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Entwicklungspsychologie Mitschriften von Vorlesungen zusammengefasst

Zusammenfassung Entwicklung
1. Überblick über die Fragestellungen und Zielsetzungen der Entwicklungspsychologie
- Objektiv, reliabel und valide die Entwicklung des Menschen beschreiben
- Bedingungen für Verhalten und Entwicklungsprozesse erklären.
(Auftretenswahrscheinlichkeiten, nicht Kausalitäten)
- Vorhersagen bezüglich Entwicklung machen (auf Basis der Auftretenswahrscheinlichkeit)
- Entwicklung positiv beeinflussen und kontrollieren (z.B. durch Präventionsprogramme)

- Welches Verhalten ist normal/nicht mehr normal?


- Was hält Entwicklung in Gang?
- Wie verläuft Entwicklung?
- Wie können Eltern und LP angemessen auf Kinder reagieren?

2. Bedeutung der Entwicklungspsychologie für die Schule


- Erkenntnisse für den richtigen Umgang der LP mit SuS
- Kind auf seiner Entwicklungsstufe optimal unterstützen
- Sozialpolitik: Wo Gelder einsetzen?
- Wie gehe ich Menschen um? Das Wesen der Menschen verstehen
- Standardfelderbezug
o 2. Lernen und Entwicklung
o 3. Umgang mit Heterogenität
o 1. Fachwissen bezüglich Kindern

3. Drei Faktoren von Entwicklung kennen und zu deren Einfluss Stellung beziehen
- Endogen
- Exogen
- Autogen
- Alle drei wirken zusammen. Es wird ihnen von verschiedenen Leuten unterschiedliche
Bedeutung zugeschrieben. Auch Zwillingsstudien liefern unterschiedliche Ergebnisse.
Meines Erachtens sind alle drei Faktoren zentral.

4. Die Einflussfaktoren der eigenen Entwicklung analysieren und mögliche Auswirkungen auf
die persönliche Entwicklung erkennen
- Wird wahrscheinlich nicht so direkt geprüft. Trotzdem:
o Exogen: Meine Eltern waren sehr streng bezüglich Ordnung halten, was
wahrscheinlich dazu beigetragen hat, dass ich zu einer ordentlichen Person
wurde.
o Endogen: Meine Gene machen meinen Stoffwechsel relativ langsam. Dies trägt
dazu bei, dass ich eher etwas dicker bin.
o Autogen: Ich habe schon immer den Wunsch gehabt, Klavier spielen zu können
und habe schon als Kind viel geübt. So wurden meine musikalischen Fähigkeiten
sehr gefördert.

5. Die zentrale Idee des Konzeptes der Entwicklungsaufgaben erläutern und unterschiedliche
stufenspezifische Entwicklungsaufgaben von SuS kennen
Entwicklungspsychologie Mitschriften von Vorlesungen zusammengefasst

- Entwicklungsaufgaben sind Herausforderungen, die sich jedem Menschen stellen, weil


sie sich automatisch aus der körperlichen Entwicklung und dem aus kulturellem Druck
resultierenden Erwartungen ergeben. Die Aufgaben müssen gemeistert werden, damit
das Individuum auf die nächste Entwicklungsstufe kommt.
- Beispiele:
o Baby: Bindung zu Bezugsperson aufbauen
o KiGa: Andere verstehen, Empathie entwickeln
o PS: Freundschaften aufbauen, soziale Kooperationen
o Sek: Freundschaften pflegen, sich innerhalb einer Gruppe zurechtfinden
o Jugendalter: Identitätsentwicklung
o Etc.

6. Wissen, dass heutige Entwicklungspsychologie die Variabilität im Entwicklungsverlauf


berücksichtigt
Es entwickelt sich nicht jeder Mensch gleich. Wir haben eine Norm und alle möglichen
Abweichungen davon. Es ist ebenfalls normal, gewisse Abweichungen aufzuweisen.
- Interindividueller Unterschied: Ein Individuum entwickelt sich in einem Bereich schneller
als im anderen.
- Intraindividueller Unterschied: Ein Individuum entwickelt sich in einem Bereich schneller
als ein anderes Individuum im selben Bereich.
- Diese Unterschiede führen zu Variabilität. Heute gilt nicht mehr: Genau das ist normal
und alles andere krank.

7. Die vier Faktoren von Scarr kennen, welche veranschaulichen, warum sich Kinder
unterschiedlich entwickeln
- Genetische Faktoren
- Unterschiedliche Behandlung durch Eltern und andere Personen
- Unterschiedliche Wirkung gleicher Erfahrungen
- Wahl unterschiedlicher Umgebungen

8. Merkmale der Entwicklung mit Beispielen erläutern


- Veränderung: Als Baby kann ein Mensch nur krabbelnd vorwärtskommen, mit der
Entwicklung kommt, dass es auch laufen lernt. Die bevorzugte Fortbewegungsmethode
verändert sich im Laufe der Entwicklung.
- Zeit: zwischen dem ersten Lebenstag und dem zweiten Lebensjahr verändern sich die
neuronalen Verbindungen im Gehirn eines Individuums. Mit der Zeit entstehen mehr
davon.
- Stabilität: Dazugewonnenes Verhalten ist über die Zeit hinweg stabil. Man verlernt
normalerweise nicht mehr zu laufen.
- Logische Reihenfolge: Entwicklung läuft logisch ab. Man lernt nicht zuerst ganze Sätze
sprechen und erst dann einzelne Worte. Das wäre nicht logisch.

9. Wissen, was mit Kontinuität und Diskontinuität gemeint ist


- Kontinuität: kontinuierliche Entwicklung verläuft gleichmässig in einem Fluss. Es kommt
immer wieder etwas kleines Neues dazu. Wenn eine normalerweise kontinuierlich
verlaufende Entwicklung (z.B. Sprachentwicklung) stockt, handelt man schnell. Man
bemerkt es schnell.
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- Diskontinuität: diskontinuierliche Entwicklung verläuft sprungweise. Es geschieht mal


lange nichts und dann viel auf einen Schlag. Zum Beispiel die Entwicklung von einer
Raupe zum Schmetterling.
- Je nach Betrachtungsweise sieht man eine Kontinuität oder eine Diskontinuität. Beispiel
Körpergrösse: Schaue ich auf Körpergrösse selbst, ist es kontinuierlich. Schaue ich auf
den jährlichen Zuwachs, sehe ich Diskontinuität.

10. Das Schutz- und Risikofaktorenkonzept kennen und mindestens drei Schutzfaktoren
nennen, die sie als Lehrpersonen fördern können
- Schutzfaktor: Positiven Einfluss auf Entwicklung nehmenden Faktor
o Gute Bindung zur Bezugsperson
o Gesunde Eltern
o LP kann fördern:
 Stärken fördern
 Offenes Ohr haben
 Hilfe vermitteln
- Risikofaktor: Negativen Einfluss auf Entwicklung nehmenden Faktor
o Ungünstige Erziehungspraktiken
o Armut
- Erhöhen oder senken die Wahrscheinlichkeit für eine positiv verlaufende Entwicklung.

11. In eigenen Worten formulieren, was unter dem Begriff Resilienz verstanden wird und
einschätzen, ob sich ein Kind als resilient erweist oder nicht.
- Definition: Ein Kind entwickelt sich trotz schwerwiegender Risikofaktoren positiv. Die
Schwierigkeiten prallen sozusagen am Kind ab. Nicht jedes sich gut entwickelnde Kind
wird als resilient bezeichnet, da es Risikofaktoren ausgesetzt sein muss für diesen Begriff.
- Elastische Eigenschaft: Wenn das Kind einmal resilient war, muss es das in einer anderen
Situation nicht unbedingt wieder sein.
- Resilienz in der Vergangenheit erhöht die Wahrscheinlichkeit für Resilienz in der Zukunft
(Unter anderem weil man aus so einer Situation gestärkt hinausgeht)

12. Die fünf von Bronfenbrenner beschriebenen Systeme einer anderen Person erklären und
mit Beispielen veranschaulichen
- Mikrosystem
o Muster von Tätigkeiten und Aktivitäten
o Rollen
o Beziehungen (Dyaden)
 Tätigkeiten zweier oder mehrerer Personen
 Tätigkeit und Erleben
o Persönliche Beispiele: Familie Mahler Hüttlingen (Mami, Papi, Bruder Tobias),
Beziehung Andreas, Schwester Christine, Schwester Selina, Mentoratsgruppe,
etc.
- Mesosystem
o Wechselbeziehungen zwischen den Lebensbereichen
o Verschiedene Verbindungen zwischen Mikrosystemen:
 Direkte Beteiligung: Freunde aus der Schule sind auch mal zuhause bei
einem. Oder Eltern interagieren mit LP am Elterngespräch.
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 Mittelsperson: Frau vom Klassenlehrer singt mit Mutter im Chor. Schafft


Verbindung zwischen LP und Eltern.
 Kommunikation zwischen den Lebensbereichen: Kinder erzählen den
Eltern über die Flötenstunde.
 Kenntnisse anderer Lebensbereiche: Mutter hat selbst einmal im
Fussballverein gespielt und hat deshalb Kenntnisse über diesen Bereich
des Kindes.
o Persönliche Beispiele: Christine kannte Andreas schon vor mir besser, Papi kennt
Laras Vater und wusste dadurch Dinge über Lara in der Kanti und somit auch
über meine Schule, ich erzähle Selina von der PH, Papi hat auch mal Jungschi
geleitet und hat deshalb Kenntnisse von der Jungschar.
- Exosystem
o Lebensbereiche, an denen das sich entwickelnde Individuum nicht beteiligt ist,
wo aber Ereignisse stattfinden, die die Mikrosysteme vom besagten Individuum
beeinflussen. (Bsp. Arbeitsplatz Vater, Kollegen vom Freund, andere Freundinnen
der Freundinnen)
- Makrosystem
o Kultur oder Subkultur, in der das besagte Individuum lebt und heranwächst.
o Kulturtypische Rollen, Glaubensüberzeugungen, Einstellungen, Wertungen etc.
o Bräuche und Gesetze einer Gesellschaft
- Chronosystem
o Veränderungen in der Zeit, markante Biografische Übergänge und kritische
Lebensereignisse.
o Ändert sich exponentiell schnell
o Ökologische Übergänge
 Normative Übergänge: Wechsel von Primar in die Sekundarschule
 Nonnormativ: Mobbing, Kind stirbt
 Kumulierte Biografie: mehrere kritische Lebensereignisse

13. Erklären, warum und wie nach Bronfenbrenner verschiedene Lebensräume und Settings
Entwicklung auslösen
- Mensch als aktives Wesen in seiner Umwelt. Interagiert zielgerichtet und kreativ mit
seiner Umwelt
- Sowohl Umwelt als auch Individuum verändern sich und wirken LEBENSLANG
GEGENSEITIG aufeinander ein.
- Die Umwelt ist eine komplexe Struktur aus verschachtelten Systemen
- Je mehr Lebensräume ein Individuum hat, desto mehr muss er sich an die anpassen und
verschiedene Rollen übernehmen
- Viele Rollen, Tätigkeiten und Beziehungen führen zu menschlicher Entwicklung
o Entwicklung ist die lebenslange Akkommodation an die sich verändernden
Eigenschaften seiner Umwelt
o Immer umweltspezifisch
o An Ökologische Übergänge und neue Lebensbereiche und Settings gebunden

14. Sich der Wichtigkeit gelingender ökologischer Übergänge bewusst sein und diese
entwicklungsfördernd gestalten.
- Ökologische Übergänge sind das, was die Entwicklung vorantreiben. Wenn sie gelingen,
nimmt die Entwicklung einen positiven Verlauf, wenn nicht eher nicht.
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- Können erleichtert werden durch:


o Doppelter Übergang: mehrere einander bekannte Kinder treten gleichzeitig in
die Schule ein miteinander.
o Vorwissen: Eltern/Bezugsperson weiss darüber, wie es im Kindergarten so ist
o Rollenanforderungen miteinander vereinbar: Je besser die Rollen
zusammenpassen, desto einfacher ist der Übergang
o Information: Individuum wird darüber informiert, was auf es zukommt
o Vertrauen: In Bezugspersonen, Welt, das was auf das Individuum zukommt
o Begleitperson/Dyadenpartner: Mentor etc.
o Positive Orientierung: Erwartet Positives

15. Begriffe Assimilation, Akkommodation, Äquilibrium, Schema und Struktur erklären und wie
nach Piaget dadurch Entwicklung in Gang gebracht wird
- Äquilibration:
Das menschliche Individuum strebt nach dem Gleichgewichtszustand, in dem sein
eigenes Wissen und seine Vorstellungen mit der Welt, wie sie sie kennen,
übereinstimmen. Wenn das Äquilibrium nicht besteht, versucht das Individuum, das
auszugleichen, was man Äquilibration nennt.

- Schema
Grundlegende Wissenseinheit
Ein Individuum macht eine Erfahrung mit seiner Umwelt. (Beispiel: Man drückt an Brot
und es biegt sich dabei, geht aber nicht kaputt) Die daraus gewonnene Information über
die Umwelt wird abgespeichert und kann abgerufen werden. Das nennt man Schema.

- Struktur
Die verschiedenen Schemata im Hirn des Menschen sind untereinander verknüpft und
verschachtelt. Wenn Schemata zusammenhängen werden sie in grösseren Strukturen
geordnet.

- Assimilation
Wenn ein Individuum in seiner Umwelt auf etwas neues stösst (Beispiel Keks), wendet es
sein Schema für «Brot ist biegbar» auch auf den Keks an, weil dieser ähnlich aussieht.
Dabei zerbricht der Keks dann. Das Anwenden des Schemas auf eine andere Situation
nennt man Assimilation. Das Lebewesen passt dabei die Umwelt an seine eigenen
Bedürfnisse und Möglichkeiten an.

- Akkommodation
Weil der Keks ja zerbricht, merkt das Kind, dass etwas nicht stimmt. Es gerät in die
Disäquilibration, welche es ausgleichen möchte. Deshalb lernt es dazu: «Kekse sind nicht
biegbar» und hat nun ein neues Schema für Kekse. Es hat sich durch Lernen und
Selektion an seine Umwelt angepasst und hat nun das Äquilibrium wiederhergestellt.

Durch diese ständige Anpassung und Herstellung vom Gleichgewicht lernt das
Individuum dazu und entwickelt sich.

16. Sensu-motorisches Stadium typische Merkmale zuordnen


- 0 bis 2 Jahre
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- Verhalten von Reflexen und einfachen Schemata gesteuert, werden wiederholt und
kombiniert
- Lernen von Mittel und Zweck, zielgerichtetem Handeln
- Kennenlernen des Konzepts Ursache-Wirkung
- Objektpermanenz entwickelt sich
- Denken wird durch sensorische und motorische Fähigkeiten gefördert und kommt durch
Bewegungen zum Ausdruck

17. Voroperatorisches Stadium typische Merkmale zuordnen


- 2 bis 7
- Kognitive Einschränkungen
o Egozentrismus, mangelnde Perspektivübernahme
o Rigides Denken
 Zentrierung
 Irreversibilität
 Vernachlässigung von Transformation
o Prälogische Schlussfolgerungen
 Magische Naturdeutung
 Artifizielle Erklärung
 Anthropomorphistische, animistische Naturdeutung
 Zirkuläre Erklärungen
- Erfahrungen und Denken können sprachlich repräsentiert werden
- Begrenzte Soziale Kognition

18. Konkretoperatorisches Stadium typische Merkmale zuordnen


- 7-11 (und noch viel länger)
- Entwicklung von Operationen
o Transformation/Identität
o Reversibilität
o Dezentrierung
o Klassifikation möglich
- Logisches Denken in einem Raum von konkreten Ereignissen und erfahrbaren Erlebnissen
möglich

19. Formal-operatorisches Stadium typische Merkmale zuordnen


- Ab ca. 11 (in gewissen Bereichen erst später oder gar nie)
- Abstraktes Denken mit Hypothesenbildung und durchdenken derer
- Logisches Denken und Schlussfolgern
- Operationen können nicht nur auf Objekte, sondern auch auf Operationen angewandt
werden. Über das Denken nachdenken z.B.
- Realität als Teilmenge des theoretisch Möglichen
- Syllogismus

20. Theorie Piagets für Entwicklungs- und Erziehungsfragen herbeiziehen


- Kindern Räume geben
- Anregungsreiche Materialien geben
- Zeit geben
- Risiken ermöglichen
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21. Beschreiben, was nach Erikson Entwicklung auslöst und was sie in Gang hält
- Endogene Triebe
- Exogene Einflüsse
- Auf Genen abgespielter Plan, auf dem acht verschiedene Stufen durchlaufen werden. Auf
jeder Stufe erfolgt eine Krise, im Sinne einer Spannung zwischen zwei Aspekten. Diese
Krisen müssen gemeistert werden. Die Krisen entstehen aus der Wechselwirkung
zwischen Individuum und Umwelt und stellen Anforderungen an die Individualität.
- Das Meistern dieser Krisen bewirkt Entwicklung

22. Den Aufbau seiner Stufen mit den systonischen und dystonischen Tendenzen und der
Grundstärke.

1. Urvertrauen vs. Urmisstrauen


- Hoffnung
- Das Baby muss ein Verhältnis zu seiner Bezugsperson aufbauen. Wenn diese das Baby im
Stich lässt oder andere Störungen das Verhältnis stören, kommt es zum Urmisstrauen.
Wenn das Verhältnis gut ist, entsteht ein Urvertrauen und die Hoffnung und der Glaube,
dass die eigenen Bedürfnisse befriedigt werden.

2. Autonomie vs. Scham/Zweifel


- Wille
- Das Kind sollte mit der Zeit trocken und sauber werden. Wenn man von ihm erwartet,
nicht mehr in die Windeln zu machen, obwohl es so etwas gar nicht kann, führt das zu
negativen Erlebnissen. Wenn die Phase gelingt, und das Kind sich häufig als autonom
erleben darf (v.a. in der Reinlichkeitserziehung) entsteht der Wille, die Welt zu
erforschen, ohne Angst, bestraft zu werden (auch wenn es Zweifel und Scham erlebt
hat). Wenn die Phase nicht gelingt, erlebt das Kind Scham und zweifelt an sich selbst.

3. Initiative vs. Schuldgefühl


- Entschlusskraft
- In diesem Alter kämpft das Kind besonders um Aufmerksamkeit. Es kann nun mehr und
weiss, dass es ein ich ist und versucht, herauszufinden, wie es sein möchte. Es braucht
den Mut, einem Interesse nachzugehen, ohne Niederlagen oder Strafen erleben zu
müssen. Wenn es die Umwelt zulässt, kann es die Initiative ergreifen und sich finden.
Wenn es das Gefühl hat, alles richtig machen zu müssen und leisten zu müssen, erlebt es
mehr Schuldgefühle und ergreift wenig die Initiative. Wenn die Krise gut gemeistert wird,
hat das Kind die Entschlusskraft, seinen Interessen und Zielen nachzugehen, ohne die
Schuldgefühle oder Angst vor der Niederlage.

4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl


- Kompetenz
- Auf dieser Stufe sind die Kinder intensiv am Lernen und treten in die Schule ein. Wenn
sie sich bei dem, was sie tun, kompetent erleben können, wird der Werksinn gestärkt.
Wenn das Kind negative Erfahrungen macht beim Lernen in allen Bereichen, entwickelt
es ein Minderwertigkeitsgefühl. Bei positivem meistern der Krise erwerben die Kinder
Kompetenz: Die Fähigkeit, ihre Geschicklichkeit und Intelligenz zur Erfüllung von
Aufgaben zu nutzen ohne Minderwertigkeitsgefühle.
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5. Identität vs. Identitätsdiffusion


- Treue
- In der Adoleszenz sind die Menschen besonders auf der Suche nach einer eigenen
Identität als Erwachsene. Es werden viele Rollen-Erwartungen an eine Person gestellt
und das ganze Leben verändert sich. Wenn ein Individuum diese vielen Aspekte unter
einen Hut bringen kann, wird die Identität gestärkt und das Individuum erwirbt die
Grundstärke Treue: Es ist fähig, Verpflichtungen trotz widersprüchlichen Wertsystemen
aufrecht zu erhalten. Es bleibt sich selbst treu.
Hingegen wenn die Krise nicht gut gemeistert werden kann, fehlt der Persönlichkeit der
Zusammenhalt und sie «zersplittert».

6. Intimität vs. Isolierung


- Liebe
- In dieser Phase sind junge Leute damit beschäftigt, Intimität bei anderen Menschen zu
suchen. Vor allem bei Liebespartnern, aber auch bei gleichgeschlechtlichen Freunden.
Diese Intimität kann aber nur entstehen, wenn das Individuum nicht Angst hat, seine
Identität zu verlieren im anderen Menschen. Wenn die Versuche, Intimität herzustellen,
misslingen, zieht sich das Individuum in die Isolierung zurück. Wenn die Intimität
erfolgreich hergestellt werden kann, entsteht die Grundstärke Liebe, was hier bedeutet,
dass Menschen sich einander gegenseitig hingeben und den Antagonismus in der
geteilten Funktion überwinden.

7. Generativität vs. Selbstabsorption


- Fürsorge
- In dieser Phase geht es m das Interesse, die nächste Generation zu erzeugen und/oder zu
erziehen. Hat das Individuum Vertrauen in die Zukunft und glaubt an die Menschheit und
auch die Fähigkeit, sich für andere Menschen einzusetzen, nennt man das Generativität.
Wenn diese Merkmale nicht vorhanden sind bei einem Individuum, so führt das zu
Selbstabsorption und Stagnation. Psychisches Wachstum ist nicht möglich. Wenn die
Phase positiv gemeistert wird, entsteht die Grundstärke Fürsorge, welche die Amivalenz
der unwiderruflichen Verpflichtung überwindet und sich für das sorgt, was durch Liebe
etc. erzeugt wurde.

8. Integrität vs. Verzweiflung und Ekel


- Weisheit
- In dieser letzten Phase muss das Individuum sich mit seinem Leben, das es gelebt hat,
abfinden. Wenn es akzeptieren kann dass sein Leben begrenzt ist und sich als Teil eines
grossen Ganzen verstehen kann, ist die Integrität erreicht. Wenn ein Individuum aber um
sein Leben trauert und nicht akzeptieren kann, was es gemacht hat und sich vor sich
selbst ekelt, so resultiert dies in Verzweiflung. Wenn die Krise gut gemeistert wird, kann
man von Weisheit sprechen. Der Grundstärke, die sich distanziert mit dem Leben im
Angesicht des Todes befassen kann.

23. Theorie für Entwicklungs- und Erziehungsfragen herbeiziehen


- ???
24. Konzept Fit/Misfit nach Largo erläutern
- Fit: Die Bedürfnisse des Kindes und die Erwartungen der Umwelt (insbesondere Eltern)
passen zusammen
- Misfit: Es gibt keine Übereinstimmung oder Passung
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- Aspekte für eine gute Passung:


o Geborgenheit: beständiges, angemessenes Verhalten der Bezugsperson und
kontinuierliche Betreuung
o Soziale Anerkennung: Das Kind bekommt Anerkennung
o Entwicklung und Lernen: Kind mach Erfahrungen gemäss Entwicklungsalter und
hat gute Vorbilder.

25. Erklären, was mit Bindung gemeint ist (Bonding, Attachment, Bindungstypen)
- Bindung: Emotionale, personenbezogene Beziehung des Kindes zur Bezugsperson. Ein
biologisch verankertes Motivsystem, das Sicherheit schafft und Exploration ermöglicht.
- Bonding: die Elterliche Bindungsprägung
- Attachment: Bindung des Kindes an seine Eltern
- Bindungsverhalten: Verhalten, um die Aufmerksamkeit der Bezugsperson auf sich zu
ziehen und in Alarmsituationen aktiviert.
- Bindungstypen:
o Sichere Bindung
 Vertrauen in die Bezugsperson
 Trauer bei Trennung
o Unsicher ambivalente Bindung
 Ambivalentes Kontaktverhalten: Kontaktsuche und ignorieren
 Kummer bei Trennung wird deutlich und laut gezeigt
o Unsicher vermeidende Bindung
 Distanz, Abstand, Vorsicht gegenüber der Bezugsperson
 Bei der Trennung wird kein Kummer gezeigt
 Bei Rückkehr ignorieren
 Teilweise Distanzlosigkeit gegenüber Fremden
o Desorganisiert-desorientierte Bindung
 Kein Verhaltensprogramm für Trennungssituationen
 Bizarres Verhalten (Erstarren, Grimassen etc.)

26. Erläutern, wie beim Menschen Bindung zustande kommt und die Voraussetzungen für eine
sichere Bindung kennen
- Babys sind hilflos auf andere angewiesen. Deshalb müssen sie in jemanden vertrauen
können, um sich gut entwickeln zu können.
- Aufgrund der Erfahrungen mit seinen Eltern entwickelt das Kind working models. Wenn
die Eltern nicht konsistent reagieren, bekommt es das Gefühl, eh nichts zu bewirken und
erlebt die Welt als sehr willkürlich. Wenn die Eltern konsistent reagieren, bekommt es
einen Plan von der Welt und so entsteht ein Arbeitsmodell.
- Auf der anderen Seite löst das Kindchenschema bei den Eltern Fürsorgeverhalten aus.
- Wie verschiedene Merkmale der Bindung zustande kommen:
o Stärke:
Unabhängig von Elterlichem Verhalten. Die Bindung kann gerade auch dann sehr
stark sein, wenn sich die Eltern nicht gut um das Kind kümmern. Es sucht dann
stark nach Schutz, den es nicht bekommt.
o Art der Bindung:
Beeinflusst vom Elterlichen Verhalten, siehe oben

- Sichere Bindungen durch:


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o Elterliche Sensitivität: Fähigkeit auf die kindlichen Signale einzugehen


angemessen und konsistent
o Verlässlichkeit: Kontinuierliche Betreuung und Bedürfnisbefriedigung
 Aufmerksam sein
 Äusserungen des Babys richtig deuten
 Unmittelbare Reaktion auf die Bedürfnisäusserung
 Bei Problemen holen die Eltern Hilfe

27. Funktion des Bindungsverhaltens kennen und wissen, wann es aktiviert wird. Verhältnis
zwischen Bindungs- und Erkundungsverhalten erläutern
- Bindungsverhalten ist Verhalten, das es zum Ziel hat, die Aufmerksamkeit der
Bezugsperson zu gewinnen
- Es wird in Alarmsituationen aktiviert
- Bindungsverhalten vs. Explorationsverhalten
o Entweder das Kind zeigt viel Bindungsverhalten oder viel Explorationsverhalten
o Wenn das Kind sicher gebunden ist, kann es sich mehr auf die Exploration
fokussieren und ist nicht ständig mit Bindungsverhalten beschäftigt.

28. Auswirkungen, die Bindungserfahrungen auf die weitere Entwicklung eines Kindes haben
können kennen.
- Sichere Bindung
o Self-efficacy: Glaube daran, etwas bewirken zu können. Hat im Leben grosse
Bedeutung dazu, ob man etwas wagen wird oder nicht. Erfolgserwartung.
o Ermöglicht eine Zuwendung zur Umwelt und dadurch auch das Lernen
o Kinder mit sicherem Bindungsstil haben es leichter, in den Kindergarten zu gehen
und sie vertrauen im Allgemeinen mehr in das Leben und sich selbst.
- Unsichere Bindung
o Kann hinderlich sein auch später beim Kontakte knüpfen, Freunde finden etc.

29. Freundschaftskonzepte nach Selman und deren Merkmale erläutern


- Freundschaft als Spielpartnerschaft (3-7)
o Kontakt weil räumlich nahe
o Man spielt zusammen und hat Freude an den Spielsachen
- Freundschaft als Einbahnstrasse (4-9)
o Gemeinsames Interesse, Wünsche, Vorstellungen
o Vorübergehendes Beenden der Freundschaft, dann ist es immer die Schuld des
anderen
- Freundschaft als Gut Wetter Beziehung (6-12)
o Einander helfen, sich abwechseln
o Alle fühlen sich wohl
- Freundschaft als stabile Vertrauensbeziehung (9-15)
o Vertraulichkeit, Probleme gemeinsam tragen, Freundschaft überdauert Konflikte,
Eigenschaften de Person kennen

- Entwicklung von Freundschaftskonzepten


o Stufe 0: Unfähig eigene Perspektive von der einer anderen Person zu trennen
o Stufe 1: Kind erkennt, dass andere Personen eigene Gefühle haben. Anders als
die eigenen
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o Stufe 2: Erkenntnis, dass subjektive Haltungen von jemand anderem


nachvollzogen werden
o Stufe 3: Erkenntnis, dass beide Partner die jeweiligen Standpunkte wechselseitig
und simultan betrachten können
o Stufe 4: Erkenntnis, dass es eine allgemeine Perspektive gibt, die das Verstehen
zwischen verschiedenen Menschen ermöglicht
- Merkmale von Freundschaft
o Reziprozität
o Beziehung basierend auf Freiwilligkeit
o Besondere Qualität im Umgang miteinander
 Positives Engagement
 Konfliktmanagement
 Aufgabenbezogenes Verhalten
 Beziehungsqualitäten

30. Beschreiben, was die besondere Beziehung «Freundschaft» kennzeichnet. Motive und
Funktionen.
- Motive von Freundschaft
o Pragmatisch-utilitaristischer Aspekt: einander helfen, eine Hand wäscht die
andere, ich gebe dir das und du mir dafür das.
o Sozialer Aspekt: Ich will nicht alleine sein, Schutz vor Einsamkeit, zusammen Zeit
verbringen
o Personaler Aspekt: Als Person wachsen, miteinander auseinandersetzen,
Identitätsfindung und Sicherung, Selbsterkenntnis
o Emotionaler Aspekt: Ausdruck und Differenzieren von Emotionen, Übungsfeld für
Liebesbeziehung

- Funktionen von Freundschaft


o Unterstützung und Bestätigung
o Anstösse, Egozentrismus zu überwinden
o Übungsfeld für soziale Verhaltensweisen
o Verhaltens- und Bewertungsstandards und damit Orientierung
o Quelle der Anerkennung, Kritik, Zurückweisung etc. Ermöglicht ein realistisches
Selbstbild
o Trägt dazu bei, Massstäbe zu erarbeiten, Normen zu vereinbaren und moralische
Standards zu entwickeln. Wechselseitigkeit und Fairness
o Positive Auswirkung auf die Schulleistungen und Einstellungen zur Schule.

31. Wesentliche Kennzeichen von Beziehungen innerhalb der Kinderkultur erläutern.


- Kinderkultur ist die eigenständige Sozialwelt der Kinder
- Hier können Kinder Autonomie und Kompetenz entwickeln.
- Es herrschen gleichberechtigte Interaktionen und symmetrische Beziehungen
- Die Zone nächster Entwicklung: Anregung, sich weiter zu entwickeln in der Interaktion
mit anderen, die weiter sind.
- Entwicklungsaufgaben in der Kinderkultur:
o Interessen und Pläne umsetzen, Übereinstimmung mit anderen erreichen
o Dauerhafte Interaktionspartner, Freunde gewinnen
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o Gemeinsames Repertoire an Regeln finden und bei Interessenkonflikten auf


deren Einhaltung achten
o Anerkennung Gleichaltriger gewinnen
o Auseinandersetzungen meistern

32. Umschreiben, was unter Selbstkonzept verstanden wird


- Kognitive Repräsentation des Selbst
- Wissen über persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben, Gefühle und Verhalten
- Kommt durch Erfahrung/Interaktion mit anderen Menschen zustande
- Gesamtheit der Sichtweisen, die eine Person von sich selbst hat, einschliesslich deren
Wirkung
- Bereichsspezifisch: Für verschiedene Bereiche verschiedene Selbstkonzepte
- Selbstwertgefühl: affektive Komponente des Selbst
- Fremd-Soll-Selbst: Wie sollen andere mich sehen?
- Self-efficacy: Werde ich das schaffen? Kann ich etwas bewirken?

33. Kausalattributionen bezüglich der Merkmale stabil/variabel, internal/external,


kontrollierbar/nicht kontrollierbar analysieren und selbstwertdienliche Rückmeldungen zu
Erfolg und Misserfolg eines Kindes formulieren

- Selbstwertdienlich bei Misserfolg: variabel, external. Oder Anstrengung


- Selbstwertschädigend bei Misserfolg: internal, stabil
- Selbstwertdienlich bei Erfolg: internal, stabil oder variabel
- Selbstwertschädigend bei Erfolg: External

34. Fachlich begründete Überlegungen zum Umgang mit den drei Bezugsnormen in der Schule
im Hinblick auf die Förderung des Selbstkonzepts der SuS
- Sozialnorm
- Kriteriale Bezugsnorm
- Individualnorm
- Am besten Individualnorm, da so jedes Kind Erfolgserlebnisse haben kann, besser
werden kann als es früher war. Sozialnorm, also Vergleich mit der Klasse, ist schwer zu
ändern und von der Klasse abhängig. Lässt ein Kind sich schlecht fühlen, wenn die
anderen besser sind. Kriteriale Bezugsnorm oft sinnvoll.

35. Zwei wesentliche Ansatzpunkte zur Beeinflussung des Selbstkonzepts von SuS durch die LP
- Selbstwertdienliche Kausalattributionen achten
- Allen Kindern Erfolgserlebnisse ermöglichen (Durch herbeiziehen der
Individualnorm/Kriterialen Bezugsnorm, statt der Sozialnorm)

36. Den Zusammenhang zwischen Selbstkonzept und Leistung anhand des positiven bzw.
negativen Kreisprozesses darlegen.
- Positiver Kreislauf:
o Positives Selbstkonzept
o Hohe Leistungsmotivation
o Hohe Anstrengungsbereitschaft
o Erfolgserlebnis
o Positives Selbstkonzept
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- Negativer Kreislauf:
o Negatives Selbstkonzept
o Geringe Leistungsmotivation
o Geringe Anstrengungsbereitschaft
o Misserfolgserlebnisse
o Negatives Selbstkonzept

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