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Union für Südtirol

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Donnerstag, 16. Dezember 2010

An den
Präsidenten des
Südtiroler Landtages

Beschlussantrag zu den Landesgesetzentwürfen 79/10 und 80/10


Verpflichtende deutsche Sprachtests für Zuwanderer

Aufgrund der Autonomiebestimmungen und den Grundsätzen des


Volksgruppenschutzes in Südtirol reicht es keinesfalls aus, in Umsetzung der
staatlichen Bestimmungen zu den Sprachtests für Zuwanderer nur freiwillige
Sprachtests in Deutsch anzubieten.

Es müssen auf jeden Fall verpflichtende Sprachtest in deutscher Sprache


verlangt werden.
Wenn deutsche Sprachtests nur auf freiwilliger Basis vorgesehen werden, dann
wird damit der vom Pariser Vertrag und vom Autonomiestatut vorgesehene
Schutz der deutschen Volksgruppe untergraben.

Die von den Autonomiebestimmungen und dem Pariser Vertrag vorgesehen


Gleichstellung der deutschen Sprache mit der Italienischen nur bedeuten, dass
bei gesetzlich verpflichtenden Sprachtests in Südtirol auf jeden Fall die deutsche
Sprache eingeschlossen sein muss.

Eine Wahlmöglichkeit für Zuwanderer, also Sprachtest entweder in deutscher


oder italienischer Sprache kann es deshalb gar nicht geben. Entscheiden sich
Zuwanderer nur für den italienischen Sprachtest, würden die
Gleichstellungsbestimmungen und der Volksgruppenschutz verletzt und die
deutsche Sprache und somit die deutsche Volksgruppe eindeutig benachteiligt.

Im öffentlichen Dienst hat ein Südtiroler Bürger auch nicht die Wahlmöglichkeit,
ob er den Sprachentest zur Erlangung des Zweisprachigkeitsnachweises nur in
italienischer oder nur in deutscher Sprache ablegt. Deutsch ist aufgrund der
Autonomiebestimmungen dort auf jeden Fall verpflichtend vorgesehen. So muss
es auch bei den Sprachentests für Zuwanderer sein.

Punkt 1.) des Pariser Vertrages lautet:

„(1) Die deutschsprachigen Bewohner der Provinz Bozen und der benachbarten
zweisprachigen Gemeinden der Provinz Trient genießen die volle
Gleichberechtigung mit den italienischsprachigen Einwohnern im Rahmen
besonderer Maßnahmen zum Schutze der völkischen Eigenart und der
kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Sprachgruppe.“

Und im Art. 99 des Autonomiestatuts steht u.a.


„99. Die deutsche Sprache ist in der Region der italienischen Sprache, die die
amtliche Staatssprache ist, gleichgestellt.“

Die laute Mitte


Dies vorausgeschickt beschließt der Südtiroler Landtag
1. In Südtirol sind in Anwendung der Grundsätze des
Volksgruppenschutzes, des Pariser Vertrages und der
Autonomiebestimmungen zur Gleichstellung der deutschen Sprache
mit der italienischen Sprache bei verpflichtenden Sprachtests für
Zuwanderer auch Sprachtests in deutscher Sprache vorzusehen.
2. Die Landesregierung wird beauftragt, bei der römischen Regierung
entsprechend zu intervenieren.

Andreas Pöder
Landtagsabgeordneter

Die laute Mitte