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FACHDIDAKTIK DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE November 21, 2017

Unterrichtsvorbereitung nach dem Modell Didaktische Analyse


(Blažević 2007: 243-254)
Unterrichtsphasen: E P S Ü
 Lernziele: Was sollen die Schüler lernen? – Bei der Unterrichtsvorbereitung muss man
genau bestimmen, was der Lernende am Ende des Unterrichts können (wissen) soll, also
Lernziele. Ein konkretes Lernziel wäre z.B.: Die Schüler können am Ende der Stunde auf
Deutsch im Restaurant das Essen und Trinken bestellen (Ziel der Übungsphase).

 Aktivitäten der Schüler: Was sollen die Schüler lernen, um das Lernziel zu erreichen?
Sie diskutieren, lesen einen Text, hören, stellen Fragen, usw.

 Sozialformen: Wie arbeiten die Schüler: individuell, in Gruppen, zu zweit, ...

 Materialien: Woran/Womit werden Lernaktivitäten ausgeführt? (Lesetexte,


Modelldialoge, Übungen, Fahrplan, Stadtplan, usw.)

 Hilfsmittel/Medien: Welche Medien/Hilfmittel braucht der Lerer? (Laptop, Kreide,


Tafel, usw. ) – Medien sind die Träger der Materialien.

 Aktivitäten der Lehrer: Was muss der Lehrer tun? - Der Lehrer steht im Hintergrund
und die Schüler im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens.

 Zeit: Wie lange soll diese Phase dauern?

Jede von den einzelnen Unterrichtsphasenhasen hat ihre eigene Lernziele, Lernaktivitäten,
Sozialformen, Materialien, Medien und Lehrertätigkeiten.

Nach Meyers Meinung (Meyer 1986: 183) muss der Unterichtsplan alles enthalten, was der
Lehrer nicht auswendig behalten kann, aber während der Stunde wissen muss.

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1. Einführungsphase
Wie kann man Schüler in der Einführungsphase motivieren? Einige von den Möglichkeiten:

 Texte, Themen und Situationen so auswählen, dass sie für die Schüler inhaltlich
spannend und interessant sind.
 Den Schülern Gelegenheit bieten, über Themen und Situationen zu sprechen, die sie
interessieren.
 Spannung aufbauen, z.B. indem nur ein Teil des Bildes zum Text gezeigt wird.
 Die Schüler nach ihren Meinungen/Erfahrungen zum Thema des textes, oder zur
Situation fragen.
 Neue Medien einsetzen (Musik, Lieder, Filme, Videoclips abspielen/zeigen).
 Theaterelemente nutzen, um die Neugier und Motivation bei den Schülern zu entwickeln.
 Theaterpädagogische Verfahren in den Unterrichtsplan einsetzen.

Zettel für die Kennenlernenspiele

2. Präsentationsphase
Präsentationstechnicken für Hör- und Lesetexte in Blažević 2007: 247-248.

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3. Semantisierung
Nach der Präsentation können die Schüler die wichtigsten Informationen des Textes verstehen.
Aber neue Wörter und neue Strukturen, die der Text enthält, wird in der Semantisierungsphase
behandelt.

Im Anfängerunterricht dürfte man pro Unterrichtsstunde nicht mehr als 8-12 Wörter einführen.

Der Lehrer sollte die Schüler ermutigen, Wortbedeutung aus dem Kontext abzuleiten. Bevor er
selber Semantisierunghilfen bietet. Wortbedeutungen, die die Schüler selbst ableiten, behalten
sie besser, als vom Lehrer gegebene Erklärungen.

Semantisierungsverfahren

 Nonverbale Semantisierungsverfahren (diese Verfahren eignen sich nicht für alle Worter:
Abstrakta, Funktionswörter):
Piktograme, Verkehrszeichen, Zahlen, Demonstration, bildliche Veranschaulichung,
Gestik, Mimik, Vorspielen, Klangbilder, Standbilder, Pantomime.

 Verbale Semantisierungsverfahren: einsprachige und zweisprachige


Semantisierungsverfahren.

Bei einsprachigen Verfahren werden Wortbedeutungen in der zu lernenden


Fremdsprache vermittelt. Dazu gibt es viele Möglichkeiten:

1) kontextuelle Semantisierung
Der Lerner kann aufgrund seines allgemeinen Weltwissens die Bedeutung eines
unbekannten Wortes erschließen. Die Bedeutung dieses Wortes muss eindeutig aus dem
Satz- oder Textzusammenhang hervorgehen. Voraussetzung ist, dass alle anderen Wörter
bekannt sind.
entdecken – Kolumbus entdeckte Amerika.
Stunde – Der Tag hat 24 Stunden.
2) Angabe von Wörtern, die in einer bestimmten Bedeutungsbeziehung zu dem
unbekannten Wort stehen (Voraussetzung ist, dass man diese Wörter kennt):

- Angabe von Synonymen: versuchen- probieren; jetzt – nun;


- Angabe von Antonymen: Tag – Nacht; viel – wenig, usw.
- Angabe untergeordneter Wörter: Vögel Sperling, Kuckkuck, usw.
Bäume Kiefer, Birke, Fichte, usw.
- Reihen: Januar, Februar, März, usw.

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3) Semantisch durchsichtige Komposita und Ableitungen können durch ihre


Wortbildungsstruktur semantisiert werden:
Mittagspause die Pause in der Mittagszeit, die man mittags macht.
undankbar nicht dankbar

4) Gleichungen: ein Kilogramm hat 1000 Gramm


ein Meter hat 100 Zentimeter

5) Definitionen
Die Bedeutung eines Wortes wird mit Hilfe unterschiedlicher Merkmale, die als bekannt
vorausgesetzt werden, bestimmt. Im fachsprachlichen Unterrichtt ist die Definition ein
wichtiges Verfahren.

6) Paraphrasen
Die Bedeutungen eines Wortes wird durch erweiterte Umschreibung erklärt:
rasen sehr schnell fahren

Zu zweisprachigen Semantisierungsverfahren zählen:

1) Übersetzung

Das Übersetzen sollte vor allem dann verwendet werden, wenn einsprachige Erklärungen
wegen der mangelhaften Sprachkenntnisse nicht möglich sind.
*Grammatik sollte auf Muttersprache erklärt werden.

2) Wortähnlichkeiten
Bei der Semantisierung kann man akustische oder graphische Wortähnlichkeiten
zwischen der ersten und der zweiten Fremdsprache nutzen.

Akustisch: shoe – Schuh; beer – Bier;


Graphisch: wind – Wind

3) Internationalismen
Bei der Semantisierung helfen auch Internationalismen wegen ihrer akustischen oder
graphischen Ähnlichkeit.

Musik - Literatur – Minute

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4. Übungsphase
* Üben kann man die sprachlichen Mittel (Aussprache/Intonation, Wortschatz, Grammatik,
Ortographie) oder kommunikative Fertigkeiten (Schreiben, Sprechen, Lesen und Hören).

* Verschiedene Spiele und Übungstypen

*bestimmtes

Blažević 2007: Blažević, N, Grundlagen der Didaktik und Methodik des Unterrichts Deutsch als
Fremdsprache, Rijeka: Sveučilište u Rijeci, Filozofski fakultet, Knjiga 2.

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Unterrichtsplan
Student/-in: _____________________________________________________________

Datum: _______________________

Schule: ________________________________________________________________

Thema der Stunde: _______________________________________________________

Klasse: _______________________

Typ der Stunde: _________________________________________________________

Phase I Einführung
Lernziel(e)
Aktivitäten der Schüler
Sozialform(en)
Materialien
Medien
Aktivität des Lehrers
Zeit
Phase II Präsentation
Lernziel(e)
Aktivitäten der Schüler
Sozialform(en)
Materialien
Medien
Aktivität des Lehrers
Zeit
Phase III Semantisierung
Lernziel(e)
Aktivitäten der Schüler
Sozialform(en)
Materialien
Medien
Aktivität des Lehrers
Zeit

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Phase IV Üben
Lernziel(e)
Aktivitäten der Schüler
Sozialform(en)
Materialien
Medien
Aktivität des Lehrers
Zeit