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15-03-2019 Druckversion - Gleichstellung: Barley will lesbischen Paaren Mit-Mutterschaft ermöglichen - SPIEGEL ONLINE - Politik

14. März 2019, 09:04 Uhr

Gleichstellung

Barley will lesbischen Paaren Mit-Mu erscha ermöglichen


Katarina Barley möchte die Stellung sogenannter Regenbogenfamilien stärken. Die
Bundesjus zministerin plant dafür eine Reform des Abstammungsrechts.

Bundesjus zministerin Katarina Barley (SPD) will lesbische Paare bei der Geburt eines Kindes
gleichstellen. Die Partnerin der Frau, die ein Kind zur Welt bringt, soll automa sch als "Mit-Mu er"
mit allen Rechten und Pflichten anerkannt werden - vorausgesetzt, beide sind verheiratet oder
leben in einer eingetragenen Lebenspartnerscha . Das steht in einem Entwurf, den das
Ministerium am Mi woch in Berlin veröffentlichte.

Das Papier soll als Grundlage der Beratungen innerhalb der Regierung, mit den Frak onen,
Ländern und Verbänden dienen. Einen formalen Gesetzentwurf will Barley dann später im Lichte
der nun folgenden Diskussionen veröffentlichen.

Mit dem 62-sei gen Papier präsen ert Barley Vorschläge für eine seit Jahren geplante umfassende
Reform des Abstammungsrechts. CDU, CSU und SPD ha en sich auch im Koali onsvertrag
vorgenommen, die bestehenden Regelungen "im Hinblick auf die zunehmenden Möglichkeiten der
Reproduk onsmedizin und Veränderungen in der Gesellscha " zu überprüfen. Vorgesehen sind
auch Klarstellungen für die Spende von Embryonen aus künstlicher Befruchtung und Vorgaben für
das Recht auf Klärung der Vaterscha .

"Abstammungsrecht ist nicht mehr zeitgemäß"

Zwei Grundsätze sollen nach dem Willen des Jus zministeriums gelten: Ein Kind kann nicht mehr
als zwei Elternteile haben. Und Mu er ist diejenige, die das Kind zur Welt gebracht hat - auch
wenn die gene sche Mu er vielleicht jemand anderes ist. Da Leihmu erscha (also das Austragen
des Kindes für jemand anderen) in Deutschland nicht erlaubt ist, sind für diesen Sonderfall auch
keine Regelungen vorgesehen.

"Das Abstammungsrecht ist mit Blick auf die Möglichkeiten der modernen Reproduk onsmedizin
und die in der Gesellscha gelebten Familienformen teilweise nicht mehr zeitgemäß", erklärte
Barley. Deshalb seien Änderungen nö g. "Klar ist: Im Mi elpunkt der Elternscha steht immer die
Verantwortung für das Kind."

Für schwule Paare gilt weiterhin, dass die Frau, die das Kind zur Welt bringt, Mu er ist und einer
der Partner Vater werden kann, indem er zum Beispiel die Vaterscha anerkennt. Sein Partner
kann nach bereits geltenden Regeln durch Adop on ebenfalls Vater werden, falls die Mu er das
Kind dafür freigibt.

asa/dpa

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