellschaftsschichten wendet, um einer signifikant höheren Zahl von
Graduierten, Wissenschaftlern und Forschern einen Studien- oder Forschungsaufenthalt im Ausland
zu ermöglichen. Es werden sowohl Stipendien für Master- als auch für Promotionsstudien vergeben.

Im Mai 2013 unterzeichnete der DAAD nach 2009 zum zweiten Mal ein kofinanziertes
Stipendienprogramm mit Becas Chile, das dann Anfang März 2014 nach vier Jahren Pause erneut
gemeinsam ausgeschrieben wurde. Seitdem haben drei Auswahlrunden stattgefunden, in denen pro
Jahr zwischen 20 und 27 Kandidaten zur Förderung vorgeschlagen wurden.

e. Merkmale und Unterschiede von Hochschultypen

Das chilenische Hochschulsystem verfügt augenblicklich über 61 Universitäten, von denen


allerdings nur 47 institutionell akkreditiert sind und drei sich im Prozess der Schließung befinden
(Universidad del Mar, UCINF und Universidad Arcis). Das heißt, man sollte real von 58 Universitäten
ausgehen. Etwa 64 Prozent aller chilenischen Studierenden an den 47 akkreditierten Universitäten
befinden sich im Großraum Santiago, Valparaíso, Viña del Mar, in dem 44 Prozent der Bevölkerung
leben. Weitere 26 Prozent studieren im südlich von Santiago gelegenen Teil Chiles und nur etwa
knapp 10 Prozent im chilenischen Norden.

Es gibt eine Webseite, die regelmäßig über Rankings informiert, in denen chilenische Universitäten
gemessen werden: www.orientachile.cl/index.php/category/rankings/
und eine weitere Webseite mit statistischen Informationen zum chilenischen
Hochschulsystem: www.mifuturo.cl/index.php/academicos-einvestigadores

Die Zeitschrift Qué pasa verfasst ein Hochschulranking das Ranking de Univ. Chilenas heißt,
welches Studienanfängern Orientierung für die Studienwahl bieten soll. Es bewertet die nationalen
Hochschulen nach verschiedenen Kriterien und stellt darüber hinaus für zehn ausgewählte
Studiengänge die besten zehn Universitäten vor. Laut diesem Ranking sind 2017 die 15 besten
chilenischen Universitäten (in der aufgeführten Reihenfolge:
1. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)
2. Universidad de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)
5. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
6. Universidad Adolfo Ibáñez
7. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)
8. Universidad Austral de Chile (CRUCH)

24
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

9. Universidad de Talca (CRUCH)


10. Universidad de los Andes
11. Universidad Diego Portales
12. Universidad de la Frontera (CRUCH)
13. Universidad de Valparaíso (CRUCH)
14. Universidad Católica del Norte (CRUCH)
15. Universidad del Bío-Bío

Außerdem existiert ein Ranking der Zeitschrift América Economía. Dort sind 2017 die 15 besten
chilenischen Universitäten in dieser Reihenfolge:
1. Universidad de Chile (CRUCH)
2. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
5. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)
6. Universidad Austral de Chile (CRUCH)
7. Universidad de Talca (CRUCH)
8. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)
9. Universidad de los Andes
10. Universidad Diego Portales
11. Universidad Católica del Norte (CRUCH)
12. Universidad Adolfo Ibañez
13. Universidad de la Frontera (CRUCH)
14. Universidad de Valparaíso (CRUCH)
15. Universidad Andrés Bello

Nicht zuletzt gibt es auch noch das Ranking der Grupo de Estudios Avanzados Universitas vom
Jahr 2017. Es handelt sich dabei um einen interessanten Ansatz, da es ein Qualitätsranking der
Lehre im grundständigen Bereich bietet und eine Klassifizierung der chilenischen Universitäten nach
vier Gruppen vornimmt, die dann innerhalb einer Gruppe gerankt werden:
1. ohne Promotion (sin doctorados) – reine Lehruniversitäten
2. ohne Promotion (sin doctorados) – Lehruniversitäten mit einzelnen Forschungsinteressen
3. mit Promotion (con doctorados) – Forschungsuniversität mit Promotion in einigen Bereichen
(weniger als sieben Promotionsprogramme in weniger als drei Wissensgebieten)
4. mit Promotion (con doctorados) – Forschungsuniversität mit Promotion (mehr als sieben
Promotionsprogramme in mehr als drei Wissensgebieten)

Nach diesem Ranking sind die Gruppe 4 und 3 (also die beiden besten Gruppen) folgendermaßen
mit chilenischen Universitäten besetzt:

Forschungsuniversitäten mit Promotion (mehr als sieben Promotionsprogramme in mehr als drei
Wissensgebieten)
1. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)
2. Universidad de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Universidad Austral de Chile (CRUCH)
5. Universidad de Talca (CRUCH)
6. Universidad de la Frontera (CRUCH)
7. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
8. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)
9. Universidad de Valparaíso (CRUCH)

25
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Forschungsuniversitäten mit Promotion in einigen Bereichen (weniger als sieben


Promotionsprogramme in weniger als drei Wissensgebieten)
1. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)
2. Universidad del Bío-Bío (CRUCH)
3. Universidad de Tarapaca (CRUCH)
4. Universidad Católica del Norte (CRUCH)
5. Universidad Adolfo Ibañez
6. Universidad de los Andes
7. Universidad Diego Portales
8. Universidad Mayor
9. Universidad de Alberto Hurtado
10. Universidad de Antofagasta (CRUCH)
11. Universidad Andrés Bello
12. Universidad de la Serena (CRUCH)
13. Universidad de Playa Ancha de Cs. De la Educación (CRUCH)
14. Universidad Católica de Temuco (CRUCH)
15. Universidad Autónoma de Chile
16. Universidad Católica del Maule (CRUCH)
17. Universidad de La Santisima Concepción (CRUCH)
18. Universidad de los Lagos (CRUCH)

Als tertiäre Bildungseinrichtungen in Chile zählen Universitäten (staatliche und private,


formal insgesamt 61, real 58), Berufsschulen (IP – Institutos Profesionales, insgesamt 43) und
technische Berufsschulen (CFT – Centros de Formación Técnica, insgesamt 48). Die technischen
Berufsschulen gelten als wenig attraktiv und werden als Notlösung für den Nachwuchs betrachtet
(oft aus finanziellen Gründen, da die hohen Studiengebühren der Universitäten nicht finanziert
werden können), wenngleich die Regierung gerade in diesem Sektor besonderen Reform- und
Aufwertungsbedarf sieht.

Von den heute bestehenden insgesamt 58 chilenischen Universitäten zählen 27 zur Gruppe der
CRUCH, davon sind 18 staatlich und neun privat (Gruppe der sogenannten „traditionellen“ privaten
Universitäten G 9; dazu zählt zum Beispiel die katholische Pontificia Universidad Católica oder
auch die regionalen Universitäten UTFSM, Concepción und Austral). Alle zusammen bezeichnen
sich selbst als am Gemeinwohl orientierte „universidades públicas“. Die rein privaten Universitäten –
augenblicklich 31 – die seit 1981/1982 in der Phase des Übergangs vom Pinochet-Regime zur
Demokratie gegründet wurden, haben von 1981 bis 2013 immer nur an Bedeutung gewonnen und
fallen erst seit der erzwungenen Schließung dreier dieser Universitäten (Universidad del Mar,
Universidad UCINF und Universidad Arcis) etwas zurück. Noch 2013 entfielen 58,6 Prozent aller
Matrikel auf diese Universitäten, während die CRUCH-Universitäten die verbleibenden Matrikel von
41,4 Prozent hielten. Inzwischen entfallen auf die rein privaten Universitäten 52% aller
Einschreibungen, während die CRUCH-Universitäten die verbleibenden 48% halten.

Hier einige Daten für das Jahr 2017 in der Übersicht:

insgesamt eingeschriebene Studierende: 1.176.727 (mit CFTs und IPs)

Hochschulbildung:

innerhalb CRUCH (27)


staatliche Universitäten (18): 177.931 Studierende (26,7 Prozent)
private Universitäten G9 (9): 141.035 Studierende (21,2 Prozent)
gesamt: 318.966 Studierende (47,9 Prozent)

außerhalb CRUCH (34)


private Universitäten: 346.274 Studierende (52,1 Prozent)

26
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Universitäten insgesamt: 665.240 Studierende (100 Prozent und von der Gesamtzahl aller
Studierenden 55,6%)

Berufsausbildung:

IPs (43): 374.710 Studierende

CFTs (48): 136.777 Studierende

511.487 Studierende (44,4 Prozent von der Gesamtzahl von 1.176.727 Studierenden) (Anm. 1)

Die Bewerber werden entsprechend ihrem Ranking in der PSU aufgenommen (faktischer Numerus
Clausus). Von den 31 Universitäten außerhalb der CRUCH knüpfen acht Universitäten die
Aufnahme ebenfalls an die PSU. Die anderen Universitäten akzeptieren auch Studienbewerber, die
die PSU nicht abgelegt haben bzw. fordern keine Mindestpunktzahl.

Anm. 1: Quellen: www.cned.cl, sowie für Zahlen von Universitäten, IPs und CFTs: www.mifuturo.cl

f. Aufbau und Struktur des Studiensystems

Diagramm 9: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden

1.600 Tsd

1.200 Tsd

800 Tsd

400 Tsd

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 11: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden

Chile (2015) 1.221.774


Im Vergleich: Deutschland (2015) 2.757.799
Quelle: UNESCO Institute of Statistics (Chile) , Statistisches Bundesamt. Genesis-Online (Deutschland)

27
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Diagramm 10: Anzahl der Doktoranden

6,0 Tsd

4,5 Tsd

3,0 Tsd

1,5 Tsd

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 12: Anzahl der Doktoranden

Chile (2015) 5.002


Im Vergleich: Deutschland (2015) 196.200
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 11: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) in Prozent

60

45

30

15

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

28
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Kennzahl 13: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) in Prozent

Chile (2015) 51,90


Im Vergleich: Deutschland (2015) 48,00
Quelle: UNESCO Institute of Statistics (Chile) , Statistisches Bundesamt. Genesis-Online (Deutschland)

Diagramm 12: Studierendenquote (gross enrolment ratio, tertiary) in Prozent

100

75

50

25

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 14: Studierendenquote (gross enrolment ratio, tertiary) in Prozent

Chile (2015) 88,58


Im Vergleich: Deutschland (2015) 68,27
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 15: Absolventen BA und MA

Chile (2014) 127.803


Im Vergleich: Deutschland (2014) 326.316
Quelle: UNESCO Institute of Statistics (Chile) , Statistisches Bundesamt (Deutschland)

29
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Diagramm 13: Absolventen PhD

800

600

400

200

0
2006 2007 2008 2009 2010 2012 2013 2014

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 16: Absolventen PhD

Chile (2014) 605


Im Vergleich: Deutschland (2014) 28.147
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Anzahl der Studierenden in Chile von 302.000 auf 665.000 im Jahr
2017 mehr als verdoppelt (Quelle: Studie der Körberstiftung: Altbach, Philip G.; Reisber, Liz; de Witt,
Hans (2017): Responding to Massifcation, Hamburg, S. 145 und www.cned.cl). Der Frauenanteil
liegt bei etwa der Hälfte; die Anzahl der Doktoranden hat sich vervierfacht und lag 2013 bei etwa
4.500. Die Zahl der Erstzulassungen ist wenig aussagekräftig, da in Chile etwa 28 Prozent der
Studierenden des tertiären Sektors schon im ersten Semester das Studium abbrechen; von den
Studenten an den Hochschulen brechen immer noch 23 Prozent ihr Studium ab (Quelle: mifuturo.cl).

Das chilenische Studiensystem orientiert sich nicht am Bologna-Modell. Das grundständige Studium
schließt nach vier bis sieben Jahren mit dem Titel "Licenciado" ab, auf den dann ein Master sowie
gegebenenfalls eine Promotion folgen können.

Studienjahr

Das Studienjahr beginnt Anfang März mit einem ersten Semester bis Ende Juni. Im Juli gibt es eine
etwa einmonatige Pause, in der Nachprüfungen abgelegt oder versäumte Stunden nachgeholt
werden. Das zweite Semester beginnt Anfang August und geht bis etwa Mitte Dezember. Auch im
Januar können noch Nachprüfungen abgelegt oder versäumte Stunden nachgeholt werden. In der
Woche um Weihnachten ist generell vorlesungsfrei. Februar ist der Haupturlaubsmonat
(Sommerferien) im ganzen Land und die meisten Universitäten sind während dieser Zeit komplett
geschlossen. Im Juli finden an den meisten Hochschulen zwei- bis vierwöchige Winterferien
statt. Zumeist findet um und während des Nationalfeiertags (18./19. September) ebenfalls kein
Unterricht statt.

Veranstaltungsformate

Die Lehre an chilenischen Hochschulen findet in Form von Seminaren und bisweilen auch

30
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Vorlesungen statt. An der Universidad de Chile oder an der Universidad de Talca sind beispielsweise
die ersten vier Semester zu etwa 80 Prozent durchorganisiert. Wahlfreiheit gibt es nur in marginalen
Disziplinen wie Sport und allgemeinen kulturellen Einführungen. In den letzten zwei Jahren können
die Studierenden sich innerhalb ihrer Disziplin auf die Bereiche spezialisieren, in denen sie die
Abschlussarbeit anfertigen wollen.

Verhältnis Hochschullehrer / Studierende

Das Verhältnis zwischen Hochschullehrern und Studierenden ist respektvoll, in vielen Fachkulturen
und an den weniger entwickelten Universitäten im Land überwiegt allerdings immer noch der
Frontalunterricht. Auswendiglernen ist oft wichtiger als selbständiges Arbeiten. Das Thema Plagiate
wird bisher an den wenigsten Universitäten systematisch behandelt, indem zum Beispiel Arbeiten
der Studierenden standardmäßig mit entsprechender Software getestet werden. Die Fakultät
Philosophie und Geisteswissenschaften der Universidad de Chile hat gerade eine Studienreform
durchgeführt, nach der die Kompetenzen und nicht die Lehrinhalte im Zentrum der Bewertung
stehen sollen. Dadurch wird zukünftig deutlich mehr Wert auf selbstständiges Lernen gelegt und der
gesteigerte Einsatz von Medien (PowerPoint etc.) lässt den Unterricht nicht mehr ganz so
dozentenorientiert erscheinen.

Vieles ist vom jeweiligen Hochschullehrer abhängig. Strikte Vorgaben gibt es nicht. Die Dozenten
werden aber in vielen Universitäten regelmäßig von den Studierenden evaluiert. Gehäufte schlechte
Evaluationen können die Karriere negativ beeinflussen.

Plagiate

In einem neuen "reglamento" der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universidad de Chile – also
einer der führenden Universitäten des Landes – ist inzwischen explizit ein Paragraph gegen Plagiate
aufgeführt. Eine speziell zur Aufdeckung von Plagiaten entwickelte Software wird zwar noch nicht
verwendet, aber die gesamte Problematik wird den chilenischen Universitäten langsam bewusster.

Die chilenischen Universitäten bieten folgende Abschlüsse an:

Licenciado

Die vier- bis siebenjährigen Licenciatura-Studiengänge an Universitäten (vereinzelt auch an


Institutos Profesionales de Educación Superior) bieten eine Ausbildung in allen wesentlichen
Aspekten eines Wissensgebiets oder einer Disziplin. Studiengänge mit einer Dauer von acht
Semestern werden mit einer Abschlussarbeit beendet und führen zum akademischen Grad
„Licenciado“, nicht jedoch zum „Título Profesional (con Licenciatura)“. Studiengänge mit einer Dauer
von zehn Semestern führen nach vier Jahren zum akademischen Grad „Licenciado“ und nach dem
fünften Jahr, nach Abgabe und Verteidigung der Abschlussarbeit, zum „Título Profesional (con
Licenciatura)“. Dieser Titel ist ein Ausbildungsnachweis für geschützte Berufe, die einen
Lizenziatsabschluss voraussetzen. Beispiele sind unter anderem: Lehrer, Rechtsanwalt, Architekt,
Journalist, Ingenieur, Arzt (letzterer allerdings mit mehr Semestern).

Man kann auch nur einen Licenciado (ohne Título Profesional) erwerben, womit man zwar nicht zur
Berufsausübung berechtigt ist, aber dazu, ein Postgraduiertenstudium (Magíster oder Doctorado)
anzuschließen und eine wissenschaftliche Karriere anzustreben.

Magister

Der zweijährige Magisterstudiengang an der Universität setzt einen Lizenziatabschluss oder einen
gleichwertigen Berufsabschluss („Título Profesional“) voraus. Das Magisterstudium ist eine
Vertiefung in ein oder zwei Disziplinen und wird in der Regel mit einer Magisterabschlussarbeit, die
meist auch verteidigt werden muss, beendet. Der Magister ist oft, aber nicht immer Voraussetzung
für ein Promotionsstudium. Die Zahl der in Chile eingeschriebenen Studierenden in
Magisterstudiengängen ist von 2005 mit ca. 13.500 Studierenden bis 2017 auf 42.500 Studierende
gestiegen und die Zahl der angebotenen Magisterprogramme von 500 im Jahr 2005 auf 1.103 im

31
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Jahr 2014 (Quelle: Consejo Nacional de Educación ).

Doctorado

Der Doktorgrad ist der höchste in Chile zu erlangende akademische Grad und kann nur von einer
Universität verliehen werden. In Chile sind die meisten Promotionsstudiengänge strukturiert, weisen
in der Regel eine Dauer von drei bis fünf Jahren auf und werden mit einer Doktorarbeit beendet.

An der Universidad de Chile zum Beispiel – einer der zwei angesehensten Universitäten Chiles – ist
die Promotionsdauer auf fünf Jahre festgelegt. Der Promotionsprozess ist streng durchstrukturiert
(Anzahl der zu belegenden Seminare; „examen de calificación“ nach maximal vier Semestern;
Vorlage des Promotionsprojektes nach maximal fünf Semestern; Präsentation der
Zwischenergebnisse vor einer Kommission nach maximal acht Semestern; Abschluss der Promotion
nach maximal zehn Semestern). Alle diese Verfahren werden von Kommissionen durchgeführt, in
denen der Promotionsbetreuer („guía“ oder „profesor tutor“ del doctorado) nur ein Akademiker unter
vier oder fünf Kollegen ist. Das heißt der Promotionsprozess ist wesentlich weniger
personenbezogen als es in Deutschland häufig noch der Fall ist. Oftmals sind diese Promotionen in
Forschungsprojekte (Fondecyt) der Betreuer eingebunden, wofür zusätzliche Stipendien zur
Verfügung stehen. Die Zahl der in Chile eingeschriebenen Studierenden in
Promotionsstudiengängen ist von 2005 mit ca. 2.820 Studierenden bis 2017 auf 5.498 Studierende
gestiegen, wobei man allerdings bedenken sollte, dass viele Chilenen ihr Promotionsstudium auch
im Ausland absolvieren, so dass das nicht der Zahl der chilenischen Promovierenden pro Jahr
entspricht, die um einiges höher liegen wird.

Ausländische Studierende sind zu den chilenischen Promotionsstudiengängen zugelassen und


können Stipendien bei CONICYT beantragen.

Berufsaussichten

Die Berufsaussichten chilenischer Hochschulabsolventen hängen stark davon ab, an welcher


Universität sie ihren Titel erworben haben. Zudem stellen einige ausgewählte Einrichtungen neben
der fachlichen Ausbildung auch Netzwerke zur Verfügung, indem ihre Studierenden großenteils aus
Familien kommen, die Schlüsselpositionen in der chilenischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung
einnehmen. Grundsätzlich sind die Berufsaussichten gut, wenn man – von einigen Ausnahmen
abgesehen – Abgänger einer der CRUCH-Universitäten oder von einer der rund zehn ebenfalls
herausragenden Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz ist.

g. Hochschulzugang

Schule

In Chile bestehen acht Jahre Schulpflicht; eine Aufgliederung in verschiedene Schultypen existiert
nicht. Es gibt allerdings eine Unterscheidung nach der Finanzierung: die rein staatlich finanzierten
Schulen (Colegios municipales: 34,8 Prozent der Schüler), die staatlich subventionierten
Privatschulen (Colegios subvencionados particulares: 53,7 Prozent der Schüler) sowie die gänzlich
privat finanzierten Schulen (Colegios privados: 10,4 Prozent der Schüler). Zwischen diesen Schulen
besteht ein deutliches Qualitätsgefälle. (Quelle: La Tercera, 2016).

Hochschulzugang

Nach zwölf Jahren Schule – und eventuell einem vorbereitenden Jahr im „Pre-universitario“ –
können die Schüler die Prueba de Selección Universitaria (= PSU) ablegen. Dabei handelt es sich
um einen landesweit einheitlichen Hochschulzulassungstest, der aus vier Einzelprüfungen besteht
(zwei dieser Prüfungen sind obligatorisch und zwei fakultativ). Im Wesentlichen fragt dieser Test
Wissen ab und zielt nicht so sehr auf Transferleistungen ab. Die erfolgreich absolvierte PSU gilt
als Hochschulzugangsberechtigung; sie gilt als bestanden, wenn mindestens 450 (von maximal 850)

32
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Punkten erzielt wurden. Chilenische Studierende erwerben als einzige Studierende Lateinamerikas
mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten gleichzeitig auch die Zugangsberechtigung zu
deutschen Hochschulen.

An den 27 CRUCH-Universitäten werden die Bewerber entsprechend ihrem Ranking in der PSU
aufgenommen (faktischer Numerus Clausus). Von den 31 Universitäten außerhalb der CRUCH
knüpfen acht die Aufnahme ebenfalls an die PSU-Ergebnisse bzw. an das Sistema Único de
Admisión (SUA). Es handelt sich dabei um die Universitäten Diego Portales, Mayor, Finis Terrae,
Andrés Bello, Adolfo Ibáñez, de los Andes, del Desarrollo und Alberto Hurtado. Die anderen
Universitäten akzeptieren auch Studienbewerber, die die PSU nicht abgelegt haben bzw. fordern
keine Mindestpunktzahl.

2017 traten 258.534 Kandidaten zur PSU an, davon bestanden 67,2 Prozent die Prüfung. Es
existiert jedoch ein immenser Leistungsunterschied hinsichtlich der Ergebnisse von Schülern
öffentlicher bzw. privater Schulen: die Prüflinge an rein privaten Schulen erreichen zu etwa 92
Prozent Ergebnisse über 450 Punkten, an staatlich subventionierten Privatschulen immer noch zu
etwa 70 Prozent, wohingegen Schüler an rein öffentlichen Schulen nur in 56 Prozent der Fälle diese
Punktzahl erreichen. Privatschulen und staatlich subventionierte Privatschulen erreichen also in der
Regel bessere Ergebnisse bei den landesweiten Schulrankings als öffentliche Schulen. Dies ist laut
Studien darauf zurückzuführen, dass die Privatschulen einen deutlich höheren Prozentsatz an
Schülern aus bildungsnahen, wirtschaftlich stabilen Elternhäusern unterrichten und nicht etwa auf
bessere pädagogische Leistungen.

h. Der Lehrkörper

Das akademische Personal hat seit der großen Reform des Hochschulsektors durch die
Militärregierung 1980 keinen Beamtenstatus mehr. An den meisten Universitäten gibt es heute
sowohl Hochschullehrer mit Dauerstellen als auch Hochschullehrer mit befristeten Verträgen. Die
Karrierestufen für Hochschullehrer auf Dauerstellen sind „Instructor“, „Profesor Asistente“, „Profesor
Asociado“ und als höchste Stufe der „Profesor Titular“. Im Durchschnitt verfügt rund ein Drittel der
Hochschullehrer über einen Magisterabschluss oder ist promoviert. Da die Universitäten ihre
Forschungsaktivitäten ausbauen wollen, stellt die Weiterqualifika​tion ihres Personals eine wichtige
Zukunftsaufgabe dar, die jedoch durch rückkehrende Stipendiaten von Becas Chile und
internationale Ausschreibungen ohne größere Probleme gemeistert wird.

Eine Habilitationsordnung existiert nicht. Den Titel „Profesor Titular“ erlangt man über Dauer der
Anstellung und Anzahl von Publikationen wie Qualität von Forschungsprojekten.

Eine Hochschulkarriere ist an den 27 Hochschulen der Rektorenkonferenz und an den maximal
etwa zehn qualitativ hochwertigen Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz sozial angesehen
und auch finanziell attraktiv.

i. Akademische Schwerpunkte

Am stärksten nachgefragt am DAAD-Informationszentrum Santiago de Chile sind die


Fächerbereiche Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften mit etwa 37 Prozent – im
Einzelnen: Ingenieurwissenschaften (18,6 Prozent), Mathematik und Naturwissenschaften (11,9
Prozent) sowie Architektur und Bau (6,4 Prozent).

Besonderes Interesse galt ebenfalls der Fächergruppe der Kunst- und Geisteswissenschaften mit
etwa 29 Prozent – unter anderem: Kunst und Musik (17,7 Prozent), Sprach- und
Kulturwissenschaften (9,3 Prozent), Germanistik (0,3 Prozent).

Zuletzt gibt es auch immer viele Anfragen nach den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
mit knapp 19 Prozent.

Im Bereich der Life-Sciences verzeichnete der DAAD in Chile einen Anteil von etwa 13 Prozent der

33
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Anfragen: Humanmedzin / Gesundheitswissenschaften (8,0 Prozent), Agrar-, Forst und


Ernährungswissenschaften, Ökologie (3,7 Prozent) und Veterinärmedizin (0,7 Prozent). Auf die
Sportwissenschaften entfielen 0,5 Prozent der Anfragen.

(Quelle: Interne Statistik DAAD- Informationszentrum Santiago de Chile)

j. Forschung

Diagramm 14: Anteil der Forschungsausgaben am BIP in Prozent

0,48

0,36

0,24

0,12

0,00
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 17: Anteil der Forschungsausgaben am BIP in Prozent

Chile (2015) 0,38


Im Vergleich: Deutschland (2015) 2,88
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 18: Anzahl der Patente in Naturwissenschaft und Technik


(Residents)

Chile (2015) 443


Im Vergleich: Deutschland (2015) 47.384
Quelle: The World Bank. World Development Indicators

34
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Kennzahl 19: Anzahl wissenschaftlicher Publikationen

Chile (2016) 12.448


Im Vergleich: Deutschland (2016) 164.242
Quelle: SCImago Journal & Country Rank

Kennzahl 20: Knowledge Economy Index (KEI)

Chile (2012) 40
Im Vergleich: Deutschland (2012) 8
Quelle: The World Bank. Knowledge Economy Index

Forschung an den Universitäten

An circa 40 der 61 (bzw. real 58) chilenischen Universitäten findet auch Forschung statt, in etwa
zehn bis 20 davon je nach Fach auch auf hohem und höchstem Niveau. Die staatlichen Ausgaben
für Forschung liegen mit 0,38 Prozent des BIP jedoch immer noch weit unter dem
lateinamerikanischen Durchschnitt. Brasilien wendet zum Beispiel 1,15 Prozent und Argentinien
0,58 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung auf (Quelle: UNESCO; Wikipedia). Es besteht
allerdings Aussicht auf Besserung, denn Anfang 2018 wurde ein Gesetz zur Schaffung eines
neuen Forschungsministeriums verabschiedet und es ist zu hoffen, dass die Forschung – zukünftig
am Kabinettstisch vertreten – höhere Mittel erstreiten kann.

Publikationen

Trotzdem liegt Chile beispielsweise im Nature-Index 2016, der 68 Wissenschaftsmagazine auf


höchstem Niveau vertritt, auf Platz 2 in Lateinamerika – nach Brasilien und weit vor Argentinien,
Mexiko und Kolumbien.

Patente

In Bezug auf die Registrierung von Patenten beim Instituto Nacional de la Propiedad Industrial
(INAPI) ragten im Jahr 2017 drei chilenische Universitäten heraus: 1. Pontificia Universidad Católica,
2. Universidad de Concepción, 3. Universidad de Santiago de Chile, wobei auch in den Jahren zuvor
diese drei Universitäten die patenstärksten Hochschulen Chiles waren.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Chile

Besonders erwähnenswert ist die Gründung eines Fraunhofer-Instituts in Chile, das inzwischen –
nach nur sechs Jahren – schon mehr als 90 Wissenschaftler und Mitarbeiter beschäftigt und in den
Bereichen Biotechnologie, pharmazeutische Forschung und Solarenergie wächst. Chile bietet nicht
nur für Astronomen im Norden fast unübertroffen günstige Bedingungen, sondern ist weltweit das
Spitzenland, was Solareinstrahlung betrifft, die in der Atacama-Wüste fast den Werten außerhalb der
Erdatmosphäre entspricht.

Auch die Max Planck-Gesellschaft (MPG) ist mittlerweile verstärkt in Chile tätig. Im Sommer 2013
vereinbarte sie mit der chilenischen Seite die Förderung deutsch-chilenischer Forschungsprojekte
(sogenannte Tandemprojekte). Zudem wurde der Grundstein für eine ständige Max-Planck-
Forschungsgruppe in Chile gelegt (Centro Interdisciplinario de Neurociencia der Universität
Valparaíso).

35
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Die DFG hat seit 1991 ein Kooperationsabkommen mit der Comisión Nacional de Ciencia y
Tecnología (CONICYT). Im Jahr 2002 wurde das Abkommen mit CONICYT modernisiert. Bis 2010
stand die gemeinsame Förderung von Mobilitätsprojekten im Mittelpunkt. Im Jahr 2010 führte die
DFG zum ersten Mal eine Ausschreibung für bilaterale Forschungsprojekte mit CONICYT durch, in
deren Rahmen drei größere Forschungsprojekte im Bereich der Physik und der Zellbiologie
gemeinsam gefördert wurden. Eine Ausschreibung im Bereich der Elektrotechnik soll Ende 2018
geöffnet werden.

Über die letzten 10 Jahre hinweg förderte die DFG mit circa 30 Mio. Euro insgesamt knapp 200
Forschungs- und Anbahnungsprojekte mit Chile, insbesondere in den Lebens- und
Geowissenschaften, aber auch in den Geistes-, Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Hier
ist insbesondere das Schwerpunktprogramm EARTHSHAPE zu nennen, das im Bereich der
Geoumweltforschung angesiedelt ist. Insgesamt hat die von der DFG geförderte Kooperation mit
Chile in den letzten Jahren zugenommen. Interesse besteht zwischen einigen Forscherteams aus
Deutschland und Chile auch an den Internationalen Graduiertenkollegs.

Weiterhin sind die Helmholtz-Gemeinschaft, insbesondere das Helmholtz-Zentrum Potsdam, das


Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Chile aktiv. Gemeinsam mit der
Bundesanstalt für Kartographie und Geodäsie (BKG), dem Alfred Wegener Institut und
chilenischen Partnern baut das DLR seine Forschungstätigkeit in der Antarktis mit der Satelliten-
Empfangsstation GARS O’Higgins weiter aus. Zudem bereitet es mit Unterstützung der
Bundesregierung eine Kooperation mit Chile zur Entwicklung eines Multi-Hazard-Früh​warnsystems
vor. Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren unterhält gemeinsam mit dem
chilenischen Forschungsrat CONICYT Förderprogramme für deutsch-chile​‐
nische Wissenschaftsprojekte.

Neue Kooperationsvereinbarungen gibt es zudem zwischen dem Humboldt-Institut für Internet der
Humboldt-Universität zu Berlin und dem chilenischen Wirtschaftsministerium. Ziel ist es, Chile als
Plattform für Internetanwendungen in der Region zu stärken. Zum anderen haben Ärzte aus Viña
del Mar mit der Medizinischen Hochschule in Hannover eine Kooperation bei
Kunstherzimplantationen nach Hannoveraner minimal-invasiver Methode initiiert.

Auch die chilenische Forschungsförderungsorganisation CONICYT veröffentlicht seit dem Jahr 2015
eine Ausschreibung, über die einheimische Forscherinnen und Forscher Anträge für
wissenschaftliche Kooperationen ausschließlich mit den USA und Deutschland stellen können
(Dotierung: bis zu 35 Mio. chilenische Pesos, also etwa 50.000 Euro jährlich für einen Zeitraum von
drei Jahren).

Darüber hinaus gibt es 17 chilenische Exzellenzzentren und außerdem weitere staatliche


Forschungsinstitute, so zum Beispiel ein Antarktik-Forschungszen​trum oder
auch Forschungsinstitute zu wichtigen für Chiles Wirtschaft wichtigen Sektoren wie Wald,
Ressourcen, Bergbau, Fischfang oder Landwirtschaft.

Zukunftsträchtige Kooperationsbereiche

Gebiete, in denen die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und


Chile permanent ausgebaut wird, sind Astronomie, Biologie und Life Siences, Erneuerbare
Energien, Forst- und Agrarwissenschaften, Luft- und Raumfahrt (zum Beispiel Fernerkundung und
Erdbeobachtung durch Satelliten mit besonders günstigen Bedingungen im Süden Chiles), Medizin
unter extremen Umweltbedingungen, Meeres- und Polarforschung, Neuro-
Sciences, Nanotechnologien, Paläontologie und Geowissenschaften/Bergbau.

Im Süden Chiles gibt es zum Beispiel außergewöhnlich günstige Bedingungen für satellitale
Fernerkundung. Die Region Magallanes bietet dafür einige einzigartige Vorteile im Vergleich zu
anderen Regionen der Welt und könnte damit auch zu einem entscheidenden Faktor für die
technologische und wirtschaftliche Entwicklung der Region werden. Gerade die entwickelten Länder
im Norden der Welt, die schon länger Erfahrung mit Satelliten-Fernerkundung haben und inzwischen
auf technische Grenzen der Nutzung von Satelliten treffen, zeigen großes Interesse an der

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Südhalbkugel und speziell an der Region Magallanes, um einerseits ungenutzte Zeitfenster zur
Kommunikation mit Satelliten zu nutzen und andererseits der Überlastung von
Übertragungsbandbreiten in der Nordhalbkugel auszuweichen. Im Süden des lateinamerikanischen
Kontinents steht für Satelliten mit einem Orbit um die Pole der Erde sehr viel mehr Verbindungszeit
zwischen den terrestrischen Stationen und den Satelliten zu Verfügung und zwar sowohl zur
Kontrolle der Satellitenbahnen als auch zum Herunterladen von Daten. Damit kann sich die Anzahl
der Nutzer solcher Daten auf diesem Kontinent signifikant erhöhen, denn viele der Daten dienen zum
Beispiel für Anwendungen im Umweltbereich. In Verbindung mit lokalen Messungen erlauben sie
auch die Entwicklung von Simulationen, kli​matischen Vorhersagen, geographischen
Informationssystemen, sowie von Expertensystemen, die helfen, die Nutzung von Georessourcen
und Wasserressourcen zu optimieren, Veränderungen in der Vegetation zu beobachten, Ernten
vorherzusagen, Gletscherentwicklung zu verfolgen, maritime und terrestrische Frühwarnsysteme zu
schaffen oder auch regionale Planung und Kataster zu optimieren.

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass die Verlegung eines
Unterseekabels von Puerto Montt nach Punta Arenas in Angriff genommen wurde, so dass bald
auch eine Glasfaserverbindung bis nach Punta Arenas zur Verfügung stehen wird.

k. Qualitätssicherung und -steigerung

Es gibt drei nationale Rankings; hier eine Webseite, die alle Rankings aufführt, in denen chilenische
Universitäten gemessen werden: https://www.orientachile.cl/index.php/category/rankings/.

Im Hochschulbereich existieren keine Qualitätswettbewerbe, die der deutschen Exzellenzinitiative


bzw. Exzellenzstrategie vergleichbar wären. Das einzige, was in die Richtung Qualitätswettbewerb
geht, ist ein Instrument der staatlichen Mittelvergabe:

AFD (Aporte Fiscal Directo): Nur die 27 CRUCH-Universitäten haben Zugang zu direkter
staatlicher Finanzierung, die zu 95 Prozent nach einem historischen Schlüssel und zu 5 Prozent
nach kompetitiven Kriterien (wie zum Beispiel Ratio Studierende : Professoren, Anzahl der Dozenten
mit postgradualen Titeln, Anzahl der Forschungsprojekte und Promotionsprogramme,
Forschungsleistungen) ausgeschrieben werden. 50 Prozent dieser Gelder gehen allein an fünf der
27 Universitäten.

Zur Qualitätssicherung gibt es die 2006 geschaffene Comisión Nacional de Acreditación (CNA).
Allerdings ist sowohl die institutionelle Akkreditierung, als auch die Akkreditierung einzelner
Studiengänge jeweils freiwillig. Falls eine Institution die Akkreditierung anfechten möchte, kann sie
das beim Consejo Nacional de Educación (CNE) reklamieren. Immerhin sind 46 der 61 Universitäten
in mindestens zwei der fünf möglichen Akkreditierungsbereiche – nämlich „Verwaltung“ und
„grundständige Lehre“ – institutionell akkreditiert. In allen fünf Akkreditierungsbereichen – neben
„Verwaltung“ und „grundständiger Lehre“ noch „postgraduale Lehre“, „Forschung“ und
„gesellschaftliche Verantwortung“ – sind es dann nur noch 13 Universitäten, also etwa 21 Prozent
der chilenischen Universitäten.

Die Akkreditierung von Studiengängen ist im Jahr 2017 an den CRUCH-Universitäten zu 48


Prozent erfolgt; an den privaten Universitäten außerhalb der CRUCH zu 34 Prozent. An den
Institutos Profesionales sind 21 Prozent und an den Centros de Formación Técnica nur 13 Prozent
akkreditiert. Betrachtet man also das gesamte Hochschulsystem, dann sind nur 34 Prozent der
grundständigen Studiengänge akkreditiert.
(Quelle: La Tercera, 11.05.2017, S. 18)

Die hohe Rate von immerhin 75 Prozent der Universitäten mit institutioneller Akkreditierung ergibt
sich daraus, dass eine Universität nur mit institutioneller Akkreditierung öffentliche Mittel erhalten
kann. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Möglichkeit, Studierende mit staatlichen Stipendien
oder staatlich garantierten Krediten aufzunehmen, die nur an institutionell akkreditierten
Universitäten studieren können. Vergleichbare Anreize für die Akkreditierung von Studiengängen
existieren nicht.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

l. Hochschule und Wirtschaft

Die Verbindung von Hochschule und Wirtschaft ist in Chile eher schwach ausgeprägt. Es gibt einige
Hochschulen der funktionalen Eliten, die Spenden erhalten. Das sind ausschließlich Universitäten,
die für unterschiedliche gesellschaftliche Interessengruppen Elitenbildung betreiben (siehe in
„Finanzierung der Hochschulen“ das Unterkapitel „Spenden“), aber auch dieses
Spendenaufkommen ist sein fünf Jahren konstant rückläufig. Es gibt also grundsätzlich wenig
Verständnis für die Wichtigkeit privatwirtschaftlicher Mitfinanzierung von hochschulbasierter
Forschung und Entwicklung. Chiles immer noch stark rohstoffbasierte Wirtschaft kauft sich lieber
Know-how als selbst langfristig in eine wissensgestützte Gesellschaft zu investieren, indem zum
Beispiel verstärkt Auftragsforschung an chilenische Universitäten vergeben würde.

Mitte 2017 hat allerdings der Consejo Nacional de Innovación para el Desarrollo (CNID) einige
Vorschläge vorlegt, wie sich das ändern könnte. So wird zum Beispiel angeregt, dass große
Unternehmen eine Steuer auf ihre Verkäufe abzuführen hätten, die in einen Fond geht und von den
Unternehmen nur zurückgewonnen werden könne, indem sie diese Mittel für Forschung,
Entwicklung und Innovation ausgeben.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

3. Internationalisierung und Bildungskooperation

a. Internationalisierung des Hochschulsystems

Diagramm 15: Anteil ausländischer Studierender in Prozent

1,6

1,2

0,8

0,4

0,0
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 21: Anteil ausländischer Studierender in Prozent

Chile (2015) 0,31


Im Vergleich: Deutschland (2015) 11,90
Quelle: UNESCO Institute of Statistics (Chile) , Wissenschaft weltoffen (Deutschland)

Kennzahl 22: Die wichtigsten fünf Herkunftsländer ausländischer


Studierender

1. Peru
2. Kolumbien
3. Ecuador
4. Bolivien
5. Argentinien

20. Deutschland

Quelle: UNESCO Institute of Statistics (2015)

39
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Diagramm 16: Im Ausland Studierende (Anzahl)

12 Tsd

9 Tsd

6 Tsd

3 Tsd

0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 23: Im Ausland Studierende (Anzahl)

Chile (2016) 9.270


Im Vergleich: Deutschland (2016) 116.342
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 17: Im Ausland Studierende (Prozent) in Prozent

1,2

0,9

0,6

0,3

0,0
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Kennzahl 24: Im Ausland Studierende (Prozent) in Prozent

Chile (2015) 0,76


Im Vergleich: Deutschland (2015) 3,91
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 25: Die fünf beliebtesten Zielländer für Studierende

1. USA
2. Spanien
3. GB
4. Frankreich
5. Deutschland

Quelle: UNESCO Institute of Statistics (2015)

Das Statistische Bundesamt registriert in seiner Aufstellung der Bildungsausländer im


Wintersemester 2015/2016 nach angestrebtem Bildungsabschluss und Herkunftsland insgesamt
941 an deutschen Hochschulen eingeschriebene chilenische Studierende.

Drei Akteure befassen sich in Chile mit Hochschulinternationalisierung:


Das 1998 mit Weltbank-Geldern gegründete Programm MECESUP (www.mecesup.cl) strebt
Qualitätsverbesserungen im chilenischen Hochschulsystem durch "performance-based
agreements" an.
Ein Konsortium von 24 chilenischen Universitäten namens LearnChile (www.learnchile.cl)
vermarktet Chile als Zielland für internationale Studierende und präsentiert die
Universitäten des Konsortiums jährlich gemeinsam auf der NAFSA. Die Mittel für LearnChile
kommen von ProChile, einer Institution, die vom chilenischen Außenministerium abhängt und
finanziert wird, um Chile im Ausland zu vermarkten.
Die Rektorenkonferenz CRUCH (www.consejoderectores.cl) wiederum arbeitet mit den
Auslandsämtern der Universitäten zusammen und versucht mit eher geringen eigenen Mitteln
und wenig Personal, diese bei ihren Internationalisierungsbemühungen zu unterstützen.

Zwei der Institutionen – CRUCH und Learn Chile – haben auch gute Webseiten auf Spanisch und
Englisch und präsentieren jeweils die unter ihrem Dach versammelten chilenischen Master- bzw.
PhD-Programme und damit das, was circa 70 Prozent der chilenischen Universitäten in diesem
Bereich anbieten.

Führend bezüglich der Internationalisierungsstrategien sind nach Einschätzung des DAAD-


Informationszentrums Santiago die Pontificia Universidad Católica de Chile, die Pontificia
Universidad Católica de Valparaíso, die Universidad Técnica Federico Santa María, die Universidad
de Talca, die Universidad de Concepción und die Universidad Austral de Chile sowie bei den
privaten außerhalb von CRUCH die Universidad Diego Portales, die Universidad Adolfo Ibañez und
die Universidad Andres Bello. Es gibt jedoch auch immer noch viele Universitäten, bei denen das
Verständnis für Sinn und Notwendigkeit einer Internationalisierungsstrategie eher schwach
entwickelt ist.

Chiles Rolle im weltweiten Bildungsmarkt ist bislang vor allem auf Lateinamerika beschränkt. Trotz
hoher Studiengebühren zieht Chile Studierende aus ganz Lateinamerika an und gilt auf dem
Subkontinent als ein Benchmark für Hochschulqualität. Die 1843 gegründete Universidad de Chile

41
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

hatte schon im 19. Jahrhundert Kooperationsvereinbarungen mit dem Smithonian Institute und dem
damaligen College of Harvard, was sie für Studierende aus der Region besonders attraktiv machte.
Chile ist überhaupt eines der wenigen lateinamerikanischen Länder, das bei der UNESCO
regelmäßig statistische Zahlen angibt (die allerdings wahrscheinlich nur einen begrenzten Teil der
ausländischen Studierenden erfassen), selbst umfassend Zahlen und Daten erhebt und das
konsistente und von empirischer Forschung begleitete Bemühungen zur stetigen
Qualitätsverbesserung unternimmt.

b. Bildungskooperationen und Partnerorganisationen

>> Alumninetzwerk

Red INVECA (www.redinveca.de)

Das Netzwerk Red INVECA e.V. wurde im November 2012 mit einem ersten jährlichen Treffen an
der Technischen Universität Berlin gegründet, bei welchem 80 chilenische Forscherinnen und
Forscher, die in Deutschland studieren oder arbeiten, anwesend waren. Red INVECA ist eine
Vereinigung chilenischer Forscher in Chile und Deutschland, welche die Interaktion zwischen den
verschiedenen Akteuren, die in Zusammenhang mit der Entwicklung in verschiedenen
Wissensbereichen stehen, fördern, um den Einfluss auf die wissenschaftliche Entwicklung und
Bildung durch die Zusammenarbeit zwischen Chile und Deutschland zu verstärken.

Die Ziele von Red INVECA e.V. sind:


die Schaffung eines einheitlichen Netzwerks von chilenischen Forschern in Deutschland, das
eine Plattform zur Stärkung der Zusammenarbeit, Unterstützung, Information und Diskussion
zwischen seinen Mitgliedern bereitstellt;
die Förderung des Wissens- und Erfahrungstransfers unter den Forschern;
die Leistung eines Beitrags zur Entwicklung von Forschung und ihrer Reichweite in den
entsprechenden Wissensbereichen.

>> Ausländische Partnerorganisationen

British Council (www.britishcouncil.cl)

Die Schwerpunkte der Arbeit des British Council in Chile sind Sprachvermittlung, Sprachprüfungen,
Werbung für den Studienstandort Großbritannien, Regierungsberatung und in geringerem Umfang
auch Kulturveranstaltungen. Der British Council bietet keine eigenen Stipendien in Chile an, jährlich
erhalten aber etwa 500 Chilenen ein Stipendium von BecasChile, um in Großbritannien zu
studieren, und damit ist Großbritannien das attraktivste Zielland im
chilenischen Regierungsstipendienprogramm BecasChile. Der British Council arbeitet mit Chiles
Consejo Nacional de las Artes y la Cultura an einem Dialog zu Themen der Kreativindustrie. 2014
hat der British Council erstmals eine eigene Messe namens "Education UK Exhibition" veranstaltet,
auf der 25 britische Universitäten vertreten waren.

Campus France (www.chili.campusfrance.org)

Campus France ist eine staatliche Agentur, die dem Außenministerium und dem Ministerium für
Hochschule und Forschung untersteht und in Chile direkt von der französischen Botschaft abhängig
ist. Es gibt etwa 300 Austauschprogramme zwischen Chile und Frankreich und acht gemeinsame
chilenisch-französische Labore in den Bereichen Mathematik, Meeresbiologie, Seismologie,
organische Chemie und tropische Paläoklimatologie sowie das Programm DISCOH (Dynamics of
the Humboldt current system).

Neben dem Institut Français in Santiago, in dem sich auch das Büro von Campus France befindet,
ist Frankreich mit elf Vertretungen der Alliance Française in den Regionen Chiles präsent. Das
Campus France-Team setzt sich aus drei Personen zusammen: einer verantwortlichen Leiterin,

42
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

deren Stellvertreterin und einer Halbzeit-Assistentin. Ebenso beschäftigen sie fünf Vertreter in den
Zweigstellen in der Alliance Française in Antofagasta, La Serena, Viña-Valparaíso, Concepción und
Valdivia.

Die Aufgaben von Campus France sind verschiedenartig:


Werbung für das Hochschulstudium in Frankreich mittels Bildungsmessen (zum
Beispiel ExpoEstudiante und EuroPosgrados zusammen mit den europäischen Partnern DAAD
und British Council), Vorträge in den Universitäten und in den fünf französischen Schulen in
Chile, Informationsangebote über die Webseite und soziale Netzwerke, Kontakte mit den
Leitungen für internationale Beziehungen der chilenischen Universitäten;
persönliche Beratung und Herausgabe von Informationen über das Universitätsstudium und das
Leben in Frankreich (Campus France empfängt die Studierenden auch in persönlichen
Beratungsgesprächen);
Information über die existierenden Stipendien
Bereitstellung einer Online-Bewerbungsplattform mit mehr als 200 registrierten Einrichtungen
(die chilenischen Studierenden können sich für bis zu 15 Master-Studiengänge an
französischen Hochschulen mit nur einem Antrag bewerben);
Hilfestellung bei der Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen für das Studentenvisum;
Entwicklung der chilenischen Plattform von France Alumni, ein Projekt das im November 2014
durch das Außenministerium initiiert wurde mit dem Ziel, den ehemaligen Auslandsstudenten
eine fortdauernde Verbindung zu Frankreich zu bieten und in Kontakt zu bleiben.

Die durchschnittliche Anzahl chilenischer Studierender in Frankreich beträgt 450 pro Jahr, alle
Studienarten inbegriffen (Master, Austausch, Doppeldiplom, Französisch-Spracherwerb). Es
existieren 450 bilaterale Abkommen im Hinblick auf Austauschprogramme und Doppeldiplome (ohne
„Cotutelle de Thèse“).

Der Dienst der wissenschaftlichen und universitären Zusammenarbeit (Servicio de Cooperación


Científica y Universitaria) der französischen Botschaft verwaltet die Stipendien und Stipendiaten. Die
Priorität der wissenschaftlichen und universitären Zusammenarbeit der französischen Botschaft ist
die Förderung der Doktorandenmobilität, vor allem in Hinblick auf „Cotutelles“.

Der DAAD veranstaltet seit vielen Jahren gemeinsam mit British Council und Campus France eine
große Bildungsmesse namens EuroPosgrados, die neuerdings nur noch alle zwei Jahre stattfinden
wird.

Fulbright (www.fulbright.cl)

Fulbright hat sein erstes Büro in Lateinamerika im Jahr 1955 in Chile eröffnet. Bis heute sind etwa
3.100 Chilenen für postgraduale Studien mit Fulbright-Stipendien in die USA gegangen und etwa
1.500 US-amerikanische Akademiker, Forscher und Studierende haben mit Fulbright Chile
kennengelernt (Quelle: Fulbright Chile ).

>> Repräsentanz deutscher Hochschulen

Heidelberg-Center Lateinamerika (www.heidelberg-center.uni.hd.de)

Die Universität Heidelberg unterhält seit 2002 in Santiago de Chile das Heidelberg Center
Lateinamerika, das ab Herbst 2009 auch ein DAAD-gefördertes Exzellenzzentrum ist und sechs
Doppelabschlussprogramme mit der Universidad de Chile und der Pontificia Universidad Católica
anbietet. Gemeinsam mit diesen beiden bedeutendsten chilenischen Universitäten hat das
Heidelberg-Center ein international orientiertes Ausbildungsangebot in den Fächern Medizinische
Physik, Medizinische Informatik, Astronomie sowie Geo- und Umweltwissenschaften aufgebaut, das
sich auch an Studierende und Graduierte anderer lateinamerikanischer Länder richtet. Der am
Heidelberg Center angebotene LL.M in Internationalem Recht wurde von der Zeitschrift América
Economía (dem lateinamerikanischen Pendant des englischen Economist) in einem weltweiten
Ranking von LL.M-Studiengängen mit Schwerpunkt auf internationalem Handelsrecht auf Rang 2

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

platziert. Der Studiengang hat in den elf Jahren seines Bestehens weit über 200 Absolventen aus
mehr als 30 Ländern hervorgebracht. Das Promotionsprogramm im Fach Psychotherapie mit dem
Rahmenthema „Ätiologie der Depression“ verzeichnet bisher nahezu 30 Absolventen. Derzeit laufen
die Vorbereitungen für einen Antrag bei der DFG für ein Internationales Graduiertenkolleg.

Deutsches Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humboldt, LBI (www.lbi.cl)

Das LBI ist eine 1988 mit Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland
gegründete private deutsche Pädagogische Hochschule. Bis heute wird sie von den deutschen
Schulen und von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) personell, finanziell und ideell
gefördert. Aufgrund eines Vertrags mit der Universidad de Talca, der im Juli 2015 zwischen den
beiden Institutionen geschlossen wurde, ist das LBI eine universitäre Einrichtung geworden. Das
LBI hat bis heute etwa 300 Pädagoginnen und Pädagogen ausgebildet und mehr als 20.000 Lehrer
fortgebildet; darüber hinaus unterhält das LBI Kooperationsabkommen
und Austauschprogramme mit zehn Hochschulen in Europa (Pädagogische Hochschulen:
Heidelberg, Weingarten, Freiburg, Kärnten/Österreich, Zug/Schweiz; Universitäten: LMU München,
Zürich, Flensburg, Bayreuth und Alice Salomon Hochschule Berlin). Seit dem Jahr 2015 unterstützt
der DAAD das LBI auch durch eine Sprachassistenz.

>> Parteienstiftungen

Friedrich-Ebert-Stiftung (www.fes.cl)

Das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Chile nahm 1967 seine Arbeit auf. Während und als
Konsequenz der Militärdiktatur musste die FES Chile ihre Tätigkeit im Land zwischen 1974 und 1991
unterbrechen. Augenblicklich konzentriert sich die Stiftung auf die Bereiche Gewerkschaften und
Arbeitsbeziehungen, politischer Dialog mit Chile, internationale Politik, Geschlechter, Jugend,
Kommunikation und Zivilgesellschaft.

Konrad-Adenauer-Stiftung (www.kas.de/chile)

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nimmt Chile


seit über 50 Jahren eine herausragende Stellung ein, da der Andenstaat zusammen mit Venezuela
das erste Land war, wo die Stiftung im Jahr 1962 ihr internationales Engagement initiierte. Die KAS
hat sich in diesem Zeitraum stets für die Verbreitung der Ideale von Freiheit, Gerechtigkeit und
Demokratie eingesetzt.

Zu Beginn der Kooperation in den 1960er Jahren unterstützte die Stiftung die Reformpolitik der
Regierung von Präsident Frei Montalva. Nach dem Staatsstreich im September 1973 bis zur
Rückkehr zur Demokratie 1989 trug die KAS durch vielfältige Maßnahmen dazu bei, die
demokratischen Strukturen im Lande zu erhalten und auszubauen. Gleichzeitig setzte sie sich für
eine Annäherung der demokratischen Oppositionskräfte ein und wirkte an der Vorbereitung des
schwierigen Übergangs zu demokratischen Verhältnissen mit.
Obwohl nach dem Ende der Militärdiktatur die Rückkehr zur Demokratie heute in vielen Bereichen
erfolgreich abgeschlossen ist, gibt es immer noch eine Reihe von Defiziten, wodurch die
Demokratieförderung und Stärkung der demokratischen Institutionen auch weiterhin im Mittelpunkt
der Arbeit der Stiftung in Chile steht.

Eine fundamentale Voraussetzung für die demokratische Konsolidierung Chiles ist die Verbesserung
der allgemeinen politischen, gesellschaftlichen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen im
Lande. In dieser Hinsicht setzt sich die Stiftung für die Modernisierung des Staates, die Förderung
der Sozialen Marktwirtschaft, die Stärkung von Dezentralisierung und kommunaler
Selbstverwaltung, die Förderung des Themas Umwelt, Klima und Energie sowie die Intensivierung
des Erfahrungsaustausches zu internationalen und außenpolitischen Themen ein.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Hanns-Seidel-Stiftung (www.hss.de/americalatina/es/chile.html)

Die Hanns-Seidel Stiftung ist seit 1983 in Chile tätig. Ihre Projektarbeit zielt darauf ab, einen Beitrag
zur nachhaltigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chiles zu leisten. Zur
Zielerreichung dienen folgende Instrumente:
Seminare und Publikationen zu Schlüsselthemen der Politik (Wirtschafts-, Bildungs-, Sozial-,
Umwelt-, Energie-, Außen- und Sicherheitspolitik);
Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie verwaltungstechnische Beratung für
Entscheidungsträger und Bedienstete der Regional- und Kommunalebene;
Seminare, Workshops, Konferenzen, Foren zur politischen Aus- und Weiterbildung für die
Jugend (Schüler, Studierende und junge Fachkräfte).

Heinrich-Böll-Stiftung (www.cl.boell.org)

Das Regionalbüro der Heinrich-Böll-Stiftung ist seit 2008 mit einem eigenen Sitz in Chile tätig. Das
Büro in Santiago ist für die Koordination der Projekte in den vier Partnerländern (Chile, Argentinien,
Paraguay und Uruguay zuständig) und verfügt über einen Mitarbeiterstab von etwa zehn Personen
(drei Stellen für die Programmkoordination).

Eine der beiden Themenachsen ist die sozial-ökologische Transformation mit einem Schwerpunkt
auf erneuerbaren Energien, Kritik am extraktivistischen Wirtschaftsmodell (Agroindustrie, Bergbau
und Forstbetriebe) und Agroökologie/Ernährungssouvernität.
Die zweite Themenachse bezieht sich auf die Förderung von Demokratie und Menschenrechten,
einschließlich sozialer und ökologischer Rechte.

Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitet in Chile seit 2012 mit der Generation der Studentenrevolte von
2011 zusammen, unter anderem mit der Fundación Nodo XXI der Izquierda Autónoma. Das Team
von Nodo XXI hat in Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro der Böll-Stiftung die Bildungsreform
kritisch begleitet, einen runden Tisch aus Rektoren, Studierendenvertretern, Gewerkschaften aus
dem Bildungsbereich und Bildungsexperten ins Leben gerufen und Studien erarbeitet, die sowohl
der öffentlichen Debatte dienen als auch eine Grundlage der Lobbyarbeit im Parlament über die
Fraktion der unabhängigen jungen Abgeordneten darstellen.

Daneben konzentriert sich die bildungspolitische Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung vor allem auf die
Erarbeitung von Materialien, die Geschlechterclichés im Bildungssystem dekonstruieren und
Vorschläge für bessere Schulbücher und -bildung machen (dies in Zusammenarbeit mit der Red
chilena contra la violencia hacia las mujeres).

>> Weitere deutsche und deutsch-chilenische Einrichtungen

Deutsche Auslandshandelskammer in Chile (www.chile.ahk.de)

Die Außenhandelskammer (AHK) in Chile – vor Ort auch als CAMCHAL bekannt – wurde im Jahr
1916 in der Hafenstadt Valparaíso von deutschen Unternehmern gegründet. Damit ist sie nicht nur
weltweit eine der ältesten Außenhandelskammern Deutschlands, sondern mit 640 Mitgliedern heute
auch die größte binationale Kammer in Chile. Als Teil des weltweiten Kammernetzwerks mit mehr
als 130 Büros in 90 Ländern bietet die AHK Chile Mitgliedern und Kunden in Deutschland und Chile
standardisierte Dienstleistungen verbunden mit umfassenden Kenntnissen zum lokalen Markt.

Neben Themenfeldern wie Innovation und Technologietransfer, Umwelt und Energie, Bergbau und
Rohstoffe widmet sich die AHK Chile auch diversen Initiativen im Bereich der beruflichen Aus- und
Weiterbildung.

Die AHK Chile arbeitet mit ihrem Bildungszentrum in verschiedenen Projekten daran,
Qualitätselemente des deutschen dualen Berufsbildungssystems an die chilenische Realität
anzupassen und gemeinsam mit den lokalen Akteuren vor Ort nachhaltig umzusetzen. Dies tut sie
in enger Kooperation mit Ministerien, Verbänden, staatlichen Berufsschulen und dem Privatsektor.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Daneben bietet die AHK eine Vielzahl von Kursen und längeren Schulungsprogrammen an, die von
Unternehmen im Land wahrgenommen werden.

Deutsche Schulen

An 21 aus Deutschland geförderten PASCH-Schulen lernen insgesamt rund 20.000 Schüler


Deutsch (Deutsche Auslandsschulen, DSD- und Fit-Schulen). Weitere sechs Schulen bieten
Deutsch an oder sind zum Beispiel als Schweizer Schule deutschsprachig und gehören zum Pasch-
Netzwerk. Damit ist diese Schulform in keinem anderen lateinamerikanischen Land auch nur
annähernd gleich stark vertreten. An der Deutschen Schule in Santiago findet außerdem einmal
jährlich eine Messe deutscher Hochschulen statt.

Alexander von Humboldt-Stiftung (www.humboldt-foundation.de)

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine von der Bundesrepublik Deutschland gegründete
Stiftung des privaten Rechts. Jährlich ermöglicht sie über 2.000 Forscherinnen und Forschern aus
aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von
weltweit mehr als 27.000 Humboldtianerinnen und Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140
Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger. Gefördert wird die Alexander
von Humboldt- Stiftung vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung,
dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie von weiteren
nationalen und internationalen Partnern.

Die meisten chilenischen Humboldtianer sind an folgenden Universitäten tätig:


1. Universidad de Chile Santiago 31
2. Universidad de Concepción Concepción 18
3. Pontificia Universidad Católica de Chile Santiago 15
4. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso Valparaíso 7
5. Universidad Austral de Chile Valdivia 4

Deutsche Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de)

Seit 2006 ist Frau Dr. Gudrun Kausel von der Universidad Austral de Chile
Vertrauenswissenschaftlerin und zentrale Ansprechpartnerin der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) in Chile. Die DFG hat seit 1991 ein Kooperationsabkommen mit der
Comisión Nacional de Ciencia y Tecnología (CONICYT). Im Jahr 2002 wurde das Abkommen mit
CONICYT modernisiert. Bis 2010 stand die gemeinsame Förderung von Mobilitätsprojekten im
Mittelpunkt. Im Jahr 2010 führte die DFG zum ersten Mal eine Ausschreibung für bilaterale
Forschungsprojekte mit CONICYT durch, in deren Rahmen drei größere Forschungsprojekte im
Bereich der Physik und der Zellbiologie gemeinsam gefördert wurden. Eine Ausschreibung im
Bereich der Elektrotechnik soll Ende 2018 geöffnet werden.

Über die letzten 10 Jahre hinweg förderte die DFG mit rund 30 Mio. Euro insgesamt knapp 200
Forschungs- und Anbahnungsprojekte mit Chile, insbesondere in den Lebens- und
Geowissenschaften, aber auch in den Geistes-, Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Hier
ist insbesondere das Schwerpunktprogramm EARTHSHAPE zu nennen, das im Bereich der
Geoumweltforschung angesiedelt ist. Insgesamt hat die von der DFG geförderte Kooperation mit
Chile in den letzten Jahren zugenommen. Interesse besteht zwischen einigen Forscherteams aus
Deutschland und Chile auch an den Internationalen Graduiertenkollegs.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (www.giz.de)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist ein weltweit tätiger
Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. Das Landesbüro der

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

GIZ in Chile besteht seit den 1990er Jahren und zeichnet sich durch die Beratung und Durchführung
von Projekten aus, die vorrangig vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) in Deutschland finanziert werden.
Derzeit beschäftigt die GIZ in Chile über 50 Mitarbeiter in Santiago, unter anderem bei der UN-
Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) und im chilenischen
Energieministerium.

Das Portfolio deckt aktuell folgende Themenfelder ab:

• Umwelt
• Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
• Nachhaltiger Bergbau
• Berufliche Aus- und Weiterbildung
• Corporate Social Responsibility
• Lokale Entwicklung
• Sektorspezifische Politiken

Folgende Aktivitäten führt die GIZ derzeit im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Chile
durch:

Im Rahmen des Programms Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) sind in
Chile zwei vom BMZ finanzierte Internationale Fachkräfte im Bereich der Berufsbildung engagiert.
Eine Fachkraft unterstützt die Deutsche Außenhandelskammer in Chile, ihre Rolle in der
chilenischen Bildungslandschaft zu stärken und die Berufsbildung nach deutschem Vorbild
voranzutreiben. Ein weiterer Experte arbeitet in der Stiftung der deutschen Ordensschwester
Karoline Mayer, Fundación Cristo Vive, insbesondere zum Thema Handwerkerausbildung im
Bereich Elektrotechnik und Erneuerbare Energien.

Das vom BMUB finanzierte Projekt der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI)
Förderung der Solarenergie in Chile beinhaltet ebenso eine Berufsbildungskomponente. Mit
Unterstützung der GIZ wurden Photovoltaik-Labore an sechs Bildungsstätten in Chile eingerichtet,
an denen bereits 160 Personen in der Installation von PV-Anlagen fortgebildet wurden. Auch für
dieses Jahr sind verschiedene Kurse für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energieministeriums
und anderer dem Ministerium untergeordneter Institutionen geplant sowie eine Weiterführung der
Fortbildung von technischen Fachkräften. Im Rahmen des Projekts wurde außerdem eine
Kooperation mit der Universität in Antofagasta begonnen, um dort ein regionales Fort- und
Weiterbildungszentrum für „Concentrating Solar Power“ (CSP) und große PV-Anlagen aufzubauen.
Die ersten Dozenten wurden bereits ausgebildet. Im Zusammenhang mit der Förderung von
Forschungsaktivitäten ist im DKTI-Vorhaben die Unterstützung der wissenschaftlich-technischen
Kooperation zu Aspekten der CSP/CST-Technologie vorgesehen. Dabei soll fünf Wissenschaftlern
die Möglichkeit gegeben werden, sich vor Ort in deutschen und europäischen
Forschungseinrichtungen auszutauschen. Darüber hinaus wurden im selben Vorhaben – in
Zusammenarbeit mit der Internationalen Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris – in den vergangenen
Jahren über 100 regionale Fachkräfte auf Ministerialebene in Erneuerbaren Energien und
Energieeffizienz fortgebildet.

Ebenso sind in dem Vorhaben Emissionsminderung durch den Einsatz von Kraft-
Wärmekopplungsanlagen (KWK) in Gewerbe und Industrie Chiles zukünftig Weiterbildungen in
verschiedenen Regionen Chiles geplant, unter anderem an den im Vorgängerprojekt zur KWK
eingerichteten Anlagen. Der Schwerpunkt liegt hier in dem Kompetenztransfer von Technologien zu
KWK an Techniker und Installateure.
Técnicos para Chile ist ein Stipendienprogramm des chilenischen Bildungsministeriums, das zur
Erhöhung des nationalen Fachkräfteangebots mit höherer Bildung in für die chilenische
Wirtschaftsentwicklung wichtigen Sektoren beitragen soll. Mit der Durchführung der
Fortbildungsmaßnahmen in Deutschland hat das chilenische Bildungsministerium die GIZ
beauftragt. Das Programm bietet acht- bis zehnmonatige Weiterbildungskurse, sowohl an der
Bergakademie der Technischen Universität Freiberg als auch in dem Weiterbildungsinstitut
Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung (GNE) an. Im Anschluss an den theoretischen

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Kompetenzerwerb in der jeweiligen Ausbildungsstätte wird den Stipendiaten ein praktischer


Kompetenzerwerb in einem ausgewählten Unternehmen in Deutschland ermöglicht.

Max-Planck-Gesellschaft (www.mpg.de)

Von Oktober bis Dezember 2009 wurde in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso der Science
Tunnel, eine einzigartige multimediale Wanderausstellung der Max-Planck-Gesellschaft, gezeigt. Die
Ausstellung empfing etwa 100.000 Besucher. Der Science Tunnel gab Einblicke in neueste
Wissensgebiete wie Nanotechnologie, Stammzellforschung oder Neuroelektronik, die unsere
Lebens- und Arbeitswelten in den kommenden Jahrzehnten tiefgreifend prägen werden. Das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trug 100.000 Euro zur Finanzierung bei. In
der zweiten Jahreshälfte 2016 war der Science Tunnel 3.0 erneut in Valparaíso.

Im Jahr 2013 vereinbarten die Max-Planck-Gesellschaft und die chilenische


Forschungsförderbehörde CONICYT die Zusammenarbeit von deutschen und chilenischen
Wissenschaftlern mit Tandemprojekten zu unterstützen. Zum dritten Treffen der Max-Planck-
Gesellschaft und der chilenischen Gesellschaft für Neurowissenschaften (CINV), das 2014 in
Valparaiso stattfand, reisten Dr. Jahn, Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische
Chemie, sowie insgesamt mehr als zehn Vertreter von Max-Planck-Instituten aus Deutschland und
der Direktor des Max-Planck-Verbindungsbüros für Lateinamerika in Buenos Aires, Dr. Andreas
Trepte, an. Der Leiter des CINV, Dr. Ramón Latorre, bekräftigte die enge Zusammenarbeit
zwischen MPG und dem CINV in den letzten Jahren und bekundete die Absicht, diese Kooperation
vor allem im Bereich der Neurowissenschaften und Bioinformatik zu konsolidieren und zu erweitern.

Im Januar 2016 fand im Parque Cultural Valparaíso ein Kooperationstreffen zwischen der Max-
Planck-Gesellschaft und der zum chilenischen Wirtschaftsministerium gehörenden
Wissenschaftsinitiative „Iniciativa Científica Milenio“ statt. Die Veranstaltung diente der Vertiefung
der Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen und der Förderung des Wissensaustauschs
zwischen Spitzenforschern beider Länder. Außerdem wurden bei dieser Gelegenheit die Gewinner
eines internationalen Wettbewerbs, der vom Interdisziplinären Zentrum der Neurowissenschaften
der Universität Valparaíso ausgerufen und von der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt worden war,
bekannt gegeben. Der Preis ging an die Neurobiologen Chiayu Chiu und Rodrigo Suárez, die
nun ihre Forschungslabore auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in Valparaíso mit einer
Absicherung über fünf Jahre einrichten werden.

Fraunhofer Chile Research (www.fraunhofer.cl)

Besonders erwähnenswert ist die Gründung eines Fraunhofer Forschungszentrums in Chile, das
inzwischen schon etwa 90 Wissenschaftler und Mitarbeiter beschäftigt. Finanziert wird Fraunhofer
Chile als eines von mehreren chilenischen Exzellenzzentren von CORFO, dem chilenischen
Verband für Wirtschaftsförderung, mittels einer langfristigen Anschubfinanzierung von über 20 Mio.
Euro. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums liegen in den Bereichen Biotechnologie und
Solarenergie.

Das neue Fraunhofer Center for Systems Biotechnology (CSB) in Santiago de Chile konzentriert
sich auf die Entwicklung und Optimierung neuer Technologien mit entscheidender Bedeutung für
Schlüsselbereiche der chilenischen Wirtschaft. Die Forschungsprojekte entstehen in
Zusammenarbeit von chilenischen und deutschen Forschern und konzentrieren sich momentan auf
Aquakultur, Landwirtschaft, Lebensmittel, Biomedizin, Nanotechnologie und Bio-Computing. Das
2010 gegründete Fraunhofer Center for Systems Biotechnology war das erste Forschungszentrum
unter dem Dach der Fundación Fraunhofer Chile Research (FCR) . Die Forschung am neuen
Fraunhofer-Zentrum profitiert vom Pioniergeist der chilenischen Wirtschaft und trägt seinerseits
langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Partner auf chilenischer Seite sind die
Universidad Católica de Valparaiso, die Universidad de Talca, die Universidad Andrés Bello und die
Stiftung für Unternehmensförderung Fundación Chile. Partner in Deutschland ist das Fraunhofer
Institute for Molecular Biology and Applied Ecology (IME) in Aachen, das eng mit der RWTH Aachen
zusammenarbeitet.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Eines unter vielen möglichen Beispielen ist eine kleine Forschungsgruppe die sich mit der
Entwicklung von neuen funktionellen Lebensmitteln aus lokalen Naturprodukten und Reststoffen der
Landwirtschaft beschäftigt. Ferner entwickelt sie in lokalen und internationalen Projekten
Bioraffinerie-Konzepte, die eine nachhaltige Nutzung von Rohstoffen ermöglichen. Allein diese
Gruppe am Fraunhofer Center hat bisher annähernd 2 Mio. Euro an öffentlichen und privaten
Geldern für lokale und internationale Projekte aufgebracht. Ihr Leiter, Dr. Lothar Driller, wurde im
Rahmen dieser Arbeit im letzten Jahr mit dem chilenischen Innovationspreis AVONNI für ein Projekt
ausgezeichnet, das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und
Verpackung in Freising, dem Max-Planck-Institut in Potsdam sowie dem Deutschen Biomasse-
Forschungs-Zentrum in Leipzig durchgeführt wurde und dessen Ziel es war, chilenische Abfallstoffe
aus der Industrie und Landwirtschaft in einen Biokraftstoff umzuwandeln.

Mit dem Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET) baut die
Fraunhofer-Gesellschaft ihr Engagement in Chile weiter aus. Einer der wichtigsten akademischen
Kooperationspartner und Gründungsmitglied des FCR-CSET ist die Pontificia Uni​versidad Católica
de Chile mit ihren Fakultäten für Ingenieurswissenschaften, Chemie und Geographie. Partner in
Deutschland ist das Fraunhofer Institut für Solarenergie (ISE) in Freiburg, das mit 1.300 Mitarbeitern
Europas größtes Forschungszentrum auf diesem Gebiet ist. Ziel des FCR-CSET ist es, durch den
Einsatz der umfangreichen Erfahrung des Fraunhofer ISE die Entwicklung einer nachhaltigen
Solarwirtschaft in Chile zu unterstützen. Schwerpunktthemen am FCR-CSET sollen die Gewinnung
von Strom und Prozesswärme und deren Speicherung sowie die Aufbereitung von Wasser mit Hilfe
von Solarenergie sein. Erste Projekte sind die Erfassung von zuverlässigen Strahlungsdaten für
zukünftige Solarkraftwerke und das Monitoring einer solaren Prozesswärmeanlage in einem
Weingut.

Forschung und Entwicklung in diesem Institut betreffen:


die spezifischen wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen
des Marktes für Solarenergie in Chile;
die Bildung und Ausbildung von Technikern, Fachleuten, Forschern, Managern und
Entscheidungsträgern in Planung, Bau, Betrieb, Wartung, Finanzierung und den Bau von
Systemen der solaren Energieumwandlung;
die Entwicklung von technischen Systemen, die den besonderen Bedingungen in Chile
angepasst wurden ("vom Labor auf den Markt");
die Unterstützung staatlicher Politik mit wissenschaftlichen Methoden, um den Einsatz von
Solarenergie in Chile zu erhöhen;
den Transfer zwischen akademischer Forschung sowie Industrie und Unternehmertum.

Chile ist aus mehreren Gründen ein interessanter Standort für Solarenergie: Es ist weltweit das
Land mit der höchsten direkten Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig stellt das dortige Klima hohe
Ansprüche an die Beständigkeit von Materialien und Komponenten. In beiden Punkten verfügt das
Fraunhofer ISE über umfangreiches Know-how. Die Wissenschaftler arbeiten dort seit vielen Jahren
an solarthermischen und konzentrierenden Anwendungen. Außerdem testen sie Materialien und
Komponenten unter extremen Witterungsbedingungen, um daraus zum Beispiel Verfahren für die
Langzeitstabilität abzuleiten.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

c. Deutschlandinteresse

Diagramm 18: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland

1200

900

600

300

0
WS WS WS WS WS WS WS WS WS WS WS
2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17

Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

Kennzahl 26: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland

Chile (WS 2016/17) 994


Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

Kennzahl 27: Anzahl der Hochschulkooperationen mit Deutschland

Chile (2018) 285


Quelle: Hochschlkompass (HRK)

Kennzahl 28: Anzahl der DAAD-Förderungen

Geförderte aus Deutschland (2017) 391


Geförderte aus dem Ausland (2017) 630
Quelle: DAAD

Das Studium in Deutschland ist finanziell sehr attraktiv, da an allen Hochschulen Chiles noch
Studiengebühren verlangt werden. Seit 2016 werden allerdings den 50 Prozent ärmeren neu
eingeschriebenen Studierenden der 27 Universitäten der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH
(und fünf weiteren privaten Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz) die Studiengebühren
erlassen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das auf die Zahl der Studierenden, die nach Deutschland
gehen, auswirken wird.

50
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Weiter trägt zur Attraktivität der deutschen Hochschulen bei, dass chilenische Studierende als
einzige Studierende Lateinamerikas mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten in der
chilenischen Hochschulzugangsprüfung PSU auch die Zugangsberechtigung zu deutschen
Hochschulen erwerben. Diese Punktzahl erreichen etwa 17 Prozent aller Studierenden, die die
Hochschulzugangsprüfung in Chile ablegen (Quelle: La Tercera, 2016).

Chile ist im Übrigen schon heute das lateinamerikanische Land mit der im Verhältnis zur
Bevölkerungszahl zweithöchsten Anzahl von Studierenden an deutschen Universitäten. Dies erklärt
sich einerseits durch das relativ hohe Durchschnittseinkommen der chilenischen Mittelklasse und
andererseits durch die hohen Studiengebühren in Chile. Nicht zuletzt trägt aber auch das selbst für
lateinamerikanische Verhältnisse außergewöhnlich positive Deutschlandbild dazu bei.

Ein weiterer Grund für den intensiven Austausch mit Deutschland ist das staatliche
Stipendienprogramm Becas Chile, das es jährlich rund 750 Chilenen ermöglicht, ein Master- oder
ein Promotionsstudium im Ausland durchzuführen. Damit wird auch die Anzahl der Chilenen, die in
Deutschland ein Aufbaustudium absolvieren können, erhöht.

Allgemeinere Gründe für Chile als interessanten Markt für deutsche Hochschulen wie auch als
Zielland für deutsche Studierende sind:
die hohe Sicherheit für ausländische Studierende,
ein Feld von etwa 10 bis 20 Universitäten, die in vielen Bereichen mit deutschen Universitäten
in Forschung und Lehre mithalten können und gelegentlich auch besser sind,
zukunftsträchtige Gebiete, in denen die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit
Deutschland permanent ausgebaut wird (wie Astronomie, Biologie, Forst- und
Agrarwissenschaften, Nanotechnologien, Erneuerbare Energien, Meeres- und Polarforschung,
Luft- und Raumfahrt, Paläontologie und Geowissenschaften / Bergbau),
das staatliche Stipendienprogramm Becas Chile (s.o.).

d. Deutsche Sprachkenntnisse

An den vom Goethe-Institut vertretenen Institutionen in Chile und an den Hochschulen des Landes
sind jährlich jeweils etwa 2.000 Deutschlerner eingeschrieben. In vielen Städten, vor allem in denen
des von deutschen Einwanderern stark besiedelten chilenischen Südens, führen deutsch-chilenische
Kulturinstitute Sprachkurse und Kulturprogramme durch. Neben dem Goethe-Institut in Santiago de
Chile gibt es weitere Goethe-Zentren in den Regionen (La Serena, Valparaíso und Concepción).
Sprachunterricht wird auch in dem vom DAAD geförderten Heidelberg Center für Lateinamerika und
in zahlreichen privaten Instituten angeboten.

An den 22 durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) aus Deutschland finanziell und
personell geförderten Deutschen Schulen in Chile lernen rund 20.000 Schüler Deutsch. Weitere fünf
vom Goethe-Institut betreute chilenische Schulen (sogenannte "Fit-Schulen") bieten Deutsch an. Die
von den ZfA-Schulen und die vom Goethe-Institut betreuten Schulen sind Teil des PASCH-
Netzwerkes. Damit sind diese Schulen in keinem anderen lateinamerikanischen Land auch nur
annähernd gleich stark vertreten. Es gibt sogar Neugründung, wie augenblicklich beispielsweise in
Talca.

Die traditionsreichen Deutschen Schulen genießen in Chile einen exzellenten Ruf. In der jährlich in
ganz Chile durchgeführten Universitätszugangsprüfung (PSU) zeichneten sich viele der Deutschen
Schulen durch einen der vordersten Plätze im informellen Schulranking aus. Alle fünf Deutschen
Auslandsschulen wurden von der Bund-Länder-Inspektion zertifiziert und erhielten im Ergebnis das
vom Bundespräsidenten verliehene Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule" (Oktober
2010: die Deutsche Schule Carlos Anwandter in Valdivia, Mai 2011: die Deutschen Schulen in
Valparaíso und Santiago, Oktober 2011: die Deutsche Schule Concepción und 2012: die Thomas-
Morus-Schule in Santiago). Die Deutsche Schule Santiago ist die einzige Schule in Chile, die über
einen durchgängig deutschsprachigen Bildungsgang verfügt. Die Schule hat im Schuljahr 2012 zum
ersten Mal die Deutsche Internationale Abiturprüfung durchgeführt. Die vier weiteren Deutschen
Auslandsschulen haben durch die Einführung des Gemischtsprachigen Internationalen

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Baccalaureats ihr Deutschprofil gestärkt. Die Schüler dieses Bildungsgangs werden in den Fächern
Biologie und Geschichte in deutscher Sprache unterrichtet. Die übrigen traditionellen Deutschen
Schulen unterrichten Deutsch als Ergänzungs- oder Fremdsprache und bieten Prüfungen zum
deutschen Sprachdiplom an.

Deutschland unterhält zur Förderung dieser Schulen – einzigartig im spanischsprachigen


Lateinamerika – das Deutsche Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humboldt, das als "Escuela de
Pedagogías en Alemán" unter dem Dach der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universidad
de Talca angeschlossen ist.

Deutsch wird in Chile also insgesamt von mindestens 25.000 Schülern und Studierenden als
Fremdsprache gelernt. Durch diese hohe Zahl von Deutschlernern und in Verbindung mit den
Chilenen deutscher Abstammung (vor allem im Süden) ist es auf jeden Fall sinnvoll, auch für ein
Studium auf Deutsch in Deutschland zu werben.

Alle zwei Jahre führt das Informationszentrum des DAAD in Santiago im Rahmen der Premium-
Messe EuroPosgrados zusätzlich eine kleine Messe an den Deutschen Schulen in Santiago durch,
wobei sich Jahr für Jahr auch unter Schülern das große Interesse an deutschen Hochschulen zeigt.
Dies wird durch die hohen Bewerberzahlen für die DAAD-Stipendien für Hochschulwinter-
Sprachkurse in Deutschland bestätigt.

Nichtsdestotrotz sind englischsprachige oder zweisprachige Studiengänge sehr gefragt, da Chilenen


wie eigentlich alle Lateinamerikaner die deutsche Sprache auch als eine Hürde sehen und einen
eher allzu großen Respekt vor ihr haben. Das rührt auch daher, dass in Lateinamerika die Tendenz
vorherrscht, Englisch als einzige schulisch verpflichtende Fremdsprache gelten zu lassen, so dass
weitere Fremdsprachen ein Luxus oder Privileg besonders herausgehobener und teurer
Privatschulen geworden sind.

e. Hochschulzugang in Deutschland

Eine Besonderheit Chiles im lateinamerikanischen Vergleich stellt die Tatsache dar, dass
chilenischen Schulabgängern mit einer Punktzahl von 600 in der chilenischen
Hochschulzugangsberechtigung (PSU) ein direkter Einstieg in ein grundständiges Studium in
Deutschland möglich ist (sofern sie die notwendigen Sprachkenntnisse mitbringen). Diese Punktzahl
erreichen pro Jahr knapp Prozent aller Schüler, die die Hochschulzugangsprüfung abgelegt haben.

Es gibt auch ein Rahmenabkommen zwischen der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH und der
HRK aus dem Jahr 1991, in welchem Vorschläge für die Anerkennung von Studienabschlüssen und
-leistungen festgelegt sind und das immerhin von 70 deutschen Hochschulen ratifiziert wurde.
Besonders wichtig ist die Regelung, dass ein chilenischer Licenciado-Titel in der Regel zur
Promotion in Deutschland berechtigen sollte.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

4. Empfehlungen für deutsche Hochschulen

a. Hochschulkooperationen – FAQ

Da es auch eine Anzahl chilenischer Universitäten geringerer akademischer Qualität gibt, ist es im
Falle einer Kooperationsanbahnung ratsam, sich vorab über das Prestige und die politische oder
religiöse Ausrichtung der Universität zu informieren bzw. sich in Einzelfällen von vornherein darüber
im Klaren zu sein, dass man möglicherweise auch Entwicklungsarbeit leisten muss.
Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Universitäten, die in vielerlei Hinsicht mit den besten
deutschen Universitäten mithalten können oder diese in bestimmten Fächern sogar übertreffen. In
jedem Fall ist ein Kontakt auf Augenhöhe empfehlenswert. Man sollte keineswegsl von vornherein
davon ausgehen, dass ein Studium in Chile in Vergleich zu einem Studium in Deutschland
minderwertig sei oder dass sich eine Kooperation mit bzw. ein Forschungsaufenthalt in Chile immer
als Entwicklungszusammenarbeit vollzieht. Zur Orientierung stehen das DAAD-Informationszentrum
in Santiago de Chile bzw. der Chile-Länderexperte in der Zentrale des DAAD jederzeit gerne zur
Verfügung. Außerdem können auch die weiter oben vorgestellten Rankings herangezogen werden.

Eine nicht unwesentliche Schwierigkeit bei der Kooperationsanbahnung besteht darin, dass die
chilenischen Universitäten seit der Militärdiktatur strukturell unterfinanziert sind und ihnen oft
nur wenig freie Mittel für die Kofinanzierung gemeinsamer Vorhaben zur Verfügung stehen. Seit
Anfang 2018 gibt es in dieser Hinsicht jedoch Anzeichen für Besserung, also neue Mittel und ein
neues Ministerium für Wissenschaft und Technologie. Kooperationsgelder müssen meist bei der
Forschungsförderorganisation CONICYT oder über das Programm MECESUP eingeworben werden
und unterliegen damit den sehr strikten Regeln des chilenischen Rechnungshofs über
Mittelverwendung. Die Herausforderung für deutsche Hochschulen oder andere deutsche Partner
bleibt dabei immer wieder, sich auf andere Verwaltungskulturen einzulassen (wenngleich
die chilenische im lateinamerikanischen Vergleich der deutschen wahrscheinlich am ähnlichsten ist)
und sich mit den chilenischen Partnern zusammenzusetzen und herauszufinden, wie man unter
Beachtung der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen und Verwendungszwecke gemeinsam
kofinanzierte Kooperationen und Programme auf den Weg bringen kann. Grundsätzlich ist Chile
für die Hochschulzusammenarbeit auf Augenhöhe offen, verfolgt dabei aber oft auch legitime eigene
Interessen, die man respektieren und vorherein mit berücksichtigen sollte.

b. Marketing-Tipps

Deutschland genießt in Chile traditionell einen sehr guten Ruf, was historisch mit der Qualität von in
Lateinamerika eingeführten deutschen Produkten zu tun hat, mit der Bewunderung für den
wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands nach der vernichtenden Niederlage im 2. Weltkrieg
sowie weiter damit, dass Deutschland in Lateinamerika und Chile nie als Kolonialmacht in
Erscheinung trat. Nach der Eurokrise ab 2008 stieg das Ansehen Deutschlands nochmals, und es
verstärkte sich im öffentlichen Bewusstsein der Eindruck, dass Deutschland in ganz Europa
gewissermaßen "last man standing" sei. Schließlich ist auch die große Zahl deutscher Einwanderer
seit Mitte des 19. Jahrhunderts, die sich vor allem im Süden Chiles angesiedelt haben, für die hohe
Wertschätzung Deutschlands verantwortlich. Die deutsche Botschaft in Chile hat rund 25.000
Passdeutsche registriert, wobei es eine erheblich höhere Anzahl von Deutsch-Chilenen geben
dürfte, die zwar keinen deutschen Pass mehr haben, aber sich kulturell dieser Gruppe angehörig
fühlen.

Ein erfolgreiches Hochschulmarketing in Chile basiert daher erstens darauf, dass


deutsche Hochschulen, die sich in Chile präsentieren, bereit sind, chilenische Interessenten mit
einem oft eher traditionellen Deutschlandbild dort abzuholen, wo sie sich befinden. Deutschland ist
für Chilenen durchweg äußerst positiv besetzt als Land von Ordnung, Zuverlässigkeit und
Ehrlichkeit, von Blasmusik, Lederhosen, Würstchen und Bier, von wirtschaftlichen und
technologischen Spitzenleistungen, leutselig, heimatliebend, gutmütig und großmütig. Deutsche
Selbstzweifel sind eher wenig populär …

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Administrative Inkompetenz und Langsamkeit, ausbleibende Antworten, Granteligkeit und


mangelnde Höflichkeit wären Verhaltensformen, die dem Deutschlandbild der Chilenen
zuwiderlaufen. Selbstverständlich erwarten sie eine übersichtliche und englischsprachige Homepage
der deutschen Hochschule, auf der nicht nur die Hauptseiten in englischer Sprache zugänglich sind,
sondern auch genauere Details über für Bewerber interessante Studiengänge. Da viele Chilenen
großen Respekt vor der deutschen Sprache haben, sind englischsprachige Studiengänge sehr
gefragt. Sprachkursangebote sowie eine gute Betreuung der ausländischen Studierenden vor Ort
(eventuell auch zumindest orientierende Hilfestellungen, zum Beispiel bei der Wohnungssuche)
werden ebenfalls sehr geschätzt.

Da die chilenischen Regierungsstipendien gezählt und mit der Verpflichtung zur Rückkehr nach
Chile verbunden sind, ist die Nachfrage nach nicht-chilenischen internationalen und/oder
universitätseigenen Stipendien hoch.

Bei einer Bewerbung um ein Stipendium im Rahmen des nationalen Stipendienprogramms 'Becas
Chile' wurde ursprünglich gefordert, dass die ausländische Zielhochschule unter den ersten 150
Bildungseinrichtungen der international einschlägigen Hochschulrankings (Shanghai, Times Higher
Education oder QS) platziert ist. Alternativ wurde auch eine ausführliche Begründung akzeptiert,
warum die Institution eine der 50 besten in der entsprechenden Disziplin ist. Inzwischen orientieren
sich die von 'Becas Chile' angewendeten Auswahlmethoden keineswegs mehr einfach am THE-
oder Shanghai-Ranking, sondern berücksichtigen vielfältige weitere Indikatoren (unter anderem
Thomson Reuters, wissenschaftliche Publikationen etc.). In jedem Fall sind Informationen über das
Prestige und die Platzierung in verschiedenen Rankings sowie besondere Auszeichnungen und
Besonderheiten der Hochschule für Interessenten an einem Studium in Deutschland von großer
Bedeutung.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

5. Länderinformationen und praktische Hinweise

a. Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Grundsätzlich ist Chile ein Land, das eine relativ liberale Visagesetzgebung aufweist. Für nicht-
touristische Aufenthalte und touristische Aufenthalte über 90 Tage muss vorab ein Visum beim
zuständigen chilenischen Konsulat in Deutschland beantragt werden (Botschaft in Berlin, Konsulate
in Frankfurt, München und Hamburg).

Für ein Studium an einer chilenischen Universität oder den Besuch einer chilenischen Schule kann
unter Vorlage von unter anderem der Zulassung oder Aufnahmebestätigung und eines
Finanzierungsnachweises ein Studierenden- oder Schülervisum beantragt werden.

Für ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst muss ein Visum für den befristeten Aufenthalt
beantragt werden. Hierfür ist der Aufenthaltszweck (Praktikumsbestätigung oder Ähnliches) und die
Finanzierung nachzuweisen.

Wissenschaftler, die an einer chilenischen Universität tätig werden möchten, können vorab ein
Arbeitsvisum unter Vorlage des notariell beglaubigten Arbeitsvertrages beantragen. Ein
Arbeitsvertrag für Ausländer muss dem chilenischen Arbeitsrecht entsprechen und bestimmte
Klauseln unter anderem zur Finanzierung der Rückreise nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
enthalten. Ausführliche Informationen über das Antragsverfahren und die vorzulegenden Dokumente
können bei der chilenischen Botschaft in Berlin oder dem zuständigen Konsulat in Hamburg,
Frankfurt, München erfragt werden (www.echile.de).

Nach der Einreise muss man sich im Regelfall zunächst bei der für den Aufenthaltsort zuständigen
chilenischen Polizei registrieren (Jefatura Nacional de Extranjería y Policía Internacional ) und
anschließend bei der zuständigen Ausländerbehörde (Departamento de Extranjería y Migración ) die
chilenische Identitätskarte für Ausländer beantragen (cédula de identidad para extranjeros).

Für die chilenischen Behördengänge sollte man Wartezeiten einplanen und sich
gegebenenfalls vorab direkt bei der Behörde über einzureichende Unterlagen und anfallende
Gebühren informieren.

b. Lebenshaltungskosten und Unterkunft

Allgemeine Lebenshaltungskosten für deutsche Studierende im Vergleich zu Deutschland (unter


Berücksichtigung regionaler Unterschiede):

Die Lebenshaltungskosten in Chile entsprechen in etwa deutschem Niveau. Bei bescheidenen


Ansprüchen benötigt man für den monatlichen Unterhalt etwa 600 Euro bis 750 Euro.

Zur Orientierung einige Beispiele:


Miete für Zimmer/Bad in Untermiete:
ca. 170.000 Pesos monatlich
Appartment/möbliert:
ab 120.000 Pesos monatlich
Zimmer/Frühstückspension:
ca. 150.000 Pesos monatlich
Mittagessen:
ca. 3.500 - 6000 Pesos
Metroticket in Santiago
ca. 600 Pesos pro Fahrt

Die Preise können in der Region auch wesentlich niedriger sein (vor allem im Süden) oder auch
höher liegen – wie zum Beispiel in der vom Bergbau geprägten Stadt Antofagasta oder in den

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

teueren Vierteln Santiagos.

Vor allem Lebensmittel sind im Supermarkt teurer als in Deutschland. Es bietet sich alternativ an,
Gemüse, Obst und Ähnliches, was man frisch erwerben kann, um einiges günstiger auf dem
Zentralmarkt La Vega oder auf den Wochenendmärkten im jeweiligen Stadtviertel zu kaufen.

Kosten für den Nahverkehr: Alle wichtigen Informationen über das Metrosystem von Santiago findet
man unter: www.metrosantiago.cl. Es ist recht leicht verständlich und ermöglicht zumeist eine
bessere Orientierung als das Bussystem. Eine Fahrt kostet nicht mehr als 1 Euro. Grundsätzlich
muss für die Nutzung von Metro und Bus eine "tarjeta BIP" angeschafft werden. Diese Plastikkarte,
welche nach Belieben aufgeladen werden kann, bietet die einzige Möglichkeit, Metro- und
Busfahrten zu bezahlen. Aufladen kann man die Karte nur in den Metrostationen sowie an den
"puntos BIP" (zum Beispiel an Kiosken).
Auch der Busverkehr wurde im Rahmen des Modernisierungsplans 'Transantiago 2007' erheblich
verbessert. Die Stadt wurde in zehn verschiedene farblich markierte Bezirke aufgeteilt, innerhalb
derer jeweils Busse einer bestimmten Farbe und mit zweistelliger Nummer verkehren (servicios
locales). Ein Schild in der Frontscheibe gibt auch immer die wichtigsten Verkehrswege der
jeweiligen Linie an. Seit Juni 2012 wechselten die Busse zu verschiedenen Farben der Stadtteile
(comunas).

Die Farben dieser "comunas" sind:


Orange: Ñuñoa, Macul, Peñalolén und La Reina
Blau: Huechuraba, San Ramón, La Pintana
Grün: Maipú, Cerrillos, Estación Central, San Miguel, San Joaquín, Pedro Aguirre Cerda, Lo
Espejo, La Florida und La Granja.
Türkisblau: Pudahuel, Lo Prado, Cerro Navia und Quinta Normal
Rot: Providencia, Las Condes, Vitacura, Lo Barnechea, Quilicura, Renca,
Independencia, Conchalí, Huechuraba y Recoleta
Gelb: Puente Alto und Verbindung nach San Bernardo, La Pintana, Metro Bellavista de
La Florida und Metro La Cisterna.

Während die Busse offiziell auch nachts in Betrieb sind (mit Einschränkungen und derzeit noch mit
erheblichen Kapazitätsproblemen), verkehren die sechs Linien des Metronetzes nur zwischen 6:00
und 23:00 Uhr.

Auch Taxifahrten sind empfehlenswert, sicher und kosten in der Regel nicht mehr als umgerechnet
5 - 6 Euro (mittellange Fahrten) in Santiago.

Bücher: Bücher sind in Chile zumeist teurer als in Deutschland (und als in anderen Ländern
Lateinamerikas).

Kommunikation: Es bietet sich für den längeren Aufenthalt in Chile auf jeden Fall an, eine
chilenische Handykarte (Prepaid) von Entel, Movistar, Claro oder WOM zu kaufen. In allen größeren
Kaufhäusern (wie Falabella, Paris etc.) lassen sich SIM-Karten dieser großen
Telefonanbieter erstehen. Die chilenischen Handynummern sind in der Regel achtstellig. Für den
Anruf aus dem Festnetz an ein Handy ist es notwendig, +56 9 vor der Nummer zu wählen. Ein
Handy-Paket kostet ca. 20 Euro, in denen ca. 17 Euro Gesprächsguthaben enthalten sind. Eine
einzelne Prepaid-Card kostet um die 5.000 Pesos. Man erhält sie in jedem größeren Kaufhaus oder
direkt in den Läden der Telefonanbieter, von denen es sehr viele gibt. Aufladen kann man die Karten
fast überall: an U-Bahnhöfen, am Kiosk, im Supermarkt, in Apotheken etc. (nur paradoxerweise nicht
in den Läden von Entel & Co. selbst). Für Anrufe und SMS nach Deutschland (bzw. ins Ausland
allgemein) muss man 123049 und die Nummer ohne die 0 der Vorwahl wählen. Eine SMS nach
Deutschland kostet ca. 150 Pesos.

Arzneimittel: Arzneimittel sind in Chile eher billiger als in Deutschland.

Theater/Kino/Konzerte/Museen: Theater sind in Santiago, Valparaíso, Concepción und


Valdivia sehr beliebt. Die Saison erreicht im Sommer ihren Höhepunkt, sei es auf Freilichtbühnen,

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Chile

temporären oder festen Bühnen (z.B. Festival "Teatro a Mil", "Dos por Uno").
Teatro Nacional Chileno
Morandé 25, Tel.: +56 (2) 2696 12 00
Teatro Universidad de Chile
Plaza Italia 043, Tel.: +56 (2) 2978 24 80
Teatro Universidad Católica
George Washington 26, Tel.: +56 (2) 2205 56 52
Corporación Cultural Providencia
Av. 11 de Septiembre 1995, Tel.: +56(2) 2784 86 00
Teatro El Conventillo
Bellavista 173, Tel.: +56 (2) 2777 41 64

Kinos und Kulturzentren mit Ausstellungen sind:


Centro Cultural La Moneda
Plaza de la Ciudadanía 26, Tel.: +56 (22) 3556500 (staatliches Kulturzentrum mit ständig
wechselnden Ausstellungen, Konzerten, Filmen etc., schönes Gebäude mit Souvenirläden,
Cafés und Restaurants)
Centro de Extensión der Universidad Católica
Alameda 390, Tel.: +56 (2) 2354 65 07 (Kulturzentrum der Pontificia Universidad Católica mit
ständig wechselnden Ausstellungen, Konzerten, Filmfestspielen etc., schönes Gebäude mit
Buchladen und Café)
Centro Cultural Matucana 100 (M100)
Av. Matucana N° 100 Estación Central, Santiago, Tel.: +56 (2) 2682 4502
Centro Cultural Estación Mapocho
Plaza de la Cultura s/n, Tel.: +56 (2) 2787 00 00 (bis in die 1980er Jahre ein Kopfbahnhof,
heute Ort für Theateraufführungen, Ausstellungen und Messen; Café, Restaurant und Souvenir-
Laden mit Kunsthandwerk)
Biblioteca Nacional
Alameda 651, Tel.: +56 (2) 2360 52 72, (1942 eröffnet, gehört diese Sammlung zu den größten
Bibliotheken Lateinamerikas; häufig kostenlose Konzerte und Veranstaltungen; moderne
Cafeteria)
Casa de la Cultura de la Municipalidad de Ñuñoa
Av. Irarrázaval 4055 (Ñuñoa), Tel.: +56 (2) 2223 74 50
Teatro Municipal
Agustinas 794, Tel.: +56 (2) 2463 8888, Tickets: 800 47 10000
(Opern, Konzerte, Ballett; schöne Caféecke).

Es gibt außer den großen Kinoketten (z.B. Cine Hoyts, Cineplanet), die im Prinzip alle das gleiche
Programm bieten wie überall auf der Welt, auch kleinere Programmkinos. Diese zeigen etwas
anspruchsvollere Filme und sind oft sogar billiger.

Empfehlenswerte Programmkinos in Santiago de Chile:


Cine Normandie
Tarapacá 1181, Tel.: +56 (2) 2697 29 79
Centro Arte Alameda
Libertador B. O’Higgins 139, Tel.: +56 (2) 2664 88 21
Cine El Biógrafo
J.V.Lastarria 181, Tel.: +56 (2) 26334435
Centro de Extensión Universidad Católica
L.B. O’Higgins 390, Tel.: +56 (2) 23546507
Cineteca Nacional des Palacio La Moneda
Plaza de la Ciudadanía, Tel.: +56 (2) 23556500

Spielfilme werden sowohl im Kino als auch im Fernsehen häufig im Originalton (meist englisch) mit
spanischen Untertiteln gezeigt. Das Programm entnimmt man den Zeitungen (El Mercurio, La

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Chile

Tercera, La Segunda, Publimetro) oder dem Internet. Montag bis Mittwoch sind Kinotage, der Eintritt
ist billiger und dementsprechend füllen sich auch die Kinosäle.

Es gibt auch einige Museen zu besichtigen, zum Beispiel:


Museo Interactivo Mirador (MIM)
Museo Ralli
Museo Pedagógico de Chile
Museo Chileno de Arte Precolombino
Museo Histórico Nacional
Museo Nacional de Bellas Artes
Museo de Arte Contemporáneo (MAC)
Museo de la Solidaridad Salvador Allende
Museo de la Memoria y los Derechos Humanos

Bei Nationalparks und bestimmten Sehenswürdigkeiten können die Preise für Einheimische und
Ausländer mit festem Wohnsitz günstiger sein als für Ausländer ohne festen Wohnsitz.

Temperatur, Kosmetika, Strom


In Santiago herrscht im Sommer (Dezember bis Februar) eine trockene Hitze von oft über 30 Grad,
abends wird es jedoch fast immer deutlich kühler. In den Übergangszeiten und im Winter ist auch
gelegentlich mit Regen zu rechnen, so dass sich die Mitnahme eines Regenmantels empfiehlt.
Während des Winters (Juni bis August) herrschen Temperaturen um die 10 Grad. Nachts fällt die
Temperatur oft unter den Gefrierpunkt, was angesichts der schlecht beheizbaren chilenischen
Wohnungen die Mitnahme wärmender Kleidung erforderlich macht. Wer im Sommer in Chile ist,
aber gerne reisen möchte, braucht trotzdem warme Kleidung, da es nachts und im Süden auch im
Sommer kalt sein kann.
Wer bestimmte Hygiene- und Kosmetikprodukte braucht, sollte diese aus Deutschland mitbringen,
da sie in Santiago oft sehr viel teurer sind. Das gilt vor allem für Shampoo, Deo,
Zahnbürsten, Zahnpasta, aber auch für Sonnencreme und andere Artikel der Körperpflege.

In Chile herrscht die gleiche Stromspannung wie in Deutschland, folglich ist die Mitnahme von
elektrischen Geräten in der Regel unproblematisch. Jedoch sollte beachtet werden, dass die
sogenannten flachen Eurostecker (schmal) fast alle in die chilenischen Steckdosen passen, die
Verwendung der runden Konturenstecker jedoch häufig Probleme bereitet. Hier muss dann auf die
Verwendung eines Adapters zurückgegriffen werden.

Ankunft und Flughafentransfer


Der günstigste und einfachste Weg, um vom Flughafen in die Stadt zu kommen, ist der
Flughafenshuttle Centropuerto. Er fährt von 6:00 bis 23:30 Uhr für 1.600 Pesos pro Strecke die
Stationen Metro Estación Los Héroes, Estación Central, Metro Estación Universidad de Santiago,
Metro Estación Las Rejas und Metro Estación Pajaritos an. Von dort kann man ganz einfach per
Metro oder Bus seine Fahrt fortsetzen. Das empfiehlt sich sogar, wenn man nicht gleich ein Taxi
nimmt, da man auf diese Weise den Stau um die Zentrale Busstation umgeht.

Eine Alternative dazu sind die Shuttleservices TransVIP bzw. Transfer Delfos, die einen direkt bis
zur Wunschadresse bringen. Die Preise unterscheiden sich je nach Ziel und liegen bei der Fahrt ins
Stadtzentrum von Santiago bei um die 7.000 Pesos pro Person. In einem Minibus werden mehrere
Fahrgäste nacheinander an ihre Zieladresse befördert. Dies kann teilweise einige Zeit dauern,
schneller geht es mit einem Taxi. Hierbei liegen die Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Pesos. Ein
Taxi kann sich also ab einer Gruppe von zwei Personen lohnen. Außerdem gibt es zwei öffentliche
Busse, die den Flughafen von Santiago mit einigen Metrostationen in der Stadt verbinden. TurBus
fährt zwischen 6:00 und 24:00 Uhr für einen Preis von 1.700 Pesos pro Strecke zu den Haltestellen
Moneda Esquina San Martín, Metro Estación Universidad de Santiago, Metro Estación Las Rejas
und Metro Estación Pajaritos (das ist die zum Flughafen nächste Station, wo es sich empfiehlt
umzusteigen und mit der Metro weiterzufahren).

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2018
Chile

Aktuelle Informationen zu den Bussen finden sich unter www.centropuerto.cl und unter
www.turbus.cl/turbus/opencms/03_Aeropuerto.

Von fast allen Haltestellen des Flughafenbusses kann man auch mit der Metro weiterfahren, jedoch
werden die Haltestellen nicht wie in Deutschland im Bus angesagt. Daher empfiehlt es sich, den
Busfahrer um Hilfe zu bitten, oder einen Fahrgast zu fragen, ob er Bescheid sagen kann, wann man
aussteigen muss.

Wohnungssuche: Die beste Internetadresse für die Wohnungssuche ist www.compartodepto.cl.


Dort kann man in den verschiedenen Stadtteilen nach einem WG-Zimmer oder einer Unterkunft bei
einer chilenischen Familie suchen. Beliebte Viertel zum Wohnen in Santiago de Chile sind
Providencia, Santiago Centro, El Golf, Vitacura oder Las Condes. Etwas familiärer ist es in Ñuñoa.
Man spürt dort die Großstadt nicht so sehr, weil es weniger Hochhäuser gibt. Die Preise bewegen
sich etwa zwischen 100.000 und 180.000 Pesos für ein WG-Zimmer, die Unterkunft bei einer Familie
kann etwas günstiger sein. Eine Wohnung für eine Familie wiederum kann durchaus zwischen
600.000 und 1.000.000 Pesos (zwischen 1.000 und 1.500 Euro) kosten. In der Provinz ist es deutlich
günstiger. In Talca zum Beispiel kann man ein Haus für weniger als 500.000 Pesos mieten. Wer auf
der Suche nach einer Wohnung ist, wird sicher unter www.portalinmobiliario.com fündig. Eine
weitere empfehlenswerte Seite ist www.homechile.cl/aleman/principal.asp.

Hostels: Wer kein Hotelzimmer buchen möchte, weil er oder sie länger in Santiago bleibt, sollte im
Voraus für die erste Zeit ein Hostel buchen. Hostels findet man im Internet zum Beispiel auf der
Seite www.booking.com. Sehr beliebt unter Backpackern ist La Casa Roja ( www.lacasaroja.cl) im
Barrio Brasil; auch zu empfehlen ist das Eco Hostel (www.ecohostel.cl) in Santiago Centro. Die
meisten Vertretungen deutscher Institutionen befinden sich im Stadtteil Providencia, so dass es
möglicherweise empfehlenswert ist, sich dort ein Hotel oder Hostel zu suchen.

Besonders günstige Bedingungen für deutsche Hochschulvertreter (auf vorherige Anfrage per E-
mail) bietet oft das Aparthotel Heidelberghaus (www.heidelberghaus.cl) des Heidelberg Centers für
Lateinamerika der Universität Heidelberg.

c. Sicherheitslage

Chile ist wie fast alle Länder Lateinamerikas ein Land mit großen Einkommensunterschieden, so
dass mit Rucksack- und Taschendiebstählen sowie Überfällen auf der Straße, in Parks, im Auto
oder sogar zuhause zu rechnen ist. Insbesondere in Santiago ist die Kleinkriminalität weit verbreitet.
Taschendiebstähle sind vor allem im Stadtzentrum und im Ausgehviertel Bellavista alltäglich, obwohl
die Polizei (Carabineros) viel Präsenz zeigt. In Notsituationen bieten die Carabineros zwar
Unterstützung an, doch ist es meistens schwierig, sie telefonisch zu erreichen. Folglich ist zu
empfehlen, auf auffälligen Schmuck zu verzichten und immer auf seine persönliche Habe zu achten.
In den beliebten Küstenstädten Valparaiso und Viña del Mar gilt dies ebenfalls.

Im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern gibt es in Chile allerdings sehr viel weniger
bewaffnete Sicherheitskräfte im öffentlichen Raum. Autos werden auf den Straßen geparkt,
Smartphones überall offen konsultiert, es gibt viele Passanten und Fahrradfahrer und eine große
Gelassenheit auf den Straßen. Man sollte also vorsichtig sein, aber die Gefahren vor allem in den
Regionen und auf dem Land sowie in den kleinen Städten der Regionen auch nicht überschätzen.

Chile ist ein erdbebengefährdetes Land. Mit vulkanischen oder tektonischen Aktivitäten ist immer
zu rechnen. Das letzte große Beben am 27. Februar 2010 hatte sein Epizentrum in der Nähe der
Stadt Concepción und erreichte eine Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala. Allerdings sind Erdbeben
dieser Stärke keinesfalls alltäglich und treten normalerweise in Abständen von 20 bis 30 Jahren auf.
Kleinere Erdbeben, die für Deutsche schon recht beeindruckend sind, können hingegen jederzeit
vorkommen. Im Falle eines Erdbebens gilt es, unbedingt Ruhe zu bewahren. Gebäude in Chile sind
nach menschlichen Ermessen sehr erdbebensicher gebaut. Auf keinen Fall empfiehlt es sich,

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Chile

panisch aus Gebäuden zu rennen, da dabei die meisten Personen verletzt werden. Es ist
wichtig, die Nähe zu Fensterscheiben zu meiden und – sollte man sich im Freien befinden –
unbedingt von Gebäuden und Stromleitungen Abstand zu halten. Meist dauern Erdbeben weniger
als eine Minute. An der Küste muss man möglichen Tsunamiwarnungen unbedingt Folge leisten. In
Gebäuden sollte man sich vorsorglich gleich nach dem Betreten über die Fluchttreppen informieren.
Reisenden ist zu empfehlen, sich mit den angemessenen Verhaltenshinweisen bei Erdbeben
und den daraus resultierenden Tsunamis vertraut zu machen. Bei dem letzten Beben wurden
aufgrund der Tsunamiwarnung innerhalb kürzester Zeit knapp eine Million Personen entlang der
gesamten chilenischen Küste evakuiert.

Jeder deutsche Staatsangehörige, der – auch nur vorübergehend – im Ausland lebt, kann in eine
Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes aufgenommen werden. Die
Registrierung erfolgt online.

Den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts ist Folge zu leisten.

d. Interkulturelle Hinweise

Die Mentalitäten von Chilenen und Deutschen unterscheiden sich weniger stark als man vielleicht
erwartet, wenn man nach Lateinamerika kommt. Trotzdem sollte man nie vergessen, dass alle
lateinamerikanischen Gesellschaften in viel höherem Maße als in Deutschland
schichtenübergreifende Höflichkeitskulturen ausgeprägt haben. Man fällt nicht direkt mit der
Tür – also dem eigenen Anliegen – ins Haus, sondern tauscht erst einmal freundlich ein paar
Nettigkeiten aus (Wetter, das natürlich immer gute Essen oder die Familie sind unverfängliche und
willkommene Themen) und kommt dann langsam zum Thema. Man hört auf die Zwischentöne in
dem, was der andere sagt, und rechnet damit, dass man mit einem Anliegen selten abgewiesen
wird. Oft ist keine Antwort bzw. eine deutliche Verzögerung von Dingen, die man glaubte,
ausgemacht zu haben, als ein "Nein" zu interpretieren, das man von Chilenen nur ungern direkt
gesagt bekommt. Man tastet sich also gewissermaßen von einer Kommunikation zur nächsten voran
und versucht auch immer die Lage des anderen mitzudenken.

Wahrscheinlich kann man auch von einer stärkeren hierarchischen Orientierung ausgehen als in
Deutschland im Arbeitsleben üblich. So werden z.B. viele Entscheidungen gar nicht gefällt oder
aufgeschoben, wenn es eine unbesetzte Leitungsebene oder einen Wechsel (typischerweise nach
Wahlen) gibt. Pünktlichkeit ist ebenso wie in Deutschland eine gern gesehene Tugend und wird im
Arbeitsleben auch weitgehend eingehalten.

e. Adressen relevanter Organisationen

DAAD-Informationszentrum in Santiago de Chile:


Calle La Concepción 81, Oficina 703
Providencia, Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2946 2636
Fax: +56 (2) 2946 2701
E-Mail: ic@daad.cl
www.daad.cl
www.facebook.com/DAAD.Chile

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Santiago de Chile:


Las Hualtatas 5677, Vitacura, Santiago/Chile
Tel.: + 56 (2) 2463 2500
www.santiago.diplo.de

Botschaft der Republik Chile in Berlin:


Mohrenstraße 42
10117 Berlin

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Chile

Tel.: +49 (0) 30 726 2035


Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 09.00 - 13.00 Uhr
Amtsbezirk/Konsularbezirk: Bundesgebiet, Konsularischer Amtsbezirk: Länder Berlin, Brandenburg,
Sachsen und Sachsen-Anhalt
E-Mail: comunicaciones@echile.de
www.echile.de

Studium:

Chilenische Hochschulrektorenkonferenz / Consejo de Rectores de las Universidad de Chile


(CRUCH):
Alameda 1371, piso 4
Santiago de Chile
Tel.: +56 (2) 2426 8620
Fax: +56 (2) 2426 8626
E-mail: cruch@consejoderectores.cl
www.consejoderectores.cl

Corporación de universidades privadas (CUP):


Vereinigung von 17 privaten Universitäten Chiles
www.cupchile.cl

Informationen für internationale Studierende: http://postgrado.consejoderectores.cl/en/index.php


http://learnchile.cl

Anerkennung:

Prorrectoría, Universidad de Chile


Av. Alameda 1058, Santiago - Chile
Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse

Wissenschaft und Forschung:

Ministerio de Educación:
Avda. Libertador Bernardo O’Higgins No 1371
Santiago - Chile
Tel: +56 (2) 2406 6000
www.mineduc.cl

CONICYT:
Moneda 1375
Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2365 4427
www.conicyt.cl

Becas Chile - Ministerio de Educación :


Av. Libertador Bernardo O'Higgins 1371
Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2406 6000
www.becaschile.cl

Sprachkurse:

Das Goethe-Institut bietet sehr gute Spanischsprachkurse für Ausländer an.


Holanda 100 (Providencia)
Santiago - Chile

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Chile

Tel.: +56 (2) 2952 8000


www.goethe.de/santiago

f. Publikationen und Linktipps


Kooperation International - Chile
www.mifuturo.cl (statistische Daten zum chilenischen Hochschul- und Bildungssystem)
www.cnachile.cl (Nationale Akkreditierungkommission)
www.learnchile.cl (Internationale Plattform chilenischer Hochschulen)
www.consejoderectores.cl (Plattform der chilenischen Hochschulrektorenkonferenz)
www.nuevo.cned.cl/indices-educacion-superior (Daten zur Hochschulbildung)

Hochschulen und Bildungssystem:


Mönckeberg, Maria Olivia (2007): El negocio de las universidades en Chile. Santiago de Chile:
Random House Mondadori
Meller, Alan & Meller, Patricio (2007): Los dilemas de la educación superior. Santiago de Chile:
Aguilar Chilena de Ediciones S.A.
Waissbluth, Mario (2010): Se acabó el recreo. La desigualdad en la educación. Santiago de
Chile: Random House Mondadori
Valle, Aldo / Lavanchy, Sergio / Sanhueza, Patricio (ed.) (2014): 60 años Consejo de Rectores
de las Universidades Chilenas.

Geschichte:
Rinke, Stefan (2007): Kleine Geschichte Chiles, München: C.H.Beck
de Ramon, Armando (2003): Historia de Chile, Santiago: Catalonia

Tourismus:
McCarthy, Carolyn / Carillet, Jean-Bernard / Gleeson, Bridget u.a. (2013): Chile & Osterinseln,
Ostfildern: Lonely Planet
Möginger, Robert (2010/2011): Chile, Osterinseln, Berlin und München: Langenscheidt
Asal, Susanne (2013): Chile, München Travel House Media GmbH

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Chile

Impressum

Autoren

Arpe Caspary, Leiter des DAAD-Informationszentrums Santiago de Chile

Herausgeber
Deutscher Akademischer Austauschdienst
German Academic Exchange Service
Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
www.daad.de
Referat S21 – Koordinierung Regionalwissen

Redaktion
Christine Arndt

Datenquellen
Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Data: https://data.oecd.org

Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Statistics: http://stats.oecd.org

SCImago. (2007). SJR–SCImago Journal & Country Rank. Retrieved January 07, 2016, from
http://www.scimagojr.com

Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Genesis-Online. Datenlizenz by-2-0:


https://www.genesis.destatis.de

UNESCO Institute of Statistices (UIS): http://data.uis.unesco.org/

United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division, World Population
Prospects: http://esa.un.org/unpd/wpp/Download/Standard/Population/

Wissenschaft Weltoffen. Herkunft ausländischer, Bildungsausländer-, Bildungsinländer-Studierender


2014 nach Erdteilen, Regionen, Herkunftsstaaten: http://www.wissenschaftweltoffen.de/daten/1/2/1

The World Bank, Knowledge Economy Index: https://knoema.com/WBKEI2013/knowledge-


economy-index-world-bank-2012

The World Bank. Data: http://data.worldbank.org

The World Bank. World Development Indicators: http://wdi.worldbank.org/table/5.13#

Erstellungsdatum der Analysetexte und Zugriff der Datenquellen


September 2018 (Analyse), 16.02.2018 (Daten)

Erläuterung einzelner Kennzahlen

Kaufkraftparitäten (KKP)
Um volkswirtschaftliche Größen wie beispielsweise das BIP international vergleichbar zu machen, ist
eine einfache Umrechnung nach aktuellen Wechselkursen nicht ausreichend, da die Kaufkraft
zwischen Währungsräumen erheblich abweichen kann. Auf dieser Basis wird berechnet, wie viel
Einheiten der jeweiligen Währung notwendig sind, um den gleichen repräsentativen Güterkorb zu
kaufen, den man für 1 USD in den USA erhalten könnte.

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Gini-Koeffizient
Maß zur Darstellung von Ungleichverteilungen, benannt nach dem italienischen Statistiker Corrado
Gini, 1884-1965. Der Wert liegt zwischen 0 und 1 bzw. 0 und 100% (0 = totale Gleichheit, 100 =
totale Ungleichheit). Werte der Weltbank variieren zwischen 63,2 (Lesotho) und 24,7 (Dänemark).

Knowledge Economy Index


Der Knowledge Economy Index ist ein Indikator der Weltbank, mit dem gemessen wird, in wieweit
Wissen effektiv für wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt wird. Dazu werden die „4 Säulen der
Wissensökonomie“ herangezogen: Wirtschaftlicher Anreiz und administrative Rahmenbedingungen;
Bildung und Humanressourcen; Innovationssystem; Informations- und Kommunikationstechnologie.

Studierendenquote (gross enrolment ratio, tertiary)


Anzahl der Studierenden unabhängig vom Alter, ausgedrückt als Prozentsatz der Bevölkerung
zwischen 20 und 24 Jahren. Wegen Studierenden, die jünger oder älter sind, ist die Zahl höher als
die Studierendenquote eines Jahrgangs. Eine detailliertere Definition ist unter
http://uis.unesco.org/en/glossary-term/gross-enrolment-ratio zu finden.

Publikationen
Anzahl der jährlichen Publikationen in peer-reviewed Literatur (Zeitschriften, Bücher und
Konferenzbände).
Patente (Anzahl der Patente in Naturwissenschaft und Technik (Residents))
Anzahl der Patente aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik, die in einem Jahr von
Einwohnern dieses Landes im Land registriert wurden.

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Auflage

Als digitale Publikation im Internet veröffentlicht.

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Lizenz (CC BY 4.0).

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Übersetzungen.

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Diese Veröffentlichung wird aus Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
an den DAAD finanziert.

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