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Magister Reiju Windfeder

De Clarobservantia
Von der Arkanen Analyse
Eine Spielhilfe

1. Einleitung

Ausgangsproblematik und Ziel

Von den Adepten der gelehrten Akademien ganz zen. Die angewandte Hellsichtigkeit ist dagegen eher
Aventuriens wird für den eventuellen Aufstieg in ein Werkzeug von Hof-, Leib- oder solchen Magi und
höhere Ränge und Ämter erwartet, daß sie ein gehöri- Magae, die im Dienste eines Reiches stehen.
ges Maß an Kenntnis in der Magica Clarobservantia Wir wollen uns zunächst mit ersterer Form beschäfti-
aufweisen können. Leider mangelt es in den arkanen gen: mit der klassischen Analyse. Das, was der ODEM
Bibliotheken oft an geeigneten Lehr- und Studienma- ARCANUM gleichsam nur an der Oberfläche als
terialien. Es kommt vor, daß reisende Magi und Magae magisch charakterisiert und in seinen Spezifika besten-
zwar den ANALÜS (die anerkannte Basis aller gil- falls andeutet, wird in seinen tieferen Schichten offen-
denmagischen Analyse) recht gut zu zaubern wissen, bar gemacht durch die Analyse der Analysen: ANA-
doch sind sie oft in den Feinheiten der Interpretation LÜS ARCANSTRUKTUR. Dieser Cantus legt die
von Arkanstrukturen wenig bewandert - womit der magische Matrix frei, "das aller Zauberei innewohnen-
Cantus ein Gutteil seiner Nützlichkeit einbüßt. de Gewebe aus den Fäden und Bahnen der Kraft"
In den hier einzusehenden Texten soll es daher um die (CC, p.132) - doch wie gesagt: es braucht immer noch
Feinheiten der magischen Hellsicht gehen - eine hohe gehöriger Erfahrung und vielseitigen Wissens, um jene
Kunst, welche nicht nur von Magiekultur zu Magiekul- Gewebe als das erkennen zu können, was sie tatsäch-
tur verschiedene Blüten getrieben, sondern auch in- lich sind!
nerhalb der Gildenmagie verschiedene Ausprägungen Dem ANALÜS gilt also unser Hauptaugenmerk, doch
gefunden hat. Die klassische oder auch analytische es ist nicht ausgeschlossen, daß bald weitere Kapitel
Clarobservantia steht in engem Zusammenhang mit ergänzt werden, die auch andere Hellsichtzaubereien
der Thaumaturgie, der Artefaktzauberei, denn sie betrachten.
widmet sich vor allem der Analyse von Thesismatri-

Übersicht über die Kapitel

Der ANALÜS hat vielfältige Anwendungsgebiete - um Sodann wenden wir uns der Königsdisziplin der Cla-
den Blick dafür zu schärfen und die schwierigeren robservantia zu: der Analyse von Thesismatrizen
Kapitel vorzubereiten, betrachten wir zuerst seine (ob separat oder in magische Artefakte gebunden). Es
Anwendung in der Analyse von magiebegabten ist dabei erstaunlich, wieviel man als kundiger Analyst
Wesenheiten und Kreaturen (Kapitel 2). über einen Cantus erfahren kann, den man selbst nicht
beherrscht oder gar kennt! (Kapitel 3)
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Da die arkane Analyse ein viel erforschtes und sehr legendsten Begriffe beschränkt - aufführen (Kapitel 4)
theoretisches Gebiet ist, hat sie ein umfangreiches Die kursiv gedruckten Begriffe im Text könnt Ihr dort
Spezialvokabular ausgebildet, welches wir hier in nachschlagen!
lexikalischer Form - jedoch immer noch auf die grund-

Anmerkung zum Hintergrund

Die Idee zu diesem Traktat geht zurück auf die weit- Wörter im Begriffslexikon (Kapitel 4) stammen aus
hin bekannte und umfassende Artikel-Serie zur Arte- dieser Quelle, da auch wir uns mit der Thaumaturgie
faktmagie, welche im Hesindespiegel vor längerer befassen müssen - und insgesamt soll vorliegender
Zeit erschienen ist (http://www.vinsalt.de/spie- Text auch eine Ergänzung zu jenem Werk aus dem
gel/index.htm). Manche Wörter im Begriffslexikon Hesindespiegel darstellen.

2. ANALÜS - Die Analyse von Wesenheiten

Zugegebenermaßen wird der ANALÜS nicht allzu häufig auf eine Person oder ein Wesen an-
gewandt, gibt es doch wirksamere Clarobservantiae, die Auskunft über Eigenschaften und Fä-
higkeiten des Gegenübers geben - doch die Möglichkeit dazu besteht durchaus und auch der
ANALÜS kann interessante Ergebnisse bringen!

Astralkörper von Gildenmagiern

Gerade in der wohlgeordneten Struktur, welche der Ebenfalls stark konzentriert - allerdings in den Fin-
sogenannte Astralcorpus eines Gildenmagiers durch gern, Händen und Unterarmen zu lokalisieren - sind
seine jahrzehntelange systematische Ausbildung an- die astralen Muster der Transformatorica. Während
nimmt, läßt sich einiges über seine zauberischen Fä- sich Kenntnisse in der Verwandlung von Lebenwe-
higkeiten lesen: Für den Kundigen erscheint eine sen durch ein geradezu fibrillares Flechtwerk im gan-
flächige Konzentration astraler Kraft in der Brustge- zen Astralcorpus äußern, strömt die Energie der Magi-
gend als Zeichen für profunde Kenntnisse der ca Combattiva vor allem in den Knien und Oberar-
Contramagica, wogegen weich aus dem Herzen men.
strahlende Matrizenareale auf curative Magie hindeu- Von diffizilier Unterscheidung sind invocative und
ten. convocative Muster - also daimonische und elemen-
Stark ausgeprägte Fähigkeiten in der Magica Movi- tare Beschwörungen: beide äußern sich in kräftigen
menta zeigen sich in elastischen Astralsträngen, die Astralflechten mit zahlreichen Sekundärfasern, wobei
alle Glieder miteinander verbinden, die Magica Cla- die Invocativkräfte auf diffuse Weise nach außen
robservantia scheint dagegen auf die Kopfgegend strahlen, die Convocativenergien jedoch eher zum
konzentriert zu sein und ist erkennbar als nach außen Boden, zum Himmel oder zu den Seiten hin - je nach
gerichtete Strahlen von komplexer Struktur - nur von elementarerer Ausrichtung vielleicht...
Spezialisten zu unterscheiden von der Magica Com- Fast gar nicht zu fassen ist schließlich die Matrizen-
municatia, deren Struktur etwas flüchtiger ist! Von struktur der Phantasmagorica, möglicherweise weil
beiden hebt sich wiederum die Controllaria ab als eine Illusion durch die spontane Vorstellungskraft des
enorm dichtes Geflecht um Stirn und Schläfen. Zauberers entsteht und nur wenige vorgegebene Vari-
ablen besitzt.

Astralkörper anderer Zauberkundiger

Auch wenn unsere Ausführungen in dieser Hinsicht auch der Astralcorpus nicht-gildenmagischer oder sogar
recht spekulativ sind, existieren doch gewisse (z.T. nicht-menschlicher Zauberkundiger analysieren läßt.
wohl unüberprüfte) Einordnungen, mit denen sich So gilt der unter ANALÜS sichtbare Astralkörper
eines Elfen als äußerst organisch und eng mit seinem
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Profancorpus verbunden - gleichzeitig aber stark auf vielleicht in kopflastigen oder bodenständigen Matri-
seine Umgebung bezogen, die ja für einen Elfen bei ces äußert.
seiner Zauberei große Bedeutung hat. Ebenfalls stark auf die umgebende Natur bezogen
Die Aura einer sogenannten Tochter Satuarias, einer dürfte die seltsame Schamanenmagie sein, dabei aber
Hexe also, könnte weiterhin von geheimnisvoller und wild und urwüchsig - wenig subtil also. Für die even-
dunkler Art sein, ihre Kraft tief im Innern des Leibes tuelle Untersuchung eines Koboldsbanckerts könnte
konzentriert, während die Zauberei der Druiden sich man wohl astrale Unordnung und wenig komplexe
Matrizenmuster erwarten...

Astralkörper magischer Kreaturen

Auf die lange Liste der magischen Kreaturen - Dra- Dämons, die mit guten Kenntnissen des Analysten
chen, Einhörner, Werwesen und ähnliche - soll hier vielleicht gerade noch einer Domäne zugeordnet wer-
nicht eingegangen werden, jedoch sollte jeder Analyst den kann - aber wer will sich schon diese Mühe ma-
die Matrix von Geistern, Dschinnen und Dämonen chen?
auseinanderhalten können: Ein Dschinn dagegen ist ein Ausbund an astraler
Geister haben dabei je nach ihrer Macht und Bindung Ordnung: klar und wohlgeformt stellt sich sein Astral-
an die Welt eine schwer faßbare, nebelige Aura - einem corpus in fast identischer Gestalt wie sein sichtbares
Irrlicht nicht unähnlich. Wesen dar. Auch ist zu sehen, daß der Dschinn eine
Ein Dämon jedoch macht seiner Herkunft aus der unmittelbare astrale Verbindung zu jeder größeren
Siebten Sphäre alle Ehre, ist doch sein Astralcorpus oder kleineren Ansammlung seines Elements eingeht -
chaotisch, bizzar, häßlich und nicht einmal als Matrix so fremd ein Dämon in der Dritten Sphäre ist, so eng
zu erkennen! Kraftvoll und düster ist die Aura eines verbunden mit ihr sind die Dschinnen!

Im nächsten Kapitel wenden wir uns dem wichtigeren Anwendungsbereich des ANALÜS zu:
der Analyse von Thesismatrizen.

3. ANALÜS – Die Analyse von Thesismatrizen

Zweifelsohne seine häufigste Anwendung findet der ANALÜS bei der Untersuchung von
Thaumatursomen. Der Zauber ist dabei erstaunlich leistungsfähig, selbst wenn der Analyst den
Cantus effectionis, also den wirkenden Spruch, nicht selbst kennt. Mit der magietheoretischen
Ausbildung, die ihm an seiner Akademie zuteil wurde, ist er in der Lage, den Cantus zumindest
typologisch (Spezialgebiet) und genealogisch (Ursprung) zuzuordnen.
Die Analyse seiner Modi (Ziel, Reichweite, Wirkungsdauer) ist schon etwas schwieriger, aber
machbar, ebenso wie die Macht des Zaubers einigermaßen zuverlässig am Impensfaktor gemes-
sen werden kann. Schwieriger dagegen ist die Eruierung des Abraxas' (Auslöser) und - natürlich
- des eigentlichen Resultatums (Wirkung) eines Artefakts.

Typus und Genealogie

Für die Erkennung von Typus und Genealogie eines kert wird, übernimmt das Stratum die äußerliche,
Zaubers geben die Ausführungen im Kapitel 2 schon geometrische oder allgemein 'graphische' Struktur des
gewisse Hinweise, sie müssen aber hier spezifiziert Cantus effectionis, in welcher sich vor allem die Genealogie
werden. widerspiegelt. Folgende Charakterisierungen können
Der Ursprung eines Zaubers ist in der Regel recht für die Analyse herangezogen werden:
leicht festzustellen: man betrachtet dafür das soge-
nannte Cortexialstratum, welches durch den Cantus Gildenmagische Formel - geordnet, sauber, geomet-
catalytis generiert wird und daher eine inhaltslose Mat- risch, technisch.
rixbasis bildet, die den Gegenstand erst zum Artefakt Elfischer Zauber - organisch, filigran, verschlungen,
macht. Da der wirkende Spruch aber fest darin veran- nicht geometrisch, oft kommunikative Zauberei.
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Druidenzauber - geordnet, nicht sehr komplex, oft ren kann - dies hieße quasi, einen Zauber neu zu er-
geistbezogene oder elementaristische Zauberei. finden!
Hexenspruch - vergleichsweise ungeordnet, undeut- Bei der Genealogie eines Zaubers handelt es sich also
lich, oft auf den Leib bezogene Zauberei. gewissermaßen um eine Äußerlichkeit, die mit Wissen
Echsenzauber - fremdartig geometrisch, bizzar, und etwas Intuition richtig interpretiert werden kann.
glyphenartig. Die Typologie hingegen ist eine recht willkürliche und
oberflächliche Wissenschaft, und wirklich eindeutig in
Zu beachten ist allerdings, daß beispielsweise ein elfi- dieser Hinsicht kann ein Cantus nur analysiert werden,
scher Zauber, der von einem Magier auf ein Artefakt wenn man ihn schon in seiner Wirkung erkannt hat -
gesprochen wurde, nicht mehr unmittelbar als von was dann eine rein akademische Angelegenheit mit
elfischer Genealogie erkennbar ist - ein BANNBALA- wenig praktischem Nutzen ist. So wird z.B. das typo-
DIN also, welcher von einem Gildenmagier auf ein logische Muster des oben genannten BANNBALA-
Artefakt gelegt wurde, dürfte vom Analysten zunächst DIN als Zauber genuin elfischen Ursprungs eindeutig
als gildenmagischer Spruch eingeordnet werden. Eine mit Verständigungszauberei assoziiert werden, und
genauere Analyse kann jedoch seinen elfischen Ur- nicht mit der Magica Controlloria, wie vielleicht das
sprung erweisen, denn die Kardiarkanfibrillare einer Muster der gildenmagischen Variante. Auf die Wir-
Matrix (jene Areale, die das Zusammenspiel der Teile kung des Artefakts hätte dies jedoch nur marginalen
zu einer kompletten Zauber-Wirkung steuern) sind so Effekt.
komplex, daß man sie kaum genealogisch transformie- Wenden wir uns nun den Modi des zu analysierenden
Cantus zu:

Die Modi eines wirkenden Spruchs

Besonders wichtig für einen Analysten ist es oft, den von Anderath sind für die Wirkungsdauer eines Can-
Modus destinationis zu eruieren, der das Ziel bestimmt, tus die Wyllehalschen Nocturnodiziale um den The-
auf welches der Cantus effectionis wirkt. Dafür versucht siskern herum maßgebend. Laut Wyllehal nutzen sie
er zunächst, die Destinationshülle zu identifizieren: bei die Astralaffinität von Madalicht, um den Ablauf von
einem Ring, dessen wirkender Spruch den Anwender Tag und Nacht festzustellen: nachtsüber kontraktieren
selbst verzaubert, entspräche jene einer Membran, die die Nodiziale unter der höheren Arkanspannung,
sich im Inneren des Rings spannt - aber auch eine während sie sich tagsüber entspannen. Die Anzahl der
Zylinderform, die sich um den Finger des Anwenders Spannungen und Entspannungen wird gezählt, indem
schmiegt, ist nicht selten. Wirkt der Zauber auf die am Abend jeden Tages eines der Nodiziale nicht wie-
Umgebung des Artefakts, so hat die Destinationshülle die der kontraktiert - wenn sie also sämtlich entspannt
vage Form einer Corona, deren Diffusionsverlauf sind, ist die Duratio effectionis abgelaufen. Theoretisch
(lange Ausläufer oder kurze Strahlen) die Größe der könnte der Kundige nun an der Anzahl der Nodiziale
Wirkungsumgebung andeutet. Kann der Cantus effectio- die Wirkungsdauer hinreichend genau abgelesen -
nis dagegen auf ein anderes Ziel gerichtet werden, so doch ist die Wirkungsdauer eines Zaubers ja selten
gleicht die Destinationshülle einem konzentrierten Punkt länger als eine Stunde...
oder auch dem Ansatz eines Strahls, welcher senkrecht Kürzere Wirkungsdauern - so Wyllehal - werden durch
auf der Artefaktoberfläche positioniert ist und sich auf das gleiche System gemessen, jedoch wird dafür in der
das Ziel ausrichtet. Matrix des Cantus catalytis eine Art Madasimulator
Der Modus longitudinis ist ebenfalls aus der Form der implementiert, der den Nocturnodizialen einen künstli-
Destinationshülle abzulesen: ihre nach außen strebenden chen Tag-Nacht-Ablauf in erhöhter Frequenz vorgau-
Elemente sind von entsprechend länger oder kürzer. kelt. Hat der Analyst also die Anzahl der Nodiziale
Allerdings ist dies nicht sehr zuverlässig, da auch der ermittelt, so muß er auch die Frequenz ihrer Kontrak-
Impensfaktor eine Verschiebung der Destinationshülle tion prüfen. Auf Ha'aretz Okharim ben Hashamayim
bewirken kann, ohne daß sich jedoch die reale Reich- (ein Ahne der heutigen Spektabilität zu Khunchom)
weite ändert. geht die magofrequentistische Kababyloth-Verteilung zurück,
Die Duratio effectionis schließlich, die Wirkungsdauer durch welche dies bewerkstelligt werden kann - doch
des Cantus effectionis, ist nicht genau und auch nur auf gehen diese Erörterungen über unseren Rahmen hin-
komplexe Weise zu ermitteln: Nach einer bislang aus.
unbestägtigen (aber funktionalen) Theorie Wyllehals

Das Resultatum eines wirkenden Spruchs

Schimpft mich einen Narren, wenn ich Euch diesen wichtigen Abschnitt meiner Erläuterungen
vorenthalte - Recht habt Ihr. Allein, es mangelt mir an Zeit und Ruhe, das Werk bald zu voll-
enden, deswegen möchte ich Euch das bisher Geschriebene schon zur kritischen Observation
präsentieren und verspreche, die Ausführungen zur Wirkungs-Analyse nachzutragen!
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Parenthesen eines Artefakts

Eine etwaige Parenthese, durch die das Artefakt verun- penetriert nicht nur das gesamte Matrixgefüge des
reinigt wird, tritt häufig als Hyperbalvortex auf: als um Artefakts, sondern bildet gleichsam eine permanente
das Thaumatursom oder einen Teil desselben gekrümm- Connexion zum näheren Limbus. Durch diese Ver-
ter Astralwirbel, welcher auch Teile der Matrix durch- bindung findet ein leichter doch steter Flux astraler
dringt und ihre Wirkung im wahrsten Sinne verzerrt. Energie statt, weswegen die Astralsingularität einerseits
Ein Vortex kann Fasern ausbilden, die auf das astrale als blinder Fleck im magischen Auge des Analysten
Gefüge um das Artefakt herum - z.B. den Thaumatur- erscheinen kann - sie saugt dann gleichsam die Energie
gen oder Verwender des Zauberdings - wirken kön- des ANALÜS selber in den Limbus. Andererseits
nen, was manchmal nicht ganz ungefährlich ist! Nahe- kann die Arkanstruktur des (ehemaligen) Artefakts so
liegenderweise erschweren solche Vortices auch die hell scheinen, daß der Analyst kaum Details erkennen
Analyse der Zaubermatrix deutlich, weswegen tun- kann (bewirkt durch das Auströmen von Kraft; man
lichst ein Experte hinzugezogen werden sollte! nennt dies einen 'simulierten Impensfaktor'). Kein Wun-
Im schlimmsten Fall ist die Schädigung des Artefakts der, daß dieserart mißlungenes Zauberwerk nicht
durch unbeabsichtigte Nebeneffekte gar so groß, daß Artefakt, sondern Malefakt geheißen wird...
sie als intersphärische Astralsingularität erkennbar wird: sie

4. ANALÜS - Lexikon analytischer Fachbegriffe

Hier findet Ihr die verwendeten Fachbegriffe in sorgfältiger Ordnung und Erläuterung. Sollte
ich Eurer Meinung nach einen wichtigen terminus technicus vergessen haben, teilt ihn mir bitte
mit, dann werde ich das gerne nachtragen!

Abraxas - Auslöser des Artefaktes, ursprünglich nur etwas schwammig - er stammt wohl auch eher aus
die Bezeichnung für ein Zauberwort. dem Fachvokabular des ODEM ARCANUM.

Arkanogenese - Artefakterschaffung, -herstellung. Cantus catalytis - Metamagischer, bindender Spruch,


der die Wirkungsmatrix im Artefakt verankert.
Astralcorpus - Bezeichnung für die magische Körper- Verzauberungsformel (APPLICATUS, ARCANOVI,
struktur eines zauberkundigen Lebewesens. Der Ast- INFINITUM). Der bindende Spruch generiert das
ralcorpus erscheint als komplexes Matrixgeflecht und Cortexialstratum, welches als Träger der wirkenden
ist recht schwierig zu analysieren. Mit etwas Erfahrung Sprüch dient.
aber kann man aus seiner Struktur erschließen, wel-
cher Magiekultur ein Gegenüber zugehörig ist, oder Cantus effectionis - Wirkender Spruch.
gar welche Spezialisierung bei einem Magus vorliegen
könnte. Gegenteil von Profancorpus. Vgl. auch Aura. Cortexialstratum - Eigentlich abstrakter Bereich
einer Artefaktmatrix, der durch den bindenden Spruch
Astralsingularität, intersphärisch - eine artefaktologi- geschaffen wird und als Anker oder Träger für die
sche Singularität entspricht in etwa einem planastralen wirkenden Sprüche dient. Am graphischen Muster des
Nexus kleinster Form: einer rein astralen Verbindung Stratums (geometrisch, organisch, ungeordnet, ...) läßt
der Artefaktmatrix zum magischen Geflecht des nähe- sich oft bereits der Ursprung des Cantus effectionis able-
ren Limbus. Sie ist nicht groß genug, um einen materi- sen.
alen Austausch zu ermöglichen, die Kraft jedoch be-
findet sich in der Nähe einer Singularität in stetem Destinationshülle - Machtvolles arkanophysisches
Fluß. Erzeugendensystem der Nexiliarfibrillare, an dessen
Form sich der Modus destinationis eines wirkenden
Aura (magische, arkane) - Im Unterschied zum Astral- Spruchs ablesen läßt.
corpus, der zunächst unabhängig von qualitativen Be-
stimmungen die magische Körperstruktur eines zau- Duratio cantionis - Zauberdauer eines Zaubers, vgl.
berkundigen Wesens bezeichnet, ist mit dem Wort Modi.
Aura der Eindruck gemeint, den ein Analyst von sei-
nem Analyse-Objekt hat. Der Begriff bleibt dabei
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Duratio effectionis - Wirkungsdauer eines Zaubers, 'phantasmatisches Creationsdifferenzial' weitgehend


vgl. Modi. ersetzt.

Fibrillar - Bezeichnet ein feinstrukturiertes Fibrillen- Malefakt - Bezeichnung für ein komplett mißlungenes
Areal innerhalb einer Matrix, welches für sich genom- oder bösartiges Artefakt.
men eine bestimmte Funktion erfüllt. Gleichsam Un-
terkategorie von Matrix. Vgl. auch: Nexiliarfibrillar, Matrix - Sehr allgemeiner Begriff für ein magisches
Kardiarkanfibrillar. Muster: es gibt die Matrix eines Zaubers, eines We-
sens, einer geographischen Gegebenheit, o.ä.
Fibrillen - 'Fasern'; feine Strukturen innerhalb einer
Matrix. Der Begriff wird auch in der Artefaktzauberei Modi (eines Zaubers) - Plural von Modus. In der
gebraucht, dort jedoch bezeichnet er die magische Analyse zählen drei Modi: Modus destinationis (Ziel),
Siegelstruktur beim APPLICATUS. Modus longitudinis (Reichweite) und Duratio effectionis
(Wirkungsdauer). In der praktischen Zauberei benötigt
Finalimpensation - Siehe Impensation. man zudem den Modus impensationis (Aufwand, Tempo-
ralimpensation) und die Duratio cantionis (Zauberdauer)
Genealogie (eines Zaubers) - Ursprung, Herkunft. zur Beschreibung eines Cantus. Selten wird auch das
Resultatum (Wirkung) zu den Modi gezählt und dann
Hyperbalvortex - Astraler Wirbel, der die Matrix Modus effectionis genannt.
eines Artefakts partiell durchdringt und verzerrt. Nicht
immer groß genug für das Auge des Analysten, aber Modus destinationis - Ziel eines Zaubers, vgl. Modi.
immer sicherer Hinweis auf eine Parenthese.
Modus effectionis - Zauberwirkung, häufiger: Resulta-
Impensation - Aufwand an permanenter Astralener- tum. Vgl. Modi.
gie, der für den Schöpfer eines Thaumatursoms entsteht.
Die Impensation heißt marginal, wenn der Zauberer Modus impensationis - Astraler Aufwand eines
den Kraftverlust später kaum spürt [1 perm. AsP]; Zaubers, häufiger: Temporalimpensation. Vgl. auch Modi.
gering, wenn der Verlust leicht spürbar ist [2 perm.
AsP]; relevant, wenn er deutlich zu spüren ist [3 perm. Modus longitudinis - Reichweite eines Zaubers, vgl.
AsP]; weitere Stufen sind beträchtlich [4 perm. AsP], hoch Modi.
[5-7 perm. AsP] und enorm [8+ perm. AsP]. Auch
Finalimpensation im Gegensatz zur Temporalimpensation Nexiliarfibrillare - 'Verbindungsfaser-Areale'; jene
genannt. Teile der Zaubermatrix eines Artefakts, die den Kon-
takt zwischen dem Auslöser, dem Artefakt selbst und
Impensfaktor - Von Magister Syrdanon Inrazeth von dem Ziel des wirkenden Spruchs herstellen. Nexiliar-
Punin 87 v. Hal eingeführtes Maß für die Strahlungs- fibrillare werden in Reaktion auf den Auslöser von der
helligkeit eines Matrixgewebes. Ein Impensfaktor von Destinationshülle erzeugt.
0 entspricht der Helligkeit des FLIM FLAM (die unter
Betrachtung mit ODEM, ANALÜS und OCULUS Nocturnodiziale - Knotenballungen im Matrixge-
invariant ist) und einer hohen (Final-)Impensation. Jene flecht, die laut Wyllehal von Anderath (gest. 131 v.Hal)
Artefakte mit einer weniger als hohen Impensation mittels madalichtsensitiver Arkanspannung für die
(also die allermeisten Artefakte) haben demnach einen thesisinterne Messung der Wirkungsdauer verantwort-
negativen Impensfaktor. lich sind. Ein Nodizial besteht aus vielen Nodizes.

Kababyloth-Verteilung, magofrequentistische - Okkupation - Beseeltheit eines Artefakts.


Mathemagische Calculationsmethode, mittels derer die
Kontraktions-Frequenz von Nocturnodizialen ermittelt Parenthese - Nebeneffekt eines Artefakts, der nicht
werden kann. Diese Methode geht auf den tulamidi- durch die wirkenden Sprüche bewirkt wird.
schen Magus Ha'aretz Okharim ben Hashamayim
zurück.. Profancorpus - Der Gegenbegriff zu Astralcorpus
bezeichnet den nicht-magischen, 'leiblichen' Körper
Kardiarkanfibrillar - Auch: Thesiskern. Herzstück eines zauberkundigen oder magischen Lebewesens,
jeder Zaubermatrix, ein feines Geflecht von höchster den man nicht mittels ANALÜS, aber wohl mittels
Komplexität, das mit allen Teilen der Matrix verbun- EIGENSCHAFTEN SEID GELESEN o.ä. untersu-
den ist und die eigentliche Zauberwirkung hervorruft. chen kann.

Kobold-Partition - Zusamenfassung für die äußerst Resultatum (eines Zaubers) - Zauberwirkung. Gele-
komplexen Matrizenstränge, die eine Illusion erzeu- gentlich auch: Modus effectionis.
gen. Dieser etwas saloppe Begriff geht auf Methelessa
ya Comari zurück. Er hat die traditionelle Bezeichnung
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Siegel / Certificat - Persönliches Zeichen eines Zau-


berers oder kurze Botschaft, die in eine Artefaktmatrix Thaumatursom - Magisches Artefakt, Träger von
implementiert werden kann. Verzauberungssprüchen.

Temporalimpensation - Gegensatz zu Finalimpensati- Thesiskern - Siehe: Kardiarkanfibrillar.


on. Bezeichnung für das Maß an astraler Kraft, die für
einen Zauber aufgewendet werden muß. Spielt in der Typologie - Lehre von den arkanen Spezialgebieten,
Analyse keine Rolle, ist jedoch wichtig in der prakti- d.h. von der Einordnung der Zauber in Gruppen. Die
schen Zauberei. Die Temporalimpensation heißt mar- Gildenmagie ist die einzige Magiekultur, die Typologie
ginal, wenn der Zauberer den Kraftverlust kaum spürt betreibt.
[bis 5 AsP]; gering, wenn der Verlust leicht spürbar ist
[bis 10 AsP] und relevant, wenn er deutlich zu spüren Typus (eines Zaubers) - Spezialgebiet, dem der Zau-
ist [bis 15 AsP]; weitere Stufen sind beträchtlich [20-30 ber zugeordnet wird.
AsP], hoch [bis 50 AsP] und enorm [50+ AsP]. Auch
Modus impensationis genannt.

"DSA" und "Aventurien" sind eingetragende Warenzeichen der


Firma Fantasy Productions GmbH, Erkrath (http://www.fanpro.com)