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Statistisches Bundesamt Deutschland - Energieverbrauch der privaten Haushalte für ...

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Pressemitteilung Nr.372 vom 18.10.2010

Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen rückläufig

WIESBADEN – Der Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen ist in Deutschland weiterhin rückläufig: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt,
verringerte sich der Verbrauch von Haushaltsenergie – bereinigt um Temperaturschwankungen – zwischen 2005 und 2009 um insgesamt 6,7%.

Bei der Betrachtung nach Energieträgern fällt besonders der starke Rückgang des Verbrauchs von Mineralölen auf: er verringerte sich seit 2005 um knapp ein Viertel.
Der Verbrauch von Erdgas reduzierte sich leicht um 3,6%. Nachdem der Stromverbrauch 2008 zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte gegenüber dem Vorjahr
gesunken war, setzte sich der Rückgang im Jahr 2009 fort. Insgesamt verringerte sich der Stromverbrauch von 2005 bis 2009 um 2,0%. Bei den sonstigen
Energieträgern wie etwa Brennholz und Holzpellets erhöhte sich der Verbrauch dagegen kräftig (+ 15,8%).

Innerhalb des Verbrauchsbereichs Wohnen macht der Energieverbrauch für Raumwärme den größten Anteil aus: für das Heizen wurden im Jahr 2009 rund 71% der
gesamten Haushaltsenergie eingesetzt. Dabei ist der Energieverbrauch für Raumwärme in den letzten Jahren stark gesunken. Er lag im Jahr 2009 knapp 10% unter dem
Niveau von 2005 und sogar mehr als 20% niedriger als im Jahr 2000. Der Rückgang gegenüber 2005 ergab sich trotz einer gestiegenen Zahl von Haushalten (+ 2,2%)
und einem Zuwachs an Wohnfläche (+ 2,5%). Diese verbrauchssteigernden Faktoren wurden jedoch durch einen reduzierten Energieverbrauch je Quadratmeter
Wohnfläche (– 9,0%) mehr als ausgeglichen. Das kann einerseits auf eine verbesserte Wärmedämmung und Heiztechnik zurückgeführt werden. Andererseits ist es aber
auch Ergebnis von Einsparungen der Haushalte als Reaktion auf vorangegangene deutliche Preissteigerungen für Heizenergie. Die Verbraucherpreise hatten sich
zwischen 2005 und 2008 für Gas mit + 31,8% und für flüssige Brennstoffe mit + 43,8% sehr stark erhöht.

In anderen Anwendungsbereichen ist der Energieverbrauch der privaten Haushalte gestiegen. Für Kochen und Bügeln (+ 4,3%) und für den Betrieb elektrischer
Haushalts- und Kommunikationsgeräte (+ 6,0%) setzten sie im Jahr 2009 mehr Energie ein als noch 2005. Der Mehrverbrauch im Haushalts- und
Kommunikationsbereich ist auf eine umfangreichere Geräteausstattung wie auch eine gestiegene Zahl der Haushalte zurückzuführen.

Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen *):

2009 2009
Energieträger und Anwendungsbereiche 2000 2005 2008 2009 zu zu
2008 2005

Milliarden Kilowattstunden Veränderung in %

Energieträger

Mineralöl 231 177 156 134 – 14,6 – 24,7

Gas 295 279 280 270 – 3,6 – 3,6

Strom 132 141 140 138 – 1,4 – 2,0

Fernwärme 39 42 47 42 – 11,7 – 1,3

Kohle 15 9 13 10 – 22,3 12,5

Sonstiges 50 54 68 63 – 8,6 15,8

Insgesamt 762 703 705 656 – 7,0 – 6,7

Anwendungsbereiche

Raumwärme 587 518 519 468 – 9,7 – 9,5

Warmwasser 82 84 81 82 1,2 – 2,5

Kochen, Trocknen, Bügeln 29 34 35 35 0,5 4,3

Haushaltsgeräte (inklusive Kommunikation) 53 57 60 60 – 0,1 6,0

Beleuchtung 11 11 11 11 – 0,2 – 6,9

Insgesamt 762 703 705 656 – 7,0 – 6,7

nachrichtlich:

nicht temperaturbereinigt 700 704 697 680 – 2,4 – 3,4

Kilowattstunden Veränderung in %

Energieverbrauch je Haushalt 19 949 17 883 17 591 16 320 – 7,2 – 8,7


*)
Eigene Berechnungen nach Angaben des Bundesverbandes für Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Die Angaben aus der
Energiebilanz wurden temperaturbereinigt und beim leichten Heizöl wurden Lagerbestandsveränderungen herausgerechnet.
Die prozentualen Veränderungsraten beziehen sich auf ungerundete Werte.

Weitere Auskünfte gibt:


Helmut Mayer,
Telefon: +49 611 75 2784,
E-Mail: ugr@destatis.de

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