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Prof. Dr.-Ing.

Rudolf Baumgart Hochschule Darmstadt


Massivbau University of Applied Sciences

Sicherheitskonzept (DIN 1055-100)

1. Einleitung
Der neue Teil 100 „Grundlagen der Tragwerksplanung, Sicherheitskonzept und
Bemessungsregeln“ der DIN 1055 bildet die Basis für alle neuen Normen wie zum Beispiel
DIN 1045-1. Auch die Teile 1, 2 und folgende der DIN 1055 sind überarbeitet worden bzw.
werden überarbeitet. Dabei haben sich besonders bei Teil 4 (Windlasten) und Teil 5
(Schneelasten) deutliche Änderungen ergeben, aber auch Teil 3 enthält einige wesentliche
Änderungen. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über den derzeitigen Stand der
Entwicklung.

DIN Beschreibung Ausgabe Bauaufsichtl.


1055 eingeführt
Teil 100 Grundlagen der Tragwerksplanung, Sicherheitskonzept und 3/2001 2002
Bemessungsregeln
Teil 1 Wichten und Flächenlasten von Baustoffen, Bauteilen und 6/2002 2002
Lagerstoffen
Teil 2 Bodenkenngrößen E 6/2002
Teil 3 Eigen- und Nutzlasten für Hochbauten 3/2006 2007
Teil 4 Windlasten bei nicht-schwingungsanfälligen Bauwerken 3/2005 2007
Teil 5 Schnee- und Eislasten 7/2005 2007
Teil 6 Einwirkungen auf Silos und Flüssigkeitsbehälter 3/2005 2007
Teil 7 Temperatureinwirkungen 3/2005
Teil 8 Einwirkungen während der Bauausführung 1/2003
Teil 9 Außergewöhnliche Einwirkungen 8/2003 2007
Teil 10 Einwirkungen infolge Krane und Maschinen 7/2004

Ein Tragwerk ist so zu dimensionieren, dass es die geforderte

- Tragfähigkeit und
- Gebrauchstauglichkeit

erfüllt. Rein formal spricht man hierbei von Grenzzuständen, bei deren Überschreitung die
vorgegebenen Anforderungen nicht mehr erfüllt werden. Praktisch bedeutet dies, dass für ein
Tragwerk im Allgemeinen folgende Nachweise erbracht werden müssen:

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Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT)

- Bruch infolge Biegung mit/ohne Normalkraft


- Bruch infolge Querkraft
- Bruch infolge Torsion
- Bruch infolge Durchstanzen
- Statisches Gleichgewicht (Lagesicherheit)
- Stabilitätsversagen

Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG)

- Begrenzung von Stahl- und Betonspannungen


- Beschränkung der Rissweite
- Begrenzung der Verformungen

Bei den o.g. Nachweisen werden Unsicherheiten in den Annahmen (System, Lasten, Material)
durch Sicherheitsbeiwerte abgedeckt. Anstelle eines globalen Sicherheitsbeiwertes wie in der
alten DIN 1045 werden (wie in den Eurocodes und allen neuen Normen)
Teilsicherheitsbeiwerte (Index F = Force/Kraft, Index R = Resistance/Widerstand) benutzt.

γF Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen (Erhöhung der Lasten)


γR Teilsicherheitsbeiwerte für Material (Verminderung der Materialkennwerte)

Mit den Teilsicherheitsbeiwerten wird den Unsicherheiten gezielt dort begegnet, wo sie
auftreten. Diese Vorgehensweise ist in allen Eurocodes enthalten und bildet die Grundlage für
alle neuen DIN-Normen.

Da es unwahrscheinlich ist, dass alle veränderlichen Lasten (z.B. Wind und Schnee)
gleichzeitig in voller Größe und ungünstigster Kombination wirken, dürfen die veränderlichen
Lasten um einen Kombinationsbeiwert Ψ vermindert werden. Dieser hängt von dem zu
untersuchenden Grenzzustand ab.

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2. Einwirkungen E
‚Einwirkung’ ist der übergeordnete Begriff für Belastungen auf das Tragwerk, mit denen
die maßgebenden Schnittgrößen berechnet werden. Das sind z.B.
- Kräfte oder Lasten (direkte Einwirkungen)
- Zwang (indirekte Einwirkung), z.B. durch Temperatur, Setzungen, Schwinden.

2.1 Charakteristische Werte der Einwirkungen Ek

In DIN 1055-100 werden die unabhängigen charakteristischen Einwirkungen in Tabelle A.1


definiert. Werte der Einwirkungen werden in den jeweiligen Lastnormen (hier: DIN 1055
Teile 1 bis 9) festgelegt, wo die sog. charakteristischen Werte (Index k) entnommen
werden können.

Dabei basieren die charakteristischen Werte der ständigen Einwirkungen Gk mit kleiner
Variationsbreite im Allgemeinen auf dem Mittelwert.

Bei einer veränderlichen Einwirkung Qk entspricht der charakteristische Wert Qk entweder


einem oberen Wert, der während der festgelegten Bezugsdauer mit einer vorgegebenen
Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird oder einem festgelegten Nennwert, wenn eine
Wahrscheinlichkeitsverteilung unbekannt ist. Für eine zeitabhängige veränderliche
Einwirkung ist der charakteristische Wert in der Regel so festgelegt, dass er mit einer
Wahrscheinlichkeit von 98% während der Bezugsdauer von einem Jahr nicht überschritten
wird bzw. nicht häufiger als einmal in 50 Jahren erreicht oder überschritten wird.

Die Einwirkungen werden in drei Gruppen eingeteilt:

ständige Einwirkungen (G) Eigenlast Gk


Vorspannung Pk
Erddruck Gk,E
Flüssigkeitsdruck Gk,H
veränderliche Einwirkungen (Q) Nutz- und Verkehrslast Qk
Schnee- und Eislast Qk,S
Temperatureinwirkung Qk,T
Baugrundsetzung Qk,∆a
Flüssigkeitsdruck Qk,H
außergewöhnliche Einwirkung (A) Anpralllast, Explosionslast Ak
Erdbebenlast AEk

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2.2 Repräsentative Werte der Einwirkungen

Bei der Kombination der Einwirkungen werden die veränderlichen Einwirkungen mit
Kombinationsbeiwerten multipliziert, um die Auftretenswahrscheinlichkeit mehrerer
Einwirkungen zur selben Zeit zu berücksichtigen. Es wird davon ausgegangen, dass die
maximalen Werte unabhängiger veränderlicher Einwirkungen wie zum Beispiel Schnee und
Wind nicht gleichzeitig auftreten. Es wird deshalb eine voll wirkende Leiteinwirkung
angesetzt und die restlichen Einwirkungen durch Multiplikation mit
Kombinationsbeiwerten Ψi reduziert. Folgende repräsentativen Werte sind definiert:

Qk Charakteristischer Wert
Ψ0 ⋅ Qk Kombinationswert z.B. für den Nachweis der Tragfähigkeit
Ψ1 ⋅ Qk Häufiger Wert, z.B. für den Nachweis der Durchbiegung.
Ψ2 ⋅ Qk Quasi-Ständiger Wert, z.B. für den Nachweis der Rissweite.

Der Beiwert Ψ0 ist so festgelegt, dass bei der Kombination von mehreren Lastfällen die
angestrebte Zuverlässigkeit des Tragwerkes nicht unterschritten wird.

Der Beiwert Ψ1 ist in der Regel so festgelegt, dass die Überschreitungshäufigkeit des
häufigen Werts Ψ1 ⋅ Qk auf 300-mal je Jahr bzw. auf 5% begrenzt ist.

Der quasi-ständige Wert Ψ2 ⋅ Qk kann als zeitlicher Mittelwert betrachtet werden, der mit
einer Häufigkeit von 50% über- bzw. unterschritten wird.

F Bemessungswert γ F ⋅ Fk

Charakteristischer Wert Fk
Seltener Wert Ψ0 ⋅ Fk

Häufiger Wert Ψ1 ⋅ Fk

Quasi-ständiger Wert Ψ2 ⋅ Fk

Bild: Repräsentative Werte und Bemessungswerte einer veränderlichen Einwirkung

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Die Kombinationsbeiwerte sind in DIN 1055-100, Tabelle A.2, angegeben:

Einwirkung Ψ0 Ψ1 Ψ2
ad
Nutzlasten
Kategorie A: Wohnräume, Aufenthaltsräume 0,7 0,5 0,3
Kategorie B: Büroräume 0,7 0,5 0,3
Kategorie C: Versammlungsräume 0,7 0,7 0,6
Kategorie D: Verkaufsräume 0,7 0,7 0,6
Kategorie E: Lagerräume 1,0 0,9 0,8

Verkehrslasten:
Kategorie F: Fahrzeuggewicht ≤ 30 kN 0,7 0,7 0,6
Kategorie G: Fahrzeuggewicht 30 kN < F ≤ 160 kN 0,7 0,5 0,3
Kategorie H: Dächer 0,0 0,0 0,0
Schnee- und Eislasten Orte bis zu NN + 1000 m 0,5 0,2 0,0
Schnee- und Eislasten Orte über NN + 1000 m 0,7 0,5 0,2
Windlasten 0,6 0,5 0,0
Temperatureinwirkungen (nicht für Brand !) b 0,6 0,5 0,0
Baugrundsetzungen 1,0 1,0 1,0
Sonstige Einwirkungen c 0,8 0,7 0,5
a Abminderungsbeiwerte für Nutzlasten in mehrgeschossigen Hochbauten siehe E DIN 1055-3
d Ψ -Beiwerte für Maschinenlasten sind betriebsbedingt festzulegen.
b siehe E DIN 1055-7
c Ψ -Beiwerte für Flüssigkeitsdruck sind standortbedingt festzulegen.

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2.3 Bemessungswerte der Einwirkungen Ed

Bemessungswerte (Index d = design) ergeben sich durch Multiplikation der


charakteristischen/repräsentativen Werte mit den entsprechenden Teilsicherheitsbeiwerten:

Gd = γ G ⋅ Gk
Qd = γ Q ⋅ Qk

Mit den Bemessungswerten werden Schnittgrößen ermittelt wie z.B. Momente oder
Querkräfte, mit denen dann die Querschnittsbemessung vorgenommen wird. Allgemein
spricht man von Ed, dem Bemessungswert einer Einwirkung (Schnittgröße) bzw. der
aufzunehmenden Schnittgröße.

Die Teilsicherheitsbeiwerte für den Grenzzustand der Tragfähigkeit sind in Tabelle A.3 der
DIN 1055-100 festgelegt:

Nachweis- Einwirkung Symbol P/T A


Kriterium
Lagesicherheit Ständige Einwirkungen: γG
Eigenlasten des Gebäudes
Ständige Einwirkungen aus Baugrund und Wasser
Ungünstige Wirkung γ G ,sup 1,10 1,00
Günstige Wirkung 0,90 0,95
γ G ,inf
Bei kleinen Schwankungen der ständigen
Einwirkungen (wie z.B. Auftriebssicherheit)
γ G ,sup
Ungünstige Wirkung 1,05 1,00
Günstige Wirkung γ G ,inf 0,95 0,95

Ungünstige veränderliche Einwirkungen 1,50 1,00


Außergewöhnliche Einwirkungen 1,00
Versagen des Unabhängige ständige Einwirkungen wie oben
Tragwerks oder Ungünstige Wirkung γ G ,sup 1,35 1,00
der Gründung Günstige Wirkung γ G ,inf 1,00 1,00

Unabhängige veränderliche Einwirkungen γQ 1,50 1,00


Außergewöhnliche Einwirkungen γA 1,00
Versagen des Unabhängige ständige Einwirkungen wie oben
Baugrundes Ungünstige Wirkung γG 1,00 1,00
durch Günstige Wirkung γG 1,00 1,00
Böschungs-
oder Unabhängige veränderliche Einwirkungen γQ 1,30 1,00
Geländebruch Außergewöhnliche Einwirkungen γA 1,00
P: Ständige Bemessungssituation bzw. Lastfall 1 nach DIN V 1054-100
T: Vorübergehende Bemessungssituation bzw. Lastfall 2 nach DIN V 1054-100
A: Außergewöhnliche Bemessungssituation bzw. Lastfall 3 nach DIN V 1054-100

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Es ist zu beachten, dass das Eigengewicht, je nachdem, ob es günstig oder ungünstig wirkt,
mit verschiedenen Teilsicherheitsbeiwerten zu multiplizieren ist!

Bei Fertigteilen kann für Bauzustände ein einheitlicher Teilsicherheitsbeiwert von


γ G / Q = 1,15 angenommen werden.

Zwang gilt grundsätzlich als veränderliche Einwirkung. Bei linearer


Schnittgrößenermittlung darf der Teilsicherheitsbeiwert bei ungünstigen Auswirkungen um
20 % abgemindert werden, d.h. γ Q = 1,2

Hinsichtlich einer übersichtlichen und sinnvollen Lastweiterleitung ist es bei linearer


Schnittgrößenermittlung zu empfehlen, die Schnittgrößen und Auflagerreaktionen zunächst
ohne Teilsicherheitsbeiwerte zu berechnen und diese erst bei der Bemessung einzurechnen.

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3. Tragwiderstand Rd
Die Baustoffeigenschaften (Index c = concrete/Beton, Index y = yield/Stahl) werden ebenfalls
durch charakteristische Werte (Index k) festgelegt, sie können DIN 1045-1 entnommen
werden, z.B.

fck charakteristische Zylinderdruckfestigkeit von Beton


fyk charakteristischer Wert der Streckgrenze von Betonstahl

Die Bemessungswerte (Index d) ergeben sich i. A. durch Division der charakteristischen


Werte durch die entsprechenden Teilsicherheitsbeiwerte, z.B. im Stahlbetonbau

f cd = α ⋅ f ck / γ c f yd = f yk / γ s

α ist hierbei ein Faktor zur Berücksichtigung von Lastdauer, Maßstabseffekten, Feuchte,
Temperatur, usw. Für Beton gilt einheitlich wegen Festigkeitsverlust infolge Dauerbelastung
α = 0,85

Kombination Beton Betonstahl/Spannstahl Systemwiderstand bei


γc γS, γP nichtlinearer
Schnittgrößenermittlung
γR
Ständige oder 1,5 1,15 1,3
vorrüber gehende
Bemessungssituation
Außergewöhnliche 1,3 1,00 1,1
Bemessungssituation
Nachweis gegen 1,5 1,15 1,3
Ermüdung

Tabelle: Teilsicherheitsbeiwerte für die Bestimmung des Tragwiderstandes

Für Beton ab der Festigkeitsklasse C55 muss wegen größeren Streuungen der
Materialeigenschaften der Teilsicherheitsbeiwert γ c mit dem folgenden Faktor multipliziert

γ c′ =
1
werden: ≥ 1,0
f ck
1,1 −
500

Der Bemessungswert des Tragwiderstandes Rd ergibt sich in Abhängigkeit von dem für die
Schnittgrößenermittlung gewählten Verfahren:
Bei der linear-elastischen Berechnung oder Verfahren auf Basis der Plastizitätstheorie
⎧ f f yk f pk ⎫
Rd = R ⎨α ⋅ ck ' ; ; ⎬
⎩ γ c ⋅γ c γ s γ s ⎭
Bei nichtlinearen Verfahren der Schnittgrößenermittlung
⋅ R{f cR ; f yR ; f tR ; f pR }
1
Rd =
γR

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4. Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT)

4.1 Nachweis

Ein Bauteil im Grenzzustand der Tragfähigkeit versagt nicht, wenn an jeder Stelle des
Bauteils der Bemessungswert der entsprechenden Einwirkung (Schnittgröße) Ed kleiner oder
gleich dem Bemessungswert des Tragwiderstandes Rd ist:

E d ≤ Rd

Praktisch wird dieser Nachweis geführt, indem für eine berechnete Schnittgröße Ed eine
Querschnittsbemessung gemacht wird (z.B. Biege/Schubbemessung).

Außerdem ist bei der sog. Lagesicherheit nachzuweisen, dass die Beanspruchungen aus
destabilisierenden Einwirkungen kleiner oder gleich den Beanspruchungen infolge der
stabilisierenden Einwirkungen sind:

E d ,dst ≤ E d , stb

dst = destabilisierend, stb = stabilisierend

4.2 Kombination von Einwirkungen

Bei der Ermittlung der maßgebenden Schnittgrößen werden die veränderlichen Einwirkungen
üblicherweise in ungünstigster Anordnung berücksichtigt. Sofern mehrere, voneinander
unabhängige veränderliche Einwirkungen vorhanden sind (z.B. Wind/Schnee/Nutzlast), dann
brauchen sie nicht alle gleichzeitig in voller Größe angesetzt zu werden. Somit ergeben sich
verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.

Bei der Kombination für ständige und vorübergehende Bemessungssituationen wird eine
veränderliche Lastart in voller Größe (=Leiteinwirkung) berücksichtigt, alle anderen
veränderlichen Lastarten werden mit dem Kombinationsbeiwert Ψ0 abgemindert:
⎧ ⎫
E d = E ⎨∑ γ G , j ⋅ Gk , j ⊕ γ P ⋅ Pk ⊕ γ Q ,1 ⋅ Qk ,1 ⊕ ∑ γ Q ,i ⋅ Ψ0,i ⋅ Qk ,i ⎬
⎩ j ≥1 i >1 ⎭

Kombination für außergewöhnliche Bemessungssituationen (z.B. Anprall):

⎧ ⎫
E dA = E ⎨∑ γ GA, j ⋅ Gk , j ⊕ γ PA ⋅ Pk ⊕ Ad ⊕ Ψ1,1 ⋅ Qk ,1 ⊕ ∑ Ψ2,i ⋅ Qk ,i ⎬
⎩ j ≥1 i >1 ⎭

Dabei bedeutet ⊕ „in Kombination mit“.

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Wenn die Schnittkraftermittlung auf Grundlage der linearen Elastizitätstheorie erfolgt,


dürfen vereinfachte Kombinationsregeln verwendet werden:

Die veränderlichen Einwirkungen werden bis auf eine vorherrschende Einwirkung


aufsummiert und mit dem Größtwert der Kombinationsbeiwerte multipliziert. Der
Sicherheitswert für alle veränderlichen Einwirkungen beträgt γ Q = 1,5 .

Die charakteristischen Werte der unabhängigen Schnittgrößen (Auswirkungen) EGk , E Pk ,


EQk ,i und E Ad dürfen getrennt nach den unabhängigen Einwirkungen Gk , Pk , Qk ,i und Ad
linear berechnet werden. Die unabhängigen veränderlichen Auswirkungen dürfen durch
Kombination ihrer ungünstigen charakteristischen Werte als repräsentative Größen EQ ,unf
(unf=unfavourable, ungünstig) zusammengefasst werden: EQ ,unf = EQk ,1 + Ψ0,Q ⋅ ∑E
i >1( unf )
Qk ,i

mit der vorherrschenden unabhängigen veränderlichen Schnittgröße:


EQk ,1 = max EQk ,i oder min EQk ,i
Der Beiwert Ψ0,Q ist der bauwerksbezogene Größtwert Ψ0
⎧ ⎫
Die Schnittgröße aus den ständigen Lasten ergibt sich aus: E Gk = E ⎨∑ Gk , j ⎬
⎩ j ≥1 ⎭

Im Allgemeinen kann man bei üblichen Biegeträgern von vorn herein die maßgebende
Kombination erkennen und so den Rechenaufwand reduzieren. Bei überwiegend auf Druck
beanspruchten Bauteilen ist das schwierig, da man erst nach der Bemessung erkennen kann,
welche Kombination maßgebend war.

Die Zahl der Kombinationen erhöht sich exponentiell, wenn bei der Lastweiterleitung alle
dabei erfassten Bauteile mit der Kombinationsregel bearbeitet werden. Deshalb ist es
normalerweise angebracht, die Zahl der Lastkombinationen sinnvoll zu reduzieren.

Beispiel:

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5. Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG)


Zu den Grenzzuständen der Gebrauchstauglichkeit im Stahlbetonbau zählen üblicherweise die
folgenden Nachweise:

- Begrenzung von Stahl- und Betonspannungen


- Beschränkung der Rissweite
- Begrenzung der Durchbiegung

Dafür sind die folgenden Einwirkungskombinationen festgelegt. Welche davon für welchen
Nachweis anzuwenden ist, kann der DIN 1045-1 entnommen werden. Der Bemessungswert
des Bauteilwiderstandes ist in der Regel mit γ R = 1,0 anzusetzen, d.h. es wird mit
realistischen Materialkennwerten gerechnet.

⎧ ⎫
Seltene Kombination: E d ,rare = E ⎨∑ Gk , j ⊕ Pk ⊕ Qk ,1 ⊕ ∑ Ψ0,i ⋅ Qk ,i ⎬
⎩ j ≥1 i >1 ⎭

⎧ ⎫
Häufige Kombination: E d , frequ = E ⎨∑ Gk , j ⊕ Pk ⊕ Ψ1,1 ⋅ Qk ,1 ⊕ ∑ Ψ2,i ⋅ Qk ,i ⎬
⎩ j ≥1 i >1 ⎭

⎧ ⎫
Quasi-ständige Kombination: E d , perm = E ⎨∑ Gk , j ⊕ Pk ⊕ ∑ Ψ2,i ⋅ Qk ,i ⎬
⎩ j ≥1 i >1 ⎭

Im üblichen Hochbau dürfen die Einwirkungskombinationen folgendermaßen vereinfacht


werden, wobei die jeweils ungünstigste Kombination maßgebend ist:

Seltene Kombination zu: E d ,rare = EGk + E Pk + EQ ,unf

Häufige Kombination: E d , frequ = EGk + E Pk + Ψ1,Q ⋅ EQ ,unf


Der Beiwert Ψ1,Q ist der bauwerksbezogene Größtwert Ψ1

Quasi-ständige Kombination: E d , perm = EGk + E Pk + ∑ Ψ2,i ⋅ EQk ,i


i ≥1

Fortsetzung des Beispiels

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6. Allgemeines Beispiel
Das folgende Beispiel einer Decke (Büro) mit Belastungen aus einem Dachstuhl (Wind,
Schnee, Eigengewicht) soll die Anwendung der Kombinationsregeln verdeutlichen:

Bild: Beispiel Bürodecke mit Dachlasten

Die Kombinationsbeiwerte ergeben sich zu:


- Verkehrslast der Decke (Büro) Q Ψ0 = 0,7
- Windlast W Ψ0 = 0,6
- Schneelast S (Höhe über 1000 m) Ψ0 = 0,7

Daraus resultieren folgende Grundkombinationen:

Veränderliche Einwirkungen
Nr. Ständige Einwirkungen Leiteinwirkung Übrige Einwirkungen
1 ∑ γ G , j ⋅ Gk , j
j
γ Q ⋅ Qk γ Q ⋅ 0,6 ⋅ Wk + γ Q ⋅ 0,7 ⋅ S k

2 ∑γj
G, j ⋅ Gk , j γ Q ⋅ Wk γ Q ⋅ 0,7 ⋅ Qk + γ Q ⋅ 0,7 ⋅ S k

3 ∑γj
G, j ⋅ Gk , j γ Q ⋅ Sk γ Q ⋅ 0,7 ⋅ Qk + γ Q ⋅ 0,6 ⋅ Wk

Bei Anwendung der vereinfachten Kombinationsregel erhält man folgende


Kombinationsmöglichkeiten:

Nr. Ständige Einwirkungen Veränderliche Einwirkungen


1 γ G ⋅ ∑ Gk , j γ Q ⋅ (Qk + 0,7 ⋅ (Wk + S k ))
j

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7. Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Rechenaufwand zur Bestimmung der
maßgebenden Kombination durch die Teilsicherheits- und Kombinationsbeiwerte gestiegen
ist. Bei Systemen mit nur einer Nutzlast hält sich der Mehraufwand in Grenzen. Deutlich
mehr Aufwand muss man bei der Bemessung von Stützen treiben, da durch die Kombination
von Normalkraft und Biegemoment die maßgebende Kombination nicht von vornherein
erkannt werden kann.

Da die vereinfachten Verfahren nur eine mäßige Rechenerleichterung bringen, wird man bei
Computerberechnungen immer die allgemeinen Verfahren bevorzugen. Für
Überschlagsrechnungen im Grenzzustand der Tragfähigkeit (Bemessung), besonders wenn
eine Nutzlast deutlich größer als der Rest ist, bietet es sich an, die Kombinationsbeiwerte auf
1 zu setzen. Die veränderlichen Lasten können dann wie bisher einfach zusammenaddiert
werden und man erhält eine Einwirkung (z.B. Moment), die auf der sicheren Seite liegt.

8. Literatur
[1] DIN 1055-100: Einwirkungen auf Tragwerke, Teil 100: Grundlagen der
Tragwerksplanung, Sicherheitskonzept und Bemessungsregeln.

[2] Holschemacher (Hrsg.): Entwurfs- und Berechnungstafeln für Bauingenieure,


Bauwerk Verlag 2004.

[3] Wetzell (Hrsg.): Wendehorst Bautechnische Zahlentafeln, 31.Auflage, Teubner Verlag


2004.

[4] Schneider (Hrsg.): Bautabellen für Ingenieure, 16.Auflage, Werner Verlag 2004.

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9. Beispiele
9.1 Einfeldträger mit mehreren veränderlichen Einwirkungen

Für den unten dargestellten Abfangträger soll das maximale Feldmoment für verschiedene
Grenzzustände berechnet werden.

Qk,W= 22 kN (Wind)
Qk,S= 25 kN (Schnee, NN<1000m)

Qk= 150 kN (Büro)


Gk=200 kN
qk=30 kN/m (Verkaufsraum)

gk=45 kN/m

Im Folgenden sind die charakteristischen Momente in Feldmitte getrennt nach den einzelnen
Einwirkungen zusammengestellt:

Ständige Lasten:
45kN / m ⋅ (6m )
2
200kN ⋅ 6m
M k ,G = + = 202, kNm + 300kNm = 502,5kNm
8 4
Nutzlasten:
30kN / m ⋅ (6m ) 150kN ⋅ 6m
2
M k ,Q = + = 135kNm + 225kNm = 360kNm
8 4
Schnee:
M k , S = 25kN ⋅ 6m / 4 = 37,5kNm
Wind:
M k ,W = 22kN ⋅ 6m / 4 = 33kNm

Grenzzustand der Tragfähigkeit


Leiteinwirkung Nutzlasten:
M d 1 = 1,35 ⋅ 502,5kNm + 1,5 ⋅ (360kNm + 0,5 ⋅ 37,5kNm + 0,6 ⋅ 33kNm ) = 1276,2kNm
Leiteinwirkung Schnee:
M d 2 = 1,35 ⋅ 502,5kNm + 1,5 ⋅ (37,5kNm + 0,7 ⋅ 360kNm + 0,6 ⋅ 33kNm ) = 1142,3kNm
Leiteinwirkung Wind:
M d 3 = 1,35 ⋅ 502,5kNm + 1,5 ⋅ (33kNm + 0,7 ⋅ 360kNm + 0,5 ⋅ 37,5kNm ) = 1134kNm

Die maßgebende Kombination ist M d 1 . Da in diesem Beispiel die Nutzlast deutlich größer als
die Wind- und Schneelast ist, wird im Weiteren nur der Fall mit Leiteinwirkung Nutzlast
verfolgt.

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Vereinfachtes Verfahren im Hochbau mit Leiteinwirkung Nutzlasten:

M Q ,unf = M Qk ,1 + Ψ0,Q ⋅ ∑ M Qk ,i = 360kNm + 0,7 ⋅ (37,5kNm + 33kNm ) = 409,4kNm


i

M d 4 = 1,35 ⋅ 502,5kNm + 1,5 ⋅ 409,4kNm = 1292,4kNm

Zum Vergleich ohne Kombinationsbeiwerte ( Ψ0 = 1 ):


M d 5 = 1,35 ⋅ 502,5kNm + 1,5 ⋅ (360kNm + 37,5kNm + 33kNm ) = 1324,1kNm

Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

Es wird nur das allgemeine Verfahren der Kombination gezeigt, da das vereinfachte
Verfahren keine echte Vereinfachung bringt. Bei der häufigen und quasi-ständigen
Kombination ist zu beachten, dass die Kombinationsbeiwerte Ψ1 bei der Leiteinwirkung für
Verkaufsräume Ψ1 = 0,7 und für Büroräume Ψ1 = 0,5 betragen.

Seltene Kombination (mit Ψ0 ):


M rare = 502,5kNm + 360kNm + 0,5 ⋅ 37,5kNm + 0,6 ⋅ 33kNm = 901kNm
Häufige Kombination (mit Ψ1 und Ψ2 ):
M frequ = 502,5kNm + (0,7 ⋅ 135kNm + 0,5 ⋅ 225kNm ) + 0 + 0 = 709,5kNm
Quasi-ständige Kombination (mit Ψ2 ):
M perm = 502,5kNm + (0,6 ⋅ 135kNm + 0,3 ⋅ 225kNm ) + 0 + 0 = 651kNm

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9.2 Beispiel zur Lagesicherheit

qk=15 kN/m γQ=1,5


γG,inf=0,9
gk=10 kN/m γG,sup=1,1

Av B

Das Beispiel zeigt einen Einfeldträger mit einem Kragarm, der durch eine charakteristische
ständige Gleichstreckenlast von 10 kN/m und eine charakteristische Nutzlast von 15 kN/m
belastet wird. Aufgrund der großen Kragarmlänge ist mit einem Abheben des Auflagers A zu
rechnen. Deshalb wird ein Nachweis zur Lagesicherheit geführt.

Allgemein gilt im Hochbau:


E d ,dst = 1,1 ⋅ EGk ,dst + 1,1 ⋅ E Pk ,dst + 1,5 ⋅ EQ ,unf ≤ 0,9 ⋅ EGk , stb + 0,9 ⋅ E Pk , stb + Rd = E d , stb

Dabei ist Rd der Bemessungswiderstand der Verankerung, sofern erforderlich.

Die ständige Last wird beim Nachweis der Lagesicherheit feldweise ungünstig angesetzt.

Destabilisierendes Moment um Lager B (rechtsdrehend):


M B ,dst = 1,1 ⋅ 10kN / m ⋅ 3m ⋅ 1,5m + 1,5 ⋅ 15kN / m ⋅ 3m ⋅ 1,5m = 150,75kNm

Stabilisierendes Moment um B (linksdrehend):


M B , stb = 0,9 ⋅ 10kN / m ⋅ 5m ⋅ 2,5m − Av ,d ⋅ 5m = 112,5kNm − Av ,d ⋅ 5m

Das stabilisierende Moment muss mindestens so groß wie das destabilisierende Moment sein:

M B , stb = 112,4kNm − Av ,d ⋅ 5m = M B ,dst = 150,75kNm

=> Av ,d = −7,65kN (Zug)

Am Auflager A muss eine Zugverankerung vorgesehen werden, die mindestens eine Design-
kraft von 7,65kN übertragen kann.

(Würde man, was aber falsch ist, einen konstanten Teilsicherheitsfaktor γ G = 1,35 für die
ständige Belastung ansetzen, so ergäbe sich eine Auflagerkraft von Av ,d = 1,35kN (Druck)
und folglich wäre keine Zugverankerung erforderlich.)

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9.3 Stütze mit Anprall

Dieses Beispiel ist etwas umfangreicher, da durch die beiden Schnittgrößen N und M an der
Einspannstelle nicht leicht der für die Bemessung ungünstigste Fall erkannt werden kann.
Besonderer Wert wird außerdem auf die Behandlung des Teilsicherheitskonzepts im
Zusammenhang mit einer außergewöhnlichen Bemessungssituation (Anprall) gelegt.

Schnee: Qk = 45 kN
Eigengew.: Gk = 72 kN
Beton C 25/30
Wind: Stahl BSt 500
wk = 2.4 kN/m
Abmessungen:
4.20 b/d/h = 30/25/30 cm
Anprall:
Ak = 35 kN zs1 = 25 – 30/2 = 10
cm
1.15

Ermittlung der einwirkenden charakteristischen Schnittgrößen:

M wk = 2,4kN / m ⋅ (4,2m ) / 2 = 21,2kNm


2
Infolge Wind:

Infolge Anprall: M Ak = 35kN ⋅ 1,15m = 40,3kNm

Der Einfluss der aussteifenden Aufgabe der Stütze wird durch eine zusätzliche Lastausmitte
erfasst.

1
Infolge Schiefstellung: ea = ⋅ 4,20 = 0,02 , m
100 ⋅ 4,20

1 l2 2 ⋅ 1,0 ⋅ 2,174 ⋅ 10 −3 2 ⋅ 4,20


Infolge Th. II. Ordn.: e2 = K 1 ⋅ ⋅ 0 = 1,0 ⋅ ⋅ = 0,014m
r 10 0,9 ⋅ 0,30 10

etot = ea + e2 = 0,02 + 0,014 = 0,034m


Zusätzliche Ausmitte:
ΔM = N ⋅ etot

Ständige und vorübergehende Bemessungssituation (ohne Anpralllasten)

Kombinationsregel: Ed (∑ γ G , j ⋅ Gk , j ⊕ γ Q ,1 ⋅ Qk ,1 ⊕ ∑ γ Q ,i ⋅ψ 0,i ⋅ Qk ,i )
i >1

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γ G = 1,35
mit ψ 0 = 0,6 Wind
γ Q = 1,5
ψ 0 = 0,5 Schnee

Kombination 1, Leiteinwirkung Schnee:


N Ed = −1,35 ⋅ 72kN − 1,5 ⋅ 45kN = −165kN (größte Druckkraft)
M Ed = 165kN ⋅ 0,034m + 1,5 ⋅ 0,6 ⋅ 21,2kNm = 24,7kNm

Kombination 2, Leiteinwirkung Wind:


N Ed = −1,35 ⋅ 72kN − 1,5 ⋅ 0,5 ⋅ 45kN = −131kN
M Ed = 131kN ⋅ 0,034m + 1,5 ⋅ 21,2kNm = 36,3kNm (maximales Moment)

Kombination 3, Leiteinwirkung Wind, ohne Schnee:


N Ed = −1,0 ⋅ 72kN = −72kN (kleinste Druckkraft)
M Ed = 72kN ⋅ 0,034m + 1,5 ⋅ 21,2kNm = 34,2kNm

Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit infolge Einwirkungen für eine


außergewöhnliche Bemessungssituation (mit Anpralllasten)

Kombinationsregel: E d (∑ γ GA, j ⋅ Gk , j ⊕ A ⊕ ψ 1,1 ⋅ Qk ,1 ⊕ ∑ψ 2,i ⋅ Qk ,i )


i >1

γ GA = 1,0
mit ψ 1 = 0,5 ψ 2 = 0 Wind
ψ 1 = 0,2 ψ 2 = 0 Schnee

Kombination 1’, Leiteinwirkung Schnee:


N Ed = −1,0 ⋅ 72kN − 0,2 ⋅ 45kN = −81kN (größte Druckkraft)
M Ed = 81kN ⋅ 0,034m + 40,3kNm + 0 ⋅ 21,2kNm = 43,1kNm

Kombination 2’, Leiteinwirkung Wind:


N Ed = −1,0 ⋅ 72kN − 0 ⋅ 45kN = −72kN
M Ed = 72kN ⋅ 0,034m + 40,3kNm + 0,5 ⋅ 21,2kNm = 53,3kNm (maximales Moment)

Kombination 3’, Leiteinwirkung Wind, ohne Schnee:


N Ed = −1,0 ⋅ 72kN = −72kN (kleinste Druckkraft)
M Ed = 72kN ⋅ 0,034m + 40,3kNm + 0,5 ⋅ 21,2kNm = 53,3kNm

Es wird darauf hingewiesen, dass bei der außergewöhnlichen Bemessungssituation die


Teilsicherheitsfaktoren für Beton γ c = 1,3 und für Betonstahl γ s = 1,0 sind.

Sicherheit.doc 16.05.07 Seite 18