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Römische Kultur

Die römische Kultur war die Kultur des Römischen Reichs – aufbauend auf der griechischen Kultur und
zum Teil in der byzantinischen Kultur weiterlebend. Ihr Verbreitungsgebiet geht weit über das Römische
Reich hinaus, insbesondere im Zusammenhang mit der lateinischen Sprache und deren Verbreitung im
gesamten mittelalterlichen Europa.

Die „römische Kultur“ ist kein statisches Phänomen, sondern hat sich in der über tausendjährigen
Geschichte des Römischen Reichs entwickelt. Ausgehend von der Stadt Rom bestimmte sie über
Jahrhunderte ein Gebiet, das von Britannia über den gesamten Mittelmeerraum bis ins Zweistromland
reichte, und unterlag Einflüssen aus diesen Gebieten und darüber hinaus.

Inhaltsverzeichnis
Rom
Bäuerliche Anfänge
Einflüsse etruskischer und griechischer Kultur
„Hochkultur“
Römisches Reich
Spätantike
Siehe auch
Einzelnachweise

Rom

Bäuerliche Anfänge

Das Zentrum der römischen Kultur ist die Stadt Rom. Die ältesten und ehrwürdigsten Traditionen wie z. B.
zahlreiche Feste, die Verehrung der Laren und die römischen Tugenden wie Einfachheit, Sparsamkeit,
Ehrlichkeit und Frömmigkeit orientierten sich am bäuerlichen Jahreslauf der italienischen Nachbarn.
Obwohl sie oft nicht mehr verstanden wurden, hielten sich solche Traditionen bis in die Kaiserzeit hinein,
wie beispielsweise die Verarbeitung von Wolle (lanificium) auch durch hochgestellte Frauen, die genug
Sklaven für die Hausarbeit besaßen und sich lieber in Seide kleideten.

Einflüsse etruskischer und griechischer Kultur

Das junge Rom stand unter etruskischen Einflüssen. So gab es auch in etruskischen Städten
Abwasserleitungen wie die Cloaca Maxima, die das Leben zwischen den sieben Hügeln erst ermöglichte,
und auch die ältesten Priesterkollegien wie die Haruspeces und die Auguren sind etruskischer Herkunft.
Diese etruskischen Wurzel wurden jedoch bald von griechischen Einflüssen überdeckt. So war die
etruskische Sprache spätestens in der Kaiserzeit vergessen und Traditionen wie die Wahrsagerei wurden
zwar fortgeführt, aber kaum mehr verstanden.

In der Zeit der frühen Republik beeinflusste die griechische Polis die Regierungsform. Aus Bauern wurden
Bürger. Der römische Götterhimmel nahm die olympischen Götter auf. Die Römische Architektur übernahm
griechische Elemente.

„Hochkultur“

Die Zeit der späten Republik und der frühen Kaiserzeit prägen heute unser Bild der römischen Kultur. Das
Rom, das uns heute vor Augen steht, entstand ab dem 3. vorchristlichen Jahrhundert. Während die Stadt
selbst und ihr politisches Einflussgebiet immer größer wurde, entwickelte sie ihre eigene Kultur. Die
Eroberungszüge brachten Sklaven, welche den Römern schwere Arbeit ersparten. Man besann sich auf die
angenehmen Aspekte des Lebens, auch wenn das von einigen (besonders Stoikern) als „Verweichlichung“
angesehen wurde: Es wurden die ersten Thermen gebaut, Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe dienten zur
Unterhaltung, eine eigene Literatur entstand. Kunst und Musik orientierten sich nach wie vor eher am
griechischen Vorbild. Bei der Rezeption der griechischen Wissenschaft versagten die alten Römer.[1]

Römisches Reich
An der Lebensweise der Hauptstadt orientierte sich das ganze Reich. Seit die Legionen Berufsarmeen
waren, wurden die Veteranen gezielt in den Provinzen angesiedelt, um den besiegten Völkern die römische
Kultur näherzubringen. Ihre Städte wurden nach dem Vorbild Roms mit Foren, Tempeln, Thermen und
Unterhaltungsstätten errichtet. Vor allem in Europa gelang die Assimilation schnell, erleichtert durch die
Verleihung des römischen Bürgerrechts. Selbst die römischen Götter verschmolzen mit den einheimischen.

Andererseits gewann die römische Kultur aus den Provinzen viel Neues, nicht nur, dass Hosen und Bärte,
früher als "barbarisch" abgetan, ab dem 2. Jahrhundert zur Mode wurden. Religion und Philosophie erhielten
Anregungen durch orientalische Kulte wie Mithras und Isis sowie den Platonismus.

Spätantike
Die Ernennung des Christentums zur Staatsreligion bedeutete für viele Aspekte der römischen Kultur das
Aus: Die Tempel wurden abgerissen oder zu Kirchen umgebaut, Vergnügungen verboten, heidnische Bücher
vernichtet oder dem Zerfall preisgegeben. Gleichzeitig zerstörte die Völkerwanderung die Kulturstätten in
den Provinzen des weströmischen Reichs.

Trotzdem prägt die römische Kultur das Leben zumindest in Europa bis heute. Im Byzantinischen Reich
blieb vom alten Rom hauptsächlich die Staatsform, während die westliche Kirche die lateinische Sprache
erhielt. Durch Romanisierung übernahmen viele nichtrömische Völker, insbesondere germanische Völker
westlich des Rheins und südlich der Donau, Elemente römischer Kultur und überlieferten sie so. In der
Regel waren dies Traditionen, Dinge und Strukturen, die aus germanischer und christlicher Sicht als nützlich
und unbedenklich galten. Eine Reihe von Kontinuitäten zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter
lassen sich etwa über die Kultur der Merowinger hin zur sogenannten karolingischen Renaissance
feststellen.

Siehe auch
Lateinische Sprache
Römische Esskultur
Römische Kunst
Römische Architektur
Römische Literatur
Römische Mythologie
Römische Philosophie
Römischer Kalender
Römische Religion
Römische Frauen
Hygiene im Römischen Reich
Völker im römischen Reich
Sprachen im Römischen Reich

Einzelnachweise
1. William H. Stahl: Roman Science. Madison 1962.

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Diese Seite wurde zuletzt am 24. Februar 2020 um 10:01 Uhr bearbeitet.

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