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WISSENSCHAFTLICHE-ARBEITEN
AUS DEM BURGENLAND

Heft 62
Alexandrine Eibner-Persy

Hallstattzeitliche Grabhügel von Sopron (Ödenburg)


Die Funde der Grabungen 1890-92 in der Prähistorischen
Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien und ir
Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt.
EISENSTADT i..r
WISSENSCHAFTLICHE ARBEITEN AUS DEM BURGENLAND
Heft 62

Alexandrine Eibner-Persy

Hallstattzeitliche Grabhügel von Sopron (Ödenburg)


Die Funde der Grabungen 1890-92 in der Prähistorischen
Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien und im
Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt.

Herausgegeben vom Burgenländischen Landesmuseum, Eisenstadt


(Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung XII/3)
EISENSTADT 1980
VORWORT DES HERAUSGEBERS

Vor nunm ehr fast 100 Jahren, im Juli 1887, setzte der Ödenburger Realschulprofessor Ludwig
(Lajos) BELLA erstmals den Spaten zur Durchforschung des hallstättischen Hügelgräberfel­
des am Burgstall von Ödenburg (Sopron-Värhely) an. Durch seine Grabungen, die er bis 1911 -
auch zusammen m it bekannten Prähistorikern wie Josef SZOMBATHY (1887), Moriz HOER-
NES (1890), Rudolf HOERNES (1891) und Mitgliedern des Hochadels, wie Thronfolger Franz
Ferdinand d’ESTE (1892) - fortführte, wurden die Grabhügel und die mächtige Wehranlage zu
einem der berühm testen prähistorischen Fixpunkte in Europa.
Die Funde aus dem Gräberfeld am Burgstall - insbesonders die figural verzierten Tongefäße -
haben rasch Eingang in die prähistorische Fachliteratur gefunden (bereits 1892 berücksichtigt
sie M. HOERNES in seinem umfassenden Buch über die Urgeschichte des Menschen), fehlen
aber auch in keiner populären Darstellung der Urzeit Europas. Umso erstaunlicher ist es, daß
bis heute eine zusammenfassende Materialvorlage und Analyse Desiderat der Urgeschichtsfor­
schung geblieben sind. Wohl haben L. BELLA (1891) und Sandor GALLUS (1934) die
wichtigsten Stücke vorgelegt, doch blieb es - sicher auch bedingt durch die große Menge des
Fundgutes - Alexandrine EIBNER-PERSY Vorbehalten, in ihrer 1966 an der Philosophischen
Fakultät der Universität Wien approbierten Dissertation die Ödenburger Bestände an der
Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien zu bearbeite]!. Dieses Werk
wird nun, ergänzt durch die Ödenburger Funde im Burgenländischen Landesmuseum und
neue Forschungsergebnisse, hier vorgelegt. Es wird nicht nur Anknüpfungspunkt, sondern
Grundlage für die weitere Erforschung der ältereisenzeitlichen Kalenderbergkultur sein, deren
Kemraum das süddanubische Niederösterreich zwischen Wienerwald und Leithagebirge, das
ganze nördliche Burgenland und die Gegenden um Sopron und den Neusiedler See war.
Die Wehranlage und das Gräberfeld am Burgstall von Ödenburg sind als Herzstück - als
Verwaltungs- und Stammesmittelpunkt, wohl auch als religiöses Zentrum - für ein Gebiet zu
betrachten, das sich im Westen bis Mattersburg und Pöttsching, im Norden bis Krensdorf,
Siegendorf und Rust erstreckte. Ähnlich bedeutende Anlagen befanden sich am Burgstall von
Eisenstadt und am Burgstall von Purbach im Burgenland, sowie auf der Malleiten bei Bad
Fischau und am Kalenderberg bei Mödling in Niederösterreich.
Nur unter diesem Gesichtspunkt sind die großartigen burgenländischen Hallstattfunde - es sei
zum Beispiel an das Stierkopfgefäß aus Donnerskirchen erinnert - verständlich. Teilweise
wurden diese Zusammenhänge schon im vorigen Jahrhundert erkannt. So hat L. BELLA
bereits damals nicht nur in Ödenburg, sondern auch in Purbach, Eisenstadt, Schattendorf und
St. Margarethen gegraben und haben R. HOERNES und Franz HEGER in Marz und Schatten­
dorf hallstättische Grabhügel untersucht.
Die guten Kontakte zwischen der österreichischen und ungarischen Forschung auf diesem
Gebiet begannen mit der Zusammenarbeit des „Marzer Kreises“ (R. u. M. HOERNES waren
Neffen des bekannten Geologen Eduard SUESS, der in Marz ein Landhaus besaß) mit dem
Ödenburger Altertumsverein um 1878/90 und setzten sich in der Freundschaft L. BELLAs mit
dem Eisenstädter Privatsammler und Kunstmäzen Alexander (Sandor) WOLF fort. Auch der
erste Direktor des Burgenländischen Landesmuseums, Alphons A. BARB, verlor den Kontakt
zum Ödenburger Komitatsmuseum nicht. Derzeit besteht im Rahmen der kulturellen Zusam­
menarbeit von Komitat Györ-Sopron und Land Burgenland bestes Einvernehmen zwischen
dem Bgld. Landesmuseum und dem Liszt-Ferenc-Müzeum in Sopron, sowie mit den Leiterin­
nen der Ausgrabungen der Ungarischen Akademie der Wissenschaften am Burgstall (Elisabeth
PATEK) und in Sopron-Krautacker (Elisabeth JEREM). Bei den häufigen gegenseitigen
Einladungen, bei Vorträgen und Mitarbeit bei den Ausgrabungen werden der jeweils letzte
Forschungsstand vorgestellt und neue Projekte angeregt. So besteht der Plan, die alt und neu
ergrabenen Materialien der eisenzeitlichen Siedlungen und Gräberfelder zwischen Eisenstadt
und Sopron nach und nach zu bearbeiten und detailliert vorzulegen, um diese Siedlungskam­
mer der Kalenderbergkultur der modernen Forschung zu erschließen.
Der vorliegende Band der „Wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Burgenland“ soll ein erster
Schritt in diese Richtung sein.
Dr. Hanns Schmid
Der Leiter des Bgld. Landesmuseums
INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort des Herausgebers. ............. ............. ............. ........ 3


Vorwort................. ........... ............. ........... .., 9
Fundort.................. ........... ....... ........ ...... 11
Fundgeschichte...... ........ ...... ......... .......... 22
Gräberfeld............. ........ ............... ............. ......... 28
T ypologie............. ........ ...... ........... ........... 36
Keram ik......... .................................... ...... ........... ............. 36
Kegelhalsgefäß........... ................. ... ............. ............. 36
Kleines Kegelhalsgefäß. .... ...... ........... ............. 37
Kehliges Halsgefäß................................................... 38
Eiförmiges Gefäß mit D eckel. .... ........... 38
Siebgefäß.............................. 38
K egelschultergefäß................... 38
Bombenförmiges G e fäß ........... . ......... ..................... .................. 38
S itu la ......................................... ........... ......... ......... ...... 39
Situlendeckel............................ 40
Fußschale................................ 40
Kalenderbergfußschale.......... ......... ....... ........... ........... 42
Henkelschale........................... 42
Große Henkelschale................. ......... ........... ....... . . . 44
Große Schale mit Kegelhals und F u ß ........... ........ .... ........ 45
Kalenderberghenkeltopf.......................... 45
Kalenderbergzwillingstöpfchen ............... .... ___ .46
M ondidole........................ ............... ........ ........ . 46
Schale................................ ........... ... ............. . . . . 47
Schüssel.................... . ................................ .. ........ ........ 48
Spinnw irtel....................... ........ ...... ........ .......... 48
Verschiedene Tongegenstände ......... ....... ......... ........ 49
M etallobjekte....... ........ — ...... ......... ................... 49
Halsreif............... ......... ...... ........... ......... 49
Arm schm uck... 50
F ib e l................. 50
N a d e l................. 50
M esser........... 50
Spiralröllchen .................................................. 50
Beschläge...... 51
Sonstiges...... 51
Perlen.......................... 51
Steinobjekte___ .. ...... ........ ............. ............... 52
Holzreste und Harzreste ................ ......... ........................ ................ 52
K nochenreste............. 52
Verzierungselemente .. 53
Keramik.............................................. 53
Verzierungstechnik.................................................. 53
1. Oberflächenbehandlung des Gefäßes . . . 53
2. Bem alung................................................. 53
3. Inkrustation...................... ........... .................................................... •. 54
4. schwarzer Ü berzug........ 54
5. Kannelierung................. 55
6. R itzung............................ 55
7. Verzierung durch ein mehrzinkiges Gerät-„K am m strich“ ...... 56
8. Stem pelung...................................................................... 56
9. begleitende Punktverzierung ........................................................... ......... .. . 56
10. „Zirkelarbeit“............... ........... ......... ...... . . 57
11. plastische Verzierung. ..... ---- . ... ........ ........ 57
Verzierungsmotivik.. ................... .... ................................ 57
Geometrische Verzierungsmotivik . 57
M otive........................ .... . . . . 58
1. D reiecke................. ........... .5 8
2. W inkel..................... ........ .... ........... ..58
3. Zickzackm uster.. . . .... ................. ......... .59
4. Rhom benm uster.. ........ ............. ....... 59
5. K reise................. ........ . . . .... . 59
6. H albkreise........... ........ . . . .6 0
7. Bogenm uster....... ... ......... .6 0
8. Spiraloide Muster ......... .... .60
9. Wellenlinienmuster. ---- .... .60
10. M äanderm uster. . . . .... ......... ............. .60
11. Fischgrätenm uster. ... ......... ........... . .. 60
12. strahlenförmige Muster . . .... ......... .60
13. Schachbrettm uster ........ . . . .... .6 0
14. Gitterm uster......... ........ .... ........... 61
15. Linienbandm uster ......... . ........... .6 1
M otivkombinationen. ......... . . . ......... 61
1.Metopenverzierung. ........ ......... ........ 61
2. m etopenartig gegliedertes M uster.. ......... ....... .6 1
3. Musterkombinatiönen ............... ... ......... . 61
Figur ale Verzierungsform. ........... ... ......... 61
M etallobjekte................. ... .. 61
V erzierungstechnik. . . . . . ... . . . .6 1
1. Gravierung......... .... .
2. T orsion............... .... .
3. plastische M odellierung.................. .... 62
Verzierungsmotivik.. ......... . ... .. 62
Perlen.............................. .... ... ........ .. 62
V erzierungstechnik. .. . . . . . . . . 6 2
Verzierungsmotivik.. ......... ... .... .. 62
1. Würfelaugen....... . . . 62
2. Wellenlinienmuster..................... . , ......... . . . . 62
3. K reism uster........... ......... .. 62
Figurale D arstellung............. .................... . .. .... . . . . 63
Hallstattzeitliche Darstellungen von Musikinstrumenten . ......... . . . 70
Chronologische Auswertung.................................................. ......... ...... 76
Gräberstratigraphie der Burgstall-Nekropole nach Typenkombinationen ___ 76
Relative Chronologie mit vergleichenden B eispielen....... ........ ........ 81
Im Ödenburger Gräberfeld nachweisbarer Kulturkontakt. ....... . . . . 84
Die Stellung ödenburgs im Osthallstattkreis ........... ........ ....... 87
Zusam m enfassung......... ............. ...... ........ ....... 91
A nm erkungen............... ........... ........ ........ ......... 95
Literaturverzeichnis. . . . .... . .... ......... ......... 105
Abkürzungen................. ........... .... ........... ......... 120
Fundvorlage................... ........... ............................ . ......... 121
Burgstall(Värhely).. . . ........................ . . . . ............. ......... 124
Tumulus 4 ........... ........... ....... ............. ....... 124
Tumulus 1 4 ........... ........... ........ ......... ........... IJ
Tumulus 2 1 ........... ........... ........ ........ ......... !”:
Tumulus 2 7 ........... ......... ........... ............. ......... 13:
Tumulus 2 8 ........... ......... ........... ...................... ........... 14;
Tumulus 2 9 ....................................... ....... ...... ...
Tumulus 3 4 ........... ........... ....... ........................ ........... 1■
Tumulus 5 0 ........... ......... ........ ........ ........... 155
Tumulus 5 2 ......... ......... .... ........ .........
Tumulus 5 3 ......... ......... ........ .... ........... 1;
Tumulus 5 9 ......... ......... ....... ........ ........... I<
Tumulus 6 5 ......... ........... ........ .... ........ 16Ö
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Tumulus 148 184
Tumulus 149 187
Tumulus 147 (= 149/1981) 188
Tumulus X .................... 195
ohne Tumulus-Zugehörigkeit 197
Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum,.Wien 197
Burgenländisches Landesmuseum, Eisenstadt___ 198
Sammlung ESTE (Franz Ferdinand d'ESTE). . . . 199
Sammlung WOLF (Sandor WOLF)...................... 206
Warischberg (Karlshöhe) (Värishegy [Käroly magaslat]) 207
Tumulus 2 ................. ........ 207
VORWORT

Anliegen dieser Arbeit ist es, neben den damals „Aufsehen erregenden Funden“ wie den figural
verzierten Kegelhalsgefäßen, besonders das Begleitmaterial zu bearbeiten und vorzulegen.
Soweit es ging, wurde auch auf die meist nur spärlich vorhandene Befunddokumentation
Rücksicht genommen. Es wird hier das in der Prähistorischen Abteilung des Naturhistori­
schen Museums in Wien sowie im Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt befindliche
Material vorgelegt.
Trotz der langen Zeitspanne von 15 Jahren zwischen Fertigstellung der Dissertation, einge­
reicht 1966 an der Universität Wien, und ihrer Drucklegung wurde bis auf kleine Ergänzungen
der Text der Materialvorlage beibehalten. Neuere Ergebnisse, die im wesentlichen die schon
damals geäußerten bestätigen, konnten nur zu einem kleineren Teil berücksichtigt werden, da
es mir unmöglich war, die Arbeit von Grund auf neu zu schreiben. Trotzdem hoffe ich, daß
damit das vor nunm ehr 90 Jahren ausgegrabene Material der Fachwelt nun endgültig zur
weiteren Forschung zur Verfügung steht.
An dieser Stelle sei dem damaligen Leiter der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen
Museums in Wien Herrn Univ.-Prof. Dr. K. KROMER für die Anregung und Bereitstellung des
Fundmateriales, für die Erlaubnis zum Photographieren sowie für seine Anteilnahme am
Fortschritt der Arbeit herzlichst gedankt.
Für Hilfestellungen bei der nochmaligen Durchsicht des Materiales zur Drucklegung möchte
ich dem jetzigen Leiter der Prähistorischen Abteilung Herrn Hofrat Dr. W. ANGELI sowie
seinen Mitarbeitern, Frau Dr. E. RUTTKAY und den Herren Dr. F.-E. BARTH und Dr. H.
MELICHAR, meinen herzlichsten Dank aussprechen.
Für die erneute Suche nach noch fehlenden Beständen, Fundprotokollen, Aufzeichnungen
und Plänen danke ich besqnders meinen Kollegen, den Herren Dr. F.-E. BARTH und Dr. K.
KAUS. In diesem Zusammenhang danke ich auch dem Leiter des Völkerkunde-Museums in
Wien, Herrn Univ.-Prof. Dr. H. MANNDORFF herzlichst für die Gewährung der Einsicht­
nahme in das Originalinventar der ESTE-Sammlung, worin die Funde aus der Grabung des
Jahres 1892 von Franz Ferdinand d’ESTE verzeichnet sind.
Frau Dr. E. RUTTKAY möchte ich besonders für ihre liebenswürdige Bereitschaft, mir bei der
Übersetzung und Sichtung der ungarischen Literatur behilflich zu sein, danken.
Herrn Univ.-Prof, Dr. R. PITTTONI, dem damaligen Lehrkanzelinhaber, bin ich zur Annahme
des Dissertationsthemas zu Dank verpflichtet.
Mein besonderer Dank gilt meinem Lehrer Herrn Univ.-Prof. Dr. F. FELGENHAUER für die
stete Betreuung und Unterstützung meiner Arbeit.
Die Leichenbrandbestimmung besorgte Herr Reg.-Rat Dr. J. JUNGWIRTH, der damalige
Leiter der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien, der mir
seine Ergebnisse in liebenswürdiger Weise als Anhang für meine Dissertation zur Verfügung
stellte, wofür ich ihm meinen herzlichsten Dank aussprechen möchte. Für chemische Analysen
und für seine stete Anteilnahme an unseren Problemen habe ich Herrn Univ.-Prof. Dr. F.
SAUTER herzlichst zu danken. Das botanische und mineralogische Material wurde in
liebenswürdiger Weise von den Herren Univ.-Prof. Dr. G. HALBWACHS und Univ.-Prof. Dr.
H. RICHTER sowie den Herren Univ.-Prof. Dr. H. WIESENEDER und Univ.-Prof. Dr. W.
RICHTER bestimmt, wofür an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt sei. Für kriminaltech­
nische Untersuchungen an Originalplänen Ödenburgs danke ich Herrn Univ.-Prof. Dr. K.
SCHIMA herzlichst. Für Röntgenaufnahmen der eisernen Harfenfibel aus dem Tumulus 27 im
Bundesdenkmalamt, Wien, bin ich Frau Hofrat Dr. G. MOSSLER zu Dank verpflichtet.
Die Materialvorlage wäre in dieser Art nicht zustandegekommen, hätte ich nicht durch
Vermittlung von Frau Dr. H. LADENBAUER, damals tätig in der Abteilung für Bodendenk­
malpflege' des Bundesdenkmalamtes in Wien, eine Studienreise nach Ungarn vor Fertigstel­
lung meiner Dissertation über Einladung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in
Budapest durchführen können.
Besonderer Dank gilt daher Frau Dr. A. MOZSOLICS, damals im Ungarischen Nationalmu-

9
seum in Budapest tätig, und Frau Dr, K. PÖCZY, Ungarische Akademie der Wissenschaften in
Budapest, sowie Herrn Dr. Gy. NOVÄKI, damals Leiter des Franz Liszt-(Liszt-Ferenc)-
Museums in Ödenburg, für die liebenswürdige Hilfe und Anteilnahme, die sie mir beim
Studium des in Ungarn befindlichen Materiales angedeihen ließen.
Für nachträgliche Abstimmung, Koordination und Diskussion der neueren Funde danke ich
ganz besonders Frau Dr. E. PATEK und Frau Dr. E. JEREM, beide Ungarische Akademie der
Wissenschaften in Budapest.
Den Herren Univ.-Prof. Dr. W. MODRIJAN, Univ.-Prof. Dr. W. DEHN, Univ.-Prof. Dr. H.-J.
HUNDT, Univ.-Prof. Dr. O.-H. FREY und Univ.-Prof. Dr. A. VULPE danke ich für anregende
Gespräche und wertvolle Hinweise. Herrn Univ.-Prof. Dr. W. MODRIJAN möchte ich noch
besonders für seine liebenswürdige Bereitschaft danken, mir Einsicht in das Material von
Kleinklein, Steiermark, gewährt zu haben. Ebenso möchte ich Herrn Univ.-Prof. Dr. W. GRAF
meinen herzlichsten Dank für seine stete Anteilnahme und Förderung meiner musikwissen­
schaftlichen Studien aussprechen. Auch Herrn Dr. O. SEEWALD sowie Frau Univ.-Ass. Dr. G.
HAAS bin ich in dieser Hinsicht zu Dank verpflichtet.
Herrn Dr. C. DOBIAT und Frau Dr. B. TERZAN danke ich für Diskussionsbemerkungen und
für Hinweise von Übereinstimmungen bei ihren Materialarbeiten.
Daß meine Dissertation in der Reihe der „Wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Burgenland"
erscheinen kann, verdanke ich der besonderen Initiative des Leiters des Burgenländischen
Landesmuseums in Eisenstadt Herrn Oberregierungsrat Dr. Hanns SCHMID. Für die bereit­
willige Unterstützung und mühevolle Betreuung meiner Arbeit während der Drucklegung
möchte ich meinem Kollegen Herrn Dr. K. KAUS ganz besonders herzlichst danken.
Für die Tätigkeit während der Drucklegung danke ich der Druckerei Gutenberg für ihre
aufgeschlossene Mitarbeit, besonders Herrn K. PANIS und Frau R. WERDUNG, sowie für das
mühevolle Korrekturlesen meinem Vater Herrn Hofrat Dr. F. PERSY.
Wien 1980 Alexandrine Eibner-Persy

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FUNDORT
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Abb. 1: Österreich-Karte 1;50.000, Blatt 107 Mattersburg, (Provisorische Ausgabe 1956). Ausschnitt.
Auf dieser Ausgabe ist der Burgstallberg als „VÄrhegy“ (= Burgberg) statt „Vürhely“ (= Burgstelle, Burgstall)
bezeichnet. Seehöhe hier 478 Meter.
Die Wallanlagen sind im Süden, Westen
SS

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Abb. 2: Österreich-Karte 1:50.000, Blatt 107 Mattersbuxg (Ausgabe 1977). Ausschnitt.


Ödenburg-Burgstall (Sopron-Värhely) als „Värhegy“ bei Kote 483 verzeichnet. Gegenüber den älteren Karten,
MAG 1891 u. OK 1:50.000, prov. Ausgabe, die die Seehöhe mit 478 m angeben, hier die Seehöhenangabe 483 m!

Die mäßig hohen Rücken dieses Gebirges mit 600 m Grathöhe laufen gegen die Ebene von
Ödenburg nach Norden (von West nach Ost mit dem Ultraberg - Ultra 487 m, dem Burgstall -
Värhely oder Burgberg - Värhegy 483 m, dem Häusler- oder Redoutenberg - Sänchegy 363 m,
dem Eisenberg - Vashegy 399 m und dem Warischberg - Värishegy oder der Karlshöhe -
Käroly magaslat 398 m) und gegen Süden (mit dem Himmelsthron - Egi Szäk oder 6gi-trön
366 m) aus und enden m it dem südlich von Ödenburg gelegenen, 275 m hohen Harkauerkogel
(Abb. 1 und 2).
Mehrere dieser Hügelrücken haben schon urzeiüiche Funde ergeben; besonders zu
erwähnen sind die befestigten Höhensiedlungen vom Warischberg, Himmelsthron und Häus­
lerberg (BELLA u. MÜLLER 1891, 166, 174 ff.; PATEK 1976 a, 5/Abb. 2; 1976 b, 39, Taf. 13)
(Abb. 3).
Der Burgstall (Värhely), eine gegen die Ebene nach Norden auslaufende, etwa ko Lnp.
Bergzunge von 483 m Höhe, die westlich vom Diebmannsgraben (Tolvaj ärok) und östlich vom
Tatschigraben (Füzes ärok) begrenzt wird, trägt das große Hügelgräberfeld und eine ausge-
I Verwaltung. Als höchster Berg in der nächsten Umgebung von Ödenburg liegt er
I i'H ILLA u i.M.ll l :■ !1 1UI>l I ■. Ki, ""
ALL ;i | h-r ..nrf noino jiriLmv f rnnvtii/i^

südwestlich der Stadt in etwa 4 km Entfernung. Man gelangt von dort auf zwei Wegen zu ihm:
der eine führt über Wandorf (Kertväros, ehemals Sopronbänfalva) durch den sogenannten
Tatschigraben, der andere, ein Fahrweg, über die Faberwiese zum Burgstall. Von dieser
erreichen wir wieder über zwei verschiedene Wege durch den Tatschigraben die urzeitlichen
Fundstellen: entweder gelangt man zur Neuwiese und damit zum Beginn des Gräberfeldes im
Süden der Anlage oder über den Teufelsgraben und die Teufelsbrücke zur innerhalb der
Verwallung gelegenen Aussichtswarte. Zwei bezeichnende Flurnamen weisen schon auf die
mögliche Bedeutung dieses Platzes hin, denn die Kuppe des Berges selbst wird „BurgstaH“
und der sich daran anschließende Bergrücken „Teufelsbrücke“ genannt (BELLA u. MÜLLER
1891,167 f.; MÜLLER 1887, [79] f.) (Abb. 4).

Das Gräberfeld erstreckt sich in nord-südlicher Richtung entlang dieses Bergrückens, vom
äußersten westlichen Wall des Erdwerkes bis zur „Neuwiese“, wo wahrscheinlich das südliche
Ende anzunehmen ist. Die nördlichsten Tumuli sind noch innerhalb der westlichen Vorwälle
gelegen; sie dürften bei deren Anlage von den übrigen Hügelgräbergruppen abgetrennt
worden und daher älter als diese sein. Die Längserstreckung des gesamten Gräberfeldes
beträgt etwa 1 km (Entfernung von Tumulus 1 bis zum ersten äußersten Wall), während die
größte Ausdehnung in ost-westlicher Richtung mit etwas mehr als 200 m angegeben wird. Es
handelt sich um äußerlich gut erhaltene Tumuli, von den Bewohnern in Wandorf „Pfennigshü-
gel“ genannt (MÜLLER 1891, [46]), deren Zahl sich auf etwa 200 oder mehr beläuft, denn
BELLA zählte 136 größere und etwa 60 kleinere, oberflächlich oft kaum erkennbare Tumuli.
Die Entfernung zwischen den einzelnen Hügeln bzw. Hügelgruppen ist verschieden, doch
dürfte dies ursprünglich anders gewesen sein, da auch schon an Stellen, die nur durch
Pflanzenwuchs kenntlich waren, Gräber gefunden wurden. Die Hauptrichtung der Hügelgrup­
pen entspricht der des Bergrückens, der gegen die Neuwiese zu einer Höhe von 493 m ansteigt
und somit höher ist als die Hauptkuppe des Burgstalles selbst. Gegen Osten reichen die Tumuli

13
14
Ih/hUF.

DAS
SGKANZWEKK

GRABHÜGELFELDER.

BURGSTALLE
ÖDENBURG.

Abb. 5i Burgstall - Verwallung und Gräberfeld nach SKOFF (nach BELLA 1891).

15
AMj ■! Kaub SK O Ft'iMiL'h GALLUS L-j JN.-I Pb, .
Abh !r Rurgntflll - VerwallunK und Gmbvrfeld nach SKOFT mach BELLA 1H!Hi

15
Abb. 6: Burgstall - Verwaltung mit der bereits 1801 entdeckten nordöstlichen „Vorschanze“ (vgl BELLA nnfl
Mü l l e r i8 9 i, rro r . h o e r n e s i8 s i p u ).

16
Abb. 7a: (nach PATEK 1972,207/Fig. 2/1) Detail der Tor­
anlage mit den Grabungsflächen des Jahres 1971.

' W \
Grabungsfl&chen
1971-1975
! Ha C l Ver-
3 ■Ha DJ wallung

Schnitte i J^ä-
ausge­ 250 m
graben
ii;; I
Ul ■ o Tumuli

\ \ \
/ I \ V■ 00V V V
/ ; 11 \ Abb. 7c (nach PATEK 1976a, 7/Eig. 3)

Afeb. Tb: (nach PATEK 1974,57/Plan)


Abb. 7a-c: Burgstall - Wallanlage und Gräberfeld nach PATEK
bis zum Bergabhang, gegen Westen bis zum Fuß des Bergkammes (BELLA u. MÜLLER 1891,
168,170 f.; MÜLLER 1891, [46]; PATEK 1972, 213; EIBNER-PERSY u. PATEK 1980,106).
Die Verwallung auf der Kuppe des Burgstalles umschließt nach BELLA und MÜLLER
eine Fläche von nahezu 22 Hektar, nach Angabe des Forstamtes sind es 37,4 Katastraljoch. Der
Berg selbst fällt nach drei Seiten hin steil ab, nur gegen Süden, hier liegt das Gräberfeld, läuft
er in einen Rücken aus, welcher m it dem Plateau der Neuwiese unm ittelbar verbunden ist. Ein
Hauptwall von rund 2 km Länge bzw. 1030 Klafter umzieht den ganzen Berggipfel so, daß der
Höhenkamm innerhalb der Verwallung liegt. Derselbe ist in seiner Gestalt und Größe den
Bodenverhältnissen und Geländegegebenheiten angepaßt, daraus, ergibt sich auch die unregel­
mäßige Form der Anlage, deren größte Länge von Südost nach Nordwest etwa 900 m, deren
größte Breite von Ost nach West rund 350 m beträgt. Auch der durch ihn geschützte Innenraum
ist nicht eben, sondern weist Niveauunterschiede auf; den höchsten Punkt gibt die Aussichts­
warte an, von hier an fällt die Kuppe gegen Norden steil und auch gegen Osten ab, verläuft aber
hier sanft bis zum Wall, besonders auch im Süden. Der Eingang in diese Wallburg war von
der Südseite, vom Bergplateau her, daher sind an dieser Stelle dann Vorwälle vorgesetzt
worden. Es wird eine Torbreite von 5 m und eine Vorschanze beschrieben, als Doppelwall
ausgebildet, m it davorliegendem Graben von 8 m Breite und 1,2 m Tiefe, deren Entfernung
zum Hauptwall durchschnittlich 36 m betrögt. An dieser taktisch wichtigen Stelle besitzt der
Hauptwall noch einen parallel dazu verlaufenden Vorwall (BELLA u. MÜLLER 1891,169 ff.)
(vgl. Beilage 3).
Der.Plan,. der 1890 nach der Natur von Realschulprofessor B61a SKOFF aus Ödenburg
aufgenommen wurde, ist ident init der bis jetzt wiedergegebenen Beschreibung der Anlage bei
BELLA und MÜLLER (1891); außerdem verzeichnet er von der Nekropole noch insgesamt
149 Hügel. Es sind daher im Plan nicht alle Tumuli aufgenommen, denn oberflächlich wurden
etwa 200 festgestellt (BELLA u. MÜLLEU 1891,169, Taf. IV) (vgl. Abb. 4 und 5 sowie Beilage 1
und 2).
BELLA und MÜLLER berichten aber weiter, daß sie erst im laufenden Jahr, d. h. 1891,
„diese Vorschanze“ auf der nordöstlich vorspringenden, 425 m hohen Vorkuppe des Burgstal­
les bemerkt hätten, w eil.diese früher bewaldet und erst vor kurzem abgeholzt worden war,
weshalb dieser Wall auf dem Plan noch nicht aufscheint (BELLA u. MÜLLER 1891, 170; R.
HOERNES 1891, [71]).
Diese sogenannte „Vorschanze“ ist jedoch im Plan, den S. GALLUS 1934 publizierte,
aufgenommen (GALLUS1934,4/Abb.) (vgl. Abb. 6). Weitere detaillierte Pläne der Wallanlage,
wo diese „Vorschanze“ allerdings als zur Gesamtanlage des Burgstalles gehörend eingezeich­
net ist, publizierte E. PATEK. Zum Teil versuchte sie auch, gestützt auf Grabungsergebnisse,
die verschiedenen Wallkörper zeitlich einzuordnen und fand als Resultat ihrer Bemühungen
eine Verkleinerung der Anlage zur Latänezeit heraus (PATEK 1974,57/Abb.; 1975 a, 276/Abb.;
1976 a, Abb. 3) (vgl. Abb. 7 a-c und 8),
Es liegen somit zahlreiche Pläne vor, die sich im großen und ganzen gleichen, im Detail
aber voneinander abweichen (vgl. auch Anm. 4). Man kann zwei Gruppen einander gegenüber­
stellen: zunächst jene Pläne, die auf Böla SKOFF fußen, dazu gehört der Plan in der
Areh. Ertesito 1891 (BELLA 1891,- 315/Plan), der m it WEINWURM signiert ist (Äbb. 4), zwei
Originalpläne in der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien,
wobei auf einem verm erkt ist, daß er als Vorlage für den in den Mitt. anthropol. Gesellschaft
1891 (BELLA u. MÜLLER 1891, Taf. IV) publizierten Plan diente (vgl. Beilage 1 und 3), dieser
Plan selbst (Abb. 5), sowie in weiterer Folge jener aus der Publikation von S. GALLUS (Abb. 6),
der anderen Gruppe gehören die von E. PATEK vorgelegten Pläne an (Abb. 7 a-c und 8).
Heute ist der Burgstall vollkommen bewaldet, wie er es auch ursprünglich zur Zeit
L. BELLAs gewesen War. Die mächtigen Verwallungen und großen Grabhügel, die außerhalb
der Siedlung lagen, sind jedoch noch sehr gut im Gelände erkennbar. Wir wollen hier zur
Abklärung noch die genauen Geländebeschreibungen von K. KAUS (1980 a; 1981) anführen,
der selbst im Juli 1975 die Gelegenheit hatte, an den Grabungen in Ödenburg teilzunehmen.
Nach ihm handelt es sich uih einen echten Ringwall, da die Anlage in sich geschlossen ist, in
der typischen Lage einer osthallstättis dien Gipfelburg dieser Z eit Die Gesamtfläche, ein­
schließlich der Vorwälle im Südwesten, umfaßt daher ca, 48 Hektar m it einer Längsausdeh­
nung von 1260 m und einer Breite von 540 m. Der Hauptwall ist im Osten, Süden und

18
Südwesten als Doppelwall m it dazwischenliegendem Graben geführt, wobei die Front des
inneren, höheren Walles m it Bruchsteinen verblendet war. Das Haupttor im Nordosten zeigt
den typisch hallstättischen Charakter von in skäischer Anordnung überlappenden Wällen, die
nur einen schmalen Weg für die lange Torgasse freilassen, während das zweite Tor im
Südwesten gegen die Nekropole hin ursprünglich anscheinend nur als einfacher Walldurchlaß
gebildet war. Von hier führten zwei parallele Wälle zur Quelle am Teufelsgraben. Diesem
L' einfachen Tor wurde später ein bogenförmiger Vorwall über die beiden. Parallelwälle hinweg
vorgelegt; noch später, vermutlich zur Latönezeit, errichtete man zwei weitere Vorwälle, zum
L Teil quer durch das Gräberfeld, so daß der vorderste Wall sogar direkt über ein älteres
Hügelgrab führte, wodurch ein bastionsartiger Vorsprung entstand1).
I Die ganze Fläche des Bergrückens, welcher sich vom Burgstall im Norden, über die
i Teufelsbrücke und die Neuwiese bis zum Hausbergwald (Hausberg - HäZhegy), zwischen dem
Brennberg (517 m) und dem Domhappelberg (470 m), im Süden auf etwa 3 km Länge hinzieht,
r ist nach O. MÜLLER (1887, [81]) das Gebiet einer prähistorischen Niederlassung. Die befestigte
1 Ansiedlung bestand am eigentlichen Burgstall im Norden m it freier Aussicht auf das
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eh- toaeh PATEK 1975,276/Plan)
nd At>b. 8: Burgstall - Wallanlage nach zeitlichen Bauphasen aufgegliedert (nach PATEK).

19
■ Wallanlage/Erdburg
▼ Siedlung
Tumulus
+ Flachgrab
#i Streufunde

Abb. 9a: (nach PATEK 1972,206/Fig. 1)

1 - Harnstein
2 - ZUlingtal
3 - Müllendorf
4 - Großhöflein
5 - Eisenstadt
6 - S t Georgen Scheibenberg
7 - S t Georgen-Ortsried
8 - S t Georgen-Markficker
9 - S t Margärethen-Milchgrub
10 - S t Margerethen-Puckadorf
11-O ggau
12 - 1 -Rütterörü
13 - Ru -Mitte Tfiften
14 - Pflttsching-Hausberg
15 - Pöttsching-Wurtberg
16-O slip
17 - Pöttelsdorf- Satzäeker
18 - Pöttelsdorf-Mitten tz
19 - Zemendörf
20- Zagersdorf
2 1 - Sopron-Krautacker
22 - Elsenstadt-Burgstall
23 - Elsen stadt-G ölbeazeile
24 - S t Margarethen-Sauzwick«
25 - Siegendorf
26-Trausd rf
27 - Zagersdorf
28-ZU
29 - Pöttelsdorf-Ortsried
30 - Pöttelsdorf-Viehtrift
51 - Zemendörf
82-K rensdorf
33 -M arz
34 - Schattendorf-Hadspitzwak
35 - Sopron-Krautacker
36-Fertörakos
37 - Schützen a. G.
Abb. 9b: (nach KAUS 1980,142/Karte) 38- S t Georgen
39 - Wulkaprodersdorf
)-N eu t rfl a. L.
Abb. 9a-b: Die hallstattzeitliche Besiedlung des Raumes Eisenstadt-Ödenburg (Sopran) 41 - Sauerbrunn

20
Ödenburger Tal und m it Fernsicht über den Neusiedler See bis zum Wiener Becken im Westen
und bis zum westlichen Teil der oberungarischen Tiefebene im Osten, nur direkt gegen Süden
ist der Ausblick durch vorliegende Berge genommen (KÄUS 1981). Von den umliegenden
Höhen - Häuslerberg, Warischberg, Wienerberg (nördlich der Stadt Ödenburg m it latänezeitli-
chen Gräbern) - ist der Burgstall daher ebenso gut zu erkennen wie vom Seegebirge m it dem
Gaisberg, vom Neusiedler-See, vom Schandorfer Wald, vom Leithagebirge m it dem Burgstall­
berg bei Eisenstadt, dem Burgstall von Purbach und der Höhe von Donnerskirchen, von den
Höhen von Marz, vom Rosaüengebirge, vom Plateau von Zinkendorf, Deutschkieutz und
Fertö-Szent-Miklos und des Malleitenberges bei Bad Fischau. „Es breitet sich somit um diese
Höhe ein festgeschlossener Kranz prähistorischer Ansiedlungen aus, welche man vom Gipfel
des Burgstalles überblicken kann“ (BELLA u. MÜLLER 1891,168). Eine Feststellung, die die
siedlungsgeographische Bedeutung des Fundortes unterstreicht, von dem J. SZOMBATHY
erklärte, „daß er noch an keiner Localität so ausgezeichnete Reste einer befestigten prähistori­
schen Ansiedlung und der dazugehörigen Gräber gesehen habe“ (MÜLLER 1887, [82]). Diese
wurde aber auch zum Anlaß genommen, die verwallten Anlagen in der Umgebung des
Neusiedler Sees und des Wiener Beckens zum hallstättischen Ostwall zu deklarieren (BENIN-
GER 1930, 54 f.), allerdings ohne grabungsmäßige Befunde dafür anbieten zu können (KAUS
1973 a; 1980 a).
Dennoch ist festzustellen, daß sich in einem Umkreis von 7 km im Ödenburger Gebirge
vier befestigte hallstättische Siedlungen (Burgstall, Warischberg, Häuslerberg, Himmelsthron),
eventuell sieben, zum Teil m it zugehörigen Begräbnisplätzen, befinden (PATEK 1976 a, 27,
5/Abb. 2) (vgL Abb. 3). Weitere, zum Teil befestigte Siedlungen (Burgstall von Eisenstadt und
von Purbach), Flachgräber- und, Hügelgräberfelder zeigen, daß dieses Gebiet, auch das
Bergland, während der Hallstattzeit sehr dicht besiedelt war (PATEK 1972,206/Abb. 1) (Abb. 9
a, b). Wieweit sich in diesen Befestigungen m it ihren Nekropolen auch Stammes- bzw.
Herrschaftsbereiche widerspiegeln und feststellen lassen können, bedarf noch eingehender
Forschungen (KAUS 1980 a; 1981). Die kulturgeographische Lage läßt unseren Fundort jedoch
näher an das Burgenland und an Niederösterreich als an den ungarischen Raum anschließen
(PATEK 1976 a; 1976 b).
' Wir finden jedenfalls auch in Ödenburg sprechende Namen wie Burgstall, Burgstallberg,
BUrgstalläcker, Burgstallwiesen, Erdburggründe oder Erdburgäcker, Hausberg und Häusler­
berg, welche fast immer auf prähistorische bzw. auch mittelalterliche, meist befestigte Plätze
hindeuten. Auch im ungarischen Namensgut haben sich Hinweise darauf erhalten, denn „vär“
ib
bedeutet Burg und „väros“ befestigte Stadt, somit sind die Benennungen Burgstall und
rf Wäfischberg Ausdrücke für ein- und dieselbe Bezeichnung - „öde Burg“. Auch der Name
„Löwer“, von „Lever“ oder „Leber“ abgeleitet, deutet auf Grabhügel (BELLA u. MÜLLER
1891, 167, 174). Allerdings soll nach K. MOLLAY (1944, 97 f.) der Name „Löwer“ von einer
Siedlung der königlichen Bogenschützen (sagittarii) abgeleitet sein. Ob sich hinter der
Bezeichnung „Hausberg“ eine mittelalterliche Wehranlage, ein sogenannter Hausberg (FEL-
CSENHAUER 1973 a, 59 ff., bes. 64/Anm. 9) verbirgt, ist ohne Geländebegehung an Ort und
Stelle nicht zu entscheiden. Es- wäre aber insofern verlockend, da zum Beispiel auch in
StUlfried an der March, einer Wehranlage aus der späten Umenfelderzeit (Ha B), die aber in der
Haitetatu .und -auch Latänezeit -weiter benutzt und dann von den Römern für ihre Zwecke
edäptiert, wurde, im M ittelalter ein Hausberg und eine dörfliche Siedlung in diese Anlage
sei : biheingebaut wurden (FELGENHAUER 1973 b). Eine ähnliche Situation liegt wohl auch bei
der Befestigungsanlage „Am Stein“ am Pfaffenberg bei Bad Deutsch Altenburg vor (NEUGE-
1 RAü ER-MARESCH 1980,50 ff.). Damit würde die Frage der sogenannten Zentralorte berührt
werden (MTFTERAUER 1967). Wir können vielleicht in Niederösterreich außer Stillfried
»T T E R A U E R 1973; C. EIBNER 1980 a, 127 ff.) und Pfaffenberg „Am Stein“, auch noch die
ft&Ghänze“ von Gars-Thunau am Kamp (FRIESINGER 1974) und den Oberleiserberg (MIT-
SCHA-MÄRHEIM1976) anführen, deren frühgeschichtliche Wallanlagen ebenfalls auf urzeitii-
Qbe Befestigungen zurückgehen, auch Velemszentvid wäre in Betracht zu ziehen (FOLTINY
Id 1858; 82 t).
. P& flach den neuesten Grabungsergebnissen der Wall vielleicht schon in Ha B errichtet
WflPde (PATEK 1980), aus Ödenburg umenfelderzeitliche Funde vorliegen (FOLTINY 1969)
bfcw. ein Gräberfeld gerade ausgegraben wird (JEREM 1978), haben wir wahrscheinlich auch
flfer inlt einer ähnlichen Abfolge wie in Stillfried zu rechnen (FELGENHAUER 1974; 1976;
3; 1980).

21
FUNDGESCHICHTE
Das nähere Stadtgebiet Öderiburgs ist reich an archäologischen Funden. Nicht nur
Denkmäler des röm ischen Scarbantia (PÖCZY 1976, 24 ff.), abgesehen von mittelalterlichen
Funden (HOLL 1979), sondern auch Siedlungsreste und Gräber der Latäne- und Hallstattzeit
sowie der späten Umenfelderzeit konnten entdeckt und’ausgegraben werden (JEREM 1978;
1980; 1981; PATEK 1980; 1981).
Die frühesten Funde, Siedlungsspuren bzw. Teile eines Grabens, stammen dabei aus dem
Neolithikum und sind der Lengyel-Kultur zuzuweisen (GÖMÖRI1972); auch die äneolithische
Balaton-Gruppe ist nachgewiesen (JEREM 1977).
Die uns interessierenden Fundstellen befinden sich im fruchtbaren Tal des Ikva-Flusses,
dem Krautacker (Böcsi üt) nordwestlich der Stadt am rechten Flußufer, den Erdburggründen
(Bäcsidqmb) (JEREM 1975, 51; Anm. 40) im Nordosten auf der gegenüberliegenden Seite,
entlang der auch die Straße nach Wien führt. Wir können dam it in diesem Raum eine
Siedlungsäbfolge von der Umenfelderzeit (Siedlung und Gräber in Böcsi üt - Ha Ba) über die
Hallstattzeit (Burgstall), Sp&thailstatt/Latöne (Böcsi üt), die Latönezeit (Gräber von Bfecsidomb;
Siedlung und Gräber in Böcsi ü t - 1. Hälfte 4. Jh. bis Ende 2. Jh. v. Chr.) und Spätlatöne
(Burgstall) bis zur Römerzeit feststellen. Die Besiedlung des Berglandes aber beginnt im
wesentlichen erst m it der Hallstattzeit (im Sinne P. REINECKEs), der wir vier (schon von
L. BELLA erwähnt), wenn nicht sieben befestigte Siedlungen m it den dazugehörigen Nekro­
polen zuweisen können (vgl. BELLA u. MÜLLER 1891,167/Fig. 190; PATEK 1976 a, 27).
Die Fundgeschichte dieses für die frühe Eisenzeit so bedeutsamen Gebietes um den
Burgstall läßt’sich nicht leicht erstellen. Wie im folgenden ausgeführt wird, war nicht nur ein
Ausgräber und eine Institution an den Ausgrabungen beteiligt. Es gruben hier im vorigen
Jahrhundert sowohl die Stadtgemeinde und das Städtische Museum Ödenburg als auch die
Anthropologische Gesellschaft zu Wien m it Genehmigung des Hudapester Nationalmuseums
sowie dieses selbst. Derzeit laufen Grabungen des Archäologischen Instituts der Ungarischen
Akademie der Wissenschaften. Diese Untersuchungen fallen in die Zeit von 1887 bis 1932 (vgl.
NOVÄKI 1955), die neuesten werden seit 1971 durchgeführt (vgl. PATEK 1976 b, 40/Anm. 1).
Aus diesen Gründen kamen auch die Funde in die verschiedensten Museen: das Ödenburger
Stadtmuseum, das Natürhistorische Museum in Wien und das Ungarische Nationalmuseum in
Budapest, wohin auch die neuesten Grabungsobjekte gelangen. Damit mag Zusammenhängen,
daß die originalen Fundnotizen bzw. Protokolle nicht bei der Fundmasse verblieben, obwohl
sie vorhanden und relativ exakt gewesen sein müssen, wie aus den verschiedensten Beobach­
tungen hervörgeht (z. B. SZOMBATHY-Bücher in der P. A.; Gräberpläne - vgL BELLA 1892,
322/fig. I und II). Wir müssen uns daher heute auf die wenigen in der LiteraturVorgelegten
M itteilungen stützen, die uns aber nur eine grobe Abfolge der Ausgrabungen der jeweiligen
Hügel und der darin gefundenen Gegenstände vermitteln. Man hatte, wie dies in der Frühzeit
unserer Forschung üblich war, mehr Interesse an den Funden selbst und wollte diese
möglichst bald der Fachwelt bekanntgeben als an einer genauen Beschreibung der Fundsitua­
tion. Dennoch m üssen auch Grabungspläne vorhanden gewesen sein, die aber, da es sich bei
der einzigen ausführlicheren Behandlung (BELLA u. MÜLLER 1891) um einen Fundbericht
handelt, nicht publiziert wurden. Daher wird durch das Fehlen einer eingehenden Dokumenta­
tion die Aufarbeitung dieser Bestände sehr erschwert. Vielleicht lassen sich aber an Hand der
neuen Ausgrabungsergebnisse Unklarheiten bei der alten Befunddokumentation bereinigen.
Der Burgställ, der sicher wie ähnliche Objekte der Bevölkerung schon längere Zeit bekannt
gewesen sein mag, wurde für die Wissenschaft von Ludwig BELLA entdeckt und bekannt
gemacht. Schon Ivän von PÄUR war diese Höhe aufgefallen, doch er begnügte sich m it einem
Besuch und maß den Hügeln kerne weitere Bedeutung bei. Auch Otto MÜLLER besichtigte sie
und fand ein ausgedehntes Gräberfeld, das seiner Meinung nach aus der Zeit vor der Römer-
Okkupation stammen sollte. Er riet daher seinem Jugendfreund, dem Bürgermeister von
Öderiburg, königl. Rat Johann FINK, der ihn 1885 auf die Wälle und Tumuli hingewiesen hatte,
einen solchen gelegentlich öffnen zu lassen (MÜLLER 1887, [80]; BELLA u. MÜLLER 1891,
168 f.).
Ludwig BELLA, den sein Kollege Ignaz WALLNER einmal auf die Grabhügel am
Burgstall, die niemand kannte, aufmerksam gemacht hatte, wollte deren Rätsel ergründen und
begann im Sommer 1887 ganz allein zu graben. Die negative Haltung PÄURs hatte nämlich

22
bewirkt, daß BELLAs Anregung, durch Grabungen die künstlichen Aufschüttungen zu
erforschen, keinen Anklang fand. Ohne etwas von MÜLLERs Vermutung gehört zu haben, war
damit der erste Spatenstich zur Erforschung dieses Gräberfeldes getan (MÜLLER 1887, [80]).
Im Juli 1887 grub daher BELLA zunächst allein in siebzehntägiger, harter Arbeit den Hügel
Nr. 5 aus und erschloß ein Umengrab. Erst danach wurden ihm von der Stadt zwei Arbeiter
beigestellt, m it deren Hilfe er die Tumuli Nr. 2,58 und 137 untersuchte. Am 17. und 18. August
war Josef SZOMBATHY über Benachrichtigung bei der Eröffnung des Tumulus Nr. 129
anwesend. Das Erscheinen dieses Fachmannes, Kustos am k. u .k . Hofmuseum in Wien
(= Naturhistorisches Museum in Wien), der sich entschlossen hatte, die ihm bis dahin
unbekannte Stätte zu besichtigen, war von entscheidender Bedeutung für die weiteren
Ausgrabungen. Denn auf seine Worte hin erklärte sich die Commune der Stadt Ödenburg
bereit für die weiteren Ausgrabungen jährlich 200 fl. beizusteuem, damit war der Grundstein
für eine systematische Erforschung gelegt.
Die Grabungen wurden daher im Jahre 1888 fortgesetzt. Im Frühjahr begann BELLA
zunächst allein auf der Südseite der Befestigung zu graben. Im Juli hatte er dann zwei
Taglöhner zur Verfügung und untersuchte 7 kleinere Tumuli, deren Nummern er nicht weiter
angab.
Im Jahre 1889 fand nur eine kleinere Ausgrabung vor Gästen statt (ein kleiner Grabhügel,
Nummer unbekannt). \
Aus diesen beiden Jahren können aber dennoch die Nummern von 6 ergrabenen Tumuli
erschlossen werden (Nr- 23, 54, 62,130,136,146).
Über erneute Anregung MÜLLERs entschloß sich mm die Anthropologische Gesellschaft
in Wien, nach eingeholter Zustimmung d er Direktion des Ungarischen Nationalmuseums in
Budapest, auf ihre Kosten an den,Ausgrabungen teilzunehmen. Ein entsprechender Anteil der
Funde war dabei an das Städtische Museum Ödenburg abzugeben, der andere an das k. u. k.
Hofmuseum Wien, welches zum Großteil die Restaurierung der Funde, auch in den späteren
Jahren, durchführte (zum Teil gegen Bezahlung; vgl. den Briefwechsel BELLAs m it SZOMBA-
THY, aufbewahrt in der P.A., bzw. BELLA u. MÜLLER 1891,187).
Diese Grabung erfolgte 1890 unter der Leitung Dr. Moriz HOERNES’, den die Anthropolo­
gische Gesellschaft m it dieser Aufgabe betraut hatte. Nach seinem Eintreffen begannen die
Arbeiten Mitte Juli im Gräberfeld sowie am Wäll und im Inneren der Anlage unter der Aufsicht
von L. BELLA und O. MÜLLER. Während dieser Zeit wurden insgesamt 17 Tumuli, die
zunächst römische Ziffern erhielten (Nr. 4/1, 11/(11), 14/m, 34/XVH, 36/(XVI), 52/XIV, 53/XQ,
59/XV, 65/XHI, 717X1,92/IX, 103/VÜI, 116/VU, 131/(X), 139/VI, 144/TVund 149(V), ausgegraben*).
Die Untersuchungen dehnten sich aber auch auf die Anlage und die Tumuli (insgesamt hatte
inan sieben oberflächlich sichtbare fesfgestellt) am Warischberg aus (eine Wohngrube und die
Tumuli Nr. 1 und 2). Einen dritten grub BELLA dort noch nachträglich aus und fand darin ein
figural verziertes Kegelhalsgefäß, jenes m it der Opferszene (Tumulüs Nr. 3) *).
Während dieser Zeit nahm B6la SKOFF, Realschulprofessor in Ödenburg, einen Situa­
tionsplan des Burgstalles m it den Verwaltungen und Grabhügeln auf. Dieser Plan dürfte dem
in der Arch. ICrtesitö (BELLA 1891) publizierten entsprechen und auch die Grundlage für jene
beiden in der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien aufbewahr­
ten Pläne sein4).
Eine weitere gem eins^e'G fäbühg wurde 1891 in der zweiten Juli- und ersten Augusthälfte
unter der Leitung Dr. Rudolf HOERNES’ und L. BELLAs durchgeführt. Doch a n lä ß lich des
Ausfluges der Anthropologischen Gesellschaft nach Ödenburg wurden schon am 28. und
29. Juni die Tumuli Nr. 21 und 89 freigelegt. Die Zahl der damals ergrabenen Hügel können wir
nur indirekt aus der Übersicht, die BELLA im Herbst 1891 über die Arbeiten am Burgstall
Veröffentlicht hat, erschließen; danach waren bis jetzt 42 Tumuli geöffnet worden. Da bis zum
Jahre 1890 insgesam t 30 Hügel ausgegraben wurden, gelangten 1891 12 Gräber zur Untersu­
chung (von 8 Hügeln ist die Nummer bekannt: 21, 27, 28, 29, 50, 89, 148 und 149 -
Doppelbezeichnung! - es handelt sich hier um den Tumulus Nr. 147!; sowie um Tumulus X -
Hegt in der Hügelgruppe Nr. 99 bis 102, südlicher als 102 und näher zum Weg als dieser, ist im
Plan SKOFFs aber nicht eingetragen)') (R. HOERNES 1891, [77]).
Im Sommer 1892 hat BELLA dann gemeinsam mit Erzherzog Franz Ferdinand d’ ESTE,
der hier in Garnison lag, 2 kleinere und 2 mittelgroße Hügel ausgegraben (Nummer unbekannt;
vgl. im Materialteil die Funde aus dem Burgenländischen Landesmuseum), im September
Hann allein noch 2 weitere, kleine (Nummer unbekannt).

23
Der Königshügel (Tum. 80) wurde endlich im Jahre 1893 in Angriff genommen, nachdem
man schon vorher eine Versuchsgrabung durchgeführt hatte. Zu seiner endgültigen Freilegung
lud BELLA auf dessen Wunsch Josef SZOMBATHY ein, auch Otto MÜLLER war anwesend.
Doch blieb das Ergebnis nach BELLAs Bericht „enttäuschend“, obwohl darin zwei weitere
figural verzierte Kegelhalsgefäße gefunden wurden. Außerdem wurde noch ein kleinerer
Hügel ausgegraben (Nummer unbekannt).
Tm Jahre 1894 fand wegen Inventarisierungsarbeiten, die BELLA im Städtischen Museum
durchführte, keine Grabung statt.
Von den Ausgrabungen des Jahres 1898 haben wir nur m ittelbar durch die „Soproner
Fundberichte“ Kenntnis, wo verschiedene Neufünde aus dem Tumulus 19 angeführt werden.
im Jahre 1899 wurden vom 17. bis 19. Juli 3 größere Tumuli südlich des Tumulus 80
ausgegraben (wahrscheinlich Nr. 79, 78 und 77, eventuell auch 76) und Anfang August eine
größere Wohngrube in der Nähe des Südost-Walles aufgedeckt Zu Ehren des Lemberger
Museumskustos J. P. MAZUREK öffnete BELLA noch einen Grabhügel zwischen dem 4. und
6. September (Nummer unbekannt).
Zwischen dem 1. und 31. Juli 1900 untersuchte BELLA nochmals 3 kleinere Tumuli
(Nummer unbekannt).
Dann grub er erst wieder 1902 einen Hügel aus, ohne daß wir darüber nähere Angaben
besitzen.
Aus dem Jahre 1904 ist uns endlich wieder eine Grabnummer überliefert. Damals legte er
innerhalb von acht Tagen den Tumulus 132 frei.
Eine zweite große, methodische Grabung, von der alle Unterlagen wie über die erste aus
dem Jahre 1890 erhalten sind, erfolgte dann im Jahre 1906. Die Ausgrabungen führte das
Ungarische Nationalmuseum Budapest unter der Leitung Ludwig MABTONs durch, aber auch
BELLA nahm daran ,teil. Dabei wurden während der Zeit vom 2. bis zum 19. Juli folgende
7 Hügel untersucht: Tumulus Nr. 10,17,18,75* 84,111 und 143.
1907 öffnete BELLA wieder einen Tumulus und untersuchte eine Wohngrube, für beide
liegen aber leider keine weiteren Angaben vor. .
Im Jahre 1908 hat BELLA eine Wohngrube in der Nähe der äußersten Erdwälle auf der
Nordseite des Berggrates aüsgegraben und auf derselben Seite, nur weiter östlich eine zweite,
die aber ausschließlich Latthekeram ik -enthalten hatte.. Aus diesem Anlaß suchte er an
mehreren Stellen die Nekropole der keltischen Bevölkerung des Burgstalles, ohne sie aber zu
finden; wo er sie suchte ist uns allerdings nicht bekannt. Zur selben Zeit untersuchte er auch
mehrere Tumuli, denn er erwähnt „in den Hügeln gefundene, verschiedene Gefäße“ und auch
„eine figural verzierte U rne im ersten Tumulus innerhalb der südlichen Vdrschanze“ (stammt
aus dem Tumulus 96 oder 98) in seinen Berichten (GALLUS 1934, 7; BELLA - Brief 1909)*).
Zwei Wochen lang grub BELLA im Jahre 1909 und legte ausschließlich Wohngruben frei,
deren Lage uns leider unbekannt geblieben ist.
Im Jahre 1911 untersuchte BELLA wieder Grabhügel am Burgstall, ob einen oder mehrere
Tumuli ist aber ungewiß. Er wollte damit die jüngere Generation in die Grabungstechnik
eihführen.
Bis iu diesem Zeitpunkt fand fast jedes Jahr eine Grabung am Burgstall sta tt Doch durch
den Ersten Weltkrieg wurde diese so eingehende Erforschung eines Fundplatzes der Hallstatt­
zeit abrupt unterbrochen und wie so viele andere Arbeiten vollkommen gehemmt.
Erat im Äiigüst" 1918 wurde wieder am Burgstall gegraben. Es waren die ersten Versuche
der jüngeren Generation; BELLA hat daran nicht teilgenommen. Die Grabung leitete BELLAs
Nachfolger Em st LAURlNGER, Direktor am Realgymnasium Ödenburg, gemeinsam mit
Em st MiHÄLYI; es wurde aber nur ein Hügel geöffiiet
Zum letzten Mal grub BELLA dann im Jahre 1922 gemeinsam m it LAURINGER am
Burgstall. Es wurden 4 Grabhügel untersucht, doch sind uns darüber keine näheren Angaben
überliefert worden.

Danach wurde nur noch dreimal am Burgstall gegraben, bis 1971 von der Ungarischen
Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Erszöbet PATEK die Grabungstätigkeit
wiederaufgenommen wurde.
So begann am 10. August 1926 eine ca. zweiwöchige Grabung unter der Leitung LAURIN-
GERs. Von den ausgegrabenen Hügeln ist nur die Lage des zuerst geöffneten Tumulus als „in
dem künstlichen Hügel am Fuße des Aussichtsturmes“ bekannt.
Im Jahre 1927 hat LAURINGER dann wieder Anfang August 2 Tumuli untersucht und am

24
BUR6STAJULE
ÖDENBURG.

"®Tln iuu] Müller, Odffiibru^ Li'iJhli/,*.' r*£>' ■uTj Jl“Herrn!*,Wlhl*


Abb, 10: Gräberfeld

*- die ln der Literatur als ausgegraben erwähnten Tumuli

25
Monatsende nochmals eine Woche gegraben, aber wahrscheinlich nur m ehr einen Hügel
freigelegt (Nummer unbekannt).
Die letzte Grabung am Burgstall vor der Wiederaufnahme im Jahre 1971 fand dann im
Jahre 1932 unter der Leitung LAURINGERs und Sandor GALLUS’ sta tt Sie untersuchten die
Tumuli 99 und 101, sowie noch einen kleinen Hügel (Nummer unbekannt wahrscheinlich
Nr. 100). Auch eine Wohngrube wurde im Laufe der Grabung freigelegt.
Aus dieser Zusammenstellung der Grabungsberichte (NOVÄKI 1955) geht hervor, daß
mindestens 82 Tumuli, wahrscheinlich aber mehr (vgl. Anm. 4 - im Plan 2 scheinen bis 1890
noch 10 weitere Tumuli als ausgegraben auf, die aber nirgends weiter erwähnt sind), während
der Jahre 1887 bis 1932 ausgegraben wurden, wobei die Forschungstätigkeit bis 1911 intensiver
war als nach dem Krieg. Von den ca. 200 Grabhügeln sind also ungefähr die Hälfte untersucht
worden, döch kann man bei nicht einmal der Hälfte als von geschlossenen Funden sprechen..
Am geschlossensten scheinen in dieser Hinsicht noch die Komplexe zu sein, die sich in der
Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien befinden, während im
Ödenburger Museum die Grabverbände noch rekonstruiert werden m üßten (Abb. 10).
Ein paar Worte mögen auch zur Person Ludwig BELLAs (1850-1937) gestattet sein, dem
das Hauptverdienst an der Erforschung des. Ödenburger Burgstalles und seiner Umgebung
zufällt. Er war Healschulprofessor in Ödenburg und als Sekretär des „Archäologischen Vereins
für das Ödenburger Komitat“ der entscheidendste Manh als Herausgeber der Vereinspublika­
tionen und fast alleiniger Ausgräber. Seine Freizeit widmete er der „Erforschung archaischer
Denkmäler“ und versuchte sowohl durch Grabungen idsauch durch Geländebegehungen die
Siedlungsarchäologischen Verhältnisse zu klären. Bei ivän von PÄUR, dem Neugründer des
Vereines, lernte er die Ausgrabungstechhik, als er an den Grabungen am Bäcsidomb
(Erdburggründe) teilnahm. Sö untersuchte BELLA zum Beispiel den Königshügel (Tum. 80)
mittels eines Stollens, den er vom Rand her gegen die Mitte Vortrieb, um den Steineinbau
freizulegen. Diese Art kostete seiner Meinung nach zwar viel Zeit, aber weniger Geld. Mit
Geldsorgen hatte m an auch schon damals zu kämpfen, wie aus dem Bericht über die Grabung
des Jahres 1887 hervorgeht. Es war das Jahr, in dem BET J A m it seinen Untersuchungen am
Burgstall begann. Bia 1911 hatte BELLA fast jedes Jahr hier gegraben, doch der Erste
Weltkrieg unterbrach diese Forschungstätigkeit. In der Zwischenzeit ging Bella auch in
Pension, zog aus Ödenburg fort und übersiedelte kurz vor dem Krieg nach Budapest. Er
arbeitete zwar als pensionierter Professor noch lange Zeit in der Archäologischen Abteilung
des Ungarischen Nationalmuseums in Budapest, aber durch die große Entfernung zu Öden­
burg konnte er sich m it seinem Lieblingsfundort, dem Burgstall, nicht m ehr so intensiv
beschäftigen.
Neben seinem Burgstall, von dem er meinte, „der Wissenschaft erwächst nur aus der
Entdeckung der H ütten und aus der in denselben constatirten Übereinanderlagerung der La
Töne und Hallstätter Periode einiger Vortheü“ (Brief BELLAs vom 30. Juli 1890), beschäftigte
er sich auch m it anderen Fundorten und besuchte diese, immer auf der Suche nach Neuem.
BELLA hatte somit erkannt, daß die genauere Beobachtung der Stratigraphie von wesentli­
cher Bedeutung bei der Altersbestimmung der verschiedenen Schichten sein kann und auch
muß.
Neben Fundbergungen, die ihn nach Wulkaprodersdorf, Ottova, Csoma usw. riefen, führte
er auch Geländebegehungen und kleinere Testgrabungen durch. So besichtigte er zu Ostern
1892 die Sammlung des Militäroberlehrers Ing. Ignaz HOFMANN in Bad Fischau, Nö., lind
fand hier die größte Übereinstimmung m it den ödehburger Funden. Davon machte er auch
J. SZOMBATHY M itteilung und wies ihn gleichzeitig auf den dort befindlichen Burgstall hin.
Außerdem schickte er HOFMANN zu SZOMBATHY, da dieser „mit geringer Unterstützung
bedeutende Resultate für die (Anthropologische - Anm. Verf.) Gesellschaft erzielen würde“
(Brief BELLAs vom 11. April 1892). Ebenso entdeckte er im Leithagebirge zwei Burgstölle, den
Burgstallberg von Eisenstadt und die Purbacher Anlage, und leider zumeist schon geplünderte
Tumuli, aus denen er auch Funde hob. Auch dies leitete er an SZOMBATHY weiter und schlug
ihm vor, m it ihm zusammen jene zu besuchen.
Neben diesen Arbeiten im Gelände widmete er sich noch theoretischen Fragen wie der
Entstehung der Fibel und anderem, hielt Vorträge und schrieb Berichte über seine Grabungen,
vor allem über die am Burgstall. Unter seiner Betreuung stand auch das Museum in Ödenburg.
Die Realschule besaß aber ebenfalls eine Sammlung, in welcher BELLA all jene Objekte

26
aufbewahrte, die nicht aus der näheren Umgebung stammten. Er war auch der Ansicht, daß „es
sich doch in unserer vielgeliebten Wissenschaft hauptsächlich darum handelt, die belehrenden
Funde womöglich jederm ann zugänglich zu machen“ (aus dem Briefwechsel BELLAs). Daher
freute es ihn besonders, als Funde vom Burgstall für Abgüsse geeignet waren.
Die archäologische Forschung steht daher noch vor großen Aufgaben, wenn sie die
Geschichte des Burgstalles und seiner Umgebung rekonstruieren will. Besonderen Wert
besitzen in dieser Hinsicht auch die neuesten Grabungen, auf die hier nicht näher eingegangen
werden kann.

Seit 1971 gräbt das Archäologische Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
unter der Leitung von E. PATEK wieder am Burgstall und hat während dieser Zeit die
Wallanlage und die Grabhügel neu vermessen, Schnitte durch die Wälle geführt, um das Alter
und die Erbauungszeit zu klären, Teile der Innenfläche untersucht sowie weitere Grabhügel
geöffnet (PATEK 1972; 1976 a; 1976 b; I960; 1981).
Leider deckt sich der neue Vermessungsplan nicht mit jenem SKOFFs: zum Teil sind nicht
m ehr alle Hügel im Gelände erkennbar und daher nicht eingezeichnet (nur 108 Tumuli), zum
Teil sind die schon von BELLA neu entdeckten Wälle wiedergegeben, so daß jene Anlage (vgl.
Abb. 7 a-c) nur m ehr einen Teil der Gesamtverwallung darstellt. Außerdem deckt sich die
Hügelnumerierung des neuen Planes nicht m it jener BELLAs, da hier die Vermessungspunkte
num eriert und diese Nummern auch im Plan eingetragen wurden, daher wird in den jeweiligen
Grabung sberichten bei den Hügeln immer das laufende Jahr der Ausgrabung zusätzlich mit
angeführt (PATEK 1975 b, 205). ..
Durch Rettungsgrabungen im Nordwesten der Stadt Odenburg, im Ikvatal, konnten durch
E. JEREM eine spätumenfelderzeitliche, sowie eine späthallstättische und frühlatänezeitliche
Siedlung, auch m it zugehörigen Gräbern, festgestellt werden (JEREM 1978).
Es stellt sich daher die Frage nach dem Alter, der Entstehung und dem Ende der Siedlung,
ihrem Charakter und ihrer Bedeutung, aber auch nach der Entstehungszeit der weiteren
Befestigungen im Ödenburger Gebirge und dem Warum ihrer Anlage, sowie der Verbindung
und Beziehung von Wallburg und ungeschützter Siedlung im Tal.
Die einst so reiche Geschichte dieses Gebietes läßt sich aber erst dann rekonstruieren,
wenn auch die vielen Probleme, die durch die Forschungen BELLAs und LAURINGERs
aufgeworfen wurden, einer Lösung zugeführt worden sind. Die vorliegende Arbeit will daher
einen bescheidenen Beitrag dazu liefern, indem sie das Material des Gräberfeldes, soweit es in
der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien aufbewahrt wird,
aufarbeitet Auch die wenigen Funde, die aus der Sammlung Franz Ferdinand d’ ESTE an das
Burgenländische Landesmuseum in Eisenstadt kamen und leider als EinzeLftmde zu werten
sind, da keinerlei Grabzusammenhänge m ehr existieren, obwohl, sie aus. der, Grabung 1892
stammen, von der sogar Grabpläne und eine Stratigraphie vorhanden sind, sollen hier
m itbehandelt werden. Damit wären alle in Österreich befindlichen Grabfunde aus Ödenburg
der weiteren Forschung zugänglich gemacht7).

27
GRÄBERFELD
1 Obgleich uns zur Bearbeitung nur das in der Prähistorischen Abteilung liegende Fundma­
terial zugänglich ist, versuchen wir hier eine Gesamtdarstellung aller Grabhügel, zu geben,
soweit wir Angaben dazu in der deutschsprachigen Literatur erfassen konnten. Dies erscheint
uns deshalb notwendig, da nicht zu allen Tumuli, deren Material sich in der Prähistorischen
Abteilung befindet, Angaben über die Art der Graberrichtung und des Hügelaufbaues
vorliegen. In der Prähistorischen Abteilung wird das Fundmaterial folgender Tumuli aufbe­
wahrt: vom Burgstall - 4,14, 21,27,28, 29,34, 50, 52, 53, 59, 65,71, 89,92,103,116,139,144,148,
149,149/1891 (Doppelbezeichnung! - wahrscheinlich 147) und vom Warischberg - 2 (siehe unter
den . Inv.-Nm. 17.052-17.186 und 35.403-35.577, 35.572a-35.576a, 80.459-80.470 sowie
17.207-17.218).
Zum Vergleich w ird auch das über die wenigen Hügel vom Warischberg Bekanntgewor­
dene mitbehandelt. Das Fundmaterial dieser Tumuli befindet sich m it einer Ausnahme (Hügel
2) im Ödenburger Museum.
Die Lage der einzelnen Hügel im Gräberfeld läßt sich dadurch charakterisieren, daß die
Tumuli gruppenweise, m eist drei bis fünf, und nicht in Reihen beisammenstehen, dazwischen
sind oft größere, firme Flächen.
Doch ist es fraglich, ob diese Zwischenräume unbelegt sind, denn BELLA konnte im Wald
neben ca. 120 großen Tumuli, von denen einige bis 3 m hoch waren und einen Durchmesser
von 10 m und mehr auf wiesen, auch ungezählte kleinere Hügel, deren Aufschüttung zum Teil
kaum m ehr sichtbar bzw. nur mehr am Baumbestand (kreisförmig) erkennbar war, entdecken.
Im Plan B. SKOFFs sind daher 149 Tumuli aufgenommen. Ihre Zahl ist jedoch bedeutend
größer, denn bisher wurden 196 gezählt und die Zahl derer, die verschwunden sind, kann nur
durch eine erneute Geländeforschung festgestellt werden (MÜLLER 1887, [81]; BELLA u.
MÜLLER 1891; PATEK 1975 b, 205; 1981).
Die mehr oder weniger dichte Gruppen bildenden Hügel sind in einem Gebiet, etwa in der
Hälfte des Weges von der Neuwiese zum Erd werk, relativ am dichtesten gelegen. Diese Tumuli,
einschließlich der nach Norden und Süden noch ausstrahlenden Hügel, möchten wir als
Mittelgruppe herausstellen. Daran schließt gegen Süden die Südgruppe an, die ziemlich
isoliert von der M ittelgruppe liegt und soweit sich dies bis jetzt feststellen läßt, das südliche
Ende des Gräberfeldes darstellt. Im Norden, gegen die Verwallung zu, bildet die Nordgruppe
das wahrscheinliche Ende der Nekropole. Dazu ist zu bemerken, daß die Tumuli Nr. 96,97 und
98 innerhalb der südwestlichen Vorschanzen liegen. Diese Wälle wurden daher nach der
Zurichtung der Grabhügel aufgeführt und konnten durch ihre Anlage Gräber zerstört oder
überlagert haben (vgl. KAUS 1980 ä, 141) (Abb. 7).
Die Hauptanordnung der Hügelgruppen entspricht der Richtung des Bergrückens, der von
Nord nach Süd zieht Hir entlang führt auch eine Gräberstraße durch die Nekropole bis zum
Südwesttor der Anlage. Sie ist den antiken Gräberstraßen zu vergleichen und teilt das
Gräberfeld etwa in zwei Hälften (PATEK 1976 b, 39; vgl. auch DOBIAT1980,55; für einnorisch-
pannonisch.es Gräberfeld vgl. FELGENHAUER et aL 1965, 4; URBAN 1981). Gegen Osten
stehen die Hügel bis zum Beginn des Bergabhanges, während sie im Westen bis zum Fuße der
Kammlinie des Bergrückens reichen. Die größte Ausdehnung in dieser Richtung beträgt etwas
m ehr als 200 m; während die Längsausdehnung von der Neuwiese zum Erdwerk m it ca. 950 m
angegeben wird (BELLA u. MÜLLER 1891,170 f.).
Zur Charakterisierung des Hügelaufbaues steht uns lediglich der Bericht von BELLA u.
MÜLLER zur Verfügung (BELLA u. MÜLLER 1891, 171 f.; MÜLLER 1887, [80]). Den
Geländeuntergrund bildet anstehender, plattig geschichteter Glimmerschiefer, Gneis- und
Quarzgeröll, darüber liegt dann teils harter, schwerer, teils sandiger Lehm und Humus. Die
Hügel sind alle künstlich aufgeschüttet worden, oder man nutzte auch Bodenschwellen zur
Errichtung derselben aus (vgl. Tum. 80). Das Material zur Aufschüttung stammt stets aus der
unm ittelbaren Umgebung des Hügels selbst. Meist läßt sich noch ein Entnahmegraben, der
rings um den Hügel angelegt ist, feststellen. So führt z. B. bei Tumulus 80 nicht nur ein
Entnahmegraben rund um den Hügel, sondern es sind noch zwei parallel laufende Gräben ca.
15 m westlich davon aufgefunden worden (BELLA 1894, [59], [61])8). Die Gestalt der Hügel ist
kegelstumpfförmig. Durch verschiedene äußere Einflüsse kann sie aber gelitten und ihre
ursprüngliche Form verloren haben (BELLA u. MÜLLER 1891,173).

28
Die Größe der Grabhügel variiert in der Höhe zwischen 1 m und 7 m, der Durchmesser
beträgt zumeist 5-10 m. Der größte Tumulus, der sogenannte Königshügel, ist aber 6-7 m hoch
und hat am Fuß einen Durchmesser von 34-35 m (BELLA u. MÜLLER 1891, 171)*}. Diese
Größenangaben wurden auf Abb. 11 in einem Koordinatensystem aufgetragen und zwar auf
der x-Achse der Durchmesser und auf der y-Achse die Höhe. Auf Grund des Diagrammes
lassen sich, wenn Höhe und Durchmesser der Hügel angegeben sind, zwei Gruppen ausson-
dem, deren absolute Werte sich zwar teilweise gleichen, in ihrer Gesamtheit aber doch zu
Gruppen zusammengezogen werden können. Mit einer dieser Größen allein kann man eine
Zuordnung allerdings nur schwer ,erstellen (vgl. z. B.: Tum. 27 und 28).
Daraus ergibt sich folgende Zuteilung der Grabhügel: zur ersten Gruppe gehören die
Tumuli Nr. 2,4, 5,65,80,101 und 129, während zur zweiten die Tumuli Nr. 11,14,36,53,58,59,
71,116,137,139,144,149 und die Tumuli Nr. 1, 2 und 3 vom WäriSchberg zu zählen sind.
Die Maße der ersten Gruppe schwanken in der Höhe von 1,10 bis 2 m und im Durchmesser
von 6 bis 15 m, wobei die .Ausmaße des Tumulus 80 (H.: 4,8-7 m, Dm.: 34r-35 m) nicht m it
einbezogen sind. Den Tumülus 147 (= 149/1891) wird man nach der Ausgrabungsbeschreibung
auch dieser Gruppe zuordnen dürfen10). Weiters gehört noch der Tumulus 29 hierher; seine
Höhe beträgt 2 m, doch ist leider der Durchmesser nicht angegeben.
Bei der zweiten Gruppe liegen die Maßangaben zwischen 0,1 und 1,20 m in der Höhe und
3,25 bis 8 m im Durchmesser. Daher kann man auch den Tumulus 50 in diese Gruppe stellen, da
seine Höhe 0,8 m beträgt.
Schwierig ist dam it nur die Zuteilung der Tumului 27, 28, 34 und 103, deren Höhen
zwischen 1 m und 1,20 m schwanken und die auch im Durchmesser nicht aus dem Rahm ender
zweiten Gruppe fallen. Sie liegen somit im Grenzbereich der beiden Gruppen, deren eine
Höchstgrenze 0,8 m und deren andere unterste Grenze 1,10 m in der Höhe beträgt
Bevor wir zu den Grabeinbauten übergehen, sei uns ein kurzer Exkurs über die Grabungs­
methoden der damaligen Zeit gestattet. Soweit Nachrichten darüber vorliegen, kann man
feststellen, daß mittels Stollen oder Schächten die Gräber gesucht und ausgegraben wurden.
So z. B. begann die Grabung des Tumulus 80 am äußersten Nordrand m it einem 11,3 m breiten
Stollen, der sich gegen die Mitte zu auf 5,5 m verengte. Bei Meter 17 wurde dann der
Steineinbau angetroffen und rund herum freigelegt. Auch die Sohle des Stollens stieg gegen
die Mitte zu an und erreichte bei Meter 17 einen Unterschied von nahezu 1 m, da man bereits
bei Meter 2 „festes Gestein“ angetroffen hatte. Vom Tumulus 147 (= 149/1891) ist bekannt, daß
die Aushebung bei 10 m lang, 5 m breit und durchschnittlich 2 m tief war (BELLA 1894, [59]; R.
HOERNES 1891, [71], [77])- Bei beiden Tumuli sind die Grabbeigaben mehr oder weniger auf
dem „Niveau“ niedergelegt worden. Man konnte diese Tumuli daher durch einen Schnitt
freilegen und, wenn man auf einen Einbau stieß oder die Beigaben sich nicht m it der
oberflächlich feststellbaren Hügelmitte deckten, den Schnitt auf diese Fläche erweitern, wie
dies bei Hügel 80 beschrieben wurde. Anders war die Methode, wenn das Grab eventuell „unter
das Niveau gesenkt“ angelegt war. Hiezu liegen vier Hügelbeschreibungen vor, die uns über
diese Art der Ausgrabung berichten. Es sind dies die Tumuli Nr. 58,129 (ein großer Hügel), 139
und Franz Ferd. ESTE H. Bei allen wird gesagt, daß das Grab in einer gewissen Tiefe diese und
jene Ausmaße besessen hat. Daraus geht hervor, daß das Grab m ittels eines Schachtes
„ausgebeutet“ wurde (MÜLLER 1891, bes. [46]; BELLA 1892). Dies war zur damaligen Zeit eine
beliebte Methode, wie heute noch unzählige, angetrichterte Grabhügel beweisen. Man war
hauptsächlich an den Funden interessiert und nicht so sehr am Aufbau des Hügels, seinen
Einbauten und eventuellen Nachbestattungen, so daß auch der Stratigraphie keine allzu große
Aufmerksamkeit gewidmet wurde, wenn auch von zwei übereinander liegenden Gräbern bei
Tumulus Franz Ferd. ESTE II gesprochen wird (MÜLLER 1892,105 f.) oder von Brandschich­
ten m it Scherben und Knochen in 0,4 m Tiefe, während man das Grab selbst erst in 1,2 m Tiefe
fand (vgl. Tumulus 129 und auch 137; MÜLLER 1891, [46]; 1887, [80] f.). Im großen und ganzen
wurde so genau wie möglich gearbeitet, aber leider sind uns nicht alle Aufzeichnungen
erhalten geblieben. Doch auch dann würde die damalige Grabungsweise und Befündaufhahme
meist nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen, um alle an sie gestellten Fragen
beantworten zu können (BELLA u. MÜLLER 1891,172)11).
Nach diesem Exkurs kehren wir zu den Einbauten in den Hügeln Zurück (BELLA u.
MÜLLER 1891, 171). Bei den Grabeinbauten bzw. der Grabzurichtung unterschieden die
Ausgräber zwischen Steineinbauten verschiedener Art (wie Steinkammer, Steinkammer m it

29
Decke, Steindecke und Steinkranz bzw. -mauer), Gefäßaufstellung mehr oder weniger auf dem
„Niveau“ (das bedeutet wohl auf der ursprünglichen Bodenoberfläche) und in einer Grube
(„Untergrund unter Niveau gesenkt“). Die Steinplatten und Steine zur Errichtung dieser
Einbauten sind aus der nächsten Nähe geholt. Sie finden sich anstehend in der Grabenhö-
schung des Tatschigrabens und in diesem selbst als Geröllsteine von oft großem Gewicht
(BELLA u. MÜLLER 1891,172; MÜLLER 1887, [80] f.). Die Grabgruben sind in das Gewach­
sene eingetieft, doch kann keine bestimmte Tiefe als Norm festgestellt werden. Tragen wir
diese drei Gruppen - Steineinbau, Grube und Gefäßaufstellung mehr oder weniger auf dem
„Niveau“ - in ein Diagramm din, so erhalten wir eine Gruppierung, die annähernd m it jener der
Größe der Tumuli übereinstim m t (Abb. 12). Es lassen sich wieder zwei Gruppen, eine erste mit
Steineinbauten, wobei wir die einzelnen Typen nicht unterschieden haben, und eine zweite mit
Grabgrube, herausarbeiten. Die Aufstellung der Gefäße auf dem „Niveau“ ergibt jedoch keine
eigene Gruppierung.
■ Zur ersten Gruppe sind daher die Tumuli Nr. 2,4,5,65,80,101,103 und 129 zu zählen, die
bereits in der ersten Gruppe - unterschieden nach der Größe - aufscheinen.
Es besteht daher ein Zusammenhang zwischen der Tumulushöhe und dem Grabeinbau,
indem bei höheren Hügeln Steineinbauten anzutreffen sind, während niedrigere Tumuli
zumeist Grabgruben aufweisen (vgl. dazu auch BELLA u. MÜLLER 1891,171; allgemein auch
KOSSACK 1970,139 ff.).
Durch diese Feststellung sind in die erste Gruppe wahrscheinlich noch die Tumuli Nr. 62,
136 und 146, die alle Steineinbauten*ergaben, einzureihen.
Der Zweiten Gruppe sind die Tumuli Nr. 53,58,59,137 und 149 zuzuweisen; außerdem noch
die Hügel Nr. 27 (bei Tumulus 28 scheint eine Verwechslung vorzuliegen!)1*), 50 und 130.
Da der Tümülüs N r.'27 aber im ‘Grenzbereich zwischen 1. und 2. Gruppe nach der
Größenzuordnung gelegen ist, ergibt der Nachweis einer Grabgrube somit seine Einordnung in
die 2. Gruppe. Ebenso eindeutig gehört dann auch der Tumulus Nr. 28 in diese Gruppe. Für den

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80
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1 2 3 4 5 5 7 8 9 10 44 42 13 44 15 46
Abb. 11: Gliederung der Grabhügel nach der Größenordnung.

30
Tumulus Nr. 34 möchten wir ebenfalls eine solche Zuordnung vorschlagen, da er keinen
Steineinbau aufweist, während fast alle Tumuli der 1. Gruppe durch einen solchen ausgezeich­
net sind (Ausnahme: Tumulus Nr. 29,129,147 (= 149/1891)). Aus diesem Grund ordnen wir aber
den Tumulus 103 trotz seines Grenzwertes bei der Größe, der 1. Gruppe zu, da er einen
Steineinbau besitzt.
Der Hügel Nr. 137 nimm t dadurch in dieser Gruppe eine Sonderstellung ein, da er eine
schwache Steinumfassung aufweist. Diese Art der Grabzurichtung kommt sonst nur bei den
Tumuli der ersten Gruppe vor. Doch auch im Tumulus 58 wurde ein durch Brand rot gefärbter
Steinuntersatz gefunden.
Bei Tumulus 139 ist ebenfalls eine seichte Grabgrube11) anzunehmen, denn seine Höhe
beträgt nur 0,2 m, während die Gefäße selbst in einer Tiefe von 0,52 m angetroffen wurden.
Wahrscheinlich ist wegen seiner geringen Größe der Hügel Nr. 148 ebenfalls hier einzureihen
(R. HOERNES 1891, [77]).
Auf dem Warischberg hingegen läßt sich feststellen, daß von vier ausgegrabenen Hügeln
(Tumulus Nr. 1,2,3 und 5) nur drei auswertbar sind. Damit lassen sich die Tumuli Nr. 1,2 und 3
nach ihrer Größe und auf Grund der Grabzurichtung der zweiten Gruppe zuordnen. Es wird
zwar nur bei Hügel Nr. 1 ausdrücklich eine Grabgrube erwähnt, doch ist auch für Tumulus Nr.
2 und 3 eine solche nachzuweisen, denn ihre Höhen betragen maximal nur 0,3 m. In der
Beschreibung hingegen wird aber davon gesprochen, daß man die Gefäße erst in 1 m bzw.
1,25 m Tiefe angetroffen hat. Tumulus 3 bildet insofeme eine Ausnahme, als er noch zusätzlich
eine Steindecke aufweist. Doch stellen diese Hügelgräber bereits eine andereFundgruppe dar,
so daß diese Ergebnisse nicht als Gegenbeweis für unsere Feststellung des Zusammenhanges
von Grabgrube und 2. Gruppe der<3rößenzuordnung am Burgstall zu betrachten sind. Treten
Steineinbauten aber gelegentlich auch am Burgstall in der zweiten Gruppe auf, so sind sie m it
Grabgruben kombiniert, wie im Tumulus 58, der einen „ordentlich gelegten und m it lehmiger

H»«n

31
Erde gebauten, durch den Brand rot gefärbten Steinuntersatz“ aufweist (BELLA u. MÜLLER
1891,168,174; MÜLLER 1887, [80] f.), und im Tumulus 137, der eine schwache Steinumfassung
besitzt (BELLA u. MÜLLER 1891,182 f.; MÜLLER. 1891, [46]; 1887, [80] f.)1*). Nie jedoch ist eine
Grabgrube in der ersten Gruppe anzutreffen (vgL Abb. 12).

Zusammenfassend können wir als Ergebnis dieser Untersuchung festhalten, daß von den
44 Gräbern des Burgstalles m it näheren Angaben 30 auswertbar sind, also rund zwei Drittell
Es gehören davon zur ersten Gruppe, durch größere Höhe und durch Steineinbauten
charakterisiert, die Hügel Nr. 2, 4, 5, 29, 62, 65, 80, 101, 103, 129, 136, 146, 147 (= 149/1891).
BELLA und MÜLLER (1891,172) stellten noch zusätzlich als Regel fest, daß der „Untersatz“
bei diesen Gräbern höher liegt als die Hügelsohle und durch Feststampfen festgemacht
erscheint Von insgesamt 13 Tumuli weisen zehn Steineinbauten auf und zwar die Hügel Nr. 2,
4, 5, 62, 65, 80,101,103,136,146. Eine Steinkammer konnte man im Tumulus Nr. 80 (5 m breit
von O nach W, 5,4 m lang von N nach S, durchschnittlich 1,2 m hoch) nachweisen, während die
Hügel Nr. 2 (4,3 m lang von O nach W, 3,4 m breit von S nach N, 0,7-0,8 m hoch) und 103
(viereckig-- 2,5m lang, 0,8m hoch) eine Steinkamlher m it einer Steindecke besaßen. Eine
Steindecke allein wurde in den Tumuli Nr. 62,65,101 und 146 gefunden, während die Hügel Nr.
4,5 und 136 von einem Steinkränz umgeben waren (vgl. dazu DOB1AT1980,43 ff., bes. 53 ff).
In die zweite Gruppe, in der geringere Höhe m it einer Grabgrube, manchmal auch m it
einem Steineinb^au kombiniert sein kann, sind die Tumuli Nr. 11,14,27,28,34,36,50,53,58,59,
71,116,130,137,139,144,148,149, sowie die Hügel Nr. 1,2 und 3 vom Warischberg einzureihen.
Hier stellten BELLA und MÜLLER (1891,172) fast immer den gewachsenen, durch Brennen
gehärteten Boden als Grabniveau fe st Es sind insgesamt 18 Tumuli vom Burgstall und 3 vom
Warischberg. Davon Meß sich hei 9 Grabhügeln eine Grube feststellen und zwar bei Tumulus
Nr. 27, 50, 53, 58, 59, 130, 137, 139 und 149, während vom Warischberg alle drei Tumuli eine
solche aufwiesen. Zusätzlich fanden sich noch Steineinbauten bei den Hügeln Nr. 58
(Steinuntersatz), Nr. 137 (Steinkranz), sowie 3/Warischberg (Steindecke). Diese Art der Zurich­
tung - Grabgrube m it Steineinbau - stellt hier vielleicht nur einen doppelten Schutz dar. So ist
es bemerkenswert, daß eines der Gräber eine figural verzierte Urne enthielt während bei Grab
Nr. 58 und 137 die Angaben zu dürftig sind, um in dieser Hinsicht Rückschlüsse anstellen zu
können (BELLA u. MÜLLER 1891,171).
Als nächstes sollen die Beigäben und deren Aufstellung im Grab besprochen werden. Die
Hügel zeigen fast durchwegs reiches keramisches Inventar (20 bis 40 und auch mehr Gefäße),
selbst ärmere Gräber weisen mindestens 5 bis 10 Gefäße auf. Dagegen findet sich kaum eine
größere Zahl an Metallbeigabcn. Der Reichtum an Gefäßen hält aber mit dem an Formen und
Verzierungen Schritt. Es gibt kaum Gefäße, auch bei gleicher Form, die dieselbe Verzierung
aufweisen. Meist ist diese variiert wiedergegeben bzw. ist ein Größenunterschied feststellbar
(BELLA u. MÜLLER 1891, 173)1B). Diese reichen Beigaben würden aber nicht regellos in das
Grab gestellt, sondern, soweit sich dies aus den spärlichen Angaben erschließen läßt, nach
einer gewissen Ordnung niedergelegt. Wir können so drei Formen der Deponierung unterschei­
den: eine Aufstellung der Beigaben im Kreis, im Dreieck und entlang der Seitenwände des
Grabes, also irgendwie im Viereck oder in<Reihen angeordnet. Eine dreieckige Anordnung läßt
sich bei Tumulus 5 (MÜLLER 1891, [46]) und 136 (BELLA u. MÜLLER 1891,182)1*) nachweisen,
während eine kreisförmige Aufstellung nur einmal bei Tumulus 58 erwähnt wird (MÜLLER
1891, [46]; 1887, [80] f.). Bei Tumulus 139 wird berichtet, daß die Gefäße in der Mitte des
kreisrunden Raumes niedergelegt waren (BELLA u. MÜLLER 1891,183 f.), er wird somit auch
hier anzuschließen sein. Die anderen Nachrichten beziehen sich dann auf eine viereckige oder
reihenweise Anordnung der Beigaben, so bei Tumulus 211T), 65“), 801B), 137“) und 147 (= 149/
1891)”). Eine Aufstellung der Gefäße im Viereck läßt sich vielleicht auch für die Tumuli 2 und 4
erschließen, da die Steineinbauten viereckig aufgeführt waren und sich die Anordnung der
Beigaben m eist nach der Form des vorhandenen Grabraumes richtete**). Schwer einzuordnen
sind Beschreibungen wie „die Gefäße stehen in der Mitte des Hügels“, da sie über eine
Gefäßaufstellung nichts aussag ena), wahrscheinlich handelt es sich hier aber um eine mehr
■oder minder kreisförmige Niederlegung. Bei den Tumuli 27 und 89 läßt sich aus den spärlichen
Aufzeichnungen eine reihenweise Anordnung der Gefäße vermuten“). Daraus geht hervor, daß
die reihenweise oder viereckige Anordnung relativ häufig war, während dreieckige und
kreisförmige Aufstellungen zu wenig belegt sind, um darüber Aufschlüsse geben zu können
(BELLA u. MÜLLER 1891,173). Eine Koordinierung der Gefäßaufstellung m it einer bestimm-

32
ten Gruppe der Grabzurichtung oder der Größenordnung ist kaum möglich, da die Unterlagen
zu dürftig sind.
Bevor auf die Frage der Gefäßtypen und ihrer Hinterlegung im Grab eingegangen wird, soll
noch auf die Art der Bestattung hingewiesen werden. Am Burgstall liegt ausschließlich ein
Brandgräberfeld vor. Soweit es aus den Befunden ersichtlich ist, haben wir es m it Einzelbestat­
tungen unter Hügeln zu tun (BELLA u. MÜLLER 1891, 172 f.; vgl. auch PATEK 1972, 213;
1976a, 28, 21/Fig. 16; DOB1AT 1980, 47). Die Knochenreste wurden zumeist in einem Gefäß
beigesetzt. Nach Auffassung der Ausgräber läßt sich bei Hügeln von geringer Hefe vermuten,
daß im Bestattungsort zugleich auch die Verbrennungsstätte zu sehen wäre, wobei nach dem
Auflesen der Knochenreste der Platz von Asche und Kohle gereinigt wurde, um darauf die
Urnen beizusetzen. Bei den größeren Hügeln findet man im Gegensatz dazu entweder keine
oder nur geringe Spuren des Verbrennungsvorganges bzw. stehen die Gefäße m itten im Brand
(BELLA u. MÜLLER 1891, 172). Die Toten wurden mit ihren Schmucksachen, d. h. in ihrer
Tracht verbrannt; dies ergibt sich daraus, daß Bronzeobjekte und blaue Glasperlen oft nur in
stark verschmolzenem Zustand erhalten geblieben sind (BELLA u. MÜLLER 1891, 173; vgl
auch die Angaben über die Tumuli 27, 34, 59,103,139 und 149 im Materialteil).
Wenn wir diese verschiedenen Angaben zur. Bestattungsform. und. zum-Grabaufbau
interpretieren, so haben wir eindeutig Umengräber mit und ohne Grube (Untergrund unter
Niveau gesenkt bzw. stehen die Gefäße mehr oder weniger auf dem Niveau) als auch
Brandschüttungsgräber (Gefäße stehen im Brand) vor uns. Der Verbrennungsplatz k an n zum
Teil auf der Hügelsohle nachgewiesen werden (vor allem bei den niedrigeren Hügeln dient ein
durch Brennen gehärteter, gewachsener Boden als Grabniveau) bzw. wurde bei den größeren
Hügeln (1. Gruppe) ein Teil des Hügels schon vor der Beisetzung zugerichtet (festgestampfter
Untersatz). Ähnliche Beobachtungen konnten auch für Kleinklein gemacht werden; die dort
zum Teil chronologischen Aussagewert besitzen (DOBIAT 1980, 47 ff.T53 ff., Abb. 4 u. Tab. 1,
zur Verbreitung der Grabfunde und Bestattungssitten im Ostalpenraum vgl. Abb. 2 u. 3).
Am Leichenbrand interessiert uns zunächst seine Deponierung. In der Regel findet man an
der Ost-, aber auch an der Südseite des Grabes eine, auch zwei „kleinere Urnen m it oder ohne
Henkel“ oder „Schüsseln“, die den Leichenbrand enthalten. Diese Gefäße sind zumeist von
allen Seiten m it Brandresten umgeben (BELLA u. MÜLLER 1891,172 f.; R. HOERNES 1891,
[72]). Leider entziehen sich diese nur allgemeinen Feststellungen über die Urnen einer
Nachprüfung, welche Gefäßformen nun eigentlich als Leichenbrandbehälter dienten, denn nur
einige wenige Male sind uns konkrete Berichte darüber erhalten. So z. B. bei Tumulus 28, wo
die „Meine Urne“ (Inv. Nr. 35.438 - Taf. 34/3) im östlichen Teil des Grabes stand. Auch, im
Tumulus 80 befand sich die „Aschenume“ auf der Ostseite der Steinkammer. Ebenfalls eine
„Meine Urne“ als Leichenbrandbehälter enthielt Tumulus 36 (Inv. Nr. 54.107.1/ödenburger
Museum), während das eräte Grab des Tumulus Franz Ferd. ESTE n eine „Aschenurne“
enthielt und das zweite deren zwei (Inv. Nr. 29.175/Bgld. LM. - Taf. 98/7). Ein „großes
Henkelgefäß“ bzw. eine „einhenkelige, tiefe Schüssel“ waren die Leichenbrandbehälter der
Gräber Warischberg 1 (d)“) und 3 (Iny. Nr. 54.140.4/ödenburger Museum). Im Tumulus 34 lagen
kalzinierte Knochenstückchen in einer Meinen Fußschale (t, vgl. Inv. Nr. 17.091-Taf. 45/1). Als
Ausnahmen sind die Verhältnisse im Tumulus 148 und im Tumulus X zu bezeichnen. Im
ersteren fand man unter den Leichenbrandresten die Fragmente eines Meinen „Holzkäst­
chens“ m it „Bronzeklammem und zwei längeren Bronzeplättchen“*®). Dieses m it Bronze
beschlagene „Holzkästchen“ stellte wahrscheinlich den Leichenbrandbehälter dar, denn es
wurde an der Ostseite gefunden, an der sonst immer das Leichenbrandgefäß steht. Auch im
zweiten Tumulus konnte keine „Aschenume“ im östlichen Teil beobachtet werden, dafür lagen
die Knochenreste an einer Stelle sehr reichlich im Leichenbrand. Wahrscheinlich hatte ein
organischer Behälter die Aufgabe der „Aschenume“ übernommen ähnlich wie bei Tumulus
148, nur daß hier nichts mehr erhalten war. Daraus ist zu erkennen, daß als Leichenbrandbehäl­
ter die verschiedensten Gefäße in Betracht kamen: „Meine Urnen“, große Henkelgef&ße,
„Aschenumen“, Fußschalen und organische Behälter; sie lassen sich zum Teil m it unseren
Termini - Kleines Kegelhalsgefäß, Große Henkelschale, Fußschale - umschreiben. Leider sind
auch hier wieder die Angaben zu gering, um weitere Schlüsse daraus ziehen zu können.
I
Auf, neben oder in die Urnen, den Gefäßen, in denen die kalzinierten Knochenstückchen
aufbewahrt wurden, gelegt, finden sich auch die spärlichen Metallbeigaben wie Nadeln aus

33
Bronze oder Eisen, Halsringe, aber auch Spinnwiftel (R. HOERNES 1891, [72]). So enthielt die
„kleine Urne“ aus Tumulus 28 einen „eisernen K nopf1(Inv. Nr. 35.438 a - Taf. 30/2)» jene aus
Tumulus 36 zwei Spinnwirtel, die „kleine Aschenume“ aus Tumulus Franz.' Ferd. ESTE II
einen Spinnwirtel und Harz stücke (BELLA 1892,321 f.), jene aus der Südgruppe im Tumulus
Franz Ferd. ESTE i n sieben verzierte Spinnwirtel -(BELLA 1892, 325) und das große
Henkelgefäß aus Tumulus 1/Warischberg einen Jaspissplitter, während in der Nähe des
»Holzkästchens“ im Tumulus 148 viele Glasperlen und ein geknoteter Bronzehalsreif niederge­
legt waren17). Soweit die Angaben aus den allgemeinen Beschreibungen (BELLA u. MÜLLER
1891,173).
An die Leichenbrandbehälter („Grabumen m it Henkel“ sind in der Hegel schwarz und
entsprechen wahrscheinlich dem großen Henkelgefäß m it Kegelhals vgl. Große Henkelschale
m it Kegelhals, wogegen „henkellose Grabumen“ rötlichbraun gefärbt sind vgl. Kleines
Kegelhalsgefäß) sollen die Kegelhalsgefäße (bei BELLA und MÜLLER „Weihgefäße“ bzw.
auch „Halsumen“ und „große, schwarze Halsumen“ genannt) angeschlossen werden, die in
ihrem Inneren m eist kleine Henkelschalen bergen (BELLA u. MÜLLER 1891,173). Für diese
Beobachtung gibt es zahlreiche Belege wie z. B. aus Tumulus 11 (die kleinen Schalen und
Spihnwirtel lagen in den Urnen und größeren Töpfen), Tumulus 21 (Inv. Nr. 35.547 - Taf. J2/4
lag in 35.475—Taf. 13/3), Tumulus 28 (Inv. Nh 35.553 - Taf. 32/4 lag in 35.423 - Taf. 28), Tumulus
34 (s lag in c), Tumulus 50 (in 35.481 - Taf. 47-48 lag ein Schälchen), Tumulus 101 (in a lag b),
Tumulus 147 (= 149/1891) (Inv. Nr. 35.561 a - Taf. 86/4 lag in 35.492 - Taf. 89/1 bzw. 91/2; 35.571/
1-2.- Taf. 92/2,6 lagen in 35.488 - Taf. 89/2,35.572 - Taf. 86/2 lag in einem Kegelhalsgefäß - Taf.
89/1 tizw. 91/2, das sich in der Mitte der Ostreihe befand) und Tumulus Franz Ferd. ESTE I (in
jeder-Urne war ein kleines Schöpfgefäß -mit'hohem Henkel). Um die Kegelhalsgefäße herum
waren kleinere Gefäße wie .kleinere Fußschalen“ (Kalenderbergfüßschalen), „Schüsseln“ und
,henkellose Schalen“ (Schalen m it eingezogenem Mundsaum) gruppiert Die Schalen stellte
man gerne in den. Zwischenraum, der durch das ZusammensteUen der Kegelhalsgefäße
entstand, um diesen ganz auszufüllen. Zuweilen finden sich in den Schalen auch die kleinen,
an der Spitze etwas nach abwärts, gekrümmten, eisernen Messerklingen (BELLA u. MÜLLER
1891,174; BELLA 1892».326 - Tumulus ESTE/IV). Wir besitzen für die Deponierung der Messer
n u r die Nachricht, daß im Tumulus 21 zwei Eisenmesser in einer Situla (Inv. Nr. 35.408 -
Taf. 12/1 lag in 35.523 - Taf. 12/3) Vorhanden waren und sich im Tumulus .27 das Messer in der
Brandschicht nächst dem Ossarium fand. Von den, um die Kegelhalsgefäße gruppierten,
kleineren Gefäßen sollen die Kalenderbergfußschalen einer näheren Betrachtung unterzogen
werden. In diesen Fußschalen werden hin und wieder die sogenannten Mondidole gefunden
(BELLA u. MÜLLER 1891, 174). Ein solches ist m it der einen Kalenderbergfußschale des
Tumulus 27 fest verbunden, Während in der zweiten Kalenderbergfußschale m it den aufgesetz­
ten Vögelchen ein vierfüßiges Mondidol lag. Doch auch Henkelschüsseln bzw. Schüsseln
bargen Mondidole wie die Funde aus den Tumuli 14 und 101 beweisen. Eine weitere
Vergesellschaftung von Gefäßtypen läßt sich aus den Berichten über die Tumuli 11 (p m it q), 21
(Inv. Nr. 35.444 - Taf. 11/5,35.446 - Taf. 10/6, 35.523 - Taf. 12/3,35.529 - Taf. 13/2 m it je einem
Deckel), 29 (Inv. Nr. 35.527. - Taf. 37/4), 65 (h, i, k, 1m it m) und 147 (= 149/1891) (Inv. Nr. 35.530 -
Taf. 87/3) erkennen Situlen m it Deckeln. Auch Glasperlen wurden in Gefäßen hinterlegt: so
im Tumulus 27 (Zwülingsgefäß [35.442 - Taf. 25/1], darin Perlen [35.413 - Taf. 15/6] und eine
Harfenfibel t3fr409~=- Tafr 15/8=13]!,~139 (im Norden enthielt ein Gefäß sieben geschmolzene
Perlen) und 149 (im Osten enthielt ein Gefäß drei geschmolzene Perlen) sowie im Tumulus
Franz Ferd. ESTE IV (vor der Mitte der Ostseite die Urne m it fünf Glasperlen). Während ein
»kleiner Schöpfer“ auch in einem Bombengefäß nachweisbar ist (Tum. 101 - GALLUS 1934,
15 f.), und eine Situla ebenfalls eine Schale enthielt (Inv. Nr. 35.530 - Taf. 84/3 aus Tum. 147 (-
149/1891)).
Zuletzt sei noch auf die Funde von Holzkohle- und Harzstückchen aufmerksam gemacht.
Harzstückchen kommen vorwiegend in Gefäßen vor (BELLA u. MÜLLER 1891,173) und sind
relativ häufig in den Gräbern zu finden. Im Tumulus 34 lag das Harz in einem Fuß schälchen, im
Tumulus Franz Ferd. ESTE U in einer „stark ausgebauchten, braunroten Urne“, während im
Tumulus 2/Warischberg die Harzstücke in zwei größeren Gefäßen hinterlegt waren. Sonst sind
Harzstücke noch im Tumulus 36,139 und wahrscheinlich auch im Tumulus 147 (= 149/1891)
gefunden worden“).
Aus dieser kurzen Übersicht geht hervor, daß einige Gefäßtypen mit Vorliebe vergesell­
schaftet Vorkommen. Es handelt sich dabei vor allem um die Kegelhalsgefäße, die m eist ein

34
kleines Schälchen bzw. Henkelschälchen beinhalten*) und um die Situlen, die m it einem
Deckel gemeinsam mitgegeben wurden. Auch Metallobjekte, Glasperlen und Spinnwirtel sind
m eist in einem Gefäß niedergelegt worden.

35
TYPOLOGIE
Im großen und ganzen sind zwei Beigabengruppen im Gräberfeld nachweisbar - die
Keramik und die Metallobjekte wozu noch andere Funde wie Perlen, Spinnwirtel, Harz usw.
kommen. Die Tongefäße stellen dabei die größte Gruppe dar, während Mietallgegenstände nur
äußerst sä ten m it ins Grab gegeben wurden.

KERAMIK

Eine größere Zusammenfassung über die hallstattzeitliche Keramik des niederösterrei­


chisch-burgenländischen Gebietes liegt bis jetzt noch nicht vor (vgl. dazu auch KAUS1973 b).
C. PESCHECK (1942) bem üht sich zwar in seiner Habilitationsschrift um eine Klassifizierung
der Gefäßtypen dieses Saumes, doch ist sie für unser Gräberfeldmaterial zu allgemein
gehalten. Wir verwenden daher für die Kennzeichnung unserer Keramikformen teils die in der
Literatur gebräuchlichen Namen, teils müssen aber neue Termini zur besseren Charakterisie­
rung und Heraushebung der Typen eingeführt werden. Denn m it der Ansprache soll zugleich
auch die Vorstellung des Gefäßes verbunden sein, so daß nicht erst eine Zeichnung endgülti­
gen Aufschluß über den Typ vermitteln muß.
Grundsätzlich sei dazu noch bemerkt, daß der Gefäßaufbau nach tektonischen Gesichts­
punkten bewertet wird. Angesprochen wird der Grundtyp und dieser dann nach dem Aufbau
feiner unterschieden. Unserer Meinung nach ist es wesentlich, aus welchen Grundelementen
sich ein Gefäß zusammensetzt, denn diese definieren den Grundtyp; zum Beispiel, ob ein
Gefäß nur aus Unterteil und-Hals besteht oder ob auch noch Schulter und Mundsaum klar
erkennbar sind. Die Gestaltung der einzelnen Bauelemente dann selbst, z. B. der Hals, ob
zylindrisch, konisch oder m it Mundsaumbildung, ist ein Merkmal zur feineren Differenzierung
des Grundtyps an sich.
j

Kegelhalsgefäß *•)
Kennzeichnend ist eine ebene, meist kleine, gut abgesetzte Standfläche m it konisch
aufsteigendem Bauch, der auch leicht eingeschwungen sein kann. Daran schließt eine mehr
oder weniger stark gewölbte Schulter an, die gegen den Hals zu m it einer Kannelur abgesetzt
wird. Der Hals selbst ist konisch gebildet und mit einem breit ausladenden Mundsaum
abgeschlossen. Die Außenseite des Gefäßes ist in der Regel schwärzlichgrau bis schwarz.
■Diese Gefäßtype kommt in jedem Grab (mit Ausnahme von Tumulus 71 und 139 - dort
Kleines Kegelhalsgefäß) mindestens einmal vor. ln der Regel sind jedoch zwei bis Vier, aber
auch bis zu zehn Kegelhalsgefäße in einem Grab nachweisbar (vgl. auch DOBIAT 1980,66 ff.,
bes. auch 70 ff.).
Als Sbnderform m uß das Kegelhalsgefäß m it Fuß aus Tumulus 28 (35.423 - Taf. 28)M)
angesprochen werden, da eine Fußbildung für gewöhnlich nicht vorkommt (vgl. dazu die
neueren Ausgrabungen - PATEK1976 b, 42, Taf. 22). Eine weitere hierherzustellende Form ist
jene m it e in » (?) röhrenförmigen Ausguß Öffnung aus Tumulus 50 (35.481/1 - Taf. 47/4)“).
• Eine Gliederung-innerhälb der Kegelhalsgefäße ist sehr schwer zu erstellen, da viele nur
fragmentarisch (Hals-Schulter) erhalten sind, dennoch glauben wir fünf Formen unterschei­
den zu können^
1. Grundtyp: bewußte Gefäßgliederung durch deutlich markierte Umbrüche, hochgezo­
gene Form; Kegelhals, Hals-Schulter-Umbruch durch Kanneluren betont, gerundete Schulter,
Bauch-Schulter-Umbruch stellt den weitesten Gefäßumfang dar. Das Verhältnis Boden-Hals/
Schulterumbruch-Mundsaum beträgt 5:3, es liegt der Umbruch daher im zweiten Gefäß drittel
vom Boden har gesehen. In diese Gruppe gehören die meisten Kegelhalsgefäße").
2. doppelkonische Form: eher hochgezogen-schlanke Form; steilkonischer Hals. Hnla und
Schulter sind nicht voneinander abgesetzt, die Gliederung des Gefäßes wird allein durch den
Bauchumbruch vorgenommen, der die größte Gefäßweite darstellt und etwa in der Gefäßmitte
liegt, während der Hals-Schulter-Umbruch als Element im tektonischen Aufbau vollkommen
ausfSllt und nur durch einen kleinen Absatz markiert wird. Auch die Schulter ist kaum betont
und stärker im Gefäßaufbau (z. B. durch Rundung) herausgehoben. Es wären dazti die Gefäße
aus den Tumuli 4 (17.052 - Taf, 1/1,17.053 - Taf. 1/4,17.054/1 - Taf. 3/9,17.054/2 - Taf. 2/3 - hier ist

36
der Bauchumbruch ins untere Gefäßdrittel gerutscht) und 65 (80.464 - Taf. 60/3) zu zählen. Die
Formgebung reicht dabei von schlank-hochgezogenen (Tum. 4 - Taf. 1/1, 3/9) bis zu breit­
bauchigen (Tum. 65 - Taf. 60/3) Gefäßen.
3. extreme Form: übertrifft die anderen Formen an Größe. Hals und Schulter sind wieder
deutlich voneinander abgesetzt, nur ist die Schulter zunächst fast waagrecht ausladend, bevor
sie in den Bauchumbruch übergeht, so daß der stark konisch zulaufende Hals in das Gefäß
hineingedrückt erscheint. Das Verhältnis Bauchumbruch zu Höhe beträgt etwa 4 :3 . Hierher
sind die Gefäße aus Tumulus 27 (35.477 - Taf. 20/5) und 28 (35.423 - Taf. 28,35.425 - Taf. 30/4,
35.426 - Taf. 32/5, 35.430 - Taf. 34/5) zu stellen.
4. gerundete Form: - weiches Profil im Vergleich zum übrigen Gefäßkörper ist der Hals
nicht konisch, sondern eher kehlig gestaltet und relativ niedrig, Hals und Schulter gehen ohne
betonten Umbruch ineinander über, nur der Bauchumbruch gliedert wie bei der doppelkoni­
schen Form das Profil, welches S-förmig gekrümmt erscheint, konisch aufsteigender Unterteil.
Die Gefäße aus den Tumuli 27 (35.478 - Taf. 18/6), 59 (17.130 - Taf. 56/8), 137 (80. 468 - Taf. 78/4)
149 (17.186 - Taf. 70/3) und 2/Warischberg (17.207 - Taf. 102/2,17.208 - Taf. 102/1) könnten hier
eingeordnet werden.
5. breit gedrückte Form: der Bauch-Schulter-Umbruch gibt die weiteste Stelle des Gefäßes
wieder, während Bauch und Hals im Vergleich dazu relativ niedrig erscheinen, so daß das
ganze Gefäß eine breitgedrückte Form erhält. Im Gegensatz zur gerundeten Form ist hier der
Unterteil flachkonisch-breit ausladend. In diese Gruppe gehören die Gefäße aus den Tumuli 27
(35.424 - Taf. 16), 59 (17.126 - Taf. 52/3,17.129 - Taf. 54/9), 103 (17.157 - Taf. 67/7), 144 (17.177 -
Taf. 72/6) und 147 (= 149/1891) (35.429 - Taf. 79/4).
An Verzierungstechniken sind Graphitierung der ganzen Oberfläche, Graphit- und Rotbe­
malung (vgl. Taf. 110/1, 2, 6, 8, 111/2, 5), Kannelierung, Ritzung, Verzierung m it einem
mehrzinkigen Gerät („Kammstrichverzierung“), Stempelverzierung und plastische Verzierung
nachgewiesen.
Die Verzierungsmotive hingegen setzen sich hauptsächlich aus geometrischen Mustern
zusammen, es kommen aber auch figurale Zeichnungen vor.

Kleines Kegelhalsgefäß**)
Das Gefäß besitzt annähernd die gleiche Gestalt wie die „große, schwarze Halsume“
(Kegelhalsgefäß). Eine kleine, ebene, gut abgesetzte Standfläche m it konisch aufsteigendem
bzw. bauchig kugeligem Unterteil, eine mehr oder weniger stark gewölbte Schulter, wobei der
Hals-Schulter-Umbruch durch Kanneluren betont sein kann, relativ kurzer Kegelhals und
ausladender Mundsaum sind die charakteristischen Elemente dieses Gefäßtyps. Die Außen­
seite ist rötlich-bräunlich, kann aber auch ins schwärzliche spielen.
Dieses Gefäß kommt m it den Kegelhalsgefäßen vergesellschaftet vor, ist aber jeweils nur in
der Einzahl vertreten. An Stelle der großen Kegelhalsgefäße scheint es aber in den Tumuli 71
und 139 zu stehen, in denen es ausschließlich mehrmals nachgewiesen ist.
Man kann bei diesem Gefäß wahrscheinlich deutlich zwei Formen unterscheiden - einen
Grundtyp und eine doppelkonische Form.
......lVGriindtypT entspricht ebenfalls dem Grundtyp des „großen, schwarzen Kegelhalsgefä­
ßes“ am besten. Der Bauch-Schulter-Umbruch ist am ausgeprägtesten, während der Hals
relativ niedrig im Vergleich zum übrigen Gefäßkörper gehalten ist. Diese Form besitzen die
Gefäße aus den Tumuli 21 (35.439 - Taf. 12/2), 27 (35.501 - Taf. 21/5,35.506 - Taf. 20/1), 34 (17.082
- Taf. 46/7), 89 (35.485 - Taf. 65/1 - mehr kugelig) und 147 (= 149/1891) (35.495 - Taf. 92/5), sowie
jenes aus der ESTE-Sammlurig (Tum. 11/29.175 - Taf. 98/7). Hier läßt sich innerhalb dieser
Gruppe ein Größenunterschied feststellen, indem die unverzierten Typen (Tum. 21, ESTE/II)
die kleinsten sind, dann folgen die größeren verzierten (eine Mittelstellung nehmen dabei die
Tum. 34 und 89 ein; die größten stammen aus den Tum. 27 und 147 (= 149/1891)).
2. doppelkonische Form: besitzt keinen betont scharf gegliederten Aufbau. Der Bauch-
Schulter-Umbruch allein gliedert das Gefäß, während Hals und Schulter nur durch einen
schwachen Absatz, der noch zusätzlich durch ein breites Linienband betont sein kann,
voneinander abgehoben sind. In diese Gruppe fallen die Gefäße aus den Tumüli 28 (351438 -
Taf. 34/3), 29 (35.480 - Taf. 36/2) und 71 (17.148 - Taf. 62/3), die aber auch in der Größe
unterschiedlich sind.

37
Die Verzierungstechniken sind dieselben wie bei den „großen Kegelhalsgefäßen“ mit
Ausnahme von Graphitbemalung und Stempelverzierung (für Rotbemalung vgl. Taf. 109/1).
Die Verzierungsmotive setzen sich wieder aus geometrischen Mustern zusammen.
Kehliges Halsgefäf )
Das Charakteristische dieser Gefäßform ist der Hals, der konisch-kehlig gebildet ist. Das
Gefäß besitzt eine kleine, ebene, kaum abgesetzte Standfläche, einen bauchig kugeligen
Unterteil, einen durch eine Kannelur betonten Hals-Schulter-Umbruch, der in den kehligen
Hals überleitet, und einen leicht ausladenden .Mundsaum. Die Außenseite des Gefäßes ist
bräunlich bis bräunlich-grau.
. Dieser Typ ist am Burgstall viermal nachgewiesen.
Als eigenwillige Form - m ehr beutelförmig - ist das Gefäß aus Tumulus 21 (35.440 - Taf.
10/2) anzusehen, da hier der tektonische Aufbau nicht so klar ausgeprägt erscheint. Nur der
Bauch-Schulter-Umbruch tritt als gestaltbildend hervor, während der Hals leicht kehlig
trichterförmig m it M undsaumrand gebildet ist.
Die anderen Gefäße wurden in den Tumuli 34 (17.083 - Taf. 43/3), 59 (17.131 - Taf. 58/1) und
144 (17.180 - Taf. 74/4) gefunden.
Als Verzierungstechnikeh treten Kannelierung und plastische Verzierung (Knubben
unterbrechen die Kannelur) auf.
Die Verzierungsmotive sind geometrisch.

Eiförmiges Gefäß m it Deckel


Es besitzt eine ebene, relativ dicke Standfläche und einen faßförmigen Körper, Hem der
obere Teil leider fehlt. Die Machart und Tonqualität ist relativ grob, sowohl in der Ausführung
als auch in der Magerung.
Trat bis jetzt nur ein einiges Mal - gemeinsam mit einer flachen Tonscheibe als Deckel
(17.114 - Taf. 51/2) - am Burgstall im Tumulus 52 (17.113 - Taf. 51/1) auf.
Siebgefäß
Leider ist über die Form des Siebes nichts bekannt, da nur Fragmente des Unterteiles
erhalten sind. Es besitzt eine mehr oder weniger ebene Standfläche m it konisch aufsteigender
Wand, die in annähernd waagrecht geführten Reihen durchlocht ist; wahrscheinlich war auch
der Boden gelocht (nur im Ansatz erhalten).
Gefunden wurde das Siebfragment im Tumulus 34 (17.100 - Taf. 46/5).

Kegelschultergefäß
Das Gefäß ist durch seine Schulterbildung ausgezeichnet, die konisch gegen den Hals zu
läuft und scharf sowohl vom Bauch als auch vom Hals abgesetzt erscheint Diese Schulterform
war für die Namensgebung, die in Parallele zum Kegelhalsgefäß gewählt wurde, ausschlagge­
bend. Der Bauch ist breit konisch aufsteigend oder leicht eingescKwungen, zeigt einen
deutlichen Umbruch g e g ^ jh e kpm scte die selbst wieder scharf gegen den kehlig
eüizieEehden Hali"ahgesetzt erscheint. Standfläche (eben, gut abgesetzt) und Mundsaum (als
Mündsaumrand bzw. als ausladend im Ansatz erhalten) sind jeweils nur bei einem Gefäß
vorhanden. Die Oberfläche ist dunkelbraun bis schwärzlich m it Spuren von Oberflächengra­
phitierung.
Es sind insgesamt nur zwei Gefäße anzuführen, die aber beide im gleichen Tumulus
gefunden wurden (29/35.509 - Taf- 38/2, 35.516 - Taf. 38/3).
Als Vem erüngstechniken erscheinen Graphitierung und Rotbemalung (vgl. Taf. 109/7, 8)
sowie Ritz- und Stempelverzierung.
Die Verzierungsmotive weisen spiraloide und geometrische Muster auf.
Bombenförmiges Gefäß18)
Charakteristisch für das Gefäß ist der bauchig kugelige Gefäßkörper m it ebener, gut
abgesetzter Standfläche. Die Außenseite ist gelblich-rot bis rötlich (vgl. DOBIAT1980, 93 f.).

38
1. m it Kegelhals: ein niedriger Kegelhals m it ausladendem Mundsaum ist auf dem m ehr
oder weniger kugeligen Gefäßkörper aufgesetzt, Boden feh lt Dieses Gefäß ist nur einmal
vertreten (28/80.459 - Taf. 35/5).
2. m it Kragenhals: ein m ehr oder weniger kurzer zylindrischer Hals mit Mundsaumrand
und kugeligem Gefäßkörper sowie gut abgesetzter Standfläche. Dieser Typ ist zweimal sicher
nachgewiesen (52/17.110 - Taf. 50/3; 147 (= 149/1891)/35.437 - Taf. 85); wahrscheinlich sind aber
auch die Bruchstücke von den Tumuli 89 (35.505 - Taf. 66/1) und 103 (17.158/2 - ohne Abb.) hier
einzuordnen.
Wieweit weitere rot-schwarz bemalte Keramikbruchstücke auch hier einzureihen sind, läßt
sich nicht entscheiden”) (vgl. Taf. 109/3,4,110/6, 8,111/5).
An Verzierungstechniken sind Graphitmuster auf rotem Grund zu erwähnen (vgL Taf. 109/
6,110/3, 5, 111/4).
Die Verzierungsmotive sind geometrisch.
Situla”)
Ein konischer Gefäßkörper m it ebener, gut abgesetzter Standfläche, scharfem Bauch-
Schulter-Umbruch, Schulter und zylindrischem bis leicht trichterförmig ausladendem Hals.
Die Außenseite ist bräunlich-rötlich bis schwärzlich.
Die Situla, in der Regel m it einem Deckel vergesellschaftet, ist eine in Gräbern ziemlich
häufig vorkommende Gefäßform. Von insgesamt 22 Gräbern, wobei aber fünf wegen unvoll­
ständiger Ausgrabung nicht weiter beurteilbar sind, enthielten 12 Gräber Situlen bzw. Deckeln
(vgl. dazu auch DOBIAT 1980,102 f.).
Es ist sehr schwer, eine Gliederung der Gefäße durchzuführen, obwohl sie nicht alle die
gleiche Form aufweisen. Doch die meisten Situlen liegen nicht vollständig, sondern nur in
Hals-Schulter-Bruchstücken vor, somit ist aber der Gefäßkörper einer Beurteilung entzogen.
Dennoch möchten wir versuchen, auf Grund der Schulterbildung drei Gruppen herauszuar­
beiten.
1. m it absatzartiger kleiner Schulter und konischem Unterteil: kleine gerundete, absatzar­
tige Schulter m it m ehr oder weniger zylindrischem Hals m it Mundsaumrand bzw. leicht
ausladendem Mundsaum (Tumulus 89). Die Schulter stellt nur die Überleitung zum Hals dar
und ist in diesem Sinne gar nicht so sehr eigenes tektonisches Bauelem ent Diese Art des
Aufbaues läßt vielleicht eine straffere Gestaltung erkennen, Nur ein Gefäß ist ganz erhalten:
ebene, gut abgesetzte Standfläche (bzw. besitzt dieses Gefäß eine hochkonkave Bodendelle),
schwach konischer Unterteil. Hierher sind die Situlen aus den Tumuli 4 (17.055 - Taf. 2/2), 14
(17.076 - Taf. 6/1 - leitet zuT yp 2 über), 2t (35.446 - Taf. 10/6, 35.523 Taf. 12/3), 65 (17.146 -
Taf. 60/1) und 89 (35.510 - Taf. 67/4) zu stellen. Dürften zu Deckeln m it Deckelknopf gehören.
2. m it steiler hängender Schulter und steilkonischem Unterteil: steile, gut abgesetzte, breite
Schulter m it kurzem, trichterförm ig ausladendem Hals m it Mundsaumrand. Bei einem Gefäß
ist auch der Unterteil erhalten: ebene, gut abgesetzte Standfläche, steilkonischer, schwach
geschwungener Gefäßkörper, der gegen die Schulter zu bauchiger wird. Die Außenseite ist
bräunlich-rötlich bis braungrau. Der Tön weist teils gröbere Sternchen als Magerung auf.
Kommen zusam m en.m itDeckeln des Typs 2a.von. .. . .
a) m it kannelierter Schulter: in diese Gruppe gehören die Gefäße aus den Tumuli 21 (35.444
-T af. 11/5,35.529-r-Taf. 13/2) und 147 (= 149/1891) (35.530-T af. 87/3); jenes aus dem Tumulus 89
(35.526 - Taf. 68/5) wäre auch hier anzuschließen, obwohl keine Schulterkahnelierung vorliegt
b) m it unverzierter Schulter: hier sind die Situlen aus den Tumuli 29 (35.527 - Taf. 37/4), 34
(17.098 - Taf.. 43/1) und 147 (= 149/1891) (35.524 - Taf. 92/3) zu nennen; wahrscheinlich sind auch
die Mundsaumfragmente der Tumuli 50 (35.522/4 - Taf. 47/5) und 53 (17.125/2 - Taf. 52/3) hier
anzuführen.
3. m it breiter steiler Schulter und breitkonisch bauchigem Unterteil: steile, gegen den
Unterteil zu gerundete Schulter m it Halsansatz (leicht trichterförmig ausladend - vgl. Tum. 28)
und Mundsaumrand. Nur bei einem Gefäß läßt sich auch der Unterteil beurteilen: ebene, gut
abgesetzte Standfläche m it breitkorüschem, leicht eingeschwungenem Unterteil. Dazu sind die
Gefäße aus den Tumuli 27 (35.449 - Taf. 21/4) und 147 (= 149/1891) (35.448 - Taf. 86/6, 35.525 -
Taf. 86/3) zu zählen. Das Gefäß aus Tumulus 28 (35.443 - Taf. 34/4) ist auch hier einzureihen,
wenngleich es durch seine Größe als Sonderform zu gelten h a t Dieser Situlentyp scheint
gemeinsam m it der Deckelform 2b vergesellschaftet zu sein.

39
Als Verzierungstechniken kommen Kannelierung, Kerbung und plastische Verzierung
(Tonknöpfe) (bei Gruppe 2), sowie schwarzer Überzug (Teer), wahrscheinlich m it einem Pinsel
auffeetragen, yqn
Verzierungsmotive: bei einem Gefäß eine hängende Girlande (21/35.444 - Taf. 11/5) bzw.
Zeigt sonst der schwarze Überzug bei den anderen Gefäßen eine gewisse Regelmäßigkeit in der
Strichfuhrung.
Situlendeekel”)
Der Deckel ist flach bis steil konisch bzw. kegelstumpfartig und besitzt eineH andhabe in
Gestalt eines Henkels oder Knopfes. Die Außenseite ist bräunlich. Der Ton ist teilweise auch
mit gröberen Sternchen gemagert.
In der Kegel kommen Deckel und Situla gemeinsam vor. Selten nur wird jedes für sich
allein angetroffen (vgl. auch DOB1AT 1980,104 ff., 105/Abb. 14).
Wir können der Form nach zwei größere Gruppen unterscheiden, solche m it Deckelknopf
und solche m it Bandhenkel.
1. m it Deckelknopf: flach konischer Deckel, der an seiner Spitze in einen durch eine
Griffplatte abgeschlossenen Tonstiel mündet - einen Knopf bildend. Diese Art findet sich in
den Tumuli 4 (17.062 - Taf. 2/1) und 21 (35.447 - Taf. 10/3, 35.453 - Taf. 12/5). Sie kommt
anscheinend gemeinsam m it dem Situlentyp 1 vor.
Der Deckel aus Tumulus 4 mag als Sonderform bezeichnet werden. E r ist eher glockenför­
mig gestaltet und besaß wahrscheinlich eine Tierfigur als Knopf. Diese ist nur mehr in ihrem
Ansatz erhalten, so daß man keine zoologische Zuordnung treffen kann.
An Verzierungstechniken tritt nur der schwarze Überzug auf.
Die Verzierungsmotive stellen m it einer Ausnahme (Ritzverzierung) nur die Pinselstriche
dar.
2. m it Bandhenkel: flach konischer Deckel, dessen abgeplattete Spitze von einem Band­
henkel überspannt wird. Es lassen sich dabei aber vielleicht drei Untergruppen herausarbeiten.
a) der Bandhenkel überspannt einen offenen Kegelstumpf: hierher sind die Deckel aus den
Tumuli 21 (35.445 - Taf. 11/4, 35.531 - Taf. 13/1) und 147 (= 149/1891) (35.451 - Taf. 86/1,35.452 -
Taf. 92/4) zu stellen. Diese Deckelform ist vorwiegend mit den Situlen des Typs 2 vergesell­
schaftet.
An Verzierungstechniken scheint nur plastische Verzierung in Form von Fingernagelein­
drücken auf.
Die Verzicrungsmotive bilden in Dreiecksform angeordnete Fingemageleindrücke.
b) der Bandhenkel überspannt den oben abgeplatteten Kegelstumpf: es gehören zu dieser
Gruppe die Funde aus den Tumuli 28 (35.450 - Taf. 34/2 - eine überdim ensionierte Form) und
wahrscheinlich 148 (35.534 -T a f. 77/5) sowie 147 (= 149/1891) (35.535 - Taf. 91/1, 35.536 - Taf.
88/1). In den beiden letztgenannten Tumuli sind die Deckel leider nur fragmentarisch erhalten,
doch glauben wir, sie wegen ihres Musters hier einreihen zu dürfen. Mit ihnen scheint der
Situlentyp 3 kombiniert zu sein.
An Verzierungstechniken lassen sich der schwarze Überzug und Ritzverzierung nach-
weisen.
Die Verzierungsmotive sind Dreiecksmuster, Einstich- und Fingertupfenreihen.
c) der Band- oder Stabhenkel überspannt die abgerundete Spitze eines eher konisch
kalottenförmigen Deckels: die Formen aus den Tumuli 29 (35.532 - Taf. 37/1), 53 (17.123 -
Taf. 53/5 - m it zylindrischem Band, 17.125 - Taf. 53/1) und wahrscheinlich 89 (35.633 - Taf. 65/2)
sind hiebei anzuführen.
Der Deckel aus Tumulus 29 ist wegen seiner steilkonischen Form und geringen Größe als
Sonderform herauszustellen.
An Verzierungstechniken ist je einmal Graphitierung und Kannelierung nachgewiesen.
Als Verzierungsmotive scheinen ineinandergestellte Winkel auf.
Fußschale")
Ein mehr oder weniger konischer, hohler Fuß bzw. bei kleinen Fußschalen auch eine Art
Standring m it einem Schalenkörper, dessen Mundsaum mehr oder weniger eingezogen ist, der
aber auch kelchartig ausladend Vorkommen kann. Die Außenseite ist hell- bis dunkelbräun­
lich, teils fast schwärzlich (vgl. DOB1AT 1980, 88 ff., bes. 89 f.).

40
Es fällt auf, daß Fußschalen, wie bei einem Geschirrsatz, paarweise Vorkommen (vgl. die
Tumuli 27 - Taf. 21/2,3, Taf. 23/3, 5, Taf. 24/1,2; 34 - Taf. 43/7, 9; 89 - Taf. 66/2,4 und 147 (= 149/
1891)-T af. 79/1,2).

Der Fußbildung wegen glauben wir vier bzw. fünf Formen unterscheiden zu können. Eine
weitere ergibt sich aus der Art der Mundsaumbildung. Die Schale aus Tumulus 27 (35.549 -
Taf. 22/3) ist wohl auch als Fußschale anzusprechen, obwohl ein zugehöriger Fuß fehlt;
möglicherweise gilt dasselbe für die Schale aus Tumulus 4 (17.059 - Taf. 3/3). Ein kehlig
ausschwingehdes Fußfragment liegt auch noch aus Tumulus 89 (35.511/1 - Taf. 65/3) vor.
1. hoher, steilkonischer Fuß m it a) relativ breitem, kantigem oder b) schmalem, kegelförmi­
gem Fußansatz am Schalenboden: zu a) gehören die Funde aus den Tumuli 27 (35.540 - Taf.
24/1, 35.542 -Taf. 24/2) und 89 (35.458 - Taf. 66/4, 35.459 - Taf. 66/2, 35.5?2a - Taf. 66/3, m it
Kannelur - 35.510/2 - Taf. 67/5) sowie aus der ESTE-Sammlung (mit Kannelur - 29.180 - Taf.
96/6), während zu b) die Fußschalen aus den Tumuli 27 (35.545 - Taf. 19/4,35.550 - Taf. 19/3) und
34 (17.087 - Taf. 45/3) zu zählen sind; wahrscheinlich auch noch jene aus dem Tumulus 27
(35.549 - Taf. 22/3) und der ESTE-Sammlung (29.174 - Taf. 96/1).
Als Verzierungstechniken sind Sterhpeftmg, Ritzv'eraefühg ühifK arin^eruhg ähzüführen.'
Zwei Fußschalen zeigen auch eine rahmenartige, viermalige Durchbrechung des Fußteiles.
Die Verzierungsmotive setzen sich aus waagrechter und zickzack geführter Kannelur, aus
Dreiecksmustern und S-Stempelreihen (auch Wellenlinien) zusammen.
2. flach-konischer Fuß mit Tonstiel, an dem die Schale ansetzt; dadurch annähernd
sanduhrförmiger Umriß: die Objekte aus den Tumuli 27 (35.473 - Taf. 18/1), 28 (35.574a - Taf.
34/1) und 147 (= 149/1891) (35.460 - Taf. 79/1,35.461 - Taf. 79/2 - Übergang zu Typ 3) sind hier
einzureihen.
Die Fußschale aus dem Tumulus 27 m it dem sich in drei Aste spaltenden Tonstiel, wodurch
jeder einzelne Stiel zum Schalenträger wird, ist eine Sonderform.
An Verzierungstechniken sind Kannelierung, Stempelung und Ritzung zu erwähnen.
Die Verzierungsmotive setzen sich aus Dreiecks- und Würfelaugenmusterri zusammen.
3. kleiner, flach- bis steilkonischer Fuß mit relativ breitem, kantigem bzw. schmalem,
kegelförmigem Fußansatz im Innern: hierher zu stellen sind die Fußschalen aus den Tumuli 4
(17.061 - Taf. 3/8), 14 (17.073 - Taf. 5/2), 27 (35.539/1,2 -T af. 21/3,2), 34 (17.088 - Taf. 45/2,17.091 -
Taf. 45/1), 59 (17.139 - Taf. 59/4), 144 (17.183 - Taf. 74/3, 17.184 - Taf. 74/2) und 148 (35.541 -
Taf. 77/2), sowie aus der ESTE-Sammlung (29.186 - Taf. 97/5, 29.187 - Taf. 97/6, 29.188 - Taf.
98/1, 29.191 - Taf. 98/2, 29.190 - Taf. 98/4, 29.197 - Taf. 99/6).
An Verzierungstechniken kommen Kannelierung, Ritzverzierung und Stempelung vor.
Die Verzierungsmotive sind Dreiecks-, Zickzack-, Würfelaugen- und Rhombenmuster.
4. standringartiger Fuß m it schmalem, kegelförmigem Fußänsatz: es gehören nur drei
kleine Fußschälchen in diese Gruppe, die alle aus Tumulus 34 (17.089 - Taf. 45/7, 17,090 -
Taf. 45/9, 17.092 - Taf. 45/5) stammen. Vielleicht ist auch das flache Fußschälchen aus der
ESTE-Sammlung (Tum. IV/29.177 - Taf. 96/5) hier einzureihen, obwohl der Fuß innen sehr
hochgezogen und dadurch der Schalenkörper nur sehr flach gebildet is t
An Verzierungstechniken scheint nur Kannelierung und Kerbung auf.
An Verzierungsmotiven kommen schräge Kannelierung und Kerbung des Mundsaums
sowie des Fußrandes vor.
5. profilierter Fuß: schmaler kegelförmiger Fußansatz im Innern, im unteren Drittel ein
stark herausgedrückter Wulst, breitkonischer Fußrand. Diese Form ist nur einmal als Fuß
erhalten, der Schalenkörper fehlt (27/35.573a - Taf. 23/2).
6. kelchartige Fußschale: hoher steilkonischer oder leicht ausschwingender Fuß m it relativ
schmalem, kantigem oder leicht kegelförmigem Fußansatz am Schalenboden, breit flach­
kalottenförmiger bis eher kugeliger Schalenkörper m it betontem Umbruch und zum Teil stark
ausladendem Mundsaum, der dann auch Verzierungsträger ist. Auch Schalenkörper und
Fußansatz können auf der Außenseite verziert sein. Dazu gehören die Fußschalen aus der
ESTE-Sammlung (Tum. UE/29.179 - Taf. 96/7; 29.184 - Taf. 97/2), sowie aus dem Tumulus 89
(35.557 - Taf. 68/2).
An Verzierungstechniken sind Stempelung und Kannelierung nachgewiesen.
Als Verzierungsmotive kommen Spiral- und Dreiecksmust«: sowie zickzack geführte und
waagrechte Kannelierung vor.

41
Kalenderbergfuß s ch ale41)
Diese Fußschalen zeichnen sich vor allem durch ihre Verzierungsweise und Größe aus. Am
Kalenderberg bei Mödling wurden Henkeltöpfe mit plastischer Verzierung gefunden, so daß
man diesen Fundort für die Namensgebung jener Verzierungsart heranzog. ln der Literatur
bezeichnet man dieses Gefäß daher auch als Kalenderberghenkeltopf (KYRLE 1912). Wir
schlagen in Anlehnung daran für die großen Fußschalen mit plastischer Innenverzierung den
Namen Kalenderbergfußschale vor. Diese setzen sich aus einem mehr oder weniger konischen,
hohlen Fuß und einem konisch ausladenden Schalenkörper mit Mundsaumbildung zusam­
men. An der Außenseite der Schale können noch zwei oder vier gegenständig angeordnete,
zwei- bis dreizipfelige Lappen angebracht sein.
Die Kalenderbergfußschalen kommen auch paarweise in Gräbern, oft gemeinsam mit
Henkeltopf und Mondidol, vor.
Als Sonderbildungen bzw. als Besonderheiten sehen wir jene Fußschalen an, die plastische
Aufsätze in Form von kleinsten Fußschälchen und Vögelchen besitzen bzw. die auf ihrer
Innenfläche plastische Mondidole tragen. Am Burgstall sind insgesamt zwei solche Gefäße, alle
im Tumulus 27 (35.454 - Taf. 26, 35.455 - Taf. 27), gefunden worden.
Eine Unterteilung dieser Type ist schwer durchführbar, da viele Gefäße nur in Mundsaum­
bruchstücken vorliegen. Durch die Verschiedenheit der Mundsaumbildung aber scheinen sich
zwei Gruppen abzuzeichnen.
1. Kalenderbergfuß schale m it Mundsaumrand: der konische Schalenkörper besitzt keinen
eigens ausgebildeten Mundsaum, sondern nur eine einfache Bandbildung. Folgende Tumuli
ergaben diesen Typ: Tumulus 53 (17.124 - Taf. 52/4), X (35.538 - Taf. 93/6) und 2/Warischberg
(17.212-T af. 106).
2. KalenderbergfUßschale m it Mundsaum: der Schalenkörper weist einen mehr oder
minder stark ausladenden, auf seiner Innenfläche verzierten Mundsaum auf. In den Tumuli 14
(17.071 - Taf. 7/5,17.072 - Taf. 8/5), 21 (35.537 - Taf. 14/2), 27 (35:454 - Taf. 26, 35. 455 - Taf. 27),
2/Warischberg (17.211 - Taf. 105) und in der Inv. Nr. 35.456 (Taf. 94) sind diese Fußschalen
nachgewiesen.
An Verzierungstechniken liegen Ritzung und plastische Verzierung vor.
Als Verzierungsmotive erscheinen hängende Winkel und Girlanden auf der Schaleninnen­
fläche, Dreiecke und Zickzackbänder am Mundsaum, Einstichreihen am Fuß.
Henkelsclmle“)
Kleine Standfläche in Form einer Omphalosbildung, breit bauchig» Unterteil, m ehr oder
weniger scharfer Hals-Bauch-Umbruch und ein mehr oder weniger konisch zulaufender Hals
mit Mundsaumrand. Ein kleiner Bandhenkel führt vom Umbruch zum Mundsaumrand. An
dieser Stelle ist der Hals oft eingezogen, so daß die Umrißform des Halsrandes eher oval als
rund erscheint. Daneben gibt es auch Formen, die schärfer profiliert sind (profilierte Henkel­
schalen). Sie weisen zwischen Bauch und Hals noch eine Schulterbildung auf. Die Außenseite
ist gelblich-rötlich bis bräunlich-schwarz (vgl, DOBIAT1980, 79 ff.).
Die Henkelschalen treten in den Gräbern recht häufig, auch paarweise wie bei einem
Geschirrsatz, auf (vgl. Tum. 27 - Taf. 23/3,5; 34 - Taf. 43/2,4,5; 59 - Taf. 59/5,6; 147 (= 149/1891)-
Taf.92/2,6).
Wir glauben an Hand unseres Fundmaterials fünf Formen ausscheiden zu können.
1. Grundtyp ohne Verzierung: eine Delle als Standfläche, flach gerundeter Unterteil,
gerundeter Umbruch, der in den leicht konisch zulaufenden Hals übergeht und ein zwei- bis
dreifach kannelierter Bandhenkel, der aber auch nur am Rand gewulstet sein kann. Die
Außenseite ist in der Regel bräunlich, kann aber auch schwärzlich sein. Aus den Tumuli 4
(17.064/1 - Taf. 3/2), 28 (35.468 - Taf. 32/1), 50 (35.567/1,2 - Taf. 48/1, 47/1), 59 (17.136 - Taf. 54/1,
17.134/2 - Taf. 54/2), 139 (17.173 - Taf. 72/1), 144 (17.185 - Taf. 74/5) und in der Inv. Nr. 35.470
(Taf. 95/1), sowie in der ESTE-Sammlung (29.189 - Taf. 97/4) sind solche Henkelschalen
nachgewiesen.
Als Sonderform ist vielleicht die Henkelschale aus dem Tumulus 139 anzusprechen, da ihre
Form etwas abweichend gestaltet is t Die Delle ist spitzkegelig gegen die Innenseite zu
verdickt, der Umbruch schärfer, gestaltet, der Hals konischer und der Bandhenkel englichtig
über den Mundsaumrand hochgezogen.

42
2. m it Graphitmalerei und Omphalosbildung: eine, seltener drei Dellen bilden die Standflä­
che, flach gerundeter, leicht bauchiger Unterteil, gerundeter oder scharfer Umbruch, zylindri­
scher bis leicht konischer Hals, Mundsaumrand. Ein glatter oder kannelierter, kleiner
Bandhenkel-führt vom Umbruch bis zum Mundsaumrand. Solche Gefäße sind uns aus den
Tumuli 21 (35.469 - Taf. 11/1, 35.547 - Taf. 12/4, 35.547/4 - Taf. 14/1), 27 (35.471 - Taf. 18/3), 29
(35.573-Taf. 36/1), 34 (17.093 -T af. 46/8), 50 (35.568-Taf. 48/2), 52 (17.112-Taf. 50/2), 89 (35.569-
Taf. 69/4, 35.570 - Taf. 68/3 - graphitiert), 148 (35.574 - Taf. 76/6), 147 (= 149/1891) (35.536/4 -
Taf. 86/5, 35.571/1,2 - Taf. 92/2,6, 35.572 - Taf. 86/2), X (35.576 - Taf. 93/2) und 2/Warischberg
(17.214 - Taf. 107/3) erhalten. Bei dieser Gruppe lassen sich aber noch Unterschiede hinsichtlich
der Tonfarbe feststellen. Darnach können wir folgende Unterteilungen vornehmen:
a) rötliche Oberfläche (vgl. Taf. 109/5,110/4,7,111/3): nachgewiesen im Tumulus 27 (35.471 -
Taf. 18/3); ein graphitiertes Zickzackmuster, dem alternierend stehende und hängende, rot
bemalte Dreiecke eingezeichnet sind, verziert die rötlichgelbe Außenseite, während die
Innenfläche und der Henkel vollkommen graphitiert sind. Tumulus 52 (17.112 - Taf. 50/2)
besitzt eine rötlichbraune Oberfläche, eine Graphitdreiecksverzierung am Hals und eine
Graphitierung der Unterseite und des Henkels sowie ein Graphitkreuz lim Innern. Die
Henkelschale aus Tumülus 147 (= 149/1891) (35.536/4 - Täf. 86/5) läßt sich wahracheinlich
ähnlich wie jene aus Tumulus 27 (35.471 - Taf. 18/3) rekonstruieren. Hier anzuschließen sind
auch die Fragmente aus Tumulus X (35.576 - Taf. 93/2).
b) bräunliche (kaffeebraune) Oberfläche: eine Delle als Standfläche, glatter Bandhenkel,
der etwas oberhalb des Umbruches ansetzt; gefunden im Tumulus 21 (35.469 - Taf. 11/1) und
147 (= 149/1891) (35.571/1, 2 - Taf. 92/2,6). Der Hals ist entweder ganz graphitiert oder hat
zwischen einem Linienband ein Zickzackmuster eingeschrieben. Der Henkel ist graphitiert.
Die Innenfläche kann ein Graphitkreuz aufweisen, das mit seinen Armen bis zum Mundsaum-
ran d reich t
c) dunkle, schwärzliche Oberfläche: eine oder drei Dellen als Standfläche, Henkel glatt oder
kanneliert; erhalten in den Tumuli 21 (35.547 - Taf. 12/4), 29 (Taf. 36/1), 34 (Taf. 46/8), 50 (Taf.
48/2), 89 (Taf. 69/4), 148 (Taf. 76/6), 147 (= 149/1891) (35.572 - Taf. 86/2) und 2/Warischberg
(Taf. 17.214 - Taf. 107/3). Bei der Verzierung scheint entweder das Zickzackband auf, einmal
auch doppelt geführt, oder der Hals ist vollkommen graphitiert, einmal auch der Bauch (89/
35.570 - Taf. 68/3). Die Innenseite kann durch ein Graphitkreuz verziert sein, während ein
Vierwirbel (148/35.574 - Taf. 76/6) oder ein sechsstrahliger Stern (2/Warischberg/l 7:214 - Taf.
107/3) nur selten Vorkommen (diese beiden letzten Muster sind nur fragmentarisch erhalten).
Durch Sonderbildung des Omphalos muß die Henkelschale aus Tumulus 147 (= 149/1891)
(Taf. 86/2) hervorgehoben werden, die auf der Innenseite, rund um die Delle an geordnet, acht
Tonknöpfe besitzt.
Die Henkelschale aus Tumulus 52 (17.112 - Taf. 50/2) tritt uns deshalb als Sonderform
entgegen, da hier der Unterteil fast waagrecht gebildet und vom Hals durch einen scharfen
Umbruch abgesetzt ist. Die Außenseite ist eher rötlichbraun. Die Graphitverzierüng besteht
aus einem stehenden Dreiecksmuster auf der Außenseite, während die Innenfläche durch ein
Graphitkreuz betont erscheint.
3. m it Ritzverzierung und Omphalosbildung: die Standfläche zeigt eine DeUenbildung (nur
einmal nachgewiesen), konisch gerundeter Unterteil, gerundeter Bauchumbruch, konischer
bzw. gegen den Muhdsaumrand zu leicht kehliger Hals, glatter Bandhenkel. Die Außenseite ist
hell-bräunlich bis rötlich-grau. Diese Henkelschalen sind nur im Tumulus 139 (17.171 - Taf.
73/1,17.172 - Taf. 73/2) gefunden worden.
Als Verzierungen kommen ein eingeritztes Zickzackband bzw. schräge Einschnitte am
Mundsaumrand vor.
4. m it Tonknöpfen am Umbruch und Omphalosbildung: ein bis drei Dellen als Standfläche,
bauchiger bis kalottenförmiger Unterteil, zylindrischer bis leicht konisch zulaufender Hals,
Mundsaumrand. Der Umbruch erscheint durch Tonknöpfe betont, die entweder ganz umlau­
fen oder beim Henkelansatz aussetzen. Ein kannelierter oder einmal auch ein glatter Bandhen­
kel führt vom Umbruch zum Mundsaumrand. Die Außenseite ist rötlich-braun. In den
Tumuli 21 (35.563-T af. 11/3), 27 (35.565-Taf. 18/2),34(17.094-T af. 43/2,17.099/1,2-T af. 43/4,5),
59 (17.140/1,2 - Taf. 59/5,6), 147 (= 149/1891) (35.467 - Taf. 79/3), sowie in der ESTE-Sammlung
(29.185 - Taf. 97/3) und 2/Warischberg (17.213 - Taf. 107/4) sind diese Henkelschalen nachge­
wiesen.
An Verzierungstechniken ist nur einige wenige Male Graphitierung nachgewiesen.
Die Verzierungsmotive beschränken sich auf Zickzackmuster und auf der Innenseite

43
wahrscheinlich auf halbkreisförmige Bogen, die viermal angeordnet, einen doppelten Kreuz­
balken ergeben (nür einmal nachgewiesen im Tum. 59 - Taf. 59/5,6). .
5. m it profiliertem Hals und Kannelurverzierung: unter Schalen m it profiliertem Hals
verstehen wir jene, die eine Schulterbildung zeigen. Es schiebt sich somit noch ein tektoni­
sches Element zwischen Bauch- und Halsteil, eben die Schulter, ein. Bei allen gefundenen
Henkelschalen dieses Typs fehlt leider die Standfläche und der Unterteil, der wahrscheinlich
aber konisch bauchig gestaltet war. Erhalten sind nur die gerundete Schulter, der Hals-
Schulter-Absatz und ein zylindrischer, leicht gekehlter Hals m it Mundsaunirand. Ein glatter
oder zweifach kannelierter Bandhenkel führt von unterhalb des Hals-Schulter-Absatzes bis
zum Mundsaumrand. In diese Gruppe gehören die Funde aus den Tumuli 27 (35.566 -T af. 23/5,
35.575 - Taf. 23/3), 53 (17.119 - Taf. 53/4 - Sonderform), 59 (17.137 - Taf. 55/1) und 71 (17.150/1,2 -
Taf. 62/6,7). .
Die beiden Henkelschalen aus Tumulus 27 sind ausgesprochene Kleinformen - wären als
Henkelschälchen zu bezeichnen -, während jene aus Tumulus 71 überdurchschnittliche
Dimensionen aufweisen.
An Verzierungstechniken kommt ausschließlich die Kannelur vor.
Als Verzierungsmotive kommen schräge Kanneliening der Oberfläche bzw. Dreiecke mit
alternierender Schrägfüllung vor.

Nicht ganz dieser Gruppe zugehörig - eine Art Sonderform - ist die Henkelschale (?) aus
Tumulus 53 (17.119 - Taf. 53/4), da sie viel schärfer profiliert erscheint als die übrigen. Die
Standfläche wird durch eine Delle gebildet, der Unterteil ist fast waagrecht und weist einen
scharfkantigen Umbruch gegen die Schulter auf, die selbst gerundet und gut gegen den Hals
abgesetzt ist; der Henkel feh lt Die ganze Außenseite vom Hals bis zum Bauch-Schulter-
Umbruch ist graphitiert, während die Innenseite wahrscheinlich ein Graphitkreuz aufweist.

Große Henkelschale“)
Kennzeichnend für diesen Gefaßtyp ist seine Größe und sein Aufbau in niedrig-breitge­
drückter Form. Relativ kleine, ebene, gut abgesetzte Standfläche, konisch bauchiger Unterteil
mit Umbruch zu einem mehr oder weniger konisch zulaufenden Gefäßoberteil, der verschie­
den gestaltet sein kann, wodurch wir drei Formen zu unterscheiden vermögen. Ein breiter
Bandhenkel führt vom Gefäßoberteil zum Mundsaumrand.
1. Grundtyp: ihm sind die zwei wesentlichen Aufbauelemente, Bauch und Hals, eigen.
Relativ kleine Standfläche (einmal auch als Omphalos erhalten), konisch aufsteigender
Unterteil, Hals-Bauch-Umbruch, konisch zulaufender Hals* Mundsaumrand. Der Bandhenkel
setzt beim Hals-Bauch-Umbruch bzw. am Hals an und führt zum Mundsaumrand. Es sind dazu
die Gefäße aus den Tumuli 34 (17.084 - Taf. 44/1) und 59 (17.133 - Taf. 57/1,17.134 - Taf. 58/5) zu
zählen.
An Verzierungstechniken lassen sich Ritzung, Kerbung und plastische Verzierung in Form
von Tonknöpfen nachweisen.
Die Verzierungsmotive bilden Rhomben, Zickzackbänder und Dreiecke.
2. m it abgesetztem Hals: die tektonischen Aufbauelemente umfassen Bauch, Schulter und
Hals, wobei Schulter und Hals noch verschieden gestaltet sein können.
a) m ehr oder weniger zylindrischer bis konisch«: Hals (Kragenhals) und fast waagrecht
ausladende Schulter: der Bandhenkel führt von der Schulter zum Mundsaumrand. Hierherzu­
stellen sind die Gefäße aus den Tumuli 14 (17.070 - Taf. 6/4), 34 (17.085 - Taf. 43/6 - Sonderform)
und 147 (= 149/1891) (35.434 - Taf. 83,35.435 - Taf. 84). Die Außenseite ist bräunlich öder auch
schwärzlich.
Eine Sonderform stellt das Gefäß aus Tumulus 34 mit nur kurzem Hals und kleiner
gerundeter Schulter dar.
Als eine Sonderbildung ist die Standfläche der beiden großen Henkelschalen aus dem
Tumulus 147 (= 149/1891) anzusehen, die einen großen Omphalos aufweist.
An Verzierungstechniken sind Kannelierung und Rädchenstempelung erwiesen.
Die Verzierungsmotive setzen sich aus alternierenden Dreiecken, Tannenzweigmustem
und mäandroiden Formen zusammen.
b) m ehr oder weniger leicht gekehlter Hals und gerundete, kleine Schulter: der Bandhenkel
führt vom Hals-Schulter-Umbruch zum Mundsaumrand. In diese Gruppe gehören die Gefäße

44
aus den .Tumuli 59 (17.132-T af. 57/2), 89 (35.502-T af. 65/5), 139 (17.169 -T af. 73/7), 144 (17.179-
Taf. 75/2, 17.182 - Taf. 75/1) und die Inv. Nr. 35.436 (Taf. 95/3). Die Außenseite Weist sowohl
bräunliche als auch schwärzliche Färbung auf.
An Verzierungstechniken sind Kannelierung, Rillung und Stempelung nachzuweisen.
Die Verzierungsmotive bilden spiraloide Muster und senkrechte Kannelierung.
c) leicht konisch zulaufender Hals, die Schulter geht in den Bauch über und ist nicht m ehr
deutlich abgesetzt: nur ein schwacher Absatz betont den Hals-Schulter-Umbruch, der Band­
henkel führt vom Hals-Schulter-Umbruch zum Mundsaumrand. Dieser Typ ist nachgewiesen
in den Tumuli 27 (35.498 - Taf. 24/3), 89 (35.502 - Taf. 65/5) und 2/Warischberg (17.209 - Taf. 103,
17.210-T af. 104).
Dieser Gefäßtyp leitet dann in seiner Tendenz schon zur ersten Gruppe über.
An Verzierungstechniken wendete man Kannelierung, Stempelung und Ritzung an.
Die Verzierungsmotive setzen sich aus senkrechter Kannelur, Dreiecksmustem, Rhomben
und Zickzackbändem zusammen. 1
3. m it Kegelhals*4): das ganze Gefäß, vor allem aber der Hals ist hier in Parallele zu den
Kegelhalsgefäßen gestaltet. Breit konisch aufsteigender Bauch, gerundete Schulter, Hals-
Schulter-Umbruch, konisch zulaufender Hals, kleiner, leiohttechterförm ig-ausladender
Mundsaum. Ein breiter, leicht konkaver Bandhenkel führt vom Hals-Schulter-Umbruch zum
Mundsaum. Die Außenseite ist schwarz bzw. einmal, bei einem imverzierten Gefäß, auch
braun. Dieser Typ ist uns in den Tumuli 14 (17.069 - Taf. 4/3), 71 (17.149 - Taf. 61/2) und 147
(= 149/1891) (35.431 - Taf. 80, 35.432 - Taf. 81, 35.433 - Taf. 82) erhalten.
An Verzierungstechniken liegen Kannelierung, Ritzverzierung, Stempelung und rote
Bemalung vor (Vgl. Taf. 111/1).
Die Verzierungsmotive umfassen Dreiecks- und Zickzackmuster.
Große Schale
-Leider nur fragmentarisch aus dem Tumulus 59 (17.135 - Taf. 54/4) erhalten. Sie besteht aus
einem konischen Unterteil, Standfläche fehlt, der mit einem gerundeten Umbruch in den
konisch-bauchig einziehenden Oberteil mit Mundsaumrand übergeht.
. Als Verzierungstechniken kommen Ritzung und Mundsaumkerbung vor.
Als Verzierungsmotiv scheint ein Dreiecksmuster auf.
Große Schale m it Kegelhals und Fuß
In Anlehnung an die Große Henkelschale mit Kegelhals so benannt (29/35.503 - Taf. 40/5).
Das Gefäß ist leider nur fragmentarisch erhalten, vermutlich gehört der Fuß dazu, jedenfalls
trügt er dieselbe Inventamummer. Konischer Hals m it leicht ausladendem Mundsaum,
schwach gerundeter Schulter und kleinem standringartigem Fuß.
Das Gefäß weist an Verzierungstechniken Rotmalerei und Kannelierung auf (vgL Taf.
109/9).
Als Verzierungsmotive kommen in einem Art Zickzackmuster Winkel abwechselnd m it
Dreiecken m it Hakenenden, sowie alternierende Dreiecke vor.
Kalenderberghenkeltopf“)
. Als charakteristisch für diesen Typ sind der Henkel und die plastische Verzierung
anzusprechen, daher auch die Ansprache nach der namengebenden Fundstelle**). Kleine,
ebene Standfläche, konisch bauchiger Unterteil, gut abgesetzter, meist durch eine Verzierungs­
leiste hervorgehobener Hals-Schulter-Umbruch, konischer oder gekehlter Hals m it kleinem,
ausladendem Mundsaum. Ein breiter Bandhenkel spannt sich vom Halsansatz zum Mund­
saum, nur einmal reicht er vom Hals gegen den Bauch.

Wir können zwei Gruppen unterscheiden, die sich aber nicht so sehr formenmäßig als nach
ihrer Ausgestaltung differenzieren lassen.
1. Kalenderberghenkeltopf: diese Type entspricht der oben angegebenen Beschreibung.
Aus den Tumuli 14 (17.075 - Taf. 5/4), 27 (35.517 - Taf. 23/4, 35.517/2 - Taf. 23/6, 35.518/2 - Taf.
23/1), 28 (35.441 - Taf. 30/1, 80.461 - Taf. 35/3), 29 (35.521 - Taf. 39/3), 34 (17.086/1 - Taf. 41/2), 50
(35.481/6 - Taf. 48/4), 53 (17.116 - Taf. 52/2), 71 (17.152 - Taf. 62/1 - sehr klein), 148. (80.470/1, 2 -
Taf. 78/1, 2) und X (35.519 - Ta£ 93/1), sowie aus der ESTE-Sammlung (Tum. EI(?)/29.196 - Taf.
98/5) liegen Belegstücke dafür vor.

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Eine Formvariante dürfte in den Gefäßen aus Tumulus 28 (80.461 - Taf. 35/3) und 148
(80.470/1 - Taf. 78/1, 80.470/2 - Taf. 78/2) vorliegen. Es handelt sich eher tun breitbauchige,
gedrückte Henkeltöpfe, einmal um eine mehr kugelige Form, die m it Reihen von Fingemagel-
eindrücken bzw. von viermal umlaufend angeordneten Knubben (die vierte ist der Henkel)
verziert sind.
Das Gefäß aus dem Tumulus 29 (Taf. 39/3) ist wohl nur bedingt hierherzustellen, denn es
liegt nur in Bruchstücken vor und kann daher in seinem Typ nicht zweifelsfrei angesprochen
werden. Eine ebensolche Mundsauminnenkantung weisen die Fragmente aus Tumulus 27
(35.517/2,35.518/2 - Taf. 23/6,1) auf. Außerdem sind spiraloide M uster sonst auf diesen Gefäßen
nicht anzutreffen. Ebenso fraglich ist die Zugehörigkeit bei jenen aus Tumulus 34 (Taf. 41/2)
und Tumulus 50 (Taf. 48/4), die sich beide in der Form sehr gleichen.
An Verzierungstechniken sind Kannelierung, plastische Verzierung und Einschnitte -
Ritzung - nachweisbar.
Die Verzierungsmotive setzen sich aus Dreiecken, teils alternierend angeordnet, konzentri­
schen Kreisen und Halbkreisen, spiraloiden Mustern und Einstichreihen zusammen.
■■■ 2. Kalenderbergzwillingsgefäß47): es handelt sich um dieselbe Form wie beim Kalender­
berghenkeltopf, nur daß hier zwei Gefäße zu einem.zusammengeschlossen sind. Die Verbin­
dung wird meist durch einen breiten Bandhenkel hergestellt, der seine Ansatzstellen an beiden
Gefäßen besitzt, während die Gefäße einander an der Stelle ihrer weitesten Wandung berühren.
Es sind aber keine kommunizierenden Gefäße, jeder Topf ist für sich allein gestaltet und
geformt. Aus dem Tumulus 27 (35.442 - Taf. 25/1,35.518 - Taf. 22/7) liegen Belege dafür vor.
An Verzierungstechniken scheint plastische Verzierung auf.
Die Verzierungsmotive bilden konzentrische Kreise und Halbkreise.
Kalenderbergzwillingstöpfchen
Es handelt sich hiebei um die Kleinform des Kalenderbergzwillingsgefäßes. Benannt vor
allem nach der Verzierung, die ähnlich jener der Kalenderbergware ist, und nach der Form, die
entsprechend den Kalenderberghenkeltöpfen gestaltet ist. Kleines, konisch bauchiges Gefäß
m it kleiner, ebener Standfläche, abgesetztem Hals und leicht ausladendem Mundsaum. Ein
kleiner Absatz betont den Hals-Schulter-Umbruch, während der Schulter-Bauchteil Träger der
Verzierung ist. Es dürfte sich auch hier um Zwillingsgefäße handeln, wie Bruchstellen am
Bauch erkennen lassen.
Am Burgstall ist dieser Typ insgesamt zweimal, am Warischberg einmal in Gräbern
vertreten. Nachgewiesen sind diese Töpfchen in den Tumuli 50 (35.522/1,2 - Taf. 47/2,3) und 147
(= 149/189):). (35.520/1,2 - Taf. 87/1,2), sowie im Tumulus 2/Warischberg (17.217 - Taf. 106/5, 6).
An Verzierungstechniken sind plastische Rippung, Kannelierung, Ritzung und Einstiche
erwiesen.
Die Verzierungsmotive umfassen Zickzackbänder, Winkel und hängende Halbkreise,
sowie Dreiecke und metopenartige Verzierung.
Mondidole")
Charakteristisch für sie sind Form (mondförmig) und Verzierung. Die Form besteht aus
einem mehr oder weniger quader- bis walzenförmigen Körper, der auf vier Füßen aufruht und
in zwei oder vier Hälse ausläuft, die in einem Tierkopf endigen. Die Köpfe selbst können in der
Ansicht frontal oder im Profil gehalten sein, wobei sie einander zugewandt oder entgegenge­
setzt gerichtet sein können. Die Tierarten können dabei an Hand ihrer charakteristischen
Merkmale wie Gehörn (Rind - Tum, 2/Warischberg; Widder - ESTE/Tum. HI) und Geweih (?)
(Hirsch (?) - Tum. 27) erkannt werden. Die Hälse weisen manchmal noch „Stützen“ in Form von
Rädern oder Stangen (Geweih?) auf (vielleicht besitzen sie Symbolcharakter - vgl. dazu
KOSSACK 1954a; MÜLLER-KARPE 1979)..
Die Verzierung «fo lg t in der typischen Kalenderbergart durch plastische Rippen und
Knubben, aber auch durch Ritzungen.
ln den Gräbern am Burgstall finden sich insgesamt fünf (zur Gesamtzahl vgl. BELLA u.
MÜLLER 1891,182; NAGY 1979,29 f.; PATEK 1972,213) Mondidole, doch keines gleicht dabei
dem anderen. Gefunden hat man sie in den Tumuli 14 (17.077 - Taf. 4/2 - fragmentarisch), 27
(35.455 - Taf. 27 - in der Kalenderbergfußschale stehend, 35.474 - Taf. 25/2), ESTE-Sammlung
(Tum. m /29.193-29.195 - Taf. 1Ö0/1) und 2/Warischberg (17.218 - Taf. 108).
L. NAGY (1979) hat in seiner monographischen Arbeit über die Mondidole auch jene vom

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Burgstall ausführlich behandelt (NAGY1979,29 f., Taf. XI/3-5, XV/4-6,8,10, XVH/6). Er stellt
dabei eine Typenabfolge heraus, die er chronologisch auswertet (NAGY 1979, Taf. XVIH). In
ihrem Rahmen gehören die Mondidole vöm Burgstall und auch vom Warischberg vor allem
seinem Typ D2 an (NAGY 1979,70 f.), der sich durch realistische Gestaltung der nun einander
zugewandten Tierköpfe, sowie durch eventuelle Stützleisten zwischen Hals und Rumpf
auszeichnet (NAGY 1979, Taf. XI/3-5, XV/4 - Burgstall, Taf. X I/1,2, XV/7 - Warischberg). Sie
sind jetzt m eist vier- bis sechsfüßig, es kann aber auch nur ein einziger Fuß Vorkommen (vgl.
Tumulus 54 bei NAGY 1979, Taf. XI/4). Den Abschluß und Höhepunkt der Entwicklung bildet
nach L. NAGY das vierköpfige Mondidol mit Geweih(?)stangen aus dem Tumulus 27, worin er
die Neigung seiner Hersteller zur Hypertrophierung durch M ultiplikation der einzelnen
Gestaltungselemente wie zum Beispiel der Köpfe erkennen w ill Es entspricht seinem Typ D3
und ist bisher der einzige Vertreter desselben (NAGY 1979, 71, Taf. XV/1Q).

Schale
Die Schale besteht nur aus einem Bauelement, dem Körper m it Randbildung. Eine kleine
Standfläche (eben oder als Delle gebildet), konisch bauehiger oder kakrttenförmiger Körper
m it Mundsaumrand oder eingezogenem Mundsaum. Die Außenseite weist sowohl bräunliche
als auch schwärzliche und graue Färbung auf.
Schalen als Beigabe sind fast in jedem Grab zu finden. Auch hier lassen sich paarweise
(„Geschirrsatz“) mitgegebene Schalen feststellen, obwohl sich dies bei der eher geringen
Wandlungsfähigkeit des Typs schwerer beweisen läßt (vgl DOBIAT 1980, 73 ff.).
Auf Grund der Mundsaum- und Körperbildung glauben wir drei Formen heraussteilen zu
können.
1. kalottenförmig konische Schalen mit Mundsaumrand:
a) unverziert: Standfläche (eine flache Delle oder eben bzw. nicht erhalten), kalottenförmi­
ger Körper m it Mundsaumrand bzw. m it eingezogenem Mundsaum. Hierher gehören die
Schalen aus den Tumuli 27 (35.512/1 - Taf. 20/2), 29 (35.551/2 - Taf. 39/2) und 53 (17.118 -
Taf. 53/6); vermutlich auch aus Tumulus 4 (17.059/2 - Taf. 3/1).
, b) m it Kannelurverzierung: aus dem Tumulus 29 (35.552/2 - Taf. 40/4).
2. konisch bauchige Schalen m it mehr oder weniger stark eingezogenem Mundsaum:
ebene, kleine Standfläche, konisch bauchiger Körper m it eingezogenem Mundsaum. Innerhalb
dieses Typs können Wir verzierte und unverzierte Schalen unterscheiden.
a) unverziert: in den Tumuli 4 (17.059 - Taf. 3/3,17.060 - Taf. 3/6), 14 (17.074 - Taf. 5/1), 21
(35.544 - Taf. 11/2), 27 (35.548 - Taf. 20/3), 28 (35.462 - Taf. 32/3), 29 (35.509/2 - Taf. 38/1), 52 (17.111
- Taf. 51/3), 53 (17.120 - Taf. 53/3), 89 (35.559 - Taf. 68/1 - nur Mundsaum erhalten) und 147
(= 149/1891).(35.561a - Taf. 86/4,35.571/3 - Taf. 92/1), sowie in der ESTE-Sammlung (29.192 -T af.
98/3) nachgewiesen.
Eine Schale aus Tumulus 14 besitzt ein Bodenzeichen in Form eines durch seichte Rillen
gebildeten Kreuzes.
b) mit Kannduren verziert: es lassen sich dabei verschiedene Kannelurausführungen
unterscheiden —schräge, langgezogene Kannelur (in den Tumuli 4/17.058 - Taf. 3/7; 29/35.463 -
Taf. 37/3,35.551/1 -T af. 40/3 und 89/35.558-T af. 69/6,35.560-Taf. 69/5), schräge Kannelur (breit
und schräg: Tumulus 34/17.096 - Taf. 45/6; 59/17.140/4 - Taf. 59/7; 71/17.151 - Taf. 62/4; breit,
schräg und kurz - turbanrandartig: Tumulus 59/17.140/3 - Taf. 59/8; 89/35.556 - Taf. 68/4; eng
und schräg: 27/35.546/2 - Taf. 22/4; 34/17.095 - Taf. 45/8) und mehr oder weniger senkrechte
Kannelur (in den Tumuli 89/35.554/1 - Taf. 67/2, 35.555 - Taf. 67/1 und 144/17.181 - Taf. 74/1).
Als Besonderheiten der Vemerungsmotivik sind die vier gegenständigen, kleinen Buckeln
der Schale aus Tumulus 4 (17.058 - Taf. 3/7) zu erwähnen. Eine Schale aus Tumulus 29 (35.463 -
Taf.37/3) weist eine Innenverzierung in Form eines Kreuzes auf, dessen Arme aus je drei
Kannduren bestdien, während die Mitte durch konzentrische Kreise um einen kleinen Buckel
betont erscheint.
c) m it Ritzverzierung: hiezu ist nur die Schale aus Tumulus 53 (17.122 - Taf. 53/2) zu
rechnen, die durch ein Zickzackband und Mundsaumrandkerbung verziert is t
d) m it Graphitierung: eine Delle als Standfläche, konischer Körper, eingezogener Mund­
saum. Die Graphitierung um faßt den ganzen Mundsaum, während die Innenfläche ein
Graphitmuster (nicht m ehr rekonstruierbar) aufweist. Es ist nur eine Schale bzw. eine
Kleinform dieses Typs vorhanden (Tumulus 4/17.056 - Taf. 1/2,17.063 - Taf. 1/5-Sonderform).

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Eine Sonderform stellt die Schale aus dem Tumulus 4 (17.063 - Taf. 1/5) dar. Sie ist sehr
klein, weist eine Delle und eine verzierte Innenfläche auf. Die Verzierung ist nur bruchstück­
haft erhalten. Um die kleine Delle sind konzentrische Karmeluren geführt, während die übrige
Fläche m it eingedrückten Linien und kleinen Punkten, wahrscheinlich in der Art von
hängenden, ineinander gestellten Winkeln (insgesamt viermal umlaufend angeordnet) verziert
ist.
3. flache kalottenförmig/konisch bauchige Schalen m it m ehr oder weniger konisch
eingezogenem Mundsaum, wobei der Umbruch abgesetzt erscheint: kleine, ebene Standfläche
bzw. Delle, konisch bauchiger Körper mit konisch eingezogenem Mundsaum. Wir können auch
hier wieder unverzierte und verzierte Schalen, aber auch Schälchen m it Tonknopfverzierung
unterscheiden.
a) unverziert: die Schalen aus Tumulus 21 (35.562/1 - Taf. 10/4,35.564 - Taf. 10/5), 27 (35.543 -
Taf. 18/4 - Feuereinwirkung) und 59 (17.138 - Taf. 55/2 - Feuereinwirkung), sowie aus der
ESTE-Sammlung (29.176 - Taf. 96/2) sind hier anzugeben.
b) m it Kannelurverzierung: wobei schräge Kannelur (Tumulus 21/35.466 - Taf. 10/1; 27/
35.546/1 -T af. 22/6; 28/35.465-T af. 32/2,35.553-T af. 32/4;53/17.121-T af. 52/1; ESTE 1892/29.183
- Taf. 96/4; 2/Warischberg/17.215 - Taf. 107/2,17.216 - Taf; 407/1), m ehr oder wem gersenkreehte
Kannelur (Tumulus 29/35.552/3 - Taf. 40/1,35.552/4 - Taf. 40/2) und alternierend schräg S und Z
geführte Kannelur (Tumulus 29/35.464 - Taf. 37/2, 35.552/1 - Taf. 38/1) unterschieden werden
kann. Wahrscheinlich ist auch die Schale aus der ESTE-Sammlung (Tum. 111/29.182 - Taf. 97/1)
hier anzuführen, obwohl der Mundsaum fehlt, doch besitzt auch sie eine Tonknopfverzierung
(strahlenförmig) auf der Innenseite wie jene aus dem Tumulus 21 (Taf-10/1 - kreuzförmig).
c) kleines Schälchen m it Tonknopfverzierung: kleine Delle als Standfläche, konischer
Körper, scharfer Umbruch, konisch zulaufender Mundsaum. Den Umbruch betonen kleine
Tonknöpfe, während der Gefäßunterteil durch ein dreiwirbelartiges M uster bzw. ein Kreuz aus
Tonknöpfen verziert ist. Die Innenseite weist wahrscheinlich ein Graphitkreuz bzw. einen
fänfstrahligen Stern auf. Diese Schälchen sind nur im Tumulus 89 (35,472 - Taf. 69/1,35.561/1,2
- Taf. 69/2,3) gefunden worden.
Doch muß noch eine vierte Form als Sonderbildung einer Schale hier angeschlossen
werden. Sie weist bereits zwei Bauelemente - Körper und Hals - auf und entspricht somit,
streng gefaßt, nicht der Umschreibung einer Schale.
4. profilierte Schale: wir verstehen darunter eine Schale m it Schulterbüdung (vgl. Henkel­
schale - Typ 5, S. 42). Konisch bauchiger Unterteil, schwach gerundete Schulter, leicht kehliger
Hals, Mundsaumrand. Die Standfläche feh lt Die Schulter weist ein eingeritztes Zickzackband­
m uster m it Punktfüllung der freien Dreiecksflächen auf. Es ist nur eine Schale dieses Typs
(Tumulus 4/17.057 - Taf. 1/3) erhalten.

Schüssel
Diese Bezeichnung mag vielleicht nicht ganz zutreffend sein, doch ist dieses Gefäß größer
als unsere bisher behandelten Schalen und weist nur einen konischen Körper m it Mundsaum­
rand und ebener Standfläche auf. Eine solche Schüssel ist nur ein einziges Mal im Gräberfeld
(Tumulus 28/35.457 - Taf. 30/3) nachgewiesen.
An Verzierungstechnik tritt nur plastische Verzierung auf.
Das Verzierungsmotiv besteht aus einer in der Gefäßmitte umlaufenden Fingertupfenleiste
m it vier gegenständigen Knubben.

SPINNWIRTEL
In der Regel sind sie aus bräunlichem bis schwärzlichem Ton und m it schmalen
Kanneluren und Kerben am Umbruch verziert. Wir können dabei drei Formen unterscheiden
(vgl. dazu die Typeneinteilung bei DOBIAT 1980, 107,107/Abb. 15).
1. annähernd doppelkonisch: bauchig konischer Unterteil, der die Verzierung trägt, die
teilweise aber auch am Umbruch selbst angebracht sein kann. Daran schließt der Umbruch
und der konisch zulaufende Oberteil an, der manchmal auch eigens abgesetzt wird (Halsbil­
dung). Zu dieser Gruppe sind die Funde aus den Tumuli 34 (17.102/5,6,8 - Taf. 42/3,46/3,42/5)
und 52 (17.115 - Taf. 50/1), sowie aus der ESTE-Sammlung (29.200 - Taf. 99/1,29.201 - Taf. 99/2,

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29.202 - Taf. 99/3, m it gelängtem Hals - 29.204 - Taf. 99/8) und aus der Sammlung WOLF (1.809-
Taf. 100/8 - Streng doppelkonisch) zu zählen.
2. turbanförmig: konischer Oberteil mit gut ausgeprägtem Umbruch; der konisch zulau­
fende Unterteil wölbt sich konkav gegen das Innere zu auf. Der Unterteil, aber auch der
Umbruch sind Träger der Verzierung, die aus engen Kanneluren besteht. Diese Spinnwirtel
sind in den Tumuli 27 (35.414/1, 2 - Taf. 18/7, 5) und 34 (17.102/1, 3, 4, 7 - Taf. 42/2,1, 44/6, 4),
sowie aus der ESTE-Sammlung (29.203 - Taf. 99/4) nackgewiesen.
3. konisch: konischer Körper, dessen Unterseite sich konkav aufwölbt. Diese ist an ihrer
Außenkante gekerbt. Nur durch ein Stück ist dieser Typ vertreten (Tumulus 34/17.102/2 -
Taf. 42/6).
Durch das Bestreben, den Schwerpunkt der Spindel möglichst in die Mitte zu bekommen,
wurden die Spinnwirtel m it der meist verzierten (!) „Unterseite“ nach oben aufgesteckt. Unsere
Spinnwirtel sind daher alle verkehrt orientiert (vgl. C. EIBNER 1960 b, 115 f.).

VERSCHIEDENE TONGEGENSTÄNDE
Zu diesen zählen wir Tonprismen, Tonscheiben, Tonröhren, durchlochte Tonscherben und
Tonperlen.
1. Tonprisma: vierkantig m it mehr oder weniger planen Seiten, einige sind in der
Querachse durchlocht Diese Tonprismen - 26 Stück - hatte man rund um ein Grab gestellt
(Tumulus 14/17.078 - Taf. 5/3, 6/2, 3, 7/1-4, 8/1-4, 9/1-15).
2. Tonscheibe: rund, flach, im Querschnitt leicht spitzoval, vidieicht auch als Deckel zu
deuten“); nachgewiesen im Trimulus 52 (17.114 - Taf. 51/2).
3- Tonröhre: hier haben wir zwei verschiedenartige Gegenstände vor uns, beide leider nur
fragmentarisch erhalten, so daß eine genaue Typenzuordnung unterbleiben muß.
a) kleine Tonröhre: in ihrer Längsachse durchbohrt, das vordere Ende abgerundet, das
andere ist abgebrochen; vielleicht eine Saugtülle? Dieses Stück fand sich im Tumulus 34
(17.101-T af. 46/2).
b) große Tonröhre: mit leicht konisch ausschwingenden Enden, die beidseits abgebrochen
sind. Die ganze Röhre ist m it waagrechten Kanneluren verziert. Sie stamm t aus Tumulus 89
(35.577-T af. 68/6).
4. durchloehter Tonscherben: an den Rändern ausgebrochener Scherben, exzentrisch
durchlocht; nachgewiesen im Tumulus 71 (17.154/2 - Taf. 62/8).
5. Tonperle: siehe Angaben bei Perlen (S. 51).

METALLOBJEKTE
Im Gräberfeldmaterial sind Metallgegenstände nur sehr spärlich vertreten, wie sie auch
sonst im niederösterreichisch-burgenländischen Raum nicht allzu reichlich erhalten sind. Wir
zählen zunächst die einzelnen Typen auf, die wir dann materialmäßig unterteilen (vgl. DOBIAT
1980, bes. 145 ff.).
Halsreif
Der Name Reif bezeichnet einen nicht in sich geschlossenen Halsschmuck. Alle vorliegen­
den Halsreifen sind aus Bronze massiv gefertigt, im Querschnitt rund, bis auf eine Ausnahme,
bei der wahrscheinlich ein hohler Halsschmuck vorliegt. Wir können zwei Arten unter­
scheiden.
1. glatter Halsreif mit gravierter Verzierung: es sind ein massiver und ein hohler Reif
vorhanden, doch können beide keinen Aufschluß über die Zurichtung der Enden geben, da sie
nur fragmentarisch erhalten sind. Der massive stammt aus Tumulus 27 (35.405 - Taf. 15/4), der
hohle aus Tumulus 103 (17.161 - Taf. 71/3); doch hier ist es fraglich, ob es ein Halsreif oder eine
Art Hülse ist (vgl. auch S. 51).
Das Verzierungsmotiv ist bei beiden eine Metopengliederung, die abwechselnd aus parallel
geführten Linien und einem eingravierten Tannenzweigmuster bzw. einer Zickzacklinie be­
steht.
2. geknoteter Halsreif: die beiden vorliegenden Stücke sind massiv, eines hat auch die

49
Enden erhalten. Der geknotete Körper wird durch ein glattes, unverziertes Stück abgeschlos­
sen, das am Ende breitgeklopft und eingerollt ist. Der eine Reif stamm t aus Tumulus 139
(17.174 - Taf. 73/5) und liegt nur in zwei länglichen Knoten vor, der andere aus Tumulus 148
(35.404 - Taf. 76/3) ist vollkommen erhalten. Dieser letztgenannte Halsreif ist m it 21 perlartig
abgesetzten, durch eine eingeritzte Zickzacklinie betonten Knoten verziert Zwischen den
einzelnen Knoten weist der Reif fünf bis sechs Rillen auf, die m it einem schräg gekerbten
Absatz Zu den Perlknoten überleiten.
Armschmuck
Die Armringe oder -reife sind massiv, sowohl in Bronze als auch in Eisen, ausgeführt und
relativ dünn im Querschnitt, der rund, oval oder vierkantig sein kann. Auch hier lassen sich
wieder zwei Arten herausstellen.
1. tordiert: es liegt sowohl echte als auch falsche Torsion vor. Bei letzterer ist nur die
Außenseite gedreht, die Innenseite aber glatt belassen. Diese Art der Torsion findet sich im
Tumulus 103 (17.159 - Taf. 71/1), während die echte Torsion im Tumulus 59 (17.141/1,2 - Taf. 56/
1-3) vorkommt. Über die Form des Armschmuckes läßt sich keine Aussage machen, da alle
vorliegenden Stücke nur fragmentarisch erhalten sind. Das Material ist Bronze.
2: glatt: eine Ringform, deren Querschnitt annähernd halbkreisförmig ist. Als Material
wurde Eisen verwendet. Ein solcher Ring ist nur aus Tumulus 59 (17.142 - Taf. 59/3) erhalten.
Mit dem Bronzeschmuck aus demselben Tumulus wurde er wahrscheinlich gemeinsam
getragen, da der Eisenarmring Bronzereste und umgekehrt aufweist. -

Fibel
Aus unserem Gräberfeldmaterial liegt an Typen nur eine eiserne Harfenfibel vor, die im
Tumulus 27 (35.409 - Taf. 15/8-13) gefunden wurde. Die Fibel ist nur fragmentarisch erhalten,
dennoch läßt sich eine feinere Typenansprache durchführen. Die Fußspirale ist wahrscheinlich
innen angesetzt, linksläufig und besitzt fünf Windungen, die sechste ist zur Nadelrast
zurückgebogen und geht in den geschwungenen Bügel über, der in die rechts gedrehte
Kopfspirale einmündet, die dann zur Nadel ausläuft (vgl. dazu die Ausführungen über die
Harfenfibel bei KAUS <■ 1973
* b, 371 ff., bes. 372).
Nadel
Hier können wir zwei Typen unterscheiden, die aber beide aus Bronze hergestellt wurden.
1. Rollenkopfnadel: es ist nur der Kopf allein erhalten. Der Nadelschaft, im Querschnitt
rund, wurde gegen den Kopf zu flach ausgehämmert und eineinhalbmal eingerollt. Eine solche
wurde im Tumulus 103 (17.162 - Taf. 71/4) gefünden.
2. Kegelkopfnadel m it geknotetem Hals: auch diese Nadel ist nur fragmentarisch, bis zum
Ansatz des Nadelschaftes, erhalten. Der Kopf ist in Form eines breiten Kegels gebildet, der
darunter anschließende Hals durch vier wulstförmige Knoten gegliedert, der Nadelschaft ist im
Querschnitt rund. Diese Nadel stammt ebenfalls aus Tumulus 103 (17.160 - Taf. 71/2).
Messer
Über die Form läßt sich leider von allen erhaltenen Messern nichts aussagen. Als Material
wurde Bronze und Eisen verwendet.
1. aus Bronze: nur ein Teil der Klinge, im Querschnitt schmal dreieckig, ist erhalten;
nachgewiesen im Tumulus 71 (17.155 - Taf. 62/5).
2. aus Eisen: die Klinge ist zwar vollständig erhalten, doch so verrostet, daß die Form nicht
mehr zu erkennen ist, der Griff fehlt. In den Tumuli 21 (35.408 - Taf. 12/1) und 27 (35.407 -
Taf. 15/5, 35,410 - Taf. 15/7) kommt dieser Messertyp vor.

Spiralröllchen
Dieser Typ findet sich nur einmal aus Bronze im Tumulus 27 (35.411 - Taf. 15/3). Ein
bandförmiger, im Querschnitt leicht dachartig gebildeter Draht trägt gegen die M ittelkante zu
drei fein eingeritzte Linien als Verzierung. Das Spiralröllchen ist leider nur fragmentarisch in
sieben Windungen erhalten.

'60.
Beschläge
Wir können zwei Typen unterscheiden, einen kalottenförmigen und einen bandförmigen,
beide aus Bronze gefertigt.
1. kalottenförmiger Beschlag: kleine, kalottenförmige Zwingen, die zwei gegenständig
angeordnete, bandförmige Klammem m it spitzbogig gestalteten Enden an der Unterseite
aufweisen. Diese Zwingen kommen im Tumulus 148 (35.412 - Taf. 77/1) vor und stammen
vielleicht von einem Ledergürtelbeschlag“).
2. bandförmiger Beschlag: länglich, die beiden Enden sind hakenförmig umgebogen,
während die Seitenkanten mit schrägen Kerben verziert sind. Zwei solcher Klammem wurden
im Tumulus 148 (35.406 - Taf. 76/4, 5) gefunden und gehören wahrscheinlich zu einem
Bofkenrindenkästchen“1).
Sonstiges
Hier sind alle jene Objekte zusammengefaßt, deren nähere Bestimmung nicht mehr
durchführbar ist.
1. Goldfragmente: aus Tumulus 27 (35.403 - Taf. 15/1— hegen drei Golddrahtstückchen
vor, die nicht m ehr näher zuordenbar sind.
2. Bronzefragmente: im Tumulus 103 (17.163 - Taf. 71/5) fanden sich verschmolzene
Bronzereste, deren nähere Bestimmung nicht mehr möglich is t
3. Eisenperle: eine kugel- bis tonnenförmige Eisenperle m it zentraler Durchlochung in
einem Gefäß des Tuxnulüs 28 (35.438a - Taf. 30/2) gefunden (vgl. auch Perlen, S. 51).
4. Bronzehülse: hohl, aus Tumulus 103 (17.161 - Taf. 71/3) (vgl. bei Halsreif, S. 49).

PERLEN
Die Perlen sind wohl hauptsächlich Bestandteile von Schmuckketten. Man stellte sie
anscheinend vorwiegend aus blauer Glasfritte her. Nach Farbton und Form der Perlen können
vier Typen unterschieden werden. Auch Bemsteinperlen waren sehr beliebt, doch kommen sie
am Burgstall kaum vor (vgl. DOBIAT 1980,150).
1. blaue Perlen m it gelber Einlage: größere, tonnenförmige Perlen, die verschiedene, gelbe
Mustereinlagen aufweisen. An Hand der Muster lassen sie noch eine weitere Unterteilung zu.
a) Würfelaugenverzierung ohne Mittelpunkt: zwei konzentrische Kreise bilden die Muster­
einheit, die sich dreimal umlaufend wiederholt. Solche Perlen sind im Tumulus 27 (35.413 -
Taf. 15/6) und 148 (35.415 - Taf. 76/1, 35.416/1 - Taf. 76/2) gefunden worden. .
b) Würfelaugenverzierung m it Mittelpunkt: zwei konzentrische Kreise m it M ittelpunkt
stellen eine Einheit dar, die sich dreimal wiederholt: kommt im Tumulus 59 (17.145 - Taf. 59/1),
139 (17.175 - Taf. 72/2) und 148 (35.416/2 - Taf. 76/2) vor.
c) Wellenlinienverzierung: eine Wellenlinie, die einmal auch durch ein Linienband einge­
faßt ist, betont die Perlenmitte. Diese Art ist im Tumulus 59 (17.145 - Taf. 59/1,17.143 - Taf. 59/2
- hier ist die Wellenlinie eingefaßt), 139 (17.175 - Taf. 72/2) und 148 (35.417 - Taf. 77/3)
nachgewiesen.
2. kleine Ringperlen: sehr klein und flach, ihre Größe beträgt 3:1 mm, von blauer und
gelber Farbe; sind nur im Tumulus 148 (35.418 - Taf. 77/6,35.419 - Taf. 77/4) gefunden worden.
3. blaue Perlen m it weißen Einlagen: die Perle ist eher klein, kugelförmig, von blau­
schwärzlicher Farbe m it zwei weißlichen, gegenständig angeordneten Kreiseinlagen; in einem
Exemplar im Tumulus 59 (17.144/3 - Taf. 56/7) erhalten.
4. Perlen aus hellem Material: gelblich oder durchscheinend. Sie kommen nur selten vor
und sind am Burgstall im Tumulus 59 (17.144/1, 2 - Taf. 56/5, 6 - durchscheinend und
undurchsichtig gelb) und 148 (35.420 - Taf. 77/7 - durchscheinend honiggelb) nachzuweisen.
5. Bemsteinperlen: kleinere, ringförmige Perlen; sind aus der Sammlung WOLF (1.693 -
Taf. 100/9) bekannt.
Zuletzt seien noch zwei perlenartige Objekte erwähnt, deren Form zwar m it jener der
Perlen übereinstimmt, die aber viel größer und auch aus anderem Material gefertigt sind.
a) Eisenperle: sie wurde schon bei den Metallobjekten beschrieben und stammt aus
Tumulus 28 (35.438a - Taf. 30/2) (vgl. S. 51).
b) Tonperle: aus schwärzlichem Ton, zylindrisch-tonnenförmig, m it Durchlochung in der

51
Mitte (von beiden Seiten her „gebohrt“); nachgewiesen im Tumulus 34 (17.103 - Taf. 46/1)
(vgl. auch: Verschiedene Tongegenstände, S. 49).

STEINOBJEKTE
1. Schleifstein: prismatisch, an einem Ende abgebrochen, das andere spitz zulaufend; im
Tumulus 34 (17.104 - Taf. 44/2) geftmden.
2. durchlochter Stein: scheibenförmig, stark abgerollter Sandstein, weist eine fragmen­
tierte Durchlochung auf; aus Tumulus 71 (17.154/1 - Taf. 62/9) stammend.
3. Steinkugel: rundlicher Kieselstein, der bei der mineralogischen Begutachtung als nicht
natürlich entstanden erklärt wurde; aus Tumulus 139 (17.176 - Taf. 73/4) vorliegend.
4. verschlacktes Gesteinsstück: ein im Feuer gelegener Stein; aus Tumulus 34 (17.105 -
Taf. 44/3) nachweisbar.

HOLZBESTE UND HÄRZRESTE


Holzreste sind in Form von Holzkohle, aber auch in natürlichem Zustand erhalten.
1. Holzkohle: Fichten-Lärchen-Typ; aus Tumulus 27 - drei Stück.
2. Borkenrindenreste: aus Tumulus 148 (35.421); wahrscheinlich von Rotbuche stammend.
Sie gehören zu dem m it Bronze beschlagenen Kästchen (vgl. Anm. 51).
3. Harz: liegt in Form eines stabrunden, gebogenen Fragmentes vor. Nach den darauf noch
erkennbaren Abdrücken zu schließen, brachte man das Harz künstlich in diese Form. Es
stammt aus Tumulus 148 (35.422 - Taf. 77/8).

KNOCHENRESTE
An Knochen sind nur menschliche nachgewiesen. Sie sind teils als Leichenbrandreste, teils
als in kleinen Mengen in Perlen verschmolzen erhalten. Wir besitzen Leichenbrandreste aus
den Tumuli 27, 28,34 und 148 (JUNGWIRTH 1966). f
■Die menschlichen Skeletteile aus den Tumuli 27,34 und 148 wurden am 18. VH. 1977 der
Anthropologischen Abteilung im Naturhistorischen Museum Wien übergeben. Lediglich der
Leichenbrand des Tumulus 28, der sich in der Urne (35.438) befindet, verblieb in der P. A.

52
VERZIERUNGSELEMENTE

Die Beigaben des Gräberfeldes setzen sich aus keramischen Gefäßen und Metallgegenstän­
den zusammen. Für beide gilt die Unterscheidung der Verzierungselemente in Verzierungs­
technik und Verzierungsmotivik.

KERAMIK
Verzierungstechnik
I
Die Oberflächenbehandlung der Gefäße vom Burgstall läßt zehn verschiedne Arten der
Verzierungstechnik erkennen. Es sind dies Oberflächenbehandlung des Gefäßes (Graphitie­
rung, Rotfärbung), Bemalung, Inkrustation, schwarzer Überzug, Kannelierung, Ritzung,
Verzierung mittels eines mehrzinkigen Gerätes („Kammstrich“)» Stempelung, Zirkelarbeit und
plastische Verzierung.
1. Oberflächenbehandlung des Gefäßes (vgL dazu auch DOBIAT1980,127 ff.):
a) Graphitierung':. hier läßt sich Graphitierung des ganzen Gefäßes bzw. von Teilen
desselben und Graphitbemalung (s. u.) unterscheiden. Bei Graphitierung kann es sich entwe­
der um einen Graphitüberzug oder um einen m it Graphit vermengten Schlicker handeln. In
unserem Material lassen sich diese Arten kaum näher herausarbeiten. Eine Graphitierung des
Gefäßes bzw. von Teilen desselben findet sich vor allem bei Kegelhalsgefäßen, hier auch m it
anderen Techniken vorkommend, dann auch bei Schalen und Henkelschalen51). Graphitierung
ist ah und für sich nicht leicht nachweisbar, da sie durch die Präparation sehr leiden und dann
nicht mehr festgestellt werden kann. Wir müssen daher zu unseren oben gegebenen Angaben
bemerken, daß es sich dabei vielfach nur mehr um Reste bzw. Spuren handelt, die anzeigen,
wie die Gefäßoberfläche einst wahrscheinlich ausgesehen hat (KRAFT 1928, 80 f.; DOBIAT
1980,127).
b) Rotfärbung: wir unterscheiden sie von der Rotmalerei, da bei ihr das ganze Gefäß so
hergestellt und. gebrannt wurde, daß der Oberflächengrund eine Rotfärbung aufweist. Auch
hier sind wahrscheinlich Überzug und Schlicker zu unterscheiden. Doch lassen sich diese in
unserem Material kaum aus gliedern. Rotfärbung ist vor allem bei bombenförmigen Gefäßen,
aber auch bei Kegelhalsgefäßen und kleinen Henkelschalen nachzuweisen01). Es ist also
derselbe Effekt wie bei den. Gefäßen m it schwarzer Oberfläche (z. B. Kegelhalsgefäße), aber
eine in der Hallstattzeit auf Grund der Beliebtheit von Schwarz-Rot-Mustem bewußt intensi­
vierte Technik (vgL DOBIAT 1980,128).
2; Bemalung: bei dieser Technik können wir zwei Mineralien herausstelien, die man zur
Musterung der Gefäße heranzog: den Graphit und das Eisenoxid (rote Färbe) (vgL DOBIAT
1980,127 f.).
a) Graphitbemalung: sie ist bis jetzt häufiger hachgewiesen als Rotmalerei. Dies ergibt sich
wahrscheinlich aus der Tatsache, daß sich das Eisenoxid vielleicht noch schlechter erhält als
der "Graphit, vor allem wenn bei der Präparation darauf nicht geachtet wird0*). Graphitbema­
lung, darunter möchten wir in Graphit ausgeführte Muster verstehen, tritt häufiger auf als
Graphitierung. Vor allem ist sie wieder an den schon bei der Oberflächengraphitierung
genannten Gefäßtypen anzutreffen, wozu noch die B ombenförmigen Gefäße und die Situlen-
deckel zusätzlich hinzukommen. Bei den Kegelhalsgefäßen erstreckt sich die Graphitbema­
lung hauptsächlich über Hals und Schulter. Sie kann dabei auch m it anderen Techniken
kombiniert Vorkommen, dann ist allerdings nur ein Teil des Gefäßes bem alt10). Die BombenfÖr-
migen Gefäße hingegen zeichnen sich durch ihre rote Oberfläche aus, die Trägerin der
Graphitmalerei ist. Nachgewiesen sind solche Gefäße, bei denen auch der Hals graphitiert ist,
in den Tumuli 28 (80.459-T af. 35/5), 52 (17.110-Taf. 50/3), 89 (35.505/1 -T af. 60/1) und 147 (= 149/
1891) (35.437 - Taf. 85) (vgl. auch Taf. 109/6, 110/5, 3, 111/4). Leider ist auch hier die
Graphitmusterung nicht immer erkennbar, sondern teilweise nur m ehr zu erahnen, wie beim
Gefäß des Tumulus 52 und bei noch einigen weiteren Fragmenten. Diese weisen auch eine
rötliche Gefäßoberfläche m it Graphitmalerei auf, ihre Typenzugehörigkeit ist aber nicht sicher
bestimmbar (27/35.499 - Taf. 19/1-2 - Kegelhalsgefäß (?); 103/17.158/1,2 - Taf. 71/6 - Kegelhals­
gefäß (?); X/35.508 - Taf. 93/4 - Kegelhalsgefäß; Inv. Nr. 35.500 - Taf. 95/2 - Kegelhalsgefäß) (vgl.

53
auch Taf. 10Ö/3, 4, 110/6, 8, 111/5). Ein Situlendeckel aus dem Tumulus 53 (17.123 - Taf. 53/5)
zeigt ebenfalls ein Graphitmuster. Bei den Schalen und Henkelschalen findet sich die
Graphitbemalung hauptsächlich auf der Innenseite und außen am Hals der Henkelschalen1*).
b) Rotbemalung: ist bis jetzt nur selten nachgewiesen, da die Erhaltungsbedingungen
scheinbar noch schwieriger als bei Graphit sind. Unter Rotmalerei verstehen wir eine Technik
analog zur Graphitmalerei. Die rote Farbe erzielte man durch eine Eisenoxidverbindung, wie
die chemische Analyse ergab. Die M uster konnten teilweise nur mittels Mikroskop erkannt
und festgestellt werden, sie sind daher sthchliert wiedergegeben. Es handelt sich dabei um
Kegelhalsgefäße, Kleine Kegelhalsgefäße, Kegelschultergefäße und um eine Große, als auch
um eine kleine Henkelschale“7). Die m eisten der rotbemalten Gefäße weisen außerdem noch
eine oder auch mehrere andere Verzierungstechniken auf. Vor allem aber sind sie sehr häufig
m it Graphitbemalung kombiniert, m it Ausnahme des Kleinen Kegelhalsgefäßes aus Tumu­
lus 27 (35.501 - Taf. 21/5) und des Halsfragmentes aus demselben Hügel (35.513/2 - Taf. 22/1).
3. Inkrustation: die chemische Analyse von drei verschiedenen Gefäßen ergab Calcium­
phosphat, wahrscheinlich Knochenasche. Diese wurde verm utlich m it Ton angeteigt und zu
einer Farbpaste vermischt, aber erst nach dem Brennen aufgetragen und dann luftgetrocknet.
Untersucht sind folgende Gefäße: 35.498 - Taf. 24/3, 35.539 - Taf. 21/2, 3, 35.540 - Taf. 24/1, die
alle aus dem Tumulus 27 stammen. Da 35.539 und 35.540 zu einem Geschirrsatz gehören, zählen
wir auch die chemisch nicht untersuchten Gegenstücke (35.539 - Taf. 21/2,3,35.542 - Taf. 24/2)
dazu. Wieweit andere Gefäße, vor allem aus dem Tumulus 147 (= 149/1891) (vgl. Materialteil),
ebenfalls eine Inkrustation aufweisen, m üßte erst chemisch untersucht werden (SAUTER u.
ROSSMANITH 1966).
Wieweit Stempelung, vor allem kreuzartige (vgL 144/17.184-T af. 74/2,149/17.186-T af. 70/3)
die Grundlage für eine Inkrustation bildet, müßte erst untersucht werden. Anhaltspunkte
dafür könnten Gefäße aus Loretto, Burgenland“), liefern, da hier fast idente Stempelungen und
auch Muster Vorkommen, die aber weiß inkrustiert sind. Auch aus den neueren Grabungen am
Bürgstall liegen Nachweise hiefür vor (PATEK 1976 b, 41).
4. schwarzer Überzug: er findet sich fast ausschließlich bei Situlen und Situlendeckeln. Die
Farbe ist dunkelbraun bis schwarz. Der Überzug wurde m ittels eines pinselartigen Gerätes auf
die Gefäßoberfläche aufgetragen, wobei die „Pinselstriche“ von grob bis sehr fein und kaum
mehr erkennbar geführt sein können (vgl. auch DOBIAT 1980,129).;
Laut chemischer Analyse ist es ein Substanzgemisch aus m indestens sechs Komponenten,
die in zwei Hauptgruppen zusammenschließbar sind. Die eine Gruppe ist sowohl in Tetrachlor­
kohlenstoff als auch in Benzol löslich, die andere nur in Benzol Jene Gruppe ist auch UV
fluoreszierend.
Dieser schwarze Überzug findet sich außer auf Situlen und Deckeln“), auch noch auf
anderen Gefäßen, die aber leider teilweise so fragmentarisch erhalten sind, daß eine Typenbe­
stimmung nicht m ehr durchführbar ist (4/17.055/2 - Henkelansatz, 27/35.477 - Taf. 20/5 - am
Unterteil eines Kegelhalsgefäßes, 50/35.522/4 - Mundsaumfragment). Die klumpenartigen
Substanzbröckchen, die man an Bruchflächen von Gefäßfragmenten oder an ausgebrochenen
Oberflächenteilen fin d et und deshalb gerne als Verkittungen deutet, sind auf den Gefäßen aus
den Tumuli 89 (35.510 - Taf. 67/5 - an Bruchflächen) und 144 (17.177 - Taf. 74/6,17.180 - Taf. 74/4
- ausgebrochene Oberfläche) nachweisbar.
Der schwarze Überzug wurde zunächst als holzteerartige Substanz, vielleicht Birkenrin­
denteer, bestimmt (SAUTER 1967). Nach einer neueren Untersuchung sind die alten „Harze“
als Holzpeche anzusprechen, wobei eine Zuordnung zu einem enger definierten Ausgangsma­
terial wie Holz oder Rinde bzw. einer bestimmten Baumart nicht möglich war. Die Herstellung
solcher Holzpeche ist m it einfachen Schwelverfahren möglich, eine Gewinnung als (Neben-)
Produkt der Köhlerei ist denkbar. Mit Hilfe solcher Holzpeche können glatte, nichtklebende,
glänzend schwarze Oberflächenauflagen erzielt werden, auch eine Verwendung als Klebstoff
ist durch den thermoplastischen Charakter gegeben (SAUTER, JORDIS u. WURST 1980).
Aus diesen Eigenschaften des Holzpeches ergibt sich auch seine Anwendungsmöglichkeit.
Es wird entweder flächig auf das ganze Gefäß aufgetragen oder dient als M uster zur Verzierung
bzw. wird als Klebstoff zur Restaurierung beschädigter oder zerbrochener Keramik verwendet
(PERSY 1967; PUS 1976).
» Im Gebiet der Kalenderbergkultur scheint dieser Pechauftrag hauptsächlich auf Situlen
und deren Deckel, d. h. auf Keramik vorzukommen (PERSY 1967, 22 Und Anim 6; PICHLE-

54
ROVÄ 1968, 440; 1969, Hügel IH/Nr. 18 und 18 a, 40). Es gibt aber Hinweise, daß ein solcher
Überzug auf Bronzesitulen ebenfalls aufgetragen wurde (vgl. z. B. aus Hallstatt, Grab 505/lnv.
Nr. 25.622 (1476) in: G. PRÜSSING, Metallgefäße aus Österreich [in Bearbeitung]; erscheint im
Rahmen der PBF); vgl. aus Poiseul-la Ville-la-Perriöre (Cöte d’Or), Tumulus 3 in: HALL­
STATTKULTUR 1980, 237, Abb. 12.29).
5. Kannelierung: ist eine sehr häufige und an fast allen Gefäßtypen zu findende Verzie­
rungstechnik. Sie wird an tektonisch besonders hervorragenden Stellen angebracht wie zum
Beispiel Schulter, Hals-Mundsaum-Umbruch, Mundsaum und an Innenflächen von Gefäßen.
Von der Kannelur prinzipiell zu unterscheiden sind Kantung und Rillung (KRAFT 1927,160/
Abb. 1; DOBIAT 1880,117 ff., auch 116).
Kannelur: trifft dann zu, wenn es sich um scharf gegeneinander abgesetzte, parallele,
kehlige Streifen handelt, deren Kanten scharfe Grate bilden - der M ittelsteg muß m ehr oder
weniger scharfkantig sein (nach G. KRAFT: Riefe).
Kantung: auch Facettierung; liegt bei einer planen, streifigen Verzierung vor, wenn also
ebene Flächen winkelig aneinander gesetzt sind (nach G. KRAFT: Kante).
Rillung: ist ähnlich der Kannelierung, nur sind hier die parallelen, m ehr oder weniger
kehligen Streifen nicht scharfkantig gegeneinander abgesetzt, sondern die Vertiefung läuft in
die Oberfläche aus. Ein Mittelgrat muß bei mehreren vorhanden sein - er ist gerundet und nicht
scharfkantig (nach G. KRAFT: Rundrille).
Nach dieser kurzen Darlegung können wir auch die Verzierungstechniken einordnen, die
bisher teilweise auch unter dem Begriff Kannelur gelaufen sind.
a) Kannelierung: tritt bei den Kegelhalsgefäßen sehr oft auf, m eist aber in Verbindung m it
anderen Techniken. Weiters kömmt sie sehr gern am Mundsaum von Schalen und Fußschalen
vor. Bei Situlen, Henkelschalen und Großen Henkelschalen ist sie dagegen seltener zu
finden*0). Kehlige Halsgefäße (34/17.083 - Taf. 43/3; 59/17.131 - Taf. 58/1) können ebenso wie die
Kleinen Kegelhalsgefäße (34/17.082 - Taf. 46/7) und die Kegelschultergefäße (29/35.516 - Taf.
38/3) diese Technik auf weisen. Einmal tritt Kannelierung auch auf einem Situlendeckel auf (29/
35.532 -T af. 37/1). Bei Situlen ist sie aus den Tumuli 21 (35.444 - Taf. 11/5,35.529 - Taf. 13/2) und
147 (= 149/1891) (35.530 - Taf. 87/3) nachgewiesen. Die Großen Henkelschalen aus den
Tumuli 14 (17.069 - Taf. 4/3, 17.070 - Taf. 6/4), 27 (35.498 - Taf. 24/8), 34 (17.085 - Taf. 43/6), 89
(35.502 - Taf, 65/5), 144 (17.182 - Taf. 75/1) und 147 (= 149/1891) (35.431 - Taf. 79,35.433 - Taf. 81)
lassen diese Technik ebenfalls erkennen, genauso wie eine Große Schale m it Kegelhals und
Fuß aus dem Tumulus 29 (35.503 - Taf. 40/5). Kannelierungstechnik findet sich ausnahmsweise
auch auf Kalenderberghenkeltöpfen (14/17.075 - Taf. 5/4; 27/35.517 - Taf. 23/4), Kalenderberg-
füßschalen (14/17.071 - Taf. 7/5,17.072 - Taf. 8/5; 21/35.537 - Taf. 14/2) und Kalenderbergzwil­
lingstöpfchen (50/35.522/1,2 - Taf. 45/2, 3; 147 (= 149/1891)/35.520/l,2 - Taf. 84/1,2) sowie
Mondidolen (14/17.077 - Taf. 4/2). Auch die fragmentierte Tonröhre (89/35.577 - Taf. 68/6) ist mit
Kanneluren verziert
b) Kantung: kommt relativ sehr selten vor und ist in Ödenburg vor allem auf Fußschalen
(27/35:539/1, 2 - Taf. 21/3,2, 35.550 - Taf. 19/3; 34/17.088 - Taf. 45/2; 89/35.458 - Taf. 66/4, 35.459 -
Taf. 66/2) riachgewiesen (vgl. Facettierung bei DOBIAT 1980,113 ff.).
c) Rillung: ist verhältnismäßig wenig vertreten und schwierig von der Kannelierung zu
trennen, vor allem dann, wenn es sich nicht um eine „klassische Ausprägung“ handelt.
Dennoch glauben wir, eine solche bei einigen Schalen, Henkelschalen, Großen Henkelschalen
und Situlendeckeln festgestellt zu haben“).
Eine Rillung scheint auch bei dem Kegelhalsgefäß des Tumulus 50 (35.481/2 - Taf. 48/7) und
52 (17.107 - Taf. 49/1), sowie bei dem Kalenderberghenkeltopf des Tumulus 27 (35.517 - Taf.
23/4) vorzuliegen.
6. Ritzung: ist wie die Kannelierung eine ebenfalls sehr häufig auftretende Verzierungs-
technik und bei fast allen Gefäßtypen vertreten. Die Ausführung allerdings kann verschieden
sein - m ehr fein oder aber grob eingerissen, so daß die Kanten aufgewulstet erscheinen (vgL
DOBIAT 1980, 120). Vor allem bei Kegelhalsgefäßen111), aber auch innerhalb der Kleinen
Kegelhalsgefäße kommt diese Technik (27/35.506 - Taf. 20/1; 71/17.148 - Taf. 62/3 - vielleicht
eher Furchen; 139/17.165 - Taf. 72/6,17.166 - Taf. 73/6,17.167 - Taf. 72/5) vor, doch findet sie sich
auch auf Kegelschultergefäßen (29/35-509 - Taf. 38/2,35.516 - Taf. 38/3). Auf Henkelschalen (139/
17.171 - Taf. 71/1,17.172 - Taf. 71/2) und Schalen (4/17;057 - Taf. 1/3,17.063 - Taf. 1/5; 53/17.122 -

55
Taf. 53/2) ist sie selten anzutreffen, dagegen tritt sie bei Großen Henkelschalen häufiger auf (27/
35.498 - Taf. 24/3; 34/17.084 - Taf. 44/1; 59/17.133 - Taf. 57/1,17.134 - Taf. 58/5,17.135 - Taf. 54/4;
147 (= 149/189D/35.433 - Taf. 79; 2/Warischberg/17.210 - Taf. 104). Auch bei Kalenderberghen­
keltöpfen und -zwillingstöpfchen ist diese Technik kaum zu finden (X/35.519 - Taf. 93/1; 21
Warischberg/17.217 - Taf. 107/5, 6), gleiches gilt für die Kalenderbergfaßschalen (27/35.454 -
Taf. 20, 35.455 - Taf. 27). Sie kommt hingegen auf Situlendeckeln (21/35.447 - Taf. 10/3; 148/
35.534 - Taf. 77/5; 147 (= 149/189D/35.535 - Taf. 91/1) und auf Fußschalen (27/35.473 - Taf. 18/1,
35.539/1,2 - Taf. 21/3,2, 35.540 - Taf. 24/1, 35.542 - Taf. 24/2, 35.545 - Taf. 19/4; 28/35.574 a - Taf.
34/1; 144/17.183, 17.184 - Taf. 74/3,2; 148/35.541 - Taf. 77/2; 147 (= 149/1891)/35.40O - Taf. 78/1;
ESTE 1892/29.184 - Taf. 97/2, 29.188 - Taf. 98/1, 29.190 - Taf. 98/4, 29.191 - Taf. 98/2), sowie
vereinzelt auch bei Mondidolen%(2/Wariscbberg/17.218 - Taf. 108) vor.
7. Verzierung durch ein mehrzinkiges Gerät - „Kammstrich": Diese Technik ist aus­
schließlich bei Kegelhalsgefäßen und Kleinen Kegelhalsgefäßen zu finden").
8. Stempelung: tritt wieder auf den verschiedensten Gefäßen auf. Allerdings sind auch
verschiedene Stempelarten wie Würfelaugenstempel, S-Stempel, Stempel, die eine' wellenför­
mige Verzierung bedingen, Dreiecks-Stempel m it gitterförmiger Innenfüllung, kreuzartige und
rädchenartige Stempel sowie „indirekte Stempelung“ festzustellen (vgl. DOBIAT1980,121 £.).
a) Würfelaugen: dieser Ausdruck ist hier nur im engeren Sinn verwendet. Vom Kreisaugen­
m uster unterscheidet sich das Würfelaugenmuster dadurch, daß die Kreise nicht ausschließ­
lich konzentrisch sind und es sich nicht um Zirkelarbeit handelt, weil meist „ein M ittelpunkt“
fehlt. Sie kommen auf Kegelhalsgefäßen (27/35.424 - Taf. 16; 147 (= 149/1891)/35.429 - Taf. 78/4),
auf Großen Henkelschalen (147 (= 149/1891V35.431 - Taf. 80, 35.432 - Taf. 81, 35.433 - Taf. 82)
und Fußschalen (27/35.530/1,2 - Taf. 21/3,2; 147 (= 149/1891V35.460 - Taf. 79/1,35.461 - Taf. 79/2)
vor, wobei es auffallend ist, daß sich hier die Musterformen sehr gleichen.
b) S-Stempel: sind auf Fußschalen (27/35.545 - Taf. 19/4; 144/17.184 - Taf. 74/2) und Großen
Henkelschalen (59/17.132 - Taf. 57/2) zu finden. Die S-Stempel vereinigen sich dabei, m it einer
Ausnahme (Tum. 27. - Taf. 19/4), alle zu einem Wellenlinienmuster (vgl. dazu Taf. 113/1,4).
c) Stempel, die eine wellenförmige Verzierung bedingen: diese Technik ist nur zweimal, auf
einem Kegelschultergefäß (29/35.516 - Taf. 38/3) und auf einer Schale (27/35.549 - Taf. 22/2,3),
vertreten (vgl. dazu Taf. 113/3,2).
d) Dreiecksstempel m it gitterartiger Innenfüllung: diese Stempeltechnik ist gekoppelt mit
dem kreuzartigen Zickzackstempcl (s. u. bei e)). Der Stempel besteht aus einem Dreieck mit
abgerundeten.Ecken, dessen Innenfläche m it sich kreuzenden Linien erfüllt ist (vgL dazu Taf.
113/5a).
e) kreuzartiger Zickzackstempel: entspricht dem Hexenstich in der Textilkunde. Er findet
sich ebenfalls nur zweimal innerhalb des Gräberfeldes und zwar auf der Fußschale des
Tumulus 144 (17.184 - Taf. 74/2) und auf dem Kegelhalsgefäß des Tumulus 149 (17.186 - Taf.
71/2) (vgl. dazu Taf. 113/5b).
f) rädchenartiger Stempel: die Knicke in der Linienführung lassen nicht klar erkennen, ob
es sich wirklich um ein Rädchen handelt oder ob nicht etwa ein längerer Stempel dazu
verwendet wurde. Diese Technik ist nur auf Großen Henkelschalen zu finden (59/17.132 -
Taf. 57/2; 147 (=' 149/189D/35.434 - Taf. 83, 35.435 - Taf. 84; 2/Warischberg/17.209 - Taf. 103,
17.210 - Taf. 104) und einmal auch auf einer kelchartigen Fußschale (ESTE 1892/29.184 - Taf.
97/2).
g) „indirekte Stempelung“: unter diesem Begriff fassen wir jene „Stempel“ zusammen,
deren Eindrücke auf m ehr oder weniger natürlichem Wege zustandegekommen sind, wie z. B.
durch ein Röhrchen - kreisartig - oder einen ausgefasterten Holzstab - rädchenartig. Diese Art
glauben wir in der Verzierung der Kalenderbergzwillingstöpfchen aus Tumulus 50 (35.522/1,2 -
Taf. 47/3,2) und in jener der Kalenderbergfußschale aus Tumulus 53 (17.124 - Taf. 52/3) erkannt
zu haben.
9 . begleitende Punktverzierung: wir können hier zwei Arten unterscheiden, entweder
begleiten eingestochene Punkte oder eingedrückte Punktdellen die Linienverzierung (vgL
auch DOBIAT 1980, 121).
a) eingestochene Punkte: sind als Begleitung von Linienbändern, als Umrahmung von
Schachbrettdreiecken m it Hakenenden und von einfachen schräg gestrichelten Dreiecken,
und als Betonung der Hakenenden sowie der Dreiecksspitzen allein nachgewiesen (Linien-

' 56
band: 4/17.063 - Taf. 1/5; 34/17.084 - Taf. 44/1; 59/17.133 - Taf. 57/1, 17.134 - Taf. 58/5;
Schächbrettdreieck: 59/17.130-T af. 56/8; Dreieck: 139/17.165 -T af. 72/6; Hakenenden: 28/35.426
-T af. 32/5; 137/80.468-T af. 78/4 (eher Dellen); 2/Warischberg/17.207-Taf. 102/2; Dreiecksspitze:
139/17.166 - Taf. 73/6; Zickzackbandspitze: 71/17.148 - Taf. 62/3; Band von kom stichähnlichen
Punkten: 27/35.498 - Taf. 24/3).
b) eingedrückte Punktdellen: kommen m it einer Ausnahme (Füllung der leeren Dreiecks­
flächeneines Zickzackmusters) als Umrahmung von Schachbrettdreiecken m it Hakenenden
bzw. als Spitzenbetonung der Dreiecke in folgenden Tumuli vor: Tumulus 4 (17.057 - Taf. 1/3 -
Flächenfüllung), 28 (35.425 - Taf. 30/4,35.426 - Taf. 32/5), 34 (17.079 - Taf. 41/3,17.081 - Taf. 42/7),
59 (Spitze: 17.128 - Taf. 55/3, 17.135 - Taf. 54/4), 89 (35.482 - Taf. 63/1, 35.483 - Taf. 63/2), 148
(35.427 - Taf. 77/9 - Spitze), 147 (= 149/1891) (35.487 - Taf. 88/3,35.492/1 - Taf. 89/1 - Spitze) (vgl.
dazu Taf. 112/1).

10. „Z irkelarbeit“: ist eine m it dem Zirkel ausgeführte Musterform, ln unserem Falle
handelt es sich um Kreise m it M ittelpunkt, die außen herum ebenfalls noch von Punkten
begleitet sind. Von uns als „Kreisaugen“ zum Unterschied von den Würfelaugen bezeichnet.
Dieses Motiv findet sich nur bei großen Henkelschalen (34/17.084 - Täf. 44/1; 2/Wärischberg/
17.209 - Taf. 103). . ,

11. plastische Verzierung: es handelt sich dabei besonders um aufgelegte Leisten,


Knubben und Warzfen, die auf Gefäßen mit Kalenderbergverzierung nachgewiesen sind. Doch
kommen auch Rippen, Tutuli, Buckel usw. auf anderen, nicht kalenderbergverzierten Gefäßty­
pen vor. Als eigene Gruppe möchten wir dabei die Tonknopfverzierung herausstellen, wie auch
die wenigen Beispiele einer plastischen Aufsatzverzierung. In diesem Sinne glauben wir auch
eine Einteilung treffen zu können (vgl. dazu auch DOBIAT 1980,123 ff.).
a) Kalenderbergverzierung: sie kombiniert Warzen, glatte und gekerbte Leisten, wie auch
Kerbung und bis zu einem gewissen Grad Fingemageleindrücke zu Rehefmustem*).
b) anders geartete, plastische Verzierungen: abgesehen von Fingemageleindrücken, Dellen
und gegenständig angeordneten kleinen Buckeln oder Warzen”) kommt eine solche Technik,
die Rippen, Tutuli usw. gestaltet, auf Kegelhalsgefäßen vor6*).
c) Tonknöpfe: diese Verzierungsart möchten wir als eine besondere Technik herausstellen
und gesondert behandeln. In der Applikationstechnik dürfte es sich um „echte“ Bronzenagel­
imitation handeln, da die Knöpfe, wie an Fehlstellen ersichtlich, in der Schalenwand verzapft
sind. Diese Art ist vor allem am Bauchumbruch kleiner, aber auch Großer Henkelschalen zu
finden. Seltener ist sie bei Schalen, hingegen einmal sogar auf einer Situla anzutreffen”).
d) plastische Aufsatzverzierung: unter diesem Begriff fassen wir jene Verzierungen
zusammen, die keinen Gefäßschmuck im eigentlichen Sinn darstellen, sondern das Gefäß
dadurch aus der Sphäre eines „gewöhnlichen Gebrauchsgeschirrs“ herausheben wie z. B.
Tierkopffcrotome, Aufsatzgefäße, figürliche Darstellungen usw. Aus unserem Material lassen
sich nur vier Gefäße hier anführen und zwar ein Kegelhalsgefäß aus Tumulus 50 (35.481/1 -
Taf. 47/4) m it einer fragmentarischen,.Ausgußrohre“ (vgL Kapitel Typologie, S. 36: Kegelhalsge­
fäß - Sonderform, Anm.32), den Situlendeckel aus Tum ulus4 (17.062 - T af.2/1), der eine
Tierfigur (nur fragmentarisch erhalten) als Deckelknopf besitzt und die beiden Kalenderberg-
ftißschalen aus Tumulus 27 (35.454 - Taf. 26, 35.455 - Taf. 27), die Schälchen- und Vogelauf­
sätze, sowie ein hineingesetztes Mondidol aufweisen.

Verzienm gsmotivik
Prim är lassen sich figurale (s. u.) und geometrische Verzierungen unterscheiden, wobei
auch die hier zu beurteilende, figurale Darstellung eher geometrisierend als naturalistisch
w irkt
Geometrische Verzierangsm otivik
Innerhalb der geometrischen Motivik lassen sich einfache Muster wie Dreiecke, Winkel,
Girlanden usw. und ganze Musterkombinationen wie verschiedene Dreiecksreihen, rhombi­
sche Muster, konzentrische Halbkreise usw. unterscheiden.
Die einfachen Muster und auch M usterkombinationen finden sich größtenteils auf kleine­
ren Gefäßen wie Henkelschalen, Schalen, aber auch auf an und für sich wenig verzierten wie
z. B. Situlen.
Dabei ist zu betonen, daß auch die Verzierungstechnik eine gewisse Holle in Bezug auf die
Musterwahl spielt, indem z. B. Bemalung oder Kannelierung für. sich allein nicht diesen
Formenreichtum wie z. B. Ritz-, Stempel- oder „Kalenderberg“-Technik aufweisen können.

Motive
1. Dreiecke: es ist an und für sich schwierig, genau zwischen Dreieck und Winkel zu
unterscheiden. Wir sprechen aber hier als Dreieck noch jene Muster an, die eine Innenverzie­
rung des „Dreieck-Winkels“ aufweisen (vgl. auch DOBIAT1980,134). Man kann daher auch in
der Musterkombination eine enge Verbindung zwischen Dreieck, Winkel und Zickzackmuster
feststellen. Die Dreiecksmuster selbst lassen sich in verschiedene Gruppen gliedern:
a) Dreiecksreihen: hier können die innen verzierten Dreiecke in stehenden Reihen,
entweder in Abständen, in Gruppen (zu je dreien) oder eng anschließend, angeordnet sein"),
aber auch hängende Dreiecksreihen sind in der Mustervariation anzutreffen®).
b) schachbrettartig angeordnete Dreiecke: m eist nicht in Reihen zusammengeschlossen,
bilden sie entweder aus sich das umlaufende M uster oder es sind die leeren Flächen zwischen
ihnen m it gestrichelten Dreiecken erfüllt. Aus drei bis sechs, kleinen, schräg gestrichelten
Dreiecken schachbrettartig zusammengesetzt, ist die Spitze dieser Dreiecke entweder durch
halbkreisförmige Gebilde (Haken), die sich auch an den Basiseckpunkten wiederholen
können, oder durch Dellenverzierung betont”1). An Techniken kommen vor allem Ritzung,
Seltener auch Rillung und Stempelung vor (vgl. dazu KÜBLER 1970, 121 f., 120/Abb. 9 -
Volutendreieck) (vgl. dazu Taf. 112/1,114,115).
c) alternierend angeordnete Dreiecke oder Dreiecke mit alternierender Schrägfüllung:
finden sich in unserer Musterkarte fast nur in Kannelurtechnik ausgeführt. Die Dreiecke sind
dabei abwechselnd stehend und hängend angeordnet und zeigen eine schräge Kanneluxfül-
lung. Darüber hinaus können auch die Kanneiuren abwechselnd Graphit- und Rotbemalung
aufweisen71)[(vgl. dazu Taf. 109/9),
' d) gegenständig angeordnete Dreiecke: sind fast immer in Ritztechnik ausgeführt. Sie sind
sowohl vertikal (stehend) als auch horizontal (liegend) angeordnet, entweder m it der Spitze (es
entstehen dabei Rhomben) oder der Basis zueinander gekehrt. In letzterem Falle schiebt sich
noch ein Linienband dazwischen71) (vgl dazu Taf. 114,115).
e) zäjinchenartig ineinandergreifende Dreiecke: in Ritztechnik ausgeführt sind stehende
und hängende Dreiecke so angeordnet, daß zwischen ihnen ein unverziertes, glattes Zickzack­
band übrigbleibt (vgL 28/35.426 - Taf. 32/5; 34/17.079 - Taf. 41/3, 17.081 - Taf. 42/7; 89/35.428 -
Taf. 64/1, 35.483 - Taf. 63/2; 149/17.186 - Taf. 70/3; 147 (= 140/1891^35.429 - Taf. 79/4, 35.487 -
Taf. 88/3, 35.492/2 - Taf. 91/2) (vgl. dazu Taf.-114/2,3,4,115/1,3,4).
2, Winkel: darunter verstehen wir ein Dreieck ohne Basislinie. Die M ustertypen sind daher
in Analogie zur Dreiecksmotivik benannt ln der Musterkombmation sind die Winkel stark mit
dem Zickzackband verbunden, weshalb dieser Mustertyp, soweit er nicht selbständig vor­
kommt, hier m itbehandelt wird. Es lassen sich hier wieder verschiedene Gruppen wie auch
schon bei der Dreiecksverzierung unterscheiden (vgl. auch DOBIAT 1980; 132 ff.).
a) Winkelreihen: in Parallele zu den Dreiecksreihen sind dies stehende zu Reihen
angeordnete Winkelmuster. Dieses Muster findet sich allein auf Kegelhals gefäßen, in Kannelie­
rung und „Kammstrich“-Technik ausgeführt71). Zu diesem Mustertyp ist auch noch die radiale
Anordnung von Winkeln, aus Fingemageleindrücken gebildet, zu zählen; wie sie sich z. B. bei
Situlendeckeln ergibt (vgl. 21/35.445 - Taf. 11/4,35.531 - Taf. 13/1; 147 (= 149/lß91)/35.451 - Taf.
86/1, 35.452 - Taf. 92/4).
b) inemandergestellte oder konzentrische Winkel: die Benennung leitet sich von der
Musterbezeichnung hei Kreisen und Halbkreisen ab. Diese Verzierungsart findet sich nur auf
Kegelhalsgefäßen. Es sind fast wieder nur dieselben Techniken angewandt, die schon bei den
Winkelreihen genannt wurden, ln diese Gruppe gehört auch die radiale Anordnung von
konzentrischen Winkeln, wie sie vor allem bei Schalen und Deckeln vorkommt”).
c) alternierend angeordnete Winkel: finden sich in der M usterkarte nur wnmni, in
Kannelurtechnik ausgeführt (vgl. 34/17.083 - Taf. 43/3). Wir verstehen darunter abwechselnd
stehend und hängend angeordnete Winkelmuster (vgl. Anm. 74).
d) gegenständig angeordnete Winkel: mit der Spitze zueinander gerichtet, in „Kamm-
strich“-Technik ausgeführt, kommen sie nur sehr selten vor (vgl. 71/17.147 -T af. 61/1; 139/17.167
- Taf, 72/5 - dürfte auch dieses Muster getragen haben; 2/Warischberg/17.217 - Taf. 107/5,6- in
Kalenderbergtechnik).

58
3. Zickzaekmuster: kann allein für sich Vorkommen- oder von alternierend (hängend und
stehend) oder einfach angeordneten Dreiecken begleitet werden oder wenn es selbst alternie­
rend geführt ist, zum Rhombenmuster überleiten.
a) einfaches Zickzackmuster und Zickzackbandmuster: das einfache Zickzackmuster ist
nur in Graphit- oder Rotmalerei und in Ritztechnik, wozu wir auch die „Kammstrich“-Technik
zählen, nachgewiesen75). Durch die Technik bedingt, ist bei den letztgenannten Verzierungsfor­
men das einfache Zickzaekmuster als Band ausgeprägt Das Zickzackbandmuster selbst, das
abwechselnd aus S- und Z-geführten, schrägen, parallelen Linien besteht, so daß bei Rich­
tung sänderung eine unverzierte Dreiecksfläche entsteht, ist in Kannelur- und Ritztechnik
ausgeführt. Es findet sich aber in plastischer Ausführung auch bei Kalenderbergfußschalen am
Mundsaum innen”).
b) Zickzaekmuster m it alternierend angeordneten Dreiecken oder Winkeln: darunter
verstehen wir ein Zickzaekmuster, das abwechselnd von hängenden und stehenden Dreiecken
oder Winkeln begleitet wird. Mit Dreiecksbegleitung liegt das Muster sowohl in Bemalung (27/
35.471 - Taf. 18/3 - Zickzackmuster in Graphitmalerei, die Dreiecke in Rotmalerei), als auch in
Stempeltechnik (147 (= 149/1891)/35.432 - Taf. 81 -.Würfelaugenstempel) vor. Bei Winkelbeglei-
tung bzw. „bei einem, um es m it G. KOSSAGK <1959, 20, 37, 81) auszudrüöken, m it ZwiGkeln
gefüllten Leiter- oder Zickzackband scheinen als Techniken Bemalung und „Kammstrich“
au f7). '
c) Zickzackmuster m it einfach begleitenden Dreiecken oder Winkeln: das Zickzackmuster
weist entweder nur stehende oder nur hängende Dreiecke bzw. Winkel auf, die als Begleitung
aufscheinen. Es sind Ritztechnik (59/17.134 - Taf. 58/5 - hängende Dreiecke) und Stempeltech­
nik (144/11-.184 - Taf. 74/2 - stehende Winkel, wirkt wie doppelt geführtes Zickzackmuster,
vielleicht nicht ganz hier anzuschließen; 2/Warischberg/17.210 - Taf. 104 - stehende Winkel,
deren Anordnung teilweise rhombische Muster entstehen läßt) nachgewiesen.
d) Zickzackmuster m it Flächenfüllüng: hier sind jene Muster angeführt, bei welchen die
unverzierten Dreiecksflächen eines Zickzackbandes vollkommen ausgefüllt sind. Das Zick­
zackmuster ist dabei meist als Band wiedergegeben, während die Flächenfüllung durch
Bemalung, Ritz- oder Stempeltechnik bzw. auch in Kannelierung ausgeführt sein kann”).
4. Rhombenmuster (vgl. dazu KÜBLER1970,108 f. - Raute): kommt verhältnismäßig
selten vor, ist in Graphitmalerei, aber auch in Stempel- und Rädchentechnik sowie in
Ritztechnik ausgeführt. Ein einziges Mal nur ist der Rhombus als Einzelmotiv vertreten; er ist
eingeritzt und besitzt eine gitterartige Irmenfülhmg sowie je zwei gegenständige Haken an den
horizontalen Eckpunkten (28/35.426 - Taf. 112/2). Sonst kann das M uster innerhalb eines
waagrecht Umlaufenden Linienbandes angeordnet sein. Die dadurch gebildeten Dreiecks flä­
chen sind bei der Bemalung und Ritzung wie gegenständige Dreiecke behandelt und m it
schrägen Strichen oder konzentrisch ausgefüllt, während sie bei der Stempel- und Rädchen­
technik unverziert bleiben. Die Rhombeninnenfläche scheint aber bei allen Techniken durch
eine Verzierung betont (vgl. 28/35.423 - Taf. 28, 35.425 - Taf. 30/4 - beide m it konzentrischer
Flächenfüllüng; 34/17.084 - Taf. 44/1 - m it Kreisaugen in der Rhombeninnenfläche; 144/17.184-
Taf. 74/2 - die Rhombeninnenfläche weist eine parallel zu einer Seite verlaufende Linie auf,
während die nach unten gerichteten Rhombenspitzen durch stehende, kleine Dreiecke betpnt
sind; 147 (= 149/1891)/35.437 - Taf, 85 - die Rhombeninnenfläche ist konzentrisch m it Rhomben
erfüllt, dib Mitte durch einen Punkt hervorgehoben; 2/Warischberg/l7.209 - Taf. 103 - die
Rhombeninnenfläche betont ein Kreisauge, welches außen von eingestochenen Punkten
umgeben ist). Der Rhombus kann aber auch als ausgespartes Muster in Erscheinung treten, als
freigebliebene Fläche, bei den Kegelhalsgefäßen m it M etopenveraerung der Schulter (27/
35.476 - Taf. 19/5,35.478 - Taf. 18/6; 28/35.425 - Taf. 30/4,35.426 - Taf. 32/5; 34/17.081 - Taf..42/7;
71/17.147-T af. 61/1; 89/35.428-T af. 64/1-m it Mittellinie, 35.482-Taf. 63/1,35.483-T af. 63/2; 147
(= 149/1891V35.487 - Taf. 88/3; 2/Warischberg/17.207 - Taf. 102/2) (vgl. dazu Taf. 114/1,2,4, 115/
1—4).
5. Kreise: sind im Mustertyp eng m it Halbkreis- und Girlandenmustem verbunden. Kreise
als Musterelement kommen in den verschiedensten Techniken vor: in plastischer Verzierung
als Delle, Tonknopf oder Warze, in Ritztechnik (29/35.516 - Taf. 38/3), in Stempeltechnik als
Würfelauge und als Kreisauge in „Zirkelarbeit“. Diese eben aufgezählten, verschiedenen
Kreismuster möchten wir nicht als Kreise im engeren Sinn ansprechen. Viel m ehr ist darunter
fast nur die plastische Verzierungstechnik in Form von konzentrischen Kreisen, in dieser Art

59
vor allem auf „Kalenderberg-Gefäßen“ vorkommend, zu verstehen (vgl. 27/35.418 - Taf.22/7,
35.442 - Taf. 25/1, 35.517 - Taf. 23/4 - diese Muster sind teils abwechselnd m it konzentrischen
Halbkreisen ausgeführt, teils gehen die konzentrischen Kreise in Halbkreise über; 29/35.516 -
Taf. 38/3 - ein Kreis in Ritztechnik) (vgl. DOBIAT 1980,119 f.).
6. Halbkreise: sind meist hängend, konzentrisch um eine Warze als M ittelpunkt angeord­
n et Es liegen verschiedene Techniken vor, doch ist vor allem die „Kalenderberg“-Ausführung
sehr beliebt”).

7. Bogenmuster: darunter verstehen wir umlaufend zusammengeschlossene Kreisbögen,


meist hängend als Girlande, seltener auch stehend angeordnet, die in Kannelierung oder auch
in Ritztechnik ausgeführt sind. Sind aber zwei Bogenmuster alternierend gegeneinander,
stehend und hängend, geführt, leiten sie zu spiraloiden Mustern über80) (vgl. auch DOBIAT
1980,119) (vgl. dazu Taf. 113/7).

8. Spiraloide Muster: bei, unserer Mustervariation handelt es sich teilweise um alternierend


- stehend oder hängend - angeordnete Bogenmuster, teilweise um fortlaufend ausgeführte,
liegende (waagrechte) S-Spiralen, die einmal auch senkrecht angeordnet, sonst aber zu einem
Wellenlinienmuster verbunden sind (vgl. Taf. 113). Die Ausführungstechnik ist verschieden.
Man kann sowohl Ritz-, als auch Stempeltechnik und plastische Verzierung aufzählen81) (vgl.
DOBIAT 1980, .136):
9. W ellenlinienm uster: die liegenden, in Stempeltechnik ausgeführten S-Spiralen werden
fortlaufend zu einer Wellenlinie verbunden bzw. m ittels Stempelung direkt solche Muster
erzeugt (vgl. 27/35.540 - Taf. 22/2,3 - Stempelung, 29/35.516 - Taf. 38/3 - Stempelung; 59/17.132-
Tai. 57/2 - in Stempeltechnik ausgeführte, liegende S-Spiralen zur Wellenlinie verbunden,
ebenso bei 144/17.184 - Taf. 74/2) (vgL dazu auch Taf. 1132,3,4).
10. Mäandermuster: kommt nur einmal, ganz einfach ausgeführt als Zinnenmäander, in
Rädchentechnik vor (vgl. 147 (= 149/1891)/35.435 - Taf. 84) (vgL dazu DOBIAT 1980,135 f., 133/
Abb; 17; KÜBDER 1970,103 ff., bes. 105,104/Abb. 1).
11. Fischgrätenm uster: ist selten als Muster für sich allein zu finden. Soweit ersichtlich,
nur in Rädchentechnik ausgeführt (147 (= 149/189D/35.434 - Taf. 83, 35.435 - Taf. 84), während
es als Musterfüllung auch in Ritztechnik vorkommt (vgl. 34/17.079 - Taf. 41/3 - als Musterfül­
lung; 149/17.186 - Taf. 70/1 - als Musterfüllung; 147 (= 149/1891)/35.434 - Taf. 83 - zwei
gegenläufig angeordnete Reihen, 35.435 - Taf. 84).
12. strahlenförmige Muster: darunter verstehen wir jene Mustervariationen, die in Form
eines Kreuzes angeordnet sind, also auch Vierwirbel, Strahlenmuster usw. Die meisten dieser
Muster sind allerdings einfache Kreuze, meist in Graphitmalerei, manchmal auch in Kannelie­
rung oder m ittels Tonknöpfen ausgeführt. Sie finden sich vor allem auf der Innenseite von
Schalen und Henkelschalen, aber auch als Art „Bodenmarken“ auf Standflächen81). Der
Vierwixbel ist nur einm al,'in Graphitmalerei ausgeführt, vertreten, dafür kom mt noch ein Art
„Dreiwirbel“ in Tonknopfverzierung vor (vgl. 148/35.574 - Taf. 76/6 - Vierwirbel; 89/35.472 -
Taf. 69/1, 35.561/1 - Taf. 69/2 - beide weisen eine Art „Dreiwirbel“ auf: er besteht aus
abgerundeten Haken,' die, gegenläufig doppelt geführt, dreimal umlaufend angeordnet sind).
Einmal ist ein Kreuzmuster auch in der Form ausgeführt, daß halbkreisförmige Bogen viermal
angeordnet, einen doppelten Kreuzbalken ergeben (vgl. 59/17.140/1,2 - Taf. 59/5,6). Einmal
kommt auch ein strahlenförmig angeordnetes Muster in Graphitmalerei vor (vgL 2/Warisch-
berg/17.214 - Taf. 107/3 - sechsstrählig), das auch in Tonknopfverzierung vertreten erscheint
(vgl. !ESTE/Tum. 1H/29.182 - Taf. 97/1 - die Strahlen lassen sich hier vielleicht zu Vierer- oder
Fünfer-Gruppen zusammenschließen).
13. Schachbrettmuster: rechteckige Flächen, die schachbrettartig unverziert bzw. zick­
zackartig verziert sind (mittels Stempel oder Ritzung) (vgl. 149/17.186 - Taf. 70/3) bzw.
dreieckige Flächen, die so verziert sind (vgl. 1 b), S. 58 und Anm. 70) (vgL dazu die Umschrei­
bung bei DOBIAT 1980, 135 - diese Art des Musters kommt hier in Ödenburg vor allem bei
Spinnwirteln vor: vgl. 34/17.102/8 - Taf. 42/5; ESTE 1892/29.204 - Taf. 99/8; bei Deckelknopf: 21/
35.447-T af. 10/3).

60
14. G itterm uster: kommt nur einmal in Rädchentechnik ausgeführt als Henkelverzierung
bei einer Großen Henkelschale vor (147 (= 149/189D/35.435 - Taf. 84).

15. Ldnienbandmuster: es handelt sich dabei um ein zwischen zwei Linien eingeschriebe­
nes Muster, das sich als Zickzackband, Tannenzweig- oder Fischgrätenmuster, Gitterfüllung
und einmal auch als einfaches, punktgefülltes Rautenband (KÜBLER1970,106 ff., 107/Abb. 2)
darstellen kann. Es ist in Ritztechnik ausgeführt und kommt bei den Kegelhalsgefäßen mit
Metopenverzierung vor (Zickzackband: 28/35.425 - Taf. 114/1, 35.426 - Taf. 114/2; Tannen­
zweig (?): 89/35.428 - Taf. 115/1 / Fischgräten: 28/35.426 - Taf. 114/2; 34/17.079 - Taf. 114/3; 147
(= 149/189D/35.487 - Taf. 115/4; Gittermuster: 28/35.425 - Taf. 114/1, 35.426 - Taf, 114/2;
punktgefülltes Rautenband: 34/17.081 - Taf. 114/4).

Motivkombinationen

1. Metopenverzierung: darunter verstehen wir eine Verzierungsart, die zwischen senkrechten


Kannelurgruppen eingeritzte geometrische, aber auch figurale Muster aufweist. Mindestens
zwei Muster sind hiebei verschieden gestaltet, wenn nicht gar, wie z. B. bei Tumulus 28, alle..
Dies? Art findet sich bei Kegelhalsgefäßen auf der Schulter (vgl. Tum. 28, 34, 89,147 ( - 149/
1891), sowie Taf. 114 und 115).
2. m etopenartig gegliedertes Muster: liegt dann vor, wenn zwei M ustertypen einander
abwechseln (vgl Tum. 27,59, 71,139,149, 2/Warischberg).
3. M nsterkom binationen: sind vor allem unter Kegelhalsgefäßverzierungen zu finden, die
dann zumeist komplexer Art sind. Wir können hier grob zwei bzw. drei Varianten unter­
scheiden:
a) die Halszone kennzeichnen Dreiecksreihen, die von schachbrettartig angeordneten
Dreiecken unterbrochen werden, während die Schulter eine Metopenverzierung aufweist (vgl.
Tum. 28, 34, 89,149,147 (= 149/1891), sowie Taf. 114 und 115).
b) einfache Halsverzierungen, wie ineinander gestellte Winkel, Dreiecke usw., und meto­
penartig gegliederte Schulter (vgl. Tum. 27, 59, 71,139, 2/Waiischberg).
" c) Muster in Stempeltechnik ausgeführt, wobei Mundsaum innen, Hals und Schulter außen
verziert sind: hier sind vor allem die mit Würfelaugen verzierten Gefäße und ihre charakteristi­
sche Schülterdekoration - ein Zickzackband m it ausgefüllten, verzierten Dreiecksflächen -
anzuführen {vgl. 27/35.424-T af. 16,147 (= 149/1891)/35.429-Taf. 79,35.431-Taf. 80,35.432-Taf.
81, wobei hier das M uster insofern variiert, als das Zickzackband in Würfelaugenverzierung
ausgeführt ist).
t '* ____

Neben diesen Mustern kommen auch ganz einfache' Verzierungen im Sinne einer
„Schmückung“ der Gefäßwand vor. Hier sind z. B. all jene Verzierungen wie Kannelierung
oder Kerbung des Mundsaumes, Kannelierung von Gefäßschultern, Verzierung von Henkeln,
Standflächen und Spinnwirteln, Betonung von tektonischen Bauelementen der Gefäße wie
Absätze und Umbrüche (bes. Hals-Schulter) aufzuzählen. In diese Gruppe gehören aber auch
die Innenverzierungen, teilweise auch die Außenverzierungen von Schalen und Henkei­
schalen.
Figurale Verzierungsform
Ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet, da die Odenburger figuralen Darstellungen in ihrer
Geschlossenheit innerhalb der H allstattkultur einzigartig vor uns stehen (vgl. S. 63)
(A. EIBNER 1980a, 195-200; 1981).

METALLOBJEKTE
Verzierungstechnik
N ur bei den Bronzeobjekten kann man verschiedene Verzierungstechniken feststellen, da
die Eisenobjekte zu sehr verrostet sind, um irgend etwas aus sagen zu können.

61
Es lassen sich Gravierung, echte und falsche Torsion, sowie plastische Modellierung
unterscheiden.

1. Gravierung: hier können wir zwischen sehr feiner Ritzung und tief gehender Gravierung
unterscheiden (vgL 27/35.411 - Taf. 15/3 - fein geritzt; 27/35.405 -T af. 15/4,103/17.161 -T af. 71/3,
148/35.404 - Taf. 76/3 - stärker graviert; 148/35.406 - Taf. 76/4,5 - fast „gekerbt“).
Z. Torsion: echte Torsion liegt nur in einem Falle vor (59/17.141 - Taf. 56/1-3), bei dem ein
vierkantiger Draht schwach tordiert wurde, während bei der falschen Torsion (103/17.159 -
Taf. 71/1) nur die Außenseite „tordiert“ ist, die Innenseite des stabrunden Drahtes aber glatt
blieb.

3. plastische Modellierung: diese Bezeichnung wurde für all jene Verzierungen gewählt,
die den an sich unverzierten, glatten Bronzestab durch Perlen, Knoten usw. gliedern (vgl. 103/
17.160 - Taf. 71/2 - kantig geknotet; 139/17.174 - Taf. 73/5 - geknotet; 148/35.404 - Taf. 76/3 -
geperlt).
Verzienmgsmotivik
Es finden sich jetzt nur ganz einfache Musterformen, welche auch dem Objekttyp
entsprechen. Neben metopenartig gegliederten Mustern, die Linienbündel m it Zickzackmu-
stem bzw. m it ineinander gestellten Winkeln abwechseln (27/35.405 - Taf. 15/4; 103/17.161 -
Taf. 71/3; 148/35.404 - Taf. 76/3 - hier ist das Muster auch noch plastisch betont, indem die
Zwischenstücke eine Rillung - Rippung aufweisen, während die extra abgesetzten Perlen mit
einem. Zickzackmuster verziert sind), kommen auch Objekte m it geknotet» (103/17.160 -
Taf.71/2; 139/17.174 - Taf. 73/5) oder geperlter Oberfläche (148/35.404 - Taf. 76/3), also mit
plastischer Gliederung, vor.

PERLEN

Verzierungstechnik
In diesem Falle ist nur eine Technik - die Einlegctcchnik von anders färbiger Glasfritte, vor
allem von gelber, anzugeben. Nur einmal kommt auch weißliche Glasfritte vor.
Verasierungsmotivik
Zwei verschiedene Muster, wie Würfelaugen- und Wellenlinienverzierung, lassen sich
unterscheiden, doch kommen hier nur gelbe Einlagen vor.
1. Würfelaugen: bestehen zumeist aus zwei konzentrischen Kreisen, seltener ist auch noch
ein M ittelpunkt (Kreisaugen) vorhanden (Würfelaugen ohne Mittelpunkt: 27/35.413 - Taf. 15/6;
139/17.175-T af. 72/2; 148/35.415-T af, 76/1,35.416/1-Taf. 76/2; Kreisaugen: 59/17.145-T af. 59/1;
148/35.416/2 - Taf. 76/2).

2. Wellenlinienmuster: besteht entweder nur aus einer einfachen Wellenlinie, bei welcher
die Anzahl der Berge und Täler variabel ist, oder diese ist, wie es einmal vorkommt, in ein
Linienband eingeschrieben (einfaches Wellenlinienmuster: 59/17.145 - Taf. 59/1; 139/17.175 -
Taf. 72/2; 148/35.417-T af. 77/3; Wellenlinie in Linienband eingeschrieben: 59/17.143-T af. 59/2).
r 3. Kreismuster: zuletzt sei noch ein Muster erwähnt, das nur aus einem Kreis allein besteht,
der sich umlaufend zweimal wiederholt. Es ist in weißlicher Einlagefarbe ausgeführt und tritt
nur einmal auf (vgl. 59/17.144/3 - Taf. 56/7).

62
FIGURALE DARSTELLUNG
Die figurale Verzierungsmotivik ist sowohl in Stempel- als auch in Ritztechnik ausgeführt
und findet sich in den von uns zu behandelnden Tumuli nur an Kegelhalsgefäßen88) mit
Ausnahme einer durchbrochenen Fußschale aus dem Tumuius 80 (GALLUS 1934, Taf. ni/8).
Die verzierten Gefäßzonen sind, wenn man die Gesamtheit aller verzierten Gefäße betrachtet,
vor allem der Hals, seltener die Schulter*1). Die Anordnung der Darstellungen am Gefäß selbst
ist „raumbezogen“, d. h. die Zeichnungen finden sich innerhalb einer durch Kanneluren oder
Würfelaugenreihen begrenzten Zone bzw. zwischen zwei Gefäßumbrüchen eingeordnet und
stehen daher im „Raum“. Nach diesen kurzen, allgemeinen Bemerkungen wenden wir uns den
figuralen Verzierungsmustem zu, die sich in anthropomorphe und theriomorphe gliedern
lassen.
Die menschlichen Figuren sind dabei durch folgende Merkmale charakterisiert: erstens
durch die Kopfdarstellung, die als Würfelauge oder in „Strichzeichnung“ wiedergegeben ist;
zweitens durch die Hals/OberkörperdarStellung, dieals Linienband gezeichnet oder manchmal
auch durch das dreieckige Gewand selbst gebildet sd n kann; drittens d u rch die Gewanddar­
stellung, die dreieckig, leicht trapezförmig oder hosenartig ausgeführt ist und deren Innenflä­
che schräge Striche, konzentrische Kreisbögen, Dreiecke, Rhomben oder Würfelaugen füllen;
viertens durch die Armdarstellung, bei welcher immer beide Arme, m it Ausnahme der Figuren
in der Metopenfüllung auf der Schulter des Kegelhalsgefäßes im Tumulus 28 (35.423 - Taf. 29,
Beil. 5), wiedergegeben sind (bei der „Spinnerin“ des Gefäßes aus TumÜLus 27 (35.424-Taf. 17,
Beil. 6) war ursprünglich wohl ein zweiter Arm dargestellt) und fünftens durch die Beindarstel­
lung, welche die Beine, soweit sie wiedergegeben sind, immer seitlich gerichtet zeigt.
Zur Armdarstellung ist noch folgendes zu bemerken: bei den Figuren, die eine Handlung
ausführen, sind die Arme immer seitlich dargestellt (z. B. auch bei der Reiterfigur aus dem
Bgld. Landesmuseum - Taf. 101/3), während sie bei den anderen angewinkelt und gegen den
Kopf erhoben, wiedergegeben sind. Nur die „Spinnerin“, deren Tätigkeit leider nicht m ehr
vollständig überliefert ist, zeigt den erhaltenen Arm ebenfalls angewinkelt und erhoben.
Bei Betrachtung der Figuren stellt sich auch die Frage, ob es sich bei deren Darstellung um
Profil- oder Frontalansichten handelt (vgL KÜBLER1970,102,212 - Übergang von der Vorder-
zur Seitenansicht). Diese Frage ist an sich schwer zu beantworten, da keine Gesichtsdetails
angedeutet, die Gewandform immer ähnlich und die Beine seitlich in S chrittstellung gezeich­
net sind (vgl. auch KRAIKER 1954,42), bei manchen Figuren jedoch die Begleitung des Hals/
Oberkörpers beiderseits durch drei Kreise erfolgt (vgl. MÜLLER-KARPE1959 a, 51 - gelochte
Ohren bei Figur - wird als weiblich gedeutet; vgl. dazu auch das Möndidol m it den seitlichen
Durchlochungen entlaing des Halses vom Burgstall - NAGY 1979, Taf; XI/3). Doch läßt sich
eventuellmis der Haltung d er Hände eine Profil- oder Frontalahsichf erschließen. Als ;,Frontal-
Figuren“ könnten wir dann jene umschreiben, die die Arme angewinkelt und erhoben
dargestellt zeigen. Es ist dies eine Haltung, die wir als „starren Typ“ bezeichnen möchten, da er
sich nicht ändert und ständig in dieser Weise wiederkehrt, gleichgültig, ob die Ausführung der
Figur mehr „körperhaft“*”), „strichmäßig“**) oder bereits als reihe Abbreviation (vgL eine solche
A bfolge'in der Darstelluhg m enschlicher-Gestalten bei-HANSEL 1073, Abb. 2 u. 3) -
„schematisch“*1') - aufgefaßt ist. „Profilfiguren“ aber zeichnen sich dadurch aus, daß beide
Arme seitlich dargestellt sind, zumeist in sich gerade oder nur schwach abgewinkelt. Diese
Figuren sind in Tätigkeit gezeigt, sie vollziehen eine Handlung“).

Die theriomorphen Darstellungen sind alle im Profil gezeichnet bis auf Gehörn und
Geweih (Tum, 28/35.423 - Taf. 29), welche en face in gedrehter Perspektive abgebildet zu sein
scheinen. Die zoologische Bestimmung der Tiere ist m itunter etwas schwierig, außer es sind
die kennzeichnenden Merkmale wie Mähne, Schweif, Blume; Geweih und Gehörn dargestellt.
Wir haben für die anthropomorphen und theriomorphen Darstellungen verschiedene
Termini verwendet, die jetzt erläutert werden sollen. So kommen innerhalb der Motive sowohl
„Szenen-“ als auch „Einzeldarstellungen“ vor. Unter „Szenendarstellung“ verstehen wir jene,
bei welchen mindestens zwei Figuren eine Handlung vollziehen“); unter „Einzeldarstellung“
solche, die nur einmal oder deren Motiv gleich oder ähnlich wiederholt umlaufend am Gefäß
angebracht ist”). Eine „Szenendarsteilung“ ist ihrer Aussage nach zwar sofort erkennbar, wenn

63
auch ihre Deutung manchmal schwer fällt, da wir zwar die äußerlichen Dinge wie Bewegung,
Haltung, usw. festzustellen vermögen (vgl. dazu KRAIKER 1954, 41 ff., bes. 43 f.), nicht aber
ihren „geistigen Hintergrund“ (vgL dazu MÜLLER-KARPE1968,116 f.). Bei der „Einzeldarstel­
lung“ ist zweifellos ein solcher ebenso vorhanden, doch für uns noch schwerer erfaßbar, da die
Möglichkeiten, aus der „materiellen Kultur“ auf die „geistige“ zu schließen, noch zu wenig
methodisch erschlossen sind. Diese Schwierigkeiten ergeben sich besonders,bei den schemati­
schen Figurendarstellungen. Ihre Deutung ist zum Teil subjektiv, denn erst wenn der Weg vom
natum ahen Realen zur Abbreviation erwiesen ist, können solche Figuren m it vollem Recht als
Menschen bzw. Tiere angesprochen werden*1)- Bei der Darstellungsart können wir zwischen
,Körperzeichnung“ und „Strichzeichnung“ unterscheiden. Figuren, deren Gestalt in doppelter
Strichführung gezeichnet, d. h. in ganzer Kontur erfaßt sind, wobei die von den Strichen
eingefaßte Fläche ganz oder teilweise mit Mustern oder Linien ausgefüllt wird, werden als
„körperlich gezeichnet“ angesprochen*1). In „Strichzeichnung“ aber sind jene Figuren ausge­
führt, deren Körperlichkeit nur durch einen Strich angedeutet erscheint, bei denen nur das
Gewand geometrisch gebildet und ausgefüllt ist bzw. auch größere Flächen, dam it diese nicht
„leer“ erscheinen und in der Gefäßfläche verschwinden. Tiere, die dieser Darstellungsart
zuzurechnen sind, können m itunter eine doppelte Linienführung des -Körpers erhalten“).

Die „Szenendärstellungen“ gliedern sich in „Einzelszenen“ und „Szenenfolgen“. „Einzel­


szenen“ sehen wir in jenen Darstellungen, bei welchen nur eine Handlung (z. B.: Weben und
Spinnen - Tum. 27, Opferung - Tum. 3/Warischberg) im M ittelpunkt des „Blickfeldes“ steht,
während die anderen Figuren diese nur umrahmen („Frontal-Figuren“ des „starren Typs“),
selbst aber keine eigentliche Handlung setzen. Als „Szenenfolge“ wollen wir diejenigen
Darstellungen bezeichnen, die eine Abfolge von mehreren Handlungen aufzeigen (Tum. 28/
35.423 - Taf. 29: Wagenfahrt, Jagd, Tanz). Die Bedeutung dieser verschiedenen Darstellungs­
weisen, ob man bei den ,,Einzelszenen“ bewußt nur auf diese eine Darstellung hingeführt
werden sollte oder ob man bei der „Szenenfolge“ den Ablauf eines Geschehens, einen Bericht,
vor sich hat, ließe sich erst m it zahlreichen weiteren Zeugnissen erarbeiten**).
Die Aufschlüsselung aller Ödenburger Zeichnungen9") nach ihrem Darstellungsinhalt läßt
eine Arbeitsszene (Tum. 27), eine Opferszene (Tum. 3/Warischberg) und die „Szenenfolge“ von
Wagenfahrt, Jagd und Tanz (Tum. 28) erkennen. Eine ähnliche Szenenfolge muß auch für den
Tumulus 80 und den Unbekannten Tumulus (Tum. 96 oder 98) angenommen werden.
Die Arbeitsszene zeigt einen vertikalen Webstuhl, vor dem die Weberin steht, die beide
Arme gegen ihn rich tet Der Webstuhl und die Füße der Weberin reichen dabei über die
Halszone des Gefäßes in die Schulter hinein - vielleicht ist dies im Sinne einer Webgrube zu
deuten, in der dann auch die Spinnerin stehen würde. Sie ist neben der Weberin dargestellt mit
erhobenem Arm, in dessen Hand sie eine Spindel hält; der zweite Arm ist nicht erhalten, war
aber wahrscheinlich ebenfalls erhoben gezeichnet gewesen. Zur rechten Seite des Webstuhles
steht eine Figur mit einer Leier, die auf der Phorminx zur Arbeit aufspielt”). Gegen beide
Seiten hin schließen Figuren m it erhobenen Armen an97) (zur Deutung dieser Geste - vgL
NEUMANN 1965, 90 ff., bes. 91 ff.).
In der Opferszene sind zwei einander gegenübergesteüte Figuren in dreieckigem Gewand
mit der Opferung eines Tieres beschäftigt. Die rechte Figur hält offenbar das H er, welches aber
nicht zu bestimmen ist, in der Gegend des Kopfes (?), während die linke es mit einem
messerähnlichen Gerät zu töten versucht. Unter dem Tier, etwas seitlich nach links verscho­
ben, befindet sich ein nicht näher deutbarer Gegenstand, eventuell ein Altar (M. HOERNES
1915, 560/Anm. 262; BELLA u. MÜLLER 1891, 188). Von rechts kommen ein Reiter und ein
reiterloses Pferd zur Opferung hinzu, während links Figuren m it erhobenen Armen an­
schließen.

Die „Szenenfolge“ zeigt eine Wagenfahrt auf einem vierrädrigen Wagen m it einer daraufste­
henden Figur, die diesen vielleicht lenkt (dies ist zu undeutlich wiedergegeben). Hinter dem
Wagen geht eine nackte, männliche Gestalt - m it beiden Händen eine Stange, die vom
Wagenkasten ausgeht den Langbaum haltend. Als Zugtiere sind zwei Pferde dargestellt.
Davor reitet eine Figur zu Pferd, an Mähne und Schweif kenntlich, wahrscheinlich m it einer
geschulterten Lanze in der Hand (zum Teil ergänzt). Vor dem Pferd befinden sich drei
Vierfüßler, vielleicht Hunde; von einem vierten angeführt, die in verschiedenen Stellungen
gezeichnet zu sein scheinen - horchend und wie vor einem plötzlichen Ereignis zurückschrek-

64
kend. Davor sind Hirsch und Rind in eher geruhsamer Haltung gezeigt. Diese beiden Tiere sind
durch ihre Merkmale Geweih und Blume bzw. Gehörn und Schwanz bestimmbar. Drei weitere
Vierfüßler bilden den Abschluß dieser Szene, wobei das mittlere Tier zu laufen scheint
(R. HOERNES 1891, [73] - m it ähnlicher Deutung). Gegen die Wagenfahrt„schließen zwei
Gestalten in glockenförmigem Gewand mit erhobenen bzw. seitlich dargestellten Armen an,
zwischen denen heraldisch gegenübergestellte Leierspieler m it hosenartigem Gewand aufspie­
len. Diese Szene wird als Tanzszene gedeutet (vgl. R. HOERNES 1891, [73]; GALLUS 1934,9).
Auf der Schulter sind in Metopen Figurenpaare m it jeweils hosenartigem oder auch glocken­
förmigem Gewand angeordnet, bei denen nur ein Arm dargestellt ist und die in einer von uns
nicht deutbaren Handlung begriffen sind. Diese Paare können vielleicht einen „Gestus“, z. B.
der Trauer, ausdrücken") (vgl. dazu KÜBLER 1970,40 f., Taf. 4,7,94-95,102; ANDRONIKOS
1968; NEUMANN 1965, 85 ff; DOHRN 1976, 200, Taf. 58; KUNSTHISTORISCHES MUSEUM
1978, 22; dazu auch Szene aus der Palästra - ALEXANDRESCU 197$, 66/Nr. 292, PI. 30/292),
keineswegs stellen sie aber Faustkämpferpaare dar, wie S. GALLUS (1934, 34 ff.) meint.
Erstens ist das Gewand der Paare verschieden und zweitens ist n u r e in A rm dargestellt.
Dies scheint uns wesentlich zu sein, da sonst auf den Ödenburger Gefäßen immer b e id e
gezeichnet sind. Daher, glauben wir S. GALLUS*.Ansicht* JndaQ dieser.zweiteLArm.b.ei-der
Soproner Zeichnung weggeblieben ist, können wir möglicherweise m it seiner passiven Rolle
erklären“ (GALLUS 1934, 34), widerlegen zu können, denn bei Faustkämpferpaaren sind
immer beide Arme dargestellt und zwar meist einer nach vorne geschwungen gegen den
Gegner, der andere nach rückwärts19). Der Faustkämpfer braucht also beide Arme, und wir
können daher keinen als passiv ansehen, der dann in der Zeichnung hätte weggelassen werden
können. Ein anderer Unterschied zu den Faustkämpfem besteht noch darin, daß diese immer
unbekleidet wiedergegeben werden und zwar nur Männer, während die Ödenburger Paare
bekleidet dargestellt sind, sowohl Männer als auch Frauen (vgL dazu WEILER 1974,129 ff., bes.
184/Anm. 285,172 f.).
Wenn uns auch bei manchen dieser Darstellungen bis heute noch keine eindeutige
Erklärung möglich ist, soll doch im folgenden unser Interesse den verschiedensten, teils
möglichen, teils aber auch unwahrscheinlichen Deutungen gewidmet sein.
Unsere Ödenburger Zeichnungen und die anderen plastisch-figuralen Objekte wie z. B. das
Mondidol in der Fußschale1"), regten die Forschung immer wieder an, sich damit zu
beschäftigen. Man hoffte, durch diese Darstellungen Einblicke in das damalige Leben zu
gewinnen und glaubte, tiefer in Bereiche eindringen zu können, die uns sonst m eist verschlos­
sen bleiben. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, wenn wir jene Zeichnungen immer
wieder als Beweis für die verschiedensten Aussagen herangezogen finden, um damit die
jeweilige Meinung zu unterm auern, denn hier liegt u n aja eine von den damaligen Menschen
direkt überlieferte Quelle aus ihrem Leben vor. So kommt es, daß in „fast jedem Buch“
irgendein Fund aus Ödenburg als Beweis für die darin vertretene Anschauung herangezogen
ist (in Auswahl: DECHELETTE 1913, 521-522/Fig. 217-218, 599/Fig. 232, 823/Fig. 335; WILKE
1927; SCHELTEMA1925, bes. 320, Taf. 119,120; 1926; FORRER1907,560,561/Taf. 152, Fig. 1-8,
895 f.; 897ATaf. 278, Fig. 1; M..HOERNES 1915, 196, 197/Fig. 1-^5, 558Ä, 559/Fig. 1-3; 1892 a,
107 ff.,* bes. 108; FRANZ 1926, 11 ff., bes. 23; SEEWALD 1960; BEHN 1954, 12 f., Abb. 11;
PESCHECK 1944,12 ff., bes. 14 f., Taf. 6, 7).
Wir stellen hier vor allem jene Meinungen dar, die sich m it den figuralen Motiven
auseinander setzen. Dabei wird keine Vollständigkeit angestrebt, sondern wir begnügen uns
nur m it Hinweisen auf Deutungen, die zum Teil aus diesen Zeichnungen herausgelesen
wurden und werden.
Zunächst fällt auf, .daß sich bei der Kleidung ein Unterschied zwischen einem mehr oder
minder, dreieckigen und einem hosenartigen Gewand feststellen läßt. M. HOERNES deutet
nun dieses dreieckige Gewand, das nach ihm von Männern und Frauen gleichwohl getragen
wird, als ein kurzes, faltiges, nicht bis zu den Knien reichendes Gewand, der Fustanella der
Südalbanesen nicht unähnlich, während S. GALLUS darin Verzierungselemente der „dreiek-
kigen Grundschicht“ zu erkennen glaubt1“1). In dem Glockenrock zweier Figuren sieht
M. HOERNES (1891, 164 f.) dasselbe Kleidungsstück, nur durch die Tanzbewegung aufge­
bauscht, da zwischen diesen Frauen zwei Leierspieler stehen.

65
Die „Tanzszene“ ist wieder verschiedenen Deutungen unterworfen, welche sich aber allein
aus der Darstellung der Figuren mit erhobenen Armen ergeben, die einmal als „Tänzerinnen“,
einmal als „Beterinnen“ angesprochen werden. In der ersten Vorlage des Materials wird von
vermutlich tanzenden, weiblichen Figuren gesprochen (R. HOERNES 1891, £73]), während S.
GALLUS <1934, 9) bereits zwischen einer „ ,Adorierenden‘ und einer tanzenden (?) Frau“
unterscheidet. Diese verschiedenartige Deutung, die zwischen tanzenden und adorierenden
Figuren schwankt, begegnet aber immer wieder, da beide in gleicher Weise für eine Erklärung
der Figuren des „starren Typs“ herangezogen werden (vgl. dazu BELLA u. MÜLLER 1891,
188 ff., aüch 189 f.; R. HOERNES 1891, [73]; BERG 1962, 25, 36, Taf. 14/1, 29/1; auch FRANZ
1933,186 ff., 203).

Die wohl verschiedensten Deutungen haben die heraldisch einander gegenüberstehenden


Figuren erfahren, allein auf Grund dieser ihrer Stellung. Wir beziehen uns dabei auf die
Figuren der Schulterzone auf dem Kegelhalsgefaß des Tumulus 28, die im ersten Bericht von
R. HOERNES (1891, [73]) als „ ,tanzende' Männer“, ähnlich den zwei Leierspielem der
Halszone, bezeichnet werden. Es bedeutet dies für ihn aber nur ein Kollektiv, denn bei der
Beschreibung unterscheidet er sehr wohl Männer und Frauen -und- gibt- -keine- irgendwie
geartete Deutung an. In diesen Figuren sieht aber nun S. GALLUS (1934,10,34 ff., 41,10 f.; zur
Frage der Ableitung vgl. FELGENHAUER 1962, 105) „zwei streitende oder tanzende Men­
schen, wahrscheinlich Faustkämpfer“ und meint, daß das „Faustkämpferpaar in Glockenrock
ein Werk der Phantasie der Soproner Burgstall-Leute“ sei. Abgesehen von den Ödenburger
Darstellungen gibt es solche Paare z. R. auch auf den Bronzeblecharbeiten von Kleinklein, die
W. SCHMTD (1933, 219 ff., bes. 228 ff., 231, 264 ff., 268 ff., auch 266) als Zweikampf zweier
Männer m it kurzen gebogenen Schilden erklärt. In diesem letzteren Fall konnte die Deutung
insofeme richtig gestellt werden, als uns ein „Neu-Fund“ diese vielleicht etwas .unklare
Abbildung erläutern konnte: es ist kein Zweikampf, sondern eine Musikszene dargesteiit
worden (A. EIBNER 1980 b, 126 ff.). Daraus können wir ersehen, daß. jeder neue. Befund eine
wirkliche Klärung von heute noch nicht deutbaren Szenen und Gegenständen bringen kann14*).
Wie wir bei den zu besprechend«! Musikinstrumentendarstellungen noch zeigen werden,
scheint die Leier des Tumulus 27 der griechischen Phorffiipx am ähnlichsten zu sein. Da wir
keine Vergleichsmöglichkeit m it anderen zeitgleichen bildüberlieferten Quellen aus unserem
Raum haben (A. EIBNER 1981), müssen wir, wie bei den M usikinstrumentendarstellungen (A.
EIBNER 1980 b), auf die Kulturen des Mittelmeerraumes zurückgreifen’04).
In Griechenland der Zeit um 700 v. Ohr. sind Götterglaube, Mythos, Musik108) und Alltag
(WEGNER [o. JJ, 6 ff.; SCHWEITZER 1969,58 f.) eng ineinander verflochten, eins ist ohne das
andere nicht zu denken, da Realität und Glaubensvorstellungen m iteinander verwoben sind.
Götter gelten als Erfinderder Musikinstrumente (WEGNER [o. J.J, 9 f.; A. EIBNER 1980 b, 131,
136 f.). Die Musen schenken dem Menschen die Gabe des Gesanges, dafür muß der Mensch
aber ein schweres Opfer auf sich nehmen, er ist z. B. wie HOMER blind, weil Zeus alles genau
abwägt (WEGNER [o. J.], 7,10 f.; NEUBECKER 1977, 7 ff.). In den Darstellungen dieser Zeit,
7J6. Jh. v. Chr., vor allem aber der archaischen, halten die Götter die Leier in Händen, m eist ist
es Apoll, öder sie sind a ls wesentlich z.-B_ bei Hochzeitszeremonien dargestellt (WEGNER
[o. J.], 18; auch 7; GRANT 1965, 187/Abb. 29, vgl. auch 187/Abb. 30). Größtenteils gelangen
Mythen oder mythologische Sagen zur Darstellung, denn man wählt vor allem Szenen aus
Sagen und „homerischen“ Epen (GRANT 1965, 163; KRAIKER 1954, 44 f.; KÜBLER 1970,
196 f., zum Bildbestand vgl. auch - 289 ff.; für das mitteleuropäische Gebiet vgl. MÜLLER-
KARPE 1968,143 ff.; KOSSACK 1981).

Wir glauben nun eine ähnliche Deutung auch auf dem Gefäß des Tumulus 27 nachweisen
zu können. Es wird hier eine Spinn- und Webszene gezeigt. „Die Tätigkeit des Spinnens und
Webens hat stets tief symbolische Bedeutung; der Lebensfaden wird gesponnen, der Teppich
des Lebens wird gewebt“ (LIPFFERT1964,138). Diese Vorstellung findet sich nicht nur in der
Antike (HUNGER 1955,224), sondern auch in den Nordischen Überlieferungen (BÄCHTOLD-
STAUBLI1936,1045 ff., bes. 1050,1054; HOOPS1916,314 f.; 1019,205 ff.; FORRER1908,429 ff.,
bes. 432), ja sogar bis ins frühe Mittelalter, wo zuweilen auch die Jungfrau Maria symbolisch am
Spinnrocken dargestellt wird (LIPFFERT 1964,138). Daraus können wir ersehen, welch tiefe
Bedeutung das Symbol, hinter dem sich eine Mythe, Legende oder Glaubensvorstellung
verbergen kann, bis fast in unsere Zeit hinein besitzt. Leider ist uns der Symbolinhalt vieler

68
Darstellungen verloren gegangen, so daß w irzwar das reale Bild zu schauen vermögen, nicht
aber seinen „geistigen Hintergrund“ (LIPFFEBT 1964,11 ff., bes. 12)107).
Das reale Bild der Webszene hat nach O. H. FREY (1976) eine Entsprechung in einem
Tintinnabulum aus Bologna. Hier wie dort nimmt die Weberin die zentrale Stelle im Bild ein. In
Ödenburg ist zu ihrer Linken die Frau mit der senkrechten Handspindel (A. EIBNER 1974,
79 f.) - in Bologna ebenfalls eine Zentralfigur zu ihrer Rechten der Leierspieler dargestellt,
während Frauen m it erhobenen Armen daran umlaufend anschließen (Taf. 17). Dieser Gestus
der erhobenen Arme ist im mediterranen Bereich Ausdruck des Göttlichen, der erscheinenden
Gottheit (NEUMANN 1965, 91 ff.; SCHWEITZER 1969,133 f., 189, 212; HEILMEYER 1972, 65
und Anm. 174; PFIFFIG 1975, 265; vgl. auch MÜLLER-KARPE 1959 a, 79 ff.). V idieicht
können wir daher als geistigen Hintergrund dieser Webszene, in Anlehnung an das Bologneser
Tintinnabulum (C. EIBNER 1980 b; A. EIBNER 1981, vgl. auch Anm. 83), eine mehrpersonale
Schicksalsgöttin fassen (KENNER 1979; KRISS 1970, 1278 f., sowie 1382, 1450, 1453 f. -
„vebelis“, als Beiname der Reitia, m it „Weberin“ übersetzt; vgl. dazu auch NILSSON 1941,
338 ff, bes. 340/Anm. 1,344; ANATI 1961,141 f.; für die Gallier - de VRIES 1961, 78 f.; für die
Kelten - SZABO 1971, 70 f.).

69
HALLSTATTZEITLICHE DARSTELLUNGEN VON
MUSIKINSTRUMENTEN

Die M usikinstrumente geben uns die Möglichkeit in einen über die materielle Kultur
hinausgehenden Bereich der H allstattkultur vorzustoßen. Leider können wir uns hier nur mit
den Darstellungen, den bildüberlieferten Quellen befassen, da die Ausdeutung ergrabener
Befunde auf diesem Gebiet noch schwieriger ist (PESCHECK 1942,120 ff.). Die Darstellung
kann Uns aber keine Auskunft über die genaue Bauart, Stimmung, Tonhöhe und -klang der
Instrum ente geben. In dieser Hinsicht stehen wir bei derselben schwierigen Aufgabe wie die
klassischen Altertumswissenschaften, die zwar Schriftquellen besitzen, diese aber nicht exakt
m it den Bildquellen in Übereinstimmung zu bringen vermögen (AIGN 1963; WEGNER 1954,
1595 ff., bes. 1596; A. EIBNER 1980 b).

Wenn wir die bildüberlieferten Darstellungen in der H allstattkultur überblicken, so


beschränken sich diese im großen und ganzen auf den Osthallstattkreis10*). In ihm können wir
in drei verschiedenen Gebieten M usikinstrumentendarstellungen feststellen: in-der Kalender­
berggruppe (GALLUS 1934; MOZSOLICS 1954; A. EIBNER 1980 b, 124 f.), in der Sulmtal-
gruppe (SCHM3D 1933; A. EIBNER 1980 b, 126 ff.) und darüber hinaus im Bereich der
Situlenkunst (LUCKE u. FREY 1962, 89; A. EIBNER 1980 b, 129 ff.), wobei sich die Musikin­
strumente der Zone östlich des Alpenrandes und diejenigen südlich der Alpen näher
zusammenschließen lassen (A. EIBNER 1980 b, 128 ff.).
Sowohl im Gebiet östlich des Alpenrandes als auch im Bereich des Situlenstiles gelangten
Saiten- und Blasinstrumente zur Darstellung, doch ist der Typ jeweils ein anderer. Primär
behandeln wir die Musikinstrumente des Ostalpengebietes eingehender, da die Ödenburger
Darstellungen hier eng anzuschiießen sind.
Die Ödenburger Musikinstrumente lassen verschiedene Leierformen erkennen (AIGN
1963, 192 ff.; A. EIBNER 1980 b, 124). So ist ihr Bau und die Saitenzahl verschieden, doch
stimmen sie in der Haltung des Instrum entes (vertikal von sich gehalten) und im Saitenverlauf
(parallel) überein. Das Instrum ent auf dem Kegelhalsgefäß (Inv. Nr. 35.424 - Taf. 17) des
Tumulus 27 weist einen kreissegmentförmigen Schallkörper m it leicht nach innen gebogenen
Jocharmen und vier parallel verlaufenden Saiten auf. Die Darstellung auf dem Gefäß aus
Tumulus 28 (Inv. Nr. 35.423 - Taf. 29) zeigt zwei einander gegenüberstehende Figuren m it je
einer Leier in Händen. Bei diesen Instrum enten jedoch wie auch bei jenen aus dem
Unbekannten Tumulus (Tum. 96 oder 98) (GALLUS 1934,7, Taf. TVtl; A. EIBNER 1980 b, 124),
bei welchem zwei Figuren hintereinander herschreiten, scheint ein Schallkörper zu fehlen. Die
Saiten sind augenscheinlich in einen einfachen, vierseitigen Rahmen eingespannt (vgl
FORRER 1908,429 f. - spricht die Leier als Wirkrahmen an; ZAGIBA 1976,27 ff., bes. 29). Ihre
Zahl schwankt bei diesem Typ zwischen drei und sieben. Ein ähnliches Instrum ent könnte in
Graphitmalerei auch aus N ov6.KoSariskä überliefert worden sein (PICHLEROVÄ 1969,
Taf. HI, V). Eine weitere Leierdarstellung (?) stammt ebenfalls noch aus dem Unbekannten
Tumulus (Tum. 96 oder 98) (GALLUS 1934, Taf. HI/7), doch ist sie nur sehr fragmentarisch
erhalten. Sie zeigt die mit- dem Querjoch nahtlos zu einer Hufeisenform verbundenen Jocharme
und drei Saiten im Ansatz, während der Resonanzkörper fehlt (ZAGIBA 1976,29, Taf. XII). Da
diese Leierform nur bruchstückhaft überliefert ist, kann über sie nichts weiter ausgesagt
werden. Mit ähnlichen Schwierigkeiten in der Darstellung haben wir es bei den Instrum enten
mit vielleicht dreiseitigem Rahmen aus Novä KoSariskä (A. EIBNER 1980 b, 124, Taf. 3/2) und
bei jenen aus Fischbach in Nordost-Bayem (TORBRÜGGE 1969; 1974; UENZE 1981) zu tun.
Die anderen Formen lassen sich aber wohl für Vergleiche heranziehen (A. EIBNER 1980 b,
124 f.).
Da man bei Vergleichen immer von den nächstliegenden Räumen auszugehen pflegt, wir
aber für den Bereich der Situlenkunst schon a priori feststellen mußten, daß es sich dort um
andere Formen handelt, vielleicht m it Ausnahme der Situla A von Sesto Calende (GHISLAN-
ZONI1944; A. EIBNER 1981)10*), bleibt uns nur der Weg zu den Kulturen des Mittelmeergebie­
tes offen. Hier finden wir die nächste Parallele zu der Darstellung aus Tumulus 27 in
Griechenland. Bevor wir näher auf diese eingehen, wollen wir uns einen kurzen Überblick über
die Saiteninstrumente in Griechenland zur Zeit um 700 v. Chr. verschaffen, einer Zeitphase, die
ungefähr m it dem Beginn der H allstattkultur zusammenfällt (KOSSACK 1959, 50 ff., bes. 56/
Tab. 3).

70
In den homerischen Dichtungen werden nach B. AIGN (1963, 300) „Phorminx“ und
„Kitharis“ als echte Instrumentennamen ohne andere Bedeutung (s. u.) empfunden - womit ein
relativ hohes Alter angedeutet scheint (vgl. auch WEGNER 1968). Der Name Phorm inx kann
nun jenen Instrum enten zugeordnet werden, die einen halbkreis- oder sichelförmigen Reso­
nanzkörper besitzen, da die Leiem der zeitgenössischen Darstellungen in der Mehrzahl einen
halbkreisförmigen Schallkörper aufweisen. Es ist sehr bemerkenswert, daß m it dem Ver­
schwinden dieser Form auch der Name Phorminx nach und nach außer Gebrauch kommt
(AIGN 1963,283 und 287, weiters 281,283; vgl. auch WEGNER [o. J.], 17). Von der Kitharis wird
in späterer Zeit der Name Kithara abgeleitet. Diese besitzt einen kastenförmigen Schallkörper
und nach B. AIGN unleugbare Elemente der alten Kitharis. Wenn HOMER nun diese beiden
Namen ohne Unterschied gebraucht, so kann dies als Anzeichen dafür ausgelegt werden, daß
durch die Vielfalt der Instrumentenformen der damaligen Zeit eine Verwirrung hervorgerufen
worden (AIGN 1963, 287; vgL dazu PORADA 1956, 200 ff.) bzw. dieser Unterschied in der
Bedeutung verlorengegangen war. Eine „Lyra“ kennt Homer noch nicht. Der Name taucht erst
gleichzeitig mit der Schildkrötenleier, danach auch Chelys genannt, auf. Es wird damit
eindeutig eine Leier bezeichnet, die als Schallkörper einen Schildkrötenpanzer oder eine
Imitation desselben aufweist (AIGN 1963, 287). .........
Die Leier des Tumulus 27 entspricht demnach am ehesten der Phorminx, wenn für diese
der halbkreisförmige Resonanzkörper typisch ist (AIGN 1963, 287). Auch die Bespannung m it
vief Saiten findet sich häufig bei griechischen Leiem (AIGN 1963, 195)110). Für die anderen
Darstellungen lassen sich keine Entsprechungen finden und es scheint, daß es sich bei ihnen
um von der Phorminx verschiedene Instrum ente handelt (AIGN 1963,197; A EIBN ER1980 b,
125). B. AIGN (1963, 201 f., 136 f.) führt in seiner Besprechung der Ödenburger Leiem einen
Vergleich eventuell m it den kleinen Kastenleiem der Bergvölker Vorderasiens, die allerdings
fast um ein Jahrtausend älter sind, an. Diese Instrum ente besitzen jedoch einen kastenförmi­
gen Schallkörper, während die Ödenburger Saiteninstrumente einen solchen, der hier nur sehr
schmal und unauffällig gewesen sein könnte, nicht erkennen lassen. Es ließe sich dabei aber
noch an andere Instrum ente wie an Psalterien (AIGN 1963,158 f. und Anm. 1; VETTER 1933,
853) oder vielleicht auch an Zithern denken, wenn B. AIGN (1963,196 f.) meint, daß die anderen
Saiteninstrumente auf den Ödenburger Gefäßen einheimische Instrum ente wiedergeben
könnten. Diese Deutungen sind aber reine Hypothesen, solange sich keine Vergleichsstücke
anführen lassen. Wir wissen in unserem Raum leider kaum etwas über M usikinstrumente aus
der Zeit vor- oder nachher, sondern kennen nur hallstättische Instrum ente und deren
Abbildungen, die wir mangels anderer Darstellungen m it solchen aus der Mittelmeerwelt
vergleichen müssen.
Eine Bronzestatuette aus Szäszhalombatta, südlich von Budapest, zeigt ein solch hallstätti-
sches Instrum ent. Es ist ein unbekleideter Musiker dargestellt (vgl. A EIBNER 1980 b, 134),
der aber anscheinend reich geschmückt ist (Ritzlinien an den Armen, Beinen und um die
Taille) und m it beiden Händen ein Blasinstrument hält. Das Blasinstrument selbst besteht aus
zwei divergierenden Röhren, deren rechtwinkelig dazü angesetzte Schallöffnungen homarti-
ges Aussehen besitzen, wobei die Bpitze des Homes nAch unten weist, während das abge­
stumpfte, breite Ende (die Öffnung) nach oben gerichtet erscheint. Das ganze Instrum ent
dürfte verziert gewesen sein, wie man aus Ritzlinien entnehmen kann (MOZSOLICS 1954,167,
Taf. XLII/3 a und b; SEEWALD 1960,170 und Anm. 47; AIGN 1963, 200).
Diese Bronzeplastik ist jedoch nicht der alleinige Beleg für eine solche Instrum enten-
Gattung. Wir finden einen Typ gleicher Art auch noch, in Punkt-Buekel-Technik getrieben, in
Kleinklein in der Steiermark (SCHMID 1933; DOBIAT 1979; 1980). Hier sind auf einer
Bronzeziste (Kröfl-Schmiedkogel, Ziste XH3) und einem Zistendeckel (Kröll-Schmiedkogel,
Deckel XU3) zwei Musikanten m it ihren Instrum enten, einander gegenüberstehend, dargestellt
(SCHMID 1933, 268 f„ Taf. I/c, 270 f., Abb. 46; A. EIBNER 1980 b, 126). Es handelt sich wieder
um ein Instrum ent m it zwei divergierenden Röhren und rechtwinkelig dazu angesetzten,
hom artigen Schalltrichtern am Ende. Es liegt hier also der gleiche Typ wie bei dem
ungarischen Fund vor. Welcher Gattung von Blasinstrumenten gehören sie aber an? In der
Erstpublikation des ungarischen Fundes wird von einer zweiteiligen Trompete oder Flöte
gesprochen, zu der es keine ähnlichen Parallelen gäbe. Es könne sich daher möglicherweise um
ein Blasinstrument handeln, das nur in Ungarn bekannt war (MOZSOLICS 1954, 167). O.

71
SEEWALD (1960, 170 und Anm. 47) dagegen spricht von einer Doppelschalmei, die, abwei­
chend von der üblichen Form des griechischen Aulos, verbreiterte, trom petenartige Schallöff­
nungen aufweist. Eine neuere, leider nur knappe Bearbeitung erführ die ungarische Plastik
durch B. AIGN (1963, 200), der das Instrum ent als Doppel-Aulos ansprach und auf Entspre­
chungen in Etrurien hinwies111). Der Schallbecher scheint aber nun ein sicheres Indiz dafür zu
sein, daß der hallstättische Aulos ein Rohrblattinstrum ent war (BECKER 1966,117 f.; BOETTI-
CHER 1964); er gehört jedenfalls in die Gruppe der Doppelrohrinstrumente (A. EIBNER
1980 b, 126).
Schon HOMER nennt drei in späterer Zeit in Griechenland wohlbekannte Blasinstrumente
- den Aulos, die Syrinx und die Salpinx (AIGN 1963,291 ff.). Von diesen ist für uns der Aulos
am interessantesten. In der M usikkultur der Frühgriechen bzw. Mykenäer fand die Aulosmu-
sik geringe Beachtung; und nicht nur bei HOMER, sondern auch noch bei PLATO, also im
5. Jh. v. Chr., spiegelt sich die Abneigung der Griechen gegen die Aulosmusik wieder. Das
Zeugnis HOMERs läßt aber erkennen, daß den Griechen, wenigstens aber den Ioniern
Kleinasiens um 750 v. Chr. Auloi und Syringen bekannt waren. In den Bilddarstellungen
scheint der Aulos erst wieder um 700 v: Chr: auf, nachdem es schon in Kreta'AulosdarsteUun-
gen gegeben hat, wie die Sarkophag-Darstellung von Hagia Triada beweist (AIGN 1963,47 f. -
n/13, Abb. 17; SCHACHERMEYR 1964,171 f., Taf. 35 b, 209 f.). Dieser kretische Aulos ist ein
Elymos, ein phrygischer Aulos, wie er von den Griechen genannt wurde, bei welchem in der
Regel das Unke Rohr einen hom artigen Schalltrichter hat. Er fand aber nicht nur in Phrygien,
sondern auch in Etrurien und bei den Römern Verbreitung. Auch in Griechenland selbst ist er
gebräuchlich, sogar in der Form, daß beide Rohre einen Schalltrichter besitzen (WEGNER
1954, 1597; DUCATI 1927, Taf. 130; 1941, Taf. 7, 15; PARIBENI 1938, Taf. 20/4, XXmy3;
HERBIG 1933, Taf. XIX/3; MANSUELLI 1963, 83/Taf.; RICHARDSON 1964. 123 f.. 225 ff.,
Taf. XXXIII).
In Etrurien kommen ebenfalls Auloi m it trichterförmig verbreiterten Schallöffhungen vor
(MÜLLER u. DEECKE 1877, 201 ff.; v. JAN 1896, 2415 ff.), die aber nicht als unm ittelbare
Parallele herangezogen werden können, denn bei den hallstattzeitlichen Instrum enten ist der
Schalltrichter im Winkel zum Rohr angesetzt. In dieser Hinsicht ist der phrygische Aulos noch
die nächste Parallele, da auch hier der Schalltrichter winkelig vom Rohr abbiegt, aber nicht,
wie bei den haUstättischen Auloi, eigens angesetzt erscheint113).
Als Ergebnis dieser Vergleiche können wir nun feststcllen: die Leier des Tumulus 27 kann
m it dem griechischen Phorminx-Typ verglichen werden, während für die anderen Leierinstru­
mente die Typenansprache fraglich bleiben muß, da sich ihre Formen nicht m it denen
griechischer Leiem (Phorminx, Kithara und Lyra) in Verbindung bringen lassen (AIGN 1963,
283 f.; SEEWALD 1960,163)1“). Die Leier der Ziste von Kleinklein (KröU-Schmiedkogel, Ziste
XQ), die in horizontaler Haltung vor dem Körper m it drei bis fünf parallel gespannten Saiten
und überstehenden Jocharm en wiedergegeben ist (SCHMID 1933, 267 f., Abb. 45/a, b; AIGN
1963, 197 f.; A. EIBNER 1980 b, 126), hat eine Parallele in dem Siegelabdmck aus Tarsus (um
1000 v. Chr.), bei dem die Leier ebenfalls horizontal gehalten und überdimensional zum Spieler
dargestellt wird (AIGN 1963,198-f.; vgl. auch-PORABA1956,204; Fig. j). Die Tarsus-Leier geht
nach B. AIGN auf die minoisch-mykenischen Leiem zurück, während die Kleinkleiner Leier
wie eine „Mischung aus der Phorminx der geometrischen Epoche Griechenlands und der
minoisch-mykenischen Leier m it geschwungenen Jocharmen“ (AIGN 1963,199) wirkt und mit
den griechischen Leiem des 5. Jh. v. Chr. wenig gemeinsam hat. B. AIGN spricht sie daher als
fraglichen Phorm inxtyp an (AIGN 1963,199,376 f.). Somit lassen sich die Leiem des Gebietes
östlich des Alpenrandes als Phormingen (A. EIBNER 1980 b, 124,125 f.) ansprechen, während
man die Blasinstrmnenten-DarStellungen dieses Gebietes als Doppel-Auloi bezeichnen könnte
(A. EIBNER 1980 b, 126,128). Wir haben dadurch in diesem Gebiet zwei Instrum ententypen -
Phorminx und Aulos - vertreten, die im griechischen Bereich zu den bedeutendsten und
volkstümlichsten zählten (VETTER 1933, 853; A. EIBNER 1980 b, 128 f.).
Die Instrum ente des Situlenbereiches haben wir als a priori anders geartet bis jetzt von
einem Vergleich ausgeschlossen, doch sind innerhalb der Situlenkunst ebenfalls Saiten- nwd
Blasinstrumentendarstellungen vertreten (A. EIBNER 1980 b, 129 ff). Es finden sich wieder
Leierspieler, aber auch Syrinxspieler und Hornbläser, doch fehlen die Aulosspieler (LUCKE u.
FREY 1962, 89); Die Leier besteht aus einem Schallkörper m it einem großen, unregelmäßig

72
geschwungenen „Bügel“, der zwei große Knöpfe besitzt. Hier sind also das geschwungene
Queijoch und die ebenfalls geschwungenen Jocharme nahtlos miteinander verbunden
(LUCKE u. FREY 1962,19 f.). Die Saiten sind über den Bügel gespannt, doch ist ihre Anzahl
nicht genau festzustellen, da die Hand des Spielers zuviel überdeckt, jedoch sind bei der
Certosa-Situla einmal fünf Saiten zu erkennen (LUCKE u. FREY 1962, 19 f.). Die Syrinx hat
eine variierende Pfeifenzahl von vier bis sieben, ist immer abgeschrägt, und meist wird auch
eine Umwicklung der Pfeifen angegeben (Ausnahme: Situla Certosa und Welzelach) (LUCKE
u. FREY 1962,18). Hornbläser sind nur sehr selten dargestellt und finden sich auf den Situlen
Este-Benvenuti und Amoaldi. Das Blasinstrument auf der Situla Benvenuti ist hom artig nach
aufwärts gebogen und m it verbreiterter Schallöffnung dargestellt, während jenes der Situla
Amoaldi zwar ähnlich gebildet ist, doch verbreitert sich das Horn hier allmählich und besitzt
keine verbreiterte Schallöffiiung, soweit sich dies aus der Darstellung erkennen läßt (LUCKE
u: FREY 1962, Taf. 26, 63, 65).
Nach griechischen Quellen waren die Syringen das Instrum ent der Hirten. Dieses Milieu
stellte man aber in der geometrischen Epoche Griechenlands nicht dar. Abbildungen von
Syringen treten daher erst nach 700 v. Chr. in Bildzeugnissen auf, vorher sind sie nur
schriftbelegt (AIGN 1963, 292, 298). Daher ist die Vorliebe für dieses Instrum ent im Südostal­
penraum einzigartig (LUCKE u. FREY 1962, 18). Die Leier scheint in dieser Form bei den
Griechen nicht auf, sondern am ehesten im vorderasiatischen Raum (STAUDER 1961, 36 ff.;
ZAGIBA 1976, 25), während für den Hornbläser der Situla Benvenuti etruskische Parallelen
herangezogen werden können. Es dürfte hier der etruskische Lituus dargestellt worden sein
(SEEWALD 1960, 166), während der Hornbläser der Situla Amoaldi in seiner Form zuwenig
ausgeprägt erscheint, um ihn an andere bekannte Instrumente anschließen zu können. Daraus
läßt sich erschließen, daß die Situlenkunst teilweise vielleicht übernommene oder zumindest
angeregte Instrumentenformen, teilweise einheimisch überlieferte darzustellen scheint, wobei
aber auch hier noch nichts Endgültiges ausgesagt werden kann, denn die Anregungen, die zum
Situlenstil führten, kennen wir in ihren Wurzeln noch zu wenig (LUCKE u. FREY 1962,18 ff.;
vgL A. EIBNER 1980 b, 130 f.).
Nach den so gewonnenen Ergebnissen in Bezug auf Instrumentenformen m üssen wir uns
die Frage stellen, wie diese zu bewerten sind. Es gibt drei Möglichkeiten der Erklärung:
1. das Ostalpengebiet ist vom Landweg her aus dem Südosten beeinflußt worden, das
Gebiet des Situlenstiles aber über die Adria, vom Süden her;
daraus ergibt sich: die Darstellungen des Ostaipengebietes können ungefähr gleichzeitig mit
denen des Situlenstiles sein.
2. das Ostalpengebiet kann ebenfalls über die Adria beeinflußt worden sein;
daraus ergibt sich:
a) sie können gleichzeitig m it den Situlendarstellungen sein; beide Gemeinschaften hätten
dann aus den Anregungen verschiedene Instrum ententypen ausgewählt.
b) die Darstellungen beider Gebiete sind nicht gleichzeitig; man verwendete verschiedene
Instrum ente zur Musikausübung.
3. es handelt Sich um einheimische Musikinstrumente.
Von diesen drei Möglichkeiten ist die der Nichtgleichzeitigkeit am wahrscheinlichsten, da
man verschiedene Instrum ente in den beiden Gebieten darstellte (zur Datierung vgl.: A.
EIBNER 1980 b, 128 f.; 1981, Anm. 72, 73, 74, 75; zur Anregung vgl.: A. EIBNER 1980 a, 202;
1981, auch Anm. 89). Syringen scheinen in Griechenland außerdem erst seit dem 6. Jh. v. Chr.
durch Bildzeugnisse belegt zu sein. Ebenso ist das Zusammenwirken m ehrerer Instrum ente
zunächst ebenfalls bildlich nicht nachweisbar (AIGN 1963, 297, 358, 365). Was allerdings den
E in flu ß von außen her, also vom Südosten - Griechenland - oder vom Süden - Italien -,
betrifft, so ist darüber sehr schwer zu entscheiden, da uns der Charakter einheimischer
Musikinstrumente vollkommen unbekannt ist. Wir können daher Einflüsse auf dieselben
kaum genügend nachweisen, vor allem deshalb, weil uns viel zu wenig datiertes Vergleichsma­
terial aus den Mittelmeergebieten vorliegt. Einzig bei der Phorminx des Tumulus 27 scheint
sich ein gewisser Einfluß geltend zu machen (vgl. FRANZ 1933,203). Wieweit dies auch für die
Auloi gilt, können wir schwerlich angeben, da musikgeschichtliche Untersuchungen kaum
vorliegen und die Bauart dieser hallstättischen Instrum ente doch etwas verschieden von jener
der Mittelmeerwelt zu sein scheint.

73
Bezüglich des Instrumentengebrauchs können wir feststellen, daß wir es nicht nur mit
Einzelmusikem zu tun haben, sondern daß im Ostalpengebiet die Leiem114) und auch die
Auloi11") von einander gegenüberstehenden Musikanten gespielt werden, wobei jeder Spieler
das gleiche Instrum ent in Händen hält. Diese heraldische Stellung der M usikanten führte
deshalb auch zur Zweikampf-Deutung der Auleten. Im Bereich des Situlenstües können aber
sowohl Syrinx und Leier gemeinsam gespielt werden, als auch nur Syringen oder nur Leiem
zusammen erklingen, wobei die Spieler auf „Thronen“ sitzend wiedergegeben sind (A.
EIBNER 1980 b, 138 ff., bes. 139 f.).
In Griechenland ist uns der Agon (WEILER 1974, bes. 37 ff., 244 ff.) überliefert. Es handelt
sich dabei um einen W ett-Streit m it einem Preis für die beste Leistung (MEIER 1894). Der Agon
bezieht sich in' erster Linie auf menschliche Fertigkeiten, wobei er jeder Art von Tätigkeit zum
Ansporn dienen kann, so daß es fast unmöglich ist, alle Arten von Agones aufzuzählen. Die
alten Autoren geben eine Dreiteilung der Agones in ’oywveg yuiiixoi (worunter auch der
Faustkampf zu zählen ist), ’or/öveg imuxoi (Pferde- und Wagenrennen) und ’ayÄve? noumxoi
(Wettkämpfe in künstlerischen Leistungen auf dem Gebiet der „mousikä“, worunter Musik,
Poesie und Orchestrik zu verstehen ist) wieder. Man setzte dafür, tun die Zähl der Teilnehmer
und den Eifer zu steigern, meist wertvolle Geschenke oder Preise für den Sieger aus (vgl. dazu
A. EIBNER 1981, auch Anm. 61, 62). Musik wurde aber nicht nur bei Wettkämpfen, im Krieg,
bei Gastmählem und Totenfeiern gespielt, sondern auch bei der Arbeit, bei Tanz und Gesang
(VETTER 1933,857 f.; MÜLLER u. DEECKE 1877,201; vgl. auch AIGN 1963,301 ff.; WEGNER
1954,1601 f.; A. EIBNER 1980 b, 136 ff., bes. 137 f.).

Vergleichen wir dies wieder mit der hallstättischen Musikausübung, dann läßt sich die
heraldische Darstellung der Musikanten als Agon deuten (LUCKE u. FREY 1962,17), während
der Leierspieler des Tümulus 27 möglicherweise bei der Arbeit aufspielt, erklingen die
Instrum ente der M usikanten des Tumulus 28 wohl zum Tanz (M. HOERNES 1891,164 f.; vgl.
auch LUCKE u. FREY 1962, 72, Taf. 69; A. EIBNER 1980 b, 140 f.).
Ergeben sich diese Ähnlichkeiten mm auf Grund des Einflusses von außen her oder
entsprechen sie einem gewissen kulturellen Entwicklungsstadium? Kann doch eine Kultur
nicht für sich allein abgeschlossen leben, sondern empfängt Einflüsse, gibt selbst aber auch
Anregungen weiter.

In allen frühen szenischen Bildern, ob im Osthallstattkreis oder im Situlenbereich,


überwiegt die heraldische Darstellung der Musiker, der Agon. Sie halten dabei immer jeweils
das gleiche Instrum ent in Händen wie Doppelauloi (Kleinklein) oder Leiem (Ödenburg, Sesto
Calende - Situla A). Auch ein Hintereinanderherschreiten von zwei Spielern wie bei einer
Prozession ist zu beobachten; leider sind gerade jeweils diese Szenen nur fragmentarisch
Erhalten (Ödenburg und Kleinklein - vgl. A. EIBNER 1980 b, Taf. 1/1,2/1). Daneben kommen
auch Einzelmusiker vor (A. EIBNER 1980 b, 139 f.; vgl. auch HAAS 1981 - Einzel- und
Ensemblemusiker). Während die Situlenkunst anscheinend ein gerade umgekehrtes Verhält­
nis wiedergibt, indem die Agondarstellung -■wie im Osthallstattbereich üblich - nur einmal
belegt erscheint (die zwei Syrinxbläser auf der Situla Providence); die beiden anderen Male
erklingen Syrinx und Leier gemeinsam (Certosa-Situia) bzw. ist die Szene nur fragmentarisch
erhalten (ein Krieger m it Leier, der zweite fehlt, spielt zum Tanz a u f- Situla Magdalenska gora).
Sonst dürften die Einzelmusiker überwiegen, vor allem die Syrinxbläser, da ein Leierspieler
sonst nur noch einmal wiedärgegeben ist (A. EIBNER 1980 b, Taf. 5/1, 2; 6/1, 2). Auch
Musikanten im Prozessionszug, wieder nur Syrinxbläser allein, kommen vor (Situla Welzelach
44 und 45 - vgl. LUCKE u. FREY 1962, 81 ff.).
f

Auch in der Spielweise der Instrum ente ergeben sich Unterschiede: in der Kalenderberg­
gruppe hält der Musikant das Instrum ent - eine Leier - vertikal m it beiden Händen vor sich,
während in der Sulmtalgruppe und in der Darstellungstechnik verwandt auf Sesto Calende die
Spieler die Leier horizontal vor sich halten, wobei das Instrum ent den Körper verdecken kann
(Kleinklein) oder umgekehrt, wie es Sesto Calende zu zeigen scheint. Eine ähnliche Instrum en­
tenhaltung liegt auch in Nordostbayem, in Fischbach, vor, wo die Leier allerdings stark
stilisiert wiedergegeben ist (UENZE 1981; TORBRÜGGE 1969; 1974)1“).

74
Die dem Typ nach einheitlichen Aulosinatrumente des Osthallstattkreises werden auch
von allen M usikanten in der gleichen Art der gewinkelten ArmhaJtung gespielt. Daraus ergibt
sich eine günstigere Handstellung zum Greifen. Wir können daraus eine gleichständige
Handhaltung m it paralleler Fingerbewegung ableiten, ein Kennzeichen früher Musikausübung
und haben gleichzeitig in dem getrennt gedoppelten Instrum ent die ältere Form gegenüber
dem verbunden gedoppelten vor uns (BECKER 1966,104 f., 116 f., 118 £).
Eine ganz andere Spielweise der Leiem zeigt uns aber die Situlenkunst: hier wird das
Instrum ent horizontal unter den Arm geklemmt, um es für das Spiel abzustützen (A. EIBNER
1980 b, 130 f.).
Vielleicht werden hiedurch zusätzlich auch die verschiedenen Einflußsphären belegt,
indem m it der mehr oder minder vertikalen bzw. horizontalen Instrum entenhaltung vor dem
Spieler und der gewinkelten Armhaltung der Aulosbläser eine weitgehende Übereinstimmung
mit den griechischen Darstellungen festzustellen ist (WEGNER 1968; SCHWEITZER 1969,
53 ff., 171, Taf. 67, 203), während das Klemmen des Leierschallkörpers unter, den Arm im
Situlenbereich eher im vorderasiatischen Räum geläufigzü. sein scheint, Wie auch am ehesten
Entsprechungen zu dieser Leierform dort zu finden sind (STAUDER 1961,36 ff.).
Wir hätten hier vielleicht ebenfalls angedeutet, aber auf anderem Wege, was O. H. FREY
(1969,62 ff., 68 ff., 83 ff.) schon für den Osthallstattraum betont h at-ein en griechisch-ionischen
Einfluß und für die Situlenkunst die orientalisierende Komponente, in der Einflußbereiche aus
dem Vorderen Orient, syrisch-phönikisch-kyprischer und ägyptischer Art zusammenfließen
(HELCK 1979; HÖLBL 1978; 1979; 1980; A. EIBNER 1980 b, 130 f.; 1980 a, 200; AIGNER 1980;
vgl. dazu auch die Fremdeinflüsse auf die attische Bildkunst des 7. Jh. - KÜBLER1970.289).

75
CHRONOLOGISCHE AUSWERTUNG
Die chronologische Gliederung unseres Materiales soll zunächst durch eine Gräberstrati­
graphie nach Typenkombinationen erfolgen. Erst dann wollen wir durch Querverbindungen
untersuchen, wieweit sich unser Material in den Rahmen der übrigen Erscheinungen der
.Hallstattkultur des Ostalpenraumes einordnen läßt.

GRÄBERSTRATIGRAPHIE DER BURGSTALL-NEKROPOLE NACH


TYPENKOMBINATIONEN

Für ein solches Vorgehen stehen u. E. 27 Gefäßtypen zur Verfügung. Es handelt sich dabei
in erster Linie um Gefäßtypen, aber auch um Verzierungsformen, die für eine Gliederung in
Frage kommen. Diese werden nach H. ADLER (1964, 187 £f.; 1965) in einem Diagrämm
graphisch so dargestellt, daß jede Vergesellschaftung von zwei verschiedenen Typen durch je
zwei Punkte gekennzeichnet ist, da die beiden Ordinaten in gleicher Reihenfolge die Typen
aufgetragen haben und so die Diagonale das Diagrammen zweispiegelbücUieheHälften-teilt.
Der Theorie entsprechend, wird so lange eine Umgruppierung der einzelnen Typen untereinan­
der vorgenommeh, bis sich die Vergesellschaftuhgspunkte möglichst dicht um die Diagonale
scharen. Das Diagramm gestattet so m it größerer Sicherheit die jeweils ältere vor der jüngeren
T^pe zu erkennen. Eine absolute Typenablöse (das sind nicht m iteinander vergesellschaftete
Typen) zeigt außerdem die Möglichkeit einer weiteren, chronologischen Unterteilung an.
Wenn wir nach Typen Vorgehen, so kommen in Betracht:
Kegelhalsgefäß: Kleine Kegelhalsgefäße m it Kammstrichverzierung in Dreiecks- und
7/inkelomament (Nr. 6 auf der Tabelle der Typenkombinationen), Kegelhalsgefäße m it Gra-
phitm ustem (Nr. 7), Kegelhalsgefäße durch Metopengliederung und Dreiecksreihen verziert
(Nr. 17), Kegelhalsgefäße m it metopenartig gegliederter oder Zickzackband verzierter Schulter
und anderen, einfacher verzierten Typen (Nr. 18)11T).
Situla: m it breiter, steiler Schulter (Nr. 13) und solche m it kleiner, absatzartiger Schulter
(Nr. 20).
Situlendeckel: unverziert oder auch graphitiert von konisch kalottenförmiger Gestalt
(Nr. 9), konisch m it Knopf oder Bandhenkel (Nr. 23), konisch m it Bandhenkel, abgeplattetem
Kegelstumpf und gerillter Dreiecksverzierung, deren Spitzen durch Haken betont erscheinen
(Nr. 25), konisch mit eingeritzter Dreiecks- und Einstichreihenvem erung (Art Fingemagclcin-
drücke) (Nr. 26).
KalenderbergfoBschale: m it konischem Schalenkörper und M undsaumrand (Nr. 3) bzw.
mit ausladendem Mundsaum und reicher Innenverzierung (Nr. 12).
Henkelschale: mit graphitiertem Zickzackmuster am Hals (Nr. 14), m it Tonknöpfen am
Umbruch und Omphalosbildung (Nr. 19) sowie m it graphitiertem Hals und Graphitkreuz als
Innenverzierung (Nr. 27).
Große Henkelschale: m it einfacher Verzierung (Nr. 10), mit einfachem Umbruch - Grund­
typ (Nr. 21) und m it reicherer Verzierung (Nr. 22).
Schale oder Henkelschale: m it Ritzverzierung am Hals oder Schalenrand (Nr. 5).
Kalenderberghenkeltopf: m it Kerbung (Art Fingemagelverzierung) (Nr. 4), m it kalender­
bergartiger Verzierung (Nr. 8) und mit „echter“ Kalenderbergverzierung (Nr. 24).
Nach Auffcählung der für eine Typenkombination wesentlichen Gefäße möchten wir noch
auf einige andere Erscheinungen hinweisen, die ebenfalls für eine solche Gliederung in
Betracht kommen. Es sind dies: Rotbemalung von Gefäßen (Nr. 1), schwarzer Anstrich oder
Überzug auf Sifulen und Deckeln (Nr. 16), weiters das Vorkommen von „Geschirrsätzen“,
worunter wir zwei Gefäße gleichen Typs mit mehr oder weniger gleicher Verzierung verstehen
wollen (Nr. 15) und von blauen Perlen mit gelben Einlagen (Nr. 2). An Mustern wären nur
kannelierte, alternierend angeordnete Dreiecke (Nr. 11) zu nennen.
Bei Betrachtung der Kombination dieser vorhin aufgezählten Typen und der anderen
Objekte ergibt sich folgende Reihung (vgl. Abb. 13):
Rotbemalung und blaue Perlen m it gelben Einlagen kommen durchgehend vor, während
sich bei den anderen Typen eine Ablöse zeigt. Wenn wir hier wieder in der gleichen
Reihenfolge Vorgehen, so beginnen wir bei den Kegelhalsgefäßen.

76
Die Kleinen Kegelhalsgefäße mit einfachen Dreiecks- und Winkelmustem - in Reihen oder
gegenständig angeordnet weiche in „Kammstrich“-Techmk ausgeführt sind, laufen teilweise
parallel m it den Kegelhalsgefäßen, die eine Graphitmusterung aufweisen - Winkel- und
komplizierte Dreiecksmuster, welche in Reihen, konzentrisch, schachbrettartig, aber auch
gegenständig angeordnet sein können —. Diese Typen werden dann von Kegelhalsgefäßen
abgelöst, die teilweise diese letztgenannten Muster übernehmen, aber in anderen Techniken
ausführen. Es gehören somit jene Gefäße hierher, deren Schulter eine M etopengliederung
besitzt und bei welchen die Halsverzierung aus Dreiecksreihen, unterbrochen von schachbrett­
artig gebildeten Dreiecken m it Hakenbetonung und Dellenbegleitung, besteht Weiters sind
auch Gefäße m it metopenartig gegliederter Schulter , und einfachen Dreiecksreihen oder
Winkelmustem auf der Halszone hier anzuführen. Bei den Kegelhalsgefäßen zeigt sich daher
die Ablöse nicht so sehr im Typ, ausgenommen die Kleinen Kegelhalsgefäße, die nur noch
auslaufen, als vielmehr in der Verzierungstechnik und auch in der Verzierungsmotivik.
Bei den Situlen scheint keine Unterscheidung möglich zu sein. Es laufen anscheinend

T y p e n k o m b in a t io n s t a b e lle

Abb. 13: /: Tumulus 50 (35.481/3), : Tumulus 80 (35.533)


+: Tumulus 148 (35.427,35.574), x: Tumulus 2/W (17.212)

77
beide Formen nebeneinander her, wenngleich sich vielleicht die Situlen m it kleiner, absatzarti­
ger Schulter enger begrenzen lassen, die anderen aber eher durchzulaufen scheinen.
Ähnlich ist die Situation der Situlendeckel, bei welchen sich nur der Typ m it konisch
kalottenförmiger Gestalt von den übrigen Formen, von denen er auch abgelöst wird, abglie-
dem lä ß t Vielleicht kann man jene Deckel m it Bandhenkel, die eine Dreiecksmusterung in
Ritztechnik oder Rillung aufweisen, ebenfalls näher zusammenschließen und gegen das Ende
der Entwicklung stellen.
Die beiden Typen der Kalenderbergfußschalen lassen sich, soweit dies aus dem spärlichen
Material (es ist nicht alles vollständig erhalten) ersichtlich ist, so aufteilen, daß die Fußschale
m it Mundsaumrand vielleicht früher auftritt als jene m it ausladendem Mundsaum und reicher
Innenverzierung, obwohl in einem Grab (Tumulus 2/Warischberg - hier ist dieser Typ gang
erhalten, wobei der Schalenboden in den Fußteil eingetieft ist) beide Typen gemeinsam
Vorkommen. Dies kann aber vielleicht als ein „Nachleben“ gedeutet werden.
Innerhalb der Henkelschalen glauben wir eine Abfolge insofern aufZeigen zu können, als
Henkelschalen (bzw. auch Schalen) m it Ritzverzierung von jenen m it graphitiertem Zickzack­
muster am Hals und diese wahrscheinlich von solchen m it vollkommen graphitiertem Hals
und Graphitkreuz als Innenverzierung abgelöst werden; wobei der-Ü bergang derdetzteren
mehr fließend ist. Dazu kommen noch die Henkelschalen m it Tonknopfverzierung am
Umbruch, die eher eine geschlossen? Gruppe bilden und m it den zickzackverzierten, graphi-
tierten Henkelschalen annähernd parallel laufen.
Die Großen Henkelschalen weisen eine ähnliche Gliederung auf: einfach verzierte über­
schneiden sich teilweise m it den sie ablösenden, reich verzierten Henkelschalen, wobei
unverzierte jenen noch vorausgehen dürften. Henkelschalen m it einfachem Umbruch hinge­
gen scheinen näher zusammenschließ bar und nur kurzlebig zu sein.
Eine „klassische“ Abfolge scheint uns beim Kalenderberghenkeltopf vorzuliegen. Henkel­
töpfe m it gekerbter Verzierung, die unter dem Henkel aussetzt, überschneiden sich teils mit
solchen, die eine kalenderbergartige Verzierung (Dreiecksverzierung in verschiedenen Techni­
ken ausgeführt) aufweisen und bei welchen nur die Warzenreihe, den Hals-Schulter-Umbruch
betonend, an die „echte“ Kalenderbergverzierung erinnert Beide Typen werden Hann durch
die „echten“ Kalenderberghenkeltöpfe abgelöst, deren Verzierung plastisch, m eist kreisför­
mige Muster bildend, gestaltet ist.
Zuletzt sei noch auf die Stellung jener Erscheinungen hingewiesen, die losgelöst von den
Gefäßen betrachtet wurden. Das kannelierte, alternierend angeordnete Dreiecksm uster ist eng
zu begrenzen und auf eine Gruppe beschränkt, während der schwarze Überzug (Pechanstrich)
und der „Geschirrsatz“ später als jener Mustertyp auftreten und mehr oder weniger parallel
laufen.
Diese Ablöse der Typen läßt sich 'iri. zwei Gruppen zusammenfassen, die sich gut
voneinander unterscheiden, wobei es aber auch einige wenige Typen gibt, die eine Art
„Zwischenglied“ bilden.
Erste Gruppe: hierher sind der Kalenderberghenkeltopf m it Kerbung, die Henkelschale
(bzw. Schale) m it R itzveraerung,w eiters die Kalenderbergfußschale m it Mundsaumxand
(wenngleich eine solche auch in der zweiten Gruppe im Tum. 2/Warischberg erscheint) und der
konisch-kalottenförmige Deckel (es kommt ein solcher vielleicht auch in der zweiten Gmppe
im Tum. 89 vor) zu stellen. Bei den Kegelhalsgefäßen gehören die Kleinen Kegelhalsgefäße und
die Kegelhalsgefäße m it Graphitverzierung in diese Gruppe (obwohl ein graphitverziertes
Kegelhalsgefäßbruchstück im Tum. 65 (2) und auch im Tum. 50 nachgewiesen ist, doch werden
bei letzterem in der Fundbeschreibung Scherben in der Hügelaufschüttung erwähnt). Ebenso
sind die Kalenderberghenkeltöpfe m it kalenderbergartiger Verzierung und euch die Großen
Henkelschalen m it einfacher Verzierung oder unverziert m it kurzem Kegelhals hier einzu­
reihen.
Bei dieser Aufzählung weisen die letzteren Typen bereits eine Art Übergangs Stellung auf,
denn ein Grab(Tum. 14) scheint durch sein Inventar eine M ittlerstellung zwischen erster und
zweiter Gruppe einzunehmen. In ihm sind Typen enthalten, die noch zur ersten Gruppe
gehören wie Kegelhalsgefäß mit Graphitverzierung, Kalenderberghenkeltopf m it kalender­
bergartigem M uster und unverzierte Große Henkelschale (Nr. 10a in der Tabelle der Gräberzu­
ordnung; vgL Abb. 15), aber auch schon solche, die wir einer zweiten Gruppe zuordnen können
wie einfach verzierte Henkelschalen, kannelierte, alternierend angeordnete Dreiecksverzie-

78
I
Abb. 14: Typenabfolge a - i . Giuppe c -a Gruppe
rung, Kalenderbergfußschale mit ausladendem Mundsaum, Situla m it breiter, steiler Schulter
und unverziertes bzw. graphitiertes Kegelhalsgefäß (Nr. 28).

Zweite Gruppe: hier können wir all jene Typen wiederholen, die vorhin bei Tumulus 14
bereits als hierhergehörig bezeichnet wurden (s. o.), wobei die Kegelhalsgefäße sowie die
Situlen m it breiter Schulter als Durchläufer angesehen werden müssen. Die einfach verzierten
Großen Henkelschalen laufen langsam aus, laufen aber teils m it den reich verzierten noch mit
und werden von diesen abgelöst, während die Henkelschalen m it einfachem Umbruch auf
diese Gruppe beschränkt zu sein scheinen. -Auch die kannelierte Dreiecksverzierung ver­
schwindet la n g sam als Mustertyp, während die Kalenderbergfußschale m it ausladendem
Mundsaum ein Charakteristikum innerhalb dieser Gruppe bildet. Ebenso sind der Situlentyp
m it kleiner, absatzartiger Schulter und der „echte*' Kalenderberghenkeltopf zu werten. Weitere
hier einzureihende Typen sind noch das Kalenderbergzwillingstöpfchen (Nr. 32), Henkelscha­
len m it Tonknopfverzierung am Umbruch und graphitiertem Zickzackmuster am Hals,
Kegelhalsgefäße m it Metopen- und Dreiecksverzierung bzw. m it m etopenartiger oder Zick­
zackverzierung, sowie Kegelhalsgefäße mit kannelierter (Nr. 29) und kanneliert/plastisch
verzierter Schulter (Nr- 30), Situlendeckel mit.Fingemagelverzierang m 'Dreiecksform, wobei
jene Deckel m it Deckelknopf (Nr, 23a) eher auf diese Gruppe beschränkt zu sein scheinen.
Ebenso sind auch die Tonknopfverzierung (Nr. 34), der schwarze Überzug (Pechanstrich), der
„Geschirrsatz“, die Verzierung mittels Rädchenstempel oder „Kammstrich“ (Nr. 33) und
Kegelhalsgefäße m it eingeritzten, kreuz gestrichelten Dreiecken (Nr. 31) hierherzustellen.
Diese zuletzt aufgezählten Typen und Verzierungen beginnen erst in der zweiten Gruppe,
scheinen aber auch noch weiter verwendet worden zu sein, ln dieser Gruppe spät anzusetzende
Typen scheinen durch Situlendeckel mit eingeritzter Dreiecks- und Einstichreihenverzierung
sowie m it gerillter, durch Haken betonter DreiecksVerzierung und durch Henkelschalen mit
graphitiertem Hals und Graphitkreuz als Innenverzierung vertreten zu sein.
Diese Gruppenaufstellung soll durch Abbildungen der hier behandelten, chronologisch
aussagefähigen Typen deutlich gemacht werden - nach den zwei Gruppen gegliedert, wobei
„Zwischenglieder“ dementsprechend eingereiht sind (Abb. 14).
Wenn wir eine Zuordnung der einzelnen Gräber innerhalb der Gruppen vornehmen, so
ergibt sich folgendes Bild (Abb. 15):
Gräberzuordnung
1 2 3 4 5 6 10a 7 8 9 10 11 12 13 28 14 15 1617 18 19 2023a29 34 21 22 33 30 23 24 3132 25 26 27
139 * ft ■
71 V * 1
52 * ■ X
X * •i ■ *
53 V ■ - * X
a • * •
14 .1 ■ - -
4 ft * * *
89 - * m * - # • • - -
34 ■ * - • • X * * * *
144 u * * *
59 * - * * . -■ - u
29 - V - m ■ * - ■
21 - - * ft ■ ■ • - ■
27 ■ ■ ■ ‘ ■ * * -
2/W - * ■ ■ * ■ * * - ■
50 ■ - ■
28 ■ ■ ■ ; * ■ -
L09/1891 ■
148 • u l L 1 .. i i ■ * -
Abb. 15: +: Anstrich auf KegelhalsgeflUJ, x: bilden ein Geffiß (34/17.079)

80
Erste Gruppe: Tumulus 139, 71, 52, X, 53.
Übergangsgrab: Tumulus 14.
Zweite Gruppe: Tumulus 4, 89,34, -144, 59, 29,21, 27,2/Warischberg, 50, 28,147 (= 149/1891).
Tumulus 148: ist zeitlich an den Übergang zu einer dritten Gruppe zu stellen, die aber in
unserem Gräberfeldmaterial sonst nicht mehr vertreten ist. Wir dürfen daher wahrscheinlich
annehmen, daß er ebenso wie der Tumulus 14 einen Übergang darstellt. Daher führen wir
diesen Tumulus zwar noch innerhalb des Inventars der zweiten Gruppe, reihen ihn aber hier
sehr spät ein.
Die anderen Tumuli, die noch verbleiben, können wir nur auf Grund von Parallelen in diese
für das Ödenburger Gräberfeld gewonnene Abfolge einordnen, da uns zu wenig Beigaben
erhalten sind, um eine sichere Zuordnung geben zu können. Es handelt sich dabei um die
Tumuli 65,92,103,116 und 149, wobei die Tumuli 92 und 116 für eine Einordnung ausscheiden,
da nur das Kegelhalsgefäß erhalten ist. Beim Tumulus 149 ist allerdings auch nur das
Kegelhalsgefäß auf uns gekommen, doch läßt sich dieses auf Grund seiner Verzierung -
gegitterter Dreiecks- und Hexenstichstempel - in die zweite Gruppe einordnen, da eine solche
Verzierungsform auch auf einer Fußschale des Tumulus l44 vorkommt. Ebensaw ar unter den
Beigaben des Tumulus 65 außer den Situlen m it Deckel auch noch eine Kalenderbergfuß­
schale vertreten, wodurch dieses Grab eher in die zweite Gruppe zu stellen ist, da Kalender­
bergfußschalen und Situlen wahrscheinlich zu den charakteristischen Gefäßtypen dieser
Gruppe gehören, obwohl andererseits auch.Kegelhalsgefäße mit Graphitverzierung in diesem
Grab aufscheinen. Die Verzierung des Kegelhalsgefäßes des Tumulus 103 (Taf. 71/7) ist zwar
ungewöhnlich, läßt sich aber in der Art der Technik und in Bezug auf Tonzusammensetzung
am ehesten noch mit dem Kegelhalsgefäß aus Tumulus 59 (17.129 - Taf. 56/9) vergleichen,
womit auch dieses Grab eher der zweiten Gruppe zuzuordnen ist.

wahrscheinlich zweite Gruppe: Tumulus 65,103,137,149.


nicht zuordenbar: Tumulus 921M), 116.

RELATIVE CHRONOLOGIE MIT VERGLEICHENDEN BEISPIELEN


Dafür kommen in erster Linie Metalltypcn in Betracht, da Keramik außer zur U nterstüt­
zung kaum für chronologische Aussagen herangezogen wurde, und zwar: Kegelkopfhadel m it
geknotetem Hals, Rollenkopfhadel, Eisenarmring mit annähernd D-förmigem Querschnitt,
kalottenförmige Bronzäblechzwingen und geperlter Halsreif m it eingerollten Enden.-
Kegelkopfiiadel m it geknotetem Hals: dieser Typ findet sich im Bereich der krainischen
H allstattkultur (STARÜ1954,169; GABROVEC 1973, 369 ff., Taf. 7/13; 1976,594, Ahb. 2/2,3,6),
ist aber auch im Gebiet der St. Lucia-Zone Istriens (KOSSACK 1959, 38 ff., bes. 41; GABRO­
VEC 1968, 178, 176/Karte 1; MARCHESETTI 1895, 92, Taf. XXHI/13-Grab 2063) sowie in
Oberitalien (KOSSACK 1959,47) vertreten. Datiert wird dieser Typ in Vaöe I, bzw. wird er mit
dem Formenkreis des Este-Grabes 236 in Beziehung gesetzt, was nach G. KOSSACK (1959,
50 ff., bes. 56/Tab. 3) Ende Ha B/Beginn Ha Ci bedeuten würde. Diese Datierung wird auch
durch die neueren Untersuchungen im slowenischen Gebiet (GABROVEC 1973, Tab. 1, 355/
Tab. 2; 1976, Abb.5; J. DULAR 1973, 570; GUÖTIN 1973, Karte 2, 485/Tab.; TERZAN u .
TRAMFUS 1973) bestätigt, wonach diese Nadelfbrm dem Horizont Ljubljana Ila-b/Podze-
melj 1/Ha B3 entspricht.
Rollenkopfhadel: leider ist von der Nadel einzig nur der Kopf erhalten, während der Schaft
vollkommen fehlt, so daß der Typ nur grob ohne weitere Unterscheidungen an gesprochen
werden kann. G. KOSSACK (1959,17 ff.) weist in seinem bayerischen Material eine Rollenkopf­
nadel mit tordiertem Schaft nach, die er sein«: Phase Mindelheim -H a Ci - zuordnet, während
F. STARZ (1954, 169; 1955, Taf. XXXVHI/14) die einfache Rollehkopfhadel als typologisch
älteren Typ bezeichnet, der m it der Nadel m it konischem Kopf und profiliertem Hals
gemeinsam vorkommt; so erwähnt sie GABROVEC (1973,368 f.) für seine Stufe Ljubljana I im
slowenischen Raum.

81
Eisenarm ring: dieser Typ gehört in die Stufe Vaöe I, nach G. KOSSACK (1959, 41) in
Vaöe 1b, was der Stufe Ha Cxentspricht (STARfe 1954,172,175; 1955, Taf. LXII/3; GABROVEC
1973, 369; J. DULAR 1973, 570),- die m it Podzemelj 2/Ljjubljana Hia (GABROVEC 1973, 370)
geglichen wird.
kalottenförm ige Bronzeblechzwingen; sie stellen wahrscheinlich einen Ledergürtelbesatz
dar11*), wobei nach G. KOSSACK (1959, 32) Ledergürtel im süddeutschen Raum während der
Stufen Ha Dx und Da als Grabbeigaben verwendet wurden.
geknoteter Halsreif!: diese Form ist wieder sowohl im krainischen Bereich (BOLTA 1956,
259 ff., Taf; 1/88, Xm/82) als auch in Istrien (MARCHESETTI 1893, 9, XXV/4-Grab 269;
TERZAN u. TRAMPUä 1973, Tab. 1, Taf. 5/1,7/1); GUÖTIN1973, Fig. 2/26,485/Tab.) zu finden.
Die „Mehrheit der Funde von Rifhik teilen wir der älteren Hallstattzeit (Hallstatt B, Vaöe I) zu“
(BOLTA 1956,271). Allerdings datiert aber G. KOSSACK (1959,43) die geperlten Halsringe mit
Strichgruppenzier in Vaöe Ha, das mit Ha C/D j parallelisiert wird. Nach F. STAR& (1954,173,
175; 1955, .Taf. LX-LXTV) gehören Halsringe m it zurückgebogenen Enden in die Stufe Vaöe 1;
diese Halsreifen sind jedoch glatt oder tordiert,jedenfaU s-aber-nicht-geknetet-(w ie-z.B.:
KROMER 1959 c, 27 f., 37 ff., Taf. 22/5), so daß wir uns eher der Datierung von G. KOSSACK
anschließen möchten. Dafür sprechen auch die neueren Untersuchungen in diesen Gebieten
(TERZAN u. TRAMPUS 1973,436/Fig. 5, Tab. 1). Nach diesen wird die Stufe Sv. Lucija Ic 1-2
m it Ha Ca parallelisiert und reicht noch nach. Ha Di hinein (vgL dazu auch FREY u.
GABROVEC 1973,198, Abb. 7, 8/3,10/11,11/3).
Mit dieser von uns an Hand krainischer und oberitalischer Funde gewonnenen Datierungs­
übersicht1*) soll unser Fundmaterial in eine relative Chronologie eingeordnet werden (zu
Beziehungen zwischen Oberitalien-Slowenien-Steiermark/Kämten vgl, K. KILIAN 1973; zu
solchen zwischen Südpannonien-Slpwemen vgl. TASIÖ 1973).
Die beiden Nadeltypen kommen im Grab 103 vor, während der eiserne Armring zu den
Beigaben des Grabes 59 gehört. Wenn wir diese beiden Gräber näher betrachten und vorerst
noch die Gräber 89,34, wie auch 4 und 144, aber auch das Grab 29 heranziehen, so fällt auf, daß
innerhalb dieser Gräbermventare keine Kalenderberggefäße Vorkommen, daß sich hier die
Kegelhalsgefäße m it Metopen- und Dreiecksverzierung zuordnen lassen und daß „Importkera­
mik“ auftritt. Diese Gräber gehören aber laut Fundkombination der zweiten Gruppe an, ebenso
wie auch die Tumuli 21, 27, 2/Waiischberg, 50, 28 und 147 (= 149/1891), sowie das Grab 148.
Diese zuletzt aufgezählten Gräber dar zweiten Gruppe sind aber vor allem durch das
Vorkommen der „echten“ Kalenderberggefäße, sowie durch das Aufkommen der Stempelung,
besonders in Gestalt der Würfelaügen ausgezeichnet. Nach der Datierung der Nadeltypen und
des Armreifens wäre der eine Teil der zweiten Gruppe der Stufe Ha Ci zuzuordnen, während
der andere Teil auf Grund des Halsreifens im Tumulus 148, der die Wende Ha C^DXandeutet,
gegen Ha. C2 datiert werden müßte. Da in diesem Grab 148 aber außer dem Halsreifen auch
noch die Bronzeblechzwingen gefunden wurden, dürfte sein Inventar den Beginn von Ha D
repräsentieren................. ....................

Da die Metallbeigaben lediglich in der zweiten Gruppe Vorkommen, ist durch die hübe
Datierung für einige Objekte (Ha Ci) ein terminus a quo gegeben, so daß wir die erste Gruppe
zumindest an den Übergang von Ha B nach Ha Ci stellen müssen. Dies ergibt sich auch an
Hand von graphitiertem Kegelhalsgefäß, Kalenderberghenkeltopf m it kalenderbergartiger
Verzierung, Kleinem Kegelhalsgefäß und unverzierter Großer Henkelschale, die im Grab 14
gemeinsam m it Typen der zweiten Gruppe Vorkommen. Das Grab 14 muß dabei durch seine
Ubergangsstellung von erster zu zweiter Gruppe auch den Beginn von Ha Cx andeuten.
Während man die zweite Gruppe, wie wir aus den Bronzen ersehen konnten und was sich auch
durch die Keramik bestätigt, in zwei Phasen gliedern kann, die wir den beiden Subphasen von
Ha C, nämlich Ha Cx und Ha C2, zuordnen dürfen111).
Wieweit eventuell die Beobachtung C. DOBIATs (1980, 169 f.) auch für den gesamten
Osthallstattraum Geltung hat, daß der rot-schwarzen Mäanderbemalung beziehungsweise dem
Mäandermotiv als einer an die Phase Kleinklein 3 gebundenen Verzierung besondere Bedeu­
tung als relativchronologisches Merkmal zukommt, müßte untersucht werden. Doch wenn

82
man seine vorgeschlagene Abfolge von Novö Koäariskä betrachtet (DOBIAT 1980, Anm. 183),
kommt die Mäanderverzierung in der Phase II (Tum. HI und VI) auf und wird in der Phase III
(Tum. I) deutlich bevorzugt (PICHLEROVÄ1969, Tum. I, HI, VI). Auch in Ödenburg kommt
diese Verzierung vor (GALLUS 1934, Tum. 101 - Taf. XV; DOBIAT 1980, 135 f., Anm. 473),
anscheinend auch hier erst in der Gruppe n , und zwar spät (Tum. 147 (= 149/1891)/35.435 -
Taf. 84 - Zinnenmäander).
Wir können daher wahrscheinlich folgende relativ chronologische Zuteilung des Gräber­
materiales treffen:

erste Gruppe (I): Wende Ha B/Ha C


Grab 14: Beginn Ha C
zweite Gruppe (II):
ältere Phase (Ha): Ha Cx- Kontakt m it „Basarabi-Elementen“
jüngere Phase (Hb): Ha C2- vollausgeprägtes „klassisches" Ha C
Grab 148: Wende Ha C/Ha D bzw. Beginn Ha D.
Wir sind uns dessen bewußt, daß diese chronologische Aussage der Funde aus dem
Odenburger Gräberfeld, wenn man sie auch für ein größeres Gebiet heranziehen will, erst noch
durch weiteres Material aus den übrigen Fundorten des Osthallstattkreises verifiziert werden
muß, um als allgemein gültig bestehen zu können (zur geschlechtsspezifischen Auswertung -
vgl. A. EIBNER 1978).
Die Vorlage des Gräberfeldes von Kleinklein ist in dieser Hinsicht ein erster Schritt
(DOBIAT 1980). Auch hier zeichnet sich der Beginn der Belegung durch starke Bindungen an
die Umenfelderzeit aus, sowohl in der Bestattungsform als auch in der Anzahl, Form und
Verzierungsweise der mitgegebenen Gefäße (DOBIAT 1980, 166 f.). In Ödenburg ist diese
Phase in unserer Gruppe I vertreten, die sich dann deutlich von der folgenden Gruppe H, die in
unserem Fundort m it dem Beginn echter Hallstatt-Formen und Verzierungen (wie z. B. den
typischen Kegelhalsgefäßen, der Graphitmalerei und Rot-Schwarz-Verzierung, den Situlen,
Kalenderberggefäßformen und -Verzierungen, usw.) verbunden ist, unterscheidet Diese Grup­
pe n läßt sich noch weiter unterteilen in Ha und Hb, wobei in Ha Einflüsse aus der Basarabi-
Kultur m erkbar werden (HÄNSEL 1976, 13. 21 ff., 118 f., 151,169 ff., bes. 175 ff., Taf. 68/10,
XVm/13.; A. VULPE 1970; 1978; MEDOVIC 1978, 84, 94 ff., 105 ff., bes. Taf. LVm/5,LIX/S,
LXV/1-2, LXX/4), die sicherlich ein Anstoß waren und die ihren Beitrag zur Ausbildung der
„klassischen H allstattkultur des Ostalpenraumes" im Sinne der „Kalenderbergkultur“ (H aC*)
lieferten (vgL dazu auch KOSSACK 1981). Denn in der Untergruppe Hb laufen im wesentlichen
alle Gefäßformen weiter, nur werden sie zum Teil überdimensioniert - „barocker“ und
überreich verziert. Die einfachen M uster werden verschiedenst zusammengestellt und variiert,
und die Gefäße kommen auch in einer Vielzahl als Beigabe in die Gräber (vgl. DOBIAT 1980,
157 f., Anm. 517). In Kleinklein läßt sich anscheinend dieser Basarabi-Einfluß nicht m it dem
Aufkommen neuerer Elemente sowie in Ödenburg verbinden, sondern ist noch ganz in der
Formensprache der Phase 1 integriert Daher entspricht Ödenburg Ha noch Kleinklein Phase 1
(DOBIAT 1980,168): Der folgenden Übergangsphase 2, die noch Formen der Phase 1 aufweist,
aber bereits die neuen Elemente der Phase 3 kennt, muß Ödenburg Hb an die Seite gestellt
werden. Den Formenschatz dieser Gruppe können wir m it dem alten Begriff der „Kalender­
bergkultur“ verbinden. Es liegt nicht die Entstehung einer neuen Formung wie in Kleinklein
vor, vielmehr erleben wir die Blütezeit einer Gruppe - der H allstattkultur des Ostalpenraumes
(DOBIAT 1980,168 f.). In Kleinklein schließt jetzt die Phase 3 an, die den Höhepunkt in der
Entwicklung der Sulmtalnekropole darstellt. Sie kann m it Stiöna - Novo mesto 2 parallelisiert
werden und entspricht der Stufe Ha Dx(DOBIAT 1980,170). In dem hier vorgelegten Material
von Odenburg können wir keine Funde für diese Zeit m ehr beanspruchen. Neuere Funde von
E. PATEK dürften aber die Belegung des Gräberfeldes über die Stufe Ha C2 hinaus erweisen
(PATEK 1976 a, 28 - Nachbestattung im Tumulus 215/1975). Nur durch das Material aus dem
Tumulus 148 scheint ein Fortleben in Ha Di angedeutet zu sein. Der geperlte Halsreif (35.404 -
Taf. 76/3) kommt zwar schon ab Ha C2 im südostalpinen Raum vor (GUÖTIN 1973, Fig. 2/26,
485/Tab. - Stufe Notranjska HI), aber nicht in dieser reich verzierten Form.

83
Außer diesem, aus geschlossenen Grabverbänden stammenden Fundm aterial kennen wir
noch eine Reihe anderer Objekte vom Burgstall, bei welchen aber leider der Grabzusammen­
hang nicht m ehr feststeht. Doch scheint es, daß hiebei Typen auftreten, die eine Belegung des
Gräberfeldes bis in die Latänezeit anzudeuten vermögen. Es kommt dafür eine profilierte,
kleine Schale m it gegittertem Graphitmuster auf der Innenseite (Tum. 2/54.102.1/Museum
Odenburg - BELLA 1888,356/Fig. 1) in Frage. Dieses M uster dürfte vor allem am Übergang von
der Hallstatt- zur Latönezeit auftreten und bis in die Latänezeit hineinreichen (PLEINER1958,
Abbi 7/1, 12/1, 3; RYBOVÄ u. SOUDSKV 1962, Taf. XXX/1, XXXI/2, XXXII/1, XXXm/1;
KIMMIG 1965, 172 ff.; PESCHECK 1942, 42), so daß wir damit auch einen gewissen Anhalts­
punkt für die Dauer der Belegung des Gräberfeldes besitzen. W arn auch in diesem Sinn ein
Einzelfund nichts Bindendes darüber aussagen kann, so könnten die Siedlungsfunde inner­
halb der Befestigungsanlage diese Datierung etwas stützen (vgl. BELLA u. MÜLLER 1891,
184 ff.; PATEK 1976 a, 27 f.).

Nach diesem Überblick können wir feststellen, daß der Belegungsbeginn der Burgstall­
nekropole noch in der Umenfelderzeit (Ha B) verankert ist, daß mit östlichen Einflüssen
(Basarabi-Kultur) (vgl. auch PATEK 1976 b,41 ff ).und auch mit Kontakten zum steiermär­
kisch-slowenischen Bereich der Beginn der Hallstatt-Formung zusammenfällt (Ljubljana Hb-
Hla/Podzemelj l-*2/Ha Bg/CO, die ihren Höhepunkt in der „Kalenderbergkultur“ (Ha Cj/Di)
erlebt - mit figuraler und plastischer Gestaltung ihres religiösen Erlebens (vgl. A. EEBNER
'1980 a; DOBIAT 1980,137 f., Abb. 18» Protome - 126 f.; SIEGFRIED-WEISS 1979 a). Über die
weitere Entwicklung schweigen einstweilen unsere Quellen. Wir haben kein Material, das eine
komplette Abfolge für Ha D überliefert (vgl. PICHLEROVÄ 1969, 231 f.; TERÄAN 1978;
DOBIAT 1980,170; A. EIBNER 1980 c, 20 f.; vgl. dazu auch: KAUS 1973 b, 356 f., 375 ff., bes.
383 f. - tritt für eine Datierung des Tumulus 27 nach Ha D ein), obwohl für Ödenburg durch die
Funde von Sopron-Krautackcr, die im Ikva-Tal zu Füßen des Burgstalls zu Tage traten,
späthallstättische-frühlatönezeitliche Gräber nachgewiesen sind (JEREM 1981) und auch
innerhalb der Befestigungsanlage Späthallstatt- und Latöne-Siedlungsmaterial ausgegraben
wurde (PATEK 1976 a, 27 f.)..
Eine norisch-pannonische Nachbestattung im Tumulus 89 aus der zweiten Hälfte des 1. Jh.
n. Chr. scheint auch noch eine römerzeitliche Besiedlung (vgl. auch BELLA u. MÜLLER 1891,
171) dieses Berglandes anzudeuten (vgl. auch Kleinklein - M. HOERNES 1892 b, 604,603/Fig.
264-275; DOBIAT 1980,16 f.). Es wäre in diesem Zusammenhang auch reizvoll, das Verhältnis
zur römischen Besiedlung im Tal - Scarbantia - zu beleuchten, allerdings scheint bis jetzt nur
dieser eine Fund vorzuliegen.

IM ÖDENBURGER GRÄBERFELD NACHWEISBARER KULTURKONTAKT


Vorhin wurde der Begriff „Importkeramik“ gebraucht, den wir jetzt etwas näher zu
untersuchen haben. Es handelt sich hiebei vor allem um die Gefäße aus den Tumuli 59 (17.132 -
Taf. 57/2) und 29 (35.509 - Taf. 38/1, 35.516 Taf. 38/2, 35.521 - Taf. 39/3), die auf Grund ihrer
Tonzusammensetzung, ihrer Form, der Mustertypen und Verzierungstechnik aus dem Rahmen
der sonst üblichen Hallstattware herausfallen und einen „fremdartigen Charakter“ widerspie­
geln. Der Ton ist bräunlich bis schwärzlich, sehr gut geglättet und poliert und entweder sehr
dünnwandig (59/17.132 - Taf. 57/2) oder von normaler Wandstärke. Die Form ist vor allem bei
den Kegelschultergefäßen sehr auffallend, da diese betonte Gefäßgliederung sonst nicht geübt
wird. Das Gefäß aus Tumulus 29 (35.521 - Taf. 39/3), das als Sonderform eines Kalenderberg­
henkelgefäßes angesprochen wurde, kann wahrscheinlich auf Grund seines Musters auch hier
aufgezählt werden, ln seiner kugelig-bauchigen Form ähnelt es zwar diesem Gefäßtyp, obwohl
der Mundsaum nach innen scharf abgesetzt ist, und die Halsbildung sowie der Hals-Sehulter-
Umbruch betonter gestaltet sind als bei den echten Kalenderberghenkeltöpfen.
Auch die Verzierung weist nur insofern Ähnlichkeiten auf, als die Art der Technik
übereinstimmt, während die M usterung als solche der Kalenderbergverzierung wesensfremd
zu sein scheint.
Wenn wir uns nun nach Parallelfunden umsehen, so kommen wir m it den erstgenannten
Gefäßen in den balkarischen Raum, nach Rumänien“*), Die Verzierung der Großen Henkel-

84
schale aus Tumulus 59 findet hier ihre Parallelen in Bezug auf Muster und Technik in der
Basarabi-Gruppe (A. VULPE 1962, Fig. 5/8, 6/8; R. VULPE 1957, Fig. 4; 1959, Fig. 7; BERCIU
1956, Fig. 91; DUMITRESCU 1968, 230 ff., 236/Fig. 35/3, 4, 237/Fig. 36/2, 4; 1970), aber auch ein
annähernd gleicher Henkelschalentyp aus Popegti m it ähnlicher Musterung, leider nur
fragmentarisch erhalten, weist,in die erste Eisenzeitepoche (POPE§TI 1955, Fig. 5). Für die
Form der Kegelschultergefäße lassen sich ebenfalls Parallelen erbringen, für das M uster aber
nur ähnliche Varianten (POPESCU 1925, Taf. 1/11; MORTNTZ 1064, Fig. 5/6; R. VULPE 1959,
Fig. 7; ein identes M uster bei HANSEL 1976, Taf. 68/10). Da im rumänischen Bereich spiraloide
M uster eine bevorzugte Rolle spielen und ein Charakteristikum der keramischen Verzierung
bilden, glauben wir, auch die Muster des kalenderbergartigen Gefäßes aus Tumulus 29 diesem
Bereich anschließen zu können (zur Kontinuität dieser Musterformen; POPESCU 1956, Fig.
28/9; MEUUKOVA 1958, Abb. 15/7). Abgesehen von diesem „fremdartigen Charakter" der
Geiäße kann man innerhalb der Keramikverzierung auch einzelne M ustertypen herausgreifen,
deren Analogien wir an Hand des uns zur Verfügung stehenden Materials nur in diesem Raum
feststellen konnten. Es handelt sich dabei vor allem um die vorhin schon genannten
spiraloiden Muster (J. DULAR1973, 571, Karte 2; HANSEL 1976,181 ff.; DOBIAT 1980,136),
um S-Stempelung (J. DULAR 1973,571,Karte3), Stempel mit- gitterartiger -Innenfüllung und
um das „Kreuz m it Dreiecksannen“. Die S-Stempelung und teils auch die Anordnung
derselben am Gefäßkörper wie sie im Tumulus 27 (35.545 - Taf. 19/4, 35.549 - Taf. 22/2,3), 59
(17.132 - Taf. 57/2) und bei einer Großen Henkelschale vom Burgstall (54.130.3/Museum
Ödenburg) Vorkommen, sind sehr häufig im hallstattzeitlichen Material Rumäniens nachzuwei­
sen (A. VULPE 1962, Fig. 5/4,10, 6/9-11; BERCIU u. COM§A 1956, Fig. 111; POIANA-TECUCI
1951, Fig. 11/3). Eine Parallele für den Dreiecksstempel m it Gitterfüllung (Tum. 144/17.184 -
Taf. 74/2 und Tum. 149/17.186 - Taf. 70/3) konnten wir nur indirekt durch einen Rhombusstem­
pel m it Gitterfüllung erbringen (A. VULPE 1962, Fig. 5/13).
Das „Kreuz m it Dreiecksarmen“ oder das sog. Maltheserkreuz, das aus einem senkrecht
stehenden Rhombus m it je einem Dreieck an den Eckpunkten gebildet wird (BELLA 1894,
[61], Fig. 13 - Tum. 80/Inv. Nr. 54.110.2.1/Museum Ödenburg; GALLUS 1934, Taf. II/2), ist ein
.Mustertyp, der sowohl im balbanischen Gebiet als auch im oberitalischen Bereich beliebt ist
(BERCIU u. COM§A 1956, Fig. 108,109; BENAC u. ÖOVIÖ 1957, Taf. VI/12, XHI/7; MEDOVIÖ
1978, Taf. 65/2; umenfelderzeitlich - MERHART 1942, 35 f , Taf. 7/Abb. 1/7-8, Anm. 20; GARA-
äANIN 1954, 65, Taf. LXI/6; ähnliche Varianten - ÄBERG 1930, Abb. 170, 172, 177, 257;
RANDALL-MAC IV ER 1924,169/Fig. 59), sich aber auch im südöstlichen Alpenraum findet (J.
DULAR 1973, 571, Karte 3). Doch begegnet diese Verzierung z. B. auch auf ukrainischer
Keramik aus Belsk, Gouv. Poltava1”), die A. POTAPOV (1929, 168) als „äußersten Vorposten
der H allstätter Kultur im Osten“ bezeichnete.
Weitere M usterdetails wie einfaches Rautenband m it Punktfüllung (34/17.081 - Taf. 114/4),
Raute/Rhombus m it Spiralhaken (28/35.426 - Taf. 112/2), Sigma-Band (96 oder 98 (= Unbek.
Tum,)/54.120.2 - Ödenburger Museum) sowie vielleicht auch das Bogenomament (Tum. 170/
1973 - PATEK1976 a, Fig. 9/2,3) und das punktgesäumte Kreismuster (ESTE/TV - Taf. 100/7 -
BELLA 1892, 322/Fig. 8; vgl. dazu aber auch: FREY 1969, 71 ff.; MOOSLEITNER 1979, 62,63/
Abb. 2,3 - Kreisringe m it Einstichen) könnten Hinweise auf Verbindungen zum griechischen
Bereich darstellen (KÜBLER 1970,106 ff., 107/Abb. 2; 114; 141 f , 339/Abb. 28,351/Abb. 33; 114,
352, 357/Abb. 35; COLDSTREAM 1968, Taf. 20/g, 60/f, 61/a, d, f, 62/f, 63/a, g; KILIAN-
DIRLMEIER 1969,136,141,143 ff., bes. 145,160,162,174 ff.; SIEGFRIED-WEISS 1979 b, 271 f ;
DÄMMER 1978, Taf. 62/603; vgl. dazu auch die Beziehungen des balkanischen Raumes zu
Griechenland - HÄNSEL 1976, 211 ff.; A. VULPE 1970,120 f, auch Anm. 28), doch m üßten
diese, vor allem wegen der Zwischenglieder im balkanischen Raum, noch näher untersucht
werden (vgL dazu z. B. HÄNSEL 1976,134; K. KILIAN 1975,120; DUÖEK 1979; MANO-ZISI
1973).
Auf südöstliche bzw. italische Beziehungen könnte außer dem geknoteten Halsreif auch
noch die „Drillingsfrißschale“ aus dem Tumulus 27 hindeuten. Wir konnten allerdings keine
absolute Analogie beibringen, doch lassen sich ähnliche Tendenzen in der keramischen
Formung, wie Schalen auf Stielen (COMO - CA’ MORTA 1962, Taf. X, XVI, XVHI, XXH;
FUSCO 1964, Fig. 3, 7-11, 16) oder an . den Berührungsstellen m iteinander verbundene
Schalenkörper, in dieser Kulturzone feststellen (FUSCO 1964, 219/Fig. 16; DUHN u. MESSER-

85
SCHMIDT 1939, Taf. 14; SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 74 ff., Karte VII), wenngleich Doppel- und
Drülingsgefäße auch in unserem Bereich Vorkommen. Ebenso scheint die Situla m it nach
innen gewölbtem Boden im estensischen Bereich ihre nächsten Vorkommen zu besitzen, wenn
auch die Schulterbildung schärfer betont, und sie zeitlich bereits etwas früher anzusetzen ist
(MÜLLER-KARPE 1959 b, 89 ff., Taf. 90-90,99,101; DOBIAT1980,102 f.; FREY 1969, Abb. 2).

Kannelierter Fuß (Tum. 89/35.510/2-T af. 67/5) sowie gekanteter Mundsaum bei Fußschalen
(Tum. 27/35.550 - Taf. 19/3, 35.539/1,2 - Taf. 21/3,2; Tum. 89/35.458, 35.459 - Taf. 66/4,2) finden
sich häufig in Kleinklein (DOBIAT 1980, 89,113 ff.).
Auch der schwarze Überzug (Pechanstrich) (vgl. auch MÜLLER 1887, [82] - lackartiger
Überzug) kommt, wenn vielleicht nicht ganz in der gleichen Art, in der Südostzone der
Hallstattkultur vor (BARTH 1969,29 ff.; DOBIAT 1980,129; KOSSACK 1959,109; TOMSCHIK
1926,62/Nr. 42, Abb. 1/9 - m it Pechüberzug). Eine weitere Verzierungsform (Tum. 50/35.481/2 -
Taf. 48/7) könnte m it Platenitzer Mustern in Verbindung gebracht werden (GOTTWALD 1928,
Taf. 1/7, n/11; 1931,1/13, Abb. 2). Die Kerbschnittverzierung einer Fußschale (54.130.1/Museum
Ödenburg) hingegen besitzt ihre Parallelen im WesthaHstattkreis (KOSSACK 1959; Taf. 2/1,3,
7/2,3).
Nach dieser Übersicht über die Querverbindungen, die Ödenburg selbst auszeichnen, soll
untersucht werden, wohin der Fundort mit all seiner Eigenart tendiert, welcher Gruppe er
chorologisch zuordenbar ist.

86
DIE STELLUNG ÖDENBURGS IM OSTHALLSTATTKREIS
Die meisten Entsprechungen zu Ödenburg bieten die Funde von der Malleiten bei Bad
Fischau (SZOMBATHY 1924). Es kommen hier sowohl gleiche Typen wie Kegelhalsgefäße,
Kalenderbergfußschalen, Harfehübeln, Situlen m it Deckel, Kalenderberghenkeltöpfe, Mond­
idole und Große Henkelschalen vor, als auch ähnliche Mustertypen - Dreiecke m it Betonung
der Spitze durch Dellen, Kammstrichverzierung, spiraloide Muster, plastische Aufsätze bei den
Kalenderbergfußschalen und schließlich die figur&Le Verzierung in Form von Vogel- und
Rinderfiguren. Das Kegelhalsgefäß aus dem Tumulus HE (28.705 - P. A. Inv. Nr.) (SZOMBA-
THY1924,172 ff., Taf, Iv/705) stellt eine fast idente Parallele zu einem Kegelhalsgefäß (54.129.1
- Museum Ödenburg) dar, welches sich im Ödenburger Museum befindet und in der gleichen
Art auch in Krensdorf gefunden wurde (PESCHECK 1943 a, 122 ff., Taf. 7/3). Ebenso verbinden
Stetzendorf viele Gemeinsamkeiten mit Ödenburg (DUNGEL 1937). So seien z. B. wieder die
Harfenübeln herausgehoben, die Kammstrichverzierung, rot-schwarz bemalte Gefäße, plasti­
sche Verzierung in Form von hängenden, konzentrischen Girlanden um einen M ittelpunkt,
westliche Typen, und Verzierungen (PITZTONl 1954, 589 f., 572 f.), aber auch spezifischere
Funde wie massive, durchlochte Eiserikugeln -lu e f m it d ü rch g estec^ m Eisenstift -XBAYER
1904, Sp. 60, Fig. 70,- PICHLEROVÄ 1969, 120, Taf. XLHI/2-4), die vielleicht eine mögliche
Parallele zur Eisenkügel aus dem Tumulus 28 (Taf. 32/2) bieten. Auch eine zylindrische
Bronzeblech-Stabhülse aus Grab 14 von Statzendorf (DUNGEL 1937,13 f., Fig. 51; MUCH 1889,
130, Taf. LVI/6; DUHN u. MESSERSCHMIDT 1939, 52 ff., Taf. 11) könnte eventuell m it der
Bronzeblechhülse aus dem Tumulus 103 (Taf. 71/3) verglichen werden. Obwohl Statzendorf ein
Flachgräberfeld ist, weist es doch viele Einzelheiten auf, die wir auch in Ödenburg wiederfin­
den, , wie z. B. die Gefäßgruppierung in den Gräbern oft in Dreiecksform, eine kleine
Henkelschale ausnahmslos in den großen Kegelhalsgefäßen und nur wenige Gräber ohne
Eisenmesser (BAYER 1904, Sp. 49, 61). Eine Eisenkügel beinhaltet aber auch das Grab 2 von
St. Ahdrä an der Traisen, wo sie im Innern der Leichenbrandume lag (KRENN1935,66 ff, 73),
und somit dieselbe Deponierung aufwies wie die Eisenperle aus Ödenburg (Tum. 28/35.438 a).
Eine idente Fundsituation besaß noch der Eisenwirtel aus dem Tumulus H vom Feichtenbo­
den, der ebenfalls im Leichenbrand lag (SZOMBATHY 1924,167 ff., Inv. Nr. 28.674). Bei den
Funden aus Gemeinlebam lassen sich vor allem die Kegelhalsgefäße m it plastischer, spiraloi-
der Verzierung herausheben, weiters die Gefäße m it Stierkopftfufsatz, sowie die Kegelhalsge­
fäße aus Tumulus n , welche eine aufgeklebte Bronzeblättchenverzierung aufweisen (DOBIAT
1980,129 ff, 131/Abb. 16) und jene aus dem Tumulus IQ, die mit dreieckigen und rhombischen
Plättchen aus schwarzem Harz belegt waren. Nicht zuletzt sei noch die Gemeinlebamer
Figurenume erwähnt (SZOMBATHY 1903,49 ff.), die in plastischer Ausführung eine Parallele
zu den Ödenburger figural verzierten Gefäßen .darstellt, Außerdem .finden wir hier auch eine
analoge Situla zu jener aus dem Tumulus 89 (35.526 - Taf. 68/5), die eine Betonung des Hals-
Schulter-Umbruches durch eine Kerbverzierung aufweist (SZOMBATHY 1903, 70, Fig. 66).
Auch Gräberfimde aus der Gegend von Tulln kennen Verzierungselemente, die in Überein­
stimmung m it solchen aus Odenburg stehen, wie z. B. die Füllung von Dreiecken durch
Fischgrätenmuster114), die Ausführung von Kreuzmustem in Kannelurtechnik1*), weiters
Fußschalen m it kanneliertem Fuß™) (DOBIAT T980, 89), sowie die Betonung des Hals-
Mundsaum-Umbruches durch K annehjrenbei Kegelhalsgefäßen. Eine Stempelreihe und eine
hängende, eingestempelte Dreiecksreihe, die m it einem Stempel aus kreuzförmigen Eindrük-
ken entstanden sind, weisen ebenfalls auf Ödenburg sowie auf ähnliche Verzierungen in
Loretto, Burgenlahd, hin. Ebenso findet auch das schachbrettartige Dreiecksmüstermotiv und
der Mustertyp der konzentrischen, hängenden Girlanden um einen M ittelpunkt seine Analo­
gien im Ödenburger Gräberfeld1*7). Wir erfassen damit auch ungefähr die Ausstrahlungen
dieser Formenwelt nach dem Westen, denn z. B. das Gräberfeld Linz-St. Peter repräsentiert
bereits eine ganz andere typenmäßige Zusammensetzung der Beigaben und Verzierungsmoti-
vik (P im O N I 1954, 555 ff., 572 ff.; ADLER 1965).

Wenn wir jetzt noch das Fundmaterial im Gebiet nördlich der Donau zum Vergleich
heranziehen, so finden wir in Rabensburg ebenfalls figurale Verzierung (FRANZ 1927, 96 f.,
Abb. 1; FELGENHAUER 1962,94/Abb. 1, Taf. XI), auch ein Stierkopfgefäß (FRANZ 1922,42-
Tum. n/1; KERCHLER1977, Taf. 39)1“) sowie einen Deckel m it figuralem Griff aus Bullendorf
(FRANZ 1922, 44 f.), wie er wahrscheinlich im Ödenburger Tumulus 4 (17.062 - Taf. 2/1)

87
Vorgelegen hatte. Ein ebensolcher Deckel mit plastischen Vogelaufsätzen ist aus dem Pillichs-
dorfer Tumulus (HEGER 1679; DOBIAT 1980,104 ff., Abb. 14) und aus einem Tumulus in der
Umgebung des Sägberges (LÄZÄR 1951, T af XXVX/4) bekannt Iii Rabensburg wurde im
Tumulus I auch ein großes Kegelhalsgefäß m it zehn kleinen Beigefäßen gefunden (FRANZ
1922,39/Nr. 1,2), wie ein solches auch in Ödenburg ausgegraben wurde1”), doch leider ist seine
Zugehörigkeit zu einem bestimmten Tumulüs nicht m ehr erweisbar. Auch in Novä Koäariskä
konnte im Tumulus VI ein solches Gefäß nachgewiesen werden (PICHLEROVÄ 1969,
Taf. XXVni/2, XXX; vgl. auch SlEGFRIED-WEISS 1979 a, 34 ff, Karte HI). Aus demselben
Tumulus I von Rabensburg stammt noch ein Deckel, dessen eingeritzte Verzierung rot
inkrustiert war. In Ödenburg läßt sich diese Technik insofern nachweisen, als wir Gefäße mit
Rotbemalung aufzeigen konnten (FRANZ 1922, 40/Nr. 8; vgl. Kap. über Verzierungselemente,
S. 53). Bei den Gräbern aus Hohenau fallen vor allem die mehr oder weniger eimerartigen
Gefäße m it zwei Henkeln auf, die aus gelblichem, grobem Ton hergestellt sind und die auch
einen Deckel in der Art einer flachen Scheibe besitzen138). Sie könnten Parallelen zu den
Objekten aus dem Tumulus 52 (17.113,17.114 - Taf. 5171,2) sein. Eine weitere Analogie stellen
Tonprismen m it quadratischer Grundfläche dar, die im Grab 16 an der Ostseite eines
Kegelhalsgefäßes gefunden wurden1'1) und die m it einer-ähnlichen Fundsituation von 26
senkrecht um die Beigaben stehenden Tonquad.em aus dem Tumulus 14 verglichen werden
können (BELLA'U. MÜLLER 1891,177 f )“*). Figural verzierte Kegelhalsgefäße sowie Gefäße
mit kleinen Beigefäßen, konzentrische Girlandenverzierung m it M ittelpunkt, Fußgefäße mit
durchbrochenem Fuß und Dreiecke m it Fischgrätenmusterfüllung sind im Gräberfeld von
Maiersch vertreten (BERG 1962), welches damit in Parallele zu Ödenburg gesetzt werden kann.
Eine Fußschale iriit durchbrochenem Fuß weist auch der Hexenhügel von Krensdorf auf
(PESCHECK 1943 a, Taf. 1/6), sowie die Grabhügel von Novä Koäariskä (PICHLEROVÄ 1969,
Taf. XTV/1-3, 5, XXXVTTl/3, 4, XXXIX/12). Auch ein Bronzegürtel aus Maiersch, m it kalotten-
förmigen Beschlägen besetzt (BERG 1962, 18, Taf. 4/3), kann als Vergleich zu jenen aus
Tumulus 1481M) herangezogen werden. Interessant ist auch eine Erwähnung von flachen
Schalen aus Baumrinde aus einem Körpergrab von Röschitz (STTFBT-GOTTLIEB1931), da die
Untersuchung der Reste eines„Holzkästchens“ aus Tumulus 148 ebenfalls eine Bestimmung
auf Baumrinde ergeben hat”).
Im Gebiet des heutigen Burgenlandes weist wohl der Fundort Loretto die engsten
Parallelen zu Öderiburg auf. Wir möchten hier nur eine Kalenderbergfußschale m it darinnen
stehendem Mondidol erwähnen, sowie kleine Tierfiguren aus Ton, ebenso können fast idente
Mustertypen aufgezählt werden. Doch dieses für den burgenländischen Raum so wichtige
Gräberfeld ist leider noch nicht vorgelegt und einer Auswertung zugänglich1”) (vgl. auch
P im O N I 1954,574 ff.). Es finden sich in diesem Gebiet aber wieder die gleichen Gefäße: aus
Au am Leithagebirge sind z. B. die Kalenderbergzwillingsgefäße, Situlen m it Deckel und ein
Mondidol m it Radmotiv zu nennen (SERACS1N 1929)“*), während Schandorf eine Situla mit
kannelierter Schulter sowie eine in Graphit ausgeführte, schematische Menschenfigur auf
einem Kegelhalsgefäß aufweist (BARB 1937, 93 ff). Für eine Schale m it Tonknopfverzierung
der Innenseite (Tum. 21/35.466 - Taf. 10/1) läßt sich ein Beispiel aus Marz, Hügel 6, beibringen
(PESCHECK 1943 a, 130 f )“*). Der. Grabhügel 3 von Donnerskirchen stellt m it dem Stierkopf­
gefäß wieder ein verbindendes Element des Osthallstattkreises dar (PESCHECK 1943 b, 98 ff),
denn dieser Typ rindet sich nicht nur im burgenländischen Raum, sondern auch in Nieder­
österreich (SZOMBATHY 1903; FRANZ 1922), Westungam (THOMAS 1956, 130; v.TOMPA
1937,102 ff.; SÖLLE 1957, Abb. 110/1,5; PICHLEROVÄ 1969, Taf. VI/1,2, XXVHI/1, XXIX/1,2,
XXXVII/3; KOVÄCS 1981) und in Kram (KROMER 1959 c, 34/Grab 30, Taf. 45/8; 1959 b, 151/
Anm. 1; A DTJLAR 1978), wenngleich nicht immer in derselben Art der Ausführung und
Darstellung (SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 15 ff, Karte II, Tab. 2). Auch Fundorte in Westungam
zeigen viele Gemeinsamkeiten m it dem niederösterreichisch-burgenländischen Material auf.
So weisen die Hügelgräber aus der Umgebung des Sägberges (LÄZÄR 1951, XXXI/2)
plastische Radverzierungen auf Kegelhalsgefäßen, kannelierte, alternierend angeordnete Drei­
ecksmuster, Große Henkelschalen und Situlen m it Deckel auf, während der Tumulus von
Boba (LÄZÄR 1951, XXXI/2; 1955, Taf. XXEX/8) durch ein etagenartiges Gefäß Beziehungen
zur krainischen Hallstattkultur widerspiegelt (KROMER 1959 c, Tum. VH/Grab 42, Taf. 34/8).
Durch ihre M etallapplikationen weisen auch die Kegelhalsgefäße aus dem Tumulus I von
Csönge (LÄZÄR 1951, Taf. XXXI/3; 1955, XXXII/6) auf Kulturkontakte hin (STJERNQUIST
1963), die schon durch die Stierkopfgefäße angedeutet und durch die Verbreitung der

88
Tonsitulen erneut dargelegt wurden (DOB1AT 1980, 130 ff., Abb. 16; SIEGFRIED-WEISS
1979 a, 17 ff., Karte I, Tab. 2; PESCHECK 1948,158 flf., Abb. 3; DOBIAT 1980,102 f.).
An Hand dieser Beispiele läßt sich das hier vorgelegte Material von Odenburg in die
„Kalenderbergkultur“ einordnen. Dieser schön ursprünglich dafür verwendete Terminus
(KAUS 1981) bringt vielleicht am besten die vielschichtige kulturelle Verbundenheit Nieder­
österreichs, Burgenlands, Westungams und der Slowakei zur Hallstattzeit zum Ausdruck
(SOLLE 1957,249; KABAY1960,35 ff.; vgl dazu auch die Umschreibung von PITTIONI1954,
572 ff.; 1964,69 ff.; 1980, Bd. 1/1, 50 ff., bes. 56 f., 58 f., Bd. 1/2,145 ff.; PICHLEROVA 1967, 34;
1970, 20; PAULtK 1975, 49, 52; DOBIAT 1980,173 ff.).
Wir haben vorhin auch angedeutet, daß es über die kulturelle Zugehörigkeit der einzelnen
Landschaften hinaus auch gemeinsame, verbindende Züge im Material gibt, die es ermög­
lichen, größere Gebiete zusammenzuschließen und als relativ einheitliche Kulturräume zu
betrachten. So vermögen wir vergleichsweise durch die Stierkopfgefäße (KEtOMER 1959 b,
151), die Mondidole und Annchenbeile (DROST 1954,133 ff.; FOLTINY1961 a, 285 ff., Taf. 96),
sowie durch die Metallapplikationen auf Gefäßen (VINSKLGASEARINI-1961, 61,Jl3.fi;
STJERNQUIST 1958; GRUBINGER 1930, 121 f.; PESCHECK 1948, 166 f.) hier noch die
Sülmtalergruppe (DOBIAT 1980,173 ff., Abb. 20) anzuschließen, wobei im Sulm taler Bereich
auch Rotbemalung und Spiralomamente nachgewiesen sind (GRUBINGER 1930,120; SZOM-
BATHY 1890, 183; DOBIAT 1980, 128, 136) und in Frög ein Gefäß gefunden wurde, das m it
einem Gefäß aus Kleinklein (DOBIAT 1980,136, Taf. 24/1) und den Kegelschultergefäßen von
Ödenburg in einen näheren Zusammenhang gebracht werden könnte (MODRIJAN 1957,
Abb. 7/7,6/a-b, 2,5/2,8/1-2). Ebenso findet sich in Frög ein Perlentyp (profiliert, m it eingelegter
Wellen- und Linienbandverzierung) und eine Bogenfibelform m it tordiertem Bügel, die auch
beide auf dem Burgstall Vorkommen (MODRIJAN 1957, Abb. 15/3 - Perle: 54.134.1-3/Museum
Odenburg; 1957, Abb. 3/1 - Fibel: BELLA u. MÜLLER 1891,191, Taf. VII/9; vgl. BERG 1962,
Taf. 20/1), wobei die Perlen aus dem estensischen Bereich stammen dürften (PITTIONI 1954,
632).
Damit haben wir ein Gebiet umschrieben, das sich längs des Ostalpenrandes erstreckt, das
aber nicht für sich abgeschlossen existierte, sondern regen Austausch mit seinen Nachbarkul­
turen pflegte und dessen Verbindungen, welcher Art sie auch immer waren, in den Westhall­
stattkreis, nach Italien, bis in den Balkan (VINSKI u. VINSKI-GASPARINI 1962; STJERN­
QUIST 1963; vgl. auch FOLTINY 1961 b, 86 ff.) und vielleicht sogar bis nach Griechenland
reichten (LAHTQV 1965, 205 ff.; v. MARTON 1933, 67 f; für die M usikinstrumente vgl. das
entsprechende Kap., S. 70 sowie SEEWALD 1934,134; SIEGFRIED-WEISS 1979 a); ob sie auch
noch bis ins Kaukasusgebiet gingen, bedarf der Überprüfung moderner Forschung (KOS­
SACK 1954 b, 148 ff.; 1970; HANCAR 1950, 272 ff; PESCHECK 1948, 153 ff; TERENOZKIN
1976; 1980). Dieser Raum des Osthallstattkreises, jetzt im weitesten Sinn gefaßt, zeigt daher
auch Elemente in seinem kulturellen Besitz, die ihm fremd sind wie z. B. die Bronzehände und
die Maske von Kleinklein (LAHTOV 1965, 189 f.; SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 114 ff, Karte
V ni), aber auch der Kessel aus Strettweg mit (Lötstellen für wahrscheinlich dort angebrachte
Tierprotomen (SCHMID 1934, 12 f , Abb. 3; AIGNER-FORESTI 1979). Solch fremde Formen
deuten zwar den kulturellen Austausch mit den südlichen Kulturen an, zeigen aber gleichzei­
tig, daß dieses Gebiet sich auch damit auseinandersetzte und die fremden Anregungen
wahrscheinlich in der ihm eigenen Ausdrucksweise wiedergegeben hat (SCHMlD 1930; M.
HOERNES 1891,155; KROMER1959 b; FREY 1969,70 ff, 86 f ; A. EIBNER1980 a, 200 f., 203 f.;
1981; AIGNER 1980; C. EIBNER 1981).
Die figurale Verzierung auf den Ödenburger Kegelhalsgefäßen stellt sich uns heute in
einem Schwesternverhältnis zur Situlenkunst dar (FREY 1962 a; .1969,18 ff, 24,41 f , 47 ff, 81 f ,
96; vgl. auch: LUCKE u. FREY 1962, 44 ff, 55 ff; KROMER 1962, 72 ff, auch 56 ff; FREY
1962 b, 9 f ; A. EIBNER 1981, Anm. 86, 87, 88, 89). So empfing der Osthallstattraum Einflüsse,
die ihn zu figuraler Gestaltung seiner eigenen Vorstellungen anregten, wie auch die Situlen­
kunst ihre Lebensäußerungen darstellte, und uns wird damit Einblick in die Gedankenwelt der
eigenzeitlichen Bevölkerung des jeweiligen Verbreitungsgebietes gewährt (LUCKE u. FREY
1962, 48; A. EIBNER 1981; KOSSACK 1981).
Zur gleichen Zeit importierte der W esthallstattkreis eher fremde Formen, ohne sich m it

89
ihnen noch näher auseinanderzusetzen (JOFFROY 1958, Fig. 12-14; MÜLLER-KARPE 1981,
Abb. 1, 3; vgl. dazu auch DEHN 1965,133 f.). Erst gegen Ende der Hallstattzeit findet auch er
seine eigene Ausdrucksform auf den Export aus den Hochkulturgebieten des Mittelmeerrau-
mes (vgL A. EIBNER 1980 c, 20 ff.; zum Problem der Auswirkung des hochkultürlichen
Einflusses auf die Hallstattkultur - KOSSACK 1981).

„Es zeigt sich hier in kleinem Maße der Beginn jenes weltgeschichtlichen Prozesses, der
mit der Verlegung des Kulturschwerpunktes aus den südlichen Küstenländern in das
europäische Zentrum seinen Abschluß fand“ (BAYER 1904, Sp. 70), indem die Völker des noch
urzeitlichen Mitteleuropas m it jenen der m editerranen Hochkulturen in intensiven Kontakt
traten.

90
ZUSAMMENFASSUNG
Durch die chronologisch gesicherte Materialauswertung sind uns die Querverbindungen
des niederösterreichisch-burgenländisch-westungarischen Gebietes zu anderen Räumen auf­
gezeigt worden. Wir konnten durch! Musikinstrumente und M ustertypen mögliche Anregungen
aus dem Balkanraum andeuten, durch Keramik- und Metallobjekte Beziehungen zum Süden
und nach Krain feststellen, aber auch nach dem Norden ins mährische Gebiet und bis in die
Lausitz (GEDL 1978; BUCK 1979, 150 f.) und nach deih Westen zum W esthallstattkreis. Mit
diesen Erkenntnissen stellt sich uns der O'sthallstattkreis als eine kulturelle Erscheinung dar,
die nicht für sich abgeschlossen ohne äußere Einflüsse ihr eigenes Leben führte, sondern regen
Austausch m it den umliegenden näheren und weiteren Gebieten hatte. Ein solcher Austausch
wird sich aber auch im Fundgut äußern.

Zwischen einzelnen Kulturen oder Gebieten kann sich ein Austausch prim är in zwei Arten
widerspiegeln: in der materielieh und in der geistigen Sphäre, ln der materiellen insofern als
Exportgut im Fundmaterial auftritt, fremde Typen, die-jetztentweder-durch HandeLpersönli-
che Beziehungen oder aber auch durch Wanderung oder Okkupation in Erscheinung treten
können. Diese „Fremdkörper“ sind durch ihre Andersartigkeit gegenüber den Typen, die das
Kulturgepräge bestimmen, auffallend und daher mehr oder m inder leicht als solche zu
erkennen. Als ,.Fremdkörper“ kann sowohl ein Gefäß oder Metallobjekt als Ganzes als auch
eine bestimmte Verzierungsform, Technik oder sonstige Eigenheit empfunden werden.
Geistiger Einfluß dagegen kann sich auf vielerlei Gebiete erstrecken und ist für uns dadurch
schwerer erfaßbar, als er sich nur über den Umweg der materiellen Kultur m itteilen kann.
* Geistige Anregung kann vom Empfangenden in der Art der sklavischen Übernahme oder aber
in der Auseinandersetzung und Umbildung ins eigene Kulturgepräge aufgenommen werden.
Dieses geistige Anregen, das Nehmen und Geben der einzelnen K ulturen untereinander und
ihre weitläufigen Beziehungen sind für uns noch weitgehend unerforscht und im Dunklen. Nur
durch Zufälle wird uns in diese vielfältigen, ineinanderverstrickten Wege, die die Kulturen
m iteinander verbinden, Einblick gewährt, doch meist wird nur die einfacher zu ergründende
Seite dieser Verbindung aufgedeckt, während die andere weiter verborgen bleibt (FISCHER
1973; KOSSACK 1981).
Konkret sind im Osthallstattkreis Formen nachgewiesen und auch Musterarten, die
eindeutig m it dem W esthalM attkreis verbunden werden können (z. B. SZOMBATHY 1903,
J274; PITTTONI1964,71). Die Frage, warum sie sich hier finden, ist bereits wesentlich schwerer
zu beantworten. Doch kann vielleicht die Möglichkeit, die G. KOSSACK (1959,71) angedeutet
hat, daß Graphit aus dem niederösterreichischen Gebiet nach dem Westen exportiert wurde,
dafür herangezogen werden, obwohl bis jetzt noch keine konkreten Beweise dafür erbracht
werden konnten. Doch hier stehen wir bei der Erklärung vor genau demselben Problem wie
beim Krater von Vix, bei Welchem man das Eisen dieses Raumes als Tauschmittel in Erwägung
zieht (PITTIONI 1966; vgl. auch DRIEHAUS 1965). Die Beziehungen zum Süden bzw. nach
Krain drücken sich .in d en Keramik—und -Metallformen aus (vgl. DOBIAT 1981), wie sie z. B.
auch im westungarischen Raum nachzuweisen sind (LÄZÄR1955, Taf. XXIX/8; STARK 1954;
1955; KROMER 1959 c). In all diesen Gebieten findet sich auch die Technik der Metallverzie­
rung auf Keramik, die sowohl in Bronze (Gemeinlebam - SZOMBATHY 1903; Wildon -
SZOMBATHY 1890; GRUBINGER 1930; STJERNQUIST 1958) als auch in Eisen (DOBIAT
1980,130 ff., Abb. 16)1*) und in Zinn (STJERNQUIST 1958; 1963) gearbeitet wurde. Diese Art
der Verzierung begegnet uns aber auch im Süden, in Oberitalien (STJERNQUIST 1958,127 ff.,
140, 142; 1960). Die Einflüsse aus dem Norden fanden ebenfalls in der Keramik ihren
Niederschlag (PITTIONI 1954, 591; SOLLE 1955, 132 f., Abb. 8/1 - vgl. m it Tum. 50/35.481/2).
Nach dieser etwas summarischen Übersicht wenden wir uns einem Gebiet zu, wo wir
Verbindungen nur andeuten, aber nicht schlüssig beweisen können, da sie vielleicht im
geistigen Einflußbereich einer Kultur liegen.
Schon M. HOERNES (1891, 155) hat als Vergleichsstücke zu den Stierkopfgefäßen von
Gemeinlebam auf die Kessel mit Tierprotomen von Olympia und Etrurien hingewiesen,
während W. SCHMID (1934,12 f.) zu einem fragmentierten Kessel von Strettweg ein ähnliches
Gegenstück im Kessel von Vetulonia sehen zu können glaubte. Solche Stierkopfprotome.

91
treten nun vor allem im Osthallstattkreis (SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 17 ff.) an verschiedenen
Gefgßen und in verschiedener Ausgestaltung au f37). Man kann nun diese Gefäßbildung als
Anregung von Seiten einer anderen Kultur im Sinne einer Umbildung im aufhehmenden
Gebiet verstehen, insofern als im OsthaHstattraum tiergestaltige Gefäße bereits in der
Urnenfelderkultur bekannt waren und auch noch in der Hallstattzeit durchaus gebräuchlich
sind (vgL SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 26 f.)1"). Weiters soll auf Darstellungen der Kleinkleiner
Bronzetoreutik aufmerksam gemacht werden, die Ähnlichkeiten mit etruskischen Bronzear­
beitein aufweisen wie z. B. das „Meerwesen“ und die „straußenartigen Vögel“ (SCHMID 1933,
Taf. I/b; vgl. PALLOTTINO 1955, Taf. 50, 67; BLOESCH 1943, Taf. 18; SMITH-1945, Fig. 4/5a,
5/la; SCHMID 1933, Taf. I/c; vgl. RANDALL-MAC IVER 1924, 115/Fig. 30), wobei von uns
allerdings nichts darüber ausgesagt werden kann, ob es sich um rein etruskische Vorstellungen
und ,3iidschabloncn“ handelt“"). Ein anderes Musterdetail, die aus Buckeln und plastischen
Leisten gebildete Rosette, findet sich in derselben Art auf dem Eimerdeckel von Hallstatt
(KROMER 1959 a, 146 f., Taf. 128/1), auf dem Kalottenhelm aus Vaöe (KOSSACK 1959,45), auf
der Situla Este-Benvenuti (LUCKE u. FREY 1962,62 ff., Abb. 8/17a-b, Taf. 23; FREY 1969, .67 ff.,
82) und auf griechischen und protokorinthischen Gefäßen (COOK i960, Fig. 6/C, E; BUSCHOR
1940, Abb. 49; STARR 1962, Taf. lWb, 14/P).
Sind hier einheimische Vorstellungen durch Einflüsse von außen bildlich manifestiert
worden?
Solche Vergleiche wurden aber nicht nur mit den Gebieten südlich der Alpen durchge­
führt, sondern auch noch mit weiter östlich gelegenen, sogar m it Kaukasien. F. HANÖAR
(1947, 165 f.) und C. PESCHECK (1948) sehen Ähnlichkeiten in verschiedenen Gefäßen des
Kaukasus-Gebietes m it jenen der osthallstättischen Kultur (vgl. dazu RÖSLER 1901). Für das
Nordbalkan-Gebiet konnte G. von MERHART (1942, 35 f.) das Motiv - „Kreuz m it Dreiecks­
armen“ - erweisen, das sowohl auf der Ritzkeramik der südkaukasischen Gandää-Karabagh-
K ultur erscheint, als auch auf mittelitalischen Bronzen und auf einem figural verzierten
Kegelhalsgefäß (Tum. 80) aus Ödenburg nachgewiesen werden kann. Von den mittelitalischen
Parallelen meint G. yon MERHART (1942,36), daß sie so auffallend wären, „daß die Annahme
direkter Beziehungen (zum Nordbalkan) kaum ab weis bar ist“. Aber noch andere Parallelen
lassen sich aus dem Osthallstattkreis anführen, die eine Beziehung zum Balkan aufweisen wie
z. B. die Bronzemaske und die -hände von Kleinklein aus dem Kröll-Schmiedkogel (DOBIAT
1979; SCHMID 1933, 247 f., 253 ff., Abb. 26, 27/a, b, 31, 32), die. mit ähnlichen Funden aus
Trebeniäte (FXLOW 1927) verglichen werden und der Handschar aus Frög, der gleichfalls auf
dem Balkan und im Pieenter-Bereich Parallelfunde besitzt (MODRUAN 1957, Abb. 2/18;
PIT nO N I 1962, 291; BERCIU 1934,172 f., Abb. 5a; GUÖTIN 1974).
Osthallstättische Mehrfkchgefäße wie jene aus Rabensburg zum Beispiel, aber auch die
Kalenderbergfußschalen von Ödenburg (Tum. 27) sind als Vergleichsstücke zu Kemoi heran­
gezogen,worden (BELTRÄN1962; RUTTKAY1974,49 f.). Die Auswahl der Funde erfolgte aber
unkritisch, denn alle Gefäße, die einem Kemos nur irgendwie ähnlich schauen, wurden als
Belege genannt (vgl. auch SIEGFRIED-WEISS 1979 a, 54 ff.).
W. DEHN (1965,133) vergleicht auch die .Bronzeschüsseln m it breit ausladendem, verzier­
tem Rand m it solchen, die aus Etrurien stammen, wobei sich aber noch nicht eindeutig
feststellen läßt, bei welchen es sich um Importe, bei welchen um Im itationen handelt
Allerdings sieht er im Kesselbruchstück von Strettweg ein echtes Im portgut und gibt damit
der schon von W. SCHMID geäußerten Meinung recht. Doch muß auch W. DEHN die Frage, ob
es sich um etruskische oder griechische Fabrikate handelt, offen lassen.
Aus diesen Darlegungen ergibt sich aber, daß man m it Parallelen und Vergleichen sehr
vorsichtig sein und genau prüfen sollte, ob dies auch den tatsächlichen Gegebenheiten
entsprechen kann.
In diesem Sinne möchten wir für die bildliche Kunst von Ödenburg, die seit ihrer
Entdeckung „nicht verfehlt hat, überall das größte Aufsehen zu machen“ (BERICHT -
ÖDENBURG 1891, [58D1"), eine nach dem derzeitigen Forschungsstand mögliche und u. E.
nach vertretbare Aussage und Deutung vorschlagen.
Diese Kunst bildet m it ähnlichen Erscheinungen in Niederösterreich, Burgenland und der
Slowakei eine eigene Bildgruppe (A. EIBNER 1980 a)iu). Sie steht, was die Sinndeutung des

92
Dargestellten betrifft, dem Situlenstü (LUCKE u. FREY 1962, 58 ff., 3/Abb. 1) und den Punkt-
Buckel verzierten, toreutischen Arbeiten (A. EIBNER 1981)1“) sehr nahe. So groß die
Verschiedenheiten dieser „Kunstkreise“ durch die Andersartigkeit der Technik, des Materials
(Ton und Bronze) und der künstlerischen Ausführung auch sein mögen, so zeigen sich doch
hier wie dort „Bilder realen Lebens“ (LUCKE u. FREY 1962,49; auch FELGENHAUER 1962,
105 f. ü. Anm.). Wir können demnach kaum die Darstellungen auf den Ödenburger Gefäßen mit
jenen des Gesichtsumenkreises vergleichen, „für die eine. . . Ersatzfunktion (als .Beigabe1im
Sinne der Stellvertretung realen Gutes) erwiesen erscheint, da Zeichnung und Gefäß eine
zweckgerichtete Einheit bilden“ (FELGENHAUER 1962,104)14*). Diese Ansicht wird vielleicht
noch dadurch gestützt, wenn wir uns der Zweckdeutung der figürlich verzierten Kegelhals-
gefäße, wie sie uns F. FELGENHAUER (1962, 103) gibt, anschließen: „Mit einer solchen
Auffassung der Kegelhalsgefäße als Prunkgefäße primär festlicher (sakraler) Art sind wir dann
allerdings auch in die Lage versetzt, in ihnen (oder zumindest'in einem wesentlichen Teil von
ihnen) ein Analogon zu den Metall-Situlen zu sehen und für ihre Verwendung eine im Prinzip
gleiche oder ähnliche Verwendung vorauszusetzen, wie sie die Situlenkunst in so eindeutiger
Art wiedergibt“ (vgl. dazu: A. EIBNER 1981). Doch auch die unverzierten Kegelhalsgefäße
legen eine Deutung als „Trinkservice“ naher (vgL KAUS lMO"b)rda"mdlmen:in: der-Regelrem
kleines Henkelschälchen. zu finden ist (BAYER 1904, Sp. 49; SZOMBATHY 1924, 168,
Abb. 7-10,181, Abb, 11,14,191, Abb. 16,17). Damit stehen die prunkvoll verzierten Tongefäße
von Ödenburg im gesamten Kulturinventar dieser Formung an eben derselben Stelle wie die
figural verzierten Situlen im Kulturgefüge der südostalpinen Toreutik’“) - eingebunden in ein
religiös-kultisches Geschehen (vgl. A. EIBNER 1981).
So betrachtet, scheinen sich im Bereich der gesamten H allstattkultur ähnliche Erscheinun­
gen darzustellen, denn G. KOSSACK (1959,121 f.) konnte auch für den bayerischen Raum die
Sitte des „Trinkgeschirrs“ als Grabbeigabe nachweisen. Aber nicht nur in dieser Hinsicht
scheintrein annähernd gleiches Kulturgefüge bestanden zu haben, sondern auch in Bezug auf
„Metropolen“ oder »Stammessitze“ oder wie immer man diese Siedlungen nennen will
(KIMM1G 1969; GUSTIN 1978; vgl. auch KAUS 1980 a; 1981), die aus dran Rahmen der
gewöhnlichen Dörfer herausfallen wie z. B. die Heuneburg (DEHN 1958; GERSBACH 1981),
Stiöna (RUTAR 1892, Taf. m it Plan), der Burgstall im Sulmtal (DOBIAT 1980; SZOMBATHY
1890, 171), aber auch'unser eigener Fundort (BELLA u. MÜLLER 1891, Taf. IV, 174 f., 176).
S. FOLTTNY (1962,117 ff.) und auch G. KOSSACK (1954 b, 148 ff.; 1970) wiesen noch darauf
hin, daß vor allem durch das Pferdegeschirr Mittel- und Südosteuropa, aber auch Oberitalien,
Süddeutschland und Böhmen trotz starker Unterschiede in der Keramik und anderen
Gebrauchsgegenständen verbunden werden können. Wie ist im Hinblick auf alle diese
Erwägungen nun Ödenburg einzuordnen?
Unser Fundort fällt vor allem durch seine kulturgeographische Lage auf als ein vorgescho­
bener Posten am Ostalpenrand m it seinem „Hinterland“, dem Wiener Becken, m it dem er
durch mehrere Pforten verbunden ist (vgl. dazu die Malleiten m it fast identem Inventar -
SZOMBATHY 1924). Durch diese seine Lage sind vielleicht auch seine Eigentümlichkeiten
und Besonderheiten zu erklären, seine Beziehungen nach Norden und Süden; aber auch nach
Osten und Westen (A EIBNER 1980 a; 1981; BUCK 1979, 150 f.; TORBRÜGGE 1979,176 ff.,
229 f.). Der Ostalpenrand scheint in dieser Hinsicht e in ,Auffanggebiet“ für Einflüsse aus dem
Osten bZw. dem Südosten zu sein, andererseits aber auch eine wichtige Linie der Nord-Süd-
Verbindung, während die Donau den West-Ost-Weg anzeigt (vgL dazu für Bratislava -
PICHLEROVÄ1970,22). Ödenburg liegt damit sozusagen im ,.Kreuzungspunkt der Ost-West-
bzw. Nord-Süd-Verbindungen“ (vgl. dazu auch DOBIAT 1980, 41 f.). Es stellt gewissramaßen
einen Konzentrationspunkt dar. Dies , mag auch durch die drei in unm ittelbarer Nähe
beisammenliegenden Befestigungsanlagen angedeutet erscheinen. Im vorliegenden Fall
könnte es sich vielleicht sogar um eine „Metropole“ handeln, wie sie anderswo schon
nachgewiesen sind1").
Wieweit für diese Bedeutung auch eventuelle Metallvorkommen in Betracht zu ziehen sind,
müßte noch untersucht werden (bei den neueren Grabungen werden auch Schlacken gefunden
- freund! Mitteilung von Frau Dr. E. PATEK; vgl. dazu BELLA u. MÜLLER 1891, 192/t; für
Metallvorkommen vgl. ROMWALTER 1938; PATEK 1980, 59 f.; auch FOLTTNY 1958, 20 ff.;
DOBIAT 1980, 38 ff.).

93
Damit fügt sich unser Fundort aber in das Bild, das man sich von der Hallstattkultur
gemacht hat, ein (KOSSACK 1959,114 £ f ., 127 ff., 104/Tab. 4). Durch viele Gleichar­
n llg p im e in
tigkeiten ist das Fundgut eng mit dem Osthallstattkreis zu verbinden und nach dem derzeitigen
Forschungsstand der .Kalenderberggruppe (KAUS 1981) zuzuordnen. In anderer Weise aber
fällt es auch wieder heraus, vor allem durch seine figürlichen Kunstäußerungen, die hier in so
reicher Zahl anzutreffen sind. Innerhalb' der Beziehungen, die der Osthallstattkreis im
allgemeinen aufceigt, sind die Südostbeziehungen auf dem Landwege (vgl. dazu: MANO-ZISI
1973, 167 f.; DUÖEK 1979; JEREM 1974; DOBESCH 1980 a, 120/Anm. 70; 1980 b, 3 ff. - für
Ketten aus dem 4. Jh. v. Chr.), die durch Ödenburg wahrscheinlich gemacht werden konnten,
am wesentlichsten, wenngleich sie auch nicht die einzigen sind, die sich in Ödenburg
nachweisen lassen.
Betrachtet man .aber dieses „allgemeine Bild“ der Hallstattkultur, besonders des Osthall­
stattkreises, so ist auffallend, daß die Gräber von Statzendorf z. B. eine andere Beigabensitte
als jene von Ödenburg, Fischau/Malleiten, aber auch von Hohenau an der March aufweisen.
Statzendorf zeichnet sich dadurch aus, daß in einem Grab gewöhnlich nur ein Kegelhalsgefäß,
innenliegend meist eine kleine Schale oder Henkelschale, dagegen fa st immer ein Kalender­
berghenkeltopf imd ein Eisenmesser, aber fast keine Fußschalen, Situlen, Mondidole und
Kalenderbergfüßschalen, dagegen aber wieder westliche Typen Vorkommen. In Hohenau, das
bis jetzt ungefähr 2Q0 Gräber ergeben hat (NEUGEBAUER 1972), zeigt sich eine eigentümliche
Vergesellschaftung von drei Typen, und zwar kommen zusammen ein mehr oder weniger
eimerartiges Gefäß m it zwei gegenständigen Henkeln; eine als dazugehörigen Deckel anzu­
sprechende Form und eine kleine Henkelschale vor, wobei alle diese Gefäße aus einem groben,
gelblich-rötlichen Ton hergestellt sind. Auch hier scheinen Situlen, Fußschaleh und kalender-
berg-verzierte Keramik zu fehlen bzw. nur spärlich vertreten zu sein. Ödenburg und Fischau/
Malleiten hingegen sind charakterisiert durch die Mitgabe von m eist mehreren Kegelhalsgefä­
ßen, ferner durch Kalenderbergfüßschalen und -henkeltöpfe, durch Situlen, kleinere Fußscha­
len; Große Henkelschalen und auch Situlendeckel. Wir haben bei dieser kurzen Übersicht nur
den Gesamteindruck des Gräberfeldes wiedergegeben, doch bei einer genaueren Auswertung
m üßte man auf jedes Grab einzeln eingehen. Wie ist ein solcher Gesamteindruck aber zu
erklären? Handelt es sich hiebei um chronologische Unterschiede oder um chorölogische oder
handelt es sich darum, welchem Einfluß diese Gebiete ausgesetzt waren (vgl. dazu KAUS
1973 b)?
Wir können hier W. LA BAUME (1928, 26) zitieren, der zwar vom Vergleich der bildlichen
Darstellungen ausgeht, dessen Meinung aber im gleichen Maße auch für alle anderen
Vergleiche zwischen Kulturen g ilt:, , . . . V ersuche..., diese Darstellungen zu deuten, kranken
daran, daß oft einzelne Figuren ohne Zusammenhang init den auf derselben Urne vorkommen­
den sonstigen Wiedergaben betrachtet wurden, oder daß nicht genügend Vergleichsmateml
herangezogen worden ist, wodurch nicht selten Fehldeutungen entstanden sind“. Zur Beant-
wdrtung dieser Frage m üßte das gesamte Material des Osthallstattkreises durchgearbeitet b^w.
aufgearbeitet werden, tun wirklich gültige Aussagen machen zu können. „In unserer jungen
Wissenschaft fehleatf^ um-M: H0ERNES-(1895,ß36) hier zu Wort kommen zu lassen, „noch die
Monographien der wichtigsten Typen . .. Dennoch dürfte es an der Zeit sein, in die Entste­
hungsgeschichte unserer großen Fundorte etwas tiefer einzudringen, als dies bisher der Fall
war, da ja ohne solche Arbeiten auch jene Betrachtungen der Einzelformen nicht angestellt
werden können. Hier muß Eins das Andere stützen und eventuell corrigiren. . Der
Forschungsstand aber ist seit der Habilitationsschrift C. PESCHECKs (1942, 3) in Bezug auf
den Osthallstattkreis nicht viel besser geworden: „Die Hallstattforschung krankt an dem
Fehlen von ins Einzelne gehenden Quellenwerken. Wichtig ist dabei die möglichst lückenlose
Vorlage des Fundstoffes eines Gebietes in Fundberichten, Abbildungen und Verwertung“.
Diesem Mangel zumindest für die Altbestände aus Odenburg abzuhelfen, war Hauptanlie­
gen dieser Arbeit.

94
A n m erk u n gen

]) Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Dr. K. KAÜS sind folgende ParzeUennummem der Anlage zuzuweisen:
von Nord nach Süd: Nr. 599 (nördlicher Teil der Befestigungsanlage), 800 (Weg, herrschaftlicher Grenzgraben), 607
(südwestlicher Teil der Anlage), 606 (Weg vom Gräberfeld durch die Anlage), 607 (Gräberfeld), 602 (südöstlicher Teil
des Burgstalls bis zum Tatschigraben).
*)Für die römischen Nunamern vergleiche die Angaben zu den einzelnen Tumuli in der Materialvorlage; die in
Klammer gesetzten Nummern sind erschlossen. Das Material der Grabungskampagne 1690 kam zum größten Teil
nach Wien und wurde in der P. A. unter den 17.000-Nummem inventarisiert Es sind dies die Gräber: 4,14,34,52,53,
59, 65 (nur 1 Situla behalten, alle anderen Gefäße an Ödenburg abgegeben; es fänden sich aber noch Fragmente
zweier Kegelhalsgefäße in Wien - 80.464 u. 80.465), 71, 92, 103, 116, 139, 144 und 149 (alles mit Ausnahme eines
Kegelhalsgefäßes an Ödenburg abgegeben). Die anderen Grabkomplexe (11, 36, 131) gelangten auf Grund des
Übereinkommens wahrscheinlich nach Ödenburg.
*) Das Material vom Warischberg liegt im Museum Ödenburg, vor allem auch das flguralverzierte Kegelhalsgefäß aus
Tum. 3. Nur die Funde aus dem Tum. 2 werden in dor P. A. im Naturhistorischen Museum Wien aufbewahrt und
hier mitvorgelegt
*) Zur Abhängigkeit der Gräberfeldpläne untereinander: der älteste überlieferte ist Plan 1 (Abb. 4) als ursprünglich­
ster von B. SKOFF1890 im Gelände ausgenommen und mit Tum. 147 (ohne Tum. 149)-bei BELLA in Arch. firt 1891
(315/Plan) publiziert Davon abhängig eine durchgestochene Kopie (PlanÜ) auf Zeichenpapier, die als Vorlage für
den Plan bei BELLA und MÜLLER in MAG 1891 (Taf, IV) diente (Beilage 1). Dieser in der P. A. noch vorhandene
Plan ist entlang der Faltungen gebrochen und war bereits eingerissen, als er auf Pausleinwand (Plan 3)
hochgezeichnet wurde, dabei wurde bei einem Querprofil (a) durch den Wall irrtümlich ein solcher Einriß
mitgezeichnet; Tum. 149 ist hier als großer Tumulus eingezeichnet (Beilage 2). Diese Kopie auf Zeichenpapier
(Plan 2) (Beilage 1) muß um 1891 ausgebessert worden sein, well ein Hügel fehlte (Tum. 149/1890), so daß hier die
richtige Tumulusbezeichnung Tum. 147 für 149/1891 eingetragen ist, wie sie auch schon im Plan 1 aufecheinl Diese
verbesserte Kopie wurde dann die Grundlage (Plan 4) für die teilweise vereinfachte, teilweise graphisch
„verschönte" Lithographie in MAG. 1891 (Taf. IV) (s. Beilage 3 u. Abb. 5). GALLUS (1934) publiziert dann einen
neuen Plan (Plan 5) (Abb. 6) ln Arch. Hung. 1934, der bereits die „neu entdeckten Schanzen“ von BELLA und
MÜLLER (1891,1.70; v g l auch R. HOERNES 1891, [71]; Brief BELLAs vom 17. Mai 1892) enthält Diese sind auch
auf allen weiteren Plänen (Plan 6) enthalten, die jetzt von E. PATEK (Abb. 7a-c, 8) vorgelegt wurden.
Aus der Quellenlage der Pläne ergibt sieh, daß Unstimmigkeiten in dar Hügelnumerierung dadurch auftraten, daß
BELLA und MÜLLER den 1890 ausgegrabenen Hügel 149 als klein bezeichnen (vgl. dazu Materialteü), der aber im
Plan 1 als solch«: überhaupt nicht eingezeichnet war, da die Hügelnumerierung mit Tum. 148 abschließt, wohl ist
aber ein großer Tumulus mit der Nummer 147 eingetragen. 1891 wird durch R. HOERNES ein großer Hügel
ausgegraben - als Tum. 149 wie er im Plan 3 aufscheint bezeichnet - , durch den nun die Unstimmigkeiten evident
wurden und die Umnumerierung erfolgen mußte. So ist im Plan 2 (Beilage 1) diese Korrektur deutlich sichtbar:
man besserte dari Tum. 146 auf 149, den Tum. 145 auf 146 aus (vgL Plan 3) und trug einen zusätzlichen Hügel, den
nun fehlenden Tum. 145 ein, wobei auch die Kreise der Tum. 149,146 und 145 neu gezeichnet wurden.
Der Plan 3 dürfte daher als Grabungsfeldplan gedient haben, da hier z. B. die 1890 ausgegrabenen Hügel 34 und 36
nur mit «ingm roten Kreuz und nicht auch durch das Ausfällen, des Hügelkreises als ausgegraben gekennzeichnet
sind. Bei den Hügeln 139 und 144 fehlt allerdings die Kennzeichnung mit dem roten Kreuz, wie sie für alle im Jahre
1890 autagegrabenen Tumuli aufecheint, während der Tumulus 149 - hier als großer Hügel eingetragen - überhaupt
nicht als ausgegraben in Erscheinung tritt Diese .Fehler“ sind im Plan 2 (Beilage 1) insofern« korrigiert, als alle
1890 ausgegrabenen Hügel als solche sowohl mit Innenfüllung des Hügelkreises als auch durch ein Kreuz
gekennzeichnet sind - mit Ausnahme des Tumulus 149, bei welchem offensichtlich am Plan Ausbesserungen
vorgenommen worden sind.
Nimmt man daher an, daß diese beiden Pläne (Plan 2 und 3) auch den jeweiligen Stand der Ausgrabung des
Gräberfeldes widerspiegeln (so sind ja auch Walldurchschnitte und deren Profile im Plan eingetragen); so haben wir
anscheinend die bis pinar-hiieBUrh 1890 ausgegrabenen Tumuli eingezeichnet, wobei die aus dem Jahre 1890 durch
ein zu sä tzlich eingetragenes rotes Kreuz herausgehoben sind. Es feilt dabei nur auf, daß hier mehr Hügel
eingetragen sind, als nach den Literaturangaben ausgegraben worden sein sollen (NOVÄKI1955). Es sind dies die
Hügel Nr. 6,12,15, 24,45, 63, 80,115,121,127 und 128; somit 10 Tumuli, über die wir anscheinend keine Angaben
besitzen, denn der elfte Hügel - Tumulus 80 - wurde 1893, nach einer vorangegangenen Versuchsgrabung (vgL dazu
R. HOERNES 1891,[71D, endgültig freigelegt wie sich BELLA ausdrückte (BELLA 1894). D iese Versuchsgrabung
muß, wenn unserä Überlegungen stimmen, zwischen 1887 und 1890 durchgeführt worden sein, da der Tumulus 80
im Gräberfeldplan als ausgegraben eingezeichnet is t nicht aber jene Grabhügel, die unter R. HOERNES und L.
BELLA 1891 ausgegraben wurden.
So sind nach Gutachten von Herrn Univ.-Prof. Dr. K. SCHEMA, wofür herzlichst gedankt sei, ganze Serien von
Hügeln umnumeriert worden. Bis Tum. 39 haben wir die Originalnumerierung vor uns, dann dürften die Hügel der
40-Serie und die anderen dazugekommen sein; daher hat man etwa ab Tum. 50-149 die Nummern teilweise
überschrieben (die Einerstellen), wahrscheinlich um die Reihenfolge der Hügelniunmem zu verbessern.
Der von R. HOERNES ausgegrabene Hügel trägt ab nun die Bezeichnung Tum. 147, mit dem Zusatz 149/1891 in
Klammer, und ist als solcher auch in dem von BELLA und MÜLLER 1891 (Taf. IV) publizierten Plan eingetragen
(vgl. Äbb. 5).
*) Das Material aus diesen neuen Grabhügeln ist in der P. A. unter den 35.000 Nummern inventarisiert und wird wie
jenes aus dem Jahre 1890 in dieser Arbeit vorgelegt
*) S. GALLUS (1934, 7) führt hier den Tum. 96 oder 98 als unbekannten Tumulus an bzw. m eint daß die figurel
verzierten Bruchstücke wahrscheinlich aus dem Tum. 80 stammen. VgL dazu den Brief L. BELLAs vom 12. Q. 1909
(aufbewahrt in der P. A.): „Voriges Jahr fand ich eine figural verzierte Urne im ersten Tumulus innerhalb der südl.
Vorschanze. Elend zerbrochen, aber hoch interessant.“

95
*) Das Siedlungsmaterial vom Burgstall, in der F. A. unter den Inv. Nm. 17.187-17.206 und 35.577a, 35.578-35.509
aufbewahrt, wird hier allerdings nicht mitbehandelt; ebenso nicht wie jenes vom Warischberg (17.219-17.245.
35.600-35.604).
°) Auch in Großmugl konnten bei der Ausgrabung des „Hügels der Königin“ Entnahmegräben für das Hügelaufschüt-
tungsmaterial festgestellt werden (freund! Mitteilung Univ.-Prof. Dr. K. KROMER). -
*) Die Größe dieses Tumulus wird verschieden angegeben (vgL: BELLA u. MÜLLER 1891,171; MÜLLER 1891, [46];
BELLA 1894 [59] f; GALLUS 1934,4 fr.).
“) Die „Aushebung“ für den Tumulus 147 (= 149/1891) war etwa 10 m lang, 5 m breit und durchschnittlich 2 m tief. Vgl.
die Ausmaße der Grabungsflächen bei anderen Grabhügeln: Tum. 80: ein 11,3 m b Graben, der sich bei lfm 4 auf 5 m
b verringerte, bei lftn 17 wurde ein Steineinbau angetroffen und von allen Seiten freigelegt, die Sohle des Stollens
wurde gegen die Hügelmitte zu aufsteigend geführt, weil schon bei lfm 2 festes Gestein angetroffen wurde (BELLA
1894 [59]); Tum. 129: Grab in 1,2 m t gefunden, 3,4 m b und 6,2 m 1 (MÜLLER 1891 [46]). Tum. 137: eigentliche
Grabstelle fand sich in 1,36 m t, 3,6 m b und 4 m 1 (MÜLLER 1801 [46]).
u) Bruchstücke ein- und desselben Gefäßes waren auf drei verschiedene Tumuli aufgeteilt, und zwar: die meisten im
Tum. 34 (17.079-vgL BELLA u. MÜLLER 1891,178/d), weitere fänden sich noch im Tum. 52 (17.106-v g l. BELLA u.
MÜLLER 1891,179/a) und im Tum. 53 (17.117 - vg! BELLA ü. MÜLLER 1891,179 f./a). Da die Beschreibung der
Gefäßfragmente in der Literatur (BELLA u. MÜLLER 1891) bei den einzelnen Tumult variert, die Restaurierung
aber doch mehr oder weniger gleich nach der Ausgrabung erfolgte, diese Tumuli auch nicht in unmittelbarer Nähe
beisammehiiegen und nach den alten Numerierungen anscheinend auchnjcht unmittelbar tmcheiqander bzw.
zugleich ausgegr&ben würden (vgl Tuih. 34 - X l/lL T um .52 = XIV. Tum. 53 - XÖ), dürfte ein nachträgliches
Verwechseln oder Durcheinanderbringen auszüschließen sein.
Es dürfte sich bei diesem Gefäß, das durch seine Verzierung auch etwas aus dem Rahmen der sonst üblichen
Muster herausfällt (vg! Taf. 41/3, 114/3), um ein nachgegebenes (Tum. 52 u. 53) bzw. für den Tum. 34 um ein
mitgegebenes Gefäß handeln. Zu diesem Problemkreis, der hier nur angedeutet werden kann (vg! auch die
chronologische Stellung dieser Gräber in Abb. 15), da uns jegliche Unterlagen dafür fehlen, vergleiche die
Diskussion bei C. EIBNER (1974, 83 fr., bes. 85 ff.).
“)E s scheint bei der Angabe einer Grabgrübe im Tumulus 28 eine Verwechslung vorzuliegen, denn bei der
Beschreibung des Hügels selbst wird keine erwähnt, sondern erst bei der Beschreibung des Tumulus 50 wird auf
die gleiche Art der Grabzurichtung auch bei Tumulus 28 hingewiesen. Es dürfte hier aber ei™» Verwechslung mit
Tumulus 27 verließen, wo die Grabgrube sowohl erwähnt, als auch abgebildct wird (R. HOERNES 1891, [77], [74]/
Mg. 12). “ j
“) VgL Tum. 58: seine Höhe betrug 0,28 m und in 0,42 m t stieß man auf die Gefäße; er besitzt demnach wahrscheinlich
eine seichte Grabgrube (MÜLLER 1891 [46]; vgL auch die Maßangaben bei BELLA u. MÜLLER 1891,168,174); und
Tum. 137: seine Höhe betrug kaum 0,3 m und die eigentliche Grabstelle fand man erst in 1,36 m t (vgL Anm. 14).
1€) Es liegen an Hand der hier angegebenen Literatur zwei verschiedene Maßangaben vor, doch muß jene bei BELLA
u. MÜLLER (1891,171,172,182 f.) als fälsch angesehen werden, denn einen 2 m hoben Tumulus kann man nicht nur
auf Grund des Baumbestandes erkennen; es kann sich daher nur um einen niedrigen Hügel handeln, was auch
durch die Maßangaben bei MÜLLER (1887, [80] f.) bestätigt wird (MÜLLER 1891, [46]).
“) Innerhalb eines Hügels zwei gleiche Formen, doch verschiedene Muster; vgL dazu z. B.: Fußschale - Tum. 27/35.540,
Taf. 24/1,35.542 - Taf. 24/2; Tum. 147 ( - 149/1891)/35.460 - Taf. 79/1,35.461 - Taf. 79/2; kleine Schälchen - Tum. 89/
36.472 - Taf. 69/1,35.58i/l,2 - Taf. 69/2,3; Großes Henkelschalen - Tum. 59/17.133 - Taf. 57/1,17.134 - Taf. 58/5; Tum.
147 (= 149/1891)/35.431 - Taf. 80, 35.432 - Taf. 81, 35.433 - Taf. 82 und 35.434 - Taf. 83, 35.435 - Taf. 84, Tum. 2/
Warlschberg/17.209 —Taf. 103,17.210 - Taf. 104 (BELLA u. MÜLLER 1891,173).
“)Tum. 5: 40 Gefäße in Dreiecksform, mit der Spitze gegen SO aufgestellt
Tum. 136: eine größere Gefäßgruppe in Dreiecksform, mit der Spitze gegen NW und der Basis gegen SO aufgestellt,
von einem Steinkranz umgeben; eine kleinere, ebenfalls dreieckig angeordnete Gruppe schließt mit der Basis an
der östlichen Seite des großen Dreieckes an, die Spitze zeigt gegen N.
1T) Tum. 21: die Gefäße in zwei Gruppen, in einer nördlichen und einer südlichen Reihe aufgestellt (R. HOERNES1891,
[71] f.) ..'.......... ..................... . ............................................
“ITum. 65: viereckiger Raum, nach allen Seiten standen Gefäße, insbesondere an der O-Seite standen zwei große
Kegelhalsgefäße, westliche Hauptgruppe mit 10 Gefäßen (BELLA u. MÜLLER 1891,181).
. “) Tum. 80: hier standen die Gefäße an allen vier Seiten, im N, O, S und W (BELLA 1894, [59] f.).
“) Tum. 137:7 Gefäße im Haufen - Viereck - gruppiert, drei Gefäße abseits stehend (BELLA u. MÜLLER 1891,182 f.;
MÜLLER 1891, [46]; 1887, [80] f.).
“) Tum. 147 (“ 149/1891): die Kegelhalsgefäße stehen sich in zwei Reihen gegenüber, einer Ost- und West-Reihe, über
die Aufstellung der anderen Gefäße sind keine Aufzeichnungen erhalten (vgL darüber die Angaben im Materialteil).
”) V gl dafcü Tum. 65 und 80.
a) Vgl. dazu Tum.. 11,34 und 129; ebenso auch Tum. 14, denn die Angabe Gefäße von 20 senkrecht stehenden Prismen
umgeben, sagt nichts über die Gefäßanordmjng an sich etwas aus.
**)'Für den Tum. 27 vgl. die Angaben im Materialteil (S. 136 - Inv. Nr. 35.478, S. 139 - Inv. Nr. 35.539) sowie bei R.
HOERNES 1891, [73] fr.); für den Tum. 89 vgl. die Angaben im Materialteil (S. 169 - Inv. Nr. 35.482,35.483).
") Kleinbuchstaben in Klammer hinter der Tumulus-Nummer beziehen sich auf die Beschreibung des Gefäßes in der
Arbeit von BELLA u. MÜLLER (1891) - z. B.: Tum. 34/d.
*") Das „Holzkästchen“ besteht aus Borkenrinde, wahrscheinlich von Rotbuche (freund! Bestimmung von den Herren
Univ.-Prof. Dr. G. HALBWACHS und Dr. H. RICHTER).
” ) VgL dazu den Brief von R. HOERNES, vom 4. VOT. 1891:......schöner Torques aus Bronze u. Perlen aus einer
kleinen Kiste mit Bronzebeschlägen. . . “

06
“) VgL dazu den bei einer Situla des Tum. 147 {= 149/1891) beiliegenden Z ettel:......zugehörige Deckel und einige
Herzstücke in Papia:!. . - das Harz ist heute nicht mehr vorhanden (Tum. 147 (= 149/1891V35.530 - vgl.
Materialteil, S. 193).
*) Die Kegelhalsgefäße sind am Burgstall nie als Leichenbrandbehälter erwähnt, nur die Kleinen Kegelhalsgefäße (28/
35.438).
") Die Ansprache als Kegelhals g e fä ß sei besser, als die Bezeichnung „Urne“, weil man unter Urne den Leichen­
brandbehälter versteht (FELGENHAUER 1962, 93). PESCHECK .(1942, 33) .bezeichnet das Kegelhalsgefäß als
Amphore, doch ist dieser Terminus anderweitig schon gebunden und setzt eigentlich zwei gegenständige Henkel
voraus. BELLA u. MÜLLER (1891,177 ff.) sprechen vöm Kegelhalsgefäß als großer, schwarzer Halsume.
*) Um keine Unklarheiten entstehen zu lassen, welche Gefäße den einzelnen Typoibezeichmi ngen entsprechen, wird
jeweils in einer Anmerkung oder auch gleich anschließend an die Typenbeschreibung alles einschlägige Material
wie folgt zusammengestellt: Nummer des Tumulus, aus dem die Gefäße stammen/laufende Inventamummem der
Gefäße in steigender Reihenfolge - Tafelverweis; die Gefäße des nächstfolgenden Hügels (z. B. 28/35.423 - Taf. 28;
50/35.481/4 - Taf. 47/5). Dieselbe Art der Zitierung wird auch beim Kapitel über die Verzierungselemente
beibehalten.
**) Man kann diese Ausguß Öffnung entweder wie das MehrfechgeflLß aus Rabensburg oder wie die Stierkopfume aus
Goldes ergänzen (PITTIONI1954,596/Abb. 421,609/Abb. 431); vgL dazu auch das Mehrfachgefäß aus dem Tumulus
132/1899 (54.116.1-3/Museum Ödenburg).
") 14/17.065 - Taf. 4/1,' 17.066-17.068 - Taf. 5/5; 21/34.475 - Taf. 13/3; 27/35.476 - Taf. 19/5; usw.
*) BELLA u. MÜLLER (1891,178) bezeichnen das iäeine Kegeih^geÖLß als k lÄ ä^ b n äu n e HaJsume(vgL Tum. 34/
h), während PESCHECK (1942,50 f.) diesen Gefäßtyp als Vase anspricht
“) BELLA u. MÜLLER (1891,178) bezeichnen das Kehlige Halsgefäßals kleinere Halsume (vgL Tum. 34/g).
**) BELLA u. MÜLLER (1891, 179) bezeichnen das Kragenhalsgefäß bzw. das Bombengefäß mit Kragenhals als
kugelförmige Urne (vgL Tum. 52). PESCHECK (1942, 35 ff.) spricht diesen Typ als Terrine an, KOSSACK (1959,
36 ff.) als Kragengefäß und SZOMBATHY (1924,170) als bombenförmige, rote Urne.
") 27/35.499 - Taf. 19/1-2, denn diese Bruchstücke könnten eventuell auch von einem Kegelhalsgefäß stammen (vgL
Tum. 103/17.158 - Taf. 7i/6; Tum. X/35.508 - Taf. 93/7; ohne Tunn-Zugehürigkelt/35.500 - Taf. 95/2).
") Bei BELLA u. MÜLLER (1891,180) ebenso bezeichnet - als Thonsltula bzw. auch als konischer Topf (vgL Tum. 65/
h), während PESCHECK (1942,56 ff.) diese Gefäßform als Eimer anspricht
*) BELLA u. MÜLLER (1891,180) nennen es ebenfalls Deckel (vgL Tum. 65/ro), auch PESCHECK (1942,57 f.).
*°) BELLA u. MÜLLER (1891,177 ff.) sowie PESCHECK (1942,43 ff.) verwenden in der oben zitierten Literatur den
gleichen Terminus.
“) Von BELLA u. MÜLLER (1891, 178 ft) wird die Kalenderbergfüßschale als große, flache, braune Fußschale
angesprochen, während PESCHECK (1942, 44) diesen Typ nur als Fußschale ohne nähere Umschreibung
bezeichnet KYRLE. (1912, 249, Fig. 32/3), der die Keramik vom Kalenderberg bei Mödling, NÖ., m it besonderer
Berücksichtigung der hallstattzeitlichen Mondidolc publiziert hat, beschreibt - . bei einigen Gefäßen sitzt das
Relief an der Innenseite, so auf dem oberen Randstück einer flachen Schüssel. . und bezeichnet damit die
Kalenderbergfußschale hier als Schüssel, da sie nur fragmentarische erhalten ist (vgL dazu, den erhaltenen,
ritzverzierten Fußteil einer solchen Fußschale im Museum Mödling, unpublizlcrt).
“) Von BELLA u. MÜLLER (1891,177 ff.) als Henkelschälchen bezeichnet von PESCHECK (1942, 46 ff.) als Tasse
bzw. Henkeltasse.
*) BELLA u. MÜLLER (1891,177 ff.) sprechen die Große Henkelschaleihrer Form nach teils als gehenkelt?, gedrückte
Halsume (vgL Typ 3 - Mit Kegelhals), teils als weitbauchige Henkelschüssei bzw. große, tiefe Henkelschüssel,
große, tiefe Schüssel und großes, bauchiges Henkelgefäß an. Von PESCHECK (1942,38,46 ff.) wird diese Form als
Henkelterrine oder Tasse bzWi Henkeltasse bezeichnet
**) VgL BELLA u. MÜLLER (1801,177), die die Große Henkelschale mit Kegelhals (Typ 3) als gehenkelte, gedrückte
Halsume bezeichnen.
*) Von BELLA u. MÜLLER (1891,178 ff.) als Henkeltopf bezeichnet. Noch SZOMBATHY (1924,163 ff.) nennt ihn
braunen Hehkeltöpf. Allein FESCHECK (1942,54) spricht ihn schon als Kalendaberghenkeltopf an.*)
*) KYRLE (1912, S. 248 ff.) spricht diesen Typ in seiner Publikation über den Kalenderberg als bauchigen Topf mit
bandförmigem Henkel an und gibt damit auch die wichtigsten Merkmale dieses Gefäßes an (vgl. dazu auch die
Ausführungen bei der Kalenderbergfußschale im T ext S. 42).
«) Bei BELLA u. MÜLLER (1891,186) brauner Doppeltopf (vgL Tum. 2/Wariachberg/l) genannt, während SZOMBA­
THY (1924,179 ff.) von braunen Doppelgefäßen spricht
“) D a Name Mondidol wurde von O. MÜLLER in die Literatur eingeführt (vgL: BELLA u: MÜLLER 1891,182 £;
KYRLE 1912,229 ff. - bringt eine Übersicht über die Mondidole vom Kalenderberg; NAGY1979).
“) VgL dazu die fW hen Tpnacheiben, die als Deckel für eimerartige Gefäße mit zwei gegenständigen Henkeln dienen
(aus Grab 7,16 und 17 aus Hohenau an d a March, Museum Hohenau, unpubliziert; vgL dazu auch NEUGEBAUER
1972).
">)Brief von L. BELLA vom 4, VTTT. 1891: „...interessant sind die sehr kleinen Klammerchen, vielleicht von
Lederbeschlag herstammend.“
") VgL dag» den Brief L. BELLAs vom 4. VIEL 1891: „ ... aus einer kleinen Kiste mit Bronzebeschlägen, von welcher
wir einige M odernste. . . einschicken;. . . “ (vgL dazu Anm. 26 u. 27).
“) Oberflächengraphitierung bei Kegelhalsgefäßen: 4/17.052 - Taf. 1/1,17-053 - Taf. 1/4,17.054 - Taf. 3/9; 27/35.476 - Taf.
19/5 (mit Ritzung und Kammstrich), 35.477 - Taf. 20/5 (mit Kammstrich und Kannelur); 28/35.423 - Taf. 28 und 35.425
- Taf. 30/4 (mit Ttitznng und Kannelur), 35.430 - Taf. 34/5 (mit Kannelur und plastischer Verzierung); 291/35.479 - Taf.

97
36/3 (mit Tftfflnalur und plastischer Verzierung); 34/17.080 - Taf. 42/4 (mit Kannelur), 17.081 - Taf. 42/7 (mit Ritzung.
und Kannelur); 50/35.481/4 - Taf. 47/6 (mit Kannelur und Protome); 59/17.128/2 - Taf. 56/4 (nur Unterteil erhalten); 89/
35.482 - Taf. 63/1 und 35.483 - Taf. 63/2 (mit Ritzung, Rotbemalung und Kannelur), 35.484 - Taf. 64/2 (mit TCnnnrinr
und Rotbemalung), 35.486 - Taf. 65/4 (mit Kannelur); 92/17.156 - Taf. 701/1 (mit Ritzung und Kannelur); 139/17.166 -
Taf. 73/6 (mit Kammstrlch und Ritzung); 147 (= 149/189U/35.487 - Taf. 88/3 (mit Ritzung und Kannelur), 35.488 - Taf.
89/2 (mit Ritzung, Kannelur und plastischer Verzierung), 35.493 - Taf. 88/2 (mit Kannelur), 35.492/1,2 - Taf. 89/1,91/2
(mit .Ritzung und Kannelur).
Muhdsaumgraphitierung bei Kegelhalsgef&Ben: 27/35.476 - Taf. 19/5,35.477 - Taf. 20/5; 52/17.108 - Taf. 51/4; 89/35.484
- Taf. 64/2; 147 (■= 149/1B9U/35.488 - Taf. 89/2,35.4D2/2 - Taf. 91/2; X/35.495* - Taf. 93/7.
Graphitierung bei Schalen: 4/17.056 - Taf. 1/2 (Mundsaum), 17.067 - Taf. 1/3 (außen, mit Ritzung), 17.063 - Taf. 1/5
(außen); 27/35.546/2 - Taf. 22/4,35.549 - Taf. 22/3 (Außenseite und innen, mit Kannelur); 29/35.551/1 - Taf. 40/3 (innen
und außen, mit Kannelur), 35.552/1 - Taf. 38/1 (Mundsaum, mit Kannelur), 35.552/2,3 - Taf. 40/4,1 (innen und außen,
mit Kannelur); 59/17.140/3 - Taf. 59/8 (innen und außen, mit Kannelur); 89/35.554/1 - Taf. 67/2, 35.555 - Taf. 67/1
(außen, mit Kannelur)
bei Großer Schale mit Kegelhals und Fuß (7): 29/35.503- Taf. 40/5 (Außenseite, mit Kannelur und Rotbemalung),
bei Henkelschalen: 21/35.547 - Taf. 12/4 (Unterteil außen); 27/35.471 - Taf. 18/3 (Innenseite); 52/17.112 - Taf. 50/2
(Unterteil außen); 53/17.119 - Taf. 58/4 (Außenseite); 89/35.579 - Taf. 08/3 (außen und innen); 148/35.574 - Taf. 76/6
(Hals); 147 ( - 149/18fll)/35.571/l, 2 - Taf. 92/2,6 (Hals).
bei Kegelschultergef&ßen: 29/35.509 - Taf. 38/2 und 35.516 - Taf. 38/3 (Außenseite, mit Ritzung und Rotbemalung).
■*) 27/35.499 - Taf. 19/1-2; 28/80.459 - Taf. 35/5; 52/17.110 - Taf. 50/3; 89/35.505 - Taf. 66/1; 108/17.158/1,2 - Taf. 71/6; 147
( - 149/1891V35.437 - Taf. 86; X/35.508 - Taf. 93/4; ohne Tum.-Zugeh6rigkeit/35.500 - Taf. 95/2 - bei Henkelschalen: 27/
35.471 - Taf. 18/3; 52/17.112 - Taf. 50/2 (wahrscheinlich hier'anzuschließen); 147 (= 149/1891)/35.536/4 (wahrscheinlich
wie 27/36.471) - Taf. 86/5; X/35.576 - Taf. 93/2 (vgl. dazu auch die Zusammenstellung auf Taf. 109/3,4,6,110/5,3,6,
111/4,110/8,111/5; Taf. 109/5,110/4,111/3,110/7).
**)VgL dazu den beim Kegelschultergefäß 35.516 - Taf. 38/3 des Tum. 29 beiliegenden Zettel: „Schon decorirtes Gefäß,
rothe Malerd, nicht waschen." Leider sind heute nur noch Spuren davon erhalten.
*) 14/17.066 -17.086 - Taf. 5/5; 50/35.481/3 - Taf 48/6; 52/17.107 - Taf. 49/1,17.108 - Taf. 51/4,17.109 (vermutlich) - Taf.
49/2; 89/35.483 - Taf. 63/2,35.484 - Taf. 64/2; 147 (= 149/1891V35.493 - Taf. 88/2 (Mundsaum); X/35.4951 - Taf. 93/7.
°) Schalen: 4/17.056 - Taf. 1/2 (innen); 89/35.561/1,2 - Taf. 69/2,3 (innen); ESTE 1892/18.396 - Taf. 96/3.
Henkelschalen: 21/35.469 - Taf. 11/1 (außen und Henkel), 35.547 - Taf. 12/4 (am Hals Graphitspuren); 27/35.471 - Taf.
18/3 (außen); 29/35.573 - Taf. 34/1 (außen); 34/17.093 - Taf. 46/8 (innen und außen), 17.099/1 - Taf. 43/4 (Grapbitspuicn
innen und außen am Unterteil); 50/35.568 - Taf. 48/2 (außen); 52/17.112 - Taf. 50/2 (innen und außen); 53/17.119- Taf.
53/4 (innen); 59/17.140/1,2 - Taf. 59/5,6 (innen und außen); 89/35.56B - Taf. 69/4 (außen); 148/35.574 - Taf. 76/6 (innen);
147 (= 149/189IJ/35.467 - Taf. 79/3 (innen und außen), 35.571/1,2 - Taf. 92/2,6 (innen); 35.572 - Taf. 86/2 (innen und
außen); 2/Warlschberg/17.213 - Taf 107/4 (außen) und 17.214 - Taf. 107/3 (innen und außen).
") In folgenden Tumuli wurden rot bemalte Gefäße gefunden: 27/35.471 - Taf. 18/3,35.501 - Taf. 2175,35.513/2-Ta£ 22/1;
29/36.503 - Taf. 40/6,36.509 - Taf. 38/2,35.510 - Taf. 38/3; 89/35.482 - Taf. 63/1,35.483 - Taf. 63/2,35.484 (Mimdmnun) -
Taf. 64/2; 147 ( - 149/189D/35.429 (fraglich) - Taf. 79/4,35.431 - Taf. 80 (vgL auch Taf. 109/5,1,2; 109/9,7,8; 110/1,2; 111/
2, 1). .
"*) Im Gräberfeld von Loretto, Burgenland, sind die gleichen Stempelverzierungen, aber mit weißer Inkrustation (vgl.
A. VULPE 1970,127) nachgewiesen.
“) auf Situlen: 21735.446 - Taf. 10/6,35.523 - Taf. 12/3; 28/35.443 - Taf. 35/4; 29735.527 - Taf. 37/4; 34/17.098 - Taf. 43/1; 89/
35.610 - Taf. 67/4; 147 (= 149/1891)/35.448 - Taf. 86/6,35.624 - Taf. 92/3,35.525 - Taf. 86/5.
auf Situlendeckeln: 4/17.002/1 - Taf. 2/1; 21/35.447 - Taf. 10/3,35.453 -.Taf. 12/5; 147 (= 149/1891)735.535 - Taf. 91/1;
vgL dazu auch KOSSACK 1959,109: ^Graphit undgelegenüich auch ein schwarzer und pechartiger Lack sind die
einzigen Malferben, die man ln Südbayem verwendete.“
") Kegelhalsgefäße mit Kannetiening: 27/35.424 - Taf. 16,35.477 - Taf. 20/5,35.478-T af. 18/6; 28/35.423 - Taf. 28,35.425 -
Taf. 30/4,35.426 Taf. 32/5,35.430 - Taf. 34/5; 29/35.479 - Taf. 36/3,35.496 - Taf. 39/4; 34/17.079 - Taf. 41/8,17.080 - Taf.
42/4,17.081 - Taf. 42/7; 50/35.48171,4,5 - Taf. 47/4,5, Taf. 48/3; 52/17.109 - Taf. 49/2; 59/17.126 - Taf 54/3,17.127-T af. 55/
4,17.126-T af. 55/3,17.129-Taf. 56/9,17.130-Taf. 56/8; 89/35.428-T af. 64/1,35.482 -T af. 63/1,35.483-T af. 63/2,35.484
-T af. 64/2,35.486-T af. 65/4; 9217.156-T af. 70/2; 103/17.157-Taf.71/7; 147(= 149/1891)/35.487 - Taf. 88/3,35.488-Taf.
89/2,35.492/1, 2 - Taf. 89/1, Taf. 9172, 35.494 - Taf. 9173; 2/Warischberg/17.207 - Taf. 102/2, 17.208 - Taf 102/1; ohne
Tum.- Zugehörigkeit/35.500 - Taf. 95/2.
Fußschalen mit Kannelierung: 27735.473 - Taf. 18/1,35.539/1,2 - Taf. 2173,2,35.549 - Taf. 22/3; 28/35.574a - Taf. 34/1;
34/17.087 - Taf. 45/3,17.088 - Taf. 4572,17.089 - Taf. 45/7,17.090 - Taf. 45/9,17.091 - Taf. 45/1; 59/17.139 - Taf 59/4; 89/
35.510/2 - Taf 67/5,35.557 - Taf. 68/2; 144/17.184 - Taf. 74/2; ESTE 1892/29.180 - Taf. 96/6,29.186 - Taf. 97/5.
Schalen mit Kannelierung: 4/17.058 - Taf. 3/7,17.063 - Taf. 175; 21735.466 - Taf 10/1; 27735.543 - Taf. 18/4,35.546/1,2 -
Taf. 22/6,4; 29/35.463 - Taf. 3773,35.55171 - Taf. 40/3,35.552/1-4 - Taf 38/1, Taf. 40/4,1,2; 34/17.095 - Taf. 45/8,17.096 -
Taf. 45/6; 53/17.121 - Taf 52/1; 59/17.140/3,4 -T af. 59/8,7; 71717.151 - Taf. 62/4; 89/35.55471 - Taf. 67/2,35.555-T af. 67/1,
35.556 - Taf. 68/4,35.558 - Taf. 69/6,35.560 - Taf. 69/5; 144717.181 - Taf. 74/1; 2/Warlschberg/17.215 - Taf. 10772,17.218 -
Taf. 107/1; ESTE 1892/29.183 - Taf 96/4.
Henkelschalen mit Kannelierung: 27/35.566 - Taf. 23/5,35.575 - Taf 23/3; 59/17.137 - Taf 55/1 (hier sind aber jene mit
kanneliertem Henkel nicht berücksichtigt).
Große Henkelschalen mit Kannelierung: 14/17.069 - Taf 473,27/35.498 - Taf. 24/3; 34/17.085- Taf 43/6; 89/35.502-Taf.
65/5; 144/17.179 T Taf. 75/2; 147 (= 149/1891)735.431 - Taf. 80,35.433 - Taf. 82.
Situlen mit TCmririterung: 21/35.444 - Taf. 11/5,35.529 - Taf. 13/2; 147 (= 149/189D/35.530 - Taf. 8773.
Mondidol, mit Karinelterung: 14/17.077 - Taf. 4/2.
Kalenderberghenkeltöpfe mit Kannelierung: 14/17.075 - Taf. 5/4; 27/25.517 - Taf. 23/4.
Kalenderbergfüßschalen mit Kannkierung: 14/17.071 - Taf. 7/5,17.072 - Taf. 8/5; 21/35.537 - Taf 14/2.
“) Kegelhalsgefäße mit Stillung: 50/35.481/2 - Taf 48/7.

98
Schalen mit Rillung: 21/35.466 - Taf. 10/1; 26/35.465 - Taf. 32/2,35.553 - Taf. 32/4; 29/35.464 - Taf. 37/2.
Henkelschalen mit Rillung: 71/17.150/1,2 - Taf. 62/6,7.
Große Henkelschalen mit Rillung: 144/17.179 - Taf. 75/2.
Situlendeckel mit Rillung: 28/35.450 - Taf. 34/2; 147 (= 149/18911/35.536 - Taf. 88/1.
<“) Kegelhalsgef&ße mit Ritzung: 21/36.475 - Taf. 13/3; 27/35.424 - Taf. 16,35.476 - Taf. 19/5,35.478 - Taf. 18/6; 28/35.423 -
Taf. 28,35.425 - Taf. 30/4,35.426 - Taf. 32/5; 29/35.496 - Taf. 39/4; 34/17.079 - Taf. 41/3,17.081 - Taf 41/7; 50/35.481/5 -
Taf. 48/3; 59/17.128-17.130 - Taf. 55/3,56/9,56/8; 71/17.147 - Taf 61/1,17.148 - Taf. 62/3; 89/35.428 - Taf. 64/1,35.482 -
Taf. 63/1,35.483- Taf. 63/2; 92/17; 156 - Taf. 70/1; 139/17.165-17.167 - Taf 72/6,73/6,72/5; 144/17.178 - ohne Abb.; 148/
35.427 - Taf 77/9; 149/17.186 - Taf 70/2; 147 (= 149/1891V35.429 - Taf 79/4,35.487-35.491 - Taf. 88/3,89/2,90/1,2,87/4,
35.492/1,2 - Taf. 89/1,91/2; 2/Warischberg/17.207 - Taf. 102/2,17208 - Taf. 102/1.
«) Kammstrichverzierung: 27/35.476 - Taf. 19/5,35.477 - Taf. 20/5; 59/17.126 - Taf 54/3,17.127 - Taf 55/4; 59/17.147 - Taf.
61/1; 139/17.165-17.169 - Taf. 72/6,73/6,72/5,73/3,7; 147 (= 149/1891)/35.490 - Taf. 90/1,35/491 - Taf. 87/4.
“) Kalenderberghenkeltöpfe: 14/17.075 - Taf. 5/4; 27/35.442 - Taf. 25/1,35.517 - Taf. 23/4,35.518 - Taf. 22/7; 28/35.441 -
Taf. 30/1; 29/35.521 - Taf. 39/3; 53/17.116-Taf. 52/2; 71/17.152 -T af. 62/1; X/35.519 - Taf. 93/1; ESTBTüm. n (?)/29.196 -
Taf. 98/5.
Kalenderbergfiißschalen: 14/17.071 - Taf. 7/5,17.072 - Taf. 8/5; 27/35.454 - Taf. 26,35.455-Taf. 27; 53/17.124 -T af. 52/3;
X/35.538-Taf. 93/6; 2/Warischberg/17.211 - Taf. 105,17.212 - Taf. 106; ohne Tum.-Zugehörigkeit/35.456 - Täf. 94.
Kalenderbergzwillingstöpfchen: 50/35.522 - Taf. 47/3,2; 147 (= 149/189D/35.520 - Taf 87/1,2; 2/Warlschberg/17.217 -
Taf. 107/5,6. '
Mondidole: 14/17.077 - T af 4/2; 27/35.455 - Taf 27 (in der Fußschale), 35^474 - Taf. 25/2; 2/Waiiaohberg/17^m- .Taf.
108; ESTE/Tum. m/29.193-29.195 - Taf 100/1.
■) Fingemageleindracke: auf Sitülendeckeln: 21/35.445 - Taf. 11/4,35.531 - Taf. 13/1; 148/35.534 - Taf. 77/5; 147 ( - 149/
1891V35.451 - Taf. 86/1,35.452 - Taf. 92/4,36.535 - Taf. 91/1 - auf Kalenderberghenkeltöpfen: 27/35.518/2 - T af 23/1; 50/
17.116 - Taf. 50/2; 71/17.152 - Taf. 60/1; ESTE/Tum. H (?)/29.196 - T af 98/5,
Dellen- bzw. Art FingertupfenleUte: bei Sitülendeckeln: 28/35.450 - Taf. 34/2; 147 (= 149/1891V35.536—Taf 88/1—bei
Schüsseln: 28/35.457 - Taf. 30/3.
lrVlne gpgenirtfindig ungeordnete Buckeln: bei Schalen: 4/17.058 - Taf 3/7; 28/35.457 - Taf. 30/3 - bei Kehligen
Halageffiflen: 59/17.131 - Taf. 58/1 - bei Fußschalen: 27/35.550 - Taf. 19/3 - bei Großen Henkelschalen: 59/17.132 - Taf.
57/2; 89/ 35.502 - Taf. 65/5 - bei Kalenderberghenkeltöpfien: 28/80.461 - Taf. 35/3. .
•*) KegelhalsgefSße mit plastischer Verzierung: 28/35.430 - Taf. 34/5; 29/35.479—Taf 86/3; 50/35.481/2—Taf. 48/7,35.481/4
- Taf. 47/6; 59/17.129 - Taf. 56/9; 103/17.157 - Taf. 71/7; 137/80.468 - Taf. 78/4; 144/17.177 - Taf. 74/6; 147 {= 149/1891)/
35.488 - Taf. 89/2,35.494 - Taf. 91/3.
") Tonknopfverzierung: bei Wenlrelarh.ilgiv 21/35.563 - Taf. 11/3; 27/35.565 - Taf. 18/2; 34/17.094 - Taf. 43/2,17.099/1,2 -
Taf. 43/4,5; 59/17.140/1,2-T af. 59/5,6; 147 (= 149/1891)/35.467-Taf. 79/3,35.572-Taf. 86/2; 2/Warischberg/17.213 - Taf.
107/4; ESTE 1892/29.185 - Taf. 97/3 - bei Großen Henkelschalen: 34/17.084 - Taf. 44/1 - bei Schalen: 21/35.466 - Taf.
10/1; 89/35.472 - Taf. 69/1,35.561/1,2 - Taf. 69/2,3; ESTE/Tum. m/29.182 - Taf. 97/1 - bei Situlen: 21/35.444 - Taf. 11/5.
") Drciccksvcrzicrung, in Reihen angeordnet, findet sich vor ollem als Halsverzierung bei Kegelhalsgefüßen und
Großem Henkelschalen sowie vereinzelt auch auf Sitülendeckeln, KalenderbergzwilUngsgeflLßen, Fußschalen und
auch auf Kalenderbergfiißschalen.
vgL dazu einige Beispiele: eng Anschließend: 21/35.447 - Taf. 10/3 (2 Reihen übereinander, Ritztechnik); 27/35.478 -
Taf. 18/6,35.498 - Taf. 24/3,35.540 - Taf. 24/1,35.542 - Taf. 24/2,35.473 - Taf. 18/1 (Ritztechnik); 52/17.112 - Taf. 50/2
(Graphitbemalung); 50/17.128 - Taf. 55/3,17.135 - Taf. 54/4 (Ritztechnik, mit Dellenbetonung der Spitze); 89/35.428 -
Taf. 63/2 (Ritztechnik); 139/17.165 - Taf. 72/6, 17.166 - Taf. 73/6 (Ritztechnik, mit Dellenbetonung des Dreiecks),
17.167 - Taf. 72/5 (Ritztechnik^ Dreiecke wechtein mit' einem Winkel ab); 148/35.427 - Taf. 77/9 (in 2 Reihen
übereinander angeordnet, am Hals mit Dellenbetonung der Spitze, Ritztechnik); 149/17.186 - Taf. 70/3 (Ritz- und
Stempeltechnik); 147 (= 149/189D/35.429 - Taf. 79/4, 35.433 - Taf. 82, 35.461 - Taf. 79/2 (Würfelaugenstempelung),
35.460 (Ritztechnik - gegenständige Dreiecke bzw. Sanduhrmotiv, Würfelaugenstempelung), 35.488 - Taf. 89/2
(Ritztechnik), 35.492/1 -.T af. 89/1 (Ritztechnik, mit Dellenbetonung der Spitze), 35.535 - Taf. 91/1 (Ritztechnik);
2/Warischberg/17210 - Taf. 104,17.217 - Taf. 107/5,6 (Ritztechnik; z. T. mit Dellenbetonung der Spitze),
in Abständen: 21/35.475-T af. 13/3 (Ritztechnik): 27/35.476-T af. 19/5 (Ritztechnik); 28/35.450 - Taf. 34/2,35.574a-Taf.
34/1 (Ritztechnik); 137/80.468-T a f. 78/4(ffitztechitik); ' 1 4 7 149/1M1)/35.46Ö - Taf. 79/1,35.461 -T a f. 79/2,35.489-
Taf. 90/2,35.490 - Taf. 90/1 (Ritztechnik).
") Hangende Dreiecksreihen: vgL dazu einige Beispiele: 14/17.071 - Taf. 7/5, 17.072 - Taf. 8/5 („Kalenderberg“ -
Technik); 27/35.455 - Taf. 27 („Kalenderberg" - Technik), 35.501 - Taf. 21/5 (Rotbemalung), 35.506 - Taf. 20/1
(Ritztechnik); 28/35.425 - Taf. 30/4 (Ritztechnik); 53/17.124 - Taf. 52/3 („indirekte“ Stempelung); 148/35.534 - Taf. 77/5,
35.541 - Taf. 77/2 (Ritztechnik); 147 ( « 149/1891)/35.429-Taf. 79/4,35.431 - Taf. 80,35.432-T af. 81 (Würfelaugenstem-
pelung); X/35.519 - Taf. 93/1 (in einer Art Ritztechnik); 2/Wariscbberg/17.212 - Taf. 106 (könnte auch Zickzackmuster
sein; „Kalenderberg“ - Technik).
*) Schachbrettartig angeordnete Dreiecke finden sich vor allem auf Kegelhalsgefäßen und sind fest immer eingeritzt,
während die Halbkreise an der Spitze meist durch seichte Rillen gebildet werden, weisen zumeist auch eine
Dellenbegleitung auf) vgL dazu einige Beispiele: 27/35.540 - Taf. 24/1,35.542 - Taf. 24/2 (ohne Betonung der Spitze);
28/35.425 - Taf. 39/4, 35.426 - Taf. 32/5; 35.450 - Taf. 34/2 (ist nur schräg gestrichelt, weist aber eine Betonung der
Spitze auf, die sonst nur bei dieser Dreiecksform vorkommt); 34/17.079 - Taf. 41/3,17.081 - Taf. 42/7; 59/17.130 - Taf.
56/8; 89/35.482 - Taf. 63/1, 35.483 - Taf. 63/2; 137/80.468 - Taf. 78/4; 148/35.427 - Taf. 77/9; 149/17.186 - Taf. 70/3; 147
(*=149/1801)/35.487-Taf. 88/3,35.490-Taf. 90/1,35.536-Taf. 88/1; 2/Warischberg/17.207 -Taf. 102/2,17.208-Taf. 102/1.
n) alternierend angeordnete Dreiecke: 14/17.070 - Taf. 6/4, 17.075 - ta f. 5/4, 17.077. - Taf. 4/2 (dürfte auch diese
Verzierung getragen haben); 29/35.503 - Taf, 40/5 (abwechselnd rot und Grapbit bemalt); 34/17.085 - Taf. 43/6;
2/Warischberg/17.218 - Taf. 108 (in Ritztechnik am Rücken des Mondidols).
7) gegenständig angeordnete Dreiecke: 27/35.476 - Taf. 19/5,35.478 - Taf. 18/6,35.498 - Taf. 24/3,35.539/1,2 - Taf. 21/3,2

99
(stehend); 28/35.423 -T a f. 28, 35.425 - Taf. 30/4, 35.426 -T a f. 32/5; 34/17.079 - Taf. 41/3, .17.080 - Taf. 42/4
(wahrscheinlich so zu rekonstruieren), 17.081 - Taf. 42/7; 50/35.481/5 - Taf. 48/3 (wahrscheinlich ist hier ein solches
Muster zu rekonstruieren); 71/17.147 - Taf. 61/1; 89/35.428 - Taf. 64/1,35.482 - Taf. 63/1,35.483 - Taf. 63/2; 139/17.167 -
Taf. 72/5; 144/17.178 - ohne Abb. (wahrscheinlich ist hier ein solches Muster zu rekonstruieren); 147 (-= 149/1891)/
35.433 - Taf. 82, 35.460 - Taf. 79/1, 35.487 - Taf. 88/3,35.492/2 - Taf. 91/2; X/35.4B6* - Taf. 93/7 (dürfte ein solches
Muster, in Graphitmalerei ausgeführt, zeigen); 2/Warischberg/17.207 - Taf. 102/2.
™)Winkelreihen: 14/17.066-17.068 - Taf. 5/5; 21/35.475 - Taf. 13/3; 27/35.477 - Taf. 20/5; 59/17.126 - Taf. 54/3,17.127 - Taf.
55/4; 65/80.464 - Taf. 60/3; 139/17.165 - Taf. 72/6 (mit eingezeichneter Mittellinie oder Höhe und einem hängenden
Winkel zwischen den einzelnen, stehenden Winkeln), 17.168 - Taf. 73/3 (wahrscheinlich mit einem hängenden
Winkel zwischengeschaltet), 17.169 - Taf 73/7 (ebenfalls mit einer Höhe, die aber auch am Zusammenstoß zweier
stehender Winkel eingezeichnet ist, so HaB dieses Muster vielleicht eher den Charakter eines Zickzackmustere mit
von den Spitzen ausgehenden, senkrechten Linien andeutet); 147 ( - 149/1891)/35.491- Taf. 87/4.
”) ineinander gestellte Winkel: 14/17.066-17.068 - Taf. 5/5; 27/35.477 - Taf. 20/5; 50/35.522 - Taf. 47/3,2 (Kanndurtcchnik,
die Flache zwischen den konzentrischen, stehenden Winkeln füllen hängende Winkel aus); 52/17.107 - Taf. 49/1
(Graphitmalerei, alternierend angeordnete, konzentrische Winkel); 59/17.126 - Taf. 54/3,17.127 - Taf. 55/4; 149/17.186
- Taf. 70/3 (zum Teil über Dreiecke ausgeführt, in Ritz- und Stempeltechnik); 147 (= 149/1891)/35.491 - Taf. 87/4; X/
35.495* - Taf. 93/7; ESTE 1892/18.396 - Taf. 96/3 (verschiedene Winkelmuster in Graphitmalerei), 29.184 - Taf. 97/2
(hängend, ln Ritz- und Rfldchentechnik).
radiale Anordnung von konzentrischen W in k eln : 4/17.063 - Taf. 1/5; 27/35.455 - Taf. 27; 53/17.123 —Taf. 53/5; ohne
Tum.-Zugehörigkeit/35.456 - Tef. 94 (vgL auch-2a) auf- S.197)................. ........... - ------------ ................. ...............
™) einfachen Zickzackmuster: in Graphitmalerei: 21/35.469 - Taf. 11/1 (zwischen einem Graphitband eingezeichnet); 27/
35.513/2 - Taf. 22/1 (Rotmalerei, wahrscheinlich ein Zickzackmuster zum Teil mit Haken oder Punkten auf der
Spitze); 28/35.430 - Taf. 34/5 (Ritztechnik); 29/35.573 - Taf. 36/1 (wahrscheinlich ein Zickzackmuster), 35.503 - Taf. 40/
5 (am Fuß in Kannehirtechnik); 34/17.093 - Taf. 46/8; 50/35.568 -T af. 48/2 (Muster doppelt geführt); 59/17.140/1,2 -
Taf. 59/5,6; 65/80.485-Taf. 60/2; 89/35.505 - Taf. 66/1 (Rotmalerei), 35.569 - Taf. 69/4; 147 (= 14B/189DZ35.467 -T af. 79/3,
35.536/4 - Taf. 86/5 (wahrscheinlich ein Zickzackmuster), 35.572 - Taf. 86/2,35.493 - Taf. 88/2; 2/Warischberg/17.212 -
Taf. 106 (plastisch), 17.213- Taf. 107/4.
in Ritztechnik - eher bandartig: 59/17.129 - Taf. 56/9, 17.133 - Taf. 67/1 (an der Außenseite von eingestochenen
Punkten begleitet), 17.134 - Taf. 58/5 (an Innenseite eingestochene Punkte); 71/17.148 - Taf. 62/3 (die hängenden
Spitzen durch zwei vertikal angeordnete Punktdellen betont); 139/17.166 - Taf. 73/6 („Kammstrich“ - Technik),
17.171 - Taf. 73/1; ESTE 1892/29.188 - Taf. 98/1,29.191 - Taf. 98/2 (beide - einfach, sowie bandartig bzw. hängende
Winkel), 29.190 - Taf. 98/4 (bandartig).
™) Zickzackbandmuster: 29/35.464 - Taf. 37/2, 35.552/1 - Taf. 38/1; 34/17.087 - Taf. 45/3 (Karmelurtechnik); 53/17.122 -
Taf. 53/2 (Ritztechnik); 50/17.129 - Taf. 56/9, 17.133 - Taf. 57/1, 17.134 - Taf. 58/5 (Ritztechnik), 17.137 -T a f. 55/1
(könnte man eventuell auch hier herstellen, warn auch die freie Dreiecksfläche fast ganz mit Kanneluren ausgefüllt
ist); 65/80.464 - Taf. 60/3 (Graphitmalerei); 89/35.557 - Taf. 68/2 (Karmelurtechnik); 144/17.183 - Taf. 74/3 (Ritztechnik),
17.184 - Taf. 74/2 (Stempeltechnik, doppelt geführt, zum Teil mit schrägen Strichen gefüllt - eis Dreiecke); 17.128 -
Taf. 75/1 (Karmelurtechnik); 147 ( - 149/1891V35.432 - Taf. 81 (Würfelaugen), 35.489 - Taf. 90/2 (Ritztechnik); ESTE
1892/29.190 - Taf. 98/4 (Ritztechnik).
bei Kalenderbergfußschalen: 14/17.071 - Taf. 7/5, 17.072 - Taf. 8/5; 21/35.537 - Taf. 14/2; 2/Worischberg/17.211 -
Taf. 105.
") Zickzackmuster mit alternierend angeordneten Winkeln: 14/17.066-17.068 - Taf. 5/5; 28/80.459 - Taf. 35/5 (doppelt
geführt mit verschiedener Musterfüllung); 52/17.107 - Taf. 49/1 (hier dürfte sich das gesamte Muster über Hals und
Bauch gleicherweise ausbreiten), 17.108 - Taf. 51/4 (dürfte ein solches Muster am Hals aufweisen); 147 (= 149/1891)/
35.490- Taf. 90/1, 95.491 - Taf. 87/4 (dürften auch dieses Muster tragen; „Kammstrich“ - Technik); 2/Warischberg/
17.210 - Taf. 104 (Rädchentechnik).
Zickzackmuster mit Flächenfüllung: 4/17.057 - Taf. 1/3 (in Ritztechnik, mit kleinen Punktdellen ausgefüllt); 27/
35.499 - Taf. 19/1,2 (in Kannelierung, die Dreiecksfläche ist abwechselnd graphitieit und rot bemalt). Die Füllung
der Dreiecksfifiche mit Würfelaugenreihen oder mit schachbrettartig angeordneten Dreiecken ist fast als eine
eigene Musterungsart zu werten (vgL: 27/35.424 - Taf. 18/2; 147 (-149/189D/35.429 - Taf. 79/4, 35.431 - Taf. 80). Zur
FlächenfÜUung durch Kannelierung-vergleiche das Kapitel über die alternierend angeordneten Dreiecke, die
vielleicht besser hier einzuordnen wärm (vgL S. 58 und auch Anm. 71).
™)Halbkreise: 27/35.442 - Taf. 25/1, 35.474 - Taf. 25/2, 35.517 - Taf. 23/4, 35.518 - Taf. 22/7; 28/35.441 - Taf. 30/1
(Kannelierung, mit einer Waizenreihe als Begleitung); 50/35.481/1,4 - Taf. 47/4,6 (Kannelierung, um einen Ausguß
bzw. Um einen Buckel angordnet); 59/17.129 - Taf. 56/9 (zylindrischer Knopf mit plastischen Halbkreisen), 17.140/1,2
- Taf. 59/5,6 (Graphitmalerei - kreuzförmig angeordnet); 103/17.157 - Taf. 71/7 (stehende plastische Halbkreise ohne
Mittelpunkt, wobei aber die beiden obersten Halbkreise durch eine senkrechte Leiste zusammengehalten werden);
144/17.182-T af. 75/1 (Kannelierung); 147 (“ 149/1891)/35.494 - Taf. 91/3 (Kannelierung, um einen plastischen Tutulus
angeordnet), 35.520 - Taf. 87/1,2 (Kannelierung); 2/Warischberg/17.211 - Taf. 105.
*) Bogenmuster: 21/35.444 - Taf. 11/5 (Kannelierung, mit Tonknopfverzierung am Aufhängepunkt); 27/35.517/1 - Taf.
23/4 (Kannelierung, stehend), 35.454 - Taf. 26 (in .Kalenderberg“ - Technik); 29/35.509 - Tbf. 38/2 (Ritztechnik, fast
Halbkreise bildend, die freibleibenden Dreiecksflächen dazwischen sind durch Rltzverzierungen ausgefüllt), 35.516
- Taf. 38/3 (Ritztechpik, fast Halbkreise bildend, die dazwischen freibleibenden Dreiecksflächen sind in Stempel­
technik verziert); 50/35.481/2 - Taf. 48/7 (Riilung, stehend); 92/17.156 - Taf. 70/2 (Ritztechnik, stehend, die
Ritztechnik, stehend, die dazwischen freibleibenden Dreiecksflächen sind durch Kanneluren verziert).
“) Spiraloide Muster: 27/35.424 - Taf. 16/1 (Ritztechnik, am Mimdsaumrand hakenförmiger .laufender Hund"), 35.545 -
Taf. 19/4 (Stempeltechnik, hintereinander zu einer schrägen Reihe angeordnet); 29/35.509 - Taf. 38/2 (Ritztechnik,
alternierend angeordnete Bogenmuster, die dazwischen freibleibenden Dreiecksflächen ritzverziert), 35.518 - Taf.
38/3 (Ritz- und Stempeltechnik, ein Art liegendes Spiralband innerhalb eines Linienbandes angeordnet, wobei die
freien Flächen durch eingeritzte Kreise und Stempelmust^rung ausgefüllt sind), 35.521 —Taf. 39/3 (plastische

100
Verzierung, Art hängende S-Spiralen, nur fragmentarisch erhalten); 59/17.132 - Taf. 57/2 (Rädchentechnik, liegende
S-Spiralen sind bandartig ebenfalls, von Art S-Spiralen begleitet; innerhalb eines rfidchenverzierten Bandes sind
ebenfalls Art liegende S-Spiralen ausgespart); 147 (= 149/1891)/35.429 - Taf. 79/4 (Ritztechnik, am Mundsauminnen­
rand Art „laufender Hund“); ESTWTum. IV (29.177 - Taf. 96/1 (eine kannelierte Spirale als Innenmuster der
Fußschale); ESTE 1892/29.180 - Taf. 96/6 (flächendeckende kannelierte Spirale auf Fußschaleninnenseite), 29.184 -
Taf. 97/2 (Rädchentechnik, liegende S-Spiralen).
") kreuzförmige Muster: 14/17.074-T af. 5/1 („Bodenmarke“, Kannelierung); 21/35.486 -T af. 10/1 (Tonknopfverzierung,
mit bogenförmigem Abschluß an jedem Balken); 29/35.463-T af. 37/3 (Kannelierung); 34/17.093-T af. 46/8; 32/17.112
- Taf. 50/2; 53/17.119 - Taf. 56/4; 89/35.561/1,2 - Taf. 69/2,3 (bei 35.561/2 - Taf. 69/3 ist der Unterteil außen auch noch
mit einem Kreuz in Tonknopfverzierung betont); 147 (= 149/1891)/35.467 - Taf. 79/3,35.571/1,2 - Taf. 92/2,6,35.572 -
Taf. 86/2. Zu dem aus kreisförmigen Bögen gebildeten Muster welches einen doppelten Kreuzbalken ergibt (59/
17.140/1,2 - Taf. 59/5,6 - das Muster ist rekonstruiert) vgl. PODBORSKY1963, Abb. 11/20 - ein ähnliches Muster.
®) In Ödenburg findet sich figurale Verzierung außer auf den Kegelhalsgefäßen der Tumuli 27 (Taf. 16,17) und 28 (Taf.
28,29) noch im Tumulus Franz Ferd. ESTE/II auf einem kleinen Kegelhalsgef&ß mit Fuß (Taf. 100/6) (GALLUS 1934,
Taf. 1/3; MÖLLER 1892 a, 105/Fig. 41) und auf weiteren Kegelhalagef&ßen des Tumulus 80 (GALLUS 1934, Taf. n ,
Taf. HUB) sowie des Unbekannten Tumulus (= Tum. 96 oder 98) (GALLUS 1934, Taf. m /6 ,7,9,11, Taf. TV/1-3). Bei
den neueren Grabungen von E. PATEK kam aus dem Tumulus 170/1973 wieder ein Kegelhalsgef&ß mit Fuß (t) und
figuraler Verzierung - allerdings einer „Einzeldarstellung*1(Figur mit erhobenen Armen, Vögel) - zum Vorschein
(PATEK 1975 b, 205, Taf. 83; 1976 a, 14/Fig. 10; 1976 b, 42, Taf 22). Die bis jetzt aufgezählten Tumuli liegen alle am
BurgstalL Dazu kommt aber noch ein Kegelhalsgef&ß aus einem TvunulusvomWarischberg-(Tum.. 3) (GALLUS
1934, Taf. XVI/1,2, Taf. XVII-XVIII). Eine sehr schematisch, in Graphitmalerei ausgeführte Menschenfigur stammt.
noch von einem rot-schwarz bemalten Kegelhalsgef&ß aus dem Tumulus 101 vom Burgstall (GALLUS 1934, Taf.
XV/4,7).. Zuletzt seien noch die vier figural verzierten Gefäßfragmente aus „dem gänz großen in der Mitte gelegenen
Tumulus, der ln den letzten Jahren aufgegraben worden ist11(SZOMBATHY1920,2) erwähnt (Bgld. LM7442-445 -
Taf. 101/1-4), die sowohl von der Hals- als auch von der Schultefzone eines Kegelhalsgefäßes stammen.
**) Die Gefäßschulter ist nur beim Kegelhalsgef&ß des Tum. 28 (35.423 - Taf. 28,29, Beil. 2) und wahrscheinlich auch bei
jenem, dessen Fragmente sieb im Bgld. LM. (442-445 - Taf. 101/1-4) befinden, verziert. Doch weist auch das Gefäß
aus dem Tum. Franz Ferd. ESTE/II eine solche auf. Die Gefäße 35.425 - Taf. 30/4 und 35.426 - Taf. 32/5 aus Tum. 28
haben je eine Figur (Taf. 31 und 33) auf der Schulter eingeritzt Allerdings scheinen „Szenendarstellungen“ nur in
der Halszone vorzukommen.
") Wie die Figuren auf den Gefäßen aus Tum. 27,28 und 3/Warischberg.
®) Wie die Figuren auf den Gefäßen aus Tum. Franz Ferd. ESTE/II, Tum. 80, Tum. 96 oder 98 (= Unbek. Tum.) und dem
Bgld. LM.
*) Wie die Figur auf dem Gefäß aus Tum. 101 (GALLUS 1934, Taf. 15/7), wo der Kopf schon nicht mehr angedeutet, nur
die Gestalt selbst dargestellt ist (vgl. dazu auch 28/35.426 - Taf. 33) bzw. die dreieckigen „Menschenflguren“auf dem
' Kegelhalsgefäß des Tum. 83/1971 (PATEK 1972,213,211/Fig. 7/9-10; 1976 a, 10/Fig. 6/la-c), bei welchen außer einer
„Hals- und Kopfandeutung“ nichts von einer m aischlichen Gestalt wiedergegeben ist).
“) Mit nur einem Arm hingegen dargestellt sind: Figur nach der Wagendarstellung, die hinter dem Wagen hergeht, aus
dem Tumulus 80 (54.110.1.1 - GALLUS 1934, Taf. n/1,5) und die Figurenpaare auf der Gefäßschulter des Tumulus 28
(35.423 - Taf. 29).
“) Zu den „BBenApdnwriBlliingen“ sind zu zählen: Tum. 27/35.424- Taf. 17 - Webstuhl; Tum. 28/35.423 - Taf. 29 - Wagen,
Jagd, Tanzgruppe; Tum. 80/Gefäß mit Dellen am Hals-Schulter-Umbruch - Wagen (GALLUS 1984, Taf. Q /l, 5);
Tum. 80/Gefäß mit Buckeln am Hals-Schulter-Umbruch - Figuren, Vögel, „B&ume“ (GALLUS 1934, Taf. H /2-4,6,
m/10); Unbekannter Tum. (* Tum. Bfi.oder 98 )- Figuren, Musikanten (GAI*LU5>.1834, Tef..IU®, 7,9, IV/1^3); Tum. 3/
Warischberg - Opfer (GALLUS 1934, Taf. XVI/1, 2, XVH, XVIII) und wahrscheinlich auch die figural verzierten
Fragmente aus dem Bgld. LM. (vgl. Anm. 90 und Taf. 100).
•*) Den „TEin»pirinr«tpUnngfln„ gehören folgende Figuren an: Tum. Franz Ferd. ESTE/II - Figuren, abwechselnd mit
Dreiecken (Taf. 100/6; GALLUS 1934, Taf. 1/3; BELLA 1892, 323/Fig. 3); Tum. 28/35.425 - Taf. 30/4,31 - Figur,
gezeichnet unter geometrischen Mustern, innerhalb einer Metppengliederung; Tum. 28/35.426 - Taf. 32/5,33 - Figur
ohne Kppfdarstellung, mit geometrischen Mustern innerhalb einer Metopengliederung; Tum. 80/Fußschale - Vogel
oberhalb der Durchbrechung des Fußes dsirgesteLtt, abwechselnd mit Dreiecken (BELLA 1894, [61]/Fig. 15;
GALLUS 1934, Taf. m/8). Auch die schematische Darstellung der Figur des Tum. 101 (GALLUS 1934, Taf. XV/4,7)
ist hierherzustellen. Die figuralen Verzierungen aus Odenbuig, die sich im Burgenländischeri Landesmuseum
befinden, müssen vorläufig auch als „Einzeldarstellungen“ gewertet werden (Inv. Nr. 442-445 - Taf. 101/1-4),
obwohl sie laut SZOMBATHY (1920) von „einer figural verzierten Urne“ stammen. Auch jene aus dem Tum. 170/
1973 (PATEK 1975 b, Taf. 63) - Figur mit erhobenen Armen unter stehenden und hängenden Schachbrettdreiecken
angeordnet, deren Anne bis ln die Halszone reichen, wo eine umlaufende Dreiecksreihe zum Teil die BasisBtänder
für daraufsitzende Vögel bildet (vgl. dazu Vögel aus Tum. 80/GALLUS1934, Taf. U/6, IH/8 und aus dem Bgld. LMJ
443 - Taf. 101/4) - sind hier einzureihen.
”) Ähnlich wie es E. SPROCKHOFF (1954) für die Pferde- und Vogelfiguren der Nordischen Bronzezeit erweisen
konnte (vgl. BELLA 1894, [60]/Fig. 12 - „naturalistisch“; KROMER 1959 a, Grab 94 - Taf. 251/1& - „schematisch“;
SCHMID 1933, 268 u. Taf. I/c - „schematisch*1, 248 f. u. Taf. 1/a 5 - „Vogel“ als S-Linie dargestellt mit Füßen -
„naturalistisch“, 270 u. Abb. 46 - „Vogel" als S-Linie allein - „schematisch“).
Diese Beispiele könnten für eine mögliche Vogelabbreviation - vom mehr oder weniger naturalistisch gebildeten
und dargestellten Vogel bis zur S-Linie - herangezogen und vielleicht noch weiter ausgeführt werden (vgl. auch
HANSEL 1973,115, Abb. 2 u. 3 - Menschendarstellungen).
*0 Als „KÖrperzeichnüng“ zu bestimmen Bind: Tum. 27 - Taf. 17; Tum. 28/35.425 - Taf. 31; Tum. 28/35.426 - Taf. 33,33a;
Tum. 170/1973; Tum. 3/Warischberg; während beiden „Zeichnungsarten“ angehören: Tum. 28/35.423 - Taf. 29
C,Strichzeichnung“: Wagenszene, Jagdszene); Unbekannter Tum. (= Tum. 96 oder 98) („Strichzeichnung“: Musikan­
tenfigur mit dreieckigem Gewand).

101
**) Als „Strichzeichnung“ sind zu zählen: Tum. 80/beide Kegelhalsgefäße, Fußschale; Tum. Franz FercL ESTE/H; Tum.
101; die flgural verzierten Fragmente aus dem Bgld. I M (Taf. 101). Die theriomorphen Darstellungen hingegen
lassen sich schwerer in „Körperzeichnung“ und „Strichzeichnung“ gliedern. „Körperzeicbnung" können wir nur bei
den Pferden des Tum. 3/Waiischberg feststellen, während der Hirsch und das Rind des Tum. 28/35.423 - Taf. 29
Oberhaupt schwer einzuordnen sind, eher aber der Umschreibung für die „Strichzeichnung“ unterliegen, wie auch
die übrigen Tierdarstellungen des Tum. 28/35.423 - Taf. 29 hier einzuordnen sind.
“) Mit Ausnahme der „Einzeldarstellungen“ wie auf Tum. Franz Ferd. ESTE/II; Tum. 28/35.425 - Taf. 31,35.426 - Taf.
33, 33a; Tum. 80/Fußschale.
“) C. DOBIAT bereitet eine Aufnahme aller osthallstättischen figuralen Darstellungen vor, die in der Aich. Hungaria
(1982) erscheinen solL
") Das hosenartige Gewand deutet wahrscheinlich auf männliches Geschlecht des Trägers hin, das mehr oder weniger
dreieckig-glockenförmige auf weibliches, wobei aber auch männliche Figuren ein dreieckig dargestelltes anhaben
können. Das Gewand der Leier spielenden Figur des Tum. 27 ist zwar dreieckig, doch etwas schmäler als sonst
üblich und weist außerdem keine Randeinfessung durch Würfelaugen auf; es handelt sich daher wahrscheinlich um
eine männliche Figur (vgL die männliche Figur des DupJjaja-Wagens).
") Diese Figuren mit erhobenen Armen wurden sowohl als Tänzerinnen als auch als Beterinnen angesprochen
(R. HOERNES1891, [73]-Tänzerinnen; GALLUS 1934,4 f., 9,14. - adorierend; BELLA u. MÜLLER 1891,188,190;
vgL dazu auch MÜLLER-KARPE 1959 a, 79 ff. - Adorationshaltung Sterblicher, Epiphaniegestus von Gottheiten,
Klagende, Priesterinnen im Gebetagestus; A. EIBKER1981, Anm. 79).
®) Es handelt sich hier um Darstellungen, die wohl bereits später anzusetzen sind, doch eine ähnliche Handhaltung
aufweisen (WEGNER [o. JJ, 38/Abb. 17,40/Abb. 18; vgL auch NEUMANN 1965,85 ff.).
“) Ehe Kennzeichnung der Faustkämpfer ist gegeben durch hantelartige Gebilde in den Händen, Nacktheit, durch das
Tragen eines Gürtels und durch Bandagierung des Handgelenks (Ausnahme: Este-Benvenuti und Klein klein)
(LUCKE u. FREY 1962,26 ff.; vgL dazu auch HASE 1970).
“*) VgL dazuz. B. die Interpretation SCHMTDs (1934,33): eine „ ... reichverzierte Vase aus Ödenburg (H HI), auf deren
Boden ein Feuerblock, das Symbol der Landesgöttän Noreia befestigt. . . ist“.
Ml) GALLUS (1934,36,44 ff.) lehnt den Vergleich M. HOERNES (1891,164} mit der Fustanella ab und meint, sich das
glockenförmige Gewand ähnlicher der russischen Bauerakieidung vorstellen zu müssen.
1QI) Die Hosendarstellung ln Odenburg wäre für diese Zeit erstaunlich und konnte vielleicht ebenfalls Beziehungen
zum Osten andeuten, denn die Hosengrenze verläuft zwischen Skytbien und Thrakien (A. EIBNER 1980 b, 143/
Anm. 7; ROLLE 1980,54 ff.; GIRKE1922,53). Die Hoae ist eine Steppenkleidung und typisch für Reitervölker. Wir
können vielleicht in ihr, in der Bewaffnung, im Pferdegeschirr und im Zaumzeug die Antwort auf „kulturfremde“
Gegner erkennen, wie wir sie im sog. „thrako-kimmerischen" Fundhorizont vor uns haben (vgL GAMBER 1978,253,
VgL auch 207 ff., 801 ff.; PIGGOTT 1965,197 ff.; auch C. EIBNER 1980 a, 127 ff.).
*“) Doch muß LA BAUME (1950,170) gleichzeitig auch die Einschränkung machen, „ln der Gesichtsurnenkultur sind
figürliche Darstellungen auf weiblichen Urnen allerdings bisher nur ln wenigen Fällen beobachtet worden“.
“*) Ödenburg kann datm- in seiner Bedeutung und Sinndeutung nur im Rahmen der „Vielfalt der .kultischen'
Erscheinungen der Hallstattkultur“ (FELGENHAUER 1962,104) erkannt werden.
“*) „Die Zuverlässigkeit und UiiverXBlschfhelt dieser Bildzeugnisse lassen sich für uns nachprüfen, indem wir sic
messen an den gelegentlichen Aussagen der gleichzeitigen Dichter sowie der philosophischen und historischen
Schriftsteller (WEGNER [o. JJ, 6).
lw) „Während der Frühzeit des klassischen Altertums spiegelt und erhöht sich w ie so manche andere Lebenserschei­
nung auch das Musikleben der Griechen im Mythos“ (WEGNER [o. JJ, 9; vgL auch SCHWEITZER 1969, 58 f.;
WEILER 1974).
“") „Wir verstehen diese Sprache heute nicht mehr ohne weiteres“ (LIPFERT1964, 138). Zum Versuch einer Deutung
des geistigen Hintergrundes der Situlenkunst vgl. A. EIBNER (1981); zum Symbolgehalt von Tierfiguren vgl. z. B.
A. EIBNER (1981, Anm. 36), KÜBLER (1970,221) und P. MÜLLER (1978,218 f.) sowie TORBRÜGGE (1979,182 f.).
Auch MtJIXER-KAHPFE (1968,164) versucht eine solche Deutung der Ödenburger Darstellungen zu geben.
“•) Ausnahmen wären z. B. die figürlich verzierten Gefäße aus Nordostbayem (TORBRÜGGE 1965; 1969; 1974; 1979;
MÜLLER-KARPE 1951; ÜENZE 1981; STROH 1979), wenn wir von den figürlich verzierten GürteLblechen des
Westhallstattkreises (MAIER 1958; KILIAN-D1RLMEIER 1969) absehen, die keine Bildquellen im eigentlichen
Sinn darstellen, weil sie schematische Wiederholungen von Motivtypen sind. Auch im Bereich der Lausitzer Kultur,
die eng mit dem Osthallstattkreis verbunden Ist, lassen sich figürlich verzierte Gefäße nachweisen (GEDIGA1970;
A. EIBNER 1980 a, 203; BUCK 1979,150 f.).
™) Sesto Calende - Situla A (A. EIBNER 1981, Abb. 13): die Leier besitzt geschwungene Jocharme, anscheinend
3 Saiten, wie dies auch für Klein klein postuliert werden kann, wo die Leier ähnlich gebildet zu sein scheint
(A. EIBNER 1980 b, Taf. 2/2), nur Ist das Querjoch hier konvex, dort konkav geschwungen. Der Schallkörper ist
nicht abgebildet, war möglicherweise segmentförmig, da er hinter dem Körper sein müßte. Die Leier wird
horizontal gehalten, ist vielleicht unter den Arm geklemmt (7). Sie sieht der Leier von Kleinklein ähnlich und ist
daher möglicherweise auch ein Phorminxtyp, denn die Instrumentenhaltung entspricht auch jener in Griechenland
(A. EIBNER 1960 b, 126).
Die Saitenzahl der Leiem wurde nach antiker Überlieferung erst seit TERPANDROS, um 670 v. Chr., mit sieben
Saiten kanonisiert, vorher war die vierseitige Leier bekannt, doch es gab keine starre Regel (vgL AIGN 1063,218 f.).
U1) Die etruskischen Auloi (AIGN 1963,200) sind aber keine unmittelbaren Parallelen (vgL dazu die bei den Auloi im
Text angegebene Literatur). Zur etruskischen Musikausübung vgL VACANO (1960, 5 f.).
lu)Eg ist u. E.: unmethodisch, wenn .zwei voneinander unabhängige Quellen vorliegen, die berichten, daß die
griechischen Auloi zwei Elymoi (Ansätze) besitzen, diese mit der Bemerkung, daß es sich hier um Fehler der

102
Zeichner bzw. ntn eine Verschreibung bei POLLUX handelt, abzutun (MÜLLER u. DEECKE 1877, 201 ff; v. JAN
1896, Sp. 2420 f.).
lu) Es ist daraufhinzuweisen, daß die Bestimmung der haUstättischen Leiern als Lyren nicht ganz zutreffend ist, da der
Resonanzkörper, wo er deutlich abgebildet ist, annähernd halbkreisförmig ist und keine Wiedergabe eines
Schildkrötenpanzers darstellt (SEEWALD 1960,163).
1W)VgL gegenüber stehend: Odenburg - Tum. 28/35.423 (AEIBNER 1980 b, TafJ 1/4); hintereinander stehend: Unbek.
Tum. ( - Tum. 96 oder 98) (A. EIBNER 1980 b, Taf. 1/1); Nov6 Koäaiiskä - Tum. IV (A. EIBNER 1980 b, Taf. 3/2);
TOeinWlein - Kröll-Schraiedkogel/Ziste XU (A. EIBNER 1980 b, Taf. 2/2).
u*)VgL Kleinklein - KröU-Schmiedkogel (DOBIAT 197i|VZiste X m und Deckel XUE, wobei Ziste und Deckel
wahrscheinlich zus&mmengehören (A, EIBNER 1960 b, Taf. 4/1).
u*) In Fischbach (TORBRÜGGE 1969; Uenze 1981) wären die geschwungenen Jocharme geknickt wiedergegeben, so
daß das Instrument einen sanduhrförmigen Umriß erhält
U7) Die in den Klammem angeführten Nummern beziehen, sich auf die Tabelle mit den Typenkombinationen (Abb. 13)
und stehen jeweils hinter dem besprochenen Typ. Bel der Besprechung der einzelnen Typengruppen werden teils
auch noch Nummern beigefügt, die eine Subnummer aufweisen und dadurch als Nummern gekennzeichnet sind,
die nur bei der Zuordnung der einzelnen Gräber in die jeweiligen Gruppen verwendet werden.
1W) „JunghaHstättisch sind fismär Girlanden mit Leitermuster“ - wir könnten daher den Tumulus 92 eventuell auch
unserer zweiten Gruppe zuordnen (KOSSACK 1959,36 f.).
1U) Brief von L. BELLA vom 4. VUL 1891: . interessant sind die sehr kleinen -Klammerchen, vielleicht von
Lederbeschlag herstammend“.
“^Wir sind uns der Schwierigkeiten bewußt, die sich durch diese relativchronologische Datierung ergeben, doch
leider ist das geographisch und auch kulturell näher liegende Gebiet Niederösterreichs und Burgenlands zu wenig
durchgearbeitet, um eine chronologische Ausgangsbasis bieten zu können. Die neuere Arbeit von K. KAUS (1973 b)
bietet hiezu nur eine Zusammenfassung. Wie wir aber an Hand von Ödenburg und jetzt auch von Kleinklein
(DOBIAT I960) gesehen haben, fehlt es an monographischen Bearbeitungen. Erst dann wäre es möglich,
Übersichtsarbeiten zu erstellen. Wir mußten daher zu diesen relativ weit entfernten Datierungshinweisen greifen,
um für unser Gräberfeld eine Chronologie erstellen zu können. Hinsichtlich der relativen Chronologie hielten wir
uns vor allem an G. KOSSACK (1959, 88 ff.), der auch den Osthallstattraum in seiner vergleichenden Chronologie
mitbehandelte. Aus der neueren Arbeit von C. DOBIAT (1980,166 ff.) ergibt sich allerdings eine ähnliche Abfolge in
der Datierung wie für Ödenburg.
m) VgL dazu auch einen Scherben aus Stillfried (Inv. Nr. 7987, 7988, Institut für Ur- und Frühgeschichte), der ein
schachbrettartig gebildetes Dreieck mit Dellenbetonung der drei Spitzen aufweiat; Oberfläche, rötlich braun,
graphitiert (nur mehr in den Vertiefungen des Musters erhalten). Dieses Muster kommt im Odenburger Gräberfeld
vor allem in der ersten Subphase der zweiten Gruppe (R a) vor. Dieser Scherben aus Stillfried weist daher auch auf
eine frühe Datierung hin, da die Hauptmasse der Funde aus Stillfried in Ha B datiert wird (vgL dazu TOMSCH3K
1926; STROHSCHNEIDER 1976,63 Taf. 17/7; 1980).
“ ) Für den Hinweis auf dieses Gebiet sei Frau Dr. A. MOZSOLICS, Budapest, herzlichst gedankt.
“*) Das Muster weist eine Betonung durch Punktdellen auf, wie es auch innerhalb des Ödenburger Materials
vorkommt (vgL z. B.: Tum. 89/35.483 - Taf. 83/2; sowie POTAPOV 1929, Abb. 15-17,21).
“ ) Neustift am Wald, Museum T u lln , unpubliziert - Henkelschale, Muster ln Rädchentechnik ausgeführt, graphitiert
(vgl. dazu Tum. 34/17.079 - Taf. 41/3, auch Tum. 149/17.186 - Taf. 70/3).
“") Neustift am Wald, Museum Tulln, unpubliziert - Fußschale mit kannelierteprFuß und irmenvemertem Schalenkör­
per (vgL dazu Tum. 29/35.463 - Taf. 37/3; 54.131.4/Museum Ödenburg).
“*) Neustift am Wald, Museum Tulln, unpubliziert (vgl. Tum. 89/35.510/2 - Taf. 67/5 Fußfragment mit kanneliertem Fuß;
Tum. 8Q/54.110:6/Museum Ödenburg; 54.135.6 und 54.136.12/Museum Odenburg.
* ) Grafenwörth, Museum Tulln, unpubliziert - Kegelhalsgefäße, Betonung des Hals-Mundsaum- und Hals-Schulter
Umbruches durch Kanneluren, am Hals schachbrettartige Dreiecksverzierung, auf der Schulter hängend, konzen­
trische Girlanden um einen Mittelpunkt (vgL dazu Tum- 27/35.424 - Taf. 16, Tum. 147 (“ 149/1891)/35.429 - Taf. 79/4,
35.431 - Taf. 80,35.432 - Taf. 81, Tum. 149/17.186 - Taf. 70/3; vgl. dazu Tum. 148/35.427 - Taf. 77/9, Tum. 28/35.423 - Taf.
28,35.425 - Taf. 30/4,35.426 - Taf. 32/5, Tum. 34/KegelhalagefBße, Tum. 89/Kegelhalsgefäße, Tum. 59/17.129 - Taf. 56/
9,17.130 - Taf. 56/8, Tum. 103/17.157 - Taf. 71/7 mit stehenden, konzentrischen Girlanden).
“*) Vgl. dazu auch aus Ödenburg das Widderdrillingsgefäß (54.123.1/Museum Ödenburg - BELLA 1894, [62], Fig. 16),
sowie das üergestaltige Sauggefäß (Rind) (54.133,2/Museum Ödenburg - BELLA 1893, 26/Abb.) und ein kleines
Gefäß auf drei Füßen (62.1951/Ungarisches Nationalmuseum, Budapest).
“*) Brief von L- BELLA vom 27. VÜX 1899: „Am Burgstall habe ich eine Urne gehoben, auf deren Ausbauchung unter
dem Halse 4 k lone Urnen im rechten Winkel symmetrisch aufgesetzt sind, diese kleinen Urnen weisen Spuren von
Malerei auf1'. - Im Ödenburger Museum gibt es drei solcher „kleinen Urnen“, die kommunizierend mit einem
Hauptgefäß verbunden gewesen sein mußten (54.110.1-3/Museum Ödenburg). Auch im Tumulus 50 (35.481/1 - Taf.
47/4) könnte sich ein ähnliches Gefäß, vielleicht mit Protomen, befanden haben.
“*) VgL Grab 7,16 und 17 aus Hohenau/March, Museum Hohenau.
“*) Grab 16, Museum Hohenau, unpubliziert; Länge der Tonquader beträgt 7 - 7,5 cm (zu den Grabungen in Hohenau
vgL: NEUGEBAUER 1972).
“*) VgL dazu den 1911 von BELLA ausgegrabenen Tumulus 97 mit 24 Tonquadem (54.111.3-26/Museum Ödenburg)
und auch das neuerdings in Odenburg gefundene Grab 224 (PATEK 1981), sowie die Fundlage von 25 Astragali
verschiedener Größe rund um die HauptUme des Grabes 11 von Großenzersdorf (HETZER u. WILLVONSEDER
1952,66, 55, Abb. 5) bzw. die Mitgabe von 19 Webstuhlgewichten,verteilt auf3 Gruppen, im Grab Greillwald 45 von
Kleinklein (DOBIAT 1980,108).

lös
“*) Museum Eisenstadt (vgl. auch PTFFIONI 1954, 574 ff.). Für die freundliche Mitteilung und der Erlaubnis der
Materialbesichtigung und -erwähmmg sei Hejnj Hofrat Dir. Dr. A. OHRENBERGER herzlichst gedankt.
“*) Rin ähnliches Mondidol w ie in Au am Leithagebirge (SERACSIN1920) befindet sich auch im Ödenburger Museum
Gnv. Nr. 54.149.2) unter dem Fundort Deutschkreutz. Das gleiche Mondidol (Gipsnachbildung) wird ln der P. A.
unter dem Fundort Ödenburg mit der Inv. Nr. 49.391 aufbewahrt (auf beiliegendem Inventarzettel steht: „Zur
Kollektion Prof. BELLA's gehörig“ -im P .A . Inventar steht: „zur Fundkollektion Nr. 35.403 - 35.605 gehörig“).
“*) Für die BronzenagelVerzierung vgl. auch SPITZER (1056,79 ff.; 1973) sowie PESCHECK (1948,160 ff., Abb. 7).
Bronzenagel- und TonknopfVerzierung finden sich auch in unserem Raum: vgl. z. B.: Statzendorf, Grab 102/
-Spinnwirtel mit Bronzenagelverzierung (BAYER 1904, Sp. 61); Jois/Schale mit Bronzenagelverzierung am
Mnnrlsaiim innen (PESCHECK 1942,42, Taf. 11/11); Bad Fischau-Malleiten, Tum. X / Tonknopfverzierung (SZOM-
BATHY. 1924,183 ff.); Kleinklein/Schale mit Bronzenagelverzierung am Mundsaum außen (DOBIAT 1980, 129 f.).
“*) Vgl, dazu auch Klrinktein, Wiesen Kaiser 1907 (zur Lage vgl. RADIMSKY 1883, 57 (a), Taf. DO, Joanneum, Graz:
KoraTnikhnirhafflrkP, mit Eisenauflagen, wahrscheinlich von Kegelhalsgcfäßen stammend. An dieser Stelle sei vor
allem Herrn Univ.-Prof, Dir. L R. Dr. W. MODRUAN für die Erlaubnis der Materialdurchsicht und für die
freundlichen Hinweise berzlichst gedankt.
W) Stierkopfprotome kommen vor auf Kegelhalsgefäß en (vgl. Goldes - Pi'1'J.’iONI 1954, Abb. 431/rechts), auf
bombenförmigen Gefäßen (vgl. Donnerskirchen - PESCHECK 1943 b) - als Ausguß (vgL DonncrskircherO und als
plastischer Auftatz ohne Ausguß (vgl. Gemeinlebam - SZOMBATHY 1903); vgL dazu A. DULAR (1978) für
Slowenien. .............................. .......................... _____ ........................... .......... .......................
“*) Zu Sauggefäßen in Tiergestalt, vor allem als Rind ausgebildet, v g l für die Umenftelderzeit: I. PESKAR (1961) und C.
EIBNER (1973); für die Hallstattzeit vgL: Statzendorf (DUNGEL 1937,27/Fig. 126) - Sauggefäß, Ödenburg (54.133.2/
Museum Ödenburg) und Loretto (Museum Eisenstadt) - rindergestaltige Sauggefäße; Rabensburg (PllT lO N l l954,
Photo) - Stierkopfgefäß, ist bereits ein Großgefäß, aber noch in Gestalt eines Rindes gebildet; während die anderen
Stierkopfgefäße nur mehr Rinderkopftirotome aufweisen (vgL z. B. Donnerakirchen, Goldes, Gemeinlebam - vgL
dazu auch: KROMER 1959 b; SDSGFRIED-WEISS 1979 a). Zur Deutung des Rindes im Kult vgl. FRANZ (1966).
“f) VgL dazu die Angaben über „Meerwesen“, die sowohl auf etruskischen Arbeiten, als auch auf griechischen Vasen in
ähnlicher Ausgestaltung Vorkommen (PALLOTriN01955, Taf. 50,67; BLOESCH1943, Taf. 18; S torn i 1945, Fig. 41
5a, 5/1a, vgl. dazu auch BASCH 1979,179/Flg. 2).
“*) Diesem „Aufsehen“ entspricht es, daß Ödenburg in allen Handbüchern und zusammentosaenden Publikationen
erwähnt und zur Deutung und Beweisführung.in den verschiedensten Bereichen kulturellen Lebens herangezogen
wird.
ui) Figurale Zeichnungen auf Keramik sind uns bekannt aus Statzendorf (DUNGEL 1937,3, Fig. 2), Feichtenboden b ä
Bad Fischau (SZOMBATHY 1924,177 ff., Taf. VII/752,771,772), Schendorf (BARB 1937,97, Abb. 1963,94/Abb. 1,
Taf. XU, Maiersch (BERG 1962, Taf. 14/1,29/1), Unterzögersdorf (v. MANNSFELD u. WOLDRICH1874,182,183/Fig.
4, 9), Gemeinlebara (SZOMBATHY 1903; KROMER 1958) - hier ist eine plastische Verzierung auf Keramik
wiedergegeben.
“*) Punkt-Buckel verzierte, toreutische Arbeiten: Kleinklein (SCHM1D 1933,228 ff-, Abb. 9,10 a-c; 236 f., Abb. 18; 237,
Abb. 19; 238 ff., Abb. 20; 242 f., Abb. 23; 248 f., Taf. I/a, Abb. 28; 249 f., Taf. I/b; 250 ff., Abb. 29; 264 ff., Abb. 41-44; 267
ff, Abb. 45 a, b; 286 f., Taf. I/c; 270 £, Abb. 46), Sesto Calende (GHISLANZONI1944, Taf. H/Situla A, Taf. I/Situla B),
Ca’ Morta (GHISLANZONI 1944, Taf. H), Trezzo (GH1SLAN ZON11944, Taf. 11).
“*) Man bildete daher den in diesem Gefäß bestatteten Menschen ab, und so sind die Bilder von Geräten und
Ausrüstung als Ersatz wirklicher Beigaben zu werten. Daher sind die Gesichtsumen auf Grund eines ganz anderen
„geistigen Hintergrundes“ entstanden a lsd ie Figurenzeichnungen von Ödenburg, nämlich auf Grund der
Vorstellung eines köipöriidienijW üebensnach dem Tode unter gleichen/fihnlichen Bedingungen wie zu Lebenzei­
ten (FELGENHAUER 1962,104; vgl. dazu: LA BAUME 1950,158 ff.; 1963).
“*) „Die Übereinstimmungen mit dem Situlenstil beziehen sich nur auf ganz geringfügige Details (Lyra, Faustkämpfer,
eventuell Pferd - die, wie wir aber gesehen haben, ebenfalls auszuscheiden sind, Anm. d. Verf.], die inhaltliche
Bedeutung dieser Darstellungen steht der Situlenkunst gänzlich fremd gegenüber“ (GALLUS 1934,20). GALLUS’
Ansicht stimmt aber nur. bis zu einem gewissen Grad, denn sicher haben beide Lebensbereiche ihre eigenen
Anschauungen und Empfindungen damit ausdrücken wollen, doch stehen sie annähernd in einem gleichen
kulturellen Gefüge, so daß wir trotz der Verschiedenheit eine Ähnlichkeit in der Aussage annehmen können. Sie
drückt sich in dem aus, was LUCKE und FREY „Bilder realen Lebens“ nannten: „ .Eigene Sitten und Gebräuche’
spiegeln sich in Hm Treibarbeiten wieder, .wirkliches Leben1 pulst hinter den verschiedenen Darstellungen“
(LUCKE u. FREY 1962, 48). Doch hinter diesen ,3ü<lem" steht das religiös-geistige Leben dieser Menschen und
ihrer Zeit (vgL A. EIBNER 1981).
14“)vgL dazu z. B.: Heuneburg, Stiöna, PurgstaUkogel im Sulmtal, Po Stela (GABROVEC 1973, 372 f.; DOBIAT 1980,
' 14 £.), Päcs-Jakabhegy (MARÄZ 1979, 92 f.), Molpfr bei Smolenice (DUSEK 1974), HeUbrunnerberg bei Salzburg
. (MOOSLEITNER1979), sowie die allgemeiner gehaltenen Arbeiten über die späthallstättischen Adelssitze von W.
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104
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Jg.: Jahrgang.
PJL: Prähistorische Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien.
AÜirt: Archaeologiai firtesitö, Budapest.
AJA.: American Journal of Archaeology, Menasha.
AR.: . Archeologickä rozhledy, Prag.
ArchA: Archaeologia Austriaca, Wien. -
Arch. Hung.: Archaeologia Hungarica, Budapest.
ASA: Anzeiger fÖr Schweizerische Altertumskunde, Zürich.
BJ.: Bonner Jahrbücher, Kevelaer Rhld. - Köln Graz.
BRGK: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt/
Main.
EAF.: Ethnographisch-archäologische Forschungen, Berlin.
ESA.: Eurasia Septentrionalis Antiqua, Helsinki.
Ipek.: Jahrbuch für prähistorische & ethnologische Kunst, Berlin u. Leipzig.
Jb. d. RGZM.: Jahrbuch des RömischJjfennanischen Zentralmuseums Mainz, Mainz.
JfA: Jahrbuch für Altertumskunde, Wien.
JZK: Jahrbuch der kJr. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der kunst- und historischen
Denkmale, Wien.
MAG.: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Wien.
Mat: Materialien zur Urgeschichte Österreichs, Wien.
Materiale; Materiale gi cercetäri arheologice, Eucuregtl.
MGG.: Musik in Geschichte und Gegenwart, Wien.
MIA: Materialy i issledovanija po axcheologii SSSR, M oskau- Leningrad.
MPK: Mittteilungen der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,
Wien.
MZK: Mitteilungen der k.k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, Wien.
Pam. Arch.: Pamätky Archieologickä, Prag.
PPS.: Proceedings of the Prehistoiic Society, Cambridge.
PZ.: Praehistorische Zeitschrift, Berlin.
RGF.: Römisch-Germanische Forschungen, Berlin.
SA: Sovetskaja Archeologjja, Moskau.
SCIV.: Studii gi cercetäri de istorie veche, BucuregtL
SFFBU.: Sbomlk prad fllosofickö fakulty bmänskä university, serie E, Brno.
WPZ.: Wiener Prähistorische Zeitschrift, Wien.

120
FUNDVORLAGE

Das hier vorgelegte Material ist zum Großteil in der Prähistorischen Abteilung des Naturhi­
storischen Museums aufbewahrt. Es um faßt die Grabungskampagne 1890, die unter der
Leitung von M. HOERNES, L. BELLA und O. MÜLLER stand, m it den Tumuli 4,14,34,52,53,
59, €5,71,92,103,116,139,144 und 149 vom Burgstall (das Material der Tumuli 11,36,131 wurde
an Ödenburg abgegeben) und dem Tumulus 2 vom Warischberg (Tumulus 1 und 3 in
Ödenburg), deren Material nach Grabverbänden geordnet unter den Nummern 17.052-17.186
bzw. 17.207-17.218 inventarisiert wurde. Als Datum des Abschlusses wird im Inventarbuch der
22. Dezember 1891 angegeben; unterzeichnet sind M. HOERNES und J. SZOMBATHY.
Weiteres Material aus .Erdhütten“ vom Burgstall und vom Warischberg ist unter den
Inventamummem 17.187-17.206 bzw. 17.219-17.245 beschrieben (hier allerdings nicht rnitvor-
gelegt). Der nächste Fundposten umfaßt die Grabung 1891, die unter der Leitung von R.
HOERNES und L. BELLA stand, m it den Tumuli 21,27,28,29,50,89,148,147 (= 149/1891) und
X vom Burgstall. Dieser ist jetzt allerdings nicht nach Grabzusammenhängen, sondern nach
Typen (zunächst Metallfunde, dann ganze Gefäße und zuletzt die fragmentierten) unter den
Nummern 35.403-35.Ö77 und 35.572a-35l576a inventarisiert worden. Auch Funde aus „Erdhüt­
ten“ (hier nicht vorgelegt) vom Burgstall und vom Warischberg sind unter den Nummern
35.577a, 35.578-35.599 bzw. 35.600-35.604 in der PA., aufbewahrt. Die Inventarisierung dieses
Materials war am 29. Oktober 1900 beendet, als Unterzeichnete scheinen wieder M. HOERNES
und J. SZOMBATHY auf. Ebenso ist noch ein Gipsabguß des figural verzierten Kegelhalsgefä­
ßes aus dem Tumulus 3 vom Warischberg (35.605) im Inventar angeführt. Weitere Gefaßfrag-
mente aus Tumuli vom Burgstall (28, 65, 89, 137, 148) wurden noch unter den Nummern
80.459-80.470 im März 1980 von H. MELICHAR nachinventarisiert.
Einige Fundobjekte vom Burgstall hat die P A als Anschauungsmaterial an die Sammlung
des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien abgegeben. Es handelt sich
dabei um ein Siebgefäßbruchstück (P.A. Nr. 17.100) und drei Spinnwirtel (PA. Nr. 17.102/6-8)
aus dem Tumulus 34 sowie um ein Mundsaumfragment eines Kalenderberghenkeltopfes (P.A.
Nr. 17.152) aus dem Tumulus 71, das an jenes in der PA . aufbewahrte Stück paßt..
Weitere Funde aus Tumuli vom Burgstall werden noch im Burgenländischen Landesmu­
seum Eisenstadt aufbewahrt. Es handelt sich dabei um Material aus der Grabung 1892, die
Erzherzog Franz Ferdinand d'ESTE, HamaTa in Garnison in Ödenburg, gemeinsam m it L.
BELLA durchführte, und in deren Verlauf 4 Tumuli am Burgstall sowie römische Funde im
Stadtgebiet von Ödenburg ausgegraben wurden (BELLA 1892). Leider sind dafür keine
Hügelnuimnem überliefert; sie werden daher von uns in A n l e h n u n g an L. BELLAs Bericht
unter ESTE/Tuxn. I bis IV geführt. Auch das Fundmaterial läßt sich kaum mehr den einzelnen
Tumuli zuordnen, so daß wir keine geschlossenen Fundverbände mehr vor uns haben
(außerdem dürfte Material aus Ödenburg im Biologisch-Archäologischen Institut von Gronin­
gen aufbewahrt sein; es kam durch A. E. van GIFFEN im Jahre 1926 nach Groningen -freundl.
Mitteilung von E. SCHALK, Institut Heidelberg; vgL dazu die Bemerkungen von J. SZOMBA­
THY (1920,2), daß Herr Dr. F. HAUTMANN im Ödenburger Museum die Kästen leer und alle
Funde in Kisten verpackt vorgefunden hatte und daß der ^Museumsdiener“ dort die Sachen,
die noch nicht eingepackt waren, verkaufte). Diese Funde sind jetzt unter den Nummern
29.174r-29.204 und 18.396 im Burgenländischen Landesmuseum inventarisiert. Weitere Bruch­
stücke m it figuraler Verzierung sind noch unter den Nummern 442-445 im Landesmuseum
aufbewahrt. Sie stammen als Lesefunde, die F. HAUTMANN bei einem Besuch des Burgstalles
machte, aus einem großen Grabhügel, der vor 1920 ausgegraben wurde (SZOMBATHY 1920).
HAUTMANN schenkte sie dann 1926 dem Museum. Ebenso sind noch ein Spinnwirtel (1.809)
und kleine Bemsteinperlen (1.693) aus Ödenburg in der Sammlung WOLF zu erwähnen.

Das Material ist zunächst nach den beiden Fundorten Burgstall und Warischberg getrennt
und dann nach den geschlossenen Grabverbänden gegliedert Zuletzt werden noch die
Einzelfunde, deren Tumuluszugehörigkeit nicht mehr feststeht, besprochen; zuerst die Gefäße
aus der P A , dann jene im Bgld. LM., unterschieden nach den Inventaren Bgld. LM. m it der
Sammlung ESTE und jenem der Sammlung WOLF.
Das Fundmaterial ist in der Reihenfolge der Hügelnummem geordnet. Vor der Materialbe­
schreibung ist die auf den Hügel Bezug nehmende Literaturstelle angeführt. Im weiteren wird
dann der Befund des Hügels dargelegt, woran sich verschiedene Bemerkungen anschließen

121
(z. B.: ob die heute im Museum aufbewahrten Objekte mit denen aus der Literatur bekannten
übereinstirrimen, ob daher gewisse Dinge fehlen, ob Grabzusammenhänge zerrissen wurden,
usw.), nicht angegeben sind Inventarisierungsfehler, wo Typen und Anzahl der Objekte nicht
richtig erkannt, wurden.
Die den Objekten vorangestellten Nummern entsprechen den Inventamum m em der Prähi­
storischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien bzw. jenen des Burgenländi­
schen Landesmuseums in Eisenstadt. Wenn mehrere Objekte unter derselben Nummer
inventariesiert sind, wurden zur besseren Unterscheidung vom Verfasser Subnummem
eingeführt.

Da für manche Details verschiedene Inventarzettel aufschlußreich sind, wird deren Inhalt
unter Anführungszeichen wiedergegeben. Es kommen in der P.A. dafür folgende Inventare in
Betracht: die vorgedruckte Begleitkarte m it Inventamummer bzw. noch beiliegender, origina­
ler (?) AusgrabungsbegleitzetteL Sie werden durch die in Klammer beigefügten Termini
„Inventar“ und „Zettel“ unterschieden. Für das Material im Bgld. LM. Sind wesentlich: das
Oiiginalinventar der ESTE-Sammlung im Wiener Völkerkundemuseum sowie die SZOMBA-
THY-Tagebücher in der P.A.
Außerdem eidstiert in der P.A. noch ein Art handgeschriebenes Inventar auf Zetteln, mit
genauer Objektbeschreibung. Diese Beschreibung wurde fast wörtlich in die MAG-Publikation
(BELLA u. MÜLLER 1891) übernommen. Dieses Inventar existiert aber nur für die 1890
ausgegrabenen Hügel und weist neben der arabischen Tumulusnummer eine römische auf, die
die ursprünglichere gewesen war. Bei der weiteren Beschreibung werden diese Zettel unter der
Bezeichnung „kleines Buch“ geführt.

An Abkürzungen wurden verwendet:


StfL: Standfläche H.: Höhe
Fdm.: Fußdurchmesser FH.: Fußhöhe
Bdm.: Bauchdurchmesser W st: Wandstärke
HSdrn.: Hals-Scbulter-Umbruchdurch- S t: Stärke
messer L.: Länge
HMdm.: Hals-Mundsaumdurchmesser B.: Breite
Mdm.: Mundsaumdurchmesser ca.: wird hier nur für mathematisch re­
Ms.: Mundsaum konstruierte Maße verwendet
Dm:: größter Durchmesser einer Gefäß­ rek.: rekonstruiertes Maß
type, wenn andere Maße nicht an- erh.: erhaltenes Maß
gebbar sind erg.: ergänztes Maß (bei Gips)

Fragment: wenn nur ein Bruchstück des „Inventar“: vorgedruckte Begleitkarte m it


Gefäßes erhalten is t Inventarnumm er aus P. A.
frag.: fragmentiert, dieser Ausdruck wird „Zettel“: beiliegender, originaler (?) Ausgra-
dann verwendet, wenn der Gefäßtyp soweit bungsbegleitzettel.
erhalten is t daß er zeichnerisch ergänzt „kleines Buch“: handgeschriebenes Inventar
werden kann, sonst wird der Terminus auf Zetteln, nach Tumuli geordnet (deckt
Fragment gebraucht welcher andeuten soll, sich m it der publizierten Beschreibung in
daß nur ein geringer Teil des Gefäßes erhal­ MAG 1891).
ten ist. ESTE-Inv.: Originalbeschreibung aus dem
Wenn ein Gefäß bis auf geringe tektonische Inventar der ESTE-Sammlung.
Teile (wie z. B. Fuß, Mundsaum) aber ganz Abschrift: Abschrift im Bgld. LM. vom Inven­
erhalten is t wird dies nicht weiter hervorge­ tar der ESTE-Sammlung.
hoben, sondern nur bei der Angabe des
Erhaltungszustandes angeführt

122
Weitere Abkürzungen sind: Ödenburg: Ödenburger Museum, die nachfol­
PA..: Prähistorische Abteilung des Naturhi­ genden Zahlen sind die Inventamum m em
storischen Museums in Wien. dieses Museums.
Bgld. LM.: Burgenländisches Landesmuseum 17.000 und 35.000 Nr.: unter diesen Nummern
in Eisenstadt. sind die Objekte der einzelnen Hügel im
Inventar der P.A. zu finden.
MAG.: M itt Anthrop. Ges. Wien XXI, 1891
{= BELLA u. MÜLLER 1891).
Nicht allgemein gebräuchliche, hier verwendete Ausdrücke:
S bzw. Z gestrichelt: der aus der Textilkunde Zickzackmuster: sind zu einem fortlaufenden
zur Unterscheidung von rechts- oder links­ Muster aneinander gereihte Winkel (KOS­
läufigen Zwirnen gebrauchte Terminus SACK 1959, 81 - verwendet auch noch den
wird hier der Einfachheit halber für die Begriff „gewinkeltes Leiterband“, vgl. dazu
Laufrichtung schräger Verzierungen ver­ S. 59).
wendet (HUNDT 1969, 69). schachbrettartig gebildetes Dreieck: mehrere
kreuz gestrichelt: wenn die Verzierung jgitter- kleine Dreiecke sind so übereinander ange­
förmig, d. h. gekreuzt ausgeführt ist (KOS­ ordnet, daß sie ein großes Dreieck bilden
SACK 1959,20 - bezeichnet diesen Muster­ (KOSSACK 1959, 81).
typ als Kreuz schraffiert). Absatz: wenn die tektonische Gliederung des
Winkel: bezeichnet ein Dreieck ohne Basisli­ Gefäßes nur angedeutet, aber nicht so
nie (PESCHECK 1942, 40 - nennt diesen scharf wie bei einem Umbruch abgesetzt is t
Typ Winkel).

Das Fundmaterial wurde generell im Maßstab 1: 2 gezeichnet bis auf Kegelhalsgefäße und
Kleine Kegelhalsgefäße, die im Maßstab 1 :4 dargestellt sind (mit Ausnahme von 17.169/139 -
M. 1: 2 und 35.443/28,35.450/28 - M. 1: 4), während Kleinobjekte wie Eisen- und Bronzegegen­
stände, Stein- und Tonobjekte, Perlen und Spinnwirtel sowie M usterdetails in natürlicher
Größe wiedergegeben sind.
Um aus der Zeichnung einen ungefähren Eindruck der Verzierungstechnik gewinnen zu
können, wurde diese, soweit es möglich war, angedeutet: Graphitierung und Graphitbemalung
durch Schummerung, Rotbemalung wurde auf eigenen Farbtafeln zusammengestellt, Pechan­
strich ist durch Schraffur, die die Pinselstriche wiedergeben soll, dargestellt, Inkrustation wird
nur auf der Tafel vermerkt, wöhrend die blau-gelb-verzierten Perlen in Schwarzweißkontrast
abgcbildet sind.

123
Burgstall (Värhely)
Tum ulus 4

Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172, 177).


Lage im Gelände: Südgruppe.
Größe; Dm. 12-15 m, H. 1,33 m.
Zuordnung: erste Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: eine Reihe loser Steine (Steinkrahz?) bzw. eine viereckige Steinm auer ohne
Steindecke.
Brandspuren: keine oder nur unbedeutende; hie und da zerstreut Vorgefundene Kohlenreste.
Befünd: in 1,25 m Tiefe eine größere Anzahl Tongefäße, von losen Steinen (Steinkranz?)
umgeben, in derart brüchigem Zustand, daß auch ein teilweises Zusammensetzen unmöglich
erschien. Zerstreute Kohlenreste wiesen auf den stattgefundenen Leichenbrand hin.
Funde: 12 Tongefäße (1 restaurierbar) und Bruchstücke von m ehreren anderen.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird Tum. 4 auch als Tum. I
bezeichnet

17.002 K e g . e l h a l s g e f A ß (frag.) Taf. 1/1


Hell-graubrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Stand flflche, konisch aufsteigender Bauch, flache Schulter, die ohne Umbruch in den Hala übergeht, konisch
zulaufender Hals, ausladender, gegen innen zu schwach abgesetzter Mundsaum. - Beste einer OberSAchengraphitie-
rung. Eine Rille betont den Hals-Schulter-Absatz.
Erhalten: Stü. mit Bauchansatz, Hals-Schulter-Absatz, Hals mit Ms.-Ansatz.
Maße: StfL 15,6 cm, HSdm. ca. 38-42 cm, Mdm, innen ca. 18-20 cm; rek. H. 42,5 cm, Wst. 9-12 mm.
17.053 K e g e l h a l s g e f A B (frag.) T at 1/4
Hell-sandfarbener bis rötlichbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stemchen-Gliimner-Magerung. -
Ebene, gut abgesetzte Standfläche, konisch aufateigender Bauch, kleine, flach gewölbte Schulter, die ohne Umbruch
in den Hals übergeht, konisch zulnufender Hals, ausladender Mundsaum, gegen innen zu nicht abgesetzt, Rand fehlt. -
Spuren einer Graphitierung. Eine Rille betont den Hals-Schulter-Absatz.
Erhalten: Stil, mit Bauchansatz, Hals-Schulter-Absatz, Hals mit Ms.-Ansatz.
Maße: StfL 18 cm, HSdm. ca. 34-38 -cm, Mdm. innen/außen 16 cm/ca. 23 cm, rek. H. bis Ms.-Ansatz 38 cm,
Wst. 8-12 mm.
17.054 K e g e l h a l s g e f ABe (frag.)

17.054/1 Taf. 3/9


Graubrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, konisch aufsteigender Bauch, kleine, flach gewölbte Schulter, ohne Umbruch in den konisch zulautenden
Hals übergehend, kleiner, ausladender, gegen innen zu abgesetzter Mundsaum. - Spuren einer Graphitierung. Eine
kleine Rille betont den Hals-Schulter-Absatz.
Erhalten: Stil, mit Bauchansatz, Hals-Schulter-Absatz, Hals mit Ms.-Ansatz, Ms.
Maße: StfL ca. 18 cm, HSdm. 38-46 cm, Mdm. innen 20 cm, rek. H. 46 cm, Wst. 7-10 m m .
17.054/2 T at 2/3
Hell-rötlichbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, konisch auteteigender Bauch, scharfer Bauch-Schulter-Umbruch, steile Schulter, ohne Umbruch in den
konisch zulaufenden Hals übergehend, ausladender Mundsaum, gegen innen nicht abgesetzt. - Spuren einer
Graphitierung, ob Oberflächengraphitierung oder Muster ist nicht entscheidbar. Eine Rille betont den Hals-Schulter-
Absatz. Mundsaum auf der Innenseite bis zum Umbruch graphitiert
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Bauch-Schulter-Umbruch, Hals-Schulter-Absatz, Hals, Ms. - Dieser Gefäßtyp wurde
auf Grund von unzusammenhflngenden Bruchstücken gleicher Materialbeschaffenheit rekonstruiert; die Zugehörig­
keit zu nur einem Gefäß ist daher nicht gesichert, aber wahrscheinlich.
Maße: StfL 17,5 cm, HSdm. 36-38 cm, Mdm. innen 20 cm, rek. H. 46 cm, W st 8-11 mm.
17.052—17.054 K e g e l h a l s g e f A ß f r a g m e n t e
Hell-rötlichbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magemng. - Die Fragmente
können eventuell ein fünftes Kegelhalsgefäß darstellen; teilweise sind aber auch Bruchstücke darunter, die zu den
anderen vier Gefäßen dazugehören bzw. Einzelstücke sind. - Reste einer Graphitierung.
Erhalten: 9 StfL-Fragmente, 7 Hals-Schulter-Absatzfragmente, 3 Bauch-Schulter-Umbmchfragmente, 2 Wandstücke.

124
17.065 S i t u l a (frag.) T at 2/8
Heller, graubrauner Ton, fain» Stemchen-Glimrner-Magerung. - Konisch aufsteigender Bauchteil, gerundeter Bauch-
Schulter-Umbruch, kleine, absatzartige Schulter, leicht kehlig ausladender Hals, Mundsaumrand.
Erhalten: Schulter mit Bauch- und Halsansatz, Hals mit Ms.-Rand.
Maße: Schulter-Bauch-Umbruch Dm. 20 cm, Mdm. ca. 17,5 cm, erh. H. 9,5 cm, W st 4 mm, 0 -7 mm.
17.055/2 H e n k e l f r a g m e n t
Vielleicht gehört das Wandfragment 17.059/2 hierher.
Heller bräunlicher Ton, Außen- und Innenseite schwärzlich, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Henkelansatz, dazu
gehörig wahrscheinlich ein an den Rändern leicht auf&ewulsteter Bandhenkel mit einer schwachen Mittelrippe
versehen. - Beste eines dunklen, schwärzlichen Oberzuges, vor allem am Henkelansatz. - Vgl. 17.059/2.
Erhalten: Henkelansatz mit Wandbruchstück, Bandhenkel.
Maße: HenkelB. 2,9 cm, Wst. 5 mm.
17.050 S c h a l e T at 1/2
Heller, rötlichbrauner Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Großer, flacher Omphalos als Standfläche, konisch
aufsteigender Bauch, schwach Ungezogener Mundsaum. —Spuren von Graphitierung: auf der Innenseite wahrschein­
lich die Reste eines Graphitmusters (Kreuz), wobei der Omphalos durch eine um ihn führende Linie betont wurde.
Mundsaum außen wahrscheinlich bis zum Umbruch graphitlert gewesen, nur in Resten erhalten.
Maße: OmphalosDm. 4,6 cm, Mdm. 14,6 cm, H. 5 cm, Wst. 4 mm.

17.057 P r o f i l i e r t e S c h a l e (frag.) T at 1/3


Grauer Ton, fein» Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch bauchiger Unterteil, gerundete Schulter, leicht kehlig
miainftwwior Hals, Muxidsauxnrand. —Schulter mit emgerilztem Zickmcklirüenbandmuster, aus vier Tlinien bestehend,
verziert, die dazwischen freibleibenden Dreiecksflächen mit kleinen Punktdellen ausgefüllt. Eine schwache Kannelur
betont den Hals-Schulter-Absatz. - Außenseite graphitlert, in Resten erhalten.
Erhalten: Schulter-Bauch-Umbruch mit Bauchansatz, Schulter bis Ms.
Maße: Bdm. ca. 19 cm, Mdm. 18 cm, erh. H. ca. 8 cm, Wst 4 -5 nun.

17.058 S c h a l e (frag.) T at 3/7


Bräunlicher Ton, schwarz geschmauchte Oberfläche, grobe Steinchenmagerung. - Kleine, ebene Standfläche, die auf
der Innenseite nicht abgesetzt erscheint, flach konisch ansteigender Bauch, stark Eingezogener Mundsaum. -
Mundsaum durch schräge (S), langgezogene Kanneluren verziert Mundsaumumbruch durch 4 Warzen (3 erhalten)
betont
Erhalten: Stil, bis Ms., ca. die Hälfte der Schale.
Maße: Stfl. 6 -8 cm, Mdm. 16 cm, H. 5,7 cm, W st 5 -6 mm.
17.059 S c h a l e (frag.) T at 3/3
Hell-grausandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Breitkonisch aufsteigender Bauch, schwach eingezoge-
ner Mundsaum. - Könnte wegen der Steilheit der Wandung vielleicht auch eine Fußschale gewesen sein. Wieweit das
Fußfragment 17.061 aber hierhergehören könnte, läßt sich nicht eindeutig klären.
Erhalten: Bauch bis Ms., Stfl. fehlt.
Maße: Ms.-UmbruchDm. 18 cm, Mdm. ca. 17 cm, erh. H. 5,5 cm, W st 3 -4 mm.
17.059/2 W n n d f r a g m e r i t T at 3/1,
Vielleicht gehört das Henkelfragment 17.0551/2 hierher.
Schwärzlich ockerfarbener Ton, Steinchenmagerung. - Bauchig konischer Unterteil mit Umbruch und aufsteigen-
dem, zylindrisch bis konisch zulaufendem Hals/Oberteil - Gehört vielleicht zu 17.055/2.
Erhalten: Bauch-Hals-Umbruch (ein Stück).
Maße: UmbruchDm. 14—18 cm, W st 4 -5 mm.
17.060 S c h a l e (frag.) T at 3/0
Bräunlich bis grau schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. — Kleine, ebene Standfläche, breitkonisch
aufsteigender Bauch, schwach eingezogener Mundsaum.
Erhalten: Stfl., Bauch bis Ms.
Maße: Stfl. 4 cm, Ms.-UmbruchDm. 16-18 cm, Mdm. ca. 15,5-17,5 cm, rek. H. 6,8 cm, W st 4 -5 mm.
17.061 F u ß s o h a l e n f r a g m e n t T at 3/8
Hellbrauner Ton, Fuß und innerer Schalenboden schwärzlich-braun, feine Steinchen Glimmer- Magerung. - Schwach
konischer, gegen den Rand ausschwingender, hohler Fuß, gegen innen zu kantig abgesetzt, flach konischer
Schalenkörper mit kleinem, gut abgesetztem Innenboden. - Ob zu 17.059 gehörig, ist nicht eindeutig klärbar.
Erhalten: Fuß mit Ansatz des Schalenkörpers.
Maße: Fdm. 6 cm, FußansatzDm. außen/hmen ca. 5 cro/3,4 cm, Schalenboden Dm. 4 cm, erb. H. 4,5 cm, W st 5 -6 mm,
17.062 D e c k e l m i t D e c k e l k n o p f (frag.) T at 2/1
Hell- bis dunkelgrauer Ton, Außenseite mit schwarzem Überzug, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Glockenförmiger
Deckel, gegen den Rand fl»r4i ausladend, Rand schräg nach innen gerundet und abgesetzt Deckelknopf quaderförmig,
auf einer Seite Ansatz vielleicht für einen Herkopf, so daß der Deckel ursprünglich als Knopf eine Tierfigur besaß -
Vogel oder wahrscheinlicher «inm Vierfüßler (Rmd7 Hund?), ist nur im Umriß erhalten. - Die Tierfigur ist als Block
dargestellt, im Umriß, und nicht plastisch modelliert. - Der Überzug bedeckt die ganze Außenseite, auch das Tier, ist
teils waagrecht umlaufend, teils senkrecht bis. schräg aufgetragen. „Pinsel“-Stfirke ca. 2 cm. - Pechanstrich, siehe
SAUTER (1967,30/Objekt E).

125
E rh a lte n : D e c k e lx a n d b is K n o p f, ca. d ie H ä lfte de s D e c k e l is s . ,
M aß e: D m . 24 c m , H . o h n e K n o p f 7 c m , e rh . K n o p fH . 1 ,8 c s
ca. 8 cm, Wst.
17.062/2 W a n d f r a g m e n t
mm, »mm.
Bräunlicher Ton, gröbere Steinch n-Glimmer gerung. — Vielleicht; tu. » ,
Schaleninnere/der B oden/die H en kelauß en seite is t g e r u n t «d U s « t A u ß e n » * .« “ oder -■»
überall.
Maße: W st bis lß cm.
17.063 S c h ä l c h e n (trag.) T a t US
Graubrauner Ton, schwärzliche Oberfläche, < _____
Standfläche, kleine, flache, weitmündige Schale m it sc ln c w a a c h < teils
los durch mindestens 2 umlaufende Kanneluren b eto n t, '• w o b e i i_
ist eingeritzt, aus hängenden, konzentrischen W inkelet, g —b ild et
Om pha-
^selbst
td aus 2
«halten.
Maße: OmphalosDm. 2,5-3 cm, Ms.-UmbruchDm. c a - 8 c m , rek, H . 2 cm, W st 2
17.064 Q e f i ß t r a f m e n t e ******'
17.064/1 H e n k e l s c h a l e n f r a g m e n t T a t 3/2
Vielleicht gehört das Henkelftagment 17.064/6 zu di«& s e r Her>lfBic^n|c
Grauer, bräunlicher Ton, schwarze Innenseite, Steirtcnen^Slim m er-M aeenm ®
Ansatz erhalten, leich t ko n isch zulaufender H als, XSXu.ndsaumrand Vir, nTÄ iT G e h - j ,
knapp oberhalb des Umbruches, nur im Ansatz e r t t a lt « a . - VgL 17 064/8 J3amtl^ k e l f n u ter B *u‘* 1trnhm , t
Erhalten: Henkelansatz mit Hals und B auchansatz-- ----------- ‘ IQÖrt vom nur im
Maße: Mdm. ca. 12 cm, erh. H. 2,8 cm, H enkelansaA atB . 2 cm, W st. 4 TOTn bis

17.064/2 K n u b b e n f r a g m e n t '
Grauschwarzer Ton, feine Magerung. - Schm al k lo n is c h e K nubbe
Maße: Dm.. 1,6 x 2 cm. Spitze.
17.064/3 B o ä e n t r a g m e n t Tat. 3/4
Heller, sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-M Lagerung. -
zu abgesetzt, breit konisch aufBteigender U n te r te il. ’ Den®
Erhalten: 2 Fragmente. kaum
Maße: StfL ca. 5 cm, erh. H. Iß cm, Wst. 4 m m . u®d innen

17.964/4 B o d e n f r a g m e n t T a t8/5
Heller, bräunlicher Ton, schwärzliche O b erflä ch e, feine
Omphalos als Standfläche, breit konisch
“ Nur t o ^ ^ g e n m g . _ - .
Maße: Omphalos Dm. 4 -6 cm, erh. H. Iß c m , W st. 4 mm. ^ a fe e r h Ä . * * * e re t. flacher
17.064/5 B o d e n f r a g m e n t T at 8/10
Bräunlicher Ton, dunkel-schwärzliche O b erfläch e, feine Steänchen-GHm*«.»-
Innenseite zu nicht abgesetzte Standfläche, b r e it hm isch e tx & td g e n d e W ^ s ^ '^ S e r u n u
Maße; StfL 5 cm, erh. H. 2,5 cm, W st 5 m m . aac*. “Cg. - Kleine, ebene,
gegen die
17.064/6 H e n k e l f r a g m e n t
V idiächt zur Henkelschale 17.064/1 gehörig-

Bandhenkel. - Graphitiert - iebt am 17.004/1 gehörig. Durch;


Maße: HenkelB. 1,8 cm.
verzierter
E rh a lte n : D e c k e lra n d b is K n o p f, ca. d ie H ä lfte des D e c k e ls .
M aß e: D m . 24 c m , H . o h n e K n o p f 7 cm , e rh . K n o p fH . 1,8 c m , K n o p fL . ca. 3 c m , W s t 4 - 6 m m , 8 m m .

17JMK/2 W a n d f r a g m e n t
Bräunlicher Ton, gröbere Stemchen-Glimmer-Magerung. - Vielleicht Fuß oder Henkel, nur im Ansatz erhalten. Das
Schaleninnere/der Boden/die Henkelaußenseite ist gerundet Außenseite nur an einer Stelle erhalten, sonst fehlt sie
überall.
Maße: Wst. bis 1,8 cm.
17.063 S c h ä l c h e n (frag.)Tat 1/5
Graubrauner Ton, schwärzliche Oberfläche, Graphitierung, feine Magerung, teils auch mit Glimmer. - Omphalos als
Standfläche, kleine, flache, weitmündige Schale mit schwach eingezogenem Mundsaum. - Innenverzierung: Ompha­
los durch mindestens 2 umlaufende Kanneluren betont, wobei in der Mitte eine kleine Delle entsteht Das Muster selbst
ist eingeritzt, aus hängenden, konzentrischen Winkeln gebildet, die abwechselnd aus 3 parallelen Linien und aus 2
parallelen Punktreiben bestehen, nur der äußerste Winkel wird von Punktreihen begleitet; - fragmentarisch erhalten.
Muster wiederholt sich wahrscheinlich aber vier- bis fünfmal. - Außenseite graphitiert, nur in Resten erhalten.
Erhalten: Omphalosfragmente, Schalenwand- und Ms.-Fragmente.
Maße: OmphalosDm. 2,5-3 cm, Ms.-UmbruchDm. ca. 8 cm, rek. H. 2 cm, W st 2 mm.
17.064 G e f ä ß f r a g m e n t e
17.084/1 H e n k e l s c h a l e n f r a g m e n t T at 3/2
Vielleicht gehört das Henkelfragment 17.064/6 zu dieser Henkelschale.
Grauer, bräunlicher Ton, schwarze Innenseite, Stelncben-Glimmer-Magerung. - Gerundeter Bauchumbruch, nur im
Ansatz erhalten, leicht konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. Ein Bandhenkel führt vom Mundsaumrand bis
knapp oberhalb des Umbruches, nur im Ansatz erhalten. - Vgl. 17.064/6.
Erhalten: Henkelansatz mit Hals und Bauchansatz.
Maße: Mdm. ca. 12 cm, erh. H. 2,8 cm, HenkelansatzB. 2 cm, Wst. 4 mm.
17.0642 K n u b b e n f r a g m e n t
Grauschwarzer Ton, feine Magerung. - Schmal konische Knubbe mit abgerundeter Spitze.
Maße: Dm. 1,6 x 2 cm.

17.064/3 B o d e n f r a g m e n t T af.3/4
Heller, sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, kaum gegen außen und innen
zu abgesetzt, breit konisch aufsteigender Unterteil.
Erhalten: 2 Fragmente.
Maße: Stfl. ca. 5 cm, erh. H. 1,3 cm, Wst. 4 mm.
17.0644 B o d e n f r a g m e n t T a t US
H eller,;bräunlicher Ton, schwärzliche Oberfläche, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ein größerer, flacher
Omphalos als Standfläche, breit konisch aufsteigender Unterteil - Nur im Ansatz erhalten.
Maße: Omphalos Dm. 4 -6 cm, erh. H. 1,3 cm, W st 4 mm.
17.0645 B o d e n f r a g m e n t Tat 3/16
Bräunlicher Ton, dunkel-schwärzliche Oberfläche, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene, gegen die
Innenseite zu nicht abgesetzte Standfläche, breit konisch aufeteigende Wand.
Maße: StfL 5 cm, erh. H. 2,5 cm, W st 5 mm.
17.0646 H e n k e l f r a g m e n t
Vielleicht zur Henkelschale 17.064/1 gehörig.
Schwärzlicher Ton, Außenseite graphitiert, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Durch 3 schmale Kanneluren verzierter
Bandhenkel. - Graphitiert - Vielleicht zu 17.064/1 gehörig.
Maße: HenkelB. 1,8 cm.

126
Tumulus 14
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172 f., 177 f.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - südlich.
Größe: D m 4,5-4,75 m, H. 0,7 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: keine.
Brandspuren: Brandschichte.
Befund: abseits des Hügelmittelpunktes im Osten in 0,52 m Tiefe die unm ittelbar auf die
Brandschichte gestellten Gefäße, ringsherum von 26 vierseitigen Tonprismen (drei waren in
der Mitte durchbohrt), die senkrecht standen, umgeben. Das Mondidol lag in der „weitbauchi­
gen Henkelschüssel“ (17.070) (vgl. auch Anm. 131).
Funde; 12 Tongefäße, 1 Mondidol und 26 Tonprismen (7 Gefäße restaurierbar).
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird Tum. 14 auch als
Tum. HI bezeichnet.
Die Inv. Nr. 17.066,17.067 und 17.068 lassen sich zu einem Gefäß zusammensetzen und stellen
daher nicht drei verschiedene Kegelhalsgefäße dar (s. Inventar und MAG):
Ob die Inv. Nr. 17.071 und 17.072 wirklich zwei verschiedene Kalenderbergfußschalen sind
oder nur eine einzige, läßt sich heute nur mehr schwer entscheiden, obwohl es eher nach einer
Fußschale aussieht, da 17.072 nur den Mundsaum einer solchen repräsentiert und der
Schalenkörper von 17.071 ergänzt ist.
Das Mondidol (17.077) lag laut MAG in der großen llenkelschale (17.070).
17.065 K e g e l h a l s g e f Aß Tat 4/1
Dunkel-bräunlicher Ton, schwärzliche Oberfläche, Stelnchenmagerung. —Ebene, gut abgesetzte Standfläche, steil
konisch aufeteigender Bauch, gerundete Schulter, die gegen den Hals zu abgesetzt ist, konisch zulaufender Hals, breit
ausladender, gegen innen zu abgesetzter Mundsauin. - Unvem ert
Maße: StfL 14,5 cm, Bdm. 52,5 cm, Mdm. 28 cm, H. 45 cm, Wst. 7 -8 mm.
17.066 —17.067 —17.068 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 5/5
Bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, gut abgesetzte Standfläche, breit
konisch a»f«ti»ig<>näer Bauch, gerundete Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals schwach abgesetzt, ausladen­
der, gegen innen zu abgesetzter Mimdimiun. - Schulter und Hals weisen ein Graphitmuster auf. Die Schulter
wahrscheinlich mit einem Zickzackmuster verziert, das alternierend von stehenden oder hängenden Winkeln begleitet
wird. Eine schwache, durch eine Graphitlinie verzierte Kannelur betont den Hals-Schulter-Umbruch, Der Hals ist
umlaufend mit 2 ineinander gestellten Winkeln verziert. - Es könnten auch 2 Gefäße sein.
Erhalten: StfL bis Bauch, Schulter bis Ms.
Maße: StfL 14 cm, Bdm. ca. 51,2 cm, Mdm. 30 cm, rek. H. 44,5 cm, Wst. 7 nun.
17.967 G e f f t ß f r a g m e n t e
Außer von KegelhalsgeßLSen auch noch von anderen Gefäßen stammend; es handelt sich dabei nur um ganz kleine
Fragmente.
17.079 G r o ß e H e n k e l s c h a l e Tat 4/8
Schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, breit konisch aufsteigendef Bauch,
gerundete Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, schwach trichterförmig ausladender, gegen innen
zu gut abgesetzter Mundsaum. - Schulter mit Metopenvemerung: es wechseln glatte, unvem erte Flächen mit
senkrecht kannelierten (9-10 bzw. 5-6) ab. Es waren wahrscheinlich 8 größere und 3 kleinere Kannelurgruppen
(erhalten sind 2 kleine und 3 große). An einer Stelle sind am Bauch-Schulter-Umbruch 2 Flicklöcher erkennbar.
2 seichte Kanneluren betonen den Hals-Schulter-Umbruch. - Ein breiter, schwach eingesattelter, achtfach kannelier­
ter Bandhenkel fahrt vom Mundsaum zum Hals-Schulter-Umbruch; er ist nach einer kleinen Kannelurgruppe über
«in'w unverzlerten Fläche angesetzt, die dritte kleine Kannelurgruppe würde sich daran anschließen, dann folgen die
drei großen. Mundsaum beim Henkel leicht eingezogen.
Maße: StfL 8,3 cm, Bdm. 34 cm, Mdm. 23 x 21,5 cm, H. 22-22,4 cm, HenkelB. 6,8 cm, Wst. 5 -6 mm.
17.070 G r o ß e H e n b e l s e h a l e Tat 6/4
Darin lag das Mondidol 17.077.
Schwarzer Ton, Stemchenmagerung. - Kleine, ebene, gut abgesetzte Standfläche, breit konisch aufeteigender Bauch,
gerundete Schulter, kurzer Kragennals, Mundsaumrand. - Die Schulterverzierung besteht abwechselnd aus schräg
kannelierten, hängenden (S) und stehenden (Z) Dreiecken (alternierend angeordnet). - Ein breiter Bandhenkel führt
vom Mundsaumiand bis zur halben Schulter. Ek zeigt eine kaum sichtbare, fünffache Kannelierung. Mundsaum beim
Henkel leicht eingezogen.
Maße: StfL 9,5 cm, Bdm. 33 cm, Mdm. 26 x 23,5 cm, H. 15-15,3 cm, HenkelB. 4,4 cm, Wst. 5 -6 mm.

127
17.071 K a l e n d e r b e r g f n ß s o h a l e T at 7/5
Vielleicht gehört das Mundsaumfragment 17.072 zu dieser Fußschale, die zum Teil mit Gips ergänzt is t
Bräunlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Breit konischer, gegen innen scharf abgesetzter, hohler Fuß, breit
konisch ausladender Schalehkörper mit leicht abgesetztem, ausladendem Mundsaum. D ir Schalenboden Ist innen
kaum merkbar abgesetzt - Innenverzierung der Schale in Kalenderbergtechnik ausgeführt. Mundsaum weist ein
kanneliertes Zickzackbandmuster auf, der Mundsaumrand schräge (Z) Kerben. Vom Mundsaum her reichen 7
(erhalten 4) hängende Dreiecke ins Schaleninnere, wobei eine gekerbte Leiste die Kontur angibt Das Dreieck selbst ist
abwechselnd mit gekerbten und glatten, schrägen (Z) Leisten ausgefüllt (ungefähr 9).
Maße: Fdm. 11,5 cm, Mdm. 33 cm/innen 29 cm, H. 12,7 cm, Wst. 5 -6 mm.
17.072 K a l e n d e r b e r g f u ß s c h a l e n f r a g m e n t T at 8/6
Vielleicht zu 17.071 gehörig.

Maße: Mdm. ca. 36-38 cm, erh. H. 5,5 cm, Wst. 5 -6 mm.
17.073 F u B s o h a l e (frag.) Taf. 5/2
Bräunlich«: Ton, Oberfläche mit schwarzen Schmauchflecken, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Klemer,
konischer, innen gerundeter, hohler Fuß, weitmündiger, flach konischer Schalenkörper mit eingezogenem Mundsaum,
nur im Ansatz erhalten. Schalenboden nicht abgeeetzh - Mundsaumumbruch durch eine Kante betont
Erhalten: Fuß bis Mk-Ansatz, Ms.-Rand fehlt
Maße: Fdm. 6,8 cm, Ms.-Umbruch Dm. 17 cm, erh. H. 7,3 cm, Wst 4 -5 mm.
17.074 S c h a l e (frag.) Taf. Sil I
Hellbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, konisch aufsteigender Schalenkörper,
eingezogener Mundsaum. - Die Standfläche weist eine Bodenmarke auf. Sie besteht aus einem eingerillten Kreuz,
dessen Mitte durch eine kleine Delle betont wird.
Erhalten: StfL bis Ms., ungefähr die Hälfte der Schale.
Maße: StfL 6 cm, Mdm. 15 cm, H. 8,4 cm, Wst. 4 -6 mm.
17.075 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f (frag.) Tat 5/4
Dunkelbrauner Ton, Steinchei*unagerung. - Kleine, ebene Standfläche, konisch bauchiger Unterteil, kehliger Hals,
Mundsaumrand. - Mundsaumrand mit schrägen (Z) Kerben verziert Der an den Hals anschließende Bauchteil ist
alternierend mit schräg kannelierten, hängenden (Z) und stehenden (S) Dreiecken verziert. Das Muster ist gegen den
Hals zu mit einer spitzen Warzenreihe, durch Eindrücke in eine plastische Leiste entstanden, abgeschlossen. - Ein
breiter Bandhenkel, durch 4 seichte Kanneluren betont, führt vom Hals-Bauch-Umbruch zum Mundsaum.
Erhalten: StfL, Bauch bis Ms., ungefähr die Hälfte des Gefäßes, Henkelansotz und Henkel.
Maße: StfL 5,8 cm, Bdm. 15 cm, Mdm. 13,4 cm, rek. H. ca. 13,2 cm, HenkelB. 2,5 cm, W st 4 mm.
17.076 S i t a l a (frag.) T a l 6/1
Bräunlich schwärzlicher Ton, Innenseite schwärzlich, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Steile, hohe, gut gegen den
leicht trichterförmig ausladenden Hals abgesetzte Schulter, Mundsaumrand, Ansatz für den Bauch, der konisch
gebildet war.
Erhalten: Hals-Schulter mit Bauchansatz, Ms.-Rand.
Maße: HSdm. 20 cm, Mdm. 18 cm, erh. H. 4,5 cm, Wst. 5 nun.
17.077 M o n d l d o l f r a g m e n t e (drei Stück) Taf. 4/2
Lag ln- der großen Henkelschale 17.070.
Dunkler, rotbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Zylindrisch wulstförmiger Fuß, unveiziert (2 erhalten, ein
dritter frag.). - Rücken wahrscheinlich von quaderförmiger Gestalt Die Seitenfläche wahrscheinlich abwechselnd mit
hängenden (Z) und stehenden (S), schräg kannelierten Dreiecken (alternierend) verziert; nur eine Seitenfläche
erhalten. Die Rückenoberseite ist flach eben, und unveiziert
Erhalten: Rückenfragment mit Fußansatz, 2 Fußfragmente.
Maße: Fdm. ca. 2,6 cm.
17.078 T o n p r i 8 m e n <26 Stück) T at 5/3 03), Taf. 6/2-3 (4,5), Taf. 7/1-4 <2,3,1,10), T at 8/1-4 (17,8,20,9),
Taf. 9/1-15 (19, 24,18, 23, 7, 22,21, 28,16,25, 6,12,14,11,15)
Bräunlicher, Ml» schwärzlich geschmauchter Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Vierkantige Tonprismen
mit mehr oder weniger quadratischen Deckflächen. Die Mantelflächen sind entweder flach eben oder konkav gewölbt
(17.078/1-3). Drei der Prismen zeigen in der Mitte eine Durchlochung (17.078/8,17,20). Es lassen sich nach der Größe
und dem Aussehen 5 Gruppen unterscheiden: eine große (17.078/6,9,12,13), eine etwas kleinere (17.078/7,10,11,16,25),
eine mittelgroße (17.078/1-5,14) und zwei kleine Gruppen (erste: 17.078/8,15,20,26; zweite: 17.078/17-19,22). 17.078/21,
23,24 sind nur mehr fragmentarisch erhalten.
Maße: L. 6,7-11,4 cm, B. 2,2-4,4 cm, H. 2,1-4,1 cm.

128
Tumulus 21
Literatur: R. HOERNES (1891, [71] f.); BERICHT - ÖDENBURG (1891, [58]).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - südlich.
Größe: nicht angegeben.
Zuordnung: nicht angebbar.
Datum der Ausgrabung: 28. und 29. VI. 1891 (anläßlich des Ausfluges der Anthropologischen
Gesellschaft geöffnet) und am 21. VH. 1891 fortgesetzt.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: sehr reich an Gefäßen, die in zwei Gruppen, einer nördlichen und einer südlichen
Reihe, angeordnet waren.
Funde: nicht angegeben.
Verbleib: P. A, - 35.000 Nr.
Bemerkungen: zur Situla 35.444 gehört laut P. A -Inventar der Deckel 35.4^ und zu 35.446^er
Deckel 35.447. Die beiden Eisenmesser 35.408/1, 2 lagen laut den beiliegenden Zetteln in der
Situla 35.523. Außerdem dürften auf Grund derselben Oberflächenbehandlung die Situla
35.523 und der Deckel 35.453 sowie die Situla 35.529 m it dem Deckel 35.531 zusammengehören.
Das Kegelhalsgefäß 35.475 gehört laut P. A.-Inventar zu Tum. 21 oder 27: auf dem Inventarzet­
tel steht Tum. 21. Wir reihen dieses Gefäß daher zu den Funden aus Tum. 21, der sonst kein
Kegelhalsgefäß aufweisen würde, dieses jedoch in den anderen Tumuli zur Grabausstattung
dazugehört und mindestens in einem Exemplar, m eist aber in mehreren vertreten ist.

35.408 E i s e n m e s s e r (zwei Stück)


„2 Elsenmesser innenliegend in einer Situia“ (Zettel). - VgL Situla 35.528.
36.408/1 Taf. 12/1
Einen, stark verrostet. - Messerform schlecht erkennbar. Gekrümmter Rücken, Griffteil fehlt.
Erhalten: Klingenbruchstück.
Maße: erh. L. 12,2 cm, erh. B. 2,8 cm, S t 6-18 mm.
35.408/2
Eisen, stark verrostet - Form nicht mehr erkennbar.
Erhalten: Fragmente.
35.439 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f f t B Taf. 12/2
„südliche Reihe Mitte" (Zettel).
Bräunlicher Ton, grobe Steinchenmagerung. - Kleine, gut abgesetzte Standfläche, breit konisch aufsteigender Bauch,
Bauchumbruch liegt annähernd in halber Gef&ßhöhe, gerundete Schulter, nur schwach gegen den konisch zulaufen­
den Wal« abgesetzt, leicht ausladender, gegen innen zu gut abgesetzter Mundsaum. - Halä/Schulter-Umbruch durch
eine kleine umlaufende Rille betont..
Maße: StfL 8 cm, Bdm. 24 cm, Mdm.14 cm, H. 20,7 cm, W st 7 -9 mm.
35440 K e h l i g e s H a l s g e f t ß Ta£ 10/2
„Tumulus 21 südliche (schlecht lesbar) Reihe ostwärts, kleine Halsume". „Ödenburg, Burgstall 1891 (von 1890 äuf 1891
ausgebessert), Tumulus 20 (ist ausgebessert mit Tinte, Papier an dieser Stelle ausgebrochen), geöf&iet bei der
Excursion d. Anthrop. Gesellschaft“ (Zettel).
Bräunlicher Ton, gröbere Steinchenmagerung. - Ebene Standfläche, bauchig gedrückter Unterteil, größter Durchmes­
ser liegt im unteren Gefäßdrlttel, konisch zulaufender Oberteil, kehliger, schwach trichterförmig ausladender Hals,
Mundsaumrand.
Maße: StfL 8,5 cm, Bdm. 18 cm, Mdm. 9 cm, H. 15,2-15,8 cm, W st 5-7 mm.
35.444 S i t u l a T at 11/5
„Tumulus 21, Situla, südliche Reihe Mitte“. „Tumulus 21 Deckel der geknoteten Situla a. d. (schlecht lesbar) südliche
Reihe Mitte“ (Zettel)- - Laut P. A.-Inventar gehört Deckel 35.445 dazu.
Bräunlicher Ton, gröbere Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, steil konisch aufsteigender,
schwach S-förmig geschwungener Unterteil, scharfer Bauch-Schulter-Umbruch, steile, breite Schulter, trichterförmig
ausladender Hals, Mundsaumrand. - Hals durch 3 oder 4 waagrecht umlaufende Karmeluren betont (durch Gips
ergänzt, daher schwer feststellbar, ob 3 oder 4, wahrscheinlich aber 4). Der Bauch ist unterhalb des Bauch-Schulter-
Umbruches mit einem hängenden Girlandenband verziert, in Rillung ausgeführt, je ein Girlandenteil aus 3
konzentrischen Halbkreisen bestehend. An den Stellen, wo das Girlandenband auf den Umbruch trifft, ist dieser durch
3 Tonknöpfe betont
Maße: StfL 10 cm, Bdm. 24 cm, Mdm. 20 cm, H. 23,5 cm, Wst. 6 -8 mm.

129
35.445 D e c k e l m i t H e n k e l Tat 11/4
Gehört laut PA-Inventar zur Situla 35.444.
Dunkelbrauner Ton, gröbere Steinchenmagerung. - Breit konischer, kegelstumpfförmiger, fest flacher Deckel. Am
oberen Band eine kleine, aufgewölbte Absetzung, darüber gespannt ein dicker, breiter BamdhenkeL - Der Deckel
selbst ist mit 4 stehenden Winkeln verziert, deren Umrisse aus je 3, einmal auch aus 2 parallelen Reihen von Art
Fingern ageleindrflckengebildet werden. Ein Winkel ist vollkommen mit diesen Eindrücken ausgefüllt
Made: Dm. 21,8 cm, Dm. am oberen Band 5,8 cm, H. mit/ohne Henkel 7,6/4,5 cm, HenkelB. 3,6 cm, W st 5-7 mm.
S&446 S l t u l a (erg.) Taf. 1(^6
„ödehburg, Burgstall, Tumulus 21, Situla mit Deckel“ (Zettel). - Laut P, A.-Inventar ist Deckel 35.447 zugehörig.
Dunkler, bräunlicher Ton, Außenseite mit schwarzem Überzug versehen, der grobkörnig und nur in Besten erhalten
ist, Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standflache, steil konisch aufsteigender Unterteil, gut ausgeprägter
Bauch-Schulter-Ümbruch, steile, eher hohe Schulter, schwach ausladender Hals, Mundsaumrand. - Die „Pinsel“-
Strichrichtung ist eher senkrecht, Boweit sich dies erkennen läßt. Pinselbreite ca. 1 -2 cm. - Pechanstrich, siehe
SAUTER (1967). Kein Originalprofil vorhanden.
Erhalten: StfL bis Schulter, Ms.-Band, Hals und teils die Schulter mit Gips ergänzt.
Maße: StfL 8,5 cm, Bdm. 22,4 cm, Mdm. (Gips) 19,5-20 cm, H. (rek.) 20,5 cm, WBt. 5 mm.
35.447 D e c k e l m i t D e c k e l k n o p f T at 10/3
Laut P. A.-Inventar ist Situla 35.445 zugehörig.
Dunkler, bräunlicher Ton, Außenseite mit schwarzem Überzug versehen. - Breit konischer Deckel, gegen den Rand zu
schwach ausladend, innen kegelförmig gebildet Eingerltetes Muster, bestehend aus einer waagrecht umlaufenden
Linie, auf der eine Reihe schräg S i heiter Dreiecke au&itzt Diese Verzierung wiederholt sich insgesamt zweimal,
einmal begleitet sie den Band und dann den Mittelteil. - Kehlig angesetzter Knauf mit flacher, runder Kopfblatte,
deren Band von einer umlaufenden Linie betont wird, die Basis für 4 innen gestrichelte Dreiecke bildend, so daß eine
kreuzförmige Fläche unvemert bleibt Die Knopfblatte weist in der Mitte der unverzierten Fläche eine kleine Delle auf.
Das Muster ist eingeritzt - Der Pechanstrich ist in der unteren Hälfte gegen den Rand zu eher waagrecht umlaufend
aufgetragen, gegen den Knauf zu senkrecht, soweit sich dies aus den Besten erkennen läßt - Pechanstrich siehe
SAUTER (1967).
Maße: Dm. 20 cm, H. 7,3-7,5 cm, KnopfDm. 5 cm, W st 5 mm.
35.453 D e c k e l m i t D e c k e l k n o p f Tsf. 12/5
Gehört wahrscheinlich auf Grund desselben schwarzen Überzuges zur Situla 35.523, die laut beiliegendem Zettel einen
Deckel besaß (vgL 35.446/85.447 und 35.444/35.445 - mit jeweils gleicher Oberflächenbehandlung der zusammengehöri­
gen Objekte).
Bräunlicher Ton, Außenseite mit schwarzem Überzug versehen, Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Konischer Deckel
mit fest waagrecht ausladendem Band, innen glockenförmig gestaltet schwach kehlig angesetzter Knauf mit runder,
flacher Kopfplatte. - Pinsel' ‘-Striche des Pechanstriches sind annähernd parallel zum Rand geführt -
Pechanstrich siehe SAUTER.
Maße: Dm. 18,5 cm, H. 6,3-8,6 cm, KnopfDm. 4,2 cm, W st 5 mm.

35.466 S c h a l e Taf. 10/1


Dunkler, bräunlich«' Ton, Steinchenmagerung. - Flache, weitmündige Schale mit einer kleinen Delle als Standfläche,
gut abgesetztem Bauchumbruch und schwach eingeborenem Mundsaum. - Innenverzierung mittels Tonknöpfen:
kreuzförmig angeordnete, vom Omphalos ausgehende Reihen aus Je 7 Tonknöpfen mit T-förmigem Abschluß gegen
den Bauchumbruch, gebildet jeweils aus 2 Knöpfen beidseits des siebenten Tonknopfes. Mundsaum außen durch ein e
enge, schräge Z-Kannelur verziert
Maße: DellenDm. 1,6 cm, Mdm. 16 cm, H. 5 cm, W st 4 -5 mm.
35.468 H e n k e l s o h a l e T a l 11/1
Bräunlicher Ton, Graphitierung, Steinchenmagerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche, gerundeter Unterteil,
scharfer Bauchumbmch, schwach konisch eingezogener Hals, Mundsaumrand. Kleiner; weitlichtig. Bandhenkel
führt vom Mundsaumrand bis knapp oberhalb des Bauchumbruches (zum Teil durch Gips ergänzt). Mundsaum bdm
Henkel leicht eingezogen. - Das Graphitmuster ist leider nur mehr schlecht erkennbar. Hals mit einem Zickzackmu­
ster bem alt während der Mundsaumrand und der Bauchumbruch durch eine schmale, waagrecht umlaufende T.inio
begleitet werden. Henkel ist ebenfalls graphitierb
Maße: DellehDm. 1*6 cm, Mdm. 9,5 x 8,5 cm, H. 4,6 cm, HenkelB. 1,6 cm, W st 3 -4 mm.
35.415 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Tat 13/3
„Tinnulus 21 südliche Reihe Mitte“. „Odenburg 27“ (Zettel). „Tum. 21 südliche Reihe Mitte“ (Inventar).
Dunkel-sandferbener Ton, schwarze Oberfläche, Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Gut abg« atzte, ebene Standfläche,
breit konisch aufeteigender Bauch, stark gerundete, flach gegen den Hals zu auslaufende Schulter, gegen den konisch
zulaufenden Hals nicht abgesetzt fest waagrecht ausladender Mundsaum, im Ansate erhalten. - Hals und Schulter
sind ritzverziert Schulter wahrscheinlich mit einem Zickzackbandmuster aus 3 parallel geführten Linien. Eine kleine,
waagrecht umlaufende Rille betont den Hals-Schulter-Umbruch. Der anschließende Halsteil ist mit schräg (Z und S)
gestrichelten Dreiecken verziert z. T. auch Dreiecke mit einer dreifach ausgeführten Seitenkante vorkommend.
Fraglich, ob diese Dreiecke mit den nur schräg gestrichelten Dreiecken abwechseln, ob sie kleiner, gleich groß oder
größer sind als jene.
Erhalten: StfL, Schulter bis Hals, Ms.-Ansatz.
Maße: StfL 15 cm, HSdm. 44-50 cm, Mdm. innen 18 cm, rek. H. 47,5 cm, W st 7 -8 mm.
35.623 S l t u l a (frag.) T at 12/3
,Burgstall bei Oedenburg Tum. 21. Situla mit Decket Inhalt: Eisenmesser. A. G. 1891 Ezcursion“ (Zettel). - Vgl.
Elsenmesser 35.408. - Auf Grund derselben Oberflächenbehandlung (Anstrich!) ist wahrscheinlich Deckel 35.453
zugehörig.

130
Grauer, sandfarbener Ton, Stemchen-Glimmer-Magerung, Außenseite mit schwarzem Überzug versehen, teils rauhe,
körnige Oberfläche. - Ebene, gegen innen zu gut abgesetzte Standfläche, konisch bauchig au&teigender Unterteil,
schwacher Schulterumbruch, steile, eher hohe Schulter, leichte Halskehle mit Ansatz für schwach ausladenden Hals
mit Mundsauinrand. - „Pinsel“- auf Wandung eher schräg bis senkrecht, auf Schulter dagegen
waagrecht umlaufend. - Pechanstrich, siehe SAUTER (1967,26 £, Abb. 1-2/Objekt A).
Erhalten: StfL bis Bauch, Schulter mit Bauch- und Halsansatz.
Maße: Stfl. ca. 9 cm, Bdm. 22-24 cm, erh. H. 18,8 cm, W st 5 mm.
S5J29 S i t u l a (frag.) T at 13/2
„Tumulus 21 Situla mit Deckel“ (Zettel). - Wahrscheinlich Deckel 35.631 zugehörig (vgl 35.444/36.446, 35.446/35.447,
35.523/35.463).
Bräunlicher Ton, gröbere Steinebenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, steil konischer, leicht S-förmig
geschwungener Unterteil scharfer Bauch-Schulterumbruch, steile, breite Schult«:, in eine Halskehle mit leicht
ausladendem Hui« übergehend, Mundsaumrand. - 4 parallele, seichte, waagrecht umlaufende Kanneluren betonen die
Schulter.
Erhalten: StfL, Bauch bis Mundsaumrand.
Maße: Stfl. ca. 10 cm, Bdm. 23 cm, Mdm. ca, 20 cm, rek. H. 22 cm, Wst. 6 -7 mm.
351531 D e c k e l m i t H e n k e l (frag.) T at 13/1
Wahrscheinlich zur Situla 35.529 gehörig (vgl beiliegenden Zettel bei 35.529 und die angeführten Beispiele dort).
Dunkelbrauner Ton, grobe Stemchen-Glimmer-Magerun^. - Breit konischer, kegdstumpfförmiger, fast flacher
Deckel Über den oberen Rand wölbt sich ein dicker, breiter BandhenkeL Der Deekelrand unten ist gekantet und
schwach äufgewulstet - Stehende Winkel, aus 2 parallelen Reihen von Art Fingemageleindrücken gebildet, dienen als
Verzierung, umlaufend wahrscheinlich 4.
Erhalten: Deckelrand bis Henkel, ca. die Hälfte.
Maße: Dm. 22 cm, H. mit/ohne Henkel 6,5/3,8 cm, HenkelB. 3 cm, Wst. 7 mm.
35.537 K a l e n d e r b e r g f n ß s c h a l e n f r a g m e n t Tat 14/2
„TumuluS 21, Südliche Reihe Mitte“ (Zettel). „Südliche Reihe Mitte“ (Inventar).
Bräunlich schwärzlicher Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Weitmündiger Schalenkörper mit breitem, flach
ausladendem Mundsaum, gegen die Innenseite zu durch eine umlaufende Kante schwach abgesetzt - Mundsaumrand
durch Kerben betont, so daß der Rand gezackt erscheint Den Mundsaum selbst verziert ein Zickzackbandmuster, aus
2 Rippen gebildet
Erhalten: Ms.
Maße: Mdm. ca. 40 cm, erb. H. ca. 3,5 cm, W st 8 -9 mm.
35JS37/2 W a n d f r a g m e n t (von Kalenderberghenkeltopf 7 )
Rötlich gelber Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung, - Wandfragment mit Ansatz zu einer Kehle/Rille. - Wahrschein­
lich mit 3 parallelen plastischen Rippen und einigen Knubben verziert - Sehr schlecht erhalten. Im Feuer gewesen.
Maße: W st 5 -6 mm.
85.537/3 W a n d f r a g m e n t
Graubräunlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung.
Maße: Wst. 5 mm.
35.544 S c h a l e T at 11/2
Heller, brauner Ton, Oberfläche teils schwarz geschmaucht, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gegen
innen zu kaum abgesetzte Standfläche, steil konischer Unterteil mit schwach eingezogenem Mundsaum.
Erhalten: Stfl. bis Ms., fast die ganze Schale. . .
Maße: Stfl. 6 cm, Mdm. 16 cm, H. 7,4 cm, Wst. 4 nun. ' '
35.547 H e n k e l s o h a l e (frag.) T at 12/4
„Tumulus 21, Schale a. einer Halsume südliche Reihe“ (Zettel). „Südliche Reihe“ (Inventar).
Schwärzlicher Ton, Graphitierung, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Omphalos als Standfläche, gerundeter
Unterteil, gut abgesetzter Bauchumbruch, schwach konisch elngezogener Hals, Mundsaumrand. Henkel fehlt -
Bodenteil außen graphitiert. Am Hals Spuren einer Graphitierung, vielleicht eines Musters.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand, Henkel fehlt
Maße: OmphalosDm. 2 cm, Bdm. 11 cm, Mdm. ca. 10 cm, H. 5 cm, Wst. 3 mm.
35.547/2 K n o c h e n s p l i t t e r (einStück)
Ein Stück, verbrannt
85^47/3 H a l s f r a g m e n t
Graubräunlicher Ton, Graphitierung, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Halsfragment mit Mundsaumrand. -
Ihnen- und Außenseite graphitiert - Wahrscheinlich einer Hehkelschale zugehörig.
Maße: W st 2 mm.

131
35.547/4 H e n k e l s c h a l e n f r a g m e n t T at 14/1
Vielleicht gehört das Bandhenkelfragment 35.562/2 zu dieser Schale.
Schwärzlich« Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Halafregment mit Mundsaumrand und Henkel-
ansat Hals leicht kehlig gebildet. Bandhenkel mit mindestens 2 Rillen verziert. - Außenseite weist Spuren einer
Graphitierung auf, vielleicht eines Graphitmusters. - VgL 35.562/2
Erhalten: Henkelansatz mit Hals und Ms.-Rand.
Maße: Mdm. ca. 12 cm, erh. H. 2 cm, HenkelB. ca. 2 cm, W st 3 -4 mm.
35.562 S c h a l e (frag.) T at 10/4
Bräunlicher, teils rötlich brauner Ton, Oberfläche teils mit schwarzen Schmauchflecken, feine Steinchen-Glimmer-
Magerung. - Großer, tief eingedrückter Omphalos als Standfläche, gerundeter Unterteil, schwacher Bauchumbruch,
leicht konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand.
Erhalten: StfL, Bauch bis Ms.
Maße: OmphalosDm. 3 cm, Mdm. 12 cm, rek. II. 4,5 cm, W st 3 -4 nun.
35.562/2 B a n d h e n k e l f r a g m e n t
Gehört vielleicht zu 35.547/4.
Schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Bandhenkel mit 4 Kanneluxen verziert - Einer kleinen
Henkelschale zugehörig; vielleicht zu 35.547/4.
Maße: HenkelB. 2,1 cm, Wst. 4 -5 mm. . .
36.562/3 B o d e n f r a g m e n t
Schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Wahrscheinlich ebene Standfläche (Boden ausgebrochen), gut
abgesetzt, konisch aufeteigende Wand.
Maße: W st 8 -9 mm.
35.563 H e n k e l s c h a l e (frag.) Tat 11/3
Rötlich graubrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche, gerundeter Unterteil,
Bauchumbruch, schwach konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. Henkel fehlt - Den Bauchumbruch betonen
Tonknöpfe.
Erhalten: Omphalos bis Halsansatz, Hals mit Ms.-Rand.
Maße: DellenOm. 1,5 cm, Bdm. 12 cm, Mdm. ca. 11,5 cm, rek. H. 5 cm, W st 3 -4 mm.
35.564 S c h a l e T at 10/5
„Tumulus 21, nördliche Reihe freie (schlecht lesbar) Schale“ (Zettel). „Nördliche Reihe“ (Inventar).
Bräunlicher, teils rötlich brauner Ton, feine Stemchen-GlimmerMagerung, teils mit Rötel gem ischt - Großer, tief
eingedrückter Omphalos als Standfläche, gerundeter Unterteil, gerundeter Bauchumbruch, leicht konisch zulaufender
Hals, Mundsaumxand.
Erhalten: fest die ganze Schale.
Maße: OmphalosDm. 3 cm, Mdm. 14 cm, H. 4,7 cm, W st 3 -5 mm.

132
Tumulus 27
Literatur: R. HOERNES (1891, [73] ff.)» vgL auch GALLUS (1934,10 ff.)
Lage im Gelände: Mittelgruppe - südlich.
Größe: H. 1,23 m (vgl. MAG [74]/FIg. 12).
Zuordnung: zweite Gruppe (auf Grund der Grabgrube; liegt im Grenzbereich zwischen erster
und zweiter Gruppe - vgl. Abb. 11).
Datum der Ausgrabung: Beginn 24. VII. 1891, am 27. VII. fortgesetzt und am 1. VHI. beendet.
Einbauten: nicht angegeben - Grube mit 50 cm Tiefe (s. MAG [74]/Fig. 12).
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: die Gefäße standen nicht wie sonst auf der ursprünglichen Oberfläche, sondern in
einer Grube. An der Südseite des. Tumulus lagen ein umgestürztes Kalenderbergzwillingsge-
fäß, daneben ein Mondidol und unter demselben eine Kalenderbergfußschale m it aufgesetzten
Vögelchen aus Tön am. Mundsaumrand.
Funde: unter den Gefäßen befand sich ein Kegelhalsgefäß m it .eingrayierten Zeichnimgenj
ferner Emailperlen, Eisennadeln (wahrscheinlich die Harfenfibel), Eisenmesser, ein Bronze-
halsring und etwas Gold - Nadelfragmente?
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr.
Bemerkungen: der Hügel besaß zwei Ossarien, denn auf einem Zettel, der beim Knochenklein
beiliegt, steht: „Tum. 27 Eisenreste bei 2. Ossarium“. Wie dies allerdings zu deuten ist, entzieht
sich unserer Kenntnis, da keinerlei Berichte darüber vorliegen; vidieicht handelt es sich um
zwei Bestattungen - M utter und Kind (vgL dazu die Leichenbrandbestimmung: JUNGWIRTH
1966), wobei dann von der kindlichen Bestattung nur ein Knochen vorliegen würde.
S. GALLUS (1934) gibt in seiner Fundvorlage 16 Perlen an, es sind jedoch nur 12 Stück
vorhanden, die aber alle im Feuer waren Und somit als Trachtbestandteil am Scheiterhaufen
m itverbrannt wurden.
Nach GALLUS (1934,11) lagen Eisennadeln (wahrscheinlich die Harfenfibel 35.409) und Perlen
(35.413) in einem Kalenderbergzwillingsgefäß (35.442).
35.403 G o l d f r a g m e n t e (drei)
„mit Figurenume und Doppelmond 3 Stücke Gold“ (Inventar),
35.403/1 Taf. 15/2
Gold. - Schwach halbrund gebogener Draht, ein Ende etwas zurückgebogen, wodurch ein scheibenförmiger Abschluß
entsteht, der senkrecht auf dem leicht kantig geformten Draht aufsitzt. Draht im Querschnitt schwach vierkantig.
Maße: L. 2,3 cm, DrahtSt 1-2 mm.
w m w u n .,
Gold. - ln sich gerades Drahtstück mit kugelig verdicktem Ende, wobei die Kugel auf dem Draht seitlich aufsitzt.
Draht im Querschnitt rund.
Maße: L. 1,3 cm, DrahtSt 1 -2 mm.
85403/3
Gold. - Lfingliches, kleines Goldkügelchen.
35.405 B r o n a e h a l s r e i f (frag.) T at 15/4
Bronze, hell-moosgrün bis bräunlich patiniert. - Reif im Querschnitt rund, verschmälert sich gegen die Enden, die
nicht mehr erhalten sind. Die Form selbst ist elliptisch. - Der Reif weist eine feine Gravierung auf, und zwar
abwechselnd parallel laufende, in sich geschlossene Linien (9 bis 16) und ein Fischgrätenmuster. Die Verzierung
beginnt bei den Enden mit diesen Linien und endet auch damit, dazwischen wiederholt sich das Fischgrätenmuster
fünfeehnmal (vierzehnmal erhalten). Gegen die Enden zu ist der Reif unvendert
Erhalten: Reif ohne Enden.
Maße: Ellipse - L. 12,2 cm, B. 11 cm, DrahtSt. - bei den Enden 4 mm, in der Mitte 7,5 nun.
35.407 E i s e n m e s s e r T at 15/5
„Tumulus 27 Eiseunesser in der Brandschicht nächst dem Ossarium“ (Zettel}.
Fiaatv, stark verrostet - Form wegen des Rostes schlecht erkennbar. Lanzettförmige Messerklinge, GriffteU ist nicht
erhalten. Im Querschnitt langoval
Erhalten: Messerklinge, z. T. mit Gips ergänzt
Maße: L. 11,2 cm, B. 2,6 cm, M esserSt 7-10 nun.
35.409 H a r f e n f i b e l (frag.) Taf. 15/8-13
Nach GALLUS (1934,11) lagen Eisennadeln (wahrscheinlich die Fibel) und Perlen (vgL 35.413) im Kalenderbergzwil-
UngsgefBß 35.442.

133
F.iapti, stark verrostet - Rekonstruktion: Die Unkslfiufige Fußspirale besitzt 5 Windungen, die sechste wird zur
Nadelrast zurüekgebogen und führt in den S-förmig geschwungenen Bügel über. Dieser mündet in die rechts gedrehte
Kopf&pirale ein, die zur Nadel ausläuft
Erhalten: Fußspirale, T ale des Bügels, 4 Windungen der Kopfspirale, Nadelspitze.
Maße: SpiralenDm. 2,8 cm, S t der Spirale 5 nun, DrahtSt 6 mm, Dm. der Kopfispirale 6 mm.
85.410 E i s e n m e s s e r (frag.) T at 15/7
Einen, stark verrostet - Fragmentiertes Klingenbruchstück, Griffteil fehlt. Die Form ist nicht mehr erkennbar. Im
Querschnitt wahrscheinlich langoval. - Gezeichnet wurde nur das größte, am besten erhabenste Fragment
Erhalten: Klingenfragmente.
Maße: L. 6,2 cm, B. 2,1 cm, M esserSt 3 -5 mm.
35.411 B r o n a e s p l r a l r ö l l c h e n (frag.) T at 15/3
Bronze, hell-grünlich patiniert - Enges, fragmentarisch erhaltenes Spiralröllchcn mit 7 Windungen. Der bandförmige
Bronzedraht ist an der Außenseite leicht dachförmig gebildet so daß ein dreieckig-halbkreisförmiger Querschnitt
entsteht - An der einen Abschrägung, mehr gegen die Mittelkante zu, 3 fein eingeritzte, annähernd parallele Linien als
Vemerungselement die aber abgesetet geführt sind, so daß der Eindruck eins: wirren Linienführung entsteht
Erhalten: 7 Windungen.
Maße: L. 2,6 cm, Dm. 9 mm, BandB. 3 nun, DrahtSt. 1-2 mm.
35.418 G l a s p e r l e n (zwölf Stück) T a l 15/6
Nach GALLUS (1934,11) lagen die Perlen gemeinsam mit Eiaennadeln (vgL Harfenfibel 35.409) im Kalenderbergzwil­
lingsgefäß 35.442.
Blaue Glasfritte mit gelben Einlagen. - Die blauen bis blauvioletten Glasperlen sind teilweise zu hellblauem,
durchscheinendem Glasfluß (4) geschmolzen. In vier Perlen ist Knochenklein eingeschmolzen. —Die gelben Zählagen
bilden 2 konzentrische Kreise, die dreimal umlaufend angeordnet sind.
Erhalten: 12 Perlen, die teilweise fragmentiert und gebrochen sind; alle Perlen sind geschmolzen (waren im Feuer).
Maße: erh. Dm. 5 x 3,4 cm (rek. Dm. 4,6 cm), DurchlochungsDm. 7 nun, H. 3,4 cm.
85.314 S p i n n w l r t e l (zwei Stück)

35.414/1 T al 18/7
Bräunlich schwarzer Ton, fein gemagert. - Turbanförmiger Spinnwirtel, eine Hälfte abgebrochen. Die Durchlochung
ist auf der Oberseite leicht wulstförmig überhöht - Die Unterseite ist am Rand mit senkrechten bis leicht schrägen
Rillen verziert
Maße: Dm. 2,9 cm, Dm. der Durchlochung 3 mm, H. 1,4 cm.

36.414/2 T at 18/5
Schwärzlichbrauner Ton. - Kleiner, turbanförmiger Spinnwirtel, dessen Rand zu einem Drittel ausgebrochen is t -
D ie Unterseite ist am Rand mit Rillen verziert wobei je 3 Rillen annähernd senkrecht laufen, gegen die sich schräg
wieder je 3 Rillen anlehnen, so daß ein Art Dreieck gebildet wird. Drei solcher Dreiecke sind erhalten, wahrscheinlich
waren es vier.
Maße: Dm. 2,2 cm, Dm. dar Durchlochung 3 mm, H. 1,1 cm.
35424 K e g e l h a l s g e f & ß (flgural verziert) Tat 16/1-2, T at 17, B eilage4
Schwarzer Ton. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, breit konisch aufsteigender Bauch, betonter Bauchumbruch
leitet zur stark gerundeten Schulter über, gut abgesetzter Hals-Scbulter-Umbruch, konisch zulaufender Hals, breit
ausladender, gegen innen schwach zweifach abgesetzter Mundsaum. - Mundsaum, Hals und Schulter tragen
eingeritzte bzw. eingestempelte Verzierungen. - Die Schulter ist mit einem umlaufenden, aber offen endenden
Zidkzackmuster verziert, das aus 3 parallelen, engen Rillen besteht. Die leeren Dreiecksflachen dazwischen sind teils
mit waagrecht angeordneten, eingestempelten Würfelaugenreihen, teils mit waagrecht übereinander angeordneten
Dreiecksreihen verziert Die Dreiecksreihen selbst bestehen abwechselnd aus 3 hängenden und 4 stehenden Dreiecken
als Basis, wobei die Dreiecke wieder schräg gestrichelt und die leeren Flächen dazwischen mit je einem Würfelauge
ausgefüllt sind. Wenn man vom Webstuhl, der in die Schulter hineinreicht, nach rechts gehend die Musterfolge angibt,
so folgen auf 3 mit Dreiecksreihen gefüllten Flächen, 4 solche mit 1 rfelaugen, dann 1 mit Dreiecken, wieder 2 mit
Wüifriaugen, 3 mit Dreiecken und zum Schluß kommen nochmals 4 mit Würfelaugen verzierte Flächen. Das
Zickzackmuster beginnt und endet somit beim Webstuhl, der auch verhindert, daß das Muster geschlossen werden
kann. - Den HalsBchulter-Umbruch betont eine umlaufende Würfeiaugenreihe. - Der Hals trägt die figurale
Verzierung: einen aus 4 senkrecht angeordneten, schräg S-gestrichelten Linienbändem bestehenden Webstuhl, wobei
die Enden durch je 2 übereinanderliegende Würfelaugen abgeschlossen werden. Den oberen Abschluß bildet ein mit
waagrechten und schrägen (S) Linien ausgefülltes Halbrund, von dem eine Linie schräg nach links oben führt, ln einem
mit waagrechten Linien ausgefüllten Oval endend. 3 zueinander parallele, waagrechte Linien ragen in Abständen über
die Webstuhlkanten hinaus, wobei die unterste winkelig abgesetzte Enden besitzt. Links vom Webstuhl steht die ihn
bedienende Figur mit seitlich dargestellten Armen, mit den Händen die eine Webstuhlkante berührend. Die nach
rechts gerichteten Beine reichen in die Schulter hinein. Das Gewand ist dreieckig, die gelängte Spitze als Hals, ein
Würfelauge als Kopf dargesteUt Den Hals begleiten beiderseits je 3 kleine Kreise, das Gewand läßt die Knie frei.
Rechts vom Webstuhl eine diesem zugewandte, Leier spielende Figur mit seitlich dargestellten Armen und nach links
gerichteten Beinen. Das Gewand ist schmal dreieckig, läßt die Knie frei, mit innengestrichelten, schrägen (Z)
Linienbändem ausgefüllt, eine zweite Linie ist parallel zum Saum geführt, an seiner Spitze setzt das Würfelauge als
Kopf an. Ein von dieser Ansatzstelle ausgehender schräger Strich könnte einen Bart (7) andeuten. Darnach folgt eine
frontal dargestellte Figur mit erhobenen Armen und nach links gerichteten Beinen. Das Gewand ist wieder dreieckig,
die Spitze abgesetzt als Hals, ein Würfelauge als Kopf dargestellt; das Gewand läßt die Knie erkennen. Ihr folgt
nochmals eine solche Figur. Hier wird der Hals anstatt von je 2 kleinen Kreisen, von 3 begleitet Der rechte Arm ist nur
bis zum Ellenbogen erhalten, die Hand fehlt daher. Die letzte Figur, die knapp hinter der webenden Figur anschließt,
ist beim Spinnen gezeigt Sie hält in der einen erhobenen Hand den hängenden Spinnrocken, die andere Hand ist nur
im Ansatz erhalten und fehlt Die Beine sind nach rechts gerichtet und reichen in die Schulter des Gefäßes hinein, Das

134
Gewand ist dreieckig, die gelängte Spitze als Hals, ein Würfelauge als Kopf dargestellt. Den Hals begleiten beiderseits
je 3 klone Kreisaugen; die Knie werden beim Gewand, wieder frei gelassen. Die Gewänder all dieser Figuren mit
Ausnahme des Leierspielers sind von einem schräg gestrichelten Linienband eingefaßt, welches außen noch von
Würfelaugen begleitet wird, während die Tnnenflfiehe mit Würfelaugenreihen bzw. mit schräg gestrichelten Rauten
'und Dreiecken (einmal) ausgefflllt ist. Die gelängte Dreiecksspitze aus einem ebensolchen Linienband stellt den Hals
dar. Die Arme und Beine aller Figuren bilden ebenfalls diese T^iniwibflnHw, während die Hände bzw. Finger in
Strichen auslaufen, - Gegen den Mundsaum zu schließt eine Würfelaugenreihe das Muster ab. - Mundsaum innon
durch ein breites, eingeritztes Linienband verziert, das durch gegenständig angeordnete, einseitige Haken- bzw.
Spiralenpaare ausgefüllt wird. Die Haken setzen schräg an der äußeren oder inneren Linie an und sind gegen die Mitte
zu gegeneinander gekrümmt; bis zur Krümmung sind sie mit schrägen (S), von der TJnfa ausgehenden Strichen
verziert Gegen das Innere zu bildet eine Würfelaugenreihe den Musterabschluß.
Erhalten: Die figurate Verzierung ist teils durch Gips ergänzt worden; zwischen spinnender Frau und Figur mit
erhobenen Armen ist die Fläche ergänzt, sonst ist fast alles Original erhalten. Ms. größtenteils auch mit Gips ergänzt
Maße: Stfl. 13,5 cm, Bdm. 56,8 cm, Mdm. 28 cm, H. 41,5 cm, W st 10 mm.
35.442 K a l e n d e r b e r g z w i l l i n g s g e f ä ß T at 25/1,25a/l
„Innen Perlen und Eisennaddn (letztere waren im Brand)“ (Zettel im Gefäß - zitiert nach GALLUS [1934,11/Tum. 27
- Geschirre: 35.442D. - VgL Harfenfibel 35.409 und Glasperlen 35.413.
Dunkelbraun bis schwärzlicher Ton, grobe Steinchenmagerung. - Besteht aus 2 bauchigen Töpfen, die an der Schulter
und durch einen breiten Bandhenkel miteinander verbunden sind. - Gut abgesetzte, kleine Standfläche, konisch
bauchiger Unterteil, kehliger Hals, schwach trichterförmig ausladender M iin d a a n m . - Schulter-Bauchverzierung in
Kalenderbergtechnik: schräg gekerbte Tonleisten bilden abwechselnd konzentrische Girlanden und Kreise, die jeweils
um einen Mittelpunkt gelagert sind. Gegen den Henkel bilden 2 Girlandenmuster den Abschluß der Verzierung. Das
Muster wird gegen den Hqj.s durch einer eng angeordnete, spitzkonische Warzenreihe abgeschlossen. - Der breite
Bandhenkel führt von knapp unterhalb d e r Warzemreiha hie knapp u n fe rh a lh d p a MnwHanum«. Er ist an beiden Seiten
leicht aufgewulstet und mit 3 gekerbten. Leisten verziert. Die Absatzstellen des Henkels am Gefäß sind schmal und
ausgeschnitten, die obere ist halbkreisfözmig, die untere annähernd gerade. - Die beiden Gefäße haben keine innere
Verbindung miteinander.
Maße: StfL 6,5 cm, Bdm. 16 cm, Mdm. 13 cm, H. 13,6 cm, HenkelB. 4,5 cm, W st 4—5 mm
35.449 S i t u l a Taf. 2D4
Bräunlicher Tan, Steinohen-<3itnmer-MBg^ ing. - Gut abgesetzte Standfläche, konisch bauchiger Unterteil, scharfer
Bauch-Schultier-Umbruch, steile, breite Schulter, die gegen den Hel« durch eine Art Hille abgesetzt erscheint, Hals nur
im Ansatz erhalten.
Erhalten: Stfl. bis Hnismumfa», Hals- undMs-Rand fehlen.
Maße: StfL 6,5 cm, Bdm. 17,4 cm, erb. H. 15 eso, W st 6 -7 mm.

35454 K a l e n & e r b e r g f d ß s c h a l e T at 26,26a


Rotbrauner Ton, Steinebenmagerung. - Breit konischer, innen gerundeter, hohler Fuß, ktmimh aufsteigender
Schalenkörper, innen gegen den Schalenboden gut abgesetzt, schwach ausladender, nach innen abgeschrägter
Mundsaum. - Innenseite in Katecderbergtechnik verziert: Mundsaum mit Zickzackbandmuster (2—3 Tonleisten
laufen parallel) und mit eingeritzten, innengestrichelten Dreiecken (schräg, konzentrisch oder waagrecht) verziert, Als
Aufsätze am Mundsaum wechseln einander ein nach mn«n schauender Halistattvogel mit gespreiztem Gefieder auf
konischem Fußteil stehend und ein kleines Fußachälchen mit köninnbam Fuß ab; insgesamt sind es je 5. Das
Vogelgefieder ist vierlappig gebildet; zwei Flügel, die je einmal gelappt sind. An die Mundsaumverzierung schließen
gegen innen 2 parallele, waagrecht umlaufende, spitze Knubbenreihen an. Den Abschluß bilden eine Reihe hängender,
konzentrischer (2) Halbkreise, die auch mehr spitzoval sein können und aus gekerbten (?) Leisten bestdien. Jeder
zweite .oder dritte dieser Halbkreise besitzt eine Knubbe in der Mitte seines äußeren Kreises.
Erhalten: Die FußBchate ist stark m it Gips ergänzt, doch sind Original bh& Gipssehf schwer zii unterscheiden. Die
Fußhöhe dürfte ungefähr der Originalhöhe entsprechen, leider ist der Rand mit Gips verschmiert.
Maße: Fdm. 17,2 cm, Mdm. 48,6 cm, H. 20 cm, Wst. 6—7 mm; Aufsätze: Schate - Fdm. 2 cm, Mdm. 2 cm, H. 1,8 cm,
Vogel - Fdm. 2 cm, H. 2,8 cm, Flügelspannweite 3,4 cm.
35.455 K a l e n d e r b e r g f a ß s c h a l e Taf. 27,27a
Dunkelbrauner Ton, Stemchenmagenmg. - Gut abgesetzte Standfläche, konisch aufsteigender Schalenkörper, innm
gegen den Schalenboden kaum abgesetzt, fast waagrecht ausladend« Mundsaum. - Mundsaumverzierung besteht aus
schräg gestrichelten Winkeln (Dreiecken), deren Spitzen gegen das Schateninnere weisen. Ungefähr nach je
5 Winkeln folgt abwechselnd ein auf konischem Fuß stehender, nach innen schauender Hailstattvogel und ein kirinop
Fußschälchen; insgesamt sind es je 3. Das Schateninnere ist knapp unterhalb des Mundaanma durch 2 parallele,
waagrecht umlaufende, gekerbte Topleisten verziert. Daran schließen hängende, aus gekerbten Tonleisten gebildete,
konzentrische (6-7) Dreiecke an; insgesamt 8 umlaufend. Den Abschluß des Musters bilden 3 parallele, waagrächt
umlaufende, gekerbte Tonteteten. - Im unteren Schalendrittel, in der Höhe der 3 vorhin beschriebenen Tonleisten,
steht ein MondldoL Seine Standrichtung ist ungefähr parallel zur Verbindungslinie zweier kleiner Fußschälchen. Das
Idol hat 4 Füße, aus Tonwülsten gebildet; 2 sind unverziert und glatt, sie haben den einen Hällstattvogel hinter sich am
Mundsaüm, die beiden anderen sind mit 2 gekerbten, senkrechten Tonleisten verziert (Schauseite), vor ihnen sind am
Mundsaum 2 Hallstattvögel und dazwischen ein Fußschälchen. Der Körper des Idols ist nur auf m iw Seite - der
Schauseite - mit gekerbten Tonleisten verziert, und zwar werden die Ränder von Knubben begleitet, während die
Körpermitte durch einen konzentrischen Halbkreis und. beiderseits davon durch senkrechte, parallele Tonteisteh
verziert wird, weisen die Hälse parallele, mit der Halslinie mitlaufende Leisten auf. Der Kopf bzw. das Maul ist
spitzkegelig geformt und dem Beschauer zugewandt; auf dem einen Hals ist es nur teilweise erhalten, auf dem anderen
fehlt es gänzlich. - Die Außenseite der Schate ist unveraiert, heaitzt aher ungefähr ln hnlhw VfandhöViP 4 gAggngtfnrTig
angeordnete, dreilappige (nur einer gut erhalten) Grifflappen. - Die MiindaanmypizteriiTig wurde zuerst ausgeführt,
erst nachher setzte man die Fußschälchen und Vögelchen auf, dom die Winkel laufen im Muster teils unter diese
Aufsätze hinein.
Erhalten: Schalenkörper, Fuß fehlt; der untere Teil der Standfläche ist aus Gips.
Maße: SchatenbodenDm. 11 cm,. Mdm. 40,5 cm,-erh. H. 11,2 cm, W st 6 mm; Aufsätze: Schate - Fdm. 2,4-2,6 cm,
Mdm. 3,6-4 cm, H. 2,1 cm, Vogel - Fdm. 2,6 cm, H. 3,2 cm; Mondidol L. 18,5 cm, B. 1,2-1,8 cm, erh. H. 14,2 cm.

135
35.471 H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 18/3,T at 109/5
Rötlicher Tön, im Kern schwarz, rotgefärbte Oberfl&che, Graphitierung und Rotbemalung, Sternchen Glimmer-
Magerung. - Delle als Standfläche, gerundeter Bauchteil, scharf abgesetzter Bauchumbruch, schwach konisch
zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Der Hals außen weist ein graphitiertes Zickzackmuster auf, das beim
Henkelansatz beginnt und auch dort endet Die freien Flächen dazwischen sind dreieckig rot bem alt Das Schalenin­
nere ist ebenfalls graphitiert. - Ein Meiner, zweifach kannelierter, graphitierter Bandhenkel führt vom Mundsaumrand
bis knapp oberhalb des Bauchumbruches. Der Mundsaum war beim Henkel vielleicht schwach eingezogen.
Erhalten: ungefähr die Hälfte der Schale mit dem Efenkelfragment
Maße: DellienDm. 1,5 cm, Bdm. 8,4 cm, Mdm. 7,5 cm, H. 4,4 cm, HenkelB. 1,8 cm, W st 3 mm.
'35473 b r i l l l n g s f u ß s c h a l e T at 18/1
Dunkelbrauner Ton, Steinchenmagerung. - Konischer, innen gerundeter, hohler Fuß, von dem 3 Tonstiele ausgehen,
die sich gegen die Schalen zu nach außen neigen. Jeder Stiel trägt eine flache, kalottenförmige, kleine Schale. Diese
Schalen sind an ihren Berührungsflächen in der Mitte durch Tonstege miteinander verbunden. - Der Fuß ist am Rand
durch eine eingeritzte, umlaufende, kreuzgestrichelte Dreiecksreihe verziert, die auf einer den Rand begleitenden Rille
aufsitzt. Oberhalb dieser Reihe sind waagrecht umlaufende Kanneluren (fl) angebracht, die sich auf den Tonstielen,
ungefähr bis zur Mitte derselben, fortsetzen.
Erhalten: Schalen teilweise durch Gips ergänzt
Maße: Fdm. 10 cm, Mdm. der Schalen 7,8 cm, 7,8 cm, 8 cm, H. 17 cm, Wst 6 mm.
35474 M o n d I d o l Taf. 35/2,25a/2
„Tumuli von Ödenburg Ergänzung von Fundstücken Prof. Bella’s“ (Inventar).
Rötlichbrauner bis schwärzlicher Ton, grobe Steinchenmagerung. - Das Idol besitzt 4 quaderförmige Füße, die an der
Standfläche etwas verbreitert sind. Der Körper selbst ist ungefähr prismatisch gebildet, mit abgerundeten Kanten. Von
ihm gehen nach beiden Seiten je 2 leicht S-förmig geschwungene Hälse mit nach oben gerichteten Köpfen weg. Die
Köpfe sind mit Verstrebestangen (Geweih?), die knapp hinter dem Hals am Rücken ansetzen und zum Kopf laufen,
gestützt - Das Idol weist eine Kalenderbergverzierung auf. Die Füße jeder Schauseite sind verschieden verziert,
während die Innenseiten unverziert sind; die einen weisen 5 senkrechte Warzenreihen, die anderen deren 4 auf, sie
reichen bis zum Körperansatz, der auch verziert ist. Auf der Seite, wo die Füße mit 5 Warzenreihen dekoriert sind, weist
der Körper um 2 Warzen am Rücken 3 konzentrische, hängende Halbkreise aus Warzenreihen auf, denen sich beidseits
Warzenreihen bis zum Wala hin anschließen. Die andere S äte ist mit 3 konzentrischen, langgezogen-halbkreisförmigen,
gekerbten Tonleisten verziert, wobei der innerste Halbkreis am Rücken durch 2 nebeneinander stehende Warzen
abgeschlossen wird. Der übrige Körper weist sonst auf beiden Seiten Warzen als Verzierung auf, während der Rücken
unverziert bleibt Wo sich der Hain dann au&ubiegen beginnt wird er „gewendelt“, d. h. die Verzierung besteht aus
gekerbten Tonleisten, die spiralig umzulaufen scheinen, aber an der Nackenseite unterbrochen sind, die glatt und
unverziert is t Die Köpfe sind im Verhältnis zum Körper klein, rundlich geformt mit schnabelartiger Vor rpartie.
Vom Hinterkopf führt eine im Querschnitt runde Tonstange schräg bis zum Halsansatz am Rücken. Sie ist mit 3 in
Abständen angeordneten, waagrecht umlaufenden Warzenreihen, jeweils aus 5 bis 6 Warzen bestehend, verziert.
Maße: L. 29,8 cm, B. Dcm, H. 21,8 cm.

35478 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.)Taf. 19/5


Braunschwarzer Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Sternchen-Glimmer-Magerung. - Gut abgesetzte Stand­
fläche, breit konisch aufsteigender Bauch, gerundete, schräg abfallende Schulter,. schwach gegen den konisch
zulaufenden Hain abgesetzt, breiter, stark ausladender, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum. - Hals und Schulter
tragen eine Ritzverzierung Schulter abwechselnd mit einem senkrecht angeordneten Dreiecksmuster, das aus
3 senkrechten Linien besteht, die die Basis für je 4 gegenständige, schräg gestrichelte Dreiecke bilden, und mit einem
Kammstrichmuster (8 T.inten) verziert. Das Kammstxichmuster besteht aus einem senkrechten Linienband, von dem
spiegelbildlich in Abständen 2 schräg gegen den Bauchumbruch führende Linienbänder wegziehen. Das Muster
wiederholt sich wahrscheinlich umlaufend je viermal. Eine-breite, seichte Kannelur betont den Hala-Schulter-
Umhruch. Daren schließen am Hals 11 waagrecht umlaufende Kammstrichlinlen an, sie bilden die Basis für ein
eingeritztes Dreiecksmuster. Es besteht wahrscheinlich aus Gruppen zu je 5 Dreiecken, wobei das mittime
konzentrisch, die anderem schräg gegenläufig gestrichelt sind. —Außenseite wahrscheinlich graphitiert gewesen, mit
Ausnahme nur der eingeritzten Musterflächen. Mundsaum innen Iris zur Kante graphitiert
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Hals-Schulter, Ms.
Maße: Stfl. 13 cm, HSdm. 34,5 cm, Mdm. 29,5 cm, rek. H. 51 cm, W st 8 mm.
35477 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T af.29/5
Hellbrauner, sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, schwarzer Überzug, Steinchen-Glimmer-Mage-
mng - Glut abgesetzte Standfläche, konisch aufsteigender Bauch, gerundete Schulter, schwach gegen den konisch
zulaufenden Hals abgesetzt, stark ausladender, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum. — Schulter und Hals sind
ritzverziert Schulter abwechselnd mit annähernd senkrechten Kannelurgruppen (7) und mit 2 ineinander gestellten
Kammstrichwinkeln (4 Linien) verziert. Das Muster wiederholt sich umlaufend wahrscheinlich sechsmal. Dm Hali
Schulter-Umbruch ist durch 2 parallele, breite, waagrecht umlaufende Kanneluren betont. Dm Hals trägt als Muster
ebenfalls 2 ineinander gestellte, stehende Winkeln, in Kammstrichtechnik (4 Linien) auageführt, die-sich umlaufend
sechsmal wiederholen. —Außenseite wahrscheinlich graphitiert gewesen, mit Ausnahme dm eingeritzten Musterflä­
chen; ebenso auch <WMiinrimmm innen hin zur Kante. —Die Standfläche und die aufeteigende Wand, soweit erhalten,
aaigan «inan schwarzen, mit dem „Pinsel" aufgetragenen Überzug (Pechanstrich), fein bis körnig in dm Konsistenz. —
Pechanstrich, siehe SAUTER (1967).
Brhniterv stfl. mit Bauchansatz, Schulter bis Ms.-Ansatz.
Maße: Stfl. 16,8 cm HSdm. 48 cm, Mdm. innen 18,5 cm, rek. H. 50 - 52 cm, W st 8 -8 mm.
35478 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.)T at 18/6
„Tumulus 27 Nordseite Ödenburg“ (Zettel. - Originalzettel zerstört). „Nordseite" (Inventar).
Dunkelbrauner, teils mit helleren rötlichbraunen Flecken versehener Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-
Magerung. —Gerundete, schräg abfallende Schulter, schwach gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, stark
ausladender Mundsaum. — Hals und Schulter tragen eine Ritzverzierung. Schulter weist wahrscheinlich eine

136
Metopenveraenmg auf) erhalten abwechselnd eine Kannelurgnippe (breite, seichte Kanneluren) und ein ebenfalls
senkrecht angeordnetes Dreiecksmuster, das aus 4 senkrechten Linien besteht, die die Basis für je 3 (3 sind erhalten)
gegenständige, schrflg gestrichelte Dreiecke bilden. Den Hals-Schulter-Umbruch betont wahrscheinlich mindestens
eine breite, seichte Kaimelur. Der anschließende Halsteil ist abwechselnd mit 3 schräg (Z) gestrichelten Dreiecken und
einem schachbrettartig angeordneten Dreieck tarn 3 kleinen bestehend) verziert.
Erhalten: Hals-Schulter, Ms.
Maße: HSdm. ca. 35 cm, HSdm. in Höhe der Dreiecksspitzen 28 cm, Mdm. 24 cm, rek. erh. H. 30 cm, Wst. 6 -7 mm.
55.478/2 S c h u l t e r f r a g m e n t von Kegelhalsgefäß
Grausandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Schulterbruchstück
eines Kegelhalsgefäßes. - Eingeritzte Muster, wahrscheinlich e in 1stehender oder hängender Winkel (oder ein
Dreieck), aus mindestens 3 parallelen Linien gebildet. - Oberfläche ist graphitiert
Maße: Wst.fl 5 mm.
35.498 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 54/3
Das Mundsaumfragment 35.575 a gehört zu dieser Henkelschale.
Sandfarbener Ton, teils schwärzliche Oberfläche, weiße Inkrustation, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gut
abgesetzte Standfläche, konischer Bauch, schwach gerundete Schulter, gut gegen den leicht konisch zulaufenden Hals
abgesetzt, Mundsaumrand. - Hals und Schulter sind Träger der Verzierung. Schulter abwechselnd mit senkrechten
Kannelurgruppen (7) und eingeritzten Dreiecksmustem verziert. Die Dreiecke bestehen teils aus 2 schräg gestrichel­
ten, in Reihen untereinander angeordneten, stehenden Dreiecken oder aus einem gegenständig angeordneten
Dreiecksmuster, wo die Basisflächen für die Dreiecke die senkrecht verlaufenden Kanndurkanten bilden. Den Hais;
Schulter-Umbruch betont eine aus 3 Reihen bestehende Einstichverzierung. Der Hals Ist unterhalb des Mundsaumran­
des mit einer eingeritzten, Z gestrichelten Dreiecksreihe verziert, dann folgt bis zum Umbruch eine unverzierte Zone. -
Breiter Bandhenkel, mit senkrechter Kannelur (7) verziert reicht vom Mundsaumrand bis zum Hals-Schulter-
Umbruch (bis zur letzten Einstichreihe), unterhalb dieses Ansatzes findet sich eine aus 4 Reihen bestehende
Einstichdekoration und ein eingeritztes Zickzackband (4 Linien), beidseits von Kannelurgruppen begrenzt. - Das
ganze eingeritzte Muster scheint ursprünglich weiß inkrustiert (Ca-Phosphat, wahrscheinlich Knochenasche) gewesen
zu sein; es sind aber nur mehr sehr spärliche Reste davon erhalten - siehe SAUTER u. ROSSMANTTH (1966,136,
Abb. 1-2/OhJekt A-C).
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Schulter bis Ms., Henkel.
Maße: StfL 8,5-9 cm, Bdm. 29,8 cm, Mdm. 22 cm, rek. H. 18 cm, HenkelB. 6 cm, Wst. 4 mm.
35.498/2 S t e i n f r a g m e n t (ein Stück)
Glimmerschiefer. - Abgeblättertes Bruchstück.

35*498/8 M u n ä s a u m f r a g m e n t (zwei Stück)


Schwarz» Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mundsaumrand, einer leicht ausladend mit Ansatz für Hals.
Maße: Wst. 5 mm; 6 mm.
35.498/4 S o h u l t e r f r a g m e n t (ein Stüok)
Sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schulter mittels senkrechter Kannelur
(6 erhalten) verziert, wahrscheinlich von einem Kegelhalsgefäß.
Maße: W st 7-8 mm.
35.498/5 W a n d f r a g m e n t (zwei Stück)
Grauschwarzer Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mit eingeritzten, schräg gestrichelten,
teils auch konzentrisch gestrichelten Dreiecken verziert - Wahrscheinlich war das Muster weiß inkrustiert gewesen.
Maße: W st 6 mm.
35.499 W a n d f r a g m e n t e v o n K e g e l h a l s g e f ü ß T at 18/1-2,Taf. 109/3-4
Bräunlicher Ton, rotgefärbte Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Die Bruchstücke sind m it parallelen Rillen
verziert Sie können senkrecht, wobei mindestens 3 schwarz graphitiert und die daran anschließenden rot bemalt
(mindestens 6) (?) bzw. 7 schwarz graphitiert sind, oder im Zickzackmuster, in Gruppen zu je 3, angeordnet sein. Die
Rillenkanten sind gegen den Bauchumbruch zu mit einem Graphitband abgeschlossen, das seitlich auch die
senkrechten Kannelurgruppen abgrenzt Die Rillen des Zickzackmusters weisen eine Graphitierung auf, während die
freien Dreiecksflächen dazwischen abwechselnd rot und schwarz bemalt sind. - Es finden sich auch 2 Durchlochun­
gen, eine nur fragmentarisch erhalten, in der Wand; sie stellen Flicklöcher dar.
Erhalten: Wandfragmente, wahrscheinlich von der Schulter; sie könnten von einem K egeltals gefäß stammen.
Maße: Bdm. 40-42 cm, W st 7 mm.
35.501 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.)T at21/5,T at 109/1
Bräunlichgrauer bis schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gut abgesetzte, innen mit einer umlaufen­
den Rille betonte Standfläche, breit konisch ansteigender, gegen die Standfläche mit einer Kehle abgesetzter Bauch,
flach gewölbte Schulter, schwach gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, stark ausladender Mundsaum. -
Hals und Schulter wiesen ursprünglich ein rot bemaltes Muster auf. Auf der Schulter bis zum Bauchumbruch sind
Spuren roter Bemalung nachzuweisen, ein Muster ist aber nicht mehr erkennbar. Eine seichte Rille betont den Hals-
Schulter-Umbruch. Die Mundsaumkehle weist ein waagrecht umlaufendes, rotes Linienband auf, von dem rot bemalte
Dreiecke als Halsverzierung herabhängen; das Muster ist wahrscheinlich umlaufend angeordnet (2 Dreiecke erhalt»)).
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Hals-Schult», Ms.
Maße: Stfl. 11,5 cm, Bdm. 46-50 cm, HSdm. 38-42 cm, Mdm. innen 24 cm, rek. H. 37 cm, W st 6 -7 mm.
3A506 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ü ß (frag.)Tat 20/1
Dunkelbrfiunl ieher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung, vielleicht auch Kalkmagerung, da die Oberfläche sehr porös
ist - Gut abgesetzte Standfläche, Boden verdickt Ansatz für konisch aufsteigenden Bauch, flach gewölbte Schult»,

137
fast ohne Absatz in den konisch zulaufendeh Hals übergehend, stark ausladender M undsauin.- Schulter zeigt eine
tiefeingerissene Ritz(Furchen)-Verzierung und ist mit mehr oder weniger senkrechten Linien verziert, die sich
wahrscheinlich zu Dreiecken ergänzen lassen. Das Muster ist nicht mehr rekonstruierbar, wahrscheinlich waren es
hängende Dreiecke mit schrägen Strichgruppen dazwischen.
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Hals-Schulter, Ms.
Maße: Stfl. 11 cm, Bdm. ca. 36-37 cm, HSHm. ca. 30 cm, Mdm. innen 16-18 cm, rek. H. 3B cm, W st 5 -6 mm.
35508/2 B o d e n f r a g m e n t T af.26/4
Hellgrauer Ton, dunkelgraue Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Standfläche nicht abgesetzt, in den Bauch
übergehend, Boden gegen Mitte verdickt
Maße: Stfl. ca. 10 cm, erh. H. 1,6 cm, W st 4 -5 mm, Bodenst. 8 -9 mm.
35506/3 W a n d f r a g m e n t
Schwarzer Ton, Stelnchen-Glimm«-Magerung. —Mittels eines eingeritzten, stehenden, Z gestrichelten Dreieckes und
einer senkrechten Linie, an die das Dreieck anschließt, verziert. —Wahrscheinlich Schulterfragment eines Kegelhals-
gef&Bes, da oberhalb des Musters eine selchte Kannelur erkennbar ist (Hals-Schulter-Umbruch).
Maße: Wst. 5 -6 min.
35.506/4 M u n d s a u m f r a g m e n t
Schwarzer Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mundsaumrand verdickt sich gegen den Hals zu.
Maße: W st 5/6-8 mm.
36.500/5 B o d e n f r a g m e n t
Schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Nur ein Teil der Bodenplatte «halten, ohne aufstelgende Wand.
Maße: W st 7 -8 mm.
35507 B o d e n f r a g m e n t T a t21/6
Graubrauner, teils schwärzlicher Ton, hell-braune Oberfläche, gröbere Stemchen-Glimmer-Magerung. — Gut abge­
setzte, schwach nach innen aufgewölbte Standfläche, breit konisch auftteigender Bauchansatz.
Maße: Stfl. 12 cm, erh. H. 1,6 cm, W st 6 -7 m m
35512 S c h a l e (frag.)T at20/2
Höflich-brauner Ton, im Kern schwarz, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Omphalos als Standfläche, bauchiger
Unterteil, schw ach« Bauchumbruch, schwach eingezogener Mundsaum.
Erhalten: stfl. mit Bauchansatz, Ms. mit Bauchumbruch.
Maße: QmphalosDm. 4 5 cm, Mdm. 19,2 cm, rek. H. 7,7 cm, W st 4 mm.
35.512/2 W a n d f r a g m e n t
Bräunlich« Ton, gröbere Steindien-Gllmmer-Magerung. - Wandfragment mit leichtem Umbruch. - Vielleicht zu
ein « Schale gehörig; vielleicht zu 35.512/1.
Maße: W st 5 mm.
35.513 M u n d s a u m - H a l s - F r a g m e n t e

35513/1 Taf. 22/5


Rötlich«, im Kern grauschwarzer Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. i- Konisch zulaufend« Hals, klein«,.stark
ausladend« Mundsaum.
Maße: Mdm. 8,5-9 cm, « h . H. 5,4 cm, Wst 4 -5 m m
35513/2 T at 22/1, T at 109/2
Graubräunlicher Ton, rote Bemalung, feine Steinchenmagerung. - Kehlig ausladend« Hals mit etwas wulstig nach
außen verdicktem Mundsaumrand. —Am Hals Spuren e in « roten- Bemalung «kennbar; Muster läßt sich a b « nicht
mehr rekonstruieren. Nach mikroskopischem Befund wahrscheinlich ein Art Zickzackmuster mit Mäanderhaken.
Maße: Mdm. ca. 22 cm, erh. H. 5 cm, Wst. 4 -5 mm.
35513/3
Bräunlich« Ton, Stemchen-Gliinmer-Magerung. — Kehlig ausladend« Mundsaum, in einen mehr oder w enig«
konisch gebildeten Wala übergehend.
Maße: Mdm. ca. 12 cm, W st 3/4 mm.

35517 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t ö p f e (frag.)

35517/1 T at 23/4
Rrfiiiniiphgr Ton, grobe Steinchen-G]imm«-Magerung. - Kleine, gut abgesetzte, gegen die Mitte verdickte Standfläche,
lrnninch bauchiger Unterteil, schwach k eh lig« H als,leicht ausladend« Mundsaum. - Gefäß in Kalenderbergtechnik
und mit Rillung verziert. Verzierung beginnt bereits knapp ob«halb des Bodens mit klonen, flachen, die Bodenkante
begleitenden Dellen, dann folgen 2 waagrecht umlaufende Rillen und ein eingerilltes, stehendes Girlandenmust«. Auf
«Tu unverzierte Zone felgt eine plastische Verzierung aus flüchtig schräg gekerbten Tonleisten, die zu hängenden,
lmnggnteigchcn Kreisen (2) bzw. Halbkreisen (4) um eine Mittelwarze angeordnet sind und aus Warzen, die anscheinend
lim äußersten der konzentrischen Halbkreise begleiten. Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine eng angeordnete
Warzenreihe. Der »nacKite Ben^s -Halsteil is t'durch 2 waagrecht umlaufende Rillen hervorgehoben, sonst ata«
unverziert. — b reit« Bandhenkel, durch .5 selchte L&ngskanneluren verziert, führt von knapp unterhalb der

138
Warzenreihe bis zum Mundsaum. - Der Mundsaumrand ist schräg (S) gekerbt, der Mundsaum gegen innen schwach
gekantet, ebenso ist der Hals abgesetzt
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Bauch bis Ms.
Made: Stfl. 7 cm, HSdm 17-18 cm, Mdm. 14-15 cm, rek. H. 14,7 cm, HenkelB. 3,5 cm, W st 4 -6 mm.
35417/2 T at 23«
Bräunlicher Ton, s tjmpbpn-riiinnmer-Miiggnmg. - Kleine, kaum abgesetzte Standfläche, breit konisch aufsteigender
Bauchansatz, leicht kehliger Hals, nur im Ansatz erhalten. - Bauchteil gleich knapp oberhalb des Bodens mit Warzen
verziert, die wahrscheinlich auch irgendwie kreisförmig angeordnet waren. Den Hals-Schulter-Umbruch betont ein
pinntiiwW Absatz, der schräg (Z) gekerbt ist, wobei die Kerben von Warzen unterbrochen werden. - Das Gefäß dürfte
ähnlich wie 35.517/1 ausgesehen haben, nur war es noch bauchiger.
Erhalten: Stfl. m it Bauchansatz, Hals-Schulter-Umbruch mit Halsansatz.
Maße: Stfl. ca. 3 —4 cm, HSdm. innm ca. 14-20 cm, rek. H. 14,4/15,4 cm, Wst. 5 mm.
35418 K a l e n d e r b e r g z w t l l l n g s g e f A B (frag.)T at22/7
UrfintiUpiuphwfiTTliphpr Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, schwach abgesetzte Standfläche, konisch
hniiehigw Unterteil, schwach konisch zulaufender Hals, ausladender,, gegen innen zu abgesetzter Mundsaum. - Dar
Bauch-Schulter-Teü weist eine aus Kreisen (1) bzw. Halbkreisen (2) bestehende Verzierung auf, aus gekerbten
Tonleisten gebildet, die sich wahrscheinlich umlaufend viam al wiederholt Die Flächen dazwischen werden von
Warzen aiMggftfflt. Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine umlaufende Warzenreihe. - Ein breiter Bandhenkel, an
beiden Seiten leicht aufgewulstet, mit 3 Tonleisten verziert, verbindet beide Gefäße miteinander; nur fragmentarisch
erhalten. - Das Gefäß entspricht im T^p 35.442 (Tat 25/1).
Erhaltene Stfl. mit Bauchansatz, Bauch bis Ms.
Maße: Stfl. 5,5 - 6 cm, Bdm. ca. 13,5 cm, Mdm. innen 8-10 cm, rek. H. 12,8 cm, Wst 6 -7 nun.
35.518/2 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f (Fragment)Taf. 23/1
HftiiVwminar, ockerfarbener Ton, Sternchen-Glimmer-Magerung. - Konisch bauchiger Unterteil mit leicht kehligem,
gegen innen abgesetztem Hals und schwach ausladendem, abgeschrägtem Mündsaum. - Bauch durch waagrecht
iimiimfcniia näihen von Art Fmgemageleindrücken (2 Reihen erhalten) verziert; Mundsaumrand schräg (Z) gekerbt
Erhalten: Bauch, Hals, Ms.
Maße: HSdm. innen ca. 18 cm, erh. H. 6,3 cm, Wst. 6 -7 mm.
i
35.518/3—5 M n n d s a n m f r a g m e n t e

35418/6-9 W a n d f r a g m e n t e

35439 F u ß s c h a l e n (frag.)
. „Tum. 27 Niedliche Fußschale aus der Mitte (9)" (Zettel).
35439/1 T at 23/3
Rötlichbrauner Ton, schwarze Innenseite, Graphitierung, weiße Inkrustation, Sternchen-Glimmer-Magerung. -
Konischer, gegen innen {(lockenförmig abschließender, hohler Fuß, flache, konische Schale mit eingezogenem, an der
Außenseite zweifach gekantetem Mundsaum. - Fuß abwechselnd mit einer Würfelaugenreihe und mit .2 umlaufenden,
waagrechten Kanneluxen verziert Die Verzierung beginnt unterhalb des Schalenbodens mit einer Würfelaugenreihe,
die sich insgesamt dreimal wiederholt und auch mit dieser am Fußrand endet Die Mundsaumverzierung der Schale
besteht aus 3 gegenständig angeordneten, schräg gestrichelten (S) Dreiecken, die an beiden Seiten von je einem
schrägen (S), kreuz gestrichelten Linienband eingefaßt werden, daran schließen sich 3 Würfelaugen ii( stehender
Dreiecksform an. Dann Wiederholung des Musters, ob allerdings in der hier angegebenen Reihenfolge, ist ungewiß, es
steht nur fest, daß sich das Muster aus diesen Elementen zusammensetzt Die Verzierung wird an der Schalenunter­
seite durch eine umlaufende Würfelaugenreihe abgeschlossen. - Das Muster ist eingestempelt und eingeritzt und war
wahrscheinlich weiß inkrustiert (Ca-Phosphat, wahrscheinlich Knochenasche) - siehe SAUTER u. ROSSMAN ITH
(1966,136 f., Abb. 3/Objekt D -E ). - Das Schaleninnere weist noch Reste einer Graphitierung auf.
Erhalten: Fuß bis Schalenboden, Ms.
Maße: Fdm. 0,8 cm, Mdm. 19 cm, rek. H. 11,2 cm, W st 4 mm.
35489/2 T at 21/2
Rötlichbrauner Ton, schwarze Innenseite, Graphitierung, weiße Inkrustation, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Form
dem vorigen Gefäße 35.5301/1 ähnlich, nur dürfte dieses wahrscheinlich etwas größer gewesen sein. - Fuß- und
Mundsaumverzierung ist mit der vorhin beschriebenen ident - Schaleninnenseite graphiüert - Das Muster war
wahrscheinlich weiß inkrustiert, vgl. 35.530/1.
Erhalten: Fuß bis Schalenboden', Ms.
Maße: Fdm. 10,7 cm,Mdm. 10 cm, rek. H. 12,2 cm, W st 4 mm.
35439/3 W a n d fr a g m e n t T at 21/1
Brauner, rötlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Die Verzierung besteht aus 2 ein geritzten Unien, die
beiderseits von eingestochenen Punktdellen begleitet werden. Das Muster ist in der Senkrechten und dann schräg
dazu angeordnet.
Maße: W st 5 -6 mm.
35440 F a ß s c h a l e (frag.)Tat 24/1
Bräunlicher bis rötlichbrauner Ton, weiße Inkrustation, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Steil konischer, hohler,
gegen innen abgesetzter Fuß, konische Schale mit schwach eingezogenem Mundsaum. - Fuß viermal rahmenartig
durchbrochen, die Wandteile dazwischen sind mit ejngeritzten, stehenden, schräg (Z) gestrichelten Dreiecken verziert.
Die Verzierung beginnt unterhalb des Schalenbodens mit 4, den 4 Wandpfeilern entsprechenden Dreiecken, deren
Basisenden die Ansatzpunkte für die Dreiecksspitzen der nächsten, aus je 2 Dreiecken bestehenden Zone bilden. Die

139
dritte und vierte Reibe bestehen aus je 3 solchen Dreiecken. Die vierte Zone schließt mit der Durchbruchskante ab, so
daß bis zum Fußrand eine unverzierte Zone verbleibt. Der Mundsaum selbst ist ebenfalls mit einer Reihe solcher
Dreiecke verziert - Die eingeritzte Verzierung war wahrscheinlich ursprünglich weiß Inkrustiert (Ca-Phosphat,
wahrscheinlich Knochenasche) gewesen - siehe SAUTER u. ROSSMANTTH (1966,138, Abb. 4/Ohjekt F-G ).
Frhnl+gTv Fuß bis Schalenboden, Ms.
Maße: Fdm. 11 cm, Mdm. 14,7 cm, rek. H. 14,4 cm, Wst 4 -6 mm.
35446/2 S c h u l t e r f r a g m e n t
Bräunlich, hellsandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schulter mit Bauchumbruch. - Ritzverzierung,
reicht nur bis zum Umbruch: ein hängendes, konzentrisch gestricheltes Dreieck oder die Spitze eines Zickzackmu­
sters, das aus 4 parallelen Linien besteht.
Maße: W st 5 nun.
35.542 F u ß s c h a l e (Eng.) T at 24/2
Dunkel- bis rfltlichbrauner Ton, weiße Inkrustation, SteLnchen-Glimmer-Magerung. - Stell konisch»1, hohler, kantig
gegen innen abgesetzter Fuß, konische Schale mit eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum mit eingeritzten,
stehenden, schräg (Z) gestrichelten Dreiecken verziert Die FußVerzierung besteht ebenfalls aus solchen Dreiecken
und aus 4 rabmenartigen Durchbrechungen. Die erste Zone der DreiecksVerzierung besteht aus 4, den Wandpfeilem
entsprechenden Dreiecken, die knapp unterhalb des Schalenbodens eingeritzt sind. An den Basisenden dieser
Dreiecke setzen die Dreiecksspitzen der nächsten Reihe, die aus je 2 Dreiecken besteht, an. Die dritte Zone besteht
aus 3, die vierte aus 4 Dreiecken aufjedem Wandpfeiler; sie schließt mit der Durchbruchskante ab. Der Fuß bleibt dann
bis zum Rand unverziert - Die Verzierung war "wahrscheinlich weiß Inkrustiert gewesen, vgL 35.540. - Diese
Fußschale entspricht ganz 35.540.
Erhalten: Fuß bis Schalenboden, Ms.
Maße: Fdm. 12,2 cm, Mdm. 14,7 cm, rek. H. 15,2 cm, W st 4 -5 mm.
35.542/2 W a n d f r a g m e n t
Schwärzlich grauer Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mit eingeritzten Linien verziert, die
wahrscheinlich 2 innen gestrichelte Dreiecke (Z und S) darstelien, deren Spitzen fehlen. - Wandfragment, wahrschein­
lich von einem Kegelhalsgefäß.
Maße: W st 7 mm.
35.548 S c h a l e (frag.)Tat 18/4
i Grauer, poröser, leichter, ausgeglühter Ton (Feuereinwirkung), Steinchenmagerung. - Gut abgesetzte Standfläche,
Rach konisch» Unterteil, scharfer Bauchumbruch, mehr oder w enig» zylindrisch» Hals, Mundsaumrand. - Schale
muß im Feuer gelegen sein, da der Ton sehr porös und leicht ist; Beigabe am Scheiterhaufen.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Ms. mit Bauchumbruch.
Maße: StR. 6 cm, Mdm. 16-18 cm, rek. H. 6 cm, Wst. 7 mm (durch das Feuer bedingt).

35445 F a ß s c h a l e (frag.) T at 19/4, T at 113/1


Im Inventar als Schale inventarisiert, doch gehört das Fußfragment 35.576 a /2 hierher.
Dunkelbraun», schwärzlicher Ton, schwarz» Überzug, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - K onisch», hohl»,
gegen iryim glockenförmig abgeschlossener Fuß, nur im Ansatz »halten, konisch weitmündige Schale mit schwach
eingezogenem Munrfaanm und kleinem, gegen innen kaum abgesetztem Boden. - Mundsäum abwechselnd mit
stehenden, eingeritzten, sdbräg (Z) gestrichelten Dreiecken und eingestempelten, schrägen (S) Reihen von S-Spiralen
verziert. - Reste bzw, ein m «Jtiw Fleck von einem schwarzen, verschmolzenen „Überzug“ (Pech) - siehe SAUTER
(1967).
Erhalten: Fußfragment mit Schalenboden, Ms. —Fußfragment trug die Inv. Nr. 35.576 a /2.
Maße: FußansatzDm. außen 3,6 cm, SchalenbodenDm. 2,2 cm, Bdm. Innen 16 cm, Mdm. 16 cm, rek. » h . H. 7,3 cm,
W st 4 mm.
S5A46 S c h a l e n (frag.)

85.546/1 T at 22/6
Bräunlich» bis rotbraun» Ton, Stelnchen-Gliirun»-Magerung. - Flach konische Schale mit konisch eingezogenem
Mundsaum und scharfem Bauchumbrach. - Mundsaum durch eine enge, schräge (S) Kannelur verziert
Erhalten: Ms. mit Bauchumbruch.
Maße: Mdm. 16 cm, » h . H. 5,1 cm, W st 3 -4 mm.
35446/2 T at 22/4
ThmimiKramiiipligr Ton, Graphitierung, Steinchenmagerung. - Flach konische Schale m it Ungezogenem Mundsaum.
- MimdBmiTn schräg (S) kanneliert - - Schale war innen und außen graphitiert gewesen; Reste davon »halten.
Erhalten: Ms. mit Bauchumbrach.
Maße: Mdm. 16 cm, » h . H. 3,2 cm, W st 4 -5 mm.
85446/3 W a n d f r a g m e n t
Dunkel-bräunlich» Ton, Graphitierung, Steinchemnagerung. - Mit ein » konzentrischen, wahrscheinlich kreisförmig
angeordneten Kaimelur verziert; mindestens 3 Kanneluren bilden das Muster. - Innenseite graphitiert, auf der
Außenseite Spuren davon »kennbar.
Maße: W st 3 -4 nun.
85448 S c h a l e (frag.)T at 29/3
H ell», rötlichbrauner Ton, im Kern dunkel, Stein chen-Glimmer-Magerung. - Steil konische Schale mit eingezogenem
Mundsamn, der sehr schwach vom Bauch abgesetzt is t

140
Erhalten: Bauch bis Ms.
Maße: Mdm. 14,B cm, erh. H. 6,3 cm, Wst 4 mm.
35JS49 S c h a l e (frag.) Taf. 22/2-3, Tat 113/2
Brauner Ton, Graphitierung, Stednchen-Glimmer-Magerung. - Steil konische Schale m it stark eingezogenem
Mundsaum. - Mundsaum durch schräge (S) Kannelur verziert, wobei jede dritte Kannelur ein wellenförmig
eingestempeltes Muster aufweißt; umlaufend sind es wahrscheinlich insgesamt 20 wellenförmig verzierte Karmeluren
(6 erhalten). - Innenseite und Außenseite vom Mundsaum bis zum Bauchumbruch graphitiert
Erhalten: Ms. mit Bauchumbruch.
Maße: Mdm. 15 cm, erh. EL 3,7 cm, W st 5 mm.
35.550 F u ß s c h a l e (frag.) Taf. 19/3
Im Inventar als Schale angeführt, doch gehört das Fußfragment 35.576 a/1 hierher.
Dunkelbrauner Ton, Steinchenmagerung. - Konischer, hohler, gegen innen leicht kantig abgesetzter Fuß, nur im
Ansatz erhalten, steilkonlscbe Schale mit eingezogenem Mundsaum - Mundsaum außen dreifach gekantet Unter der
dritten Kante am Umbruch gegenständig 4 Warzen angeordnet (3 erhalten).
Erhalten: Fußfragment bis Ms. - Fußfragment trug die Inv. Nr. 35.578 a fl.
Maße: FußansatzDm. 2,8 cm, SchalenbodenDm. 1,5 cm, Mdm. 12,2 cm, erh. H. 5,8 cm, W st 4 mm.
3IL565 H e n k e l s c h a l e (frag.) Taf. 18/2
Weiter, bräunlicher Ton, Innenseite glänzend schwarz, Glimmennagerung. - Delle als Standfläche, schwach bauchiger
Unterteil, scharfer Bauchumbruch, schwach konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Bauchumbruch durah
Tonknöpfe verziert, wahrscheinlich waren es umlaufend 18 (12 erhalten). Wo der Henkel ansetztj setzt die Tonknopfver-
zlerung aus. - Ein mit 3 Längskannes uren verzierter Bandhenkel reicht vom Bauchumbruch bis zum Mundsaumrand,
ist nur im Ansatz erhalten. - Schale innen glänzend schwarz, greift auch unregelmäßig über den Mundsaumrand auf
die Außenseite über.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand, ungefähr Dreiviertel der Schale mit Henkelansatz.
Maße: Dellendm. 1,6 cm, Bdm. 10,7 cm, Mdm. 10 cm, H. 4,2 cm, HenkelB. 1,8 cm, W st 3 mm.
35.565/2-3 M u n d s a u m f r a g m e n t e

S5J65/4 W a n d f r a g m e n t e (zwei Stück)

35.566 P r o f i l i e r t e s H e n k e l ; i h ä l e h e n (frag.)T af.23/5


Schwärzlicher Ton, Steinchen-Gllmmer-Magerung. - Kleine, bauchige Schale m it ebener Standfläche, kehligem Hals
und Mundsaumrand. - Bauch-Schulter-Tdl bis zur Standfläche annähernd senkrecht kanneliert. - Ein kleiner,
weitlichtiger, m it 2 Längskanneluren verzierter Bandbenkel führt von knapp Unterhalb des Halsansatzes bis zum
Mundsaumrand. - Mundsaumrand ist beim Henkelansatz vielleicht schwach eingezogen gewesen.
Erhalten: StfL mit Beuchansatz, Bauch bis Ms.-Rand, Henkel.
Maße: StfL ca. 2 -3 cm, Bdm. 6 cm, Mdm. 5 cm, rak. H. 3,8 cm, HenkelB. 1,5 cm, W st 4 nun.
M S P r o f i l i e r t e s H e n k e l a c h f t l o h e n (frag.)T af.23/3
Bräunlich-schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Eine kleine Delle betont die Standfläche, konisch
bauchiger Unterteil, gegen den leicht kehlig ausladenden Hals schwach abgesetzt, Mundsaumrand. - Baueh-Schulter-
Teil m it schräger s senkrechter Kannelur verziert - Ein kleiner Bandhenkel, nur im Ansatz knapp unterhalb des
I -Schulte U braches erhalten, führt vom Umbruch bis zum Mundsaumrand. - Mundsaum beim Henkel
vielleicht schwach eingezogen gewesen.
Erhalten: StfL, Bauch bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: DellenDm. 1,5 cm, Bdm. 6,8 cm, Mdm. 6,4 cm, rek. H. 3,8 cm, HenkelB. 1,6 cm, Wst 2 -3 mm.
35.573a F a ß f r a g m e n t T at 23/2
Schwärzlich-brauner Ton, schwarze Innenseite, teils grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Hohler, fegen innen
glockenförmig abgeschlossener, stark profilierter, breit konisch gegen den Rand ausladender Fuß, wobei eine plastisch
von innen herausgedidekte Tonrippe den Fuß gliedert, die gegen inneu kantig abgesetzt erscheint
Maße: Fdm. 8,1 cm, erh. H. 5 cm, Wst, 3 -7 mm.
35.575a M u n d s a u m f r a g m e n t
siehe 35.488.
3&576a F u ß f r a g m e n t e (zweiStück)
35Jf76 a/1
siehe 35.550.
36.576 a /2
siehe 35.545.
ohne Nummer K n o c h e n k l e i n
„Tum. 27 Eisenreste bei 2. Ossarium“ (Zettel).
F.in Individuum, spätjuvenil-frühadult, weiblich —siehe JUNGWIRTH (1966).
ohne Nummer H o l z k o h l e
Fichten-Lärchen-Typ, - Tannenholz: Tanne, Fichte oder Lärche, aber keine Kiefer,
ohne Nummer G e f ä ß f r a g m e n t e

141
Tumulus 28
Literatur: R. HOERNES (1891, [72]), vgl. auch GALLUS (1934, 7 ff.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - südlich.
Größe: H. niedrig, etwa 1 m.
Zuordnung: zweite Gruppe wahrscheinlich (liegt im Grenzbereich zwischen erster und zweiter
Gruppe - vgL Abb. 11).
Datum der Ausgrabung: Beginn am 22. VII. 1891,23. VII.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: eine flache Grube wurde vor Aufschüttung des Tumulus ausgehoben (vgl. MAG [77]);
doch liegt hier eine Verwechslung m it Tum. 27 vor, denn bei der Beschreibung des Tum. 28
selbst wird keine Grube erwähnt, wohl aber bei Tum. 27, wo auch eine Skizze davon vorliegt.
Funde: ftgural verziertes Kegelhalsgefäß mit hohem Fuß, auch die anderen Gefäße waren recht
schön.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr., 80.458-80.463.
Bemerkungen: das Gefäß 35.438 war Leichenbrandbehälter und stand im östlichen Teil des
Tumulus; es enthielt auch eine Eisenperle (35.438 a). Im figural verzierten Kegelhalsgefäß
(35.423) lag eine kleine Schale (35.553).
Verwechslung des Tum. 28 m it Tum. 27: nicht nur in bezug auf die Grube, sondern auch bei den
Gefäßen - „der im Tum. 28 gefundene Doppelmond, sowie die Schale m it Vögelchen. . (vgL
MAG [78]). - Diese Gefäße gehören aber eindeutig zu Tum. 27 und sind auch dort erwähnt und
abgebildet (MAG [73] ff.), daher beruht die Angabe einer Grube im Tum. 28 ebenfalls auf einer
Verwechslung.

35423 K e g e l h a l s g e f ä ß m i t F u ß (figural v erziert)T a l28,29,B eilag«5


„... große Urne mit Zeichnungen am Hals und mit Fuß. .. , mit Schälchen darin, GefBß schwarz, graphitiert. . (Brief
BELLAS vom 23. Vn. 1891).
Innenliegend eine kleine Schale mit Omphalos und Eingezogenem Mundsaum 35.583.
Dunkel-bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stelnchenmagerung. - Konischer, hohler, Innen
gerundeter Standfliß, breit konisch aufsteigender Bauch, gerundete Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals
abgesetzt, ausladender, gegen innen abgesetzter Mundsaum. - Spuren von Oberflächengraphitierung auf Hals und
Schulter. Schulter und anschließender Hals sind ritz verziert. - Metopeuartig gegliederte Schulterverzierung: es
wechseln senkrechte Kapnelurgruppen (8-10 Kanneluren) mit geometrischen bzw. figuralen Mustern ab. Die figuralen
Muster bestehen aus zwei einander gegenüberstehenden, im Profil gezeichneten Figuren, die einmal im Glockenrock,
sonst aber in einem hosenartigen Gewand dargestellt sind. Die Haare sind als wirre Striche angedeutet. Die Figuren
greifen mit der einen Hand gegen das Gesicht des Partners. Gegen den Hals zu ist das Muster mit 2 umlaufenden
Kanneluren abgeschlossen. Der anschließende Halsteil trägt figurale Verzierung und zwar einen vierrädrigen Wagen
mit 2 ins Joch gespannten Zugtieren, auf dem eine anscheinend mit Glockenrock bekleidete Figur als Lenker steht und
dem eine andere nackte, männliche (?) nachfolgt Nach rechts schließt daran ein Reiter mit Lanze auf einem Pferd an.
Vor ihm sind 3 T im in einer Reihe übereinander dargestellt denen noch ein Tier vorangestellt ist Dann kommen
2 Tiere mit Gehörn bzw. Geweih, vor denen sich nochmals 3 Tiere befinden. Es folgen dann 2 Figuren mit Glockenrock,
wobei die eine in Frontalansicht und die dem Wagen nähere im Profil dargestellt is t Zwischen Urnen spielen 2 einender
zugewandte Figuren mit hosenartigem Gewand auf einem Saiteninstrument Gegen den Mjmdsaum zu schließen
3 waagrecht umlaufende Kanneluren die Darstellungen ab. Der Mundsaumrand Ist abwechselnd schräg S und Z
gekerbt. - Die geometrischen Muster auf der Schulter, nach rechts folgend auf die Figurenpaare, bestehen aus
2 senkrecht angeordneten, schräg gestrichelten Dreiecksleihen ( 5 - 6 Dreiecke in einer Reihe), die in ihrer Mitte ein
senkrecht angeordnetes, konzentrisch gestricheltes Rhombemnuster (3 Rhomben) aufweisen, dessen Anfeng und
Ende je ein schräg gestricheltes Dreieck bildet bzw. aus wahrscheinlich 5 waagrecht angeordneten Reihen von
stehenden, schräg (S) gestrichelten Dreiecken (4 Reihen erhalten), wobei die erste Reihe aus 3, die zweite aus 4 und die
dritte aus 5 Dreiecken besteht (vierte Reihe nur fragmentarisch erhalten) bzw. aus je 2 gegenständig senkrecht
angeordneten, schräg (S) gestrichelten Dreiecken. Nach diesen geometrischen Mustern folgen die figuralen Darstellun­
gen: zuerst die Figuren mit hosenartigem Gewand, die zweimal hintereinander dargestellt sind, dann jene mit dem
Glockenrock (bei der rechten Figur nur fragmentarisch erhalten) und zuletzt wieder solche mit einem hosenartigen
Gewand. - Spuren von Oberflächengraphitierung.
Erhalten: Fuß ist stark mit Gips ergänzt, doch dürfte Beine Höhe mit der ursprünglichen übereinstimmen.
Maße: Fdm. 22 cm, FH. 8 cm, Bdm. 63,2 cm, Mdm. 29 cm, H. 55,5 cm, Wst. 10-12 mm.
35425 K e g e l h a l s g e f ä ß Taf. 30/4,T at 31,Taf. 114/1
„Tumulus 28 große Halsume mit schönen eingeritzten Ornamenten“ (Zettel).
Schwarza Ton, Graphitierung, Stelnchenmagerung. - Kleine, gut abgesetzte Standfläche, breit konisch aufsteigender
Bauch, stark gerundete Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, breit ausladender, gegen innen
abgesetzter Mundsaum. - Hals und Schulter sind ritzverziert. Schulter metopenartig abwechselnd mit geometrischen
Motiven, einmal auch ein figurales, und mit annähernd senkrechten Kannelurgruppen (11 Kanneluren) versiert Die
Motive bestehen aus einer Figur mit dreieckigem Gewand, abgewinkelten, erhobenen Armen und angedeuteten
Händen, dreieckig gebildetem Hals und einem annähernd kreisförmigen Kopf, wo Mund, Nase und Augen durch
Striche angedeutet erscheinen. Die Beine mit angedeuteten Füßen sind nach links gerichtet Vom Kinn reichen 2

142
Halbkreise bis ungefähr zu einem Drittel der Hnlslflnge, während sich am Kopf ein ellipaenartiges Gebilde mit
Innenstrichelung befindet, von dem noch 2 kleine Halbkreise bis zum Kopf reichen. Dann folgt nach rechts umlaufend
die geometrische Musterfolge: zunächst ein zwischen 2 senkrechten, zickzackb idmusterarüg gestrichelten Linien-
bflndem angeordnetes, stehendes, kreuz gestricheltes Rhombenmuster (2 Rhomben), dessen Anfang und Ende durch
je ein schräg bzw. auch kreuz gestricheltes Dreieck1gebildet wird. Dann folgen 3 Reihen schräg (S) gestrichelter
Dreiecke, die erste Reihe aus 2 hängenden Dreiecken gebildet, die zweite und dritte aus 3 bzw. 4 stehenden. Das
nächste Motiv besteht aus je 2 gegenständigen, waagrecht untereinander angeordneten, schachbrettartig gemusterten
Dreiecken, denen als Abschluß noch eine Reihe stehender, schräg (S) gestrichelter Dreiecke (4) fo lg t Das letzte Muster
bilden zwischen 2 senkrecht angeordneteh, zickzackbandmuster tij gestrichelten Länienbändem 2 senkrecht
stehende Rhombenmuster, die durch ein kreuz gestricheltes, senkrechtes Linienband getrennt werden und wo sich an
das eine Rhbmbenmüster noch eine Reihe waagrecht untereinander angeordneter, gegenständiger, schräg gestrichel­
ter Dreiecke (3) anschließt. Das eine Rhombenmuster weist eine senkrechte Strichelung bzw. eine konzentrische
Viertelkreisfüllung der Ecken auf und Wird mit einem konzentrisch gestrichelten, hängenden Dreieck gegen den Hals-
Schulter-Umbruch abgeschlossen. Das andere Rhombenmuster besteht au&2 kreuz gestrichelten Rhomben, die von je
einem kreuz bzw. senkrecht gestrichelten Dreieck begrenzt werden. Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht
umlaufende Kanneluren. Daran schließt am Hals ein umlaufendes, stehendes Dreiecksmuster an, das abwechselnd aus
2 oder 3 kleinen, schräg (S) gestrichelten Dreiecken, Spitzen durch je ein hängendes, aus 3 Punktdellen gebildetes
Dreieck betont, und einem großen, schachbrettartig gestalteten (aus 3 kleinen, schräg gestrichelten Dreiecken) Dreieck
besteht, von dessen Eckpunkten gerillte Halbkreise wegziehen, von Punktdellen begleitet Dieses Muster wiederholt
sich insgesamt sechsmal. Gegen den Mundsaum zu bildet eine Reihe hängender, schräg (S) gestrichelter Dreiecke den
Musterabschluß, dem Bich noch 3 waagrecht umlaufende Kanneluren anschließen. Der Muridsaumrand ist abwech­
selnd schräg S und Z gekerbt - Spuren von Oberflächengraphitierung.
Maße: StfL 13 cm, Bdm. 62,5 cm, Mdm. 28,5 cm, H. 48,4 cm, Wst. 8 mm,
35.426 K e g e i h a l s g e f ä ß Taf. 32/5, T al 33,33a, Taff 112/1-2, T at 114/2
Schwarzer Ton, Stemchenmagerung. - Gut abgesetzte Standfläche, steil konisch aufsteigender Bauch, stark
gerundete Schulter, die gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt ist, breit ausladender, zweifach innen
gekanteter Mundsaum, gut gegen innen abgesetzt. - Schulter und Hals sind ritzverziert Schulter metopenartig
abwechselnd mit geometrischen Motiven, einmal auch ein figurales, und Kannelurgruppen (8 - IQKanneluren) verziert
Die Motive bestehen aus einer Figur ohne Kopfdarstellung mit dreieckigem Gewand, dessen Basislinie aber fohlt, und
abgewinkelt erhobenen Armen. Das Gewand ist mit Bchräg (S) gestrichelten Dreiecksreihen ausgefCÜlt Dann folgt
nach rechts die geometrische Musterfolge: zunächst zwischen 2 senkrecht angeordneten, schräg gestrichelten
Dreiecksreihen (je 2 Dreiecke bilden eine Reihe) 2 Hhombenreihen (zu je 2 Rhomben), kreuz gestrichelt und gegen den
Hals-Schulter-Umbruch und den Bauch mit je einem schräg gestrichelten Dreieck abgeschlossen. (Dieses Muster stark
mit Gips ergänzt, nicht immer zutreffend). Dann folgt zwischen 2 senkrecht angeordneten schräg bzw. kreuz
gestrichelten Dreiecksreihen (aus je 3 Dreiecken bestehend) ein senkrechtes, kreuz gestricheltes Linienband, das die
Basis für 4 senkrecht angeordnete, schräg (Z) gestrichelte Dreiecke bildet Als nächstes ist ein kreuz gestrichelter
Rhombus eingeritzt der an den waagrecht gelegenen Eckpunkten je 2 hakenartige Linienbänder besitzt Darunter
gegen den Bauchumbruch zu folgt ein waagrechtes, mit einem Fischgrätmuster verziertes Liniehband, dein sich noch
eine Btehende, schräg (S) gestrichelte Dreiecksreihe (aus 4 Dreiecken) anschließt Als letztes folgt ein waagrecht
angeordnetes Muster aus Dreiecksreihen: ein zickzackbandartig verziertes Linienband bildet die Baals für 2 gegenstän­
dig mit der Basis zueinander angeordnete Dreiecksreihen mit schräg gestrichelten Dreiecken (3 und 5), darunter «im»
stehende, schräg (S) gestrichelte Dreiecksreihe aus 4 Dreiecken. Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht
umlaufende Kanneluren. Den anschließenden Halsteil verzieren abwechselnd 3 bis 5 Meine, schräg (S) gestrichelte
Dreiecke, Spitzen durch je eine Punktdelle betont und aus großen, schachbrettartig gemusterten Dreiecken, von
deren Eckpunkten eingeritzte Halbkreise wegziehen, die teils von emgestochenen Punkten begleitet, teils von
kreuzförmig angeordneten, schräg gestrichelten Dreiecken ausgefüllt werden. Dieses Muster wiederholt sich umlau­
fend viermal. Ehe großen Dreiecke werden teils aus 3, teils aus 6 kleinen, schräg gestrichelten (S) Dreiecken gebildet
teils sind die Ecken auch mit konzentrischen Viertelkreisen ausgefüllt - Der Mundsaumrand lat abwechselnd schräg
S und Z gekerbt. f
Maße: StfL 19,5 cm, Bdm. 71,6 cm, Mdm. 33,5 cm, H. 53,5 cm, W st 10-12 mm.
35436 K e g e l h a l s g e f ä ß Taf. 34/5
Dunkelbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchenmagerung. - Gut abgesetzte Standfläche, breit
konisch aufeteigender Bauch, stark gerundete Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt breiter,
fast waagrecht ausladender, dreifach innen gekanteter Mundsaum. - Schulter ist Träger der Verzierung. Sie besteht
aus 2 gegen den Hais -Schulter-Umbruch zu konvergierenden, gekerbten, in Form einer nicht durchlochten Schnuröse
endenden Tonleisten, deren Zwischenraum mit waagrechten Einstichen verziert is t Senkrechte Kannekjrgruppen
(5-6) füllen die zwischen dem sich achtmal wiederholenden Tonleistenmuster freibleibende Fläche. Den Hals-
Schulter-Umbruch betonen 3 schmale, waagrecht umlaufende Kannelurrillen. Der daran anschließende Halsteil weist
ein schwach eingerUltes Zickzackmuster auf. Gegen den Mundsaum wird der Hals mit 3 waagrecht umlaufenden
Kanneluren abgeschlossen. Der Mundsaumrand ist abwechselnd schräg S und Z gekerbt - Spuren von Oberflächen­
graphitierung.
Maße: Stil. 16 cm, Bdm. 55,2 cm, Mdm. 26,5 cm, H. 48,5 cm, Wst. 8-10 nun.
35438 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ä ß T a£34/3
„Knochenume stand im östL Theäle des Tumulus 28 enthielt zahlreiche Knochen u. ein eisernen Knopf (beigepackt!)“
(Zettel). - VgL Eisenperle 35.438 a und Knochenklein, ohne Nummer.
Bräunlicher Ton, schwärzlichgraue Innenseite, Stemchenmagerung. - Gut abgesetzte Standfläche, konisch aufstei­
gender Bauch, rundlich gewölbte Schulter, die kaum gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt ist, schwach
ausladender, gegen innen kaum abgesetzter Mundsaum. - Hals-Schulter-Umbruch durch eine schwache Rille betont
An einer Stelle auch eine Doppelknubbe, vielleicht gegenständig angeordnet, doch leider ist dieser Gefäßteil stark
vergipst, so daß sich dies nicht entscheiden läßt.
Maße: StfL 12 cm, Bdm. 32 cm, Mdm. 18 cm, H. 28 cm, Wst. 8 -0 mm.

143
88.488a E i s e n p e r l e Taf. 30/2
Lag in Kleinen KoggihnlngpfliB 35.438, das als Leichenbrandbehälter diente.
Bia^n, stark verrostet, Oberfläche in Form kleiner Dellenkrater zerstört, hier schont das Eisen weggeplatzt zu sein. -
Eher brei Sache, zylindrische Perle.
Maße: Dm. 2,6 cm, DurchlochungsDm. 6/7 mm, H, 1,6 cm.
36.441 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f Taf. 38/1
Dunkelbrauner Ton, Stelnchenmagerung. - Gut abgesetzte, gegen die Mitte verdickte Standfläche, konisch bauchiger
Unterteil mit schwach gerundeter Schulter, kehliger Hals, schwach ausladender Mundsaum. — Knapp über
Standflflche am Unterteil umlaufende Kannelur. Schulter-Bauch in Kalenderbergtechnik verziert: 4 hängende,
konzentrische Halbkreise (aus je 6 -8 Halbkreisen bestehend), außen von einer Warzenreihe begleitet, bilden die
Verzierung, TW™»irmimifenife Warzenreihe betont den Hals-Schulter-Umbruch. Der Mundsaumrand ist abwechselnd
schrig S und Z gekerbt. - Ein mit 4 Tonleisten verzierter, an den Rändern schwach aufgewulsteter und gekerbter
BanHhmirai führt vom Hals-Schulter-Umbruch zum Mundsaumrand. - Mundsaumrand ist an der Henkelansatzstelle
schwach eingezogen.
Maße: StfL 8,9 cm, Bdm. 20 cm, Mdm. 10,5 cm, H. 15,2 cm, HenkelB. 4,2 cm, W st 5 mm.
36443 S i t u l a Taf, 34/4
Dunkelbrauner Ton, Außenseite mit schwarzem Überzug v e r s e h e n . G u t abgesetzte Standflflche mit schwacher
Omphalosbildung, konisch aufeteigender Bauch, scharfer Bauch-Schulter-Umbruch, breite, steile Schulter, schwach
trichterförmig ausladender Hals, Mundsaumrand. — Überzug mit einem „Pinsel“ aufgetragen, grobkörnig in der
Konsistenz; Pinselbreite ca. 2—3 cm. —Pechanstrich, siehe SAUTER (1967).
Maße: StfL 14 cm, OmphalosDm. 10,2 cm, Omphalostiefe 1,2 cm, Bdm. 33 cm, HSdm. 28 cm, Mdm. 29 cm, H. 28,6 cm,
Wst. 8 m m .
36460 D e c k e l m i t H e n k e l Taf. 34/2
Dunkelbrauner Ton. - Flach konischer Deckel mit absalzartig betontem, waagrechtem Abschluß, worüber sich ein mit
4 Lflngsfurchen verzierter Bandhenkel wölbt. —Die Absatzkante ist mit kleinen Dellen verziert. Der Deckel selbst
weist u m la u fe n d 4 schräg (S) gestrichelte, eingerillte Dreiecke auf, deren Spitzen durch je 2 halbkreisförmige Haken
betont werden. —Nur ein Dreieck noch Original erhalten, die anderen sind ergänzt.
Maße: Dm. 30,6 cm, H. mit/ohne Henkel 10,4/6,8 cm, HenkelB. 3,4 cm - 3,8 cm (in der Mitte) - 4,4 cm, W st 8-10 mm.

86467 S c h ü s s e l Ta£ 39/3


Dunkelbrauner Tori, Steinchenmagerung. - Gut abgesetzte Standfläche, konisch au&teigende Wand, kaum merkbar
einziehender Mundsaumrand. - Im unteren Drittel eine waagrecht umlaufende Tonleiste, die mit klelzien, eingedrück­
ten Dellen verziert is t An 4 Stellen besitzt die Leiste kreuzstfindig angeordnete, größere Knubben, die teils auch die
Deülenverzierung aufweisen.
Maße: StfL 9,5 cm, Mdm. 22,4 cm, H. 6,7 cm, W st 6 -7 mm.
36.482 S o h a l a T at 32/3
Heller, bräunlicher Ton, Steinchenmagerung. - Gut abgesetzte Standflflche, konischer Bauch, eingezogener Mund­
saum. - Die Standfläche wird im Inneren durch eine umlaufende Rille betont
Maße: StfL 5,7 cm, Bdm. 18,6 cm, Mdm. 17,4 cm, H. 6,5 cm, Wst 4 mm.
35.466 S c h a l e Taf. 32/2
Bräunlicher Ton, Steinchenmagerung. - Kleina- Omphalos als Standflflche, konisch bauchiger Unterteil, scharfer
Bauchumbruch, konisch eingezogen« Mundsau m. - Mundsaum durch enge, schräge (Z) Kanneluren verziert
Maße: OmphalosDm. 1,8 cm, StfL 33 cm, Bdm. 14,5 cm, Mdm. 13,8 cmj H. 4 cm, W st 4 mm.
35.468 H e n k e l s c h a l e Taf. 32/1
Bräunlicher Ton, Steinchenmagerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche, flacher, bauchiger Unterteil, betonter
Bauchumbruch, konisch zulaufänder Hals, Mundsaumrand. - Ein kleiner, mit 3 Kanneluren verzierter Bandhenkel
reicht vom Bauchumbruch bis zum Mundsaumrand. - Mundsaumrand an der Henkelansatzstelle schwach eingezo­
gen. ................... ............................... .........................
Maße: OmphalosDm. 2.cm, Stfl. 3,5 cm, Bdm. 11,7 cm, Mdm. 10,5 x 9,5 cm, H. 4,8 cm, HenkelB. 2 cm, W st 4 mm.
36463 S c h a l e T at 32/4
„Schale aus der großen Urne mit Zeichnungen und Fuß Tumulus 28" (Zettel). - VgL 35.423.
Grau-sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche, flach konischer Unter­
teil, betonter Bauchumbruch, konisch eingezogener Mundsaum. - Mundsaum mit schrägen (S) Kanneluren verziert
Erhalten: übst die ganze Schale.
Maße: OmphalosDm. 2,2 cm, Stfl. 33 cm, Bdm. 14,8 cm, Mdm. 14 cm, H. 4,5 cm, Wst. 4 -5 mm.
36.574a F r i ß f r a g m e n t T at 34/1
„Fuß einer nicht erhaltenen Schale (Tumulus 28)" (Zettel).
Hrillbr&uner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischer, hohler,, gegen innen glockenförmig abgeschlossener
Fuß, der in einen abgebrochenen Tonstiel übergeht - Fuß umlaufend mit 5 eingeritzten, stehenden, schräg (S)
gestrichelten Dreiecken verziert, daran schließt der verhältnismäßig dicke Tonstiel an, mit 3 waagrecht umlaufenden
Kanneluren betont, das Übrige fehlt
Maße: Fdm. 9 cm, erh. H. 5,4 cm, Dm. des Tonstiels 3,8 cm, W st 9 mm.
ohne Nummer K n o c h e n k l e i n
Befand sich in dem Kleinen Kegelhalsgefäß 35.438, in dem auch die Eisenperle 35.438 a lag.
Ein Individuum, adult, männlich - siehe JUNGWIRTH (1986).

144
80.459 B o m b e n f ö r m i g e s G e f ä ß m i t k u r z e m Kegel hals(frag.)Taf.SG/5,Tal 108/6
„Oedenburg Burgstall, Tumulus 28. Schlecht erhaltene roth bemalte (7, schlecht lesbar) und mit Graphitstrichen (7)
geschmückte (7) große Halsume (wurde der seltenen Eflrbung wegen mitgenommen, obwohl sie kaum zu restaurieren
sein dürfte - war überaus weich und bauchig)“ (Zettel).
Rötlich sandfarbener Ton, im Kern schwarz, rotgefärbte Oberfl flehe, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. -
Breit konisch bauchiger Unterteil, stark gerundete Schulter, fast ohne Umbruch in den kurzen Kegelhals übergehend,
stark ausladender, innen gekanteter Mundsaum mit abgeschrägtem, gekantetem Rand. - Bauch und Schulter weisen
eine Graphitverzierung auft vermutlich umlautend ein Zickzackband, aus 2 parallel geführten Linien bestehend, dem
stehende Winkel an der Hals- (hier vielleicht mit der Zickzacklinie zu Rhomben geschlossen) und Bauchzone
eingeschrieben sind. Utes Muster wird durch eine waagrecht umlautende Graphitlinie am Bauch abgeschlossen. Der
dann anschließende Unterteil dürfte die Tonfarbe (rötlichgelb) aufweisen (nur im Ansatz erhalten). Die Halszone
selbst ist bis zum Mundsaumrand graphitiert - Die Oberfläche ist außen bis über den Bauch und am Mundsaum innen
bis zur Kantung rotgefärbt
Erhalten: Bauch bis Schulteransatz, Ms. bis Schulteransatz.
Maße: Bdm. 60 cm, HSdm. 44 cm, Mdm. 39 cm, rek. erh. H. 27 cm, Wst 6-7 mm.
86.460 S c h a l e (frag.) Taf, 35/2
„Oedenburg Burgstall, Tumul. 26 flache schwarze Schale“ (Zettel).
Schwarzer Ton, Stelnchen-Glimmer-Magenmg. - Konisch-bauchiger Unterteil mit schwach dngezogenem Mund­
saum.
Erhalten: Ms. bis Unterteil.
Maße: Bdm. 10 cm, Mdm. 18 cm, erh. H. 5,8 cm, W st 5 mm.
80.461 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f (frag.) T at 35/3
„Oedbg. Burgstall, Tumulus 28 Henkelgefäss" (Zettel).
Rötlichbrauner Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, zum Teil gut abgesetzte Standfläche, konisch
aufeteigender, bauchiger Unterteil, angedeuteter Hafe-Bauch-Umbruch mit kehligem Hals und schwach ausladendem
Mundittiim. - Der HaTs-Bautdi-Umbruch wird von länglichen, spitzkegelig zulaufenden Knubben betont, 2 erhalten,
umlaufend ursprünglich wahrscheinlich 3, statt einer vierten der Henkel Gefäß sonst unverziert. - Henkel fehlt
Erhalten: StfL mit Wandansatz, Ms. bis Bauch.
Maße: Stfl. 8,8 cm, Bdm. 18 cm, Mdm. 18 cm, rek. H. 13 cm, W st 6 nun.
80.462 H e n k e l f r a g m e n t Taf. 88/4
Der bei 80.461 beiliegende Zettel bezog sich auch auf diese Inv. Nr.; doch gehört dieser Bandhenkel nicht zum
Kalenderberghenkeltopf.
Bräunlich schwärzlicher Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung, Oberfläche zum Teil korrodiert - Breiter, zweifach
gefluchter Bandhenkel, dürfte relativ hochgezogen gewesen sein.
Erhalten: Henkelansatz, Henkelflagment.
Maße: HenkelB. 3,4 cm, HenkelB. beim Ansatz 3,8 cm, H enkelSt 1,1 cm.
80.483 M u n d s a u m f r a g m e n t eines KegelhaisyefäBea Taf. 35/1
„Tumulus 28 Schale" (Zettel).
Heller, bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung - Breit ausladender
Mundsäum mit Ansatz des Halses; hier Ansatz für umlaufende Kannelur erhalten, während der Mundsaum innen
scharfkantig umgebrochen is t - Mundsaumrand im Zickzackbandmuster gekerbt. - Mundsaum innen bis zur Kantung
und außen am Halsansatz graphitiert
Erhalten: Ms. mit Halsansatz.
Maße: Mdm. innen/außen 20,5 cm/31 cm, erh. H. 3,1 cm, W st 8-9 mm.

145
Tumulos 29
Literatur: R. HOERNES (1891, [72] f.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - südlich.
Größe: H. größer, bei 2 nr.
Zuordnung: erste Gruppe.
Datum der Ausgrabung: Beginn am 22. VH. 1891,23. und 24. VII., am 27. VII. beendet.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: enthielt sehr zahlreiche, teils hübsch ornamentierte Gefäße.
Funde: nicht angegeben.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr.
Bemerkungen: die beiden Schalen 35.463 und 35.464 gehören laut P.A -Inventar zum Tum. 27,
sind aber m it Tum. 29 angeschrieben; auch S. GALLUS (1934) erwähnt diese Schalen bei den
Funden aus Tum. 27 nicht, wir reihten sie daher bei Tum. 29 ein. Ähnlich ist die Situation des
Kegelschultergefäßes 35.509, welches laut Inventar zu Tum. 89 gehört, aber m it Tum. 29
angeschrieben ist, auch der heiligende Zettel spricht für Tum. 29; auf Grund seiner Ähnlichkeit
m it anderen Gefäßen aus Tum. 29 wurde es hier eingereiht.
3548» S c h a l e T at 37/3
Bräunlich schwarzer Ton, Oberfläche hell-bräunlich mit schwarzen Schmauchflecken, Stemchenmagerung. - Kleine,
ebene Standfläche, breit konischer Bauch, stark eingezogener Mundanum. - Kannelierte Irmenvemerung: durch
3 parallele, konzentrisch um einen kleinen Buckel umlaufende Kanneluren betonte Standfläche, von dieser gehen
kreuzförmig aus je 3 Kanneluren bestehende Strahlen aus, die bis zum Einzug des Mundsaums reichen. Die
MriTifjgniiTnnii Rgnmi+j ist durch schräge (S), langgezogene Kanneluren betont.
Maße: StfL 4,5 cm, Mdm. 10,5 cm, H. 5,6 cm, Wst. 4 -5 mm.
35464 S c h a l e Taf. »7/2
Schwarzer Ton, Stednchemnagerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche, breit konischer Bauch, gerundeter
Bauchumbruch, konisch eingezogener Mundsaum. - Em kanneliertes, breites Zickzackbandmuster, aus 7 Kanneluren
bestehend, bildet die Mundsaumvenäerung.
MaSe: OmphalosDm. 1,8 cm, Mdm. 13,3 cm, H. 5 cm, Wst. 4 nun.
35.479 K e g e l h a l s g e f f t B (frag.) T a l36/3
„Tumulus 29 große Urne." „Tumulus 29 große Halsume“ (Zettel).
Grau-sandfhrbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, konisch auftteigender Bauch, gerundete Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt,
ausladender, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum, nur im Ansatz erhalten. - Schulter abwechselnd wahrscheinlich
mit 2 plastischen, gegen dar Hals-Schulter-Umbruch zu konvergierenden Rippen und m it leicht schrägen Kannelur-
gtuppen (mindestens aus je 8 Kanneluren bestehend) verziert Hals-Schulter-Umbruch durch 3 waagrecht umlaufende
Kanneluren betont Ebenso ist der Hals gegen den Mundsaum zu mit 3 Kanneluren abgeschlossen. - Reste einer
Oberflächengraphitierung erhalten.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Bauchumbruch, Hals mit Mundsaum- und Schulteransatz.
Maße: StfL ca. 16 cm, Bdm. 48-50 cm, TTSdm, ca. 36,5 cm, Mdm. innen 17 cm, rek. H. 44,5/46 cm, Wst 6 -8 mm.
35480 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 36/2
„Tumulus 29 große schwarze Urne ohne Verzierungen; unvollständig (unten liegen bessere Sachen!) zumal schön
verzierte (gravirte u. bemalene) Gefässe!“ (Zettel).
Grau-sandferbenet Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-GIimmer-Magerung. - Gerundete Schulter, kaum gegen den
konisch zulaufenden Kids abgesetzt. - Mindestens eine seichte Kannelur betonte wahrscheinlich den Hals-Schulter-
Umbruch.
Erhalten: Schulter-Bauch-Umbmch, Hals mit Ansatz für Hals-Schulter-Umbruch.
Maße: HSdm. 28-34 cm, Bdm. 44-48 cm, rek. erh, H. 20 cm, Wst. 8 -9 mm.
85496 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 39/4
„Tum. 29 Varia?“ (Zettel).
Sandfarbener Ton, schwärzliche Oberfläche, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulter, kaum gegen den
konisch zulaufenden Hals abgesetzt, nur im Ansatz erhalten, stark ausladender, schwach zweifach innengekanteter
Mundsaum. - TTala und Schulter tragen Ritzverzienmg. Schulter weist eine waagrecht umlaufende, schräg (Z)
gestrichelte Linienbandverzierung auf. Daran schließt eine auf einer Linie stehende, konzentrische Winkeheihe (aus je
2 Winkel bestehend) an. Am Bauch ist noch ein stehender, aus 2 Kanneluren gebildeter Winkel erkennbar. Den Hals-
Schulter-Umbruch betonen 3 waagrecht umlaufende, seichte Kanneluren, die direkt an das Linienbandmuster der
Schulter anschließen und von einem solchen auch gegen den Hals zu begrenzt werden. Die Halaverzierung besteht aus
4 stehenden, lHrinpn, konzentrischen (2 ineinander) Winkeln, von einem aus 3 parallelen Linien gebildeten Winkel
überspannt, der außen noch von je 2 Kanneluren begleitet wird. Mundsaumrand durch schräge (Z) Kerben verziert. -
Leider sind alle Muster nur fragmentarisch erhalten.
Erhalten: Bauch, Hals-Schulter-Umbruch, Hals, Ms.
Maße: Mdm. ca. 34 cm, Bdm. ca. 50 cm, rek. erh. H. 28 cm, W st 8 -9 nun.

146
85.503 G r o ß e S c h a l e m i t K e g e l h a l s a n d F u ß (frag1.) T af.40/5, T at 109/9
„Tumulus 20 Unter diesen Scherben Material zu den farbig deooiirten Geffissen!“ (Zettet).
Ockerfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung und Rotbemalung, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. -
Kurzer, breit konischer, kantig gegen innen abgesetzter Fuß mit flachem, schwarzem Gefäßboden und Ansatz für eine
breit konisch aufsteigende Wand, flach gewölbte Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, kleiner,
gegen innen abgesetzter, ausladender Mundsaum. - Schulter alternierend mit hängenden und stehendöl, kanneliertöl
Dreiecköl verziert, wobei die hängenden schwarz graphitiert und bei den stehenden die Kanneluren abwechselnd
schwarz graphitiert und rot bemalt sind. Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende
D ö Hals war wahrscheinlich rot bemalt, laut mikroskopischer Untersuchung dürfte es sich um ein Art Zickzackmu­
ster gehandelt haben. Der Fuß weist eine eingerillte Zickzackverzierung am Rand auf, die gegen den Gefäßboden
durch unregelmäßig geführte KannelurrUlen $ -3 ) abgeschlossen wird. - Oberfläche weist Spuren einer Graphitie­
rung auf, mit Ausnahme des Fußteiles, der nicht graphitiert gewesen zu sein schönt.
Erhalten: Fuß mit Gefäßbodenansatz, Schulter bis Ms.
Maße: Fdm. 10,3 cm, FH. ca. 3 cm, HSdm. 30 cm, Mdm. 26-28 cm, erh. H. ohne Fuß 8,4 cm, rek. H. mit Fuß 28 cm,
Wst. 5 -6 mm.
35.509 K e g e l S c h u l t e r g e f ä ß (frag.) T at 38/2, Taf. 109/7, Taf. 118/7
„149 (das übrige ist unleserlich)“. „Tumulus 29“ (Zettel).
Schwarzbrauner Ton, Graphitierung und Rotbemalung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, abgesetzte Stand­
fläche, breit konisch aufsteigender Bauch, scharfer Bauch-Schulter-Umbruch, konisch zulauflende Schulter, scharf
absatzartig gegen den eher zylindrischen Hals abgesetzt, schwach nach außen gewu)steter M w dsawnrancl.- Wa)n npH
.Schulter weisen eine Ritzverzierung auf. Schulter mit einem spiraloiden Muster aus 2 alternierend angeordneten
Halbkreisen verziert. Die zwischen den Halbkreisen freibleibenden, dreieckigen Flächen werden mit töte schrägen
oder wirren TAiien, teils mit dreieckigen, schachbrettartig angeordneten Verzierungen ausgefüllt Gegen den WhIb zu
schließt ein scharfer Absatz das Muster ab. Den Hals betont knapp unterhalb des Mundsaumrandes ein breites
Linienband mit einer hängenden Halbkreisreihe ausgefüllt, die freibleibendem, dreieckigen Flächen dazwischen mit
schrägen, teils auch waagrechten Limen verziert. - Spuren einer Oberflächengraphitierung erhalten. Die ritzverzierten
Flächen waren wahrscheinlich rot bemalt; Reste erhalten.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Bauch bis Ms.
Maße: StfL ca. 6 cm, Bdm. 25 cm, HSdm. 21,2 cm, Mdm. 18 cm, rek. H. 15 cm, W st 5 -7 mm.
85.509/2 S c h a l e (frag.)T at89/1
Dunkelbrauner Ton, Stelnchen-GIimmer-Ma gen ]ng. - Flache, weitmündige Schale mit leicht konisch eingezogenem
Mundsaum.
Erhalten: Ms. mit Umbruch.
Maße: Mdm. 18 cm, erh. H. 3,8 cm, W st 5 mm.
35.518 K e g e l s e h n l t e r g e f ä ß (frag.)Tat 38/3,Taf. 109/8, Taf. 113/3,8
„Tumulus 29: Schön decoiirtes Gefäss, rothe Malerei, nicht waschen. Zugehörige Schöben aus d ö in derselben Kiste
verpackten zu suchenl“ (Zettel).
Braunschwarzer Ton, Graphitierung und Rotbemalung, Steinchenmagenmg mit schwacher Glimmerbeimengung. -
Konischer, leicht 3-fÖrmig geschwungener Unterteil, d ö gegen die nicht erhaltene Standfläche an Wandstärke
zunimmt scharfer Bauchumbruch, konisch zulauflende Schulter, scharf absatzartiger Hals-Schulter-Umbruch,
konisch zulaufender Hals, der ln einen stark kehlig ausladenden Mundsaum übergeht nur im Ansatz erhalten. - Hals
und Schulter sind mittels Stempel verziert Die Schulterverzierung besteht aus einem spiraloiden Muster, das in ein
breites Linienband eingeschrieben ist und von knapp unterhalb der Halskehle des Umbruches bis etwa oberhalb des
Bauch-Schulter-Umbruches rä ch t Das Muster setzt sich aus einem viermal umlaufend angeordneten, aus 2 Linten
gebildeten Spiralband zusammen, wobei der Spiralkopf beidseits durch je etnen'Kreis betont wird. D ie freien Flächen
dazwischen sind mit senkrechten, waagrechten oder auch schrägen, eingestempelten Linien ausgefüllt Nach d e m
Hals-Schulter-Umbruch schließt eine unverzierte Zone an, dann folgen 3 waagrecht umlaufende, te il« eingeritzte, teils
eingestempelte Linien, als Linienbänder aufjgefaßt und schachbrettartig mit langgezogenen, schrägen Stempelbändem
verziert Daran schließen 3 Kanneluren an, denen ein eingestempeltes Linienband folgt mit stehenden, waagrecht
gestrichelten (mittels Stempel) Dreiecken verziert Gegen den Mundsaum schließt vielleicht noch eine waagrecht
umlaufende Kannelurverzierung an, doch ist davon zu wenig erhalten. - Die Kreise, die die Spiralköpfe begleiten,
waren einst rot bemalt; sie zeigen sich heute braunrot in d ö Farbe. Auch die schräge Stempelfüllung und die
Dreiecksverzierung der Linienbänder am Hals waren rot bemalt, wie aus einem kleben Bruchstück und d ö
mikroskopischen Untersuchung des G efäß» hervorgeht. Spuren einer Oberflächengraphitierung: bei Kanneluren am
Hals und am Bauch. - Die Stempelvenderung ist wellenförmig..
Erhalten: Bauch bis Bauchumbruch, Bauchumbruch bis Hals/Ms.-Ansatz.
Maße: Bdm. 26 cm, HSdm. 19 cm, erh. H. 19,4 cm, W st 5-10 mm.
35.516/8 W a n d - u n d H e n k e l f r a g m e n t e
Dunkelbrauner, teils schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach gerundeter Wandumbruch,
vielleicht von Bauch-Schulter- oder Schulter-Hals-Umbruch..- Breiter, unverzlerter BandhenkeL - Breiter, unverzier-
ter Bandhenke), im Ansatz erhalten, seine Breite verschmälert sich vom Ansatz gegen die Henkelmitte. Es ist auch die
Verzapfling in der Mitte der Ansatzstelle erhalten.
Erhalten: 3 Wandfragmente, 2 BandhenkeL
Maße: Wst 5—6 mm; erh. HenkelB. 3,7 cm, HenkelSt. 8—9 mm; HenkelB. 5,8—5,4 cm, HenkelSt 8 mm.
35.521 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f (frag.) Taf. 39/3, Taf. 113/9
Heller, brauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Bauchiger Unterteil, scharf gegen den kurzen, krfiligwi, kantig
gegen innen abgesetzten Hais abgegrenzt, nur im Ansatz erhalten. - Bauch-Schulter weisen eine plastische, gekerbte
Tonleistenverzierung auf. Das Muster ist spiraloid, und zwar wird eine hängende, weitausgreifende Spinde von einer
kleineren innen begleitet Diese Verzierung kann vielleicht gegenständig spiegelbildlich gewesen sein. Es ziehen dann
auch noch 2 schräge, schwach gebogene Tonleisten, vielleicht einen hängenden Halbkreis bildend, vom Umbruch weg.
Gegen den Hals wird das Muster durch einen scharfkantigöl, schräg (Z) gekerbten Absalz abgeschlossen. - Vielleicht

147
läßt sich das Muster gegenständig mit spiegelbildlicher, hängender Spirale und hängenden Halbkreisen rekonstruie­
ren.
Erhalten: Bauch bis Ms.-Ansatz. .
Maße: Bdm. 19-21 cm, HSdm. 18-20 cm, Mdm. innen 15-17 cm, erh. H. 9,3 cm, Wst. 0-7 nun.
35427 S i t a l a (frag.)Tat 87/4
„Tum. 29 Situla mit zugehörigem Deckel, Scherben des letzteren in Papier verpackt“ (Zettel).
Dieser scheint heute im Inventar des Tumulus 29 nicht mehr auf, denn der Deckel 35.532 ist nicht als solcher
anzusprechen, ist zu w ™ dafür.
Sandfarbener Ton, helle Innenseite, rötlich braungraue Außenseite, Stednchen-Glimmer-Magerung, Außenseite mit
schwarzem, dunkelbraunem Überzug versehen, teils von körniger Konsistenz. —Ebene, vielleicht schwach nach innen
gewölbte Standfläche, es wäre dann nur der Omphalosansatz erhalten, steil konisch aufsteigender Bauch, betonter
Bauch-Schulter-Umbruch, breite, stelle Schulter, wahrscheinlich zylindrischer oder schwach ausladender Hals mit
nach außen verdicktem Mundsaumrand. —Überzug mit einem „Pinsel“ aufgetragen. —Pechanstrich, siehe SAUTER
(1987). - VgL in der Form vielleicht 35.443/T. 28 (Taf. 34/4).
Erhalten: StfL im Ansatz mit Bauch, Schulter mit Bauchansatz, Hals mit Ms.-Band.
Maße: Stil. 14-16 cm, Bdm. 26-28 cm, HSdm. ca. 20,5 cm, Mdm. ca. 20 cm, rek. H. 23,2 cm, Wst. 6 - 8 nun.

35.532 D e e k e l m i t H e n k e l (frag.) T at 37/1


„Tumulus 29 Gefäss-Deckel“ (Zettel). ■

Bräunlich schwarzer Ton, schwarze Innenseite, etwas grobe Stelnchen-Glimmer-Magemng. - Kleiner, spitzkonischer
Deckel mit an der Spitze aufgesetztem, kleinem, ösenartdgem BandhenkeL - Deckel ist mit 7 waagrecht umlaufenden
Kanneluren verziert
Erhalten: «wgeffihr die Hälfte des Deckels mit Henkel.
Maße: Dm. 13 cm, H. mit/ohne Henkel 0,7/4,8 cm, HenkelB. 1,7-1,3 cm, W st 4 -7 mm.
36451 S c h a l e n (frag.)

35.551/1 Taf. 44/3


Dunkler, brauner Ton, Innen- und Außenseite graphiüert, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene, abgesetzte
Standfläche, bauchig lrnnineher Unterteil, kaum betonter Umbruch, schwach eingezogener Mundsaum. - Mundsaum
durch langgezogene, schräge (S) Kanneluren verziert - Die Graphitierung der Innen-und Außenseite ist nur mehr in
Spuren erhalten.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Ms. mit Bauchumbruch.
Maße: StfL 3 cm, Mdm. 15 -16 cm, rek. H. 6 cm, Wst. 4 -5 nun.
35461/2 T at 39/2
Heller, bräunlicher Ton, Innenseite glänzend schwarz, feine Stemchen-Glimmer-Magerung. - Weitmündige, kalotten-
fönnige, tiefere Schale mit kaum, eingezogenem Mundsaum.
Erhalten: Ms. mit Ansatz des Schalenkörpers.
Maße: Mdm. 18 cm, erh. H. ca. 5,1 cm, Wst 4 mm.
35.562 S c h a l e n (frag.)

35.552/1 T at 88/1
Dunkelbräunlicher Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magening. - JTach konische Schale mit betontem
Bauchumbruch und leicht konisch eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum außen graphiüert und mit einem breiten,
kannelierten Zickzackbandmuster (aus 6 Kanneluren bestehend) verziert
Erhalten: Ms. mit Bauchansatz.
Maße: Mdm. ca. 22 cm, erh. H. 4 cm, W st 4 -5 mm.
35452/2 T at 46/4
Bräunlicher Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magening. - Kalottenförmig bauchiger Unterteil, schwach
eingezogener Mundsaum. - Mundsaum schräg (S) kanneliert, auch auf Bauch übergreifend. - Innenseite und
wahrscheinlich auch die Außenseite waren graphiüert, nur mehr in Resten erhalten.
Erhalten: Ms. mit Bauchansatz. „
Maße: Mdm. 11 cm, erh. H. 4,6 cm, W st 3 -4 nun. i
t
35,562/3 T at 46/1
Schwarzer Ton, Graphitierung, feine Steinchen-Glimmer-Magening. - Flach konischer Unterteil, scharfer Bauchum­
bruch, knninfih eingezogener Mundsaum. - Mundsaum durch eine leicht schräge (S), fest senkrechte Kannelur
verziert —Reste von Graphitspuren auf Außen- und Innensäte.
Erhalten: Ms. mit Bauchansatz.
Maße: Mdm. 13 cm, erh. H. 4,2 cm, Wst. 4 mm.
35462/4 T at46/2
Heller, ockerfarbener Ton, schwarze Innenseite, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Flach konischer Unterteil, betonter
Bauchumbruch, schwach eingezogener Mundsaum, mehr oder weniger konisch. - Mundsaum ist senkrecht kanne­
liert
Erhalten: Ms. mit Bauchansatz.
Maße: Mdm. 13-14 cm, erh. H. 3,7 cm, Wst. 3 -4 mm.

148

r
Ti

■ JL
35JS73 H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 30/1
Bräunlich schwärzlicher Ton, schwarze Außenseite, Graphitierung, feine Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Gerunde­
ter Unterteil, Bauchumbruch, leicht konisch zulaufendt Hals. - Ein kleiner, durch 3 Längskanneluren verzierter
Bandhenkel führt ungefähr von der Halsmitte zum Mundsanmrand, nur im Ansatz erhalten. - Reste eines
Graphitmusters; wahrscheinlich betonte ein Zickzackmuster den Hals.
Erhalten: Bauchumbruch mit Hals und Henkelansatz.
Maße: Bdm. 12 cm, erh. H. 2,4 cm, HenkelB. 1,8 cm, W st 4 mm.

149
Tumulus 34
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172 ff., 178 f.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 8 -9 m, H. 1,1 m.
Zuordnung: erste Gruppe (liegt im Grenzbereich zwischen erster und zweiter Gruppe —vgl.
Abb. 11).
Datum der Ausgrabung: 1890.
Umbauten: keine.
Brandspuren: Brandschichte.
Befünd: in 0,9 m Tiefe eine Brandschichte, die sich durch den ganzen Hügel hinzog; die
zahlreichen Gefäße standen m itten im Brand in der Hügelmitte.
Funde: 26 Tongefäße (wahrscheinlich aber noch mehr, 17 restaurierbar), 8 Tonwirtel (die
Anzahl 9 bezieht sich auch auf die Tonperle [MAG/ee]), einige andere Tongegenstände,
2 Bronzefragmente, 2 Steinobjekte, dann kalzinierte Knochen- und Harzstückchen.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr., Univ. Wien - Urgesch. Institut.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P.A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, aber nicht m it der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 34 auch
als Tum. XVH bezeichnet.
Laut MAG fehlen aber folgende Objekte: das Bruchstück einer Bronzenadel m it Knoten und
ein geschmolzenes Bronzestück - gingen schon während der Ausgrabung verloren;
3 Kegelhalsgefäße (MAG/a, b, c), 1 kleinere Halsume (MAG/g) und 1 tiefe, braune Schüssel
(MAG/i), ferner auch die Harzstückchen - laut P.A.-Inventar wurden diese 5 Gefäße an
Ödenburg abgegeben; 1 Siebgefäßbruchstück (17.000) und 3 Spinnwirtel (17.102/6—8) - laut
P.A.-Inventar der Univ. Wien geschenkt (1964. bearbeitet, bei der Überprüfung 1980 nicht
auffindbar gewesen).
Die Fußschale 17.088 lag in einem Kegelhalsgefäß (MAG/c), während in der Fußschale 17.091
Knochenstückchen und ein Harzstück lagen.
Die Keramikbruchstücke der Inv. Nr. 17.079/T.34, 17.106/T.52 und 17.117/T.53 lassen sich zu
einem Kegelhalsgefäß zusammensetzen (s. Inventar und MAG); da die m eisten Bruchstücke
aus Tum. 34 stammen, sind sie hier behandelt, doch war dieses Gefäß zerbrochen und auf alle
3 genannten Tumuli aufgeteilt und in diese mitgegeben worden.

17X79 K e g e l h a l s g e f ä B (frag.) T a t41/3,T at 114/3


Die Keramikbruchstacke der Inv. Nr. 17.079yT.34 (vgl. MAG/d), 17.106/T.52 und 17.117/T.53 gebären zu einem Gefäß.
Dunkelbrauner, schwärzlicher Ton, schwarze Außenseite, Sternchen-Glimmer-Magerung. - Stark gewölbte Schulter,
gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, ausladender, gegen ihnen abgesetzter Mundsaum. - Wal« und
Schulter sind ritzverziert. Schulter weist eine Metopenverzierung auf: es wechseln einander senkrechte Kannelurgrup-
pen (bis zu 17 Kanneluren) und eingeritzte, geometrische Muster ab. Die Muster bestehen wahrscheinlich
abwechselnd aus 3 stehenden und 2 vom Hals-Schulter-Umbruch herabhängenden, rin» Mustereinheit bildenden, mit
waagrechten Fischgrätenreihen gefüllten Dreiecken (je dreimal) oder aus einem hängenden, gegenständig angeordne­
ten, mit Fischgrätenreihen verzierten Dreieck, dem sich gegen den Bauchumbruch ein mit Fischgrfitmuster gefülltes
Linienband anschließt, das die Basis fürje 3 stehende und hängende, schräg(S) gestrichelte Dreiecke bildet (dreimal?).
Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kanneluren. Daran schließt die Ritzverzierung des
'

Halses an. Sie besteht abwechselnd aus 5 kleinen, schräg gestrichelten Dreiecken mit durch eine Delle betonter Spitze
und aus einem großen, schachbrettartig gemusterten (aus 3 kleinen Dreiecken) Dreieck, das an den Seitenkanten von
einer Bille, die beiderseits in Halbkreisen endet, begleitet wird (sechsmal umlaufend?). Die Rille betonen jeweils an der
Außenseite kleine Punktdellen. Der Mundsaumrand ist breit zlckzackbandartig gekerbt.
ii-

Erhalten: Schulter bis Hals, p&a.


Maße: Bdm. 60-86 cm, (Bdm. ca. 54-58 cm - zweite Messung), HS dm. 44-50 cm, Mdm. innen/außen 24 cm/20 cm, erh.
rek. H. 33 cm, Wst. 8 -9 mm..
17.080 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T af.42/4
Rötlichbrauner bis brauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene
Standfläche, nur im Ansatz erhalten, «rundete Schulter, konischer, geschwungener Hals, ausladender, in n e n zweifach
gekanteter Mundsaum. - Die Schulter weist vielleicht eine Metopenverzierung auf) senkrechte Kannelurgruppen
wechseln mit eingeritzten, geometrischen Mustern ab. Es ist nur ein senkrecht angeordnetes, schräg (S) gestricheltes
Dreieck erkennbar. - Ob diese verzierten Bruchstücke zu diesem Gefäß gehören, ist fraglich; sie können auch zu 17.081
gehören bzw. könnten einige Fragmente von 17.081 hierher gehören. - Spuren von OherflSchangraphttiening
Erhalten: StfL, Schulter, Hai« mit Ms.
Maße: StfL ca. 11—12 cm, Mdm. 25 cm, rek. H. 47 cm, Wst. 7 -8 mm.

150
17.081 K e g e l t a a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 42/7,Taf. 114/4
Brauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gut abgesetzte Standfläche, nur
im Ansatz erhalten, breit konisch aufsteigender Bauch, stark gewölbte Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden
Hals abgesetzt, ausladender, gegen innen abgesetzter Mundsaum, nur im Ansatz erhalten. - Schulter und Hals weisen
eine Ritzverzierung auf. Schulter metopenartig verziert: es wechseln senkrechte Kannelurgruppen (11) m it geometri­
schen Mustern ab. Diese bestehen aus 2 hangenden und wahrscheinlich 8 schr&g gestrichelten (Z) Dreiecken, die auf
einem Linienband stehen, an das spiegelbildlich 3 hängende Dreiecke ansetzen, eine Mustereinheit bildend oder aus
3 schrBg gestrichelten Dreiecken, die auf einem eingeritzten Linienband stehen, welches Innen eine Zickzacklinie
aufweist, vielleicht zu einem Rhombenmuster zu ergänzen, wobei jeder Rhombus in der Mitte durch eine Punktdelle
betont wird (Rautenband mit Punktfüllung), wahrscheinlich setzen dann an diesem Linienband noch spiegelbildlich
3 hängende Dreiecke, in die stehende (2?) hineinreichen, an. Auch schr&g gestrichelte. Dreiecke, die gegenständig
zwischen wahrscheinlich 3 senkrechten Linien angeordnet sind, kommen als Mustertyp vor; ob sie zu diesem GeßLß
oder zu 17.080 gehören, ist nicht zu entscheiden, es wBre vor allem wegen der gröberen Strichführung, die sonst bei
17.081 nicht zu bemerken is t Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kanneluren. Der daran
anschließende Ilalsteü ist abwechselnd mit 4 schräg gestrichelten, kleinen Dreiecken und einem großen, schachbrett­
artig gemusterten (aus 6 kleinen bestehend) Dreieck, dessen Eckpunkte durch je eine Punktdelle betont und dessen
Seitenkanten von einer Rille, die beiderseits ln Halbkreise ausläuft, begleitet werden. Der Rille folgt an der Außenseite
« w Pimktdellenreihe. - Spuren von Oberflächengraphltlertmg.
Erhalten! Stil-Ansatz mit Bauch, Schulter bis Ms.-Ansatz.
Maße: Stfl. ca. 14 cm, Bdm. 54-60 cm, HSdm. 40 cm, Mdm. innen 21,5 cm, rek. H. 38/40 cm, W st 8 -9 mm.
17.082 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ß ß T a l 46/7
„Ödenburg Burgstall Tum.17“ (Zettel).
Grau- bis rötlichbrauner Tori, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte Standflache, breit konisch
aufsteigender Bauch, stark gewölbte Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden, kurzen Hsls abgesetzt, schr&g
ausladender, gegen innen abgesetzter Mundsaum. - Schulter weist eine senkrechte Kannelurveraerung auf, die bis
über den Bauch reicht Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kanneluren.
Maße: Stfl. 11,5 cm, Bdm. 34,5 cm, Mdm. 19 cm, H. 27,7 cm, W st 6-7 mm,
17.083 K e h l i g e s H a l s g e f ä ß Taf. 43/3
„Oedenburg Burgstall Tumulus X V II77 (77 mit roter Ölkreide dazu geschrieben)“ (Zettel).
Dunkelbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, abgesetzte Standflache, bauchiger Unterteil, flach
gewölbte Schulter, gegen den konisch kehligen Hals abgesetzt, schwach ausladender, kantig gegen innen abgesetzter
Mundsaum. - Schulter abwechselnd durch stehende und hangende, aus 2 parallel geführten Kanneluren gebildete
Winkel verziert Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine absatzartige Rille.
Maße: Stfl. 8 cm, Bdm. 22 cm, HSdm. 16,2 cm, Mdm. 11,3 cm, H. 21,1 cm, W st 4 -5 mm.
17.084 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.)Taf.44/1
Rotviolett-graubrauner Ton, mehr schwärzliche Innenseite, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung, teils auch Rötel­
stückchen darunter. - Ebene, abgesetzte Standflache, nur im Ansatz erhalten, breit konischer, niedriger Beuch,
betonter Bauchumbmch, schwach konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Den Bauchumbruch betonen
umlaufend angeordnete Tonköpfe. Der Hals weist ein Ritzmuster aus zwei gegenläufigen Zickzacklinienbändem auf,
wodurch ein Rhombenmuster entsteht, das in jeden Rhombus ein Kreisauge, welches von einer eingestochenen
Punktreihe umgeben wird, eingeritzt h at Die Linienb&nder werden beiderseits von einer eingestochenen Punktreihe
begleitet — TjHn breiter Bnnaiienirel fuhrt ungefähr von der Halsmitte zum Mundsgumrand und trügt die gleiche
Verzierung wie der Hals, wobei sich das Muster (Rhombus) insgesamt zweieinhalbmal wiederholt
Erhalten: StfL-Ansatz mit Bauchansatz, Bauch mit Umbruch, Hals mit Ms.-Rand, Henkel.
Maße: Stfl. 10 cm, Bdm. 30-34 cm, Mdm. 28-32 cm, rek. H. 14 cm, HenkelB. 5 crfi, W st 5 -6 mm.
17.084/2 W a n d f r a g m e n t
Bräunlicher, im Kern roter Ton, schwarze Oberfl&che, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Fragment m it 2, vielleicht
auch 3 schrägen, parallelen, eingefurchten Linien verziert
Maße: W st 7 mm.
17.085 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.)T at43/6
Dunkelbrauner bis schwärzlicher Ton, Steinchenmagerung. - Flach konisch aufsteigender Bauch, Bauchumbmch,
stark gewölbte Schulter, kurzer Kragenhals, Mundsaumrand fehlt - Schulter weist eine alternierend angeordnete,
schräg kannelierte, hängende und stehende Dreiecksverzierung auf.
Erhalten: Bauch bis Hals-Schulter-Umbruch, Bauchumbruch bis Hals, Ms.-Rand fehlt.
Maße: Bdm. 36,5 cm, HRHm. 34 cm, erh. H. 12,2 cm, W st 6 -7 mm.

17.086 G e f ä ß f r a g m e n t e

17.086/1 Taf. 41/2


Rötlichbrauner Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach bauchiger Unterteil, schwach konisch-zylindri-
seher Hals, wulstfönrüg waagrecht nach außen ausladender, gegen innen abgesetzter Mundsaum. - Eine Art,
Fingertupfenleiste betont den Hals-Bauch-Umbruch. Der Mundsaumrand weist eine schräge (Z) Kerbverzierung auf.'
Erhalten: Bauch bis Ms.
Maße: Bdm. ca. 23 cm, Mdm. 20 cm, erh. H. 11,7 cm, Wst 5 -8 mm.
17.086/2 T at 41/1
Ockerfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gewölbte Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals
abgesetzt - Der Schulter-Umbruch wird durch eine Knubbe verziert, die von 4 konzentrischen Halbkreisrillen
umgeben is t Das Muster ist nur fragmentarisch erhalten.

151
Erhalten: Schulter bis Hals.
Maße: HS dm. 22-24 cm, erh. H. 7,3 cm, W st 7 mm.
17.088/3
ttrgiiniinVioT Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. —Das Wandfragment ist durch eine Warze verziert, unterhalb der ein
unregelmäßiges Zickzackmuster eingeritzt is t
Maße: W st 6 -7 mm.
17.086/4
Grauer Ton, stark verwaschene, poröse Oberfläche (Feuereinwirkung), Steinnhenmagenihg.;—Schwacher Umbruch
eines Gefäßes. - Den Umbruch betonen eingetiefte, eng nebeneinander liegende Punktdellen.
Maße: Wst. 4 -5 mm.
17.087 F u ß s c h a l e T af.48/3
Heller, rfltlichbrauner Ton, Stelnchenmagerung. —Breit konischer, innen glockenförmig abgeschlossener, hohler Fuß,
finr-ti konische Schale mit eingezogenem Mundsaum. —Fuß am Band mit 2 waagrecht umlaufenden Kanneluren
verziert, die die Basis fü r stehende Winkel bilden. Diese sind aus je 3 Kanneluren gebildet und zweieinbalbnial
'umlaufend angeordnet. Gegen den Schalenboden hin schließen wieder 2 waagrecht umlaufende Kanneluren das
Muster ab. Der Mundsaum ist schräg (S) kanneliert
Maße: Fdm. 9,2 cm, Mdm. 15 cm, H. 9,7 an, Wst. 3 -5 mm.
17.088 F u ß f l o h a l e T af.411/2
Dag Im Kegelhalsgef&ß c) - siehe MAG 178 f. unter s).
Dunkelbrauner Ton, Steinchenmagerung. —Schwach konischer, kantig gegen innen abgesetzter, kurzer, hohler Fuß,
flach konische Schale mit eingezogenem Mundsaum. — Mundsaum durch eine dreifache, waagrecht umlaufende
Tfantimfl, die sechsmal von 3 schräg (S) gerichteten Kanneluren unterbrochen wird, verziert, eine vierte ist nur sehr
schwach erkennbar.
Maße: Fdm. 6,5 cm, Mdm. 12,5 cm, H. 7,6-8,3 cm, W st 3 -7 mm.
17.089 F n B s c h & l e h e n T af.45/7
Dunkelbräunlicher Ton, Steinchenmagerung. — Breit konischer, niedriger, innen glockenförmig abgeschlossener,
hohler FUß, kleine, konisch bauchige Schale mit eingezogenem Mundsaum, der leicht konisch zuläuft —Mundsaum
weist schräge (S) Kannelierung auf. Der Schalenboden ist durch eine kleine Delle hervorgehoben.
Maße: Fdm. 5,4 cm, Mdm. 7,2 cm, H. 5 cm, W st 3 -5 , 7 mm.
17.090 F u ß s c h ä l c h e n T at 45/9
Dunkler, bräunlicher Ton, Steinchenmagerung. - Niedriger, mehr oder wenig zylindrischer, kantig gegen innen
abgesetzter, hohler Fuß, bauchig konische, kleine Schale mit schwach konisch eingezogenem Mundsaum. —
Mundsaum ist schräg (S) kanneliert. Der Schalenboden ist durch eine kleine Delle hervorgehoben.
Maße: Fdm. 5 cm, Mdm. 8,5 cm, H. 4,5-4,8 cm, Wst. 3 -6 mm.

17.091 F u ß s o h a l e T at 45/1
Darin lagen kalzinierte Knochenstückchen und ein Harzstück - siehe MAG 178 f. unter t).
Hellbrauner bis schwärzlicher Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischer, kantig gegen innen abgesetzter,
hohler Fuß, konische Schale mit eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum ist leicht schräg, fast senkrecht kanneliert
Erhalten: R iß bis Ms., vom Schalenkörper aber etwa nur ein Viertel.
Maße: Fdm. 6 cm, Mdm. 13 cm, H. 8 cm, W st 4 mm.
17.092 F u ß s c h a l e T at 45/5
Dunkelbräunlicher Ton, gröbere Steinchen-Glimmer-Magerung. - Niedriger, konischer, innen glockenförmig abge­
schlossener, hohler Fuß, konische Schale mit konisch eingezogenem Mundsaum. - Schalenboden ist schwach vertieft
vom Schalenkörper abgesetzt.
Maße: Fdm. 6,5 cm, Mdm. 13,6 cm, H. 6,9 cm, W st 3 -7 mm.

17.093 H e n k e l s o h a l e T at 46/8
Bräunlich schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung..- 3 kleine Dellen als Standfläche, bauchiger Unterteil,
gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender, schwach S-förmif hwungener Hals, Mundsaumrand. - Innen­
seite und Außenseite weisen Spuren von Graphitmustem auf. Der Hals war wahrscheinlich mit einem. Zickzackmu­
ster, das auch etwas auf den Bauch Übergriff, verziert während der Mundsaum durch ein Graphitband betont wurde.
Die Innenseite ist durch breite, kreuzförmig angeordnete Graphitlinien hervorgehoben. - Ein kleiner, durch
3 senkrechte Kanneluren verzierter Bandhenkel führt von oberhalb des Bauchumbruches zum Mundsaumrand. -
Mundsaum ist an der Henkelansatzstelle leicht eingezogen.
Maße: Dellen Dm. 1,2 cm, StfL 3 cm, Bdm. 11,3 cm, Mdm. 10 x 9,5 cm, H. 5-5,3 cm, HenkelB. 1,8 cm, Wst. 3 -4 mm.
17.094 H e n k e l s o h a l e Taf.43/2
Bräunlicher bis schwärzlicher Ton, Steinchenmagerung. - 3 kleine Dellen als Standfläche, flach bauchiger Unterteil,
Bauchumbruch, konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Den Bauchumbruch betonen umlaufend angeordnete
Tonknöpfe. - Ein kleiner, mit 3 Längskanneluien verzierter Bandhenkel reicht von oberhalb des Bauchumbruches bis
zum Mundsaumrand, nur im Ansatz erhalten. - Mundsaum ist an der Henkelansatzstelle leicht eingezogen.
Maße: DeUenDm. 0,8 cm, StG. 2,5 cm, Bdm. ca. 11 cm, Mdm. 10 x 9,5 cm, H. 5,4-5,8 cm, HenkelB. 1,6 cm, W st 3 -5 nun. '
17.095 S c h a l e T at 45/8
Bräunlicher Ton, schwärzliche Innenseite, teilweise auch auf den Mundsaum übergreifend, Steinchenmagerung. -

152
Kleine, ebene, gut abgesetzte Standfläche, flach konische Schale mit eingezogenem Mundsaum. - Mund um ist
schräg (S) kanneliert
Maße: StfL 5,5 (an, Bdm. 18,2 cm, Mdm. 17 cm, H. 5,5 cm, Wst. 5 -6 nun
17.096 S c h a l e Taf. 45/8
Hellbrauner Ton, Steinchenmagerung. - Kleine, ebene, abgesetzte Standfläche, konische Schale mit eingezogenem
Mundsaum. - Mundsaum zeigt schräge (S) Kannelurverzierung.
Maße:'StfL 6 cm, Bdm. 19 cm, Mdm. 17 cm, H. 6,5 cm, Wst 5 mm.
17.097 B o d e n f r a g m e n t T af.45/4
Dunkelbrauner, schwärzlicher Ton, grobe Stemchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene, abgesetzte Standfläche,
konisch aufsteigende Wand.
Maße: StfL,6 cm, erh. H. 3,8 cm, W st 6 mm.
17.098 S i t u l a (frag.)Taf.43/1
Bräunlicher Tan, Außenseite mit einem schwarzen Überzug versehen, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Bauchig
konische Wand, schwacher Schulterumbruch, schräge, absatzartige Schulter, schwach kehlig ausladender, fest
zylindrischer Hals, schwach nach außen verdickter Mundsaumrand. - Überzug nur mehr in Resten erhalten. -
PecMnstrich, siehe SAUTER (1967).
Erhalten: Schulterumbruch mit Bauch- und Halsansatz, Hals mit Ms.-Rand.
Maße: Bdrh. 18-20 cm, HSdm. 13-15 cm, Mdm. 14-16 cm, erh. rek. H. 9,3 cm, W st 4 -5 mm.
17.099 H e n k e l s e h a l e n (frag.)

17.609/1 Tat 48/4


Bräurüichgrauer, heller Ton, sehr feine Stelnchemnagerung. - 3 kleine Dellen als Standfläche, nur eine erhalten,
bauchiger Unterteil, Bauchumbruch, schwach konisch zulaufender, fest zylindrischer Hals, Mundsaumrand. -
Bauchumbruch um laufend durch T lknöpfe verziert Innen- und Außenseite weisen Spuren e in » Graphitierung auf,
wahrscheinlich Reste eines Graphitmusters (vermutlich außen Zickzackmuster, Innen ein Kreuzmuster). - Ein
schmaler, mit 2 TÄngskanneluien v erzierter Bandhenkel führt von oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaum­
rand. Henkel ist graphitlert.
Erhalten: Stfl. bis Ms.-Rand, HenkeL
Maße: DeUenDm. oval 0*9 x 1,2 cm, StfL ca. 3-3,5 cm, Bdm. ca. 12 cm, Mdm. ca. 10 cm, H. 4,6 cm, HenkelB. 1,2 cm,
W st 3 -4 mm.
17.090/2 T at 43/5
Graubräunlicher Ton, schwärzliche Innenseite, Außenseite mit schwarzen Schmauch flecken, sehr feine Stdnchemna-
gerung. - 3 kleine Dellen als Standfläche, bauchiger Unterteil, Bauchumbnich, schwach konischer, fest zylindrischer
Hals, Mundsaumrand. - Bauchumbruch umlaufend durch Tonknöpfe betont. - Henkel fehlt
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Bauchumbruch mit Hals und Ms.-Rand.
Maße: Dellendm. 8 -9 mm, Stfl- ca. 2,6-3 cm, Bdm. ca. 12 cm, Mdm. ca. 10 cm, rek. erh. H. 5,5 cm, W st 4 -5 mm.

17.100 S i e b f r a g m e n t T a t 46/5
Laut PA.-Ihventar der Univ. Wien geschenkt. - Das Bruchstück wird im Institut für Ur- und Frühgeschichte der Univ.
Wien aufbewahrt 1080 aber nicht auffindbar gewesen.
Schwarzer Ton, Stemchen-Glimmer-Magerung - Ebene bis leicht nach innen gewölbte Standfläche, nur im Ansatz
erhalten, konisch auftteigende Wand. - Boden und Wand sind dürchlocKt und zwar vöhäußennachiri nen
durchgestoßen. Die Wanddurchlochung ist in annähernd waagrecht umlaufenden, zum Boden parallel geführten
Reihen ausgeführt; beim Boden ist zu wenig erhalten, um über die Form etwas aussagen zu können.
Erhalten: StfL-Ansatz mit Wandansatz.
Maße: Stfl. ca. 8 cm, erh.H. 4,2 cm, Wst. 4 -8 mm.
17.101 T o n t A h r e h e n f r a g m e n t T af.46/8 .............
Heller, rötlichbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Annähernd zylindrische Tonröhre mit Längsdurchboh­
rung. Die Bruchstelle ist schwach aufgewulstet, so, als ob die Röhre von einer Gefäßwand abgebrochen wäre. Das
andere Ende ist kantig abgeschlossen, schwach gerundet, wobei die Durchbohrung ebenfells ganz schwach
aufgewulstet erscheint. - Vielleicht die Tülle eines Sauggefäßes?
Maße: L. 3 cm, Dm. 1,2-1,3 cm, Dm. der Durchbohrung 3 mm.
17.108 S p i n n w i r t e l (acht Stück)
Laut PA.-Inventar drei davon der Univ. Wien geschenkt - Es sind 3 Spinnwirtel im Institut für Ur- und
Frühgeschichte der Univ. Wien aufbewahrt (waren 1980 nicht auffindbar gewesen); hier unter den Inv. Nr. 17.102/6-8
beschrieben.
17.102/1 T at 42/2
Grauer Ton, stark verwaschene Oberfläche (Feueremwirkung7), Steinchenmagerung. - Turbanförmiger Wirtel mit
gerundetem Umbruch. - 3 waagrecht umlaufende Rillen schließen die senkrecht über den Umbruch ziehenen lallen
gegen die Durchlochung zu ab. - Das Muster ist schlecht sichtbar, ein Teil des Umbruches ist abgebrochen.
Maße: Dm. 3,2 cm, Dm. der Durchlochung 4 -5 mm, H. 1,7 cm.
17.168/8 Taf. 48/6
Heller, bräunlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch hochgezogener, turbanförmiger, gegen die Durch­
lochung eher zylindrisch werdender WirteL - Umbruch durch senkrechte Kerben betont
Maße: Dm. 4,5 cm, Dm. der Durchlochung 6 mm, H. 3,5 cm.

153
17.102/3 T at 42/1
Schwärzlich brauner Ton, Steinchenmagerung. —Turbanförmig« Wirtel mit etwas abgesetzter Durchlochung und
gerundetem Umbruch. — Umbruch mit senkrechten Billen verziert. Die Absetzung wird durch 2 waagrecht
umlaufende Billen betont
Mate: Dm. 3,6 cm, Dm. der Durchlochung 4 -6 mm, H. 2 cm.
17.102/4 T at 46/6
Schwärzlich brauner Ton, Steinchenmagerung. —Flach bimförmiger Wirtel mit zylindrisch« Absetzung (Hals) und
scharf kantigem Umbruch. - Umbruch mit senkrechten Billen verziert.
Maße: Dm. 2,B cm, Dm. der Durchlochung 4 -5 mm, H. 1,5 cm.
17.102/5 T at 42/3
Braun« Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Bimförmiger Wirtel mit zylindrischer Absetzung (Hals) und scharfem
Umbruch. —Umbruch durch hängende, konzentrische Halbkreise (3-4), die umlaufend viermal angeordnet sind,
betont. Die Absetzung ist durch eine schwache Bille hervorgehoben.
Maße: Dm. 3,4 cm, Dm. der Durchlochung 6 mm, H. 2,1 cm.
'17.102/6 T at 40/3
Graubrflunlicher Ton, verwitterte Oberfläche, Steinchenmagerung. - Doppelkonischer Wirtel mit gerundetem
Umbruch und schwach betonten, gewulsteten Durchlochungsrändem. - Umbruch durch eingeritzte, stehende,
konzentrische Winkel (2) betont Das Muster ist sehr schlecht erkennbar, wahrscheinlich aber drei- oder viermal
umlaufend angeordnet
Maße: Dm. 3 cm, Dm. der Durchlochung 4 -5 mm, H. 2,1 cm.
17.102/7 T at 46/4
Schwarzer, im Rem dunkelbräunlich« Ton, Steinchenmagerung. - Turbanförmig«, konisch geform t« Wirtel mit
scharfem Umbruch. - Umbruch mit senkrechten Rannelurrillen verziert
Maße: Dm. 3,5 cm, Dm. d « Durchlochung 5 mm, H. 1,8 cm.
17.102/8 T at 42/5
Bräunlich« Ton, Graphitierung, Steinchenmagerung. - Breit gedrückter, bim förm ig« Wirtel mit zylindrisch«
Absetzung (Hals) und gerundetem Umbruch. - Umbruch durch gerillte, schräg (Z) gestrichelte Dreiecke verziert, die
wirbelartig angeordnet sind. Gegen die andere Seite zu sind 3. kleine Billen am Umbruch «kennbar; wieweit sie auch
.ein Munter bilden, ist nicht mehr feststellbar, da die Oberfläche zu sehr verwittert is t —Am Umbruch Spuren von
Graphitierung der Oberfläche «kennbar.
Maße: Dm. 3,8 cm, Dm. d « Durchlochung 5 -6 mm, H. 2,3 cm.
17.103 T o n p e * 1e T at 46/1
Schwarz« Ton, feine Steinchenmagerung. - Große, annähernd zylindrische P « le mit abgerundeten Kanten. -
Unverziert Von beiden Seiten „gebohrt“.
Maße: Dm. 4,1 cm, Dm. d « Durchlochung 9 mm, H. 2,8-3 cm.
17.104 S c h l e i f s t e i n (frag.)Tat 44/2
Rötlich braun« Quarzsandstein. - Quaderförmig«, an d « Spitze zulaufend«, im Querschnitt quadratisch«
Schleifetein, dessen Spitze a b « abgerundet gewesen sein dürfte, sie ist nur teilweise «halten. - Auf ein « Seitenfläche
sind rote Farbflecke und Graphitspuren feststellbar.
Erhalten: Schleifetein mit abgebrochenen Enden.
Maße: « h X . 7,8 cm, B. 2,6-2,9 cm, H. 2,8 cm.
17105 G e s t e i n s s c h l a c k e T a t44/3
Besteht zu 90% aus Glas und zu 10% entglaster Masse. - Im Querschnitt rechteckig« Stein, d « eine annähernd schmal
dreieckige Gestalt aufweist. Er ist in sich leicht gekrümmt und besitzt aufgebogene Enden, die nur im Ansatz «halten
sind.
Maße: « h . L. 13,3 cm, B. 4,4 cm, H. 3 cm.
ohne Nummer K n o c h e n k l e i n
Ein Individuum?, Alter?, Geschlecht? - siehe JUNGWIRTH (1966).

.154
Tumulus 50

Literatur: R. HOERNES (1891, [77]).


Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: H. klein, kaum 0,8 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 6. und 7. VHE. 1891.
Einbauten: nicht angegeben, - Grube.
Brandspureh: nicht angegeben.
Befund: schon in geringer Tiefe einige interessante Scherben, darunter Bruchstücke von
Kegelhals gefäßen m it Kreisomamenten und anderes, in der Aufschüttung gefunden; in 1,2 m
Tiefe dann eine Grube, nur wenig Gefäße und in so schlechter Erhaltung, Haft nur einige
Kleinigkeiten, darunter ein Paar kleinere „Doppelgefäße“, mitgenommen werden konnten.
Diese sind m it Tum. 149 zwar angeschrieben, doch laut Inventar und auch auf Grund der
Literatur gehören sie eindeutig zu Tum. 50.
Funde: nicht angegeben.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr.
Bemerkungen: die Grube des Tum. 50 wird in der Publikation (MAG) m it jener des Tum. 28
verglichen, doch liegt hier eine Verwechslung m it Tum. 27 vor (s. auch Tum. 27).

35.481 K e g e l h a l s g e f ä ß e (frag.)
„Von einer großen schwarzen Urne (Probe) und darin liegenden Schälchen Tumulus 50 in 1,20 m Tiefe (Es waren zwei
solche ganz zertrümmerte Urnen vorhanden)“ (Zettel). - VgL 35.567/1-2 als Schälchen wahrscheinlich; es könnte auch
35.568 bzw. beide Objekte in Betracht kommen.
35.481/1 T at 47/4
Brfiunlich sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche;, Graphitierung, Steinchen-Glinmier-Magerung. - Schulterbruch­
stück mit einer leicht ovalen Öffnung, die sich in einer nach außen zu erweiternden Röhre fortsetzt Die Röhre Ist nur
im Ansatz erhalten. - Spuren von Oberflächengraphitierung.
Erhalten: Ausgußfragment eines KegelhalsgefSßes.
Maße: AusgußDm. innen/außen 2,5 cm/4,7 cm, W st 7 -8 mm.
35.481/2 T at 48/7
Bräunlich grausandfarbener Ton, schwarze Oberfläche,.Stemchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulte:, konisch
zulaufender Hals, ausladender, gegen innen zu gut abgesetzte: Mundsaum. - Hals und Schulter weisen eine gerillte
Verzierung auf; die Schulter gehört wegen der ähnlichen Veratenmgstechnik ^wahrscheinlich zu diesem Gefäß,
Halsverzierung: eine große, elngetlefte Delle mit koarisdrem, teilweise herausgedrücktem Tutulus als Mittelpunkt, von
deren unterer Hälfte, gegen die Schulter zu gelegen^ nach beiden Seiten mindestens 3 parallele, enge, eingedrückte
Rillen ausgehen, die leicht schräg an der Delle ansetzen:und schwach aufwärts gegen den Hals zu geführt sind. Diese
Rillen bilden die Basis für stehende Halbkreisei. die ebenfalls an der Delle ansetzen und wo mindestens 2 aufeinander
folgend angeordnet sind. Von der Dellenmitte führt gegen den Hals-Mundsaum-Umbruch zu eine senkrechte Rille, sie
Ist aber nur im Ansatz «'halten. Die Schulter is t m it einem stehenden, aus 4 Rillen gebildeten Winkel verziert, der an
seiner Basis einen eingerillten Halbkreis umschließt
Erhalten: Schulter, Hals-Schulter-Umbruch mit Schulter- und Halsansatz, Hals mit Ms.-Ansatz.......
Maße: H S dm. (bei der ersten Rille) 38 cm , M cüxl innen 17,5 cm, rek. erh . H. 28 cm, W st 9 -1 0 m m .
35.481/3 T at 48/6
Grausandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Konisch zulaufender Hals. - Hals
weist eine Graphitverzierung auf, wahrscheinlich stehende Winkel oder eine Zickzackverzierung. Gegen den
Mundsaum schließt eine waagrecht umlaufende Graphitlinie das Muster ab.
E r h n lt o n ; TT ala
Maße: HSdm. 39,6 cm, erh. H. 13 cm, Wst 8-10 mm.
35.481/4 T at 47/6
Bräunlich sandfarbener Ton, graue bis schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stemchen-Glimmer-Magerung - Flache,
gegen den konisch zulaufenden Hals nicht abgesetzte Schulter, ausladender, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum,
nur im Ansatz erhalten. - Schulter weist unterhalb des Hals-Schulter-Absatzes 2 waagrecht umlaufende Kanneluren
(eher eine Kantung) auf, an die senkrecht mindestens 4 selchte, parallele Kanneluren anschließen. Ein Wandfragment
besitzt einen kreisförmigen, nur fragmentarisch erhaltenen Ansatz für einen Buckel bzw. Tutulus, wobei der Ansatz
von mindestens 3 Kanneluren umlaufend begleitet wird; wahrscheinlich viam al umlaufend angeordnet gewesen.
Gegen den Mundsaum zu ist der Hals mit mindestens 5 waagrecht umlaufenden Kanneluren abgeschlossen. - Spuren
von Oberflächengraphitierung erkennbar.
Erhalten: Schulter, Hals-Schulter-Umbruch, Ms. mit Halsansatz.
Maße: HSdm. 47 cm, Mdm. innen 24 cm, rek. erh! H. 28 cm, W st 7 -8 mm.

155
36.48175 Taf. 48/3
Grausandfarbener bis schwärzlicher Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch zulaufender
Hals mit ausladendem Mundsaum. - 2 Schulterfragmente weisen eine senkrechte Kannelurverzierung auf, doch sie
besitzen verschiedene Wandstärke, das mit geringerer Wandstärke weist eine schwärzliche Innenseite auf. Hin drittes
Schulterfragment, wahrscheinlich mit dem Ansate eines Hals-Schulter-Umbruches, trägt eine Metopenverzlerung; es
wechseln senkrechte Kannelurgruppen mit einer Riteverzierung ab, die aus einem schräg gestrichelten Dreiecksmu­
ster besteht
Erhalten: Hals mit Ms.; 3 Schulterfragmente, 1 Wandfragment.
Maße: Mdm. 22-24 cm, W st 5 -7 mm.
85.481/6 M u n d s a n m f r a g m e n t Taf. 48/4
Rötlich-gelbbrauner Ton, verwaschene Oberfläche, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ansatz für einen lrnni«»li
'bauchigen Unterteil, mehr oder weniger zylindrisch-konischer Hals mit leicht nach außen verdicktem MundsaurarancL
- Mundsaumrand ist schräg (Z) gekerbt. - Vielleicht das Fragment eines Kalenderberghenkeltopfies.
Erhalten: Bauchansate bis Ms.-Rand.
Maße: Mdm. 18-20 cm, Wst. 6 -7 mm.
3&S22/1-2 K a l e n d e r b e r g s w l l l i n g s t ö p f e h e n (frag.) T at 47/8Jt
„Gef&ssscherben aus geringer Tiefe in der Aufschüttung des Tumulus 50“. , .Tumulus. . . Westreihe Südende Schale
aus (Urne?). . . Lage verpackte. . . große Urne“ (Zettel).
Dunkelgraubrauner Ton, feine Steinehenmagerung. - Kleine, ebene, gut abgesetete Standfläche, konisch bauchiger
Unterteil, gegen d^p kurzen. Kragenhals abgesetzt, sehr schwach ausladender Mundsaum, der gegen innen gut
abgesetzt is t - Ein aus 2 parallel laufenden Rillen gebildetes'Zickzackmuster betont den Unterteil, das alternierend
von stehenden oder hängenden Winkeln (aus 2 Rillen gebildet) begleitet wird. Am Hals-Schulter-Umbruch amH die
Spitzen des Zickzackmusters durch 3 kleine Dellen, in Form eines hängenden Dreiecks angeordnet, betont. Die frei
gebliebenen Flächen sind mit runden, schräg eingedrückten „Stempeln“ (indirekte Stempelung) ausgefüllt Der
Mundsaumrand ist durch schräge (Z) Emriteungen verziert - Unter dem Bauch (grüßten Weite) ist an einer Stelle die
Wandung etwas vorgewölbt und die Oberfläche ausgeplatzt; dürfte die Ansatzstelle für das zweite Gefäß gewesen sein.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand; StfL bis Ms.-Rand.
Maße: Stfl. ca. 5,5 cm, Bdm. 12,5 cm, rek. Mdm. 11 cm, H. 9,3 cm, W st 4 mm; Stfl. 5,3 cm, Bdm. 12,5 cm, Mdm. 11 cm,
H. B cm, W st 4 mm.

35.522/3 B o d e n f r a g m e n t T at 48/5
Heller, bräunlicher, sandfarbener Ton, graubraune Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, gut abge­
setete, etwas verdickte Standfläche, konisch aufsteigende Wand.
Maße: Stfl. 7,4 cm, erh. H. 7,5 cm.
86.522/4 M n n . d s a n m . f r a g m e n t einer S ltu laT at 47/5
Heller, rüüichbrauner Ton, Außenseite m it einem schwarzen Überzug versehen, feine Steinchen-Glimmer-Magerung.
- Konisch auslaufender Hals, Hals-Mundsaum-Umbruch, schwach trichterförmig ausladender Mundsäum. - Pechan­
strich, siehe SAUTER (1907).
Maße: HSdm. 18-20 cm, Mdm. 19-21 cm, erh. H. 2 cm, Wst. 4 mm.
35JC87 H e n k e l s c h a l e n (frag.)
Wahrscheinlich sind sie mit den innenliegenden Schälchen in einer großen schwarzen Urne (Kegelhalsgefäß) 35.481
gemeint; es könnte aber auch die Henkelschale 35.568 in Betracht kommen.
35JH57/1 T at 48/1
Braungrauer Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundeter Bauchumbruch, schwach konisch nilmiffaurtar
Hals, Mundsaumrand. - Ein kleiner, mit 3 senkrechten Kanneluren verzierter Bandhenkel führt vom Bauchumbruch
zum MiiTirfaniirmunH —Mundsaumrand ist beim' Henkelansatz leicht eingezogen.
Frhnlfawr Bauchumbruch bis Ms.-Rand mit Henkel
Maße: Bdm. 11-12 cm, Mdm. innen 10-11 cm, Mdm. ca. 10,5-11,5 cm, erh. H. 3,8 cm, HenkelB. 2 cm, W st 4 -5 mm
35A67/2 Taf. 47/1
Schwärzlicher Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundeter Bauchumbruch, schwach konischer, fest
zylindrischer Hals, Mundsaumrand. - Ein kleiner, durch 2 senkrechte Kanneluren verzierter Bandhenkel führt vom
Bauchumbruch bis zum MnnHaaiiTnrtmH.
Erhalten: Bauchumbruch Ins Ms.-Rand mit Henkel
Maße: Bdm. innen ca. 12 cm, Mdm. ca. 12,6 cm, erh. H. 3,3 cm, HenkelB. 1,8-2 cm, W st 3 -4 mm.
85JK88 H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 48/2
Könnte als innenliegendes Schälchen aus Kegelhalsgefäß 35.481 in Betracht kommen.
Graubrauner Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - 3 kleine Dellen als Standfläche, schwach gerundeter Bauch,
schwacher Bauchumbruch, leicht konisch zuläufend^r, fest zylindrischer Hals, Mundsaumrand. - Hai« mit zwei
parallel geführten, graphitierten Zickzackmustem verziert, wobei das untere auch etwas auf den Bauch übergreift Den
Mundsaumrand begleitet ein schmales Graphitband. - Ein kleiner, mit 3 senkrechten Kanneluren verzierter,
graphltlerter Bandhenkel führt von oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaumrand. - Ob die Henkelschale
eine Innenverzierung besaß, ist nicht mehr feststellbar.
Erhalten: Stfl. bis Ms.-Rand, Henkel.
Maße: DellenDm. 1,2 cm, Stfl. 2,7 cm, Bdm. 11,6 cm, Mdm. 11 cm, H. 4,4 cm, HenkelB. 1,8 cm, W st 3 -4 mm.

156
Tumulus 52
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891, .179).
Lage im Gelande: Mittelgruppe.
Größe: nicht angegeben.
Zuordnung: nicht angebbar.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: nicht angegeben.
Fünde: 8 Tongefäße (2 teilweise restauriert), 1 Tonscheibe und 1 TonwirteL
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 52 auch als
Tum. XIV bezeichnet.
Die Keramikbruchstücke der Inv. Nr. 17.106 (vgl. MAG/a) bilden mit 17.079fT. 34 und 17,117/
T. 53 ein Gefäß (vgl. dazu Tum. 34).
17.106 K e g e l h a l s g e f ä B (frag.) Tat. 41/3
siehe Tum. 34.
17J.06/2 S c h u l t e r f r a g m e n t
Dunkelbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchenmagerung. - Mindestens 1, wahrscheinlich aber 2 waagrecht
umlaufende Karmeluren betonen den Hals-Schulter Umbruch, daran schließt die Schulterverzierung an. Erhalten eine
KamrnBtri^bygrzlenmg aus mindestens 5 Linien, die schräg S geführt sind, wahrscheinlich von einem stehenden
Winkel oder Zickzackmuster stammend.
Erhalten: Schulter eines Kegelhalsgefäßes.
Maße: Wst. 7 mm_
17.107,K e g e l h a l s g e f ä B (frag.) Taf. 49/1
Sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Stemchen-Glimmer-Magenmg. - Gut abgesetzte Standfläche, nur im Ansatz
erhalten, breit konisch aufsteigender Bauch, Bach gerundete Schulter, die ohne Umbruch in den konisch zulaufenden
Hqip übergeht. - Hals und Schulter weisen eine Graphitverzierung auf. Schulter wahrscheinlich mit hängenden
Winkeln, je 3 ineinander gestellt, und eingeschriebenen, stehenden (je 2) verziert Waagrecht umlaufende Graphitlinie
betont dem Hals-Schulter-Absatz. Halsverzierung wahrscheinlich umlaufend aus einer Reihe ineinander gestellter
Winkel (je drei) bestehend, wobei es scheint, als ob sich die Winkel der Halsverzierung auf der Schulter fortsetzen, so
daß ein breites Zickzackbandmuster das Gefäß bedecken würde. Gegen den Mundsaum zu ist das Muster mit
mindestens 3 waagrecht umlaufenden, seichten Karmeluren, die auch graphitlert sind, abgeschlossen.
Erhalten: StB. im Ansatz mit Bauchansatz, Schulter bis Hals.
Maße: StfL ca. 14-16 cm, HSdm. 38 cm, rek. erb. H. 36,5 cm, W st 7 -9 mm.
1TJ.08 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T al 51/4
Bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, grobe Stemchen-Gliminer-Magerung. - Ebene Standfläche, nur im Ansatz
erhalten, konisch zulaufender Hals, ausladender, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum. - Hals weist wahrscheinlich
ein aus konzentrischen, hängenden Winkeln (mindestens 2, vielleicht 3 ineinander gestellt) gebildetes Graphitmuster
auf. Gegen den Mundsaum schließt ein waagrecht umlaufendes Graphitband das Muster ab. Mundsaum ist innen bis
zum Absatz graphitiert —Das Halsmuster könnte auch als Zickzackmuster rekonstruiert werden, das alternierend von
stehenden oder hängenden Winkeln begleitet wird.
Erhalten: StfL, Hals bis Ms.
Maße: StfL ca. 15 cm, Mdm innen/außen 18 cm/25 cm, rek. H. 42,5 cm, Wst 8 -9 mm.
17.109 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T a t49/8
Bräunlich- ndfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte Standflä­
che, breit konisch aufsteigender Bauch, konisch zulaufender Hals, stark ausladender, gegen innen abgesetzter
Mundsaum. - Gegen den Mundsaum weist der Hals mindestens 3 oder 4 waagrecht umlaufende, graphiüerte
Karmeluren aut - Auf Grund dieser Halsverzierung könnten diese Fragmente vielleicht mit 17.107 ein Gefäß bilden.
Erhalten: StfL, Hals bis Ms.
Maße: StfL 15 cm, Mdm 26 cm, rek. H. 42 cm, Wst 8 -9 mm.
17110 B o m b e n f ö r m i g e s G e f ä ß m i t K r a g e n h a l s Taf. 59/3,T at 110/5
Dunkelgrau-sandfarbener Ton, rotgefärbte Oberfläche, Stednchenmagerung. - Breit konisch bauchiger Unterteil, stark
gerundete Schulter, kurzer Kragenhals, Mundsaumrand: es ist ein bauchig kugeliger Gefäßkörper mit Kragenhals,
wobei die Standfläche feh lt - Kragen hals ist graphitiert, ebenso weist der Gefäßkörper Spuren einer G: «rang
aut wahrscheinlich sind es die Brate eines Graphitmusters, das vielleicht ähnlich dem von 35.437/147 ( - 149/1891)
(Tat 85) gebildet gewesen sehr könnte, denn es ist ein stehendes, schräg (Z) gestricheltes Dreieck erkennbar. Eine
waagrecht umlaufende Graphitlinie schloß das Muster gegen die Standfläche zu ab, ist in Resten noch erhalten (vgl.
MAG/e). - Die Oberfläche war wahrscheinlieh dort, wo das Muster aufgetragen war, rotgefärbt, sonst aber eher
rötlichgelb.

157
Erhalten: Ms. bla Unterteil, Boden fehlt, ist mit Gips ergänzt
Maße: rek. Stil. 12 cm, Bdm. 38,8 cm, Mdm. 19,3 cm, rek. H. 28,4-29 cm, Wat. 7 -8 mm.
17J.11 S c h a l e (frag.) Taf. 51/3
Brfiunlicher Ton,. Steinchenmagerung. - Kleine, gut abgesetzte Standfläche, konischer Bauch, gut abgesetzter
Bauchumbruch, eingezogener Mundsaum.
Erhalten: ungefähr Dreiviertel der Schale.
Maße: StfL 6,3 cm, Bdm. 18,4 cm, Mdm. 15,5-16 cm, H. 8,4 cm, Wat. 4 -7 mm.
17J12 H e n k e l a c h a l e (fra g .)T a l50/2,Taf. 110/4
Rötlich-brauner, im Kern dunkler Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleiner Omphalos als Standfläche,
schwach bauchig konischer Unterteil scharfer Bauchumbruch, leicht konisch zulaufender Hals, Mundsaumiand. —
Hals weist eine Graphitverzierung auf, nur mehr in Resten erhalten; sie besteht wahrscheinlich aus stehenden,
mit gekreuzten, parallel zu den Dreieckseitenkanten verlaufenden, Linien ausgefüllten Dreiecken. Der Unterteil Ist
ebenfalls vollkommen graphitiert. Den Mundsaumrand betont ein waagrecht umlaufendes Graphitband. Das Schalen­
innere w eist ein kreuzförmig angeordnetes Graphitmuster auf; wobei der Omphalos ganz graphitiert wurde. - Ein
kleiner, graphitierter Bandhenkel fahrt vom Bauchumbruch bis zum Mundsaumrand.
Erhalten: .StfL bis Ms.-Rand, Henkel im Ansatz.
Maße: OtnphalosDm. 2 cm, Bdm. 12 cm, Mdm. 11 cm, HenkelB. 1,6 cm, H. 4,4 cm, W st 3 -4 mm.
17.112/2 W a n d f r a g m e n t e (zwei Stück)
Schwarz» Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach kehlig ausladend. - Innen,und außen Reste
einer Oberflächengraphitierung. - Vielleicht von einer Henkelschale stammend.
Maße: W st 3 - 4 m m .
17.112/3 W a n d f r a g m e n t
Ockerfarbener Ton, im Kern dunkel, feine Steinchenmagerung. - Schwach gerundet mit Ansatz für Umbruch.
Maße: W st 4 mm.
17.113 E i f ö r m i g e s G e f ä ß (frag.) T at 51/1
Rötlich-brauner Ton, sehr grobe Steinchenmagerung. - Ebene, etwas verdickte, gut abgesetzte Standfläche, steil
konisch auftateigcnde Wand mit schwachem Bauchumbruch und schwach gewölbtem Obertefl.
Erhallen: StfL mit aufstedgender Wand, Umbruch.
Maße: StfL 12 cm, Bdm: 18 cm, erh. H . 14,4 cm, W st 8 - 9 m m .
17.114 T o n s o h e l b e Taf. 51/2
Bräunlich schwarzer Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Annähernd runde Scheibe, im Querschnitt oval,
d. h. die Stärke nimmt gegen den Rand zu ab, der gerundet erscheint - Oberflächlich Spuren von Pech.
Maße: Dm. 11 cm, Wst 8/10-15 mm.
17.115 S p i n n w i r t e l Taf. 50/1
Hellbrauner Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Doppelkonischer bis bimförmiger Wirtel mit abgesetzter
Durchlochung und gerundetem Umbruch. Umbruch umlaufend mit 3 konzentrischen Kreisen bis Ellipsen verziert,
deren Mittelpunkt sich am Umbruch des Wirtels befindet und die aus je 3 konzentrischen Kannelurkreisen bestehen.
Die Absetzung betont eine waagrecht umlaufende Kannelur.
Maße: Dm. 3,5 cm, Dm. der Durchlochung 5 mm, H. 2,8 cm.

158
Tumulus 53

Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,179 f.).


Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 6 m, H. 0,4 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: nicht angegeben - Grube, Untergrund unter Niveau gesenkt.
Brandspuren: nicht angegeben.
Beftmd: Gefäße standen nicht in der Hügeknitte, sondern am Südostrand desselben.
Funde: 10 Gefäße (nur 1 - MAG/k - zusammengesetzt).
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 53 auch als
Tum. XII bezeichnet.
Die Keramikbruchstücke der Inv. Nr. 17.117 (vgl. MAG/a) bilden m it 17.079/T.34 und 17.106/T.52
ein Gefäß (vgL dazu Tum.' 34).
Fragmente der Kalenderbergfußschale 17.124 dürften auch im Ödenburger Museum aufbe­
wahrt sein, zumindest zeigen die Bruchstücke dasselbe Muster (54.138.4.1-2 - Hügelnummer
ist anscheinend unbekannt).

17416 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f T at 58/2
„Oedenburg Burgstall Gefäß aus Tumulus XU Nr. 51" (Zettel).
Brauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, konisch leicht bauchiger Unterteil, gegen
den Hals zu verziert und abgesetzt, kehliger, niedriger Hals mit Mundaaumrand. - Ein breiter Bandhenkel führt vom
, Halsansatz zum Mundsaum; nur im Ansatz erhalten. - Die Verzierung des Bauches besteht aus 7 waagrecht
Umlaufenden Reihen von Art Fingernageleindrücken- Die Zone unterhalb des Henkels ist unverziert MundnHnmrnn^
mit schrfigen (Z) Einschnitten verziert.
Maße: Stfl. 7,5 cm, Bdm. 17,6 cm, Mdm. 17 cm, H. 13,1 cm, Wst. 5 -7 mm.
17.117 K e g e l h a l s g e f & ß (frag.) Tafl 419
siehe Tum. 34.
17.117/2 W a n d f r a g m e n t e (zwei Stück)
Dunkel-sand&rbener Ton, schwarze Oberfläche, SteiAchen-Glimmer-Magerung. - Wahrscheinlich S chulterfragment
eines Kegelhalsgefäßes mit Kammstrichverzierung, aus mindestens 7 Linien bestehend; senkrechte Kammstrichli-
nien, eine freie Zone, dann folgt eine senkrecht eingeritzte Linie, die die Basis für 2 gegenständig angeordnete,
konzentrisch gestrichelte Dreiecke bildet.
Maße: Wat. 6 mm, 8—9 nun.
17.118 S c h a l e (frag.) Taft 53/6
Bräunlich schwarzer Ton, Stetnchenmagemng. - Kleine, ebene Standfläche, gegen innen kaum abgesetzt, etwas
verdickt, konisch aufsteigender Bauch, schwacher Bauchumbruch, kaum eingezogener, fest zylindrischer Mundum im
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Bauch bis Ms.
Maße: Stfl. 5,5 cm, Bdm. (Umbruch) 19 cm, Mdm. 18 cm, H. 7,4 cm, W st 4 -5 mm.
17.119 P r o f i l i e r t e H e n k e l ( ? ) s c h a l e (frag.) Taf. 53/4
Rötlich-brauner, sandfarbener Ton, Graphitierung, sehr feine Stemchen-Glimmer-Magenmg. - Kleiner Omphalos als
Standfläche, breit flacher, konischer Unterteil, scharfer Bauchumbruch, kleine, gewölbte Schulter, die gegen den
schwach kehligen Kragenhals gut abgesetzt ist, Mundsaumrand. - Die Außenseite der Henkelschale ist vom
Mundsaumrand bis etwa 1 cm über den Bauchumbruch graphitiert Ein kleiner Absatz betont den Hals-Sehulter-
Umbruch. Die Innenseite weist wahrscheinlich ein kreuzförmig angeordnetes Graphitbandmuster auf, wobei der
Omphalos vollkommen graphitiert ist. Ein sehr schmales Graphitband begleitet auch den Mundsaumrand auf der
Innenseite.
Erhalten: Omphalos, Unterteil bis Ms.-Rand, Henkel fehlt
Maße: QmphalosDm. 3 cm, Bdm. 16 cm, Mdm. 15 cm, H. 5,2 cm, Wst 3 -4 mm.
17.120 S c h a l e (frag.) Taf. 539
Leiter, bräunlicher Ton, feine Steinchen-Glixnmer-Magerung. - Kleine, ebene, gut abgesetzte Standfläche, steil
konisch aufsteigender Unterteil, schwach eingezogener Mundsaum, nur im Ansatz erhalten. - Knapp unterhalb des
aauchumbruches trägt der Bauch eine waagrecht umlaufende Graphitlinie als Verzierung, nur in Resten erhalten.
Erhalten: Stfl. bis Ms.-Ansatz.
Maße: Stfl. 7 cm, Bdm. ca. 19,5 cm, erh. H. 6,5 cm, W st 5 -6 mm.

159
17.121 S c h a l e (frag.) Taf. 52/1
Brftunllcher Ton, sehr feine Steinchen-GH in mer-Magerung. - Konischer Unterteil, scharfer Bauchumbruch, konisch
eiogezogener Mundsaum. - Mundsaum weist auf der Außenseite einen schwachen Knick auf und ist schräg (S)
kanneliert
Erhalten: Ms. bis Bauch.
Maße: Bdm. ca. 20,5 cm, Mdm. 10 cm, erh. H. 5,6 cm, W st 4 mm
17.122 S e h a l e (frag.) Taf. 53/2
Rötlich-brauner, heller Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - flache, konische Schale mit leicht eingezogenem
Mundsaum- - Der Mundsamn ist mit einem eingeritzten Zickzacklinienbandmuster, das aus 4 Linien besteht, verziert,
wobei knapp unterhalb des Mundsaums eine Zone frei bleibt und das Muster somit auch auf den Bauch übergreift. Der
Mundsaumrand ist mit kleinen, schrägen (Z) Kerben betont
Erhalten: Ms. bis Bauch.
Maße: Bdm. 18-20 cm, Mdm. 17,2-19,2 cm erh. H. 4,7 cm, W st 5 -6 m m
17.123 D e c k e l m i t H e n k e l (frag.) Taft 53/5
Bräunlicher, schwärzlicher Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischer, an der Spitze abgerundetes1Deckel
mit abgeaetztem, zylindrischem, leicht nach außen geschwungenem Deckelrand. Ein graphitierter, an den Kanten
schwach aufgewulsteter Bandhenkel überspannt die abgerundete Spitze. - Der Deckelrand ist vollkommen graphi-
tiert, während der Deckel selbst ein Graphitmuster trägt Es besteht wahrscheinlich aus einem kreuzförmig
angeordneten Graphitband, w ob« die dadurch entstandenen, freien Flächen durch je 2 konzentrisch ineinander
gestellte Winkel ausgefüllt werden.
Erhalten: fest der ganze Deckel.
Maße: D m des Deckelrandes 19 cm, D m des Umbruches 17,4 cm, H. mit/ohne Henkel 9,6/7,3 cm, HenkelB. 2,3 cm,
Wst 4 -5 m m
17J2S/2 W a n d f r a g m e n t
Graubräunlicher Ton, rötlichbraune Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach gerundet - Vielleicht
Bauchtal einer Schale.
Maße: Wst 4 -5 mm.
17.124 K a l e n d e r b e r g f n ß s c h a l e (frag.) T a l 52/4
Fragmente dazu dürften sich im Odenburger Museum (54.138.4.1-2) befinden,
Bräunlichschwärzlicher Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Flach konisch aufeteigende Schale mit Mund­
saumrand. - Mundsaumrand zeigt eine schwache Kantung an der Außenseite und ist mit schrägen (Z) Kerbeindrücken
verziert Die Innenseite der Schale weist eine hängende Dreiecksverzierung auf, die gleich beim Mundsaum beginnt
Die Dreiecksumrisse sind mittels eines breiteren Stabes eingerillt während die Dreiecksflächen. selbst durch teils
waagrechte, teils schräge „Stempel“ (indirekte Stempelung) ausgefüllt werden. Die „Stempel“ machen einen
rädchenartigen Eindruck.
Erhalten: Ms.-Rand mit Schalenkörperansatz.
Maße: Mdm ca. 30-36 cm, erh. H. 4,7 cm, W st 7 -8 mm
17.125 D e c k e l m i t H e n k e l (frag.) T at 53/1
Bräunlicher Ton, Oberfläche mit schwärzlichen Schmauchflecken versehen, feine Steinchenmagerung. - Konischer,
schwach gewölbter Deckel, wahrscheinlich mit abgerundeter Spitze, Deckelrand leicht nach Innen zu abgeschrägt und
abgesetzt Ein Stabhenk überspannt die fehlende Deckelspitze, bis etwa zur Hälfte erhalten. - Unversdert
Erhalten: Deckelrand bis Spitzenansatz und HenkeL ., . :
Maße: Dm. 17,3 cm, H. mit/ohne Henkel 7,7/5,7 cm, HenkelDm. ca. 1 cm, Wst. 5 nun.
17.125/2 M u n d s a u m f r a g m e n t einer Situla Taf. 52/8
Bräunlich schwarzer Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach ausladender Mundsaum.
Maße: Mdm 18 cm, erh. H. 1,7 cm, W st 4 -5 mm.

160
Tumulus 59
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172, 174,180 f.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 5,8-6,2 m, H. 0,2 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: nicht angegeben - Grube, Untergrund unter Niveau gesenkt
Brandspuren: Brandschicht.
Befund: in 1,4 m Tiefe stieß man auf die Brandschichte und die Tongefäße; der Bestattungs­
raum war demnach eine aus dem gewachsenen Boden ausgehobene Grube. Die vollständige
Ausgrabung wurde durch mächtige Bäume teilweise gehindert.
Funde: 15 resp. 18 Tongefäße (3 ganz und 1 teilweise restauriert), 1 Bronzedraht und Reste eines
eisernen Armringes, sowie 10 verschiedene Glasperlen.
Verbleib: P. A. -17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 59 auch als
Tum. XV angeführt.
Die verzierten zusammengeschmolzenen Perlen 17.145 (Taf. 57/1) lassen die ursprüngliche
Reihung auf der Kette feststellen, die als Trachtbestandteil m it am Scheiterhaufen kam.

17.126 K e g e l h a l s g e f ä ß T al 64/3
„Purgstall Tum. 14 (TTTi Große Halsurne ohne Verzier. Nr. 81. (mit Maßangaben)“ (Inventar). Tum___Nr. 235. (Zettel).
Dunkelbrauner Ton, schwärzliche Oberfläche, Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, breit
konisch aufsteigender Bauch, gerundete Schulter, die oluie Umbruch in den konisch zulaufenden Hals übergeht, breit
ausladender, gegen innen zu schwach abgesetzter Mundsäum. - Hals und Schulter weisen eine Kammstrichverzierung
auf. Schulter abwechselnd mit stehenden Kamm strich - (aus 7 Linien bestehend) und Kannelurwinkeln (ein Winkel
besteht aus 4 -5 Karmeluren) verziert; insgesamt fünftnal umlaufend. Den Hals-Schulter-Absatz betont eine breite
Kannelur, daran schließt eine waagrecht umlaufende Kammsteichlinie an, die Basis für 3 ineinander gestellte
Kammatrlchwinkel (aus je 4 Linien gebildet) mit leicht gotischer Spitze bildend. Dieses Muster wiederholt sich viermal
umlaufend.
Maße: StfL 15 cm, Bdm. 60 cm, HSdm. 46 cm, Mdm. 31 cm, H. 41,4 cm, W st 8-10 nun.
17.127 K e g e l h a l s g e f ä ß T af 55/4
Schwarze Oberfläche, Stemchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, steil konisch, aüfsteigender Bauch,
gerundete Schulter, die vom konisch zuiaufenden Hals abgesetzt ist, ausladender, gegen innen abgesetzter Mundsaum.
- Hain und Schulter weisen eine Kammstrichverzierung auf. Schulter ist metopenartig verziert: es wechseln
senkrechte bis leicht schräge (S) Kannelurgruppen (mindestens aus je 7 Kanneluren gebildet) mit je 2 nebeneinander
angeordneten, stehenden Winkeln (aus je 4 Kammstrichlinien bestehend), die auch über den Bauchumbruch reichen,
ab. Das Muster wiederholt sich insgesamt viermal umlaufend. 2 breite, waagrecht umlaufende Kanneluren betonen
den Hals-Schulter-Umbruch. Die HklsverMerung besteht aus je 2 ineinander gestellten Winkeln, aus Kammstrichen
(4 TJnien) gebildet, die sich umlaufend sechsmal wiederholen.
Maße: Stfl. 14 cm, Bdm. 64,6 cm, HSdm. 44 cm, Mdm. 29,5 cm, H/ 30 cm, Wst 8 mm.
17028 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T af 55/3
Graubrauner Ton, schwarze Oberfläche, feine Steinchen-Gliminer-Magerung. - Flach gewölbte Schulter, nur im
Ansatz erhalten, gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt - Hals und Schulter weisen eine Ritzvezrierung
auf Schulter wahrscheinlich mit einem metopenartig gegliederten Muster verziert, wobei senkrechte Kannelurgrup-
pen.mit einem nicht näher bestimmbaren Bitzmuster abwechseln, vielleicht ein schräg gestricheltes Dreieck, das
halbkreisförmig von kleinen Dellen begleitet wird, 3 senkrecht eingeritzte Linien, etwa halbkreisförmig angeordnete
Dellen, daneben ein Dreieck eingeritzt; Muster jeweils nur im Ansatz erhalten. Eine waagrecht umlaufende, seichte
Karmelur betont den Hkls-Schulter-Umbruch. Daran schließt am Hals eine umlaufende Reihe schräg gestrichelter (S)
Dreiecke, deren Spitzen durch je eine Delle betont werden, an.
Erhalten: Schulter bis Hals.
Maße: HSdm. 36-38 cm, erb. H. 9,6 cm, W st 5 -7 mm.
17.128/2 W a n d f r a g m e n t
Bräunlicher Ton, Schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mit eingeritzten, schräg (S) gestrichelten
Dreiecken verziert, die wahrscheinlich auf einer Kannelur aufeitzen. - Stammt wahrscheinlich vom Halsteil eines
Kegelhalsgef&ßes.
Maße: W st 7 -8 mm.
17.129 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T af 56/9
Hell- bis dunkeisandferbener Ton, teils grobe Steinchen-G1 immer (stark)-Mageruiig. - Gut abgesetzte, kleine Standflä­
che, breit konisch aufsteigender Bauch, flach gewölbte Schulter, die ohne Umbruch in den konisch zulaufenden Hals
Übergeht - und Schulter sind Träger der Verzierung. Schulter ist durch 4 konzentrische, plastisch gebildete
Halbkreise, die um einen kegelstumpfförmigen, kleinen Knopf als Mittelpunkt angeordnet sind, verziert Das Muster
wiederholt sich umlaufend fünf- bis sechsmal. Den Hals-Schulter-Umbmch betont ein kleiner Absatz. Die daran

161
anschließende Halsverzierung besteht aus einem eingeritzten Zickzackbandmuster, welches von 3 parallel geführten
Linien gebildet wird.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Bauch, Schulter bis Hals.
Maße: Stfl. 16,2 cm, Bdm. 58 cm, HSdm. 41,5 cm, rek. erh. H. 36 cm, W st 7 -8 mm.
17.123% B o d e n f r a g m e n t Taf. 56/4
Grausandfarbener Ton, schwarze Außenseite, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gut abgesetzte Stand­
fläche, breit konisch aufsteigender Bauch. - Am Gefäßkörper rote Farbspuren. Oberfläche graphitiert - Von rinwn
Kegelhalsgefäß stammend.
Maße: Stfl. ca. 14 cm, erh. H. 4,8 cm, W st 8 mm.
17.130 K e g e l h a l s g e f A ß (frag1.) T a l 56/8
Hell- bis dunkel graubräunlicher Ton, schwärzlich graue Oberfläche, Steinchen-Glimmer(stark)-Magerung. - Gut
ahgesetzte, kleine Standfläche, breit konisch aufsteigender Bauch, flach gewölbte Schulter, die ohne Umbruch in den
schwach konisch, kehlig geschwungenen Hals übergeht. - Hals und Schulter sind verziert Schulter ist abwechselnd
mit 8 senkrechten, schwach plastisch gebildeten Rippen und 2 waagrechten, an den Hals-Schulter-Umbruch
anschließenden Kanneluren verziert. Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine waagrecht umlaufende Kannelur. Die
Dreiecke der Halaverzierung sind, schachbrettartig aus je 6 kleinen, teils schräg (S), teils konzentrisch gestrichelten
Dreiecken gebildet, wobei die Eckpunkte des großen Dreiecks von Spiralen, die an der Außenseite von Punktdellen
begleitet sind, betont werden. Die eingestochenen Punktdellen begleiten auch die Seitenkanten des Dreiecks. Diese
Dreiecke finden sich insgesamt wahrscheinlich viermal umlaufend, jeweils aber über den waagrechten Kanneluren der
Schulterverzierung.
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Schulter bis Hals.
Maße: Stfl. 15,2 cm, Bdm. 52 cm, HSdm. 38-40-cm, rek. erh. H. 39 cm, W st 7 mm.
17130/2 W a n d f r a g m e n t
Heller, braungrauer Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Wandfragment mit Ansatz zur
Ausladung.
Maße: Wst. 6 -7 nun.
17.133/3 W a n d f r a g m e n t
Heller, bräunlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mit senkrechten Kanneluren, mlmleiitana 3 , verziert
Maße: W st 7 mm.
17.129-17.130 F r a g m e n t e v o n z w e i K e g e l h a l s g e f A ß e n
„Tumulus XI grosses Gefäss Nr. 322". „Bdrgstall Tumulus XV" (Zettel).
„Unsortierte Schaben von den beiden großen Gefäßen Nr. 17.129 und 17.130 Tum. 59, Stückzahl 2" (Inventar).
Hell- bis dunkel graubräunlicher Ton, schwärzliche Oberfläche, Stelnchen-Glimmer(stark)-Magening. - Wandfrag­
mente von Kegelhalsgefäßen. - Oberfläche teils graphitiert
17.131 K e h l i g e s H a l s g e f A ß T ai 58/1
Grausandfarbener Ton, teils schwarz geschmauchte Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung.. - Kleine, ebene,
kaum abgesetzte Standfläche, breit konisch bauchiger Unterteil, gerundete Schulter, schwach gegen den konianhm,
leicht kehlig geschwungenen Hals abgesetzt, schwach trichterförmig ausladender Mundsaum. - 2 parallele, waagrecht
umlaufende Kanneluren, die durch kleine Knubben (wahrscheinlich sind es 3, 2 erhalten) unterbrochen werden,
betonen den Hals-Schulter-Umbruch. - Innenseite teilweise, vor allem gegen die Standfläche zu, m it einem schwarzen
Überzug versehen, vermutlich sind-es angekrustete organische Reste.
Erhalten: Stfl. bis Ms., fest das ganze Gefäß.
Maße: Stfl. 7,5 cm, Bdm. ca. 24 cm, HSdm. 18,7 cm, Mdm. 15,2 cm ,H . 19,5 cm, W st 6 - 8 mm
17.131/2 H e n k e l f r a g m e n t
Heller, bräunlicher Ton, Steincheü-Gliinnier-Magerung. - Breiter, an den Kanten schwach aufgewulsteter, mit 3 « iw 4
seichten Längskanneluren verzierter Bandhenkel, der verzapft eingesetzt gewesen is t Ln Querschnitt annähernd
halbkreisförmig.
Maße: HenhelB. 3,2 cm, HenkelSt 10 mm.
17.131/3-6 W a n d f r a g m e n t e
Maße: W st 9 mm, 8 mm, 5 mm, 8 -7 mm.
17.132 G r o ß e H e n k e l s e h a l e Taf. 57/2, T at 113/4
Brauner bis schwärzlich-brauner Ton, sehr dünnwandig, Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche,
breit konisch aufeteilender Bauch, kleine, gewölbte Schulter, gegen den kurzen, kehligen Hals abgesetzt, Mundsaum­
rand. - Hals und Schulter weisen eine Stempelverzierung auf. Schulter ist mit einer liegenden, »mlmifeH
angeordneten S-SpiralVerzierung, die von einem parallel dem Muster folgenden Linienband begleitet wird, verziert
Das Muster ist mit einem rädchenartigen Stempel eingedrückt, wobei annähernd 3 solche Stempel parallel laufen und
so eine Verzierungslinie bilden. Die Verzierung ist umlaufend viermal angeordnet, wobei das Muster teilweise auch auf
den Bauch übergreift Der Hals-Schulta-Umbruch wird durch ein breites, ebenfalls mit fortlaufenden, liegenden S-
Spiralen ausgefülltes, eingeritztes Band betont Die Spiralen bilden ein unverziertes Band, das durch schräg geführte
Stempeleindrücke entstanden is t 6 bis 7 solcher Spiralen befinden sich jeweils zwischen zwei kleinen Buckeln, die in
regelmäßigen Abständen angeordnet sind, und zwar immer über dem Spiralkopf d a Schulterverzierung. Knapp u n ta
dem Mundsaumrand ist d a Hals mit einem Band verziert, das mit annähernd parallelen, waagrecht umlaufenden
Stempeleindrücken, oft bis zu dreien übereinander, ausgefOllt ist, wodurch eine unregelmäßige Musterung entsteht -
Ein breiter, an den TCnntm leicht aufgewulsteter, mit 6 Längskanneluren verzierter Bandhenkel führt vom Hals-
Schulter-Umbruch bis zum Mundsaunüand. Jede zweite Kannelur des Henkels ist mit liegenden, eingestempelten S,
die so dicht aneinander schließen, daß der Eindruck ein a Wdlenllnlenverzierung entsteht, betont - D a Mundsaum
ist an d a Henkelansatzstelle leicht eingezogen.
Maße: Stfl. 10 cm, Bdm. 34,5 cm, Mdm. 31 x 26 cm, H. 18 cm, HenkelB. 5,5 cm, W st 5 mm.

162
17.183 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.) Ta£ 57/1
Brauner Ton. teil« schwarz geschmauchte Oberfläche, Stemcheu-GlimmerMagerung. - Kleine, schwach konvexe, gut
abgesetzte Standfläche, steil konisch aufsteigender Bauch, betonter Bauenumbruch, konisch zulaufender Hals,
Mundsaumrand. - Hals ist durch ein eingeritztes, aus 3 parallel geführten Linien bestehendes Zickzackmusterverziert,
das an der Außenseite von eingestochenen Punkten begleitet wird. - Ein breiter, mit Längskanneluren, wahrschein­
lich 6 (5 sind erhalten), verzierter Bandhenkel führt von knapp oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaum­
rand. - Das Muster setzt beim Henkel aus und betont durch 2 parallel geführte Rillen in rechteckiger Umrahmung den
Henkelansatz, - Der Mundsaum ist beim Hehkelansatz schwach eingezogen.
Erhalten: StfL bis Bauchumbruch, Bauch bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: StfL 7,5 cm, Bdm. 26 cm, Mdm. 21,5-22 cm, H. 12,8 cm, HenkelB. 5,1-5,5 cm, W st 4 -5 mm.
17.134 G r o ß e H e n k e l s e h a l e (frag.) Taf. 58/5
Dunkel-rotbrauner Ton, feine Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Konischer Bauch mit Ansatz für die ausgebrochene
Standfläche an der Innenseite, gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Hals mit
einem eingeritzten, aus 3 parallel geführten Linien bestehenden Zickzackbandmuster verziert, das an der Innenseite
von eingestochenen Punkten begleitet wird. Vom Mundsaumrand hängen schrfig (S) gestrichelte, eingeritzte Dreiecke,
deren Spitzen durch je 3, in Dreiecksform angeordneten, eingetieften (eingestochenen) Punkten betont sind, in die
freien Flächen herein. - Ein breiter Bandhenkel führt von knapp oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaum­
rand, er ist nur im Ansatz »halten. - Das Muster setzt beim Henkelansatz aus. - Der Mundsaum ist beim Hehkelansatz
schwach eingezogen.
Erhalten: Bauch bis Ms.-Rand, Henkelansatz, Stfl.-Ansatz.
Maße: StfL (Ansatz), ca. 10 cm, Bdm. 27 cm, Mdm. 22,5-23 cm, erh. H. 13 cm, HenkelR. 5-5,2 cm, W st 5 -6 min.
17.134/2 H e n k e l s e h a l e (frag.) Taf. 54« .
Dunkel-rotbrauner Ton, feine Stemchen-Glimmer-Magerung. - Gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender
Hals, Mundsaumrand. - Ein schmaler Bandhenkel, nur im Ansatz erhalten, reicht van knapp oberhalb des
Bauchumbruches bis zum Mundsaumrand.
Erhalten: Bauchumbruch bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: Bdm. 14-16 cm, Mdm. 12-14 cm, erh. H. 4,7 cm, HenkelB. 1,8 cm, Wst. 4 mm.
17.135 G r o ß e S c h a l e (frag.) T at 54/4
Ockerfarbener Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Breit konischer Unterteil, schwacher Bauchumbruch,
konisch zulaufend», fitst zylindrisch» Hals, Mundsaumrand. - Hals weist eine eingeritzte, schräg (Z) gestrichelte,
stehende Dreiecksverzierung auf, wobei die Dreiecke lang schmal gestaltet sind und ihre Spitze durch eine kleine Delle
betont wird. Mundsaumrand ist mit einem gekerbten Zickzackbandmuster verziert
Erhalten: Bauch bis Ms.-Rand.
Maße: Bdm. ca. 30 cm, Mdm. ca. 28,5 cm, erh. H. 15 cm, W st 7 -8 mm.

17.136 H e n k e l s e h a l e (frag.) T at 54/1


Bräunlich» Ton, Oberfläche mit schwarzen firbmimriifieriren, Innenseite glänzend schwarz, Steinchenmagerung. -
Ein frnnm abgesetzter, ausgeprägter Omphalos betont die Standfläche, gerundeter, bauchig» Unterteil, schw ach»
Bauchumbruch, leicht konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand.
Erhalten: fast die ganze Schale, Henkel und Henkelansatz fehlen.
Maße: OmphalosDm. 2 cm, Bdm. 10 cm, Mdm. 9 cm, H. 5,2 cm, W st 3 -5 mm.
17.157 P r o f i l i e r t e H e n k e l s e h a l e (frag.)Taf. 55/1
Dunkelbraun» Ton, Stetochen-Glimmer-Magerung. - Konisch bauchig» Unterteil, schwacheSdmlteatäMung, kaum
abgesetzter Hals-Schulter-Umbruch, kurz», schwach kehlig» Kragenhals, Mundsaumrand. - S ch u lt» w eist eine
gftiTTmia TTnnnalnrw ratipning in breitem Zickzackbandmust» auf. - Ein k lein» Bandhenkel führt van d » Schulter
zum WuTirftunimranri. — Den Henkelansatz betont am Bauchumbruch eine annähernd halbrunde Bfite, die ihn
begleitet
Erhalten: Bauch bis Ms.-Rand, Henkel.
Maße: Bdm. ca. 13,5 cm, Mdm. 12 cm, » h . H. 6 cm, HenkelB. 1,8 cm, Wst. 3 -4 nun.
17.138 S c h a l e (frag.) T at 55«
Graubräunlich» Ton, im Kern dunkel, Oberfläche mit rötlichen Flecken, ist im F eu » gelegen, ursprüngliche
Oberfläche niebt. mehr »halten, Steinchenmagerung. - Omphalos als Standfläche, flach konische, wertmündige
Schale mit scharfem Bauchumbruch, schwach konisch eingezogen» Mundsaum. —AngeBchmolzene, Meine, poröse
Reste, wahrscheinlich von e in » blauen Glasp»le.
Erhalten: StfL bis Ms.
Maße: OmphalosDm. 2 cm, Bdm. 12 cm, Mdm. 11,5 cm, H. 3,3 cm, Wst. 3 -7 mm.
17.139 F n ß s c h a l e (frag.) T at 59/4
Braun» Ton, Oberfläche mit schwarzen Schmauchflecken, Innenseite schwärzlich, sehr feine Stemchen-Glimmer-
Magerung. - Niedrig», konischer, gegen innen abgesetzter Fuß, flache, weitmündige Schale mit eingezogenem
Mundsaum. - Mundsaum ist schräg (S) kanneliert.
Erhalten: annähernd Dreiviertel d » Fußschale.
Maße: Fdm. 8 cm, Bdm. 16,2 cm, Mdm. 14,5 cm, H. 8,7 cm, W st 3 -8 mm.
17J.46 H e n k e l s o h a l e n (frag.) und S c h a l e n (frag.)

17.140/1 H e n k e l s e h a l e (frag.) Taf. 59/5


Graubraun» Ton, feine Stelnchen-Glimm»-Magenmg. - 3 Dellen als Standfläche, bauchig» Unterteil, scharf»
Bauchumbruch, konisch zulaufend» Hals, Mundsaumrand. —Den Bauchumbruch betonen umlaufend Tonknöpfe.

163
Das Schaleninnere Ist mit rinmn Graphitmuster verziert, das wahrscheinlich aus halbkreisförmigen, viermal
aTimnrflnntan Bögen besteht, so daß sieh daraus ein doppelter Kreuzbalken ergibt Von der Mitte dieser Bögen heraus
gü&t wahrscheinlich eine Graphitlinie bis zum Mundsaumrand. Der Hals außen dürfte ein Zickmckmuster in
Graphitmalerei getragen haben. Den Mundsaumrand begleitete wahrscheinlich ein Graphitband. —Ein Bandhenkel
mit 3 Lftngskaxmeluren verziert und graphitiert führt von oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaumrand, ist
nur im Ansatz erhalten.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: DeUenDm. 1,2 cm, Stfl. 3 cm, Bdm. 11 cm, Mdm. 10 cm, H. 4,1 cm, HenkelB. 1,7 cm, Wst. 3 -4 mm.
17.140/2 H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 59/6
Graubrauner Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. — 3 Dellen als Standfläche, bauchiger Unterteil, scharfer
Bauchumbruch, konisch zulaufender Hals, Mundsaumrand. —Verzierung des Bauchumbruches, dies Halses und des
Schaleninneren wie 17.140/1. - Der Bandhenfeel ist graphitiert und drelfech kanneliert. Er führt wahrscheinlich von
oberhalb des Bauchumbruches bis zum Mundsaumrand.
Erhalten: Stfl. bis Halsansatz, Ms., Henkel.
Maße: DeUenDm. 1,2 cm, Stfl. 3,2 cm, Bdm. 12 cm, Mdm. 10,7 cm, H. 4,8 cm, HenkelB. 1,7 cm, Wst. 3 -4 m m
17.140/3 S c h a l e (frag.) T at 59/8
Grauschwarzer Ton, Graphitierung, Stemchen-Glimmer-Magerung. —Eine Delle als Standfläche, konisch bauchiger
Unterteil, stark eingezogener Mundsaum. - Mundsaum ist breit schräg (S) kanneliert. - Außenseite ist graphitiert, auf
der Innenseite sind Berte einer Graphitierung erhalten. '
Erhalten: Stfl. mit Bäuchansatz, Bauch bis Ms.
Maße: DeUenDm. 2,7 cm, Bdm. 14-16 cm, Mdm. 12-14 cm, H. 4,4 cm, Wst. 3 m m
17.140/4 S c h a l e (frag.) T at 59/7
Schwarzbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch bauchige Schale mit konisch eingezogenem Mund­
saum. - Mundsaum ist schräg (S) kanneliert
Erhalten: Bauch bis Ms.
Maße: Bdm. 19 cm, Mdm. ca. 17 hm, erb. H. 3,8 cm, W st 4 -5 m m
17.140/5 H e n k e l s c h a l e n f r a g m e n t
Rötlich braungrauer Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Wahrscheinlich dürfte es ein gerundeter
Bauchumbruch mit zylindrisch bis leicht konisch zulaufendem HbIb, Mundsaumrand sein. - Auf der Außenseite
Spuren von Graphitierung. - Oberhalb des Bauchumbruches Ansatz eines kleinen Bandhenkels, der wahrscheinlich
zum Mundsaumrand führte.
Erhalten: Ms. bis knapp vor Bauchumbmch, Henkelansatz.
Maße: TTgnTrriw. ca. 2-2,2 cm (erh.: 1,5 cm), Wst 4 mm.

17.141 B r o n z e d r a h t f r a g m e n t e (drei Stück)

19.141/1 T at 56/1,2
Bronze, grün patiniert. - Vierkantiger, relativ dünner, tordierter Bronzedraht - Ein Fragment zeigt Spuren von
Eisenrost; vielleicht von dem Armring 17.142 stammend, was andeuten würde, daß diese beiden Objekte beisammen
gelegen sind. - Armring (7).
Erhalten: 2 Fragmente.
Maße: DrahtSt 2 mm.
17.141/2 T at 56/3
Bronze, grün patiniert - Vierkantiger, etwas stärkerer, tordierter Bronzedraht - Zeigt Spuren von Rost (siehe dam
die Ausführungen bei 17.141/1). - Von einem Armring stammend?
Erhalten: 1 Fragment.
Maße: DrahtSt 3 mm.
17.142 E i a e n a r m r l n g T at 59/3
Eisen, stark verrostet, an einer Stelle sehr geringe Spuren von Bronzepatina. - Die heutige Form des Ringes ist
tropfenförmig, breit spitzovaL Der bandförmige Elisenring ist im Querschnitt annähernd halbkreisförmig. - Dürfte mit
17.141/1 zusammengelegen sein, da diese Bronzedrahtfragmente Eisenrostspuren zeigen.
Maße: Dm. 5,6 x 6,2 cm, Ban dB. 7 mm, BandSt 2 -3 mm.
17.143 G l a s p e r l e T at 59/2
Dunkelblau-violette Glasfritte mit gelben Einlagen. - Flach zylindrische Perle. Leicht verwitterte Oberfläche,
wahrscheinlich durch Feuereinwirkung. - Verziert mit einem gelb eingelegten Linienband, das mit elnejr gelben
wellenförmigen Einlage ausgefüllt is t Das Muster ist waagrecht umlaufend angeordnet
Maße: Dm. 1,5 cm, H. 8 mm, Dm. der Durchlochung 3 -4 mm.

17.144 G l a s p e r l e n (drei StAck)

17.144/1 T at 50/5
Durchscheinend helles Glas. - Flache, zylindrische Perle, deren Umriß mehr halbkreisförmig zu sein scheint er dürfte
ursprünglich jedoch rund gewesen sein, denn an einer Stelle Ist die Perle beschädigt Die Durchlochung ist annähernd
dreieckig.
Maße: Dm. 1,3 cm, H. 7 mm, Dm. der Durchlochung 2 x 4 mm.

164
17.144/2 Taf. S8/6
G äbe Glasftitte. - Flache, zylindrische Perle mit schwacher Spitzenbildung, die durch das Wegbrechen eines Teiles
der Perle entstanden ist, so daß die ursprüngliche Form eher rund mit exzentrischer Bohrung war.
Maße: Dm. 1,3 cm, H. 5 mm, Dm. der Durchlochung 3 mm.
17.144/3 Taf. 58/7
Schwärzlich fcn»«» GlasMtte mit weißlichen TCinlagen. - Kugelig, kleine Perle. Stark verwitterte Einlagen, vielleicht
durch Feuereürwirkung (7). - Die Perle ist mit 2 weißlichen, gegenständig angeordneten, kreisförmigen Einlagen
verziert.
Maße: Dm. 8 mm, H. 6 mm, Dm. der Durchlochung 2 mm.
17J.45 G l a s p e r l e n (vier Stück) T al 58/2—4, T al 59/1
Blaue rtinaftitfa» mit, grillen Binlngan. - Die Perlen sind durch FeuereinWirkung geschmolzen. Man kann aber trotzdem
2 Arten unterscheiden: eine flache Ringperle, sehr klein und eine größere, zylindrische Perle, beide mit gelben
Einlagen verziert - Die Ringperle weist umlaufend eine wellenförmige Verzierung auf, während die zylindrische Perle
mit „Würffelaugen“, aus 2 konzentrischen Kreisen mit Mittelpunkt bestehend, die sich dreimal umlaufend wiederholen,
verziert is t - Die Kette bestand möglicherweise abwechselnd aus einer Perle mit „Würfölaugenverzierung" und einer
mit Wellenlinien Verzierung. - Diese Abfolge ließ sich nach einer verschmolzenen Peile, wo 4 Perlen zusammenge-
aehmeiwwi rekonstruieren, wo «n e Perle mit Würfelaugen auf der Rückseite eine solche mit Wellenlinien
angftnrtunniwn hatte und mit dieser großen Perle war nochmals eine mit Würfelaugeh verschmolzen, die auf der
Vorderseite ring Perle mit Wellenlinienverzierung aufgeschmolzen hatte (Taf. 59/1). - Die anderen 3 Perlen sind zu
stark verschmolzen, um hier noch etwas aussagen zu können, doch auf Grund ihrer Größe gehören sie wahrscheinlich
zu den Perlen mit Würfelaugen- bzw. Kreisaugemnuster (Taf. 58/2-4).
Maße: Perle mit Würfelaugenverzierung - Dm. ca. 1,8 cm, H. ca. 9 mm, Dm. der Durchlochung ca. 4 mm; Perle mit
w rilffliiTiiPTHiBTaiCTimg - Dm. ca. 7 mm, H. ca. 3 mm, Dm. der Durchlochung ca. 2 mm.

165
Tumulus 65
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,181).
Lage ün Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 10 m, H. 1,5 m.
Zuordnung: erste Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: lose Steindecke, die einen viereckigen Raum bedeckte bzw. wurde unm ittelbar
über den zuerst m it Erde bedeckten Gefäßen durch Steinplatten eine Decke hergestellt.
Brandspuren: Brandschichte.
Befund: in 0,56 m Tiefe wurde eine breite Lage von großen, platten Bruchsteinen aufgedeckt,
weiche einen viereckigen Raum von etwa 6 m Länge und 5 m Breite, som it eine Fläche von
etwa 30 m* bedeckte, jedoch auf keinen Seitenmauem aufruhte und somit eine lose Steindecke
darstellte. Nach Hinwegrfiumung derselben in 1,2 m Tiefe eine den ganzen viereckigen Raum
ausfüllende Brandschichte, in welcher nach allen Seiten Gefäße standen; insbesondere an der
Ostseite 2 große Kegelhalsgefäße, an der Nordwestecke schloß eine dritte große „Urne“ die
westliche Hauptgruppe von etwa 10 Gefäßen, darunter 4 Tonsitulen, jede m it einem glocken­
förmigen, gehenkelten Deckel bedeckt, ab. Von den Deckeln wurden nur Fragmente eines
einzigen erhalten, denn sie waren aus schlecht gebranntem Ton geformt.
Funde: 14 Gefäße (5 zusammengefügt).
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr., 80.464-80.465, Ödenburg - 54.109.1-2 (zwei Situlen).
Bemerkungen: von den in der MAG angeführten Gefäßen sind nur drei Situlen mehr erhalten
(s. Verbleib); laut P. A.-Inventar wurden alle Gefäße aus diesem Tumulus nach Ödenburg
abgegeben bis auf eine Situla.
Auf dem beiliegenden Zettel wird der Hügel auch als Tum. X n i bezeichnet (s. Situla 17.146).

ULMS S l t n l a Tat. 80/1


, 3 XD1 (ausgebessert von XIV) Nr. 6 . ThonsÜnJa umrecdert mit hochconvcxem Boden H. 21, Dm. 20“ (Zettel).
Bräunlich bis schwärzlicher Ton, StehichemXBmuner-Mvgeruiig. - Hoher, halbkugeliger Omphalos mit schmaler,
ringförmiger Standfläche, hoch konisch aufeteagender, schwach S-förmig geschwungener Unterteil, schwacher
Sdhulterknick, kleine, absatzartige Schulter, zylindrischer Hals mit sehr schwach ausladendem Mundsaumrähd. Den
Hals-Schulter-Umbruch betont eine Weine umlaufende Bille.
Maße: StfL 11,5 cm, OmphalosDm. 9 cm, Omphalostiefe 34$ cm, Bdm. 20,8 cm, Mdm. 17,5 cm, HSdm. 18,8 cm,
H. 20,3 cm, Wat 4 -7 mm.

80.434 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 60/3


„Oedenburg, Burgstall Tumulus XH3141 (141 ist mit roter Ölkreide geschrieben)“. „Oedenburg. Burgstall, Tum. XHI
Stück N°. 141. Große, schwarze, bauchige Halsume mit dreieckigen Graphitverzierungen am Halse u. Bauche. Grabung
vom Jahre 1890“ (Zettel).
Grau- bis rötlichbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte Standflä­
che, breit konisch aufeteigender Unterteil, flach gerundete, gegen den Hals zu kaum abgesetzte Schulter, schwacher
Hals-Schulter-Absatz, konisch zulaufender Hals mit ausladendem, nach innen kaum abgesetztem Mundsaum. - Hals
und Schulter weisen Graphitverzierung auf: am TT»1hein Art Zickzackbandmuster mit vermutlich stehenden und
hängenden Winkeln eingeschrieben, die Schulter dürfte eine ähnliche Verzierung besessen haben (nur an einer Stelle
etwas erhalten). Den Absatz dürfte eine umlaufende Graphitlinie betont haben. - Mundsaum innen und außen
graphitiert.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Schulter bis Hals, Ms. mit Halsansatz.
Maße; StfL 14 cm, Bdm. 55-56 cm, HSdm. 48 cm, Mdm. außen/innen 27 cm/22 cm, rek. H. 44 cm, Wst. 8-9 mm,
80.485 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.)Taf.60/2
„Oedenburg Burgstall Tumulus X m 140 (140 ist mit roter Ölkreide geschrieben}“. „Oedenburg. Burgstall, Tum. x m
Stück N*. 140. Große, schwarze Haisume mit langem Halse und weitem Bauche. Am Halse u. Bauche Spuren einer
dreieckigen Graphitverzieruhg. Grabung vom Jahre 1890“ (Zettel).
Rötlichbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischar Hals mit ausladendem, innen
gekantetem Mundsaum. - Am Hals Graphitverzierung: umlaufend in der Mundsaiimkehle eine Graphitlinie, daran
anschließend am Hals wieder ein Art Zickzackbandmuster. - Mund um innen bis zur Kantun g und außen graphitiert
Erhalten: Hals mit Ms.
Maße: Mdm. außen/innen 23 cm/17 cm, erb. H. 12 cm, Wst. 8-10 mm.

166
Tumulus 71
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,174,181).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 6,8-8 m, H. 0,5 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: keine.
Brandspuren: Brandschichte.
Befund: im Osten Brandschichte, Gefäße standen auf dem gewachsenen Boden; Vermutung —
Verbrennung der Leiche an Ort und Stelle, weil die Ausgrabung zuerst an allen Seiten die m ehr
oder m inder zahlreichen Überreste des Brandes und dann erst die Beigaben erschloß, denn
nach erfolgter Auflesung der Knochenreste zog man die Asche und Kohle nach allen Seiten hin
auseinander und setzte auf dem gereinigten Platze dann die „Urnen“ bei.
Funde: 7 konstatierbare Gefäße (1 - MAG/d - teilweise zusammengesetzt), 4 Tonscherben und
1 Bronze&agment (Messer).
Verbleibe P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen mit jenen des P. A.-Inventars und
des Ma n m Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 71 auch als
Tum. K I angeführt.
Laut MAG fehlt aber eine große, graphitierte Halsume (MAG/a), diese könnte allerdings m it
MAG/b ein Gefäß bilden, da unter der Inv. Nr. 17.147 (MAG/b) sowohl rötliche als auch
schwarze Gefäßbruchstücke vertreten sind; dies ist aber heute kaum m ehr entscheidbar.
Das Gefäß 17.152 liegt nur in Bruchstücken vor, ein solches (Mundsaum) wurde der Univ. Wien
geschenkt, während die übrigen in der P. A. verblieben (dieses konnte 1980 bei der Überprü­
fung nicht aufgefunden werden).
17J47 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 81/1
Hellbraun-rötlicher bis dunkelbrauner Ton, rööiche, teils schwänze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gut
abgesetzte Standfläche, Ansatz eines konischen Bauchteiles, gerundete Schulter, ohne Umbruch in den Hals-Schulter-
Umbruch übergehend, konisch zulaufender Hals. - Hals und Schulter sind Träger der Verzierung. Schulter
wahrscheinlich abwechselnd mit je einem hängenden, gegenständig engeordneten, aus 10 bis 11 Hillen gebildeten
Wmkelband und mit je zwei gegenständig angan-dneten, schräg gestrichelten Dreiecken, deren BasisUnien beiderseits
je 2 senkrechte Linien bilden. Den Hala-Schutter-Umbruch betonen eine breite, waagrecht umlaufende Kannelur Und
5 sich daran anschließende Rillen. Der Hals ist wahrscheinlich abwechselnd mit je einem stehenden, aus 3 parallel
geführten U nten gebildeten Winkel und einem schräg (Z) gestachelten Dreieck verziert - Ein Fragment weist ein
Flickloch auf. - Ine Verzierung ist kammstrichartig ausgeführt d. h. die Linien sind tief eingeritzt nirchenartig.
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Schulter bis Hals.
Maße: StfL. 14-16 cm, Bdm. 54-55 cm, HS dm. (gemessen an der Grenze Kahnelür/erste Hille) 36 ihn, rek. erb. H. 37 cm,
Wst 7 -9 nun.
11148 K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Ta1 62/3
Bräunlicher, rötlicher Ton, Oberfläche teils mit schwarzen Sohmauehfteeken, Stemchen-Glimmer-Magerung. - Flach
gewölbte Schulter, ohne Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergehend, schwach ausladender, gegen innen
kaum abgesetzter Mundsaum. - Schulter mit einem aus 3 parallel geführten Furchenrillen bestehenden Zickzack­
bandmuster verziert wobei die nach unten weisenden Spitzen durch je eine Doppelpunktdelle betont sind. Den Hals-
Schulter-Umbruch verziert ein waagrecht umlaufendes, ans 3 Unten bestehendes Band, das sogleich auch den
Abschluß der Schulterverzierung bildet
Erhalten: Schulter bis Hals, Ms.
Maße: Bdm. 38 cm, HSdm. ca. 30 cm, Mdm. ca. 20 cm, rek. erh. H. 20 cm, Wst. 7 -9 mm.
17.149 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.) Taf. 61/2
Brauner Ton, Stetechen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, konischer Bauch, gerundete
Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden, kurzen Hals abgesetzt, leicht trichterförmig ausladender Mundsaum. —
Eine tiefe KarmeLuirille betont den Hals-Schulter-Umbmch. - Ein kleiner Bandhenkel führt von knapp oberhalb des
Hals-Schulter-Umbruches bis zum Mundsäum. Mundsaum beim Henkel eingezogen.
Erhalten: ungefähr Dreiviertel der Henkelschale.
Maße: S til ca. 10 cm, Bdm. 32,5 cm, HSdm. 27 cm, Mdm. 24 x 22 cm, H. 21-21,4 cm, HenkelB. 2 cm, W st 5 -9 mm.
17.150 P r o f i l i e r t e H e n k e l s e h a l e (frag.) T at 62/6
Schwach rötiich-ockerferbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch, schwach bauchiger Unterteil, gerun­
dete Schult«’, schwach kehliger Kragenhals, Mundsaumrand. - Schulter weist eine schräge (Z) Kannelurverzterung
auf, wobei die Kanneluren gegen den Hals zu oben abgerundet werden. - Ein breiter, durch 2 senkrechte Kanneluren
verzierter ‘Bnniitmnlral führt vom Halsansatz in hohem Bogen zum Mundsaumrand.
Erhalten: Bauch bis Ms.-Rand, Henkel
Maße: Bdm. ca. 19,5 cm, HSdm. 18 cm, Mdm. ca. 15 cm, erh. H. 7 cm, HenkelB. 3,8-4 cm, Wst. 3 -5 mm.

167
17.150/2 P r o f i l i e r t e H e n k e l s c h a l e (traf,) Tat, 62/7
Rötlicher Ton, Stemdien-Glirnmer-Magening. - Bauchig konischer Unterteil, schwach gewölbte, kleine Schulter,
schwach gegen den kurzen Kragenhals abgesetzt, Mundsaumrand. - Schulter weist eine schräge (Z) Kannelur auf,
wobei die Kanneluren gegen den Hals zu halbrund abgeschlossen werden.
Erhalten: Bauch bis Ms.Rand, Henkel fehlt
Maße: Bdjn. ca. 8,5 cm, HSdm. ca. 8 cm, Mdm. ca. 7,7 cm, erh. H. 5,5 cm, W st 3 -4 mm.
17J51 S c h a l e (frag.) T at 62/4
Brauner Ton, teils schwärzliche Innenseite, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, kleine Standfläche, breit koriisch
aufsteigender Bauch, leicht eingezogener Mundsaum. - Mundsaum ist mit seichter, breiter, schräger (S) Kannelur
verziert, die auch auf den Bauch übergreift
Erhalten: StfL bis Ms., ungefähr ein Viertel der Schale.
Maße: StfL 6 cm, Bdm. 19 cm, Mdm. 18 cm, H. 7 cm, Wst 3 -5 mm.
17.151/2 W a n d f r a g m e n t
Sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Das Fragment zeigt auf der Innenseite Reste eines Graphitmu­
sters.
Maße: Wst. 5 mm.
17.152 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t o p f (frag.) T at 62/1
Laut P. A.TJnyentar der Univ.. Wien geschenkt - Es. wurde Jedoch nur ein Mundsaumfragment abgegeben; dieses
abgegebene Stück hat Anschluß an den in der P. A. verbliebenen und dort aufbewahrten Gefäßteil, - Dieses
Mundsaumfragment des Topfes wird im Institut für Ur- und Frühgeschichte der Univ. Wien aufbewahrt (konnte bei
der Überprüfung 1980 nicht aufgefrmden werden).
Bräunlicher Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung.' - Konisch leicht bauchiger Unterteil, schwach konisch
zulaufender Hals, leicht ausladender, gegen Innen abgesetzter Mundsaum. - Der Bauch ist ab dem Hals-Schulter-
Umbruch mit mindestens 5 waagrecht umlaufenden Reihen von senkrechten Fingernageleindrücken verziert. Der
Mundsaumrand wird durch schräge (Z) Kerben verziert - Ein kleiner, englichtiger Bandhenkel führt vom Hals-
Sdiulter-Umbruch über 4 Verzierungsreihen zum Bauch; vermutlich setzt das Muster unterhalb des Henkels aus.
Erhalten: Bauch bis Ms., HenkeL
Maße: Bdm. ca. 13 cm, Mdm. 12 cm, erh. H. 7,5 cm, HenkelB. 1,7 cm, W st 5 mm.
17.153 W a n d f r a g m e n t T at 62/2
Dunkelgrau-brauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Das Bruchstück, zeigt eine stark eingeritzte Verzierung,
wahrscheinlich ein schräg bzw. kreuz gestricheltes Dreieck. - Könnte eventuell die Halsverzierung von 17.148
darstellen - von einem Kegelhalsgefäß.
Maße: Wst. 7 -8 mm.
17.154 G e l o c h t e S e h e l b e n (zwei Stück)
17.154/1 G e l o c h t e S t e i n s c h e i b e (frag.) Taf. 62/9
Feinkörniger Sandstein mit tomger Substanz. - Flache Scheibe, durchbohrt - Nur fragmentarisch erhalten, stark
verrundet und an den Bruch flflehen abgenutzt
Erhalten: etwa die Hälfte, die Durchlochung ist nur im Ansatz erhalten.
Maße: L. 2,5 cm, B. 1,8 cm, Dm. der Durchlochung 3 nun, S t 8-10 nun.
17.154/2 G e l o o h t e s G e f ä ß b r u c h s t ü c k T a t 62/8
Graubrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Das Fragment ist von annähernd dreiecki­
ger Gestalt und exzentrisch, mehr gegen die Mitte der Dreiecksbasis zu, durchbohrt.
Maße: L. 3 cm, B. 2,5 cm, Dm. der Durchlochung 6 mm, Wst. 9 mm.
17.155 B r o n z e m e s s e r f r a g m e n t Tat 62/5
Bronze, grün patiniert - Die Messerform ist aus dem erhaltenen Bruchstück nicht erkennbar. - Gerader, flacher
Messerrücken, die Messerschneide fehlt Messer im Querschnitt schmal dreieckig.
Erhalten: ein Teil der Messerklinge, Schneide fehlt
Maße: erh. L. 2,3 cm, erh. B. 1,4 cm, RückenSt 3 nun.

168
Tamnlus 89
Literatur: R. HOERNES (1891, [71] f.); BERICHT - ÖDENBURG (1891, [58]).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - nördlich.
Größe: nicht angegeben.
Zuordnung: nicht angebbar.
Datum der Ausgrabung: Beginn am 28. und 29. VI. 1891 (anläßlich des Ausfluges der
Anthropologischen Gesellschaft geöffnet) und am 21. VII. 1891 fortgesetzt
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befünd: ergab keine größere „Ausbeute“; bei einem isolierten Topf im Nordosteck des Hügels
fanden sich eine Zweiknotenfibel aus Bronze und ein Glasfläschchen (vgl. Zettel, von 80.466).
Funde: nicht angegeben.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr., 80.466-80.467.
Bemerkungen: die Fragmente der Inv. Nr. 35.514, 35.515 und .35.526 bilden zusammen ein
Gefäß - eine Situla.
Nach dem bei den Inv. Nr. 80.466 und 80.467 beiliegenden Zettel gehörten diese beiden
Fundobjekte —Fibel und Glasfläschchen —m it einem Topf (nicht mehr vorhanden) zu einer
Fundgruppe, die isoliert im Nordosteck aufgeftmden wurde. Nach diesem Befünd dürfte es
sich um ein norisch-pannonisches Grab der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. als Nachbestattung
im hallstättischen Tumulus handeln (vgl. dazu: Kleinklein - DOBIAT1980,16 f.; M. HOERNES
1892 b, 604, 603/Fig. 264-275; Kapfenstein - URBAN 1981; FELGENHAUER et. al. 1965). Für
die Bestimmung der Funde sei Herrn cand. phiL O. URBAN herzlichst gedankt.

35.428 K e g e l h a l s g e f ä ß T at 64/1, T at 115/1


Dunkel-bräunltcher Ton, schwarze Oberfläche, Steincheninagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, konisch
aufeteilender Bauch, schwach gerundete Schulter, ohne Umbruch in den konisch zulaufenden TTnlg übergehend, gut
abgesetzter, ausladender Mundsaum. - Hals und Schulter sind ritzverziert. Metopdn-verzierte Schulter, es wechseln
senkrechte Kannelurgruppen (12-14) mit eingeritzter, geometrischer Verzierung ab. Zwischen 2 senkrechten T.ini«i
2 hängende, schräg gestrichelte (Z) Dreiecke und 3 stehende, Z- und S-gestrichelte Dreiecke; zwischen einem
linientband eine dritte Senkrechte als Basis für 3 gegenständige, mit der Basis zueinander schauende, fast waagrecht
gestrichelte Dreiecke; dasselbe Muster, nur zweimal nebeneinnnr)er ausgeflOhrt; zwischen einem Linienband
2 S-gestrichelte, gegenständig angeordnete Dreiecke, vom Umhnxch herabhfingend, darunter 4 auf eiriem Linienband
aus 3 parallelen, waagrechten, fischgrätmusterartig verzierten Linien stehende, Z-gestrichelte Dreiecke. 2 Kanneluren
betonen den Hals-Schulter-Umbruch. Hais umlaufend mit kleinen, stehenden, S-gestrichelten Dreiecken verziert.
Mundsaum durch schräge (Z) Einstichkerben betont
Maße; Stfl. 15 cm, Bdm. 56 cm,HSdm. 39 cm, Mdm. 27,5-28 cm, H. 50 cm, W st 7 -8 mm.
35.458 F u ß s c h a l e Taf. 66/4
Dunkelbraun schwärzlicher Ton, Steincheninagerung. - Hoher, konischer Standftiß, leicht gegen den Rand zu
ausschwingend, kantig gegen den Schalenboden abgesetzt, flach konische, weitmündige Schale mit emgezoggnmi
Mundsaum. —Mundsaum dreifach gekantet, dritte Kantung nur schwach sichtbar, in den Bauch übergehend.
Maße: Fdm. 10,7 cm, Bdm. 18,2 cm, Mdm. 17 cm, H. 13,1 cm, W st 4 -6 mm.
35.459 F u ß s c h a l e Taf. 6 fttt
„Ödenbg. Tum. 89 1891" (Zettel).
Dunkelbraun-schwarzer Ton, Stekuhenmagerung. - Hoho:, konischer, gegen innen kantig abgesetzter Fuß, flach
konische, weitmündige Schale mit eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum ist dreifach gekantet, wobei die dritte
Kantung in den Bauch übergeht
Maße: Fdm. 10,2 cm, Bdm. 18,2 cm, Mdm. 10,5 cm, H. 13,4 cm, Wst 4 -6 mm.
35472 S c h ä l c h e n Taf, 69/1
Hellbrauner Ton, schwärzliche Innenseite, greift auch noch auf den Mundsaum über, Steinchen-Gliirmer-Magerung. -
Ein kleiner Omphalos als .Standfläche, konischer Bauch, Bauchumbruch, konisch eingezogener Mundsaum. - Den
Bauchumbruch betonen umlaufend kleine Tonknöpfe. Der Unterteil ist mit einem Art Dreiwirbel in Tonknopfverzie-
rung hervorgehoben, er besteht aus 2 parallel geführten Tonknopfreihen (aus 6 Tonknöpfen gebildet), die gegen den
Umbruch gegenseitig halbkreisförmig umbiegen (3 Tonknöpfe bilden einen Halbkreis), und die sich umlaufend
dreimal wiederholen.
Maße: OmphalosDm. 1,8 cm, Bdm. 0,2 cm, Mdm. 8,5 cm, H. 3,3-3,5 cm, Wst. 3 mm.
35.482 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 63/1, Taf. 110/1, T at 115/2
„Tumulus 80, grosse GefBsse von der Nordseite“. „Oedenburg, Burgstall, Tumulus 89. a. 1891. Grosse, schwarze,
bauchige H alsum e.. . . (Verzierungsbeschreibung folgt)“ (Zettel). JVNordseite“ (Inventar).
Dunkel-sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Rotmalerei, Steinchen-Glimmer-Magenmg, - Stark
gewölbte Schlüter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt. - Hals und Schulter sind ritzverziert. Schulter

169
weist eine Metopenveraerung auf: sie besteht abwechselnd aus senkrechten Kannelurgrußpen (10-11 Kanneluren
sind «ine Gruppe) und geometrischen Mustern, gebildet aus einem gegenständig angeordneten, schräg gestrichelten,
vom Umbruch herabh&ngenden Dreieck, das von pinam senkrechten Linienband eingefaßt wird (die weitere
.Musterfolge fehlt, vgL dazu 35.483) oder aus 3 senkrecht ungeordneten Linien, die die Basis für mindestens Je 2
gegenständig angeordnete, schräg gestrichelte Dreiecke bilden, vielleicht für 3 solcher Dreiecke. Den Hals-Schulter-
Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kanneluren. Der Hals ist abwechselnd mit 3 kleinen, schachbrettartig
angeordneten Dreiecken (aus 3 Dreiecken gebildet), deren Spitzen durch je eine Punktdelle betont werden, und mit
einem großen, schachbrettartig angeordneten, aus je fl schräg gestrichelten Dreiecken gebildeten Dreieck verziert. Das
große Dreieck wird von einer, die Seitenkanten betonenden Rille begleitet, die an den Eckpunkten in Halbkreise
ausläuft Die Rille selbst begleiten an der Außenseite kleine Punktdellen. Diese Musterfolge wiederholt sich insgesamt
viermal. - Die eingeritzten Flächen waren ursprünglich rot bemalt gewesen, nur mehr in Resten erhalten, während die
übrigen Flächen schwarz graphitiert sind. Die Gefäßbemalung läßt sich aber trotzdem noch rekonstruieren (vgl. auch
35.483).
Erhalten: Schulter bis Hals.
Maße: Bdm. 54 cm, HSdm. 38 cm, rek. erh, H. 25 cm, W st 7 -9 mm.
35.483 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T al 63/2,T af 110/2,Taf, 115/3
„Grosses Gefäss der Nordseite des Tumulus 89“. „Oedenburg, Burgstall, Tumulus B9. a. 1891. Grosse, schwarze,
bauchige Halsume___(Beschreibung der Verzierung folgt)“ (Zettel). „Nordseite" (Inventar).
Heller, bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Rotmalerei, Steinchen-Glimmer-Magerung, teils auch
Rötelstückchen in der Mager ig. - Stark gewölbte Schulter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt -
Hals und Schulter sind Träger der Verzierung. Schulter ist metopenartig gegliedert, sehr seichte Kannelurgruppen
(ungefähr aus je 13 Kanneluren bestehend) wechseln mit eingeritzten, geometrischen Mustern ab. Sie bestehen aus
einem gegenständig Ungeordneten, schräg gestrichelten, vom Umbruch herabhängenden Dreieck, dessen Endpunkte
von eingetieften Punktdellen betont werden und das von einem senkrechten Linienband eingefaßt ist, daran schließt
gegen den Bauchumbruch ein waagrecht angeordnetes, durch schräge (Z) Strichgruppen (aus je 4 Strichen) verziertes
TJnienband an, welches die Basislinie für je 3 stehende und 3 hängende, schräg (Z) gestrichelte Dreiecke bildet oder
aus pinpm senkrecht angeordneten Linienband zwischen dem sich 2 lang schmale, hängende, schräg gestrichelte (Z)
Dreiecke, deren Basisendpunkte durch Punktdellen betont sind, befinden und wo wahrscheinlich vom Bauchum­
bruch 3 stehende, schräg gestrichelte Dreiecke in dieses Muster hereinreichen (sind aber nicht erhalten) oder es sind
zwischen 3 senkrechten T.inian, deren Endpunkte durch Punktdellen betont werden, gegenständige, schräg gestri­
chelte Dreiecke angeordnet, wobei die senkrechten Linien die Basis für die Dreiecke darstellen. Den Hals-Schulter-
Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kannelunillen. Der daran anschließende Halsteil ist abwechselnd mit
mindestens 5 schräg (S, kaum Z) gestrichelten Dreiecken, deren Spitzen durch je eine Punktdelie betont werden, und
mit «»iTiPm schachbrettartig angeordneten (aus 3 kleinen, schräg gestrichelten Dreiecken gebildet) Dreieck verziert.
Dieses große Dreieck wird an den Seltenkanten von einer Rille begleitet, die an ihren Endpunkten in Halbkreise
ausläuft und von Punktdellen an der Außenseite betont wird. - Die eingeritzten Flächen waren ursprünglich rot
bemalt gewesen, nur mehr in Resten erhalten, während die übrigen Flächen schwarz graphitiert sind. Die GefKßbema-
lung ist aber trotzdem noch rekonstruierbar. - Die Muster sind leicht vorgeritzt worden, bevor sie endgültig
ausgefertigt wurden (vgl. dazu Hals- und Schulterverzierung).
Erhalten: Schulter bis Hals.
Maße: Bdm. ca. 53-80 cm, HSdm. ca. 34,5-40,5 cm, HSdm. (Oberste KanneLur des Umbruches) 32-38 cm,
Wst 7-9 m m
36.484 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 64/2
„Oedenburg, Burgstall, Tumulus 89 a. 1891. Grosse, schwarze, bauchige Halsume aus grobem Thon. D a Hals
unverzlezt Der ausladende Halsrand oben roth, mit Spuren von Graphitstreifen. - Der Bauch vertical gefercht, in
breiten Streifen“ (Zettel).
Von der roten Bemalung am Mundsaum ist heute nichts mehr zu sehen, nur mehr Reste der Graphitierung erhalten.
Bräunlicher bis rötlich-graubräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. -
Kleine, gut abgesetzte Standfläche, breit konisch aufsteigender Bauch, nur im Ansatz erhalten, gerundete Schulter,
anaindPTider, gegen innen gut abgesetzter Mundsaum. - Schulter annähernd mit senkrechten biB leicht schrägen (S)
Kanneluren verziert. Mindestens eine waagrecht umlaufende Kannelur betont den Hals-Schulter-Umbruch. Der Hals-
] und um-U :r:bruch ist durch ein waagrecht umlaufendes Graphitband betont. Der Mundsaum innen weist eine
Cbaphitierung bis zum Umbruch auf. - Oberfläche zeigt Spuren einer Graphitierung. - Heute nichts mehr von der
roten Bemalung Z u sehen, es ist aber nur ein Mundsaumfragment erhalten.
Shalten: StfL mit Bauchansatz, Bauch bis Schulter, Ms.
Maße: Stfl. ca. 13 cm, Bdm. 60 cm, HSdm. 46 cm, Mdm. innen/außen 20 cm/26 cm, rek. H. 46 cm, Wst. 7 nun.
3SL48S K l e i n e s K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 65/1
„Oedenburg, Burgstall, Tumulus 89 a. 1891. Grosse, schwarze, bauchige Halsume aus feinem Thone, aussen geglättet
Der Bauch vertical gerippt“ (Zettel).
Hell-grausandferbener Ton, schwarze Oberfläche, feine Steinchen-Glimmer-Magenmg. - Gut abgesetzte, kleine,
schwach nach innen gewölbte Standfläche, breit Iranisch aufsteigender Bauch, gewölbte Schulter. - Schulter weist
eine breite, senkrechte Karmelurverzlerung auf, die zu schwacher Rippenbildung neigt und lach t strahlig sich gegen
den Bauchumbruch zu verbreitert Mindestens eine waagrecht umlaufende Kannelur betont den Hüs-Schulter-
Umbruch.
Erhalten: Stfl. mit Bauchansatz, Bauch bis Hals-Schulter-Umbruch.
Maße: Stfl. 10 cm, Bdm. 32,5 cm, HSdm. 18-20 cm, erh. H. 21 cm, Wst 6 mm.
35.486 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.)Taf. 65/4
Heiler, sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Stein 31in ne Magerun§ - Gewölbte Schulter,
ohne Umbruch in den konisch zulaufenden Hals übergehei . - Schulter mit schmalen, senkrechten Kanneluren
verziert Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kanneluren. - Oberfläche graphitiert.
Erhalten: Schulter bis Halsansatz.
Maße: Bdm. ca. 48 cm, HSdm. 38 cm, erh. H. 11,5 cm, W st 7 - 8 m m .

170
S&802 G r o ß e H e n k e l s e h a l e (frag.) T at 65/5
Der HnnHhonWai 35 .533/2 gehört wahrscheinlich za dieser Henkelschale.
Grau-sandfarbener Ton, schwärzliche Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magefung. - Kleine, ebene
Standfläche, gegen innen zu nicht abgesetzt, breit konisch bauchiger Unterteil, gerundete Schulter, in den lrfriit
kehligen, konischen Hals übergehend, Mundsaumrand. - Schulter mit breiten, senkrechten Kanneluien verziert Den
Hals-Schulter-Umbruch betont ein kleiner Absatz, der durch 3 gegenständig angeordnete, kleine Zipfeln hervorgeho­
ben wird, wobei den vierten Zipfel der Henkel ersetzt. Zwischen den pfai»i™n Zipfeln sind jew eils 9 Kannduren
angeordnet. —Ein breiter, an den Kanten schwach aufgewulsteter Bandhenkel führt von knapp unterhalb des Hals-
Schulter-Umbruches zum Mundsaumrand. Es ist nur der Henkelansatz erhalten. - Spuren rfngr Graphitierung
erhalten. Henkel zeigt ebenfalls teilweise eine Graphitierung. - Vielleicht gehören die Wandfragmente von 35.628 zu
diesen Gefäß.
Erhalten: StfL bis Bauch, Bauch bis Ms.-Rand, Henkel (trägt die Inv. Nr. 35.533/2, gehört aber wahrscheinlich hierher).
Maße: StfL 7 cm, Bdm. 29 cm, HSdm. 26 cm, Mdm. 23,5 cm, H. 16,3 cm, HenkelB. 4,5 cm, W st 5 mm.
85.564 W a n d f r a g m e n t e (zwei Stück)

35464/1
Gelb-bräunlicher Ton, stark verwaschene Oberfläche, Steinchen-Glimmer-MBgenmg. —Mit einer größeren und zwei
kleineren Warzen verziert, die teilweise ausgebrochen sind.
Maße: Wst. 6 mm.
35404/2
Rötlich-brauner Ton, teils schwärzliche Innenseite, grobe' Stemchen-Gliimner-Magerung. - Wandfragmente, rfntm
zeigt einen schwachen Umbruch - eine Absatzkante.
Maße: W st 8-11 mm.
35405 B o m b e n f ö r m i g e s G e f ä ß m i t K r a g e n h a l s n n d H e n k e l (frag.) Ta£ 66/1,T at 110/3
Rötlicher Ton, Graphitierung, Rotmalerei, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach gerundete Schulter,
Ansatz wahrscheinlich für einen Kragenhals mit Mundsaumrand. - Schulter ist wahrscheinlich mit «H™m Art
Zickzackmuster, das fein vorgeritzt wurde, verziert, wobei das Zickzackband rot bemalt is t und die dazwischen frei
bleibenden DreiecksflAchen schwarz graphitiert sind. Den Hals-Schulter-Umbruch betont mindestens ein«* waagrecht
umlaufende Kannelur, die schwarz graphitiert ist. - EHn breiter Bandhenkel fährt von knapp oberhalb 'des Hals-
Schulter-Umbruches zum Mundsaumrand, wahrscheinlich nur im Ansate erhalten. Die tt—ikJtini flgfumi-b» ist graphi­
tiert.
Erhalten: Schulter bis Halsansatz, Henkelansatz.
Maße: HSdra. 30-36 cm, erh. H. 6 cm, HenkelB. 3,3 cm, Wst 6 -7 mm.
U M W andfragm ente
Brauner bis rötlicher Ton, Rotmalerei, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Auf der Außenseite wahrscheinlich mit roter
Bemalung.
Maße: W st 3 -4 mm.
r
85410 S i t u l a (frag.) T at 67/4
Rötlichbrauner Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung, schwarzer Überzug, blasig, nur in Resten erhalten, Oberfläche
eher rauh und grob geglättet - Konisch, schwach bauchiger Unterteil mit gerundeter, kleiner, absateartiger Schulter,
kurzer zylindrisch bis schwach kehliger Hals, schwach ausladender,- gegen mtien abgeseteter Mundanum - Den Hals-
Schuher-Umbrach betont ein kleiner Absatz. - Das Gefäß bedeckte ein schwarzer Überzug, blasig in der Konsistenz. -
Pechanstrich, siehe SAUTER (1967).
Erhalten: Unterteil bis Hals-Schulter-Umbruch, Hals bis Ms.
Maße: Bdm. ca. 24 cm, HSdm. ca. 22 cm, Mdm. ca. 22 cm, rek. erh. H. 11,6 cm, Wst 5 -8 cm.
35.510/2 F u ß f r a g m e h t T at 67/5
Rötlich brauner Ton, Stemchen-Glimmer-Magemng, Oberfläche fein geglättet und poliert - Konischer, hohler.gegen
den Rand zu leicht ausschwingender Fuß, gegen innen kantig abgesetzt, Gefäßboden nur im Ansatz erhalten. - Fuß ist
mit waagrecht umlaufenden Kanneluren, mindestens 13, verziert Der Fußrand ist durch starke Korrodierung k a u m
mehr feststellbar. Fragmente aus diesem Bereich sehr porös, im Kern schwarz. - eh™ Bruchfläche des Fußes zeigt
einen bis 5 mm starken, schwarzen Überzug. - Pechmasse zur Ausbesserung verwendet siehe SAUTER (1967. 29.
Abb. 3/Objekt B).
Erhalten: Fuß mit Ansatz des Schalenkörpers, Fußrand fehlt
Maße: Fdm. ca. 14 cm, Fdm. (beim Gefäßboden) ca. 9 cm, erh. H. des Fußes 10 cm, W st 5-7 mm.

85411 F r a g m e n t e v e r s c h i e d e n e r G e f ä ß e
85411/1 B a n d f r a g m e n t e (fönfrehnStück) T at 65/3
Brauner bis rötlicher Ton, teils mit schwarzen Schmauchflecken, Steinchen-Glimmer-Magerung. — leich t kehlig
ausschwingender Fuß mit Rand. 1
Maße: Dm. 14-16 cm, erh. H. 4,4 cm, Wst: 3 -4 mm.
35411/2 W a n d f r a g m e n t
Tf«.p-ni»iroTfarb<»nw Tfm schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach kehliges Wandfiagment,
wahrscheinlich vom TTaia gegen den Mundsaum zu. - Zeigt 3 waagrecht umlaufende, schwache Kanneluren.
Maße: W st 6 mm.

171
35JW1/3 H a l s f r a g m e n t
Schwärzlicher Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Halsfragment mit schwach ausgebogenem Mundsaum, Rand
fehlt - Gegen die Bruchkante zu eine waagrecht eingeritzte U nie, die von Punktdellen begleitet wird,
Maße: Wut 4 -5 mm.
35.511/4 W a n d f r a g m e n t
Grausandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gegen eine Bruchkante hin leicht kantiger Absalz (Verdik-
kung).
Maße: W st fl mm.
35JÜ1/5 H a l s f r a g m e n t
Dunkelbrauner Ton, schwarze OberflÄche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gegen Mundsaum oder Schulter ein
kannelurartiger Absatz, nur im Ansatz erhalten.
Maße: W st 6 mm.

S5JH1/6 W a n d f r a g m e n t
Sandfarbener Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung.
Maße: W st 4 nun.
35J01/7 W a n d f r a g m e n t
Schwarzer Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Zeigt eine Kannelurverzierung, wahrscheinlich senkrecht angeord­
net; eine Kannelur erhalten, eine zweite nur im Ansatz.
Maße: Wst. S mm.
35.511/8 B a n d f r a g m e n t e (drei Stück)
Dunkel-sandfarbener Ton, graubraune OberflÄche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Rand schwach
kehlig nach außen gebogen, kantig gegen innen zu abgesetzt, geht in einen konischen Hals über m it Andeutung eines
Hals-Schulter-Absatzes. - Rand durch Mna begleitende Graphitiinle betont
l Maße: Mdm. 20 cm, W st 5 mm.
35.511/9 W a n d f r a g m e n t
Graubröunlicher Ton, schwärzliche Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Mit Andeutung einer Rille an der
einen Bruchkante. - Vielleicht zu 35.511/8 gehörig.
Maße: W st 4 -5 mm.
35.526 S l t u l a (frag.)T at 68/5
Die Fragmente der Inv. Nr. 35.514 und 35.515 bilden mit 35.526 die Situla.
Graubrauner Ton, OberflÄche teils mit schwärzlichen Schmauchflecken, Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, steil konisch aufateigender Unterteil, scharfer Schulterumbruch, steile, breite Schulter, schwach
trichterförmig ausladender Mundsaum. - Der Schulter-Umbruch wird durch eine mit schrägen (Z) Eindrücken
verzierte Leiste und durch eine daran anschließende Rille betont Der Mundsaumrand ist durch schräge (Z) Kerben
verziert
Erhalten: StfL bis Ms., fest die ganze Situla.
Maße: StfL 11 cm, Bdm. 22 cm, HSdm. 15,2 cm, Mdm. 16 cm, H. 21,5 cm, W st 5 -7 mm.
35JS26/2 W a n d f r a g m e n t
ROflichbrauner Ton, dunkelgraue Innenseite, grobe Steinchen-Glirnmer-Magerung.
Maße: W st 8 mm.
35.528 W a n d f r a g m e n t e
Grausandfarbener bla. schwärzlicher Ton, Innenseite mit Resten eines schwärzlich glanzenden Überzuges, Graphitie­
rung, Steinchen-Glimmer-Magerung. — Wandfragmente, wahrscheinlich vom Bauch eines Gefäßes. Ein Schulterfrag­
ment zeigt eine breite, aber nur schlecht erhaltene Kannelur.. - Auf der Außenseite Spuren von Graphitierung. -
Vielleicht ein ähnliches Gefäß wie 35.502 bzw. gehören diese Fragmente vielleicht zu diesem Gefäß.
Maße: W st 6 - 6 mm.
35.533 D e o k e l f r a g m e n t Ta£ 65/2
Graubräunlicher Ton, teil« schwarz geschmauchte Oberfläche, s teiwehen-friiTriTncrr.'Miigening. —Konischer Deckel mit
Deckelrand, oberer Abschluß fehlt - Unverziert
Erhalten: Deckelrand mit auffeteigendem Körper.
Maße: Dm. 18 cm, erh. H. 3,2 cm, W st 6 - 6 nun.
35JUS/2 H e n k e l f r a g m e n t
siehe 35.502.
35A54 S c h a l e (frag.) T at 67/2
Schwärzlicher Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, kaum abgesetzte Standfläche, konisch
bauchiger Unterteil, schwach betonter Bauchumbmch, leicht eingezo gener Mundsaum. - Mundsaum mit leicht
schräger (S) Kannelur verziert - Spuren von Graphitierung innen und außen.
Erhalten: StfL bis Ms., ungefähr ein Viertel der Schale.
Maße: StfL 5,2 cm, Bdm. 10 cm, Mdm. 18 cm, H. 5,1 cm, Wst 4 mm.

172
35.554/2 S c h u l t e r f r a g m e n t T a l 67/3
Brflunllcher bis schwärzlicher Ton, schwarze Innenseite, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete
Schulter. - Mit senkrechten, breiteren Kanneluren verziert - Auf der Außenseite Spuren von Graphitierung. - Es
dürfte sich um ein Kleines Kegelhalsgef&ß handeln (für die Form vgL 17.082/Tum. 34 auf Taf. 46/7).
Maße: Bdm. ca. 30 cm, W st 5 -7 mm.
354S55 S e b a l e «Mg.) T a l 67/1
Schwärzlicher Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, kaum abgesetzt, breit
konischei^Unterteil, schwacher Bauchumbruch, schwach konisch eingezogener Mundsaum. - Mundsaum mit leicht
schräger (S) Kannelur, die teils enger, teils breiter geführt ist, verziert - Spuren von Graphitierung, vor allem am
Mundsaum.
Erhalten: StfL bis Ms., fast die ganze Schale.
Maße: Stfl. 3 cm, Bdm. 16,5 cm, Mdm. 15 cm, H. 5,2 cm, W st 6 -7 mm.
35.556 S c h a l e (frag.)Tat 66/4
Sandfarbener bis grauschwarzer Ton, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischer Unterteil mit stark eingezoge-
nem Mundsaum. - Mundsaum mit breiter, schräger (S) Kannelur verziert
Erhalten: Bauch bis Ms.
Maße: Bdm. 20 cm, Mdm. 18 cm, erb. H. 5,5 cm, W st 5 -6 mm.
35JFS7 K e l o h a r t i g e F u ß s c h a l e (/tag.) Taf. 68/2
Sandfarbener, rötlich bis grauschwarzer Ton, Innenseite mit glänzend schwarzem Überzug versehen, Steinchen-
Glimmer-Magerung. - Breit konischer Schalenkörper, der sich gegen den Fußansatz zu verdickt kleine, gewölbte
Schulter, schwach gegen den Bguchumbruch abgesetzt stark ausladender, sich in der Wandstärke verbreiternder
Mundsaum, nur im Ansatz erhalten. - Mundsaum weist eine schräge (Z) Kannelurverzierung, von mindestens
2 Kanneluren gebildet aut vielleicht das Fragment eines doppelt geführten Zickzackmusters. Ein kleiner, rillenartiger
Absatz betont den Schulter-Mundsaum-Umbruch. Die Schulter selbst ist ganz schwach zweimal gekantet.
Erhalten: Fußansatz, Bauch bis Schulteransatz, Schulter bis Ms.
Maße: Fdm. (beim Schalenboden) ca. 6 qm, Bdm. 24,4 cm, HS dm. 24 cm, rek. erh. H. 8,5 cm, W st 3—6 nun.
35.558 S c h a l e (frag.) T at 69/6 *
Rötlich-brauner Ton, Oberfläche mit schwärzlichen Schmauch flecken, schwarze Innenseite, Steinchen-Glimmer-
Magerung. - Bauchig konischer Schalenkörper mit schwach eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum weist eine
langgezogene, schräge (S) Kannelurverzierung auf.
Erhalten: Bauch bis Ms., Stfl. fehlt
Maße: Bdm. 23,5 cm, Mdm. ca. 22 cm, erh. H. 6,7 cm, Wst 5 mm.
35JS59 S c h a l e (frag.) T at 68/1
Sandfarbener bis grauschwärzlicher Ton, schwärzliche Innensäte, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konisch bau­
chige Schale mit schwach eingezogenem Mundsaum. - Vielleicht kalottenförznige Schale.
Erhalten: Ms. mit Bauchansatz.
Maße: Bdm. 27,5 cm, Mdm. ca. 26 cm, erh. H. 6,6 cm, W st 4 nun.
35.560 S c h a l e (frag.) T at 60/5
Bräunlich-rötlicher bis schwärzlicher Ton, Oberfläche mit schwarzen Schmauchflecken, Stemchen-Glimmer-Mage-
rung. - Ebene) gut abgesetzte Standfläche, nur im Ansatz erhalten, konisch bauchiger Unterteil mit schwach
eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum mit langgezogener, schräger (S) Kannelur verziert
Erhalten: StfL bis Ms., ungefähr die Hälfte der Schale.
Maße: Stfl. ff cm, Bdm. 21 cm, Mdm. 19,5 cm, H. 6,8 cm, Wst. 6 nun.
35A61 S c h ä l c h e n (frag.)

35.561/1 T at 69/2
Schwarzer Ton, Steincben-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche, nur im Ansatz erhalten, konischer
Unterteil, betonter Umbruch, schwach konisch eingezogener Mundsaum. - Der Umbruch weist eine umlaufende
Tonknopfverzienmg auf. Der Unterteil ist durch eine Art Dreiwirbel in Tonknopfverzierung hervorgehoben; er besteht
aus 2 parallel geführten Tonknopfreihen, die gegen den Umbruch gegenseitig halbkreisförmig umbiegen und die sich
umlaufend dreimal wiederholen. Das Schaleninnere weist ein Graphitmuster, wahrscheinlich ein Kreuz, auf.
Erhalten: Stfl. bis Ms.
Maße: Stfl. 1,5 cm, Bdm. 8,4 cm, Mdm. 8 cm, H. 3,4 cm, Wst. 3 mm.
35.561/2 T at 60/3
Schwarzer Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, konische Schale mit betontem Umbruch und schwach
konisch eingezogenem Mundsaum. - Den Umbruch betonen umlaufend kleine Tonknöpfe. Der Unterteil weist
ebenfalls eine Tonknopfremerung auf, die wahrscheinlich in kreuzförmigen Linien angeordnet war. Das Schalenin­
nere zeigt ein Graphitmuster, wahrscheinlich ein vier- oder fOnfttrahliges Kreuzmuster.
Erhalten: Bauch bis Ms., Stfl. fehlt
Maße: rek. Stfl. 1,4 cm, Bdm. 8,4 cm, Mdm. 8 cm, H. 3,2 cm, Wst. 3 -4 mm.
35.569 H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 69/4
Hell-bräunlicher Ton, Oberfläche mit schwärzlichen Schmauchflecken, dunkelbräunliche Innenseite, Steinchen-
Glimmer-Magerung. - Eine kleine Delle als Standfläche, bauchiger Unterteil, Bauchumbruch, schwach konisch
zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Hals weist eine Graphitverzierung auf: ein waagrecht umlaufendes Graphitband
begleitet den Mundsaumrand, während der Hals mit einem Zickzackmuster verziert is t

173
Erhalten: StfL bis Bauchumbruch, Hals bis Ms.-Rand, Henkel fehlt
Mähe: DeUenDm. 1 cm, Bdm. 11 cm, Mdm. 10 cm, H. 5,2 cm, W st 2 -3 mm.
35.569/2 H a l s f r a g m e n t
Heller, rötlich-bräunlicher Ton, Graphitierung, Kalkmagerung. - Halsfragment mit Ansatz des Bauchumbruches,
Mundsaumrand fehlt - Innen- und Außenseite graphitiert. - Wahrscheinlich von einer Henkelschale.
Maße: W st 2 -3 nnm-
35.570 H e n k e l s c h a l e (frag.)Taf. 68/3
Schwarzer Ton, Graphitierung, Steinchen-Gllmmer-Magenmg. - Gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender,
schwach kehliger Hals, Mundsaumrand. - Außenseite graphitiert Innenseite weist Spuren einer Graphitierung auf. -
Klemer, graphiiierter, dreifach kannelierter Bandhenkel führt von knapp oberhalb des Bauchumbruches zum
Mundsaumrand, nur im Ansatz erhalten.
Erhalten: Hals mit Bauchumbruch und Ms.-Rand, Henkel.
Maße: Bdm. ca. 0,5 cm, Mdm. 3,5 cm, erh. H. 3,4 cm, HenkelB. 2,1 cm, Wst 3 -4 mm.
35.570/2 H e a k e l f r a g m e n t
Schwärzlicher Ton, Stelnchen-Glimmer-Magerung. - Kleiner, graphitierter, an den Kanten schwach aufgewulsteter
Bandhenkel.
Maße: HenkelB. 2 cm, W st 3 -4 mm.
3&592a F u ß f r a g m e n t T at 66/8
Heiller, bräunlicher Ton, OberflAche mit schwärzlichen fiphmnnrhfWtrun, sehr feine Steinchenmagerung. - Koni­
scher, hoher, gegen die Innenseite kantig abgesetzter, hohler Fuß.
Erhalten: Fuß, Fußrand und Schale fehlen.
Maße: Fdm. ca 9-9,5 cm, Fdm. (beim Schalenboden) 6,5 cm, erh. H. 9,1 cm, W st 5 -7 mm.
35JS77 T o n r ö h r e (frag.) T at 68/8
„Odenburg Tum. 89.1891" (Zettel).
Brauner Ton, Oberfläche mit schwarzen Schmauchflecken, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Nach beiden Seiten
konisch ausschwingende Tonröhre, deren RAnder abgebrochen sind. - Die Röhre ist mit waagrecht umlaufenden,
parallelen Kanneluren (18 erhalten) verziert
Erhalten: Tonröhre, Bfinder fehlen.
Maße: Dm. 7 -8 cm, Dm. (in der Mitte) 4,8 cm, erb. KL 14,2 cm, W st 4 -5 mm.
80.466 e i n g l i e d r i g e Z w e i k n o t e n f i b e l T a t63/4
„Tumulus 89 BurgfrtaU bei dem Isolierten Topf, NO-Ecke“ (Zettel).
Bronze, mit grüner Brandpatina. - Armbrustkonstruktion mit außen liegender Sehne und Sehnenhaken läuft ln die
Bich verjüngende Nadel aus. Bügel zweifach geknotet durchbrochener Fuß mit zwiebelkopfförmigem HnHVnnton und
Nadelrast - Nach GARBSCH: A 238 g, Jedoch mit Sehnenbaken; Datierung: 1. Jh. n, Chr., vermutlich 2. Hfilfte
(GABBSCH 1965). (Für die freundl Bestimmung danke ich O. URBAN - vgL auch URBAN 1981).
Maße: L. 7,9 cm, L. der Armbrustkonstruktion. 2,3-2,5 cm, H. 2,5 cm. ‘

80.487 G l a s f l f t s e h c h e i L (frag.)Tat 63/3


Der bei 80.466 beiliegende Zettel bezog sich auch auf diese Inv. Nr.
Weißlich grünes Glas mit längsgezogenen Luftbläschen, vor allem auf der Seite, wo auch der Mundsaumrand und
anschließende Hals verbogen erscheint; durch Feuereinwirkung verzogen. - Mit verdicktem Bodenomphalos,
gedrückt linsenförmiger Körper mit hochgezogenem, zylindrischem, engem Hals und leicht ausladendem Mundanum,
der nach innen verdickt (umgeschlagen) is t so daß eine Art Fadenauflage entsteht - Knapp Über dem Boden an einor
Stelle eine etwa 2 cm lange, wulstförmige Fadenauflage.
Erhalten: StfL mit Körperansatz, Hals mit Ms.
Maße: StfL ( - Bdm.) 4 cm, HalsDm. 1,5 cm, Mdm. 2,5 cm, rek. H. 7 £ cm, W st 1 mm, OmphalosSt. 2 mm.

174
Tumulus 92
Literatur: BELLA u. MÜLLEB (1891,181).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - nördlich.
Größe: nicht angegeben.
Zuordnung: nicht angebbar.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: die Ausgrabung wurde durch mächtige Bäume teilweise gehindert, gehoben wurden
nur die Bruchstücke einer großen schwarzen, graphitierten „Halsume“.
Funde: nicht angegeben - 1 große schwarze Halsume.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 92 auch als
Tum. IX angeführt.
17.186 K e g e l h a l s g e f ü ß (frag.) T a l 70/2
Hell- bis dunkelsandferbener Ton, schwärzlich graue Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. -
Gerundete Schulter, die ohne Umbruch in den konisch zulaufenden Hals übergeht - Schulter umlaufend mit
eingeritztem, stehendem, girlandenartigem Linienband verziert (wahrscheinlich sechsmal). Linienband teils mit
eingeritztem, breitem Zickzackband, teils mit schrägen Strichen, teils mit gekreuzten Linien ausgefüllt Schmale, tiefe
Kanneluren füllen, Dreiecke bildend, den Zwischenraum zwischen je 2 Girlandenbogen aus. Diese Kannelurverzie-
rung ist gegen den Hals-Schulter-Umbruch zu mit einem schräg gestrichelten Linienband abgeschlossen. Den Hals-
Schulter-Umbruch betont ein scharf abgesetzter, kleiner Absatz. - OberfWcheng™.phitisrung.
Erhalten: Schulter bis Hais.
Maße: Bdm. ca. 40 cm, HSdxn. ca. 32 cm, erhü. 13 cm, W st 7 mm.

175
Tumulus 103
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,174,181 f.).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - nördlich.
Größe: Dm. 6 m, H. 1,2 m.
Zuordnung: erste Gruppe (liegt im Grenzbereich zwischen erster und zweiter Gruppe, besitzt
aber einen Steineinbau - v g l Abb. 11 und 12).
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: aus mächtigen Bruchsteinplatten gebaute viereckige Kammer m it Steinabdek-
kung.
Brandspuren: Brandstätte.
Befund: in 0,4 m Tiefe mächtige Steinplatten, welche von oben und an den Seiten regelrecht
eine viereckige, 0,8 m hohe und 2,5 m lange Steinkammer einschlossen, die über der
Brandstätte errichtet worden war. Die Gefäße standen m itten im Brand und waren durch den
Druck der Steine und der darauf geschichteten Erde zerstört, so daß keines zusammengefügt
werden konnte. „Einen mageren Ersatz boten die kleinen Fragmente einiger Bronzegegen­
stände.“
Funde: feststellbarer Inhalt - 2 Gefäße und 5 Bronzegegenstände (Bronzenadeln, Torques und
Armring). .
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 103 auch als
Tum. V m angeführt.

17.157 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T a l 71/7


„Ödenburg Burgstall Tum. V m Nr. 170" (Zettel).
Grausandfarbener Ton, grauschwarze Oberfläche, Sternchen- und starke Glimmermagerung. - Flach gerundete
Schulter, die ohne betonten Umbruch in den flach konisch aulsteigenden Hala übergeht, weit ausladender, zweifach
Innen gekanteter Mundsaum, gut gegen innen zu abgesetzt - Schulter umlaufend mit stehenden, konzentrischen
Halbkreisrippen verziert; jeweils 4 Halbkreise, die 2 grüßten durch eine senkrechte, plastische, kleine Rippe
zuaammengefaßt, bilden eine Mustereinheit Die freien, dreieckigen Flächen zwischen den Halbkreisen füllen je
3 Dellen aus, die Eckpunkte in jedem Dreieck betonend. Hals-Schulter-Umbruch durch einen kleinen Absatz und rin»
waagrecht umlaufende Rille gekennzeichnet Hala knapp unterhalb des Mmids&ums durch mindestens 4 parallel
geführte, waagrocht umlaufende Kanneluren verziert
Erhalten: Schulter biß Hals, Ms. mit Halsansatz.
Maße: Beim, ca. 62,5 cm, HSdm. ca. 34 cm, Mdm. ca. 19 cm, erh. H. 27 cm, W st 9-10 mm.
17.158 G e f ä ß f r a g m e h t e
19.158/1 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag., ein Stück) Taf. 71)6, T at 110/6
Bräunlicher Ton, rotgefärbte Oberfläche, feine Steinchen-Glimmer-Magening. - Konisch zulaufender Hals, gerunde­
ter Schulteransatz. - Hals-Schulter-Umbruch durch eine waagrecht umlaufende, schwarz graphitierte Tinte betont
Erhalten: Hals-Schulter-Umbruch mit anschließenden Wandteilen. - Vielleicht stammen die Fragmente von «rwm
Kegelhalsgefäß.
Maße: HSdm. ca. 36 cm, erh. H. 4 cm, Wst. 6 mm.
17.158/2 B o m b e n f ä r m i g e s G e f ä ß m i t K r a g e n h a l s (frag.)
Ockerfarbener Ton, im Kern dunkel, rotgefärbte Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Vielleicht Schulter­
oder Bauchfragmente eines Kragenhalsgefäß es 7 - Teilweise ist eine Graphitverzierung erhalten; Muster aber nteh*
mehr erkennbar. - Zu vergleichen in der Form etwa mit 17.110/T. 52 auf Taf. 50/3.
Erhalten: Wandfragmente (Schulter oder Bauch).
Maße: W st 4 -5 mm.
17.159 B r o n s e a r m r l n g (Fragment) T at 71/1
Bronze, hell- bis dunkelgrün patiniert - Armring im Querschnitt leicht oval bis D-fOnnig. - Außenseite falsch tordiert
(Z), die Torsion hört zur Innenseite hin aut
Erhalten: ungefähr die Hälfte des Ringes-
Maße: rek. RingDm. ca. 6,2 x 5,1 cm, RingSt 5 x 4 mm.
17.160 K e g e l k o p f n a d e l (Fragment) T at 71/2
Bronze, hellgrün patiniert. - Nadel mit Kegelkopf und 4 wulstförmigen Knoten in regelmäßigen Abständen am
Nadelhals. Nadel knapp unter den Knoten abgebrochen; Schaft fehlt
Erhalten: Nadelkopf bis -hals.
Maße: KopfDm. 10 nun, Knoten Dm. 6,5/7 mm, DrahtSt beim Kopf. 5 mm, beim Bruch 3,5 mm, erh. L. 4,5 cm.«

176
17.161 B r o n i e h f l l s e ( o d e r - h a i s r e i f ) (Fragment) (vier Stück) Taf. 71/3
Bronze, hell- bis dunkelgrün patiniert, auf Innenseite teils wilde Patina. - Hülse im Querschnitt rund, innen bnhi,
hülsenartig gebildet. - Eingetiefte, waagrecht umlaufende Gravierung: abwechselnd 4, gfairml auch 3 t.inion und ein
Zickzackmuster.
Erhalten: 4 Fragmente.
Maße: erb. L. 1,4 cm, 1,9 cm, 2,1 cm, 2,4 cm, Dm. 6/7 mm.
17.163 B o l l e n k o p f n a d e l (Fragment) T at 71/4
Bronze, hellgrün patiniert. - Ein aus einem breit geklopften Bronzedraht eingerollter Nadelkopf mit emanhnlh
erhaltenen Windungen; Schaft fehlt. Bronzedraht im Querschnitt bandförmig.
Erhalten: Nadelkopf.
Maße: KopfB. 4 mm, KopfDm. 6 mm, DrahtSt 1 mm.
17J63 B r o n z e f r a g m e n t e , geschmolzen (sechs Stück) Tat 71/5
Bronze, hell- bis dunkelgrün patiniert. —Entweder zu Klumpen zusammengeBchmolzen (zwei) oder flache, längliche
Fragmente (zwei) oder merenrörmig mit einem kleinen Stiel (eins) oder ein auf einem Blechftagment aufgeschmolze-
ner Klumpen (eins).
Erhalten: nicht naher deutbare, geschmolzene Fragmente.

177
Tumulus 116
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1801,182).
Lage im Gelände: Mittelgruppe - nördlich.
Größe: D. 7-7,5 m, H. 0,5 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: konnte wegen einiger großer, neben dem Hügel stehender Bäume nicht vollständig
ausgegraben werden und ergab nur in 0,5 m Tiefe Bruchstücke einer schwarzen, verzierten
„Halsume“.
Funde: nicht angegeben - 1 Halsume.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 116 auch als
Tüm. VH angeführt
Laut MAG soll das Kegelhalsgefäß verziert sein, dies stimm t jedoch m it dem inventarisierten
Objekt nicht überein, es ist unverziert; auch im kleinen Buch wird keine Verzierung des
Gefäßes erwähnt, so daß hier ein Irrtum vorzuliegen scheint
17.164 K e g e l h a l s g e f ft-fl (frag.) T at 70/1
RQÜich-brflunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Sternchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, konisch aufsteigender Bauch, konisch zulaufender Hals. - Beste einer Graphitierung erkennbar.
Erhalten: StüL, Baudhumbruch, Hals.
Maße: StfL ca. 16 cm, Bdm. ca. 50 cm, HSdm. innen (Mitte) ca. 28 cm, rek. erb. H. 40 cm, Wat 6 -7 mm/11 mm (StfL).

178
Tumulus 137

Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,168,171,172,174,182 f.); BELLA (1888,356 ff.); MÜLLER


(1887, [80] f.; 1888, [46]).
.Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: H. sehr M eirvkaum 30 cm (BELLA 1888,356; MÜLLER 1888, [46]); M anerer Hügel -
Dm. 5 m, H. 2 m (MÜLLER 1887, [81]); durch Pflanzenwuchs kenntlich.
Zuordnung: zweite Gruppe; er besaß sowohl eine Grube als auch eine Steinumfassung,
trotzdem spricht die Grube, und da auch den Maßangaben in der Erstpublikation (mit genauer
Beschreibung des Grabinventars) wohl mehr Glauben zu schenken ist, für eine Zuordnung zur
zweiten Gruppe. Die verschiedenen, einander widersprechenden Maßangaben beruhen zum
Teil wahrscheinlick auf der oftmaligen Umnumerierung (vgl. Bemerkungen) dieser ersten 1887
ausgegrabenen Tumuli.
Datum der Ausgrabung: 1887.
Einbauten: schwache Steinumfassimg, um die Gefäße aufgeschichtet, schwacher quadrati­
scher Steinkranz von losen Steinen, der die Gefäße umgab - Grabstelle in 1,36 m Tiefe, Grube,
Umengrab in beträchtlicher Tiefe.
Brandspuren: die Gefäße standen unter der Brandschicht.
Befünd: die eigentliche Grabstelle war 3,6 m breit, 4 m lang und 1,36 m tief, ln ihrer Mitte hatte
sie eine schwache Steinumfassung (losen Steinkranz), welche um die im Viereck aufgestellten
(im Haufen gruppierten) 7 Gefäße aufgeschichtet war, während 3 große Gefäße abseits standen.
Die Gefäße wurden unter der Brandschicht gefunden.
Funde: 7 (10) Gefäße (BELLA 1888, 356 ff.; MÜLLER 1887, [80] f.; 1888, [46]), 6 Spinnwirtel,
1 eiserne Messerklinge, 1 eiserner Halsring (Torques), 1 eiserne Fibel und 1 Mondidol m it
4 Füßen und Verstrebungen zwischen Hals und Körper sowie m it einem teerartigen Überzug
auf der einen Seite, die ändere ist roh und rauh belassen (vgl. BELLA u. MÜLLER 1891, Taf. VI/
Fig. 5; NAGY 1979, 29, Taf. XI/5a-b).
Verbleib: Museum Ödenburg/54.118.1 (Deckel m it Henkel), 54.118.2 (Mondidol); nur ein Hals-
Schulterfragm ent eines Kegelhalsgefäßes verblieb während der Präparationsarbeiten in Wien -
P. A780.468 (vgl Beschreibung des Gefäßes bei BELLA 1888,359).
Bemerkungen: der Tumulus 137 gehört zu den am frühesten ausgegrabenen Hügeln (insgesamt
5 Tumuli), durch die BELLA erst die Mittel für die Ausgrabungen zur Verfügung gestellt
bekam: den ersten Tumulus Nr. 5 grub BELLA allein im Juli 1887 aus (er erhielt damals die Nr.
3; bei MÜLLER 1887 als Nr. 2 bezeichnet), die nächsten beiden waren die Tumuli Nr. 2 (er
erhielt damals die Nr. 1; bei MÜLLER 1887/Nr. 1) und Nr. 137 (er erhielt damals die Nr. 40; bei
MÜLLER 1887/Nr. 3), als vierter Tumulus wurde dann der Hügel Nr. 129 (damalige Nr. 44; bei
MÜLLER 1887/Nr. 4) am 17. und 18. VHI. 1887 in Anwesenheit von Herrn Kustos J.
SZOMBATHY geöffnet, der fünfte, der Hügel Nr. 58 (damals Nr. 58; bei MÜLLER 1887/Nr. 5),
wurde schließlich im Beisein von Herrn Dr. O. MÜLLER am 3. September 1887 ausgegraben.
Dadurch, daß der Tumulus 137 einer der ersten war, der ausgegraben wurde, erklärt sich auch
die mehrmalige Umnumerierung des Hügels (vgl. auch die römische Bezifferung der Tumuli
aus dem Jahre 1890); außerdem gab es damals auch noch keinen Vermessungsplan, in welchem
die endgültige Hügelbezeichnung schon festgelegt war (vgL dazu auch die Anm. 4).

80.468 K e g e l h a l s g e f ä J I (Fragment) Tot. 78/4


„Oedenburg üurgBtaU Tumulus N“. 40 (40 ausgebessert mit schwarzer Tinte auf) 137 (mit dem größten (7 - schlecht
lesbar) Mondidol). Der Obertheil dieser Urne ist im Prfiparationsraum“ (Zettel). (40 war die ursprüngliche Hügelnum­
mer, während 137 die neue Tumulusnummer nach dem Plan B. SKOFFs ibt).
Dunkelbräunlicher, schwärzlicher Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer ng. - Flach gerundete
Schulter, die mit deutlichem Absatz in den konisch-kehlig zulaufenden Hals übergeht - Hai« u n i Schulter ufon Träger
der Verzierung. Am Hals umlauflend eingeritzte große Dreiecke, bestehend aus 6 S-gc strichelten kleinen* übereinander
angeordneten Dreiecken, deren Baalsecken und Spitze jeweils durch eine eingeritzte Spirale, von Dellen an der
Außenseite begleitet, betont werden. Ein Absatz kennzeichnet den Hals-Schulter-Umbmch. Am Bauch, jeweils
unterhalb dieser Dreiecke, etwa unter dem mittleren der kleinen der untersten Reihe, befinden sich 3 senkrechte,
schräg S-gekerbte, plastische Leisten, dazwischen ist der Bauch sonst mit senkrechten Kanneluren (17-20) verziert Es
sind 3 dieser großen schachbrettartig verzierten Dreiecke erhalten, wahrscheinlich waren es ursprünglich 5 (vgL dazu
BELLA 1888, 359 - der von 4 Dreiecken spricht).
Erhalten: Schulter bis Hals (ein Fragment) (vgL BELLA 1888,356 ff. - Beschreibung des ganzen Gefäßes).
Maße: rek. Bdm. 58-59 cm, HSdm. 46-47 cm, erb. H. 14 cm, W st 7-8 mm (vgL dazu BELLA 1888, 359: StfL 16 cm,
Bdm. 56 cm, Mdm. 18 cm, H. 37 cm).

179
Tumulus 139

Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,174,183 f.).


Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 5-5,2 m, H. sehr niedrig, 0,2 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: keine.
Brandspuren: Brandstelle.
Befund: in 0,52 m Tiefe standen die Gefäße in der Mitte eines kreisrunden Raumes auf der
Brandstelle, waren aber in so brüchigem Zustand, daß keines zusammengesetzt werden
konnte. Im Norden enthielt ein Gefäß sieben im Brand stark geschmolzene Glasperlen. Ferner
fand man ein Steinkügelchen aus Quarz, ein Bruchstück eines Bronzetorques und wohlrie­
chendes Harz. Vermutung - Verbrennung der Leiche an Ort und Stelle.
Funde: 10 Gefäße, 1 Steinkügelchen, 1 Bronzefragment (geknoteter Torques), 7 Glasperlen und
wohlriechendes Harz.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A.-Inventars und
des kleinen Buches überein, aber nicht in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 139 auch
als Tum. VI angeführt.
Laut MAG fehlt aber eine „grobe, große Thonschüssel, gelbbraun, m it Strichlagen am Bauch
verziert“ (MAG/f), in Bruchstücken erhalten; dieses Gefäß wird auch im kleinen Buch erwähnt,
im Inventar scheint es aber nicht auf. Vielleicht bildet es m it 17.165 (MAG/a) ein Gefäß, iipnn
bei MAG/a ist kein Bauch vorhanden, doch wird im P. A.-Inventar bei 17.165 eine Bauchverzie­
rung angegeben; dies jedoch heute noch zu entscheiden, ist kaum m ehr möglich.
Die wohlriechenden Harzstücke sind abhanden gekommen (laut MAG).
17.185 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 72/6
Hell-bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, grobe Steinchen-Glimmer-Magemcg. - Gerundete Schulter, nhiw
deutlichen Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergehend, fast waagrecht ausladender, gegen innen zu
abgesetzter Mundsaum; - Hals und Schulter sind Träger der Verzierung. Die Schulterverzierung besteht wahrschein­
lich abwechselnd aus einem hängenden, aus 3 parallelen, eingeritzten Linien gebildeten Winkel und rinwn aus 5 T.hHcn
bestehenden Kammstrichmuster, welches aus einem senkrechten und zwei spiegelbildlich schräg zum Umbruch
zulaufenden Linienbändem gebildet wird. Den Hols-Schulter-Umbruch betont eine waagrecht umlaufende, breite
Kannehir. Dann folgt eine unvenderte Zone, an die sich am Hals ein aus 5 parallelen Linien gebildetes, waagrecht
umlaufendes Linienband anschließt Es bildet die Basis für eine eingeritzte, schräg (Z) gestrichelte Dreiecksreihe, in
welcher mindestens 3 Dreiecke eine Gruppe bilden. Die Dreiecke werden an den Seitenkanten von eingeatochenen
Punktdellen begleitet Der Mundsaumrand ist durch schräge (Z) Kerbeinschnitte verziert
Erhalten: Schulter, Hals, Ms.
Maße: HSdm. ca. 40,5-44 cm, HSöm. (Unterkante des Linienbandes) 36-40 cm, Mdm. 25-28 cm, rek. erb. H. 23,5 cm.
W st 6-11 mm.
17.166 K e g e l h a l s g e f ftß (frag.) T at 73/6
Rötlich-hellbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Sfeinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulter,
ohne deutlichen Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergehend, ausladender, gegen innen nicht abgesetzter
Mundsaum. - Hals und Schultey weisen eine Verzierung auf. Schulter wahrscheinlich mit tHnäm emgeritaten, aus
7 Linien bestehenden Kammstrich-Zickzackmuster verziert Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine waagrecht
umlaufende Kannehir. Dann folgt eine unvemerte Zone, an die sich am Hals ein aus 7 Linien (Kammstrich) gebildetes,
waagrecht umlaufendes Band Beschließt Es bildet die Basis für eine eingeritzte, schräg (Z) gestrichelte Dreiecksreihe,
in welcher wahrscheinlich mindestens 3 Dreiecke eine Gruppe bilden. Die Drei ecksspitzen sind durch 3, in
Dreiecksform angeordnete, eingetiefte Punktdellen betont - Spuren von Oberflflchengraphitierung.
Erhalten: Schulter bis Hals, Ms.
Maße: HSdm. 40 cm, HSdm. (bei den Dreiecksspitzen) 26 cm, Mdm. 25,5 cm, rek. erh. H. 30 cm, W st 7 -8 mm.
17.167 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) T at 72/5
Hell-graubrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulter, ohne deutlichen
Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergehend. - Hals und Schulter sind verziert. Schulter wahrscheinlich
abwechselnd mit je einem hängenden Winkelband (aus 6 Linien) und mit je einem gegenständig angeordneten, schräg
gestrichelten Dreieck, dessen Basislinien beiderseits je 2 senkrechte Linien bilden, verziert. Das Muster ist nur
fragmentarisch erhalten (vgL 71/17.147 auf Taf. 61/1). Den Hals-Schulter-Umbruch betont wahrscheinlich ™
waagrecht umlaufende Kannelur, nur im Ansatz erhalten. Dann folgt eine unverzierte Zone, an die sich ein waagrecht
umlaufendes, aus 7 tiefen Rillen bestehendes Linienband anschließt Es bildet die Basis für minde«fa»nB 2 schräg (Z)
gestrichelte Dreiecke, die abwechselnd mit einem großen, aus 3 parallelen, eingeritzten Linien bestehenden Winkei
umlaufend angeordnet sind. Das Muster ist rekonstruiert
Erhalten: Schulter, Hals.
Maße: Bdm. 58 cm, HSdm. (in der Mitte des Linienbandes) 40 cm, rek. erh. H. 25 cm, W st 7 mm.

180
17.168 K eg e l h a l s g e f & ß (frag.) Taf. 73/8
Brftunllcher Ton, schwarze Oberfläche, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Schwach gerundete Schulter,
ohne deutlichen Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergehend. - Schulter mit einem eingeritzten, aus 9 Linien
bestehenden Kammstrichmuster verziert. Das Muster ist' wahrscheinlich aus stehenden Winkeln gebildet, zwischen
denen sich hängende, aus mindestens 2 eingeritzten Linien gebildete Winkel befinden. Den Hals-Schulter-Umbruch
betont eine sehr breite, waagrecht umlaufende Kannelur. Daran schließt am Hals ein aus 9 Linien bestehendes Band
an. Die weitere Halsverzierung ist nicht mehr rekonstruierbar, wahrscheinlich eingeritzte, schräg gestrichelte Winkel
oder auch Dreiecke. - Spuren von Graphitierung.
Erhalten: Schulter bis Halsansatz.
Maße: HSdm, ca. 40 cm, erb. H. 9 cm, Wst. 6 mm.
17JL69 G r o ß e H e n k e l s o h a l e (frag.) T a l 73/7
Bräunlich-grauer Ton, grobe Stetechen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulter, die ohne deutlichen Absatz in den
Hals Schulter-Umbruch übergeht - Schulter weist eine eingeritzte, aus 7 Linien gebildete Kammstrichverzierung auf.
Sie besteht aus 3 Linienbändem, die eine Mustereiriheit - einen stehenden Winkel mit einer senkrechten Mittellinie
(Höhe) - bilden. Zwischen diesen Winkeln ist jeweils noch eine senkrechte Linie eingezeichnet Der Hals-Schulter-
Umbruch Ist durch eine seichte, waagrecht umlaufende Kannelur betont. Daran schließt sich am Hals eine eingeritzte
Linie an, die wahrscheinlich zu einem Linienband gehört
Erhalten: Schulter bis Halsansatz.
Maße: Bdm. außendnnen 36-38 cm/32-36 cm, HSdm. 30-34 cm, erh. H. 9 cm, W st 5 -7 mm.
17.176 W a n d f r a g m e n t e (zwei Stück) Taf. 72/3-4
Dunkler, sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Die Verzierung besteht aus eingeritzten, parallelen, sich
kreuzenden Linien, die somit rhombisch angeordnet erscheinen, sich aber zu keinem Muster ergänzen lassen. Ein
Fragment weist einen schwachen Umbruch auf, der auch das Ende der Verzierung anzeigt.
Maße: W st 5 -6 mm.
17J.71 H e n k e l s o h a l e (frag.) T at 73/1
Heller, sandfarbener Ton, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Konischer Unterteil, schwacher Bauchumbruch, konisch
zulaufender Hals, Mundsaumrand. - Der Hals ist unterhalb des Mundsaumrandes mit einem eingeritzten Zickzackli­
nienband, dessen eine Seite aus 4, dessen andere aus 3 Linien besteht verziert - Ein kleiner Bandhenkel führt
wahrscheinlich vom Bauchumbrucn zum Mundsaumiand.
Erhalten; Bauch big Ms.-Rand, Henkelfragment
Maße: Bdm. 10 cm, Mdm. 8 cm, erh. H. 4,8 cm, HenkelB. 2 cm, W st 3 -4 mm,

17.172 H e n k e l s o h a l e (frag.) T at 73/2


Rötlich-brauner Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Eine Delle als Standfläche, nur im Ansatz erhalten, breit
konisch aufsteigender Unterteil, gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender, schwach kehliger Hals, Mundsaum­
rand. - Mundsaumrand durch kleine, schräge (Z) Einschnitte verziert. - Ein kleiner Bandhenkel führt vom
Bauchumbruch zum Mundsaumrand, nur im Ansatz erhalten.
Erhalten: Stfl. bis Ms.-Rand, ungefähr die Hälfte der Schale, Henkel.
Maße: DellenDm. 2 -3 cm, Bdm. 10,3 cm, Mdm. 8 cm, H. 5,6 cm, HenkelB. 2 cm, Wst 4 -5 mm.
17.173 H e n k e l s o h a l e (frag.) Taf. 72/1
Bräunlich-grauschwarzer Ton, feine Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine Delle als Standfläche, konischer Unter­
teil, betonter Bauchumbruch, konisch zulautender Hals, Mundsaumiand. - Auf der Innenseite erscheint die Delle
warzenförmig verdickt - Ein schmaler, hochgezogener Bandhenkel führt vom Bauchumhmch bis zum Mundsaum­
rand.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand, Henkel, ungefähr Dreiviertel der Schale.
Maße: DellenDm. 1,6 cm, Bdm. 13,3 cm, Mdm. 11 cm, H. 6 ,1 - 6 ,5 cm, HenkelB. 2 cm, W st 3 -4 mm.
17.174 B r o n i e h a l s r e i f (fragO T at 73/5
Bronze, hellgrün patiniert, stark korrodiert (Feuerpatina 7). - Geknoteter Halsreif mit eher länglich gestalteten
Knoten; im Querschnitt rund.
Erhalten: Fragment mit 2 Knoten.
Maße: erh. L. 3,2 cm, DrahtSt. 7 m m / i den Knoten 10 mm.
17.175 G l a s p e r l e n (sechs Stück) Taf. 72/2
Dunkelblau-violette Glasfritte mit gelben Einlagen. - Die Perlen sind durch Feuereinwirkung geschmolzen. Man kann
aber trotzdem 3 Arten unterscheiden: eine flache, kleine Ringperle, eine etwas größere Kugelperle und eine große,
zylindrische Perle, alle mit gelben Einlagen veiziert - Die kleinere Ringperle weist eine umlaufende, wellenförmige
Verzierung (4 Berge und Täler) .auf, ebenso die größere, fast kugelige Perle (6 Berge und Täler), während die
zylindrische Perle mit Kreisaugen, bestehend aus 2 konzentrischen Kreisen mit Mittelpunkt, verziert is t - Die Kette
bestand möglicherweise abwechselnd aus einer Perle mit Würfelaugenverzierung“, einer kleinen Ringperle mit
Wellenlinienverzierung und einer Kugelperle mit ebensolcher Verzierung. - Diese Abfolge ließ sich nach einer
verschmolzenen Perle, wo 3 Perlen zusammengeschmolzen Bind, rekonstruieren. - Die anderen Perlen (5) sind zu stark
verschmolzen, um hier noch etwas aussagen zu können, doch wahrscheinlich gehören sie auf Grund ihrer Größe zu den
Perlen mit „Würfelaugenverzierung'1.
Maße: gperl« Dm 6 nun, H. 3 mm; KugelperleriDm ca. 7 nun, H. 6 -7 mm; große Perle mit Würtelaugen-
Dm. 1,2-1,3 cm, H. 7 -8 mm.
17J76 S t e i n k u g e l T at 78/4
Helies Quarzgerölle. - Rundliche bis ovale Steifikugel.
Maße: Dm. 2,4 x 2,5 cm.

181
Tumulus 144
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,184).
Lage im Gelfinde: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 5,5-5,9 cm, H. 0,42 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: keine.
Brandspuren: vom Brand zahlreiche Knochen- und Aschenreste.
Befund: im Osten zahlreiche Knochen- und Aschenreste vom Brand, gegen die Hügelmitte
zertrümmerte Gefäße. Vermutung - Verbrennung der Leiche an Ort und Stelle.
Funde: 9 Gefäße (nur das Henkelschälchen - MAG/i - teilweise restaurierbar).
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P. A,-Inventars und
des kleinen Buches überein, auch in der Reihenfolge; in letzterem wird der Tum. 144 auch als
Tum. IV angeführt.

17.177 K e g e l h a l s g e f ä ß (frag.) Taf. 14/8


Graubrauner, schwärzlicher Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung, wahrscheinlich auch Kalkma­
gerung, da die Oberfläche porös ist und kleine Löcher aufweist - Gut abgesetzte, gegen die Innenseite zu mit einer
Rille versehene Standfläche, breit konisch aufsteigender Bauch, stelle, gerundete Schulter, deutlich gegen den knniaeh
zulaufenden Hals abgesetet, ausladender Mundsaum. - Hals-Schulter-Umbruch durch einen scharfen Absatz, der von
Knubben (2 erhalten) unterbrochen wird, betont; Knubben vielleicht achtmal umlaufend angeordnet (2 erhalten). - Bei
2 BruchstOcken Oberfläche ausgebrochen, mit einer heute braunschwflrzlichen, von Sprangen durchzogenen M nw
ausgcbcasert; sie ist im Bruch glasig, schwarz. - Pechmaase zur Ausbesserung verwendet, siehe HÄUTER (1967,29 f.,
Abb. 4, links/Objekt C). - '
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Schulter bis Halsansatz, Ms.
Maße: StfL ca. 12 cm, Bdm. ca. 56,5 cm, HSdm. ca. 50 cm, Mdm. 29 cm, rek. H. 40 cm, W st 6 mm.
17.178 K e g e l h a l s g e f ä ß (Fragment)
Bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Gerundete Schulter, die ohne deutlichen
Absatz in den Hals-Schulter-Umbruch übergebt - Schulter und Hals weisen eine Ritzverzierung auf, ist nur
fragmentarisch erhalten. Schulterverzierung besteht aus einem schräg gestrichelten, vielleicht gegenständig angeord-
neten Dreieck, dessen Basislinie eine senkrechte, eingeritzte Linie darstellt, aus einem wahrscheinlich t oge len,
schmalen, schräg gestrichelten Dreieck und aus einem Linienbanddreieck, dessen Band mit parallelen, »nnihawirt
senkrecht dazu stehenden Strichen ausgefüllt is t Den Hals-Schulter-Umbruch betonen mindestens 3 waagrecht
umlaufende Kannduren. Die Halsverzierung weist vielleicht schräg gestrichelte (S) Dreiecke auf. - Die Verzierungen
sind nur sehr fragmentarisch erhalten.
Erhalten: Schulter bis Hals-Schulter-Umbruch.
Maße: W st 8 -9 mm.
17.179 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.) Taf. 75/2
„Oedenburg Burgstall 'Bimulus IV od. V. Nr. 223" (Zettel).
Bräunlich-sandfarbener Ton, schwäizüichgraue Innenseite, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, konisch aufeteigender Unterteil, gewölbte Schulter, ohne deutlichen Absatz in den kehligen Hai«
übergehend, Mundsaumrand, - Schulter Ist durch leicht schräge (S), in Abständen angeordnete, seichte Kanneluren
verwert, die auch auf den Bauch abergreifen. Den Hals-Schulter-Umbruch betont eine waagrecht umlaufende
Ksnnelur. - Ein breiter Bandhenkel führt vom Hals-Schulter-Umbruch zum Mundsaumrand, nur un Ansate erhalten.
Erhalten: StfL. bis Bauchumbruch, Schulter bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: StfL 11,5 cm, Bdm. ca. 34 cm, HSdm. 27 cm, Mdm. 26 cm, rek. H. 21,7 cm, HenkelB, ca. 4 cm (erb. 1,6 cm),
Wst. 4 -6 min.
17.180 K e h l i g e s H a l s g e f ä ß (frag.) T ai 14/4
Rötlich bis schwärzlicher Ton, schwärzliche Innenseite, Steinchenmagerung. - Ebene, gut abgesetzte Standfläche, nur
im Ansate erhalten, breit konisch aufsteigehder Unterteil, schwach gewölbte Schulter, ohne Absatz in den konisch
zulaufenden Hals übergehend, kleiner, schwach ausladender Mundsaum. - Ein Wandfragment weist 2 nebeneinander
liegende Durchbohrungen auf, wahrscheinlich Flicklöcher, sind aber nur im Ansatz erhalten. - 2 Wandfragmente gind
sehr dünn und zeigen eine schwärzliche, an der Oberfläche haftende Substanz, ihre Oberfläche ist bucklig und von
Rissen durchzogen. - Pechmaase, diente zur Materialverstärkung, siehe SAUTER (1907,30, Abb. 4, rechts/Objekt D).
Erhalten: StfL mit Bauchansatz, Schulter, Hals bis Mb.
Maße: StfL .10 cm, Bdm. ca. 22 cm, HSdm. 13 cm, Mdm. 12,2 cm, rek. H. 22 cm, W st 4 -5 mm.
17.181 S c h a l e (frag.) Taf. 74/1
Dunkler, sandfarbener Ton, schwarze Innenseite, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Flache, weitmündige Schale mit
schwach konisch eingezogenem Mundsaum. - Mundsaum mit annähernd senkrechter Kannelur verziert
Erhalten: Bauchumbruch bis Ms.
Maße: Bdm. 18,8 cm, Mdm. 18 cm, erh. H. 3 cm, Wst. 5 mm.

182
17.182 G r o ß e H e n k e l s c h a l e (frag.) T at 1511
Dunkler, bräunlich-sandfarbener Ton, gröl» ne -G er^Magerung. - Flach gewölbte Schulter, die ohne
deutlichen Absatz in den wahrscheinlich konisch kehligen Hals, nur im Ansatz erhalten, übergeht - Schulterveme-
rung besteht aus einer Warze (ausgebrochen) als Mittelpunkt mit 2 konzentrischen, aus Kanneluren gebildeten,
hängenden Halbkreisen, die beiderseits von einem senkrechten, aus 5 eingeritzten Strichen bestehenden Ünienband
eingefaßt werden, daran schließen sich stehende, aus einem Linienband (5 Linien) gebildete Winkel an. Gegen den
Henkelansatz sind beidseits mindestens Bsenkrechte Kanneluren angeordnet, während sich unter dem Henkel auf der
Schulter ein aus 4 Linien gebildeter, ein geritzter Winkel befindet
Erhalten: Schulter mit Hals-Schulter-Umbruch.
Maße: HSdm. 26-32 cm, erh. H. 4,4 cm, HenkelB. 3,6 cm, W st 4 -7 mm.
17.188 F n B s c h a l e (trag.) T at 74/3
Graubrauner Ton, Steitichen-GUmmer-Magerung. - Konischer, schwach kantig gegen innen ah gesetzter, hohler Fuß,
nur im Ansatz erhalten, Schalenbodcn gegen innen etwas aufgewölbt schwach konisch bauchige, weitmündige Schale
mit leicht eingezogenem Mundsaum. - Ein eingeritztes Zickzackbandmuster, aus 4 Linien bestehend, reicht vom
Bauchumbrucn bis knapp unterhalb des MundBaumes. Der Mundsaumrand ist durch kleine, seichte, schräge (Z)
Kerben betont
Erhalten: Fußfragment, Bauch bis Ms.
Maße: Fdm. (beim Schalenboden) 6 cm, Bdm. (beim Musterende) 16 cm, Bdm. 17 cm, Mdm. 16,5 cm, rek. erh. H. 8,6 cm,
W st 4 -6 mm.
17.184 F u ß s o h a l e (frag.) T at 74/2
Dunkelbraun-schwärzlicher Ton, Steinchenmagerung. - Kleiner, konischer, gegen innen glockenförmig bis schwach
kantig abgeschlossener, hohler Fuß, breit konische, flache Schale mit eingezogenem Mundsaum. - Fuß und
Mundsaum sind Träger e in s Stempelverzierung. Den leicht nach außen aufgewulsteten Fußrand begleiten klritia,
stehende, eingestempelte Dreiecke mit gitterartiger InnenflUltmg, deren Ecken abgerundet sind; darüber folgt eine
stehende, mit dem kreuzartigen Zickzackstempel eingestempelte Winkelreihe (Je 3 Dreiecke überspaimend), bei
welcher die einzelnen Winkel mit eingeritzten, schrägen (S) Linien ausgefOUt sind, ein mit dem kre . artigen
Zickzackstempel elngeetempeltes Zickzackmuster schließt die Verzierung ab. Der Mundsaum weist wahrscheinlich
ein raetopenartig gegliedertes Muster auf) schmale, senkrechte Kannelurgruppen wechseln mit eingestempelten
Mustern ab. Das Muster besteht aus Rhomben mit Mittellinie, an die sich gegen den Umbruch noch kleine, stehende
Dreiecke anschließen; alle diese geometrischen Figuren sind mit dem kreuzartigen Zickzackstempel eingestempelt
worden. Gegen den Mundsaum wird dieses Muster durch eingestempefte, liegende S-Spiralen, aus einem Halbkreis
und einer U-förmigen Figur zusammengesetzt, abgeschlossen. Die S-Spiralen können teilweise auch ineinander
übergehen, so daß eine Art Wellenlinienverzierung entsteht Die Musterfolge der Mundsaumverzierung setzt sich
wahrscheinlich aus 4 Rhomben mit Dreiecken zusammen, die von senkrechten, eingestempelten TJnten begrenzt
werden, dann folgen 4 senkrechte Kanneluren, die wieder von einer eingestempeRen, senkrechten Linie abgeschlossen
werden; es folgen dann wahrscheinlich nochmals 4 Kanneluren und eine eingestempelte, senkrechte Linie, an die
wieder die Rhomben- und Dreiecksverzierung anschließt
Erhalten: Fuß, Bauch bis Ms.
'Maße: Fdm. 8 cm, Fdm. (beim Schalenboden) 5,5 cm, Bdm. 15,2 cm, Mdm. 13,8 cm, rek- H. 7,7 cm, W st 4 -5 mm.
17.185 H e n k e l s c h a l e (frag.) Taf. 74/5
Schwärzlicher Ton, Steinchenmagerung. - Kleine Delle als Standfläche, konischer Unterteil, betonter Bauchumbruch,
konisch zulaufender Hals, Mundsamnrand. - Ein kleiner, mit 2 senkrechten Kanneluren verzierter Bandhenkel führt
vom Bauchumbruch bis zum Mundsaumrand, nur im Ansatz erhalten.
Erhalten: StfL bis Ms.-Rand, Henkeiansatz.
Maße: DellenDm. 1,4 cm, Bdm. 10,2 cm, Mdm. 9,6 cm, H. 4,4 cm, TTpnk«»m. 1,0 cm , W st 4 -5 mm.

183
Tumulus 148
Literatur: R. HOERNES (1891, [77]).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: H. niedrig, Rach.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: Beginn am 3. VIII. 1891.
Einbauten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: ein ganz niedriger, flacher Hügel, ergab schon in 0,5 m Tiefe die Gefäße und sonstigen
Funde. An der Ostseite stand nicht wie gewöhnlich eine Urne m it Leichenbrandresten,
sondern es fanden sich unter diesen die Reste eines kleinen „Holzkästchens“ (oder einer
Schachtel) m it Bronzeklammem und 2 längeren Bronzeplättchen (Handgriffen?), viele
„Schmelzperlen“ und nahe dabei ein sehr schöner, geknoteter Bronzehalsring. Auch die
Gefäße waren sehr zahlreich, im ganzen 13; davon 2 sehr große, schwarze „Halsumen“ mit
eingravierten Ornamenten, 1 Schüssel, 1 Doppelgefäß m it Henkel, 1 Fußschale und
1 bauchiges Gefäß m it niederem Rand und Henkel.
Funde: nicht angegeben, im ganzen 13 Gefäße - siehe Befund.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr., 80.469-80.470.
Bemerkungen: die mehr allgemeinen Angaben in der MAG sind schwer mit den heute
vorhandenen Funden zu koordinieren; es scheint aber sicher, daß nicht alle Gefäße aus diesem
Tumulus überliefert wurden, da insgesamt 13 Gefäße vorhanden sein sollen.
Laut MAG fehlen folgende Gefäße: 1 Halsurne mit eingravierten Ornamenten, 1 „schöne
Schüssel“, 1 Doppelgefäß m it Henkel (wurde jetzt aufgefunden, es handelt sich dabei
allerdings um zwei Kalenderberghenkeltöpfe - vgl. den beiliegenden Zettel bei 80.470) und
1 „bauchiges Gefäß m it niederem Rand und Henkel“. Dafür scheint im P. A.-Inventar noch ein
Deckel m it Henkel und eine kleine Henkelschale auf, die in der MAG nicht erwähnt sind. Doch
diese beiden, in der MAG nicht aufgezählten Gefäße (35.534,35.574) können unter die Summe
der übrigen Gefäße fallen, die nicht einzeln beschrieben wurden.
Nach der Beschreibung zu urteilen, dürfte der Leichenbrand in einem organischen Behälter,
einem „Holzkästchen“ m it Bronzebeschlägen, beigesetzt worden sein. Doch stammen nach L.
BELLA (Brief vom 4. VU3.1891; Verbleib P. A.) der „schöne Torques aus Bronze und Perlen
aus einer kleinen Kiste m it Bronzebeschlägen, von welcher wir einige Moderreste gleichzeitig
einschicken; interessant sind die sehr kleinen Klaimnerchen, vielleicht von einem Lederbe­
schlag herstammend.“

85404 B r o m e h a l s r e l f T at 76/3
Bronze, dunkelgrün patiniert, Spuren wilder Patina. - Geknoteter Halsreif mit Ösenenden, im Querschnitt rund. —Der
Reif ist mit 21 perlartigen Knoten, die gegen die Mitte zu großer werden, verziert Die Knoten sind mit einem
eingeritzten, umlaufenden Zickzdckmuster betont und gegen den Reif mit kleinen, gegenläufig schräg gekerbten
Wülsten abgesetzt Zwischen den Knoten weist der Reif 6 - 6 feine Rillen auf. Gegen die Ösenenden zu schließt das
Muster mit Rillen ab, während sich der Reif in einem glatten, von den Rillen abgesetzten Bronzestab fortsetzt Dieser
Absatz ist ebenfalls schräg gekerbt An den Enden ist der Bronzestab flach ausgehämmert und wnrinhnihmai
eingerollt
Maße: Dm. 17 cm, Dm. der Knoten 8-10 mm, Dm. der Öse 5 -6 nun, StabSt. 5 -8 mm/bei der Öse 1 m m .
35.406 B r o n z e k l a m m e r n (zwei Stück) Taf. 76/4-5
Bronze, bläulich-grün patiniert - Bandförmige Bronzespange, leicht winkelig gebogen, m it h a k e n fö r m ig umgeboge­
nen Enden. - Die Seitenkanten sind gegenläufig schräg gekerbt
Erhalten: eine Klammer zur Gänze, die zweite nur fragmentarisch.
Maße: L. 9,5 cm, B. 7-10 mm, BlechSt 2 mm; erh. L. 6,9 cm, B. 8-10 mm, BlechSt 1 -2 mm.
35412 B r o n i e b e s c h l ä g e (fünf Stück) Taf. 77/1
Bronze, dunkelgrün patiniert - Kleine, kalottenfSrmige Beschlagköpfe, auf der Unterseite mit 2 gegenständigen,
bandförmigen Klammem, deren Enden spitzbogig auslaufen.
Erhalten: ein Beschlag zur Gänze, einer zu zwei Drittel, von den drei anderen ist nur die Kalotte erhalten.
Maße: Dm. 1-1,1 cm, H. 3 -5 mm, B lechSt 0,5 mm.
35415 G l a s p e r l e n (drei Stück) T at 76/1
Dunkelblaue bis braunviolette G ritte mit gelben Einlagen. - Mehr oder weniger zylindrische Perlen. - Mit
2 konzentrischen Kreisen, die dreimal umlaufend angeordnet sind; verziert
Maße: Dm. 2-2,1 cm, H. 1,6-1 ,6 cm.

184
35.416 G l a s p e r l e n (elf Stück) T at 76/2
Blaue bis schwärzlich-blaue Glasfritte mit gäben bis gelblich-weißen TCbiiiiffpn, Einlagen teils porös, vielleicht durch
Feuerelnwirküng. - Mehr oder weniger zylindrische P alen. - M t 2 konzentrischen Kreisen, einmal auch mit
Mittelpunkt {—Würfelaugen), verziert Die Kreise schließen sehr eng aneinander und sind dreimal umlaufend
angeordnet.
Maße: Dm. 1,6 cm, H. 1,3 cm; Dm. 1,5 cm, H. 1,2 cm; Dm. 1,4 cm, H. 1-1,1 cm; Dm. 1,3 cm, H. 9-10 mm.
35.417 G l a s p e r l e n (drei Stück) T at 77/3
Blaue bis dunkelblaue Glasfritte mit gelben Einlagen. - Kleinere, mehr oder weniger zylindrische Perlen, können auch
schwach konisch gebildet sein. - Mit wellenförmigen, gelben Einlagen verziert; zwei Perlen weisen 2 Berge und Täler
auf, die dritte deren Je drei
Maße: Dm. 6 -7 mm, H. 8 - 6 mm. ”
85.418 G l a s p e r l e n (siebemmdswanxlgStück) T at 77/6
Gelbe Glasfritte. - Klone, ringförmige, flache Perlen.
Maße: Dm. 3 mm, H. 1 nun.
85.419 G l a s p e r l e n (acht Stück) T at 77/4
Hellblaue Glasfritte. —Kleine, flache, ringförmige Perlen. —Eine Perle ist als Doppelperle gebildet
Maße: Dm. 3 mm, H. 1 nun.
35.420 G l a s p e r l e (ein Stück) T at 77/7
Durchscheinendes, gelbliches Glas. - Hache, zylindrisch wulstartig gebildete Perle.
Maße: Dm. 1,4-1,5 cm, H. 8 mm.
85.421 B o r k e n r i n d e n r e s t e
Borkenrinde, wahrscheinlich von Rotbuche. —Sollen von einem „Holzkästchen" oder einer Schachtel stammen; in
seinem heutigen Zustand läßt sich über seine Beschaffenheit bzw. seinen Verwendungszweck nichts mehr aussageru
35.422 H a r s T at 77/8
„Tumulus 148 (war bei einer ganz zerbrochenen mürben Schale) Henkel derselben??“ (Zettel).
Harz, wahrscheinlich Baumharz. — ln Aceton löslich - braune Farbe - , keine Struktur gezeigt, harziger, Behr
wohlriechender, weihrauchartiger Geruch beim Verbrennen. - Liegt nur fragmentarisch vor, dürfte in rinp Ringform
gebracht worden sein, da Fingerabdrücke (?) erkennbar sind. Der Querschnitt ist rund.
Maße: L. 2,4 cm, S t 1 cm.

35.427 K e g e l h a l s g e f ä ß T at 77/9
Dunkler Ton, schwarze Oberfläche, Steinebenmagerung. - Kleine, ebene Standfläche, steil konischer, leicht S-förmig
ausschwingender Bauch, stark gewölbte Schulter, gegen den konisch zulaufenden Hals abgesetzt, stark ausladender,
gegen innen abgesetzter Mundsaum. - Hals und Schulter sind ritzverziert. Schulter weist 2 waagrecht umlaufende
Reihen von stehenden, kreuz gestrichelten Dreiecken auf, wobei als Basis für die obere Reihe eine waagrecht
umlaufende Linie eingeritzt int Den Hals-Schulter-Umbruch betonen 2 waagrecht umlaufende Kannäuren. Der Hals
ist ebenfalls mit einem eingeritzten Dreiecksmuster verziert: es wechseln große, schachbrettartig gebildete Dreiecke
mit kleinen, kreuz gestrichelten Dreiecken ab. Die Musterfolge ist 2 große, aus 9 bzw. 10 kleinen, kreuz gestrichelten
Dreiecken bestehende Dreiecke, deren Spitzen durch 3 waagrecht angeordnete Punktdellen betont werden, ein kleines
Dreieck (ergänzt), 2 große Dreiecke, wie die vorigen gebildet, 6 kleinere Dreiecke, deren Spitzen durch 4 Punktdellen,
die entweder rhombisch oder dreieckig angeordnet sind, betont werden, ein großes, aus 10 kleineren bestehendes
Dreieck und zuletzt wieder 4 kleinere Dreiecke, alle mit Dellenbetonung der Spitze.
Maße: StfL 12 cm, Bdm. 61,5 cm, HSdm. 44,5 cm, Mdm. 24 cm, H. 50 cm, WBt. 8 mm.
35£34 D e e k e l m i t H e n k e l (frag.) Taf. 77/5
„Tumulus 148 wohl unrestaurirbar (wurde nur des verzierten Henkels wegen mitgenommen)" (Zettel).
Schwarzbrauner Ton, Steinchenmagerung. - Konischer Deckel, dessen Spitze, wie aus dem Henkelansatz zu schließen
ist, abgeflacht war. - Der Deckelrand ist mit schrägen (S), seichten Kerben verziert Am Deckel schließen daran eine
Reihe hängender, eingeritzter, schräg (Z) gestrichelter Dreiecke und 3 Reihen senkrechter, tiefer Einstiche (Fingema-
gelkerben) an. Dann felgt ein aus 4 parälleleingeritzten Linien gebildeter, stehender Winkel, der beiderseits von
annähernd senkrechten Linienbändem (aus 7 Limen bestehend) begleitet wird; dies ist der erhaltene Teil des Musters,
das sich wahrscheinlich umlaufend fortsetzte. - Ein breiter, mit alternierend angeordneten, schräg gestrichelten
Dreiecken verzierter Bandhenkel überspannte die abgeflachte Spitze.
Erhalten: Deckelrand bis Spitze, ungefähr ein H ertel des Deckels, Henkel.
Maße: Dm. 24-25 cm, erh. H. 5,2 cm, rek. H. ohne/mit Henkel 6,4 cm/8,7 cm, HenkelB. 2 cm, W st 6 -7 mm.
35£41 F u ß s c h a l e (frag.) T a l 77/2
„Ödenburg Tum. 69148". „Tumulus 148 Fussschale“ (Zettel).
Braunschwarzer Ton, im Kern dunkel-schwarz, feine Steinchenmagerung. - Breit konischer, gegen innen kantig
abgesetzter, hohler Fuß, weitmündige, flach konische Schale mit laufet konisch eingezogenem Mundsaum. -
Mundsaum ist mit einer Reihe hängender, emgeritzter, schräg (Z) gestrichelter Dreiecke verziert.
Erhalten: Fuß bis Ms.
Maße: Fdm. 10-10,5 cm, Fdm. innen/außen 3,4 cm/5,2 cm, Bdm. ca. 22 cm, Mdm. 20 cm, H. 10,5 cm, W st 5 -7 mm.
35.574 H e n k e l s c h a l e (frag.) Taf. 76/6
„Tumulus 148 kleine Schale (wohl kaum restaurirbar, der Vollständigkeit wegen mitgenommen)“ (Zettel).
Dunkelbraun-schwärzlicher Ton, Graphitierung, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Eine kleine Delle, nur im Ansatz
erhalten, als Standfläche, konisch bauchiger Unterteil, gerundeter Bauchumbruch, konisch zulaufender Hals,

185
Mundsaumrand. - Der Hals ist außen bis über den Bauchumbruch graphitiert gewesen, nur in Resten erhalten. Die
Innenseite weist ein Graphitmuster auf: von der Delle ausgehend wahrscheinlich ein Vierwühel, erhalten sind nur
2 von der Delle ausgehende Linien und eine U-förmig gebogene Hakenlinie auf der Innenseite gegen den Bauchum­
bruch zu. - Ein kleiner Bandhenkel führt von knapp oberhalb des Bauchumbruches zum Mundsaumrand, nur im
Ansatz erhalten.
Erhalten: Delle - StfL, Bauch bis Ms.-Rand, Henkelansatz.
Maße: DellenDm. 1 cm, Bdm, ca. 11 cm, Mdm, 10 cm, rek. H. 4,5 cm, HenkelB. 2,2 cm, Wst 2 -3 mm.
ohne Nummer K n o c h e n k l e i n
Ein Individuum, frühadult, weiblich - siehe JUNGWIRTH (1966).
80.469 H e n k e l f r a g m e n t Taf, 78/3
„Oedenburg Burgstall Tum. 148" (Zettel).
Dunkelbrauner Ton, Oberfläche zum T al geglättet, grobe Steinchen-Glimmer-Magerung. - Glatter, imverzierter
Bandhenkel, relativ hochgezogen, Ansatzstellen fehlen.
Erhalten: Henkel
Maße: HenkelB. 3 cm, HenkelSt. 8-9 mm.
80.470 K a l e n d e r b e r g h e n k e l t f t p f e (frag.) (zwei Stück)
„Tumulus 148 Doppelgefäss mit zwei Henkeln" (Zettel).
84.470/1 Taf. 48/1
Dunkelbräünlicher Ton, unverzierte Oberfläche geglättet, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Kleine, ebene Standfläche,
steilkonisch aufsteigender, bauchiger Unterteil mit kehligem Hals und leicht ausladendem Mundsaum, Rand fehlt. -
Gefäßkörper waagrecht umlaufend in 7 Reihen mit Eindrücken verziert, reichen vom Bauch bis zum Halsumbruch. -
Ein kleiner Bandhenkel führt von knapp unter dem Umbruch (2.-3. Vexzierungsreihe) bis zum Mundsaum, nur im
Ansatz erhalten. - Mundsaum dürfte bdm Henkel eingezogen gewesen sein. - Die Verzierung führt unter dem Henkel
nicht durch.
Erhalten: etwa die Hälfte des Gefäßes von Stfl. bis Ms., Ms. Rand fehlt, Henkel im Ansatz.
Maße: Stfl. 6,5 cm, Bdm. ca. 14 cm, HalsDm. ca. 11 cm, erh. H. 12,2 cm, HenkelB. 2,5 cm, Wst. 6 nun.
80.470/2 T at 78/2
Dunkelbräünlicher Ton, unverzierte Oberfläche geglättet, Steinchen-Glimmer-Magerung. - Ebene, gut abgesetzte
Standfläche, weitbauchig konischer U nterteil- 4 waagrecht umlaufende Verzierungsreihen m it Eindrücken am Bauch
erhalten, die aber eine freie Fläche aussparen, daher muß darüber der Henkelansatz gewesen sein. - Entspricht im Typ
dem Gefäß 80.470/1, doch ist dieses Gefäß hier etwas größer.
Erhalten: etwa die Hälfte des unteren Gef&ßkörpers bis zur halben Höhe.
Maße: Stfl. 9 cm, rek. Bdm. 17 cm, erh. H. 7,0 cm, W st 7 mm.

186
Tumulus 149
Literatur: BELLA u. MÜLLER (1891,172,174,164).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: Dm. 3,8-4 m, H. sehr niedrig, 0,1 m.
Zuordnung: zweite Gruppe.
Datum der Ausgrabung: 1890.
Einbauten: keine - Grube, Untergrund unter Niveau gesenkt
Brandspuren: Brandstelle.
Befund: in 0,46 m Tiefe die Gefäße in der Mitte eines kreisrunden Raumes auf die Brandstelle
gesetzt. Im Osten enthielt eines der Gefäße 3 geschmolzene Glasperlen. Vermutung —
Verbrennung der Leiche an Ort und Stelle.
Funde: 8 Gefäße (3 zusammengesetzt) und 3 Glasperlen.
Verbleib: P. A. - 17.000 Nr.
Bemerkungen: die in der MAG angeführten Gefäße stimmen m it jenen des P.A.-Inventars
überein, auch in der Reihenfolge. Nach dem beiliegenden Zettel wurde der Tum. 149 auch als
Tum. V geführt (siehe bei Kegelhalsgefäß 17.186).
Laut MAG fehlen aber folgende Gefäße: MAG/b-h; doch wurden nach PJL-Inventar alle
Gefäße aus diesem Hügel an Ödenburg abgegeben, zurückbehalten wurde bloß das Kegelhals­
gefäß 17.186 (MAG/a).
Die 3 geschmolzenen Glasperlen sind abhanden gekommen (laut MAG).
Im Jahre 1891 wurde nochmals ein Tumulus ausgegraben, der ebenfalls die Nummer 149
bekam. Dieser wurde hier zur Unterscheidung als Tumulus 147 (= 149/1891) bezeichnet;
tatsächlich wurde aber der Tumulus 147 ausgegraben. Es dürfte sich demnach bei dieser
Hügelnummer um eine Verwechslung handeln (vgL Tum. 149/1891 sowie die Grabnumerierun­
gen auf den einzelnen Plänen s. Anna. 4).
17J86 K e g e l h a l s f ef AB.Tal 70/3, T at 113/5 a, b
„Oedenburg Burgstall Tum. 140 (V) Nr. 71". , 3 IV od. V Nr. 71. Bauchige Halsume schwarz mit reichlicher
Verwendung von verschiedenen Stempeln zum Ornament. . (Zettel).
Die Stempelverzierung diente wahrscheinlich nur zur besseren Aufnahme der vermutlich weißen Inkrustierung (vgL
Loretto, Bgld., sowie Anm. 68).
Dunkelbrauner Ton, schwarze Oberfläche, Steinchen-GUmmcr-Magenmg. - Konisch aufsteigender Bauch, gerundete
Schulter, die ohne Absatz in den konisch zulaufenden Hals übergeht - Hals und Schulter sind verziert, teils in Ritz-,
fadiHin Stempeltechnik. Schulter abwechselnd mit Schachbrett- und Dreiecksmustcr verziert Das Schachbrettmuster
besteht aus 5 bis 7 senkrechten t.inten und wahrscheinlich immer 7 waagrechten T.imm die Felder zwischen diesen
eingeritzten T.inien sind abwechselnd verziert und unverziert Die Verzierung besteht aus einem Fischgrätenmuster,
das in der obersten Reihe m it dem kreuzartigen Zickzackstempel eingestempelt wurde, sonst aber eingeritzt is t Die
Dreiecksmuster sind entweder 4 konzentrische, hängende Winkelbänder, aus 3-teUs eingestempelten^tpüs eingeritzten
Linien bestehend oder ein hängendes, schachbrettartig gebildetes Dreieck von 2 konzentrischen, eingestempelten
Winkelbändem (aus 2 T.inten bestehend) begleitet oder sie bestehen aus 2 oder 3 lang schmalpn, hängenden Dreiecken,
ein m al auch schachbrettartig gebildet, die mit einem Fischgrätmuster ausgefüllt sind und einem vom Bauchumbruch
hereinreichmidien stehenden, schräg gestrichelten Dreieck, dies ist aber nur bei einem Muster erhalten. Eine breite,
selchte, waagrecht umlaufende KannelurfUrche betont .den Hals-Schulter-Umbruch, die gegen den Hals mit einer
waagrecht eingestempelten T in te abgeschlossen wird- Der TTala weist eine Draecksverzierung auf, die teils eingeritzt,
teils eingestempelt ist: Die Dreiecke -bestehen entwedernus- konzentrisch angeordneten Winkelbändem, die teils auch
ein kleines, schräg gestricheltes Dreieck einschlieQen können, oder aussdbambrettäiBg ängeordneten, stehendenoder
hängenden, mit einem Fischgrätmuster verzierten, kleinen Dreiecken, doch alle diese verschieden gebildeten Dreiecke
weisen 2 gegenständig angeordnete Halbkreise zur Betonung der Dreiecksspitze aufTDie Musterfolge dieser Dreiecke
lautet: Dreieck mit Winkelbegleitung, konzentrische Winkel, schachbrettartig angeordnetes Dreieck, konzentrische
Winkel, Dreieck mit Winkelbegleitung, schachbrettartig angeordnetes Dreieck, Dreieck mit Winkelbegleitung,
konzentrische Winkel Die Stempelung ist mit dem kreuzartigen Zickzackstempel durchgeführt worden. Darm folgt
gegen den Hals-Mundaaum-Umbruch eine waagrecht umlaufende, eingestrenpelte Reihe aus alternierend angeordne­
ten Dreiecken mit gitterartiger Irmepflaiinng und abgerundeten Ecken, sowie mindestens 2 waagrecht umlaufende
Kanneluren.
Wrhnlten- Bauch bis Hals-Mk-Umbruch, Stfl.. und Ms. sind ergänzt.
Maße: rek. Stfl. (Gips) 19 cm, Bdm. 63,5 cm, HSdm. 43 cm, rek Mdm. (Gips) 31 cm, rek. H. (Gipsergänzung) 42,6 cm,
erb. H. 24,5 cm, W st 6 mm.

187
Tumulus 147 (= 149/1891)
Literatur: R. HOERNES (1891, [77]).
Lage im Gelände: Mittelgruppe.
Größe: H. groß (vgl. dazu die Maße der „Aushebung“)-
Zuordnung: erste Gruppe.
Datum der Ausgrabung: Beginn am 3. VH!. 1891, am 7. VUL beendet.
Einbaüten: nicht angegeben.
Brandspuren: nicht angegeben.
Befund: großer Tumulus, der größte unter allen in dieser Kampagne. Die Aushebung war hier
bei 10 m lang, 5 m breit und durchschnittlich 2 m tief; ergab sehr zahlreiche und zum großen
Teil reich ornamentierte Gefäße.
Funde: nur keramische Funde, aber in sehr großer Zahl.
Verbleib: P. A. - 35.000 Nr.
Bemerkungen: Die Gefäße dürften laut den beiliegenden Zetteln annähernd im Viereck, und
zwar in Reihen, aufgestellt gewesen sein.
Im Gräberfeldplan ist nur ein Tumulus m it der Nummer 149 eingezeichnet; es dürfte daher eine
Verwechslung vorliegen, da schon im Jahre 1890 ein Tumulus 149 ausgegraben wurde, ln der
P. A. liegen insgesamt 3 Gräberfeldpläne auf, wovon einer eine Kopie ist, die beiden anderen
aber bezeichnen jeweils einen anderen Hügel m it dieser Nummer (vgl. Anm. 4 u. Beil. 1-3).
Wenn daher z. B. jeweils verschiedene Pläne zur Ausgrabung mitgenommen wurden - die
Tumuli nahm man erst 1890 in einem Plan au f-, dann könnte der Tumulus 149/1891 eventuell
dem Tumulus 147 entsprechen, der laut Plan auch ein großer Hügel gewesen sein muß. Dies ist
auch deshalb wahrscheinlich, weil der eine Plan, der den Hügel 149 als einen großen
eingetragen hat, nicht alle Tumuli aufweist, die der in der MAG publizierte Plan eingezeichnet
hat, es fehlt in jenem der Tumulus 147. Im MAG-Plan ist dieser Hügel aber als ein großer
Tumulus gezeigt, während der Tumulus 149 ein kleiner Hügel zu sein scheint, womit sich auch
die Angaben über diese Hügel decken würden.
Außerdem liegen die Tumuli des Jahres 1890 - 144 (TV), 149 (V) und 139 (VI) in einer Linie
Richtung Norden hintereinander, so daß die ursprüngliche Numerierung der Tumuli (IV, V
und VI) genau der Reihenfolge der Zählung entspräche, während der Tum. 149/1891, den wir
mit dem Tum. 147 identifizieren möchten, südlich davon liegt und daher diese Reihenfolge
sprengen würde.
36429 K e g e l h a l s g e f ä ß Taf. 79/4, Taf. 111/2
Dunkel-bräunlicher Ton, schwarze Oberfläche, rote Bemalung, Stemchenmagerung, - Kleine, gut abgesetzte
Standfläche, konisch auftrteigender Bauch, stark gewölbte Simulter, gut gegen den konisch zulaufenden Hals
abgesetzt, breit ausladender, gdgen innen gut abgesetzter Mundsaum. - Hals, Schulter und Mundsaum sind verziert
Schulter mit einem umlaufenden Zickzackbandmuster, das eingeritzt ist, versehen. Die leeren DreiecksMchen
dazwischen sind teils mit w