Sie sind auf Seite 1von 1

Bei Referaten in der Schule oder einem Seminar geht es in erster Linie um die Wiedergabe

recherchierter Tatsachen und Gedanken, während Fachreferate bei Tagungen meist die
eigene Forschung des Vortragenden (Referenten) zum Inhalt haben.

Bei (naturwissenschaftlichen) Fachkongressen ist eine Zeitdauer von 15 bis 20 Minuten das
übliche Maß, bei invited Papers auch etwas länger. In den Sozial-, Human- und
Geisteswissenschaften sind auch Vorträge von 40–45 Minuten durchaus üblich. Im
Schulbetrieb kann das Referat ein Leistungsnachweis in Form einer gleichwertigen
Feststellung von Schülerleistungen sein. An Hochschulen dient es teilweise als
Prüfungsleistung für Studierende zum Abschluss eines Moduls.[1]

Es gibt auch Referate in rein schriftlicher Form, beispielsweise als Kurzreferat (Bericht) über
eine längere Veröffentlichung.
Ablauf

Zu Beginn des Referates wird über die Thematik, den Ablauf und die Dauer informiert. Ein
verständlicher und interessant gestalteter Vortrag führt nicht zu Überforderung oder
Aufmerksamkeits-verlust.
Hilfsmittel

Als technische Hilfsmittel zum Referat stehen Plakate, Overheadfolie, Tafelanschrieb,


zunehmend auch Computer-Präsentationsprogramme und Beamer bzw. interaktive
Whiteboards zur Auswahl. Notizen auf Karteikarten mit Stichpunkten helfen bei der
Vorbereitung. Auf einem Thesenpapier sollten zentrale Thesen und Aussagen des Referats
stehen, damit sich das Publikum bei einer etwaigen Anschlussdiskussion daran erinnern
kann. Ein Laserpointer kann zum Hinweis auf Details auf Overheadfolien und Bildern dienen.
Didaktik

Das – eventuell freie – Sprechen über ein gegebenes Thema vor einer Gruppe von
Mitschülern bzw. Kommilitonen ist ein wichtiges Lernziel des schulischen und universitären
Unterrichts.[2] Da im deutschsprachigen Raum viele Studenten große Schwierigkeiten
haben, vor einem Seminar zu sprechen,[3] werden heutzutage Übungsreferate teilweise
schon in der Grundschule praktiziert.[4]

Hinsichtlich der Präsentation empfehlen die meisten deutschsprachigen Didaktiker immer


noch, Referate schriftlich auszuformulieren und dann entweder abzulesen oder die
Niederschrift vor dem Vortrag genau zu studieren, obwohl vor allem die Redesituation
ungewohnt ist.[5] Oft sind es auch die Lehrer bzw. Dozenten, die eine Niederschrift
verlangen, weil sie zu ihrer eigenen Vorbereitung vorab wissen möchten, wovon im Referat
die Rede sein wird.[6] Manche Didaktiker vertreten dagegen die Auffassung, dass es der
Präsentation grundsätzlich zuträglicher ist, wenn nur Stichworte notiert werden.[7]

Letzteres wird generell im englischsprachigen Raum angenommen, wo die freie Rede


traditionell eine weitaus größere kulturelle Rolle spielt als z. B. in Deutschland (vgl. z. B.
Debating, Soapbox, Stand-up-Comedy). Besonders in den Vereinigten Staaten, Kanada und
in Australien werden die Voraussetzungen für das freie Referieren bereits in der
vorschulischen Bildung gelegt, d. h. sobald die Kinder sprechen können. Die einschlägige
Methode, die von der Vorschule (3- und 4-jährige) an gepflegt wird, ist das Show and Tell.
Show and Tell (deutsch: „zeige und erzähle“) bedeutet, dass ein Kind einen – meist von zu