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Christian Struwe

KLAUSURVORBEREITUNG TECHNOLOGIE

Technologie 1.1 Trennen


Basis-Materialien für Designer: Her- → Zerteilen
stellung, Verarbeitung, Eigenschaf- → Zerspanen (spez. Schneiden-Geo-
ten metrie)
→ Zerspanen (unspez. Schneiden-Ge-
Fertigungsverfahren (DIN 8580): ometrie)
Urformen Zusammenhalt → Abtragen
herstellen → Zerlegen
Umformen Zusammenhalt
beibehalten Fügen
Trennen Zusammenhalt → Zusammensetzen
mindern → Pressen
Fügen Zusammenhalt → Fügen (Schweißen 1, Löten, Kleben)
mehren → Textiles Fügen (bspw. Klett)
Beschichten Ibd.
Stoff-Eigenschaf- Zusammenhalt Beschichten
ten ändern ändern → Elektrochemisch Abscheiden (Gal-
vanik)
→ Flamm-Spritzen
Urformen → CVD/PVD (Beschichtung durch Nie-
→ Modellieren derschlag [Kondensation])
→ Gießen → Polymere Beschichtung („Lackie-
→ Sintern (bspw. SLS=Selective Laser ren“)
Sintering oder DMLS=Direct Metal
Laser Sintering bspw. für medizini- Stoffeigenschaften ändern
sche Prothesen)  Aufschmelzen → Verfestigen
und erstarren des Materials → Oberfläche härten (Diffusions-Här-
→ Sprühkompaktieren (schnelle Er- ten)
starrung flüssiger, kleiner Metall- → Volumen-Struktur ändern (Mate-
partikel durch schnelles Abkühlen rial-Gefüge) durch Temperatur
und unmittelbare Produktkompak- → Bestrahlen (Vernetzen)
tierung. Führt allerdings zu inho- → De-/Magnetisieren
mogener Materialstruktur

Umformen mittels…
→ …Druck
→ …Zug
→ …Druck-Zug
→ …Biegen
→ …Schub

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MAG = Metall-Aktivgas-Schweißen MIG = Me-
tall-Inertgas-Schweißen; Reibrührschweißen
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Eigenschaften I Youngscher Modulus: Das Elastizitätsmo-


dul (auch: Zugmodul oder Youngscher Mo-
Metalle sind meist duktil (formbar) dul, benannt nach dem englischen Arzt und
Verhältnis: Spannung ↔ Dehnung  erst
Physiker Thomas Young) ist ein Material-
Spannung, dann Dehnung, dann Bruch.
kennwert aus der Werkstofftechnik, der
→ Zähbruch z.B. duktile Werkstoffe den Zusammenhang zwischen Spannung
→ Sprödbruch (Trennbruch) z.B. von und Dehnung bei der Verformung eines
spröden, nicht duktilen Werkstoffen festen Körpers bei linear elastischem Ver-
halten beschreibt.
Messverfahren für Oberflächen-
härte
→ Rockwell (HR): Ein verfahrensspe-
zifischer Eindringkörper (siehe in- 1.2 Materialien im Design
teraktive Grafik) wird in zwei Belas- Leichtmetalle
tungsstufen in die zu prüfende
Probe gedrückt (verschiedene
Werkzeuge
→ Vickers (HV): Dabei wird der Ein-
dringkörper in Form einer geraden
Pyramide mit der Prüfkraft F senk-
recht in die Oberfläche der Probe
eingedrückt
→ Shore (HS): Hauptsächlich für
Elastomere und gummielastische
Polymere: Als Eindringkörper (In-
denter) wird ein federbelasteter
Stift aus gehärtetem Stahl verwen-
det.

Ermüdungsfestigkeit: Aluminium Al: 2,7 kg/dm³; Sm = 660 °C; E


Mechanische Widerstandsfähigkeit gegen 0,2% = 70 GPa
zyklische Belastungen (z.B. Druck-Zug)
Aluminium: 3. häufigstes Element in der
Tribologie  Reibungslehre Erdkruste: 8 %

Kommt geologisch überwiegend in chemi-


Tribologische Kriterien schen Verbindungen mit
gelten stets für die aufei- → Sauerstoff (47%) = Aluminiumoxid
nander einwirkenden → Silizium (28%) = Aluminium-Silikate
Materialpaare
vor.

Gewinnung des Al-Oxids durch chemische


→ Metall: Hohe Dehnungsfestigkeit Laugung + Druck + Wärme (Bayer-Pro-
und Dichte (hohe Modulus-Dichte zess)
und Materialdichte)
→ Polymere: Niedrige Dehnungsfes-
tigkeit und Dichte
→ Elastomere noch niedriger

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Metall-Gewinnung durch Schmelzfluss- Weitere Größen der Physik dienen der


Elektrolyse (Hall-Héroult - Prozess) : Quantifizierung von
Schmelz-Mischung:

10% Al-Oxid + 90 % „Kryolith“ (Aluminium-


ELEKTR. STROM, TEMPERA-
Natrium-Fluorid)
TUR, STOFFMENGE, LICHT
→ 1: 9 Mischung bewirkt Absenken der
Schmelztemperatur auf rd. 950 °C.
→ Abtrennen des Al als reines Metall Kräfte bewirken Geschwindigkeitsände-
durch Aufheizen mittels elektri- rungen von Massen (Körpern)
schen Stroms
→ Metall-Abtrennung erfordert sehr Drücke sind Kräfte F bezogen auf die Flä-
hohe Energie. che A, auf die sie wirken.

Energiebedarf für Erzeugung von Materia- Die Dehnung ist ein Maß für die relative
lien im Vergleich (Durchschnittswerte) Längenänderung. Unter "relativer Län-
→ Neu-Al ~ 300 MJ / kg (aus Bauxit) genänderung" versteht man die Zu- oder
→ 80/20 Al-Rezyklat ~ 220 MJ / kg (80 Abnahme der Länge ΔL bezogen auf die ur-
% Neu-Al + 20 % Al-Schrott) sprüngliche Länge L0:
→ Sekundär-Al ~ 15 MJ / kg (100 % Al- 𝜟𝜟𝜟𝜟
Schrott) 𝜺𝜺 =
𝑳𝑳𝟎𝟎
Al-Schmelze findet in sog. Potlines statt:
Pro Halle dreimal 280 Zellen.
Elementarzelle von Aluminium = kubisch
Al-Löslichkeit flächen-zentriert.
→ Al-Ionen: Freisetzung insb. im sau-
Die plastische Verformung aller Metalle (=
ren und salzigen Milieu
Poly-Kristalle) erfolgt ausschließlich
→ Tageshöchstdosis: 10mg/Tag bei
durch die Erzeugung und Bewegung von
70kg
Versetzungen.
Krafteinwirkung
Eutektikum = Phasengleichgewicht mit def.
→ Druck/Gegendruck = Biegung
Schmelzpunkt
→ Torsion = Verwindung
→ Untereutektisch: feinkörnig
→ Übereutektisch: grobkörnig
1.3
Physikalische Größen & Material-Be- Al ist AUSHÄRTBAR
arbeitung 1. Schritt: Lösungs-Glühen = Erwär-
mung auf Temp. T2 mit vollständiger
Basis-Größen der Mechanik dienen der Lösung von spröder Leg. Komp. B in
Quantifizierung von A
2. Schritt: „Einfrieren“= sehr schnelle
Abkühlung für zu übersättigter Lö-
ORT , MASSE, ZEIT sung A+B bei Temp, T1
3. Schritt: „Auslagern“= durch –gerin-
ges - Erwärmen entstehen aus Kei-
men der B-Leg.-Komp. Spröde Be-
reiche in Matrix A, welche die Be-
weglichkeit der Versetzungen re-
duzieren.

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1.4 Leichtmetalle Kombinationsverfahren Ur + Umformen =


Gießen + Schmieden
Urformen & Umformen

Eigenschaften2 sind primär vom Werkstoff


Thixo-Forming
u. deren Kombinationen abhängig. Thixotropie: Verringerung der Viskosität ei-
ner Flüssigkeit unter Einwirkung von
Eigenschaften3 sind sekundär von der Scherkräften.
Struktur der Werkstoffe abhängig.
Vorteile:
Eigenschaften sind tertiär durch mecha-
nisch + thermische Behandlung beeinflusst → Formfüllung (Fließverhalten),
→ Gefügehomogenität,
Knet- Legierungen (Wrought Alloys) geeig- → geringere Drücken,
net für Umformungen → dünnwandige Teile
Bspw.: 6061 Al + Mg (1,2%) + Si (0,8%) Direktes Strangpressen von Al
Guß-Legierungen (Casting Alloys) geeignet Vorheizung von Ausgangsmaterial (Bol-
für Gießen zen) + Matrize (profilabhängig)

Bspw.: EN AC 46000 = AlSi9Cu3(Fe) Vorgewärmter Bolzen (< ø 100 mm) aus


Knetlegierung (400 – 500 °C)
Urformen und Umformen:
Essentiell: Pressendruck 800 – 6000 Tonnen
→ Energiequelle
Extrusions-Geschwindigkeit bis zu 100 m
→ Material-Reservoir
pro Minute
→ Formgebendes Element
Behandlung nach Extrusion: Kühlen, Rich-
Erwärmung durch elektrische Induktion:
ten und Recken
→ Sehr hohe Leistungsdichte
→ Induktionsofen: 30kW/cm3 Geeignete Knetlegierungen: 6000 Serie
(6005, 6061, 6082, 6106) T4
Verfahren des Urformens:
Konventionelle Verfahren: Indirektes Strangpressen:
→ Gießen Vorteile:
→ Formpressen → Keine Reibung zw. Block + Aufneh-
→ Formschmieden mer
→ Kein unbrauchbarer Blockrest
Generative (3D)-Verfahren:
→ Laser-Sintern (SLS) Nachteile:
→ Draht-Lichtbogen (WAAM) → Werkstücklänge limitiert durch
Stabilität des Hohlstempels
Mechanische Bearbeitung: Massiv-
umformen (Schmieden)
Beim Schmieden werden Knetlegierungen
unterhalb der Solidustemperatur umge-
formt (noch fester Zustand)

→ Freiformschmieden
→ Gesenkschmieden

2
Z.B.: Warmfestigkeit 3
Z.B.: Grob- bzw. feinkörnige Gefügestruktur
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Umformungs-Verhältnis Strangpres- → Durch Auslagern können Festigkeit


sen steigernde Phasen ausgeglichen
Extrusions-Verhältnis R werden (Konzentrationsverschie-
A0=Ausgangsquerschnitt (Block) bung in Richtung Gleichgewicht)
Af=Extrusionsquerschnitt

𝐴𝐴0 → Unterscheidung zwischen Glühen


𝑅𝑅 = und Härten
𝐴𝐴𝑓𝑓
→ Weichglühen oder Tempern 
Stahl 𝑅𝑅~40: 1 möglichst spannungsarmer Zu-
stand des Materials
Al 𝑅𝑅~400: 1 (Strangpressen mit Block- → Ausscheidungshärtung erhöht die
Vorwärmung) Festigkeit und Steifigkeit
→ Bei gesättigten Mischkristallen 
WARM-Walzen von Al Ausscheiden von Fremdatomen ins
→ Vorgefräste Alu-Barren zwischen
Metallgitter, die in der Phase nicht
rotierenden Stahlwalzen
gelöst werden konnten  Verspan-
→ Vorwärmen auf 510°C
nung des Gitters  Festigkeitsstei-
KALT-Walzen von Al gerung (Alterung)
→ Vorglühen auf 450°C
→ Mehrere Arbeitsgänge – sog. Stiche
→ Walzen bis auf gewünschte Enddi-
cke
→ Nach dem Fertigwalzen: Weichglü-
hen auf 350°C für mehrere Stunden

Additive (3D) Verfahren (Additive Ma-


nufacturing – AM) für Metalle
Energiequellen:
→ Laser → Temper-Klassifizierungen: 𝑇𝑇𝑇𝑇 (1 ≤
→ Lichtbogen 𝑥𝑥 ≥ 10

Materialreservoir:
→ Pulver
→ Draht

Direkt-Pulver oder Draht-basierte AM-


Verfahren (Direct-Energy-Deposition DED)
→ Arbeiten mit Pulverbett
→ Arbeiten mit Metallfolien

Thermische Nachbehandlung
→ Voraussetzung für Verwendung von
Al: Aushärtbarkeit

Voraussetzungen für die Aushärtbarkeit


→ Das „Einfrieren“ eines übersättig-
ten Zustandes bei schlagartiger Ab-
kühlung ist möglich.

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1.5 Fügen Festigkeitsklassen von (Stahl)-


Verbindungselemente Schrauben nach DIN EN ISO 898-1
Zahlenpaar X.X:
Formschluss
Die erste Zahl gibt 1/100 der Mindest- oder
Kraftschluss Wirk-Prinzip Nennzugfestigkeit Rm [ N/mm2] an.

Die zweite Zahl gibt die Streckgrenze


Stoffschluss
𝑅𝑅𝑒𝑒 = 𝑅𝑅𝑚𝑚 × 2. 𝑍𝑍𝑍𝑍ℎ𝑙𝑙 × 10 𝑁𝑁�
Löten 𝑚𝑚𝑚𝑚2
Stoffumwandlung Beispiel: 1. Zahl = 8 = Nenn-Zugfestigkeit
Schweißen
(Zahl x 100)
Verbinden durch

Nieten (Clinchen) 2. Zahl = 8 = Streckgrenze in % Zugfestigkeit


(Zahl x 10)
plastische
Falzen
Verformung
Zahlenwerte:
Dübeln
8 x 100 = 800 N/mm2 (Zugfestigkeit)
Schrauben 8 x 10 = 80% der Zugfestigkeit = Streck-
grenze = 640 N/mm2 Re = 640 N/mm²
elastische
Keilen
Verformung
VORSPANNKRAFT SCHRAUBE MIND. 75 % DER
Klemmen STRECKGRENZE!

Streckgrenze = 0,2% Dehngrenze

Charakteristische Kennwerte Festigkeitsklassen von nichtrosten-


den (Stahl-)Schrauben nach ISO
Zugfestigkeit Schäl-
festigkeit Zug-Scher-
(Stirnabreiß-
festigkeit)
(Schäl- Festigkeit Buchstaben-Ziffern-Kombination: mm²]
widerstand)
Beispiel: A2 – 70
Befestigungsgewinde
Klemmwirkung durch Flächenpressung = A2 = Chrom-Nickelstahl (austenitisch)
elastische Deformation + (Reibung)
70 = 70 (x 10) = Nenn-Zugfestigkeit Rm = 700
Kraftrichtung ⏊ u. (parallel) zur Oberfläche N/mm²
der zu verbindenden Teile
Gewindehülsen: Einsatz in Werkstoffen ge-
Nur 10% des Drehmoments als (elastische) ringer Festigkeit
Vorspannung im Schraubenschaft.

→ Gewinde: Eingängig oder mehrgän-


gig
→ Kreuzgewinde bspw. bei Reversier-
gewinden für Seiltrommeln

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