Sie sind auf Seite 1von 2

Die St.

-Marien-Kirche in Winsen (Luhe) ist eine spätgotische Hallenkirche, die etwa ab 1415 erbaut
wurde. Besonders prägend für ihr Erscheinungsbild sind das einzelne Seitenschiff und der
sechseckige, neugotischeKirchturm, durch den ein Durchgang der Kirchstraße verläuft.
Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Gemeinde dient den Einwohnern der Kernstadt und der
Dörfer Hoopte, Stöckte, Gehrden, Laßrönne und Tönnhausen.

Inhaltsverzeichnis

• 1Geschichte
o 1.1Vorgängerbau
o 1.2Das Kirchengebäude seit dem 15. Jahrhundert
o 1.3Glockenturm
o 1.4Stahlstangengeläut
o 1.5Statikprobleme und Bau eines neuen Turms
o 1.6Seit dem 20. Jahrhundert
• 2Architektur
• 3Ausstattung
o 3.1Altar, Taufbecken und Kanzel
o 3.2Chorfenster
o 3.3Supraporten
o 3.4Weitere Kunstwerke
o 3.5Orgel
• 4Kirchfriedhof
• 5Literatur
• 6Weblinks
• 7Einzelnachweise

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Vorgängerbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bevor die heutige St.-Marien-Kirche erbaut wurde, stand am selben Ort in der damals noch jungen
Stadt ein anderer Kirchenbau, der zunächst eine Filialkirche der Gemeinde St.-
Gertrud in Pattensen war[1] und die Rechte einer Kapelle innehatte. Bei Ausgrabungen, die im Jahr
2000 im Zuge von Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden, konnten Fundamentreste freigelegt
werden, die mit hoher Sicherheit von der früheren Kirche stammen. Demnach war sie deutlich kleiner
als die heutige Kirche, etwa sieben Meter breit, und befand sich innerhalb der heutigen Außenmauern.
Die westliche Begrenzung ist nicht feststellbar. Sie lag vermutlich im Bereich des heutigen
Glockenturms oder ist mit dem heutigen Westfundament identisch. Auch die Lage des Chors konnte
nicht festgestellt werden. Die südliche Mauer befand sich im Bereich zwischen dem
heutigen Haupt- und Seitenschiff, die nördliche stand südlich der heutigen Nordmauer.[2]
Die Winsener Kirche wurde 1233 erstmals urkundlich erwähnt, als das Patronat, das zuvor
beim Konvent des Lüneburger St.-Michaelis-Klosters lag, an Helena von Lüneburg und ihren
Sohn Otto übertragen wurde. Das Kloster erhielt im Tausch die St.-Knut-Kapelle. Deren Standort ist
nicht gesichert. Vermutlich stand sie auf dem Lüneburger Kalkberg, wo sich auch das Kloster und
die welfische Burg befanden. Die Reihenfolge und die Ausführlichkeit der Erwähnung der
Tauschgegenstände in der Urkunde deuten darauf hin, dass das Hauptanliegen des Tauschgeschäfts
die Übertragung der Kapelle war. Mit dem Tausch wurde das Winsener Kirchspiel aus dem Pattensener
ausgegliedert und konnte fortan selbständig Begräbnisse, Taufen und andere kirchliche Handlungen
durchführen. Die Ausgliederung wurde geldlich abgegolten.[1] Noch im selben Jahr setzte Helena einen
Geistlichen ein.[2]
Im Jahr 1336 stifteten die gemeinsam regierenden Brüder Otto III. und Wilhelm II., Herzöge
von Braunschweig-Lüneburg, der Kirche einen St.-Georg-Altar, der vermutlich der erste Nebenaltar
war.[3]
Über die frühen Geistlichen ist wenig bekannt, erst ab dem 14. Jahrhundert gibt es gesicherte
Informationen. Oben in der Hierarchie stand der Rektor, der vor allem für die Verwaltung des
Kirchenguts und die allgemeine Leitung zuständig war. Ihm unterstand der Pleban, dessen Aufgaben
die Seelsorge und Predigt umfassten. Beide hatten wenigstens zeitweise einen Stellvertreter, den
Vizerektor bzw. Vizepleban. Für den St.-Georg-Altar war ein Vikar zuständig, der Seelenmessen für die
Stifter und ihre Familie zu halten hatte. Er unterstand dem Pleban und dem Rektor. Die Winsener
Rektoren hatten – verglichen mit anderen Kirchen – eine vergleichsweise herausragende Rolle und
wurden in der Regel mit Angehörigen des lüneburgischen Landadels besetzt.[4] Der erste namentlich
bekannte Rektor war Werner Bintremen (1320).[5] 1350 war ein Mann namens Willekin in dem