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Skript

Lehrfach: Technisches Zeichnen

Dozentin: Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Schriftfeld:

oder die Matrikelnummer

Beispiel für eine Zeichnung: Beispiel für eine Skizze:

Zeichnungsregeln:

Eine Skizze wird Freihand gezeichnet, dass anwenden von Schablonen oder
Linealen ist verboten.
Jede technische Zeichnung, die von Hand angefertigt wird, muss mit Bleistift
gezeichnet werden! Die Beschriftung wir auch mit Bleistift vorgenommen.

-1- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Beschriftung: Normschrift nach DIN EN ISO 3098 [2a]

Technische Zeichnungen werden mit sogenannte Normschrift nach ISO 3098


beschriftet. Es gibt Schriftform A (Engschrift) und Schriftform B. Beide können
vertikal (V) oder schräg (S) um 15° gedreht angewandt werden.

[1]

Maßstäbe nach DIN ISO 5455 [2a]

Maßstab ist das Verhältnis von der dargestellten Größe zur der tatsächlicher Größe
des Werkstücks. Der natürliche Maßstab ist 1:1, das Bedeutet, ein Millimeter auf der
Zeichnung ist auch ein Millimeter am Bauteil.
Werkstücke können nach Bedarf vergrößert oder verkleinert gezeichnet werden.
Der Maßstab muss in der Zeichnung vermerkt werden (Schriftkopf).

Verkleinerungsmaßstäbe Natürlicher Maßstab Vergrößerungsmaßstäbe


1:2 1:5 1:10 1:1 2:1 5:1 10:1
1:20 1:50 1:100 20:1 50:1 100:1
1:200 1:500 1:1000 200:1 500:1 1000:1

-2- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Linienarten nach ISO 128-24 [2b]:

Linie
Benennung Anwendung
Nr.
Darstellung
01.1 Volllinie, .1 Lichtkanten bei Durchdringungen .10 Diagonalkreuze zur Kennzeichnung ebener Flächen
schmal .2 Maßlinien .11 Biegelinien an Roh- und bearbeiteten Teilen
.3 Maßhilfslinien .12 Umrahmungen von Einzelheiten
.4 Hinweis- und Bezugslinien .13 Kennzeichnung sich wiederholender Einzelheiten
.5 Schraffuren .14 Zuordnungslinien an konischen Formelementen
.6 Umrisse eingeklappter Schnitte .15 Lagerichtung von Schichtungen
.7 Kurze Mittellinien .16 Projektionslinien
.8 Gewindegründe .17 Rasterlinien
.9 Ursprungskreise und Maßlinienbegrenzungen
01.1 Freihandlinie,
schmal .18 Vorzugsweise manuell dargestellte Begrenzung von Teil- oder unterbrochenen Ansichten und Schnitten,
wenn die Begrenzung keine Symmetrie- oder Mittellinie ist

01.1 Zickzacklinie,
schmal .19 Vorzugsweise mit Zeichenautomaten dargestellte Begrenzung von Teil- oder unterbrochenen Ansichten
und Schnitten, wenn die Begrenzung keine Symmetrie- oder Mittellinie ist

01.2 Volllinie, breit .1 Sichtbare Kanten .5 Hauptdarstellungen in Diagrammen, Karten, Fließbildern


.2 Sichtbare Umrisse .6 Systemlinien (Metallbau-Konstruktionen)
.3 Gewindespitzen .7 Formteilungslinien in Ansichten
.4 Grenze der nutzbaren Gewindelänge .8 Schnittpfeillinien
02.1 Strichlinie,
schmal
.1 Verdeckte Kanten .2 Verdeckte Umrisse

02.2 Strichlinie,
breit
.1 Kennzeichnung von Bereichen mit zulässiger Oberflächenbehandlung, z.B. Wärmebehandlung

04.1 Strichpunkt-
linie, schmal .1 Mittellinien .3 Teilkreise von Verzahnungen

.2 Symmetrielinien .4 Lochkreise
04.2 Strichpunkt- .1 Kennzeichnung von Bereichen mit .2 Kennzeichnung von Schnittebenen
linie, breit (begrenzter) geforderter
Oberflächenbehandlung, z.B. Wärmebehandlung
05.1 Strich- .1 Umrisse benachbarter Teile .6 Umrisse alternativer Ausführungen
Zweipunkt- .2 Endstellung beweglicher Teile .7 Umrisse von Fertigteilen in Rohteilen
linie, schmal .3 Schwerlinien .8 Umrahmung besonderer Bereiche oder Felder
.4 Umrisse vor der Formgebung .9 Projizierte Toleranzzone
.5 Teile vor der Schnittebene

-3- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Beispiel für die Anwendung von Linienarten und Linienbreiten [1]:

Linienbreiten und Liniengruppen nach DIN ISO 128-24:

Technische Zeichnungen werden mit zwei Linienbreiten gezeichnet, die im Verhältnis


1:2 zur einander stehen. In der Regel wird die Liniengruppe 0,5 gewählt.

Liniengruppe Breite Linie Schmale Linie Schrift


0,35 0,35 0,18 0,25
0,5 0,5 0,25 0,35
0,7 0,7 0,35 0,5

Grundregeln für die Darstellung:

 Blatteinteilung
 Auswahl der Vorderansicht (es ist die Ansicht, die bezüglich Form und
Abmessungen die meisten Informationen liefert!)
 Weitere Ansichten (auf das Notwendige beschränken)
 Lage weiterer Ansichten (abhängig von der Projektionsmethode)

-4- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Projektionsmethoden nach ISO 128-30 [2b]:

Bezeichnung der Ansichten


Die Ansichten werten wie folgt bezeichnet:
Vorderansicht (V), Draufsicht (D), Seitenansicht von links (SL),
Seitenansicht von rechts (SR), Untersicht (U), Rückansicht (R)
Pfeilmethode:
Bei der Pfeilmethode dürfen die
Ansichten unabhängig von der
VA angeordnet werden.
Zuvor müssen die Ansichten mit
einem Buchstaben
gekennzeichnet werden.

[1]

Projektionsmethode1:

Diese Methode wird in den meisten


europäischen Ländern angewendet.
Die Ansichten werden wie folgt zur
der Vorderansicht gezeichnet:
D unterhalb der VA
SL rechts von der VA
SR links von der VA
U oberhalb der VA
R rechts oder links von den
[1]

Projektionsmethode3:

Diese Methode wird hauptsächlich in


den außereuropäischen Ländern
angewendet. Die Ansichten werden
wie folgt zur der Vorderansicht
gezeichnet:
D oberhalb der VA
SL links von der VA
SR rechts von der VA
U unterhalb der VA
R rechts oder links von den
[1]

-5- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Axonometriche Darstellung nach DIN ISO 5456-3 [2b]

Um Werkstücke besser erkennen zur können, zeichnet man axonometrische


Darstellungen.

Isometrische Darstellung: Alle Achsen werden in Maßstab 1:1 gezeichnet

Dimetrische Darstellung: Höhe und Tiefe werden in Maßstab 1:1 gezeichnet, die
Breite in Maßstab 1:2!

Kavalier-Projektion sowie Kabinett-Projektion werden hauptsächlich in Handskizzen


angewendet.

-6- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Ansichten nach ISO 128-30 [2b]:

Bauteile die in einer bestimmten Ebene dargestellt werden sollen, müssen wie bei
der Pfeilmethode mit einem Großbuchstaben gekennzeichnet werden. Die
Anordnung kann parallel zur Ansicht oder gedreht gezeichnet werden. Der
Drehwinkel muss in Grad angegeben werden.

Teilansichten werden vor allem beim Platzmangel angewendet. Gekennzeichnet


werden Halbe- oder Viertelansichten mit zwei kurzen, parallelen Linien die außerhalb
der Ansicht auf der Mittellinie/Symmetrielinie gezeichnet werden.

Um zusätzliche Ansichten zur vermeiden,


werden Teilansichten zur Darstellung von
einzelnen Formelementen verwendet, wie
z.B. Passfedernut oder Teilkreisdurchmesser.
Hierbei wird die Projektionsmethode 3 angewendet.
Man verbindet die Teilansicht mit eine schmalen
Strichpunktlinie.

-7- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen

Angrenzende Teile werden mit einer schmalen


Strichzweipunktlinie gezeichnet. Sie sollen
Bauteile darstellen, die nicht zur der Baugruppe
dazugehören. Diese dürfen nicht schraffiert
werden.

Durchdringungskurven in zylindrischen Werkstücken dürfen vereinfacht dargestellt


werden.

Lichtkanten werden mit einer schmalen Volllinie, die nicht ganz bis zum Rand
gezeichnet wird, dargestellt.
Geringe Neigungen an Schrägen oder Kegeln, werden als Kante mit einer breiten
Volllinie gezeichnet.

-8- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen

Um Platz zu sparen und bei langen


Werkstücken wird die Ansicht
unterbrochen gezeichnet.
Die Begrenzung wird mit einer
Zickzacklinie (CAD) oder eine
schmalen Freihandlinie dargestellt.

Gleiche wiederkehrende geometrische Elemente dürfen einmal gezeichnet werden.


Die Anzahl muss jedoch mit einer Wortangabe oder Bemaßung angegeben werden.

mit schmaler Volllinie verbunden

Einzelheiten, die am Werkstück nicht eindeutig


erkennbar sind und somit schwierig zur Bemaßen,
werden vergrößert dargestellt.
Der Bereich wird mit einem Kreis oder Ellipse
umrahmt. Zur Kennzeichnung werden
Großbuchstaben (hinteres Alphabet) und der
Maßstab angegeben.

Verschiedene Strukturen am Werkstück, wie z.B.


Prägungen oder Rändel werden mit breiter Volllinie
gezeichnet. Sie können nur Teilweise dargestellt werden.

-9- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Schnitte nach ISO 128-40 [2c]

Grundlagen: Ein Schnitt ist ein gedachtes Zerlegen eines Werkstückes durch eine
oder mehrere Ebenen. Diese werden als Schnittebenen bezeichnet. Die durch die
Schnittebene am Werkstück entstandene Fläche nennt man Schnittfläche. Ein
Schnitt zeigt, was sich in der Schnittebene und dahinter befindet.

[2c]

Schnittarten

Schnitt (Vollschnitt): das Werkstück wir vollständig


geschnitten.

Halbschnitt: Eine Hälfte des Werkstücks ist in Ansicht die


andere im Schnitt.
Nur symmetrische Werkstücke dürfen in Halbschnitt
geschnitten werden.
Der schnitt befindet sich entweder unterhalb oder rechts
der Mittellinie.

Teilschnitt: Es wird ein Teilbereich eines


Werkstücks geschnitten. Die Begrenzung
erfolgt über eine schmale Freihandlinie.

-10- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen

Kennzeichnung von Schnitten


Schnitte müssen mit einem Schnittverlauf gekennzeichnet werden. Der Schnittverlauf
besteht aus eine Schnittlinie (breite Strichpunktlinie), Großbuchstaben jeweils am
Ende der Linie und Pfeilen, die auf die Blickrichtung des Schnitts zeigen. Der Schnitt
wird mit den gleichen Buchstaben wie der Schnittverlauf benannt.

h=5mm

Stufenschnitt: Ein Schnitt darf auch durch mehrere Ebenen gelegt werden. Vor allem
dann, wenn noch mehr Hohlräume des Werkstücks ersichtlich werden.

-11- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen

Schraffuren: Schraffurlinien sind parallelen


Linien (schmale Volllinie), die unter einen
Winken von 45° zur Mittellinien oder
Hauptumrisslinien gezeichnet werden.
Einzelteile werden in gleiche Richtung und
mit gleichen Abständen schraffiert.

Unterschiedliche Bauteile in einer Baugruppe,


müssen auch unterschiedlich schraffiert werden.
Der Abstand soll dabei verändert werden und die
Richtung des Winkels.
Große Schnittflächen werden vorzugsweise an den
Randzonen schraffiert und sehr schmale
Werkstücke dürfen geschwärzt werden.

Teile die in Längsrichtung nicht geschnitten werden:


Rippe
Bauteile die keine Hohlräume aufweisen wie z.B Wellen,
Kugeln, Schrauben, Stifte dürfen in Längsrichtung nicht
geschnitten werden. Teilbereiche in Werkstücken wie Rippen
oder Stege dürfen auch nicht geschnitten werden.

Werden Bauteile in einer Ebene geschnitten, dürfen


Elemente die vor der Ebene liegen in die Schnittebene
gezeichnet werden siehe
Kegelsenkung.

Kanten und Umrisse die hinter einem Schnitt


liegen, müssen nur dann gezeichnet werden, wenn
sie zur eindeutigen Erkennung notwendig sind.

-12- Eva Urbanczyk


Technisches Zeichnen
Quellen:

[1] Tabellenbuch Metall, Europaverlag Auflage 43/46


[1a] Tabellenbuch Metall, Europaverlag Auflage 39
[2a] vgl. DIN EN ISO 3098 (1998-04) und DIN ISO 5455 (1979-12)
[2b] vgl. DIN ISO 128-24 (1999-12) und DIN ISO 5456 (1998-04) und DIN ISO
128-30 (2002-05)
[2c] vgl. DIN ISO 128-40 (2002-05)

-59- Eva Urbanczyk