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Whitepaper

Marktforschung zum
Stand des industriellen
3D-Drucks
2 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Die Marktforschung wurde hauptsächlich im dritten Quartal 2019 durchgeführt.


Dabei beteiligten sich 560 Teilnehmer.

Über verschiedene Branchen hinweg haben wir industrielle Anwender gefragt: Welche
Rolle spielt das Thema additive Fertigung in ihren Unternehmen? Welche Projekte
wurden bereits umgesetzt und was wollte man damit erreichen? Was vermag additive
Fertigung zu leisten und wo kann sie schon jetzt wertstiftend eingesetzt werden?

Wir wollten herausfinden, wo die Grenzen der additiven Fertigung liegen, was (noch)
Traum und was Realität ist und ob einige Thesen rund um die Entwicklung des The-
mas von unseren Lesern bestätigt werden.
3 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

PR-Gag oder Mass Customization –


Wo steht additive Fertigung heute?
Wenn es um die Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druck geht, überschlagen sich die Lo-
beshymnen der Branche. Eine Revolution aus dem Drucker, unglaublich vielverspre-
chend, gleichauf mit der Serienproduktion, kosteneffizient und schnell: das sind stetig
wiederkehrende Charakterisierungen. Immer wieder eine Welt der Superlative: Höher,
besser, weiter – doch sobald man genau hinhört merkt man schnell, dass additive Fer-
tigung nicht immer das hält, was sie (bisher) auch verspricht. Spricht die Branche von
revolutionierten Produktionsverfahren ist oft eine Optimierung einzelner Schritte ge-
meint. Geht es um Produkte aus dem 3D-Drucker, ist es oft nur ein bestimmtes Bauteil.
Auf der anderen Seite sollte man nicht den Fehler machen und der additiven Fertigung
das Potenzial absprechen, in Zukunft traditionelle Produktionsverfahren nachhaltig zu
optimieren oder gar doch eine Revolution aus dem 3D-Drucker zu initiieren.

Der Realitätscheck
Aufgrund des Für und Widers der qualitativen Beobachtungen machen wir den Reali-
tätscheck:

• Wo steht additive Fertigung heutzutage wirklich?


• Was vermag additive Fertigung zu leisten und wo kann sie schon jetzt
wertstiftend eingesetzt werden?1

Unter Leitung von MISSION ADDITIVE, in Kooperation mit SPOTLIGHTMETAL, MM


Maschinenmarkt, der Marktforschungsabteilung der VCG und in enger Zusammen-
arbeit mit unseren Medienmarken sind wir dieser Fragestellung nachgegangen. Viel
Spaß mit den Ergebnissen wünscht Ihnen das Team.

1 Im weiteren Verlauf des Textes wird additive Fertigung auch durch den gängigen Begriff AM (additive
Manufacturing) abgekürzt.
4 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Das wichtigste Vorab


74 % der befragten Unternehmen setzen additive Fertigungsprojekte um, weitere 13 %
planen zeitnah eine Realisierung. Industrieller 3D-Druck ist branchenübergreifend ein
hochrelevantes Thema und mit der zunehmenden Zahl an Anwendungsmöglichkeiten
steigen auch immer weitere Unternehmen ein.

Viele derjenigen, die schon Erfahrung mit 3D-Druck gesammelt haben, setzen addi-
tive Fertigung seit weniger als fünf Jahre ein. Für den Einsatz sprechen vor allem die
Effizienzsteigerung von Prozessen, das Ausprobieren von „Neuem“ und die Entwick-
lung neuer Geschäftsmodelle. Dabei lassen sich starke Unterschiede sowohl zwischen
Polymer- und Metalldruck als auch im Branchenvergleich erkennen (Seite 9).

Wenig Überraschendes zeigt sich bei der Frage nach der In-House-Produktion und
dem Outsourcing. Für die Befragten sind vor allem hohe Anschaffungskosten Grund
dafür, additiv gefertigte Produkte einzukaufen (Seite 14).

Eine unserer zentralen Fragen bezieht sich auf den Einsatzzweck additiver Fertigung.
Vornehmlich werden Prototypen und besonders im Metalldruck neue Bauteile und
Produkte hergestellt. Die Intentionen zwischen den Branchen unterscheiden sich da-
bei zum Teil deutlich (Seite 17).

Je nach Einsatzzweck gehen die Ziele, die man mit der additiven Fertigung errei-
chen will, auseinander. Während bei der Herstellung von Prototypen eine schnellere
Time to Market das vorrangige Ziel ist, so spielen bei der Herstellung neuer Bauteile
innovative Produkteigenschaften eine große Rolle. Je nach Einsatzzweck sind auch
die Verringerung von Kosten, eine schnelle Verfügbarkeit der Produkte oder kürzere
Produktionszeit relevant (Seite 18).

Insgesamt zeichnen unsere Leser ein klares Bild vom heutigen Einsatz der additiven
Fertigung. Überraschend ist auch die zukünftige Fokussierung auf den Prototypen-
bau und das zurückhaltend geplante Investitionsvolumen (Seite 23), welches wir aus
Redaktionssicht höher eingeschätzt hätten.
5 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Inhaltsverzeichnis
Teilnehmer der Studie ........................................................................................ 6

Einsatz additiver Fertigung ................................................................................. 8

Die Pros und Contras der additiven Fertigung ....................................................... 9

Entwicklungsstand additiver Fertigung – wie sieht’s aus? .................................... 11

Additiv gefertigte Produkte – die Materialien ........................................................ 13

Beteiligung externer Berater ............................................................................... 13

In-House Fertigung oder Outsourcing ................................................................. 14

Einkauf additiv gefertigter Produkte – was spricht dafür? ..................................... 14

Erfahrung in der additiven Fertigung .................................................................. 15

Einsatzzwecke additiver Fertigung ...................................................................... 17

Mehrwert der additiven Fertigung

… für Prototypen .............................................................................................. 18

… für neue Produkte und Bauteile ...................................................................... 19

… für Werkzeuge und Formen ............................................................................ 20

… für Ersatzteile ............................................................................................... 20

… für die Substituierung bestehender Bauteile ..................................................... 21

… für die Reparatur bestehender Bauteile ............................................................ 21

Die Zukunft der additiven Fertigung .................................................................. 22


6 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

560
Befragte

Teilnehmer der Studie


Position
Geschäftsführung/Unternehmensleitung 16,4 %
Forschung/Entwicklung 40,9 %
Konstruktion 23,0 %
Fertigung/Produktion 14,3 %
Vertrieb/Verkauf 7,7 %
Produktmanagement 5,9 %
Unternehmensentwicklung 5,9 %
Einkauf 5,4 %
Qualitätswesen 5,4 %
Consulting 4,3 %
Arbeitsvorbereitung 4,1 %
Anderes (inkl. Marketing, Logistik, Finanzen) 15,6 %

Beim Thema AM ist es nicht verwunderlich, dass ein hoher Anteil aus dem F&E oder
dem Bereich Konstruktion kommt. Knapp 75 % der Teilnehmer sind an Kaufentschei-
dungen beteiligt, 50 % sogar in einer leitenden Rolle.
7 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Unternehmensgröße

10.000 oder mehr


Mitarbeiter
9,6 % Bis zu 49
Mitarbeiter
25,7 %

1.000 bis 9.999


Mitarbeiter
18,8 % 50 bis 499
Mitarbeiter
32,9 %
500 bis 999
Mitarbeiter
7,5 %

Der größte Anteil der Befragten arbeitet in KMU und Unternehmen des Mittelstandes
(58,6 %). 36 % der befragten Unternehmen machen dabei mehr als 100 Mio. Euro
Umsatz.

Branchenzuordnung der Befragten

Automobil- und Zuliefererindustrie 18,8 %

Maschinenbau 15,9 %

Technische/wissenschaftliche Dienstleistungen 13,8 %

Automatisierungstechnik, Elektrotechnik 8,4 %

Medizintechnik/-geräte 6,8 %

Elektronik 5,5 %

Anlagen- und Apparatebau 5,4 %

Metallerzeugung und -bearbeitung 3,2 %

Werkzeug- und Formenbau 3,0 %

Andere Industrie-Branche 10,4 %


Anderer Wirtschaftszweig (inkl. Handel,
Handwerk, Transport und Logistik) 8,9 %

Die Automobil- und Zuliefererindustrie mit 105 und der Maschinenbau mit 89 Teil-
nehmern stellen mit Abstand den größten Teilnehmerkreis. Fundierte Aussagen
lassen sich auch für die Automatisierungstechnik, die Medizintechnik, die Elektronik-
branche und den Anlagenbau treffen.
8 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Einsatz additiver Fertigung


Wird in Ihrem Unternehmen additive Fertigung eingesetzt?
(Ob additiv gefertigte Produkte eingekauft oder selbst hergestellt wurden, spielt hier keine Rolle.)

Nein, derzeit Ja, (nahezu) im gesamten


auch nicht geplant Unternehmen
13,0 % 10,2 %

Nein, ein Einsatz


ist aber in den nächsten
5 Jahren geplant
13,2 %
Ja, fallweise
63,6 %

In 413, also knapp 74 % der Unternehmen wird additive Fertigung bereits eingesetzt.
147 (26%) der Firmen setzen keine additive Fertigung ein, davon plant aber die Hälf-
te, damit zu beginnen.

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

(Nahezu) im
gesamten Prozess 0,0 % 10,6 % 9,5 % 3,2 % 11,2 % 15,8 %
Fallweise
80,0 % 63,8 % 69,5 % 54,8 % 61,8 % 68,4 %
Einsatz gesamt
80,0 % 74,5 % 79,0 % 58,1 % 73 % 84,2 %

Nein, aber in den


nächsten 5 J. geplant 6,7 % 10,6 % 11,4 % 16,1 % 16,9 % 10,5 %
Nein, derzeit auch
nicht geplant 13,8 % 14,9 % 9,5 % 25,8 % 10,1 % 5,3 %
Aufteilung nach Branche

Näher betrachtet werden die Branchen Anlagenbau, Automatisierungstechnik, Auto-


mobilindustrie, Elektronik, Maschinenbau und Medizintechnik. Im Anlagenbau wird
additive Fertigung nur fallweise, in der Medizintechnik (im gesamten Prozess) am
häufigsten eingesetzt.
9 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Die Pros und Contras der


additiven Fertigung
Aus welchen strategischen Überlegungen heraus
nutzen Sie additive Fertigung in Ihrem Unternehmen?
(Mehrfachnennung möglich)

Polymer Metall

Effizienz von Prozessen steigern


57,0 %
47,9 %

„Neues“ ausprobieren
51,6 %
20,8 %

Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern


40,6 %
52,1 %

Bestehende Geschäftsmodelle verbessern


32,0 %
33,3 %

Neue Geschäftsmodelle erschließen


27,7 %
56,3 %

Vorreiter sein
18,0 %
22,9 %

Unternehmen modernisieren
18,0 %
18,8 %

Weitere
9,8 %
10,4 %
Aufteilung nach Material

Für die additive Fertigung spricht vor allem die Effizienzsteigerung in Prozessen.
Während bei der Arbeit mit Polymeren das Ausprobieren von „Neuem“ noch mit über
50 % im Vordergrund steht, ist bei additiver Fertigung mit Metallen die Erschließung
neuer Geschäftsmodelle wichtiger.
10 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

Effizienz von
Prozessen steigern 45,8 % 68,6 % 62,7 % 66,7 % 55,4 % 62,5 %
„Neues“
ausprobieren 54,2 % 54,3 % 53,0 % 50,0 % 50,8 % 53,1 %
Zukunftsfähigkeit des
Unternehmens sichern 54,2 % 34,3 % 51,8 % 33,3 % 38,5 % 62,5 %
Bestehende Geschäfts-
modelle verbessern 37,5 % 17,1 % 36,1 % 16,7 % 38,5 % 46,9 %
Neue Geschäfts-
modelle erschließen 33,3 % 25,7 % 32,5 % 33,3 % 33,8 % 21,9 %
Vorreiter sein
25,0 % 17,1 % 18,1 % 16,7 % 23,1 % 6,3 %
Unternehmen
modernisieren 20,8 % 14,3 % 14,5 % 38,9 % 16,9 % 25,0 %
Weitere
16,7 % 5,7 % 9,6 % 0,0 % 4,6 % 9,4 %
Aufteilung nach Branche

Im Vergleich zu den anderen Branchen liegt in der Medizintechnik ein besonderer


Fokus auf der Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und der Verbesse-
rung bestehender Geschäftsmodelle. Branchenübergreifend räumt eine Mehrheit der
Befragten dem dem industriellen 3D-Druck besonders in der Zukunft eine bedeu-
tende Rolle ein.

Wieso hat Ihr Unternehmen bisher keine


additive Fertigung eingesetzt?
(Ob additiv gefertigte Produkte eingekauft oder selbst hergestellt wurden, spielt hier keine Rolle.
Mehrfachnennung möglich)

Fehlendes Know-how 42,2 %


Bisher (fast) irrelevante Thematik 34,0 %
Für eigenen Bereich ungeeignet 33,3 %
Zu teuer 25,9 %
Zu zeitaufwändig 14,3 %
Unaufgeschlossene Mitarbeiter (gegenüber „Neuem“) 6,1 %
Nicht passend zu Führungsstil/Unternehmenskultur 5,4 %
Weiterer Grund 15,0 %

Die Gründe dafür, dass die Unternehmen der Befragten noch keine additiv gefertigten
Produkte einsetzen, sind vielfältig. Ausschlaggebend sind u.a. fehlendes Know-how,
keine Auseinandersetzung mit der Thematik sowie keine Relevanz für die Branche.
Weniger entscheidend für die Befragten sind Faktoren wie die Unternehmenskultur
oder der Führungsstil.

Auffällig ist, dass die Unternehmen, welche keine additive Fertigung einsetzen, oft
sehr klein mit lediglich bis zu 49 Mitarbeitern sind.
11 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Entwicklungsstand additiver
Fertigung – wie sieht’s aus?
Seit wann werden additiv gefertigte Produkte in Ihrem
Unternehmen eingesetzt?
Weniger als 1 Jahr 9,7 %
1 bis weniger als 5 Jahre 54,2 %
5 bis weniger als 10 Jahre 19,6 %
10 Jahre oder mehr 11,4 %
Weiß ich nicht 5,1 %
Die Werte beinhalten auch Unternehmen, die nicht nur Polymer- oder Metalldruck anwenden.

Mehr als 60 % der Unternehmen setzen additive Fertigung seit maximal fünf Jahren ein.

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

Weniger als 1 Jahr


20,8 % 17,1 % 4,8 % 11,1 % 7,7 % 3,1 %
1 bis weniger als
5 Jahre 58,3 % 48,6 % 54,2 % 66,7 % 60,0 % 46,9 %
5 bis weniger als
10 Jahre 12,5 % 14,3 % 21,7 % 22,2 % 18,5 % 34,4 %
10 Jahre oder mehr
8,3 % 14,3 % 12,0 % 0,0 % 7,7 % 15,6 %
Weiß ich nicht
0,0 % 5,7 % 7,2 % 0,0 % 6,2 % 0,0 %
Aufteilung nach Branche

In den Branchen zeigt sich, dass besonders die Medizintechnik additive Fertigung
bereits vergleichsweise lange einsetzt. Bei den befragten Unternehmen hat die Elek-
tronikbranche in den letzten 5 Jahren stark nachgezogen und ist mit den anderen
Branchen nun auf einem Level.
12 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Wie weit fortgeschritten ist Ihr Unternehmen in


der additiven Fertigung (verglichen mit anderen)?
Polymer Metall

weit fortgeschritten
26,6 %
54,2 %

fortgeschritten
30,9 %
18,8 %

wenig fortgeschritten
37,5 %
20,8 %

Kann ich nicht beurteilen


5,1 %
6,3 %
Aufteilung nach Material

Die Befragten, welche vorwiegend mit Metall arbeiten, sehen sich im Vergleich zu
anderen Unternehmen als weiter fortgeschritten an, als Unternehmen, die vorwiegend
mit Polymeren fertigen.

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

sehr weit
fortgeschritten 25,0 % 28,6 % 25,3 % 22,2 % 30,8 % 46,9 %
fortgeschritten
20,8 % 25,7 % 34,9 % 33,3 % 36,9 % 15,6 %
kaum fortgeschritten
50,0 % 40,0 % 34,9 % 38,9 % 27,7 % 31,3 %
Kann ich nicht
beurteilen 4,2 % 5,7 % 4,8 % 5,6 % 4,6 % 6,3 %
Aufteilung nach Branche

Besonders die befragten Unternehmen aus der Medizintechnik sind, wie auch schon
am Implementierungsgrad in der Wertschöpfungskette und der Einsatzdauer sichtbar,
weit fortgeschritten. Über alle Branchen hinweg ist die additive Fertigung für viele
Unternehmen noch ein relativ junges Betätigungsfeld.
13 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Additiv gefertigte Produkte –


die Materialien
Aus welchem Material sind die additiv
gefertigten Produkte hergestellt?

Anderes
1,9 %
Überwiegend aus
Metallen Überwiegend aus
11,6 % Polymeren
62,0 %

Aus Polymeren und


Metallen gleichermaßen
24,5 %

62 % nutzen additiv gefertigte Produkte, die überwiegend aus Polymeren bestehen.


Nur knapp über 11 % arbeiten überwiegend mit Produkten aus Metallen.

Beteiligung externer Berater


In welchen Bereichen sind externe Berater
eingebunden, wenn es um additive Fertigung in
Ihrem Unternehmen geht?
(Mehrfachnennung möglich)

Entwicklung der Technologie 27,1 %


Implementierung der Technologie 26,6 %
Geschäftsmodell-/Strategieentwicklung 7,0 %
Anderer 3,6 %
Finanzierung 2,9 %
Gar nicht 50,1 %

Nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen binden externe Berater zum Thema
additive Fertigung ein. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung und Implementie-
rung der Technologie, weniger aber auf der Finanzierung und Strategieentwicklung.
14 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

In-House Fertigung oder Outsourcing


Kauft Ihr Unternehmen die additiv gefertigten Produkte
ein oder stellen Sie sie selbst her?
Total Polymer Metall

30,5 %
Überwiegend eingekauft 27,3 %
41,7 %
30,8 %
Teils teils 32,0 %
12,5 %
28,7 %
Überwiegend selbst hergestellt 40,6 %
45,8 %
Aufteilung nach Material

Haben Unternehmen sich festgelegt, ein Produkt additiv herzustellen, stehen sie vor
der Entscheidung dies selbst zu fertigen oder bei einem Dienstleister bzw. Auftrags-
fertiger einzukaufen. Bei additiven Produkten aus Kunststoff werden mehr Produkte
selbst hergestellt als eingekauft, aber auch beide Möglichkeiten werden kombiniert
genutzt. Im Vergleich dazu zeichnet sich bei Produkten aus Metall ab, dass Unterneh-
men hier weniger auf eine Mischung aus Einkauf und Eigenproduktion setzen. Statt-
dessen fokussieren sich Unternehmen auf eine der beiden Varianten.

Einkauf additiv gefertigter Produkte –


was spricht dafür?
Aus welchen Gründen kauft Ihr Unternehmen die
Produkte ein?
(Mehrfachnennung möglich)

Zu hohe Anschaffungskosten des 3D-Druckers 42,7 %


Fehlende Expertise in der Anwendung des 3D-Drucks 35,2 %
Fehlende Kapazität zur Anwendung des 3D-Drucks 34,8 %
Zu hohe Anschaffungskosten des Materials 7,5 %
Andere 23,7 %

Gegen die eigenständige Herstellung additiver Produkte sprechen bei vielen Firmen
vor allem die hohen Anschaffungskosten des 3D-Druckers. Im Metalldruck ist dies
mit 53,8 % ein stärkeres Thema als beim Polymerdruck (43,4 %). Weitere genannte
Gründe waren zu viele verschiedene Arten von 3D-Druck, eine zu geringe Auslastung
oder die bessere Qualität als der eigene Druck.
15 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

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Pr g i
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di rfa
ad n E
ng abe
luh
ick
tw
En

Erfahrung in der additiven Fertigung


Wie erfahren sind Sie in der additiven Fertigung
von Produkten?
sehr erfahren erfahren unerfahren

Entwicklung
60,3 % 26,1 % 13,6 %
Konstruktion
56,4 % 27,5 % 16,0 %
Produktion
41,1 % 26,5 % 32,4 %
Nachbereitung
35,2 % 31,7 % 33,1 %

60 % der befragten Unternehmen schätzen sich als erfahren in der Entwicklung additi-
ver Produkte ein, während nur etwa 35 % angeben, sich in der Nachbereitung additiver
Produkte auszukennen.
16 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Polymer Metall

Entwicklung
52,2 %
85,7 %

Konstruktion
51,1 %
78,6 %

Produktion
31,2 %
67,9 %

Nachbereitung
25,8 %
57,1 %
Aufteilung nach Material

Alle Befragten, die sich als sehr erfahren einschätzen, lassen sich auch nach Ma-
terial und Branche aufteilen.

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

Entwicklung
50,0 % 47,8 % 53,3 % 84,6 % 65,9 % 47,4 %
Konstruktion
35,7 % 39,1 % 50,0 % 84,6 % 65,9 % 52,6 %
Produktion
35,7 % 30,4 % 40,0 % 23,1 % 36,4 % 42,1 %
Nachbereitung
26,6 % 21,7 % 35,0 % 15,4 % 29,5 % 36,8 %
Aufteilung nach Branche

Über alle Branchen hinweg sehen sich Unternehmen erfahrener in der Entwicklung
und der Konstruktion additiver Produkte, als in der Produktion und Nachbereitung.
Besonders die Elektronik- und Maschinenbaubranche weisen hier hohe Erfahrungs-
werte auf.
17 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

80,6 %
51,1 %
Herstellung von
Prototypen

Herstellung neuer
Bauteile/Produkte

Einsatzzwecke additiver Fertigung


Zu welchem Zweck setzen Sie additiv gefertigte
Produkte ein?
(Mehrfachnennung möglich)

Total Polymer Metall

80,6 %
Herstellung von Prototypen 83,2 %
72,9 %
51,1 %
Herstellung neuer Bauteile/Produkte 44,9 %
68,8 %
36,8 %
Herstellung von Werkzeugen/Formen 34,0 %
41,7 %
28,3 %
Herstellung von Einsatzteilen 23,4 %
37,5 %
24,0 %
Herstellung bestehender Bauteile/Produkte 21,5 %
25,0 %
17,7 %
Reparatur bestehender Bauteile/Produkte 14,1 %
29,2 %
4,6 %
Anderer 5,9 %
0,0 %
Aufteilung nach Material

Additiv gefertigte Produkte werden in erster Linie zur Herstellung von Prototypen ein-
gesetzt. Im Vergleich zur Arbeit mit Polymeren wird die additive Fertigung mit Metallen
auch gleichermaßen zur Herstellung neuer Bauteile/Produkte verwendet.
18 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Anlagenbau Automatisie- Automobil- Elektronik Maschinen- Medizin-


rungstechnik industrie bau technik

Herstellung von
Prototypen 79,2 % 77,1 % 92,8 % 88,9 % 83,1 % 90,6 %
Herstellung neuer
Bauteile/Produkte 54,2 % 34,3 % 49,4 % 50,0 % 56,9 % 56,3 %
Herstellung von
Werkzeugen/Formen 37,5 % 37,1 % 42,2 % 55,6 % 30,8 % 40,6 %
Herstellung von
Einsatzteilen 25,0 % 22,9 % 26,5 % 38,9 % 35,4 % 12,5 %
Herstellung bestehen-
der Bauteile/Produkte 37,5 % 28,6 % 21,7 % 16,7 % 29,2 % 21,9 %
Reparatur bestehender
Bauteile/Produkte 25,0 % 14,3 % 14,5 % 11,1 % 24,6 % 3,1 %
Anderer
4,2 % 0,0 % 1,2 % 5,6 % 4,6 % 0,0 %
Aufteilung nach Branche

Der Branchenvergleich zeigt, dass die Herstellung von Prototypen in allen Bran-
chen im Vordergrund steht. Auch die Herstellung neuer Bauteile ist für die be-
fragte Zielgruppe branchenübergreifend von großer Bedeutung. Bei den weiteren
Einsatzzwecken lassen sich branchenspezifische Ausprägungen erkennen.

Mehrwert der additiven Fertigung


… für Prototypen
Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung
zur Herstellung von Prototypen?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Schnellere
Time-to-Market 76,0 % 15,3 % 8,7 %
Optimierung von
Produkteigenschaften 71,8 % 17,1 % 11,1 %
Verkürzte
Produktionszeit 69,7 % 18,3 % 12,0 %
Reduktion von Kosten
58,6 % 25,2 % 16,2 %
19 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Total Polymer Metall

76,0 %
Schnellere Time-to-Market 74,6 %
68,6 %
71,8 %
Optimierung von Produkteigenschaften 69,5 %
74,3 %
69,7 %
Verkürzte Produktionszeit 65,3 %
77,1 %
58,6 %
Reduktion von Kosten 58,2 %
34,3 %
Aufteilung nach Material

Drei der vier genannten Ziele (Schnellere Time-to-Market, Produkteigenschaften opti-


mieren, kürzere Produktionszeit) sind mit Werten um 70 % etwa gleichermaßen wichtig.
Auffällig ist, dass sobald man den Split nach Materialien aufteilt, insbesondere in der
Fertigung mit Metall die Verringerung von Kosten ein nachrangiges Ziel darstellt.

… für neue Produkte und Bauteile


Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung zur
Herstellung von neuen Bauteilen/Produkten?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Innovative/neue
Produkteigenschaften 84,8 % 8,1 % 7,1 %
Individualisierung von
Produkten 72,0 % 11,4 % 16,6 %
Verkürzte
Produktionszeit 71,1 % 20,4 % 8,5 %
Reduktion von Kosten
51,7 % 32,7 % 15,6 %

Bei der Herstellung neuer Bauteile/Produkte spielen mit fast 85 % vor allem innovati-
ve/neue Produkteigenschaften eine wichtige Rolle und besonders für die Unternehmen,
deren neue Produkte/Bauteile überwiegend aus Metall hergestellt werden.
20 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

… für Werkzeuge und Formen


Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung zur
Herstellung von Werkzeugen/Formen?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Verkürzte
Produktionszeit 79,6 % 15,1 % 5,3 %
Reduktion der Kosten
66,4 % 24,3 % 9,2 %
Optimierung von
Produkteigenschaften 65,1 % 15,8 % 19,1 %

Eine verkürzte Produktionszeit ist das mit Abstand wichtigste Ziel bei der Herstellung
von Werkzeugen/Formen. Aber auch die Reduktion von Kosten und die Optimierung der
Produkteigenschaften sind Kriterien für die befragte Zielgruppe.

… für Ersatzteile
Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung
zur Herstellung von Ersatzteilen?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Schnelle Verfügbarkeit
90,6 %
6,8 % 2,6 %
Kürzere Produktionszeit
76,1 % 14,5 % 9,4 %
Reduktion der Kosten
65,1 % 17,9 % 12,0 %

Wenig überraschend ist die schnellere Verfügbarkeit das mit Abstand wichtigste Ziel bei
der Fertigung additiver Bauteile für den Einsatz von Ersatzteilen.
21 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

… für die Substituierung


bestehender Bauteile
Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung zur
Herstellung von bestehenden Bauteilen?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Verkürzte
Produktionszeit 76,8 % 19,2 % 3,0 %
Optimierung von
Produkteigenschaften 71,8 % 17,1 % 8,1 %
Individualisierung von
Produkten 72,7 % 18,3 % 12,0 %
Reduktion der Kosten
61,6 % 24,2 % 14,1 %

Vor allem die kürzere Produktionszeit, die Optimierung von Produkteigenschaften und
das Individualisieren von Produkten, speziell bei Metallen, veranlassen Unternehmen,
bestehende Bauteile/Produkte mithilfe additiver Fertigung herzustellen.

… für die Reparatur


bestehender Bauteile
Mit welchem Ziel nutzen Sie die additive Fertigung zur
Reparatur von bestehenden Bauteilen?
(Mehrfachnennung möglich)

trifft voll und ganz zu trifft zu trifft überhaupt nicht zu

Verkürzte
Produktionszeit 82,2 % 9,6 % 8,2 %
Reduktion der Kosten
68,5 % 17,8 % 13,7 %

Die kürzere Produktionszeit steht beim Einsatz additiver Fertigung zur Reparatur be-
stehender Bauteile/Produkte im Vordergrund.
22 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

5 Jahre Die Herstellung von Prototypen ist auch in


den nächsten fünf Jahren am wichtigsten.

Die Zukunft der additiven Fertigung


Welcher Anwendungsbereich von additiver Fertigung ist
für Sie in den nächsten fünf Jahren am wichtigsten?
(Mehrfachnennung möglich)

Total Polymer Metall

41,5 %
Herstellung von Prototypen 49,2 %
29,2 %
28,5 %
Herstellung neuer Bauteile/Produkte 26,2 %
33,3 %
10,3 %
Herstellung von Werkzeugen/Formen 9,0 %
16,7 %
7,4 %
Herstellung von Ersatzteilen 3,9 %
12,5 %
5,7 %
Herstellung bestehender Bauteile/Produkte 5,1 %
6,3 %
1,6 %
Reparatur bestehender Bauteile/Produkte 0,8 %
2,1 %
4,9 %
Anderer 5,9 %
0,0 %
Aufteilung nach Material

Insgesamt ist für Unternehmen die Herstellung von Prototypen auch in den nächsten
fünf Jahren am wichtigsten. Gerade im Metalldruck wächst aber auch die Bedeutung der
Herstellung neuer Bauteile und Produkte.
23 Whitepaper Marktforschung zum Stand des industriellen 3D-Drucks

Mit welchem Investitionsvolumen planen Sie?


Total Polymer Metall

40,7 %
Unter 1 Million Euro 47,7 %
27,1 %
12,5 %
1 bis unter 3 Millionen Euro 7,0 %
27,1 %
7,0 %
3 Millionen Euro oder mehr 5,5 %
12,6 %
39,8 %
Weiß ich nicht/Keine Angabe 39,8 %
33,3 %
Aufteilung nach Material

Investieren wollen die Firmen zum Großteil unter einer Million Euro, nur im Metallbe-
reich sind die Firmen bereit, mehr auszugeben.
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