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Altfragensammlung: Evolutionäre Medizin

Paraphrasierte Fragestellungen (aus dem STV Forum), mit Antwortmöglichkeiten ergänzt durch die Folien zum Vortrag.

(1) Definieren Sie den Begriff "Evolutionäre Medizin": (Foliensatz 1, Seite 3 / 63)

→ Die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie angewandt auf Probleme und Fragen der Medizin (zB Public Health).
→ Krankheiten besser verstehen, verhindern, behandeln zu können.

Wikipedia bezeichnet evolutionäre Medizin auch als Darwinsche Medizin. Folgend die Definition von Wikipedia,
gekürzt:

Evolutionäre Medizin ist ein noch junges Teilgebiet der Medizin, das die Erkenntnisse aus der
modernen Evolutionsbiologie nutzt, um menschliche Krankheiten besser zu verstehen - und idealerweise zu
heilen.

Zentrales Ziel dieses Ansatzes ist es dabei, die evolutionären Ursachen von Krankheiten zu ergründen, statt
lediglich Symptome zu behandeln.

Die Evolutionäre Medizin kam mit dem Beginn der 1990er Jahre auf, wobei die Veröffentlichung des Buches
Why We Get Sick: the new science of Darwinian medicine, geschrieben von George C. Williams und Randolph M.
Nesse, als ein wichtiger Impuls gesehen werden kann.

(2) Evolutionäre Gründe für Krankheiten:

(1) Selektion ist langsam: mismatch der Menschen mit ihrer "neuen" Umgebung, evolutionary arms race gegen
Infektionen
(2) Selektion ist eingeschränkt: every trait is a trade-off, constraints der Selektion
(3) Missverständnisse: Organismen werden auf Reproduktionserfolg selektiert, nicht auf Gesundheit;
Abwehrmechanismen "kosten".

(3) Bedingungen für natürliche Selektion:

- Das spezielle Merkmal ist variabel ausgeprägt.


- Es besteht Variation hinsichtlich des Reproduktionserfolgs.
- Es besteht eine Korrelation zwischen Reproduktionserfolg und Merkmal.
- Das Merkmal ist erblich.

(4) Warum haben Mutationen oftmals keine Auswirkungen? Kreuzen Sie die falsche Aussage an.

→ Weil der genetische Code konserviert ist [Die ist die FALSCHE AUSSAGE, die angekreuzt werden muss]

Die Antwort “der genetische Code ist redundant” hingegen ist richtig.

(5) Warum führte natürliche Selektion zu einem derart krankheitsanfälligen Körper?

- "Alte Antwort": natürliche Selektion ist zu schwach, um zu einem besseren Körper zu führen.

- "Neue Antworten":
→ Selektion ist langsam: Mismatch & Infektionen
→ Selektion hat Einschränkungen: trade-offs & constraints
→ Missverständnisse: Selektion auf Reproduktionserfolg & Abwehrmechanismen mit Nebeneffekten

(6) Wie lange braucht eine Mutation, die es Erwachsenen ermöglicht Laktose zu verdauen, um sich zu
90% durchzusetzen?
→ 8.000 Jahre (siehe hierzu ”The milk revolution” in Nature; Zitat: “The trait of lactase persistence, dubbed the
LP allele, emerged about 7,500 years ago in the broad, fertile plains of Hungary.”)

(7) Welche Krankheit brachten Columbus’ Seeleute nach Europa?

- Syphillis

(8) Unterliegt das Design des Auges natürlicher Selektion? (Seite 20 / 29 im “Was ist eine Krankheit” Foliensatz)

→ Nein, da es etwaige "Fehler" in sich trägt, die unter Selektion so nicht mehr vorhanden wären: Blinder
Fleck, Blutgefäße vor der Retina, Kurz- / Weitsichtigkeit, Katarakt (= Trübung der Linse), Netzhautablösungen,
Glaukom.

(9) "Ein Nebeneffekt der Bipedie ist ein erschwerter Geburtsvorgang, da der Kopf des Babys zu groß für den
menschlichen Geburtskanal ist." Ordnen Sie diese Aussage der richtigen Betrachtungsweise zu.

→ Phylogenetische Betrachtungsweise

(10) Welche Aussagen zu den Betrachtungen auf Populationsebene sind falsch?

(→ Antwortmöglichkeiten fehlen hier noch.)

(11) Zu welcher Gewebeart gehört das Knochenmark?

→ das Knochenmark ist ein labiles Gewebe (Anmerkung: labil meint hier das sich diese Gewebe ständig erneuern;
stabile Gewebe hingegen verbleiben in der inaktiven G0-Phase)
→ ein sich ständig erneuerndes Gewebe, auch Epithelien der Haut, Darm etc

(12) Welches ursprünglich retrovirales Protein ist in der humanen plazentalen Morphogenese wichtig?

→ Syncytin

(Titel: Syncytin ist a captive retroviral envelope protein involved in human placental morphogenesis.)

Anmerkung: Die Funktion des Syncytin-Protein war es ursprünglich mit der Wirtszelle zu fusionieren. Das Protein
ermöglichte es dem Virus auch von einer Wirtstzelle zur nächsten zu gelangen.

Slogan: “Mammals made by virus.”

(13) Vor wie vielen Jahren tauchte das Genus Homo zum ersten Mal auf?

→ Vor etwa 2 Mio. Jahren

(14) Welche Aussage ist falsch?

→ Zwei Menschen sind zu 90% ident. (Menschen sind nämlich zu 99.9% ident)

(15) Welcher “Kompromiss” entsteht, wenn man eine helle Hautfarbe hat?

Ein Kompromiss zwischen einem Vorteil und einem Nachteil (trade off).

→ Vorteil: Vitamin-D3-Synthese ist möglich.


→ Nachteil: erhöhtes Hautkrebsrisiko und Folsäuremangel.

(16) Für welche Krankheit ist die Blutgruppe B besonders anfällig?

→ Magengeschwüre (die Antwort stimmt bzw. eher chronische Pankreatitis; die Ausarbeitung bezog sich nicht nur
auf Helicobacter pylori alleine, da Magengeschwüre auch andere Ursachen haben)
Blutgruppe 0 (Null) schützt zum Beispiel besser vor Malaria. Diese Blutgruppe findet man auch häufig in Afrika.

Träger der Blutgruppen A, B oder AB sind besser gegen die Pest gerüstet.

Träger der Blutgruppe B haben aber auch ein 2,5-fach höheres Risiko, eine chronische Pankreatitis zu bekommen.

Weiters haben Träger der Blutgruppen A, B und AB eine höhere Wahrscheinlichkeit, Gefäßkrankheiten zu
bekommen.

Weitere Links:
→ https://www.welt.de/gesundheit/article137711916/Die-Blutgruppe-bestimmt-das-Krankheitsrisiko-mit.html

(17) Was heißt GWAS? Wofür können wir GWAS in der evolutionären Medizin eingesetzt werden?

→ Genome-wide association studies


→ Diese GWAS können eingesetzt werden um genetische Variationen gegenüber Arzneiwirkstoffen
herauszufinden.

(18) Krebs / Krebsentstehung

→ die meisten Krebsformen haben ihren Ursprung in Stammzellen


→ Stammzellen besitzen Charakteristika, die zur Krebsentstehung prädispositionieren:
→ Potential sich in alle (die meisten) Gewebearten zu differenzieren und einzuwandern
→ vor allem in kontinuierlich erneuernden Geweben
→ Einfluss von Umwelttoxinen auf Krebsrisiko hängt von der Genetik des Patienten ab
→ Fähigkeit des Krebs Resistenzen gegenüber Chemotherapeutika zu entwickeln hängt von der ursprünglichen
Genetik der Keimzelle und von den erworbenen somatischen Mutationen ab

(19) Phänotypische Plastizität: was ist mit diesem Begriff gemeint?

→ Dies ist die Möglichkeit eines Genotyps, in unterschiedlichen Lebensräumen unterschiedliche Phänotpyen
auszuprägen. Als Beispiel können wir zwei eineiige Zwillinge heranziehen. Der eine ist Langstreckenläufer, der andere
Gewichtsheber. Beide werden morphologisch, nach 5 Jahren Aktivität in jungem Alter, unterschiedlich aussehen.
→ Der Begriff inkludiert neben den morphologischen und physiologischen Charakteristiken auch Verhaltensweisen
→ kann durch eine Reaktionsnorm in Abhängigkeit zu einem Umweltfaktor gestellt werden
→ wichtig für die DOHaD = development origins of health and disease: unterschiedliche Ereignisse zu einem
frühen Zeitpunkt haben viele mögliche Konsequenzen:
→ Untergewicht: höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Adipositas
→ Kaiserschnitt: erhöhtes Risiko für Asthma, Allergien, Ekzeme und Adipositas
→ Behandlung mit Antibiotika vor dem 2. Lebensjahr: höheres Risiko für Adipositas und Allergien

→ Die phänotypische Plastizität ist wichtig für Lebewesen, die in einer wechselhaften und unvorhersehbaren
Umwelt leben. Also für sehr viele Organismen.

→ Eine Reaktionsnorm stellt die Abhängigkeit der phänotypischen Ausprägung eines Merkmals bei ein und
demselben Genotyp von einem Umweltfaktor dar.

→ The ability of one genotype to produce more than one phenotype when exposed to different environments.

(20) Welche Faktoren vor der Geburt können zu (späteren) Krankheiten führen? Kreuzen Sie falsche Aussagen an.

- Untergewicht [Ja]
- Kaiserschnitt [Ja]
- Antibiotikaeinnahme vor dem 2. Lebensjahr [Ja]
- Geschlecht [IST FALSCH]
- vaginales Mikrobiom der Mutter [IST FALSCH]
→ Fraglich ob die Fragestellung wirklich so lautet, wenn ja, beeinflusst nur das Untergewicht des Kindes seine
spätere Krankheitsgeschichte vor der Geburt.

(21) Was bedeutet “Inzidenz”?

→ Anzahl von Neuerkrankungen in einer Population mit definierter Größe während einer definierten Zeit.

(22) In welcher Lebensweise verbrachte Homo sapiens die meiste Zeit?

→ Jäger & Sammler

(Andere Antworten wie nomadische Hirten oder kleine ländliche Siedlungen sind komplett falsch.)

(23) Was ist Krankheit?

→ Definition: Veränderung der normalen Funktion und/oder Struktur eines Organs oder Organsystems, die sich mit
charakteristischen Krankheitszeichen/Symptomen manifestiert.

(24) Gib ein Beispiel einer Krankheit mit einer geringen Mortalität und einer hohen Letalität.

→ Tollwut (kaum Fälle - aber fast 100% tödlich)

(25) Nenne ein Symptom beim Morbus Crohn

→ transmurale Darmwandentzündung

Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch-entz%C3%Bcndliche_Darmerkrankungen.

(26) Was sind “immunprivilegierte Regionen”?

Manche Gewebe und Organe sind immunprivilegiert:

- Sie erlauben keine Immunreaktion mit potentiell schädlichem Ausgang (z.B. Entzündung).

Beispiele für immunpriviliegierte Areale im menschlichen Körper sind:

→ Hirn
→ Augen
→ Gonaden

Der Preis hierbei ist jedoch gegeben, denn diese Region sind verletzlich gegenüber Pathogenen für den Fall einer Infektion.

(27) Manche physiologischen Prozesse sehr sensitiv gegenüber Umweltveränderungen. Nenne zwei Beispiele hierzu.

(1) Glucose-Metabolismus
(2) der Blutdruck

(28) Wann entwickelten sich invasive Plazenten im gemeinsamen Vorfahren von Orang-utans, Gorillas, Schimpansen
und Mensch? (Deep extravillous trophoblast invasion and extensive spiral artery remodeling.)

→ Vor ca. 15 Mio. Jahren.

(29) Wofür steht die Abkürzung iPS?

→ Induzierte pluripotente Stammzellen.

(30) Wann wird stabiles Gewebe, wie das Parenchym der Leber, aktiv?
→ nach einer Verletzung zum Beispiel, im Zuge der Regeneration.

(31) Was ist mit “Permanentgewebe” gemeint? Gib zumindest ein Beispiel.

→ Dies ist ausdifferenziertes Gewebe ohne proliferative Aktivität.


→ Beispiele: Nervenzellen, Herzmuskelzellen. Diese Gewebe heilen in der Regel durch Narbenbildung.

(32) Hominidenevolution: Nenne zwei frühe Hominiden.

(a) Ardipithecus
(b) Sahelanthropus

(33) Nenne eine bemerkenswerte Eigenschaft von Homo habilis.

→ Er benutzte spezialisierte Werkzeuge. (Anmerkung: Menschenaffen benutzen auch Werkzeuge; und Bonobos wie
Kanzi können lernen Steinwerkzeuge herzustellen; aber in der freien Natur gibt es keine Beispiele für zum Beispiel
Steinspeere, wo eine Spitze aus Stein an einen Holzstab gefestigt war.)

(34) Nenne zwei “frühe, moderne Menschen” ("early modern humans").

→ Denisovans
→ Neanderthals

(35) Primaten-Vorfahren hatten was für eine Hautfarbe?

→ Primaten Vorfahren besaßen eine helle Haut unter ihrer dunklen Behaarung.
→ Die exponierten Hautareale waren bei der Geburt heller und pigmentierten später, als diese Vorfahren älter wurden
(also das einzelne Individuum).

(36) Warum verloren die Vorfahren der Menschen ihre Körperbehaarung vor etwa 2 Millionen Jahren?

→ Damit ihr Körper besser abkühlen konnte, durch Schwitzen.

(37) Nenne einen Vorteil, wenn ein Merkmal nur durch wenige Gene kodiert/bestimmt wird.

→ Eine rasche Evolution ist so möglich. Siehe die Hautfarbe, welche wiederum nur von wenigen Genen codiert
bzw. beeinflusst wird.

(38) Können wir eine genetisch-medizinisch-relevante Vorhersage machen wenn wir Menschen aus Endemiegebieten mit
Menschen aus Gegenden vergleichen, in denen eine Krankheit nicht oder nur selten vorkommt?

→ Ja. Menschen aus Endemiegebieten sind häufiger resistent als Menschen aus Gegenden, in denen die Krankheit
nicht oder nur selten vorkommt.

(39) Eine genetische Variation für Krankheitsresistenzen ist nachgewiesen für:

→ Malaria
→ Lepra
→ HIV
→ Typhus
→ Norwalk Virus
→ Prionenerkrankungen
→ Tuberkulose

(40) Gib ein Beispiel für einen irreversiblen Typ beim Menschen, in Bezug auf dessen phänotypischer Plastizität:

→ Irreversibel: Körperhöhe
(41) Wofür steht die Abkürzung DOHaD?

→ development origins of health and disease

(42) Was meint die Aussage macho can make you sick – or at least susceptible?

→ Zum Beispiel Männer, die nach einer Influenza-Impfung einen zweiwöchigen Testosteronabfall aufweisen, im
Vergleich zur Kontrollgruppe.

(43) Was ist Gesundheit?

Definition der WHO:


"Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das
Fehlen von Krankheit oder Gebrechen."

(44) Warum nimmt heute die Prävalenz allgemein zu?

→ Primär da es Fortschritte in der Medizin gibt, die ein besseres Überleben garantieren, auch für weniger “optimal
angepasste” Individuen.

(45) Gib ein Beispiel für einen “evolvierten Mechanismus der Qualitätskontrolle”:

→ Spontanaborte.

(46) Was meinen wir mit “proximate cause” und “ultimate cause”?

Proximate: Die unmittelbare Ursache für eine Krankheit. (Zum Beispiel: Wie funktioniert der
Krankheitsmechanismus?)
Ultimate: Der evolutionäre Aspekt einer Krankheit.

In der Medizin sind Antworten auf beide Fragen wichtig.

Genetic Variant / Condition Gene


Duffy blood group DARC
Sickle hemoglobin HBB
Prion protein gene variant PRNP
Melanesian ovalocytosis SLC4A1

Glossar:

Ätiologie auslösende Ursache; exo/endogen; mono/


multikausal; Risikofaktoren; Prädisposition etc
congenital angeboren
pathologische Anatomie Abnormale Anatomie
Morbidität Häufigkeit des Auftretens einer bestimmten Erkrankung
Prävalenz Anzahl von bestehenden Erkrankungsfällen in einer definierten Population zu
einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz)

Slogans:
→ Die interindividuelle und interethnische Variation des Cytochrom P450 (CYP) und der N-Acetyl Transferasen
(NAT) wurde ursprünglich durch unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen bzw. Interaktionen entdeckt.
→ Stammzellen finden sich im Körper vor allem in kontinuierlich erneuernden Geweben. In diesen Geweben
entsteht auch Krebs am häufigsten (== Korrelation).
→ Entwicklung invasiver Plazenten im gemeinsamen Vorfahren von Orangutans, Gorillas, Schimpansen und
Menschen vor ca. 15 Mio. Jahren: Präeklampsie und Risiko für metastasierenden Krebs
→ Die Insertion eines Retrovirus in das proto-Immunoglobulin Gen vor ca. 500 Mio. Jahren legte den
Grundstein für die Evolution des adaptiven Immunsystems der Wirbeltiere.
→ Fixed functions are insensitive to the environment.
→ Das Risiko peripherer arterieller Erkrankungen steigt mit der Exposition gegenüber Passivrauch.
→ Man kann "frühe Spontanaborte", wie zum Beispiel bei Trisomien, als einen "evolvierten Mechanismen der
Qualitätskontrolle" betrachten.
→ The drug industry now tries to avoid developing drugs that are metabolized by CYP2D6 because they cannot
predict how individuals will react to it.
→ Ein langsamer Abbau von Arzneimitteln führt zu einer Akkumulation - und somit oft auch zu einer (stärkeren)
Giftwirkung.
→ Der Mensch hat 57 verschiedene CYP-Gene (Cytochrom P450).
→ Chemotherapy is some kind of selective pressure.
→ Patienten unterscheiden sich genetisch hinsichtlich ihrer Fähigkeit Arzneimittel zu metabolisieren.
→ Nicht jeder Nukleotidaustausch (=Mutation) hat dieselbe Folge: manche sind neutral, manche ändern die Struktur
eines Proteins, andere wiederum haben weitreichende genetische Auswirkungen.
→ Die Medizinische Versorgung ist ein kulturelles Element.
→ Natural selection is not natural perfection.
→ Etwa 50% der Europäer sowie 10% der Japaner, Chinesen und Eskimos besitzen eine N-Acetyl-Transferase,
die nur sehr langsam Pharmaka (z.B. Sulfonamide, Nitrazepam, Isoniazid) acetylieren kann.
→ Patienten reagieren unterschiedlich auf Arzneimittel - die Ursache ist aber nur teilweise genetisch.
→ Susceptibility genes can be discovered with candidate gene approaches.
→ Der "Rasse"-Begriff ist ein soziales Konstrukt, keine biologische Realität.
→ Die resultierende höhere Lebenserwartung exponiert viele altersassoziierte chronische Krankheiten, die früher
äußerst selten waren, heutzutage aber eben häufig sind (=intrinsische Mortalität).
→ Eine Chemotherapie übt einen starken Selektionsdruck auf Krebsklone aus; daher kommt es zu einer raschen
Selektion von resistenten Klonen.
→ A new estimate suggests that a quarter of the world's population has latent tuberculosis.
→ Der Mensch ist ein Laktoparasit - zumindest in manchen Bereichen der Welt.
→ Das "Erkrankungsrisiko" variiert mit Genotyp und Umgebung.
→ Die Prävalenz steigt mit verbesserter medizinischer Versorgung (z.B. Phenylkentonurie Screening). Die Folge
wird eine höhere Allelfrequenz mancher Mutationen in der Population sein (wenn mit Reproduktion vereinbar).
→ Organismen sind nicht zwangsläufig für Gesundheit und Langlebigkeit selektiert, sondern auf den
Reproduktionserfolg (Beispiel: Testosteron)
→ HLA-Merkmale (Human Leukocyte Antigen) können auf eine Krankheitsprädisposition hinweisen.
→ Das menschliche Genom hat keine speziellen Schutzmechanismen evolviert gegenüber genetischen
Erkrankungen wie der Mukoviszidose und ähnlicher Krankheiten.
→ Patients were not selected to age and die.
→ Vorteile in der reproduktiven Phase erhöhen die Fitness, auch wenn sie mit Nachteilen in der
postreproduktiven Phase verbunden sind, zum Beispiel Testosteron.
→ Sensitive Prozesse evolvierten in Richtung Regulierbarkeit, insensitive Reaktion evolvierten um weitgehend
unveränderlich zu sein.
→ Genetische Unterschiede von medizinischer Bedeutung sind etwas mit der Ethnizität assoziiert; dies hat eine
praktische Relevanz, wie zum Beispiel die Resistenzentwicklung gegenüber Malaria.
→ Antagonistisch pleiotrope Gene sind jene Gene die in jungen Jahren vorteilhaft sind, im Alter aber eher
schädlich.
→ Breastfeeding may reduce the risk of obesity.
→ Most genetic differences in humans are among individuals.
→ Kaiserschnitt, Stillen, Antibiotika, Hygiene haben einen Einfluss auf die Darmflora und dadurch wiederum auf
das Immunsystem.
→ Die Co-Evolution unseres Immunsystems mit einem hochdiversen Mikrobiom führte zu positiven und
negativen Interaktionen.
→ Africa contains more human genetic diversity than the rest of the planet combined.
→ Eine Zunahme der Prävalenz ist oft gegeben durch Fortschritte in der Medizin, welche wiederum ein besseres
Überleben ermöglichen.
→ No biological problem is solved until both the proximate and the evolutionary causation has been elucidated.
→ Organsimen bilden ein Mosaik von Merkmalen unterschiedlichen Alters.
→ Nothing in biology makes sense except in the light of evolution.
→ Early modern humans all interbred with each other on multiple occasions in the past 100.000 years.
→ Umweltbedingte Schädigungen können katastrophal oder kumulativ sein.
→ Alle Krankheiten haben ein mechanistische und eine evolutionäre Erklärung.
→ Trade-offs: Jedes Merkmal hat einen möglichen Nutzen, mit assoziierten Kosten.
→ Das Konzept der Reaktionsnorm (Reaktionsspektrum) ist sinnvoll bei Betrachtung der Gen-Umwelt
Interaktion und den resultierenden Phänotypen. Reaktionsnormen basieren auf dem Genotyp. Reaktionsspektrum
zeigt sich z.B. bei eineiigen Zwillingen, die in verschiedenen Umgebungen leben.
→ Homo sapiens emerged from Africa about 100,000 years ago.
→ Das Erkrankungsrisiko variiert mit Genotyp und Umgebung.
→ Pathogens evolve.

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