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MUSIK

UNTERRICHTEN
KÜNSTLERISCH UND PÄDAGOGISCH
KOMPETENT
LEITBILD
BERUFSPROFIL
INSTRUMENTALPÄDAGOGIN UND INSTRUMENTALPÄDAGOGE
VOKALPÄDAGOGIN UND VOKALPÄDAGOGE
Foto: Hansjörg Walter
Leitbild

MUSIK UNTERRICHTEN –
KÜNSTLERISCH UND PÄDAGOGISCH
KOMPETENT
INSTRUMENTALPÄDAGOGINNEN UND INSTRUMENTALPÄDAGOGEN
VOKALPÄDAGOGINNEN UND VOKALPÄDAGOGEN
• Sie begeistern sich als eigenständige künstlerische Persönlich-
keiten für Musik, Musizieren und Musikvermitteln.
• Sie sind künstlerisch wie pädagogisch fundiert ausgebildet und
vertraut mit verschiedenen Musikarten und -stilen.
• Sie pflegen, erweitern und vertiefen ihre Fähigkeiten
und Kenntnisse ein Leben lang.
• Sie führen und begleiten ihre Lernenden auf deren individuellen
Wegen zur Musik.
• Sie unterrichten Menschen unabhängig von Alter,
Herkunft und Stand.
• Sie kennen verschiedene Unterrichtsformen und setzen sie
flexibel ein.
• Sie machen ihr breites, aktuelles Allgemeinwissen für
den Unterricht fruchtbar.
• Sie überprüfen regelmässig den Lehrprozess
und dessen künstlerischen Gehalt.
• Sie folgen ethischen Grundsätzen, die Machtmissbrauch
und Grenzverletzung ausschliessen.
• Sie nehmen mit ihrer Tätigkeit eine kultur- und
bildungspolitische Aufgabe wahr.
zum Abtrennen

Dieses Leitbild wird im « Berufsprofil Instrumental- oder Vokalpädagogin und -pädagoge » im


Einzelnen ausgeführt. Das Berufsprofil kann beim Verband Musikschulen Schweiz angefordert werden.
( 2006 )
Leitbild

MUSIK UNTERRICHTEN –
KÜNSTLERISCH UND PÄDAGOGISCH
KOMPETENT
INSTRUMENTALPÄDAGOGINNEN UND INSTRUMENTALPÄDAGOGEN
VOKALPÄDAGOGINNEN UND VOKALPÄDAGOGEN
• Sie begeistern sich als eigenständige künstlerische Persönlich-
keiten für Musik, Musizieren und Musikvermitteln.
• Sie sind künstlerisch wie pädagogisch fundiert ausgebildet und
vertraut mit verschiedenen Musikarten und -stilen.
• Sie pflegen, erweitern und vertiefen ihre Fähigkeiten
und Kenntnisse ein Leben lang.
• Sie führen und begleiten ihre Lernenden auf deren individuellen
Wegen zur Musik.
• Sie unterrichten Menschen unabhängig von Alter,
Herkunft und Stand.
• Sie kennen verschiedene Unterrichtsformen und setzen sie
flexibel ein.
• Sie machen ihr breites, aktuelles Allgemeinwissen für
den Unterricht fruchtbar.
• Sie überprüfen regelmässig den Lehrprozess
und dessen künstlerischen Gehalt.
• Sie folgen ethischen Grundsätzen, die Machtmissbrauch
und Grenzverletzung ausschliessen.
• Sie nehmen mit ihrer Tätigkeit eine kultur- und
bildungspolitische Aufgabe wahr.

Dieses Leitbild wird im « Berufsprofil Instrumental- oder Vokalpädagogin und -pädagoge » im


Einzelnen ausgeführt. Das Berufsprofil kann beim Verband Musikschulen Schweiz angefordert werden.
( 2006 )
Berufsprofil

INHALT
Einleitung 4/5
Wozu ein Leitbild und ein Berufsprofil ?
Musik unterrichten
Zwei Berufe
Ein Berufstitel
Ein Auftrag
1 Profil
1.1 MUSIKERINNEN UND MUSIKER 6
• Musik ist ihr Leben
• Sie machen selbst Musik
• Ein Leben lang
• Sie sind offen für viele Arten von Musik
1.2 FACHLEUTE FÜRS LEHREN 7/ 8
• Sie wissen, wie man Musik lehrt
• Ein breiter Bildungshorizont
• Respekt und Motivation
• Kommunikation und Beratung
• Kritisch gegenüber dem eigenen Unterricht
1.3 PERSÖNLICHKEITEN 9
• Künstlerische, pädagogische und menschliche Reife
• Verantwortung übernehmen
2 Unterrichten
2.1 IN VERSCHIEDENEN FORMEN 10 / 11
• Mehrere Unterrichtsgefässe
• Allein
• In Gruppen
• In Ensembles
• Veranstaltungen sind Brennpunkte
• Eine sensible Lernsituation
2.2 PLANVOLL UND ORGANISIERT – INDIVIDUELL UND SPONTAN 12
• Planung schafft Raum für Ungeplantes
• Lernziele – individuell definiert
2.3 MUSIKUNTERRICHT IST MEHR 13 / 14
• Im Musikunterricht wird mehr unterrichtet als ein Instrument oder Gesang
• Üben
• Musikunterricht ist Teil unserer Bildung
• Musikunterricht ist Teil unserer Kultur
3 Arbeitssituation
TEIL UNSERER ARBEITSWELT 15 / 16
• Eine dynamische Arbeitssituation
• Musikunterricht an Institutionen
• Selbstständig erwerbende Musiklehrpersonen
• Wirtschaftsfaktor Musikunterricht
Einleitung Einleitung

WOZU EIN LEITBILD UND EIN ZWEI BERUFE


BERUFSPROFIL ? Der Musiklehrberuf ist ein Doppelberuf und verlangt neben der vertieften
Auseinandersetzung mit Musik eine zusätzliche Kompetenz, die Pädagogik.
• LEITBILD UND BERUFSPROFIL RICHTEN SICH Diese ist von Musik unabhängig, wenngleich darauf bezogen. Musiklehrperso-
• an alle Musiklehrpersonen, die ein Instrument oder Gesang unterrichten, nen erwerben somit an einer Musikhochschule eine zweifache Ausbildung:
• an alle Institutionen, die Musikunterricht für Laien anbieten, sowie als Musikerin/Musiker und als Pädagogin/Pädagoge.
• an alle politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Instanzen, unter deren
Verantwortung Musik und Musikunterricht fällt.
Leitbild und Berufsprofil sollen den Grund legen, auf dem die Qualität des
EIN BERUFSTITEL
Musikunterrichts in der Schweiz auch künftig beibehalten und weiterent- Mit «Instrumental/Vokalpädagogin, -pädagoge» sind Musiklehrpersonen
wickelt werden kann. Dabei sind bewusst ideale Verhältnisse gezeichnet, bezeichnet, die Instrumental- oder Gesangunterricht erteilen ; dies im
um das Beste als Massstab zu nehmen. Denn Identität wie Bildungsqualität Gegensatz zu Schulmusik oder Elementarer Musikpädagogik. In der Schweiz
eines Landes liegen auch in seinem Umgang mit Musik. beruht diese Berufsbezeichnung auf dem Diplom einer Musikhochschule,
die anerkannt ist gemäss dem « Reglement über die Anerkennung kantonaler
Leitbild und Berufsprofil wurden vom Verband Musikschulen Schweiz Fachhochschuldiplome » der Schweizerischen Konferenz der kantonalen
in Auftrag gegeben und in einer breiten Vernehmlassung abgestützt, damit den Erziehungsdirektionen vom 10. Juni 1999. Der Berufstitel lautet « Musikerin /
Musiklehrpersonen, den Musik- und anderen Schulen sowie den poli- Musiker MH – Instrumentale / vokale Musikpädagogik » ; er wird in der
tischen Verantwortlichen klare, sachlich fundierte Leitlinien zur Verfügung zurzeit in Einführung begriffenen Bachelor/Master-Studienstruktur entspre-
stehen. Es sind alle in diesem Bereich Tätigen aufgefordert, gemeinsam chend zu definieren sein.
an deren Verwirklichung mitzuarbeiten.
Das Diplom ist schweizerisch anerkannt und erfüllt die in den EU-Staaten
Leitbild und Berufsprofil dienen schliesslich einer auf Tatsachen gegründeten geltenden allgemeinen Richtlinien. Innerhalb der EU gelten zurzeit die
öffentlichen Diskussion über die kultur- und bildungspolitische Stellung schweizerischen akademischen Bildungsabschlüsse allerdings erst in Deutsch-
der Musik. Musik unterrichten ist ein Beruf, von dem viele eine Vorstellung land, Österreich und Italien.
haben, den aber nur wenige genau kennen.

MUSIK UNTERRICHTEN EIN AUFTRAG


HEISST IN DIESEM BERUFSPROFIL, Der in diesem Berufsprofil gezeichnete Musikunterricht kommt dem
spezifisch menschlichen Bedürfnis nach Musik nach, musikalisiert Menschen
ALS PROFESSIONELLE MUSIKLEHRPERSON und bildet sie kulturell. Er leitet seinen Auftrag vom Recht auf Bildung und
kulturelle Entfaltung ab, ergänzt und vertieft die allgemeine musikalische
ANDERE MENSCHEN ZUM Ausbildung der Volksschulen und ist Bestandteil anderer Berufsausbildungen.
AUTHENTISCHEN MUSIZIEREN ANZULEITEN.
• MUSIK UNTERRICHTEN
Wer Musikunterricht nimmt, lernt singen oder ein Instrument spielen und
erfährt Grundlegendes über Musik – mit dem Ziel, selbstständig zu musizieren.
• PROFESSIONELLE MUSIKLEHRPERSON
Wer Musik professionell unterrichtet, hat eine künstlerische und pädagogi-
sche Hochschulausbildung abgeschlossen und ist in beiden Bereichen aktiv.
• ANDERE MENSCHEN
Alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft und Stand, können Musik-
unterricht besuchen.
• AUTHENTISCHES MUSIZIEREN
Musizieren heisst, sich mit Musik auseinander zu setzen. Das spricht den
ganzen Menschen an: Körper und Geist, Sinne und Gefühl. Musikunterricht
ermöglicht, sich selbst in dieser musikalischen Ganzheit zu erfahren,
zu entwickeln und auszudrücken.

4 5
1 Profil 1 Profil
1.1
MUSIKERINNEN UND MUSIKER 1.2
FACHLEUTE FÜRS LEHREN
• MUSIK IST IHR LEBEN • SIE WISSEN, WIE MAN MUSIK LEHRT
Musiklehrpersonen begeistern sich für Musik, Musizieren und Musikver- Musiklehrpersonen sind künstlerisch wie pädagogisch fundiert ausgebildet
mitteln – das ist die Voraussetzung, um den Musiklehrberuf auszuüben. und verfügen deshalb über das nötige Rüstzeug, Musik zu unterrichten.
Begeisterung steckt an, und wer begeistert mit der Stimme. Diese Begeisterung lässt sich von Viele spielen zu Unterrichtszwecken ein oder mehrere Nebeninstrumente.
lernt, ist aufmerksam, motiviert und mit allen den Lehrenden und Lernenden auch auf ihre Um- Ob klein oder gross, ob von hier zu Lande Im Unterricht sind die häufigsten Nebeninstru-
Sinnen bei der Sache. Das braucht es für die be- gebung und ihr Publikum übertragen. oder von sonst woher in der Welt, ob allein oder in mente Klavier und verwandte Tastenistrumente
ständige, ausdauernde Arbeit am Instrument oder Gruppen, ob hoch begabt oder « schwieriger Fall » wie Cembalo oder Keyboard. An Musikhoch-
– Musiklehrpersonen wissen, wie man ihnen allen schulen in der Regel als Nebenfach gelehrt und
Musik vermittelt. Sie lassen es nicht bei ihren geprüft, werden sie im Unterricht zur Begleitung
• SIE MACHEN SELBST MUSIK erworbenen pädagogischen, methodischen und oder zur Erläuterung harmonischer und formaler
Musiklehrpersonen sind eigenständige künstlerische Persönlichkeiten. didaktischen Kompetenzen bewenden, sondern Aspekte eingesetzt.
halten sich über Neuheiten im Lehren und Lernen
Sie haben repräsentative Musik für ihr Instrument oder für die Stimme erarbeitet auf dem Laufenden – sie lesen, besuchen Weiter-
und teilweise im Konzert aufgeführt und sind vertraut mit musiktheoretischen bildungsangebote, setzen sich mit neuen Lehr-
Aspekten. mitteln auseinander oder pflegen den fachlichen
Austausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen.
Bei den allermeisten Musikerinnen und von Kompetenzen vermittelt : von der Musik ver-
Musikern beginnt die Auseinandersetzung mit gangener Epochen bis zu den verschiedensten
Musik und mit ihrem Instrument schon in Kind- Stilrichtungen der Gegenwart, deren Aufführungs- • EIN BREITER BILDUNGSHORIZONT
heit und Jugend. Musiklehrpersonen erwerben praxis und Spieltechniken. Dazu kommen Themen
ihre beruflichen Kompetenzen an einer Musik- wie allgemeine Kulturgeschichte, Psychologie Musik ist mit allen möglichen Lebensbereichen vernetzt, und Musiklehr-
hochschule und haben dabei hohen geistigen und oder Berufsmanagement. personen brauchen ein breites, aktuelles Allgemeinwissen, um Zusammenhänge
physischen Ansprüchen zu genügen. Im Haupt- zu erkennen und für den Unterricht fruchtbar zu machen.
und Nebeninstrument oder Gesang, in Ensembles Viele Musiklehrpersonen sind neben dem Lehr-
und zahlreichen musiktheoretischen und pädago- beruf aktiv als Musikerinnen und Musiker tätig. Musik ist mit Sprache und Mathematik menhänge in ihren Musikunterricht ein. Zudem
gischen Fächern wird eine stets wachsende Vielfalt verbunden, sie ist Gegenstand von Soziologie und lassen sich musikalische sowie spiel- oder stimm-
Hirnforschung, ist Teil nationaler und globaler technische Inhalte nur begrenzt über Sprache
Identitäten – wenn die Musiklehrperson über vermitteln. Da bedarf es der Vergleiche, Bilder
• EIN LEBEN LANG einen weiten Bildungs- und Interessenshorizont oder Beispiele aus einem reichen Bildungs- und
verfügt, fliessen solche und viele andere Zusam- Erfahrungsschatz.
Was es braucht, um erfolgreich zu musizieren und Musik zu unterrichten,
kann im Studium nicht abschliessend gelernt werden. Musiklehrpersonen
pflegen und erweitern die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse ein Leben lang. • RESPEKT UND MOTIVATION
Und das bedeutet lebenslanges Lernen zeitgenössischen oder der ethnischen Musik, der Musikunterricht ist für alle da – und alle haben sie andere Bedürfnisse.
im Musikunterricht : historisch informierten Musikpraxis oder der Musiklehrpersonen respektieren dies, lassen sich darauf ein und sind so
• sich dauernd mit dem eigenen Instrument Popularmusik, der neuen Medien oder der elek- den Lernenden dabei behilflich, im Musizieren zu ihrer eigenen Art, Selbst-
beschäftigen und seine Fähigkeiten erweitern ; tronischen Klangerzeugung ;
• sich mit neuen pädagogischen Erkenntnissen • das Wissen über angrenzende Gebiete vertiefen : ständigkeit und Motivation zu finden.
auseinander setzen ; Je grösser die Unterrichtserfahrung, desto stärker Musiklehrpersonen wissen, dass sie die Ziel des Unterrichts ist die Selbstständigkeit, Selbst-
• das Wissen über Musik vergrössern : Was man das Bedürfnis, sich in Gebieten wie Psychologie, unterschiedlichsten Persönlichkeiten vor sich sicherheit und Eigenmotivation der Lernenden in
im Studium gelernt hat, wird zur persönlichen Anatomie des Spielapparats, körperorientierter haben, und gehen auf das ein, was jede und jeder allem, was mit Musik und Musikausübung zusam-
Bildung ausgebaut, unter anderem auch aus Wis- Arbeit und Entspannungstechniken besser auszu- innerhalb und ausserhalb der Musik an Eigenem menhängt.
sensgebieten, die im Studium nicht zur Sprache kennen oder über therapeutische Aspekte und deren mitbringt. Stärken und Schwächen schätzen sie
kommen konnten oder danach zu aktualisieren Abgrenzung vom Musikunterricht informiert präzise ein und behalten den Überblick über
sind, wie neueste Entwicklungen im Bereich der zu sein. Wesensart, entwicklungsbedingte Veränderungen
und individuelles Lerntempo ihrer Lernenden.
• SIE SIND OFFEN FÜR VIELE ARTEN VON MUSIK
Für Musiklehrpersonen gibt es nicht nur eine Musik, sondern sie sind
vertraut mit verschiedenen Musikarten und -stilen. Sie wissen auch, wann und
wo welche Musik am besten am Platz ist.
Lernende – vor allem jugendliche – in Musiklehrpersonen kennen die Vielfalt des musi-
ihrem Musikgeschmack ernst zu nehmen, erfor- kalischen Alltags, sie kennen Ausdruck, Gestik,
dert von der Musiklehrperson kenntnisreiche, Sprache und Aufführungsweise der unterschied-
kritische und glaubwürdige Offenheit gegenüber lichsten Musikarten. So können sie Auftritte wie
anderen Musikstilen und -kulturen. Eine solche Konzerte, musikalische Umrahmungen von Anläs-
Offenheit regt die Lernenden dazu an, sich ihrer- sen, Musik in der Kirche, Wettbewerbe und andere
seits auf neue, ihnen ungewohnte Musik einzulassen. musikalische Aktivitäten angemessen in die Wege
leiten und begleiten.

6 7
1 Profil 1 Profil
FACHLEUTE FÜRS LEHREN
• KOMMUNIKATION UND BERATUNG
1.3
PERSÖNLICHKEITEN
• KÜNSTLERISCHE, PÄDAGOGISCHE UND MENSCHLICHE REIFE
Musiklehrpersonen wissen um die Bedeutung der Kommunikation. Sie
setzen sie auch im pädagogischen Umfeld und allgemein für die Belange der Wirkung und Erfolg des Unterrichts hängen stark von der Persönlichkeit
Musik ein. Sie beraten die Lernenden in allen Aspekten der Musikausübung. der Musiklehrpersonen ab, von Echtheit, Eigenmotivation und Kreativität, von
Erfolgreiche Unterrichtskommunikation, Musiklehrpersonen beraten ihre Lernenden bei
Urteilsvermögen und Verständnis.
ob verbal oder nonverbal, fördert den Lernprozess Miete und Kauf von Instrumenten und dem Künstlerische Fantasie und musikalische Beobachtet eine Musiklehrperson bei sich selbst
und erhöht den Lernerfolg. Das beginnt bei der geeigneten Zubehör. Sie sind informiert über die Spielfreude sind das eine, das zur Reife der Musik- emotionale, geistige und körperliche Abnützungs-
Eignungsabklärung künftiger Lernender und geht Entwicklungen auf dem Markt und kennen lehrpersönlichkeit gehört ; differenzierte Beurtei- erscheinungen ( Burnout ), nimmt sie dies ernst
weiter im Unterricht, wo es gilt, Leistungen, Ent- Instrumentenbauer in ihrer Umgebung. lung von Unterrichtssituationen und Lernprozessen und sucht Hilfe.
wicklungen und Fortschritte aufzuzeigen und zu das andere ; eigenverantwortliche Handlungsweise
beurteilen. Musiklehrpersonen sind fähig, Bewer- Ein Flair für das Vermitteln von Musik und ein ein Drittes.
tungen auch in Noten auszudrücken, wenn dies offenes, kommunikatives Auftreten ist Teil der
von der öffentlichen Schule verlangt wird. Öffentlichkeitsarbeit und dient der Sensibilisie-
rung für die Musik. • VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN
Bei Kindern und Jugendlichen finden regelmässige
Gespräche mit Bezugspersonen der Familie statt : Musiklehrpersonen engagieren sich für die Musik, für ihre Lernenden
Je mehr diese einbezogen sind, desto erfolgreicher und für ihr pädagogisches Umfeld. Sie besitzen ein berufs- und bildungspoliti-
wird der Unterricht, denn das familiäre Umfeld sches Bewusstsein.
beeinflusst Motivation und Durchhaltewillen.
Musiklehrpersonen achten die Persön- Musiklehrpersonen setzen sich mit den Entwick-
lichkeit der Lernenden wie ihre eigene ; dies auf lungen ihres Berufs und der öffentlichen Bildungs-
• KRITISCH GEGENÜBER DEM EIGENEN UNTERRICHT körperlicher wie seelischer Ebene. Singen oder politik auseinander. Sie organisieren sich in Verbän-
ein Instrument spielen besteht aus einer Vielzahl den und tragen dazu bei, dass in der Gesellschaft
Musiklehrpersonen überprüfen regelmässig den Lehrprozess und dessen komplizierter Bewegungsabläufe bis hin zur eine tragfähige Interessengemeinschaft hinter der
künstlerischen Gehalt. Sie kennen ihre Fähigkeiten und Grenzen. Atmung. Damit keine Belastungen oder Funktions- Bildung im Musikbereich steht.
störungen entstehen, gehen Musiklehrpersonen
Um Unterrichtsziele in hoher Qualität Abmeldungen, Qualität von Veranstaltungen diese Vorgänge mit Behutsamkeit an.
zu erreichen, bedarf es künstlerischer, pädago- sowie Weiterbildungsaktivitäten.
gischer und sozialer Kompetenz ; es bedarf der
Reflexionsfähigkeit, starker Motivation, Persön- Durch regelmässige, institutionalisierte Selbst-
lichkeit und Autorität. In der Musik geht es um und Fremdevaluation lässt sich die Arbeit einer
kreative Anregung bis hin zur Werkvermittlung. Musiklehrperson wahrnehmen, ihre Qualität
All dies entzieht sich zum Teil einer quantitativen erkennen und individuell fördern. Auch gegen-
Beurteilung, doch gibt es Indikatoren : Reaktionen seitiger Unterrichtsbesuch kann diesem Zweck
von Lernenden und Eltern, Anzahl der An- und dienen.

8 9
2 Unterrichten 2 Unterrichten
2.1
IN VERSCHIEDENEN FORMEN • VERANSTALTUNGEN SIND BRENNPUNKTE
Veranstaltungen fokussieren den Musikunterricht und erzeugen zusätzliche
• MEHRERE UNTERRICHTSGEFÄSSE Motivation. Sie zu planen, vorzubereiten und durchzuführen erfordert
Ein Instrument oder Gesang lehren und lernen ist ein ebenso intensiver viel Zeit und intensive Arbeit und Präsenz, oft an Randzeiten, Wochenenden
wie individueller Prozess. Dafür setzen Musiklehrpersonen Einzel-, Gruppen- und Feiertagen. Diesem Sachverhalt ist im Unterrichtspensum einer
oder Ensembleunterricht situationsgerecht ein. Musiklehrperson Rechnung zu tragen.
Aufgrund inhaltlicher Bedürfnisse und Einzel-, Gruppen- und Ensembleunterricht ergän- Gemeinsam vors Publikum treten und Wettbewerbe, Musiklager oder besondere Instru-
schülerspezifischer Voraussetzungen wählen Musik- zen einander gegenseitig in einem dynamischen Musik machen, das bringt den Musikunterricht mentenvorstellungen an Tagen der offenen Tür.
lehrpersonen unterschiedliche Unterrichtsformen. Verhältnis. Ihr Einsatz ist flexibel und wird immer auf den Punkt. Nicht allein erfahren Lernende in
Neben dem herkömmlichen Einzelunterricht sind wieder überprüft. öffentlichen Konzerten hohe soziale Anerken- Veranstaltungen verlangen von der Musiklehrper-
diese vermehrt gruppen-, erlebnis- und projekt- nung, sondern sie erleben schon bei der Vorberei- son intensive Arbeit und die verschiedensten
orientiert. tung die gesellschaftlichen Seiten des Musizierens : Fähigkeiten : ein Projekt auswählen und sich ins
miteinander in einer Gruppe zu arbeiten, sich Thema einarbeiten, Lehrpersonen und Mitwir-
darin zu positionieren, Freundschaften zu schliessen kende rekrutieren und Termine koordinieren,
• ALLEIN und zu einem Team zusammenzuwachsen. Notenmaterial bereitstellen und Arrangements
schreiben, Probenpläne erstellen und Proben
Der Einzelunterricht stellt den individuellen Lernprozess ins Zentrum Es gibt die unterschiedlichsten Veranstaltungen : durchführen, Räumlichkeiten organisieren und mit
des Geschehens. In keiner anderen Unterrichtsform lassen sich Lerninhalte fächerübergreifende oder themenzentrierte Kon- technischen Hilfsmitteln umgehen, ein Bühnen-
so persönlichkeitsgerecht vermitteln. zerte – mit Einbezug von Texten, Theater, Tanz bild gestalten, Programme abfassen, die Finanzen
oder Multimedia, Musikprojekte mit der Volks- planen und Öffentlichkeitsarbeit leisten.
Einzelunterricht ist die im Instrumental- tempo müssen immer wieder hinterfragt werden, schule oder Musical-Aufführungen ; aber auch
und Gesangsunterricht am meisten genutzte manchmal unmittelbar im Unterricht selbst.
Unterrichtsform : eine Lern- und Entdeckungs- Einzelunterricht ermöglicht solch situationsge-
partnerschaft zwischen Lehrenden und Lernenden. rechten, differenzierten Umgang mit den Lernen- • EINE SENSIBLE LERNSITUATION
Deren Verlauf lässt sich nicht immer von vorn- den – bei Kindern und Jugendlichen auch mit den
herein festlegen, und einmal eingeschlagene Eltern und dem weiteren Umfeld. Davon hängen Im Musikunterricht begegnen Lernende und Lehrende einander so
Ausbildungswege wie auch das individuelle Lern- Unterrichtsqualität und Unterrichtserfolg ab. unmittelbar wie in kaum einer anderen Unterrichtssituation, und daraus entsteht
ein Machtverhältnis. Dem begegnen Musiklehrpersonen mit ethischen
Grundsätzen, die Machtmissbrauch, Grenzverletzung und sexuelle Belästigung
• IN GRUPPEN ausschliessen.
Lernen in kleineren Gruppen heisst miteinander, voneinander und anein- Die Musiklehrperson gehört zu den Physische Nähe, persönliche Offenheit und Ver-
ander lernen. Es lässt die Lernenden von Anfang an gemeinsames Musizieren Wenigen, die – sehr oft während Jahren – Woche trautheit bilden die Basis beim Erkunden und
und den direkten Vergleich mit anderen erfahren. für Woche eine gewisse Zeit allein mit den Ler- Entwickeln des individuellen musikalischen
Dank in der Regel deutlich längeren zugsmöglichkeiten. Gruppenunterricht kann zudem nenden verbringen, und eine tragfähige Beziehung Werdegangs. Eine solche Nähe birgt ein grosses
Lektionszeiten als im Einzelunterricht lassen sich motivieren, wenn ein anderweitiges musikalisches zwischen Lernenden und Lehrenden im Einzel- Potenzial an Abhängigkeit und Verletzlichkeit –
Lerninhalte im Unterricht vertieft üben, neue Umfeld fehlt. unterricht ist Bedingung für nachhaltige Lern- dem begegnet die Musiklehrperson mit einem
Lernschritte in spielerischen Formen einführen und Lehrerfolge. Dadurch wird die Musiklehr- ebenso grossem Einfühlungsvermögen, mit Respekt
und gemeinsames Musizieren aufbauen. Interak- In Gruppen arbeiten legt den Grund für die person oft zum künstlerischen und menschlichen und Verantwortung.
tive Lernformen der Lernenden untereinander individuelle Förderung ; wenn instrumental- oder Vorbild.
stärken das selbstständige Lernen. Im Gruppen- entwicklungsbedingte Lernschritte der spezifi-
unterricht lassen sich Hemmungen abbauen ; schen Arbeit bedürfen, geschieht dies vorwiegend
gleichzeitig finden Lernende die nötigen Rück- im Einzelunterricht.

• IN ENSEMBLES
Im Ensemble bringen Lernende ihre Fähigkeiten in die gemeinsame
Erarbeitung von Werken ein. Auch dieser Unterricht stützt sich auf definierte
und kommunizierte Leistungsanforderungen ab.
Mitspielen in Ensembles und Bands, Ausdruck, Phrasenbildung und Rhythmus koordi-
Chor und Orchester setzt definierte Fähigkeiten nieren ; der eigenen Funktion im musikalischen
voraus. Diese Art des Unterrichts führt zu wieder Verlauf inne werden und sie umsetzen ; Auftritts-
neuen Erfahrungen : sich selbst als Teil eines situationen meistern ; mit Stärken und Schwächen
musikalischen Ganzen wahrnehmen ; führen und der anderen umgehen – kurz : Zusammenge-
geführt werden ; aufeinander hören ; Bewegung, hörigkeit leben.

10 11
2 Unterrichten 2 Unterrichten
2.2
PLANVOLL UND ORGANISIERT – 2.3
MUSIKUNTERRICHT IST MEHR
INDIVIDUELL UND SPONTAN • IM MUSIKUNTERRICHT WIRD MEHR UNTERRICHTET
ALS EIN INSTRUMENT ODER GESANG
• PLANUNG SCHAFFT RAUM FÜR UNGEPLANTES
Allein schon die Anleitung zu Instrumentalspiel oder Gesang ist eine
Erfolgreicher Unterricht will geplant und gestaltet sein, dann entsteht auch vielschichtige Aufgabe. Musik realisieren heisst auch, sie zu verstehen und
Raum für Spontaneität und Kreativität, die den Unterricht ihrerseits auszudeuten.
lebendig und spannend machen und damit – erfolgreich. Für Planung ist im
Ein Instrument spielen oder singen ist Kenntnis musikgeschichtlicher Zusammenhänge.
Unterrichtspensum entsprechend Zeit einzuräumen. ein äusserst komplexer Vorgang, bei dem der In den gleichen Bereich gehören auch das Erken-
Unterricht verlangt nach Planung, so Der Unterricht stellt an die Planung auch deshalb gesamte Bewegungsapparat von der Grob- bis zur nen und Umsetzen verschiedener Musikstile sowie
kann der individuelle Lernverlauf längerfristig besondere Ansprüche, weil bei den Lektionsinter- Feinstmotorik beherrscht und in sich sowie mit die Kenntnis des eigenen Instruments, dessen
einem angemessenen Rhythmus folgen: neu ein- vallen der Überblick gewahrt, Kontinuität gewähr- der Atmung abgestimmt werden muss und an dem Bauweise, Geschichte und Musik.
führen, festigen, vertiefen und weitergehen. Die leistet und ausserdem die Lernenden über ihre auch zahlreiche Hirnregionen beteiligt sind. Dann
Musiklehrperson plant vor, während und nach der Übaufgaben genau im Bilde sein müssen. gilt es, die Hörfähigkeit und ganz allgemein die Improvisation und selbst komponieren sind krea-
eigentlichen Lektion. So bestimmt und gliedert sie Selbst- und Sinneswahrnehmung zu entwickeln, tive Prozesse ; dabei werden eigene musikalische
die methodisch-didaktische Vorgehensweise, defi- In der Regel wird bei der Berechnung des Unter- ein Gefühl für Rhythmus, Artikulation und Phra- Gedanken zum Klingen gebracht – frei oder
niert Lern-, Spiel- und Musizierfelder oder erar- richtspensums die Gesamtarbeitszeit zu gleichen senbildung aufzubauen und, damit einhergehend, stilistisch gebunden. Improvisationstechniken und
beitet besondere Lernschritte. Sie wählt auch die Teilen in Unterrichtszeit und unterrichtsfreie zu eigenen musikalischen Ausdruckformen und -formen finden sich in den unterschiedlichsten
Lehrmittel aus oder stellt sie spezifisch zusammen, Arbeitszeit unterteilt. Zur unterrichtsfreien Arbeits- Interpretationen zu finden. Auch wollen Instru- Musikstilen.
denn den individuellen Anforderungen des Unter- zeit gehören Vor- und Nachbearbeitung, beratende ment oder Stimme gepflegt sein.
richts lässt sich meist nur mit Ergänzungen oder und administrative Tätigkeiten, öffentliche Veran- In Konzerten aller Art lässt sich das Gelernte an-
Modifikationen gerecht werden. staltungen, Fachkonvente, ein Teil der Weiterbil- Um eine Komposition zu lesen, mit dem Instru- wenden, und darüber hinaus ermöglichen sie neue
dung sowie das persönliche Üben. Gruppenun- ment oder der Stimme umzusetzen, um sie zu Erfahrungen : den Auftritt vorbereiten und beste-
terricht erfordert mehr Vorbereitungszeit als verstehen und auszudeuten, bedarf es auch theore- hen, den Kontakt zum Publikum finden, mit der
Einzelunterricht. tischer Kenntnisse wie etwa des Tonsystems, der Raumakustik klarkommen, mit Lampenfieber,
Notenschrift, musikalischer Gestaltungssymbole Applaus, Lob und Kritik umgehen sowie Mut und
und stilspezifischer Angaben. Dies wird vertieft Selbstvertrauen entwickeln.
• LERNZIELE – INDIVIDUELL DEFINIERT durch die Fähigkeit, Melodien, Zusammenklänge
und Formen zu analysieren sowie durch die
Im Musikunterricht verantworten die Lehrpersonen die Lehrplanung selbst,
vereinbaren die Lernziele in regelmässigen Abständen direkt mit den Lernenden
und überprüfen, ob und wie sie erreicht worden sind. • ÜBEN
Die Lehrpersonen bereiten selber die Inwieweit Ziele und Standards erreicht worden Ohne Üben geht nichts in der Musik, auch nicht bei grosser Begabung.
kurz-, mittel- und langfristigen Lernziele für den sind, überprüfen Lernende wie Lehrende an Üben muss gelehrt und kann gelernt werden : Musikunterricht fördert
Unterricht methodisch und didaktisch auf, und Vorspielen in der Klasse und im Konzert, bei zielorientiertes, auf den individuellen Lernstand ausgerichtetes Arbeiten und
zwar entsprechend den individuellen Gegeben- Stufentests und an Wettbewerben, die beide mit macht mit Übmethoden vertraut.
heiten wie Alter, Auffassungsgabe oder Können ihren Vorgaben Lernziele definieren. In der Suisse
der Lernenden. Von Lehrenden und Lernenden romande und der Svizzera italiana dienen an Im Musikunterricht spielt das Üben zu den rein musikalischen Fähigkeiten auch die
gemeinsam ausformulierte Lernziele motivieren vielen Musikschulen obligatorische Prüfungen Hause und damit der autodidaktische Anteil eine bewegungsmässigen Fertigkeiten aneignen. Üben
zur regelmässigen, selbstständigen Arbeit. Musik- demselben Zweck. entscheidende Rolle und nimmt den grössten Teil lehren ist somit ein Hauptanliegen der Musiklehr-
lehrpersonen orientieren sich zudem an formu- der Zeit am Instrument oder mit der Stimme ein. personen und heisst : Lernstrategien entwickeln,
lierten Bildungszielen ihrer Musikschulen und – Dieser selbsttätige, regelmässige Teil des Unter- effizientes Üben erarbeiten und seine eigene musi-
wo vorhanden – an bestehenden Lehrplänen. richts ist in der Musik so notwendig wie das Trai- kalische Arbeit reflektieren lernen. Üben heisst
ning im Sport, damit sich die Lernenden neben auch eigenverantwortlich arbeiten.

12 13
2 Unterrichten 3 Arbeitssituation
MUSIKUNTERRICHT IST MEHR
• MUSIKUNTERRICHT IST TEIL UNSERER BILDUNG
TEIL UNSERER ARBEITSWELT
• EINE DYNAMISCHE ARBEITSSITUATION
Musikunterricht verbindet körperliches, emotionales, intellektuelles
sowie künstlerisch gestaltendes Lernen und ist damit Teil einer umfassenden Die meisten Musiklehrpersonen arbeiten an mehreren Orten. Dies bedarf
Menschenbildung. Musikalische Bildung kann zudem Voraussetzung für einer sorgfältigen Planung der Tätigkeitsfelder und sozialen Absicherung.
andere Berufsausbildungen sein. Im Bereich Musikunterricht gibt es nur Bei verschiedenen, oft sehr kleinen Pensen sollten
Musizieren fördert so verschiedene terricht in Gesang und auf einem Instrument die wenige Vollzeitpensen. Deshalb müssen die meisten Musiklehrpersonen möglichst überschaubare
Eigenschaften wie Musikalität, Wahrnehmung, Allgemeinbildung an den Volksschulen und führt Musiklehrpersonen ihren Lebensunterhalt an meh- Verhältnisse schaffen können. Dazu gehören unter
Konzentration, Geschicklichkeit, Vorstellungs- darüber hinaus viele Kinder, Jugendliche und reren Orten verdienen : an verschiedenen Musik- anderem unbefristete Anstellungsverträge, Sockel-
und Gestaltungskraft und Durchhaltevermögen. Erwachsene in eine sinnvolle, für Körper und Geist oder öffentlichen Schulen, mit Privatunterricht, verträge und rechtzeitige Bekanntgabe von Pensen-
Es stärkt Kreativität und Disziplin, Toleranz und nachhaltige Freizeitbeschäftigung ein. als Leitende oder Mitwirkende in Orchestern, änderungen wie auch koordinierte Versicherungen.
die Fähigkeit, sich in eine Gemeinschaft einzuord- Ensembles und Chören, an Kirchen oder in Musik-
nen, und all dies lässt sich in andere Lebensbereiche Zur Ausbildung in manchen pädagogischen, und Theaterprojekten. Oder sie wenden sich dem
übertragen. Dadurch wird Musikunterricht zur künstlerisch-gestaltenden und therapeutischen Kulturmanagement, Musikjournalismus oder der
grundlegenden Persönlichkeitsschulung und deckt Berufen wird nur zugelassen, wer eine ausreichende Informatik zu.
Bereiche ab, für die in den öffentlichen Schulen bis gute musikalische Vorbildung mitbringt.
der Raum noch zu knapp ist. So vertieft der Un-
• MUSIKUNTERRICHT AN INSTITUTIONEN
Der weitaus grösste Teil der Musiklehrpersonen unterrichtet an ( Musik-)
• MUSIKUNTERRICHT IST TEIL UNSERER KULTUR Schulen. Das bedeutet nicht allein Bereicherung und Synergien, wie sie
Musik definiert einerseits kulturelle und persönliche Identität, anderseits die Teamarbeit an einem solchen Kompetenzzentrum hervorbringt ; es bedeutet
fallen in der Musik viele Sprach- und Kulturgrenzen. auch ein klar definiertes Arbeitsverhältnis, Entlastung vorwiegend im admi-
Musik und Musikkonsum sind in unserem und mündige Persönlichkeiten entwickeln, die nistrativen Bereich und ein erweitertes Tätigkeitsgebiet. Musiklehrpersonen
Alltag allgegenwärtig ; Musikunterricht erweitert ihre kulturelle Identität leben, indem sie allein prägen Unterrichtsklima und Erscheinungsbild einer Musikschule mit ihrer
das Verständnis der musikalischen Gegenwart und oder gemeinsam musizieren, Musik hören – nicht täglichen Arbeit, ihren Projekten und ihrer Persönlichkeit.
Vergangenheit, unterstützt das Bedürfnis nach zuletzt im Konzert – und sich so mit Menschen
individuellem Ausdruck und ermöglicht damit die aus der ganzen Welt über Musik verständigen Musikschulen sind inhaltlich und adminis- Das erweiterte Tätigkeitsgebiet umfasst etwa die
persönliche Auseinandersetzung mit Musik. Auf können. trativ geführte Bildungsunternehmen. Im Rahmen Teilnahme an Musiklagern, Öffentlichkeitsar-
dieser Grundlage können sich musikalisch freie eines Berufsauftrags, der auf dem vorliegenden beit für die Schule, Schulzeitung, Kontakt mit
Berufsprofil beruht, schaffen sie klare, definierte Volksschule und Vereinen, EDV-Betreuung oder
Arbeitsverhältnisse und bieten die räumliche wie Internet-Auftritt sowie das Kustodenwesen : Instru-
administrative Infrastruktur für Musikunterricht mentenverwaltung, Unterrichtszimmer, Lehrer-
und Konzerte, Transparenz bei Anstellungsverfah- zimmer, Bibliothek und Geräte. Solche zusätzliche
ren und Schülerzuteilung, Qualitätsmanagement Aufgaben sind besonders geregelt und gegebenen-
und Weiterbildung sowie ein verbindliches Besol- falls im Arbeitsvertrag festgehalten.
dungssystem mit angemessenen Löhnen und
umfassenden Sozialleistungen. Teamarbeit bedeutet auch Austausch mit Kollegin-
nen und Kollegen und animiert und motiviert die
Zum bereits dargestellten Unterrichten gehört an Musiklehrperson zu vernetztem Denken, sei es im
einer Musikschule auch die Mitarbeit an der breiten Spektrum des gemeinsamen Musizierens
Schulentwicklung in Konferenzen, Fachschafts- oder bezüglich organisatorischer, schul- und musik-
sitzungen und im Konvent sowie die Mitwirkung politischer Belange.
an Tagen der offenen Tür oder bei Konzerten der
Lehrpersonen. Der Einsatz von Musiklehrpersonen für Veranstal-
tungen, Projekte und Publikationen aller Art ist
für die Ausstrahlung einer Musikschule ausschlagge-
bend. Damit gestalten Lehrpersonen wie Schulen
die Musikkultur ihrer Region nachhaltig.

14 15
3 Arbeitssituation
TEIL UNSERER ARBEITSWELT
• SELBSTSTÄNDIG ERWERBENDE MUSIKLEHRPERSONEN
Wer selbstständig Musik unterrichtet, muss sich in allen Belangen auch
selbst organisieren : Unterrichtsorganisation, Infrastruktur, Administration und
soziale Absicherung.
Musikunterricht auf privater Basis bedingt ger Prozentsatz von Musiklehrpersonen bestreitet
hohe Kompetenzen im Selbstmanagement, um so seinen Haupterwerb mit dem Erteilen von priva-
verschiedene Tätigkeitsbereiche zu koordinieren tem Musikunterricht ; die Mehrzahl ist ebenfalls
wie Infrastruktur ( Räume, Instrumente ), Unter- meist darauf angewiesen, die materielle Existenz-
richtsorganisation ( Einzel- und Gruppenstunden, grundlage aus verschiedenen Bereichen zusam-
gemeinsames Musizieren, Konzerte ), Administra- menzusetzen.
tion ( Inkasso,Versicherungswesen ). Nur ein gerin-

• WIRTSCHAFTSFAKTOR MUSIKUNTERRICHT
Musikunterricht schafft Arbeitsplätze und generiert Umsätze in dreistelliger
Millionenhöhe auch für den Instrumenten- und Musikalienhandel, bei Ton-
trägern und Konzertveranstaltern.
Zahlen liefert zum Beispiel der Verband personen beschäftigt. Der Umsatz an diesen Musik-
Musikschulen Schweiz (VMS, Stand 2005): An schulen beträgt rund 373 Millionen Franken.
den 384 dem VMS angeschlossenen Musikschulen Weitere Mittel von über 100 Millionen Franken
werden 243’000 Kinder, Jugendliche und Erwach- werden von den Eltern für Instrumente und Musik-
sene unterrichtet und dafür 12’600 Musiklehr- noten aufgewendet.

Impressum
Leitbild und Berufsprofil wurden im Auftrag des Verbands Musikschulen Schweiz ( VMS ) durch eine Arbeitsgruppe von diplomierten
Musikpädagoginnen und -pädagogen erstellt. Die Arbeitsgruppe bestand aus Mitgliedern des VMS und je einer Vertreterin des
Schweizer Musikpädagogischen Verbands ( SMPV ), der «Arbeitsgruppe Musikpädagogik » der Konferenz der Musikhochschulen Schweiz
( KMHS ) sowie des Musiklehrer/innenverbands des Kantons Zürich ( MuV ).
Die vier beteiligten Organisationen haben den Text gutgeheissen.

Arbeitsgruppe
• Andreas Wernli : Leitung und Redaktion
• Hans Brupbacher : Leiter Glarner Musikschule, Präsident VMS
• Käthi Gohl Moser : Leiterin Studiengang Musikpädagogik an der Hochschule für Musik,
Musik-Akademie der Stadt Basel ;Vertreterin der «Arbeitsgruppe Musikpädagogik » der KMHS
• Christian Hofmann : Leiter Musikschule Wettingen
• Roland A. Huber : Leiter Jugendmusikschule Frauenfeld
• Brigitt Leibundgut :Vertreterin und Vizepräsidentin SMPV
• Sibylle Schuppli : Instrumentallehrerin an den Musikschulen Zollikon und Zürich,
Vertreterin und Geschäftsführerin MuV
• Erich Zumstein : Leiter Musikschule Ebikon und Eschenbach

VMS VERBAND MUSIKSCHULEN SCHWEIZ ASEM ASSOCIATION SUISSE DES ECOLES DE MUSIQUE
ASSM ASSOCIAZIONE SVIZZERA DELLE SCUOLE DI MUSICA ASSM ASSOCIAZIUN SVIZRA DA LAS SCOLAS DA MUSIC
MUSI
MUSICA
CA

VMS Verband Musikschulen Schweiz


Eichenweg 1
Postfach 49
4410 Liestal
info@musikschule.ch
© VMS 2006

Fotos : © Emanuel Arbenz, Basel / © Frederic Meyer, Zürich / © Hansjörg Walter, Basel
Konzept / Design : The Remingtons, Ludovic Balland und Nina Hug, Basel
Druck : BDV, Basler Druck +Verlag AG
Lithografie : Andreas Muster, Basel

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Foto: Emanuel Arbenz
Foto Innenseite Umschlag: Frederic Meyer
Foto: Hansjörg Walter

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