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Aufzug 3 Auftritt

Sittah wundert sich über das eilige Verschwinden von Al-Hafi.


Sie erzählt Saladin von Nathan, da dieser ihn kaum kennt. Nathan sei unglaublich reich und besitze überall im Land
Karawanen und Schiffe zum Handeln.
Sittah überlegt, auf welchem Weg man an Nathans Geld kommen könnte.

Auftritt 4

Ortswechsel: Draußen in der Nähe von Nathans Haus.


Nathan und Recha treffen sich mit Daja, während Recha sich Sorgen macht, den Tempelherrn verpasst zu haben.
Daja berichtet, dass er ganz in der Nähe sei. Kurz darauf sehen sie ihn.
Daja und Recha gehen ins Haus, sodass der Tempelherr nicht von ihnen "verschreckt" wird.

Auftritt 5

Nathan trifft auf den Tempelherrn und beginnt mit diesem zu sprechen.
Der Tempelherr fühlt sich genervt und spielt seine Tat herunter: Sie sei für ihn selbstverständlich gewesen.
Nathan will sich beim Tempelherrn mit seinem Reichtum bedanken, dieser will aber höchstens einen neuen Mantel.
Nathan fügt an, dass auch Recha ihm unendlich dankbar sei. Der Tempelherr beginnt, Nathan mit seinem richtigen
Namen anzusprechen (statt mit "Jude").
Nathan bedankt sich beim Tempelherrn für seine Gutmütigkeit.
Laut Nathan gibt es überall gute Menschen, unabhängig von der Religion. Der Tempelherr bestätigt dies und bewundert
Nathans Aufgeschlossenheit.
Sie beginnen sich beide gut zu verstehen. Der Tempelherr verliert seine Abneigung bzw. sein abweisendes Verhalten
gegenüber Nathan und seiner Familie.
Eilig kommt Daja herbeigelaufen.

Auftritt 6

Daja stößt zu den beiden (Nathan, Tempelherr) hinzu.


Aufgeregt berichtet sie, dass Sultan Saladin mit Nathan sprechen wolle.

Auftritt 7

Nathan und der Tempelherr sind nun wieder alleine.


Nathan berichtet, dass er den Sultan Saladin noch nie persönlich getroffen hat.
Dadurch, dass dieser aber den Tempelherrn begnadigt hat, ist er nun ebenfalls dem Sultan verpflichtet (sonst hätte der
Tempelherr nicht Recha retten können).
Der Tempelherr wartet darauf, dass der Sultan sein Schicksal endgültig entscheidet.
Der Tempelherr teilt Nathan seinen Namen mit: Curt von Stauffen.
Nathan kommt der Nachname bekannt vor. Auch die sonstigen Verhaltensweisen des Tempelherrn erinnern Nathan an
einen "Wolf von Stauffen".
Der Tempelherr geht, Daja kommt.
Auftritt 8

Nathan und Daja reden miteinander.


Nathan erzählt Daja davon, dass der Tempelherr sie bald besuchen komme. Sie solle dies auch Recha sagen.
Er weist sie an, sich in ihrer Aufregung nicht zu anormal zu verhalten.
Al-Hafi kommt.

Auftritt 9

Al-Hafi kommt, er und Nathan sprechen miteinander.


Al-Hafi kommt privat. Er weiß nichts davon, dass der Sultan Nathan zu sich gebeten hat.
Al-Hafi erklärt, dass er alles getan habe, um diese "Einladung" des Sultans abzuwenden. Er befürchtet, dass der Sultan
Nathan finanziell ausbeuten werde.
Al-Hafi will nun nach Indien gehen, um dem Stress zu entkommen. Er lädt auch Nathan ein mitzukommen.
Er erzählt Nathan von dem Schachspiel, das Saladin absichtlich verloren hat.
Al-Hafi findet es unerträglich, nun bei anderen Leuten nach Geld für den Sultan betteln zu müssen.
Al-Hafi geht - und bricht damit auf in Richtung Indien.

Dritter Aufzug, 1 Auftritt

Daja und Recha sind in Nathans Haus.


Da der Tempelherr noch nicht - wie von Nathan versprochen - gekommen ist, macht sich Recha Sorgen. Sie befürchtet,
dass er sie möglicherweise doch nicht besuchen wird.
Daja wünscht sich, dass der Tempelherr Recha nach Europa bringen wird. Sie sei dort besser aufgehoben (in würdigen
Händen, sagt Daja).
Recha will nicht nach Europa, sondern in ihrem Vaterland bleiben.
Sie glaubt nicht, dass Europa würdiger sei oder dass eine Religion über allen anderen Stünde (ähnlich
vernunftsorientierte Position wie Nathan also).
Recha und Daja hören jemanden kommen. Sie vermuten, dass es der Tempelherr ist.

Auftritt 2

Der Tempelherr erscheint und ist nun bei Recha und Daja.
Recha bedankt sich für ihre Rettung bei Gott. Der Tempelherr - so sagt sie - habe nur getan, was er tun musste.
Der Tempelherr ist fasziniert von Recha und wird sichtlich nervöser. Er bittet Daja darum, in Zukunft ein gutes Wort für
ihn bei Recha einzulegen.
Der Tempelherr berichtet, dass er während seiner längeren Abwesenheit zum Berg Sinai reiste.
Sie kommen auf Nathan zu sprechen. Der Tempelherr verabschiedet sich daraufhin plötzlich mit der Begründung, er
müsse sich dringend mit Nathan treffen, andernfalls drohe Gefahr.

Auftritt 3

Recha wundert sich darüber, dass der Tempelherr so plötzlich/überstürzt gegangen ist. Daja versucht sie zu beruhigen.
Recha meint, dass der Tempelherr ihr wichtiger sei als ihr eigenes Leben.
Sie beschreibt, dass sie dem Tempelherrn sein (ehemals) sehr abweisendes/unfreundliches Verhalten verzeihe.
Seit sie ihn gesehen habe, sei sie nun wieder wesentlich ruhiger geworden. Ihr Herz rase nicht mehr bei der bloßen
Erwähnung des Namens des Tempelherrn. Ihr Interesse an dem Tempelherrn ist dadurch aber nicht geringer geworden.
Sie und Daja stellen sich wieder an das Fenster und halten Ausschau.
Auftritt 4

Ort: Audienzsaal
Sittah und Sultan Saladin sind in ihrem Palast und erwarten die Ankunft Nathans.
Saladin macht sich Sorgen: Er ist unerfahren im Verhandeln und in Geldfragen und muss nun gegen Nathan bestehen,
der in beiden Bereichen Experte ist. Außerdem wüssten sie nichts über den Charakter Nathans.
Sittah versucht ihn zu beruhigen: Wenn er geizig/unvernünftig ist, dann würden sie ihn mit Listen überzeugen können,
wenn er es nicht wäre, dann würde er sich sowieso kooperativ zeigen.
Laut Sittah spiele der Eindruck, den Saladin auf Nathan macht, keine Rolle, denn Nathan ist Jude und alle Juden hätten
ohnehin immer eine schlechte Meinung von nicht-Juden (die man nicht verbessern könne).
Saladin will mit Nathan alleine sprechen. Er schickt Sittah daher weg. Dann kommt Nathan.

Auftritt 5

Der Sultan empfängt Nathan freundlich.


Sie kommen auf Nathans Namenszusatz "der Weise" zu sprechen.
Nathan spielt die Bedeutung der Worte herunter und übt sich in Bescheidenheit: Das Volk habe ihm diesen Namen
gegeben. Möglicherweise liege es damit aber falsch, möglicherweise nenne es einfach nur jeden "weise", der es
versteht, geschickt zu seinen eigenen Gunsten zu handeln (und dadurch z.B. reich zu werden).
Sie kommen auf den "geschäftlichen" Teil zu sprechen. Nathan bietet Waren und Informationen über Feinde an.
Die Informationen lehnt Saladin ab, da er diese ohnehin schon besitze und den Handel mit den Waren solle Nathan mit
Sittah besprechen.
Der Sultan fragt Nathan daraufhin - recht überraschend - nach der besseren der drei großen Religionen. Nathan sei
weise genug, um dies zu beurteilen.
Nathan zögert etwas. Der Sultan geht daher in ein Nebenzimmer, um Nathan Zeit zu geben und währenddessen mit
Sittah zu sprechen.

Auftritt 6

Nathan ist allein und hält einen Monolog.


Er wundert sich über das Verhalten des Sultans. Er hatte damit gerechnet, dass der Sultan in erster Linie nach Geld
verlangt.
Er erwägt auch, dass der Wunsch des Sultans nur eine List sein könnte, um ihn positiver zu stimmen und unachtsam zu
machen.
Er überlegt, was er erzählen soll. Er will keine Religion bevorzugen oder benachteiligen.
Er entscheidet sich dazu, eine Märchen zu erzählen. Und warte auf Saladin
Auftritt 7

Achtung, wichtige Szene!


Saladin kommt zurück. Nathan berichtet, dass er bereit wäre, seine Überlegungen vorzutragen.

Nathan erzählt die Ringparabel:

Ein Mann besaß einen magischen, wertvollen Ring geschmückt mit einem Opal, der die Kraft besaß "vor Gott und
Menschen angenehm zu machen".
Der Mann wollte den Ring für immer in der Familie behalten. Er vermachte ihn daher nach seinem Tod demjenigen
seiner Söhne, den er am meisten liebte. Er verfügte außerdem, dass dieser genauso verfahren solle usw. (den Ring also
immer an den jeweils liebsten Sohn vererben).
Eines Tages erbte ein Mann den Ring, der drei Söhne hatte. Alle drei seiner Söhne liebte er aber gleichermaßen - auch
wenn sich ab und an mal kurzfristig einer der drei von den anderen absetzen konnte.
Er versprach den Ring daher allen dreien - was er natürlich nicht einhalten konnte, denn es gab ja nur ein Exemplar.
Er ließ daher einen Künstler zwei völlig gleiche Kopien des Ringes anfertigen und gab schließlich die drei Ringe - unter
ihnen der Echte - an seine Söhne zusammen mit seinem Segen und starb.
Die Folge war absehbar: Die Söhne stritten sich darum, wer den echten Ring hatte, denn wer diesen besaß, der hatte
auch die höchste Stellung im Haus.
Die Söhne gingen vor Gericht. Jeder sagte aus, der Vater habe ihm ganz direkt den Ring versprochen - und könne ihn
nicht angelogen haben. Die anderen Brüder müssten daher lügen.
Der Richter entschied: Der Vater müsse hergeholt werden und aussagen. Da dieser aber bereits tot war, erinnerte er sich
an die magische Wirkung des Ringes. Der echte Ring müsse diese magische Wirkung ausstrahlen.
Er stellt aber auch fest, dass keiner der drei Söhn "angenehm" gegenüber anderen sei, sondern nur gegenüber sich
selbst. Der echte Ring sollte aber das Gegenteil erzeugen. Daher kommt er zu dem Schluss, dass der echte Ring bereits
verloren gegangen ist und alle drei Ringe Kopien seien.
Um dennoch zu beweisen, dass einer der Ringe echt sei, müssten die Söhne nun nach außen hin ihre Liebe gegenüber
anderen Menschen beweisen. Sie müssten darum geradezu wetteifern.
Eines Tages würde dann ein anderer Richter gegenüber den Nachkommen entscheiden, wem dieser Auftrag gelungen
sei.
Der Sultan äußert sich zunächst unzufrieden über diese Geschichte (etwa in der Mitte der Erzählung). Er meint, dass die
Religionen grundverschieden seien, Nathan weist aber daraufhin, dass der Glaube an diese Unterschiede nur auf den
Erzählungen der Vorfahren gründet.
Der Sultan hört danach wieder interessierter zu.
Am Ende der Geschichte ist er vollends begeistert. Er bewundert Nathans Weisheit und streitet entschieden ab, dass er
dieser zweite Richter aus der Geschichte sein wolle.
Saladin will mit Nathan Freundschaft schließen.
Nathan bietet Saladin Geld für einen drohenden Krieg an, Saladin reagiert misstrauisch.
Sie kommen auf den Tempelherrn zu sprechen. Saladin äußert, dass dieser seinem Bruder ähnelt. Auch die Rettung
Rechas würde auf einen ähnlichen Charakter hindeuten.
Saladin weist Nathan an, den Tempelherrn zu holen. Nathan geht ab, Saladin geht zu seiner Schwester Sittah.

Auftritt 8

Der Tempelherr läuft unter den Palmen in der Nähe des Klosters herum.
Er ist sehr unruhig und denkt darüber nach, wie er plötzlich aus dem Haus "geflohen" ist.
Er gesteht sich schließlich ein, dass er Recha liebt, obwohl diese eine Jüdin sei und er selbst Christ.
Er ist der Ansicht, dass er durch die Begnadigung Saladins auf eine gewisse Weise neu geboren wurde. Nun können er
auch die Vorurteile gegenüber Christen, die ihm vor dieser neuen Geburt beigebracht wurden, vergessen.
Er erinnert sich an seinen Vater und fühlt ihm mit seiner neuen, toleranten Einstellung verbundener.
Der Tempelherr sieht Nathan kommen.
Auftritt 9

Nathan trifft auf den Tempelherrn.


Er berichtet diesem, dass der Sultan ihn sehen wolle. Vorher wolle Nathan aber noch kurz ins Haus und der Tempelherr
solle mitkommen.
Der Tempelherr erzählt davon, dass er bei Recha war. Er will nun nicht mehr zu ihr (und nicht mehr ins Haus), sofern er
nicht die Garantie bekäme, dass er sie immer sehen dürfe (heißt: er bittet darum, sie heiraten zu dürfen).
Der Tempelherr bezeichnet Nathan als "Vater" und erwartet, dass Nathan ihn entsprechend "Sohn" nennt (dies würde
heißen, dass Nathan die Heirat akzeptiert).
Nathan drückt sich aber um die Bezeichnung "Sohn", stattdessen verwendet er andere, freundliche Formulierungen.
Bevor er dem Heiratsantrag stattgibt, will er noch mehr über die Vergangenheit des Tempelherrn wissen. Der Tempelherr
erzählt, dass sein Vater "Conrad" hieß und, dass er ein uneheliches Kind sei.
Nathan geht kurz ins Haus, der Tempelherr wartet solange draußen auf ihn.

Auftritt 10

Der Tempelherr ist zornig und verwirrt über Nathans Ablehnung des Heiratsantrages.
Daja hat sich inzwischen heimlich dazugeschlichen. Nun reden der Tempelherr und Daja miteinander - außerhalb des
Sichtfeldes von Nathan.
Daja bietet einen Tausch an: Ein Geheimnis, das sie kennt, gegen eines das nur der Tempelherr kennt.
Mit dem Geheimnis des Tempelherrn meint sie, dass er Recha liebt. Das hat Daja nämlich inzwischen anhand seines
auffälligen Verhaltens bemerkt.
Der Tempelherr äußert, dass es eigentlich Unsinn sei, dass er als Christ eine Jüdin liebe.
Daja meint, dieser Weg sei von Gott vermutlich so bestimmt worden - er verstünde es jetzt nur noch nicht.
Der Tempelherr gibt seine Liebe zu. Daja will von ihm, dass er Recha bald heiratet und nach Europa bringt.
Der Tempelherr meint aber, dass er dies nicht versprechen könne, da Nathan für die Ehe zuerst seine Erlaubnis geben
müsse.
Der Tempelherr erzählt Daja davon, dass er Nathan bereits um die Heiratserlaubnis gebeten hat, dieser aber der
Entscheidung auswich. Daja verwundert dies (sie hatte erwartet, dass Nathan der Heiratsantrag erfreut).
Daja offenbart daraufhin, dass Recha in Wirklichkeit eine Christin ist. Ihre ebenso christlichen Eltern hätten
sie getauft und Nathan sei nicht ihr richtiger Vater. Er habe ihr auch nie von ihrer wahren Vergangenheit erzählt und sie
als Jüdin großgezogen.
Der Tempelherr zeigt sich bestürzt darüber - und verwundert zugleich. Er hätte nicht erwartet, dass Nathan so handeln
könnte.
Daja weist den Tempelherrn an, Nathan nichts von dem Gespräch zu erzählen. Sie will Nathan sagen, dass der
Tempelherr beim Sultan auf ihn wartet. Zum Schluss vergewissert sie sich noch, dass der Tempelherr sie zusammen mit
Recha nach Europa mitnehmen wird, sollte sich die Gelegenheit dazu bieten.

Vierter Aufzug ,1 Auftritt

Der Tempelherr geht ins das Kloster. Dort trifft er den Klosterbruder wieder, der ihm im ersten Akt den Auftrag des
Patriarchen überbrachte.
Der Klosterbruder erinnert sich an dieses Gespräch. Er war froh darüber, dass der Tempelherr den Auftrag nicht annahm.
Nun denkt er, der Tempelherr sei gekommen, weil er es sich anders überlegt habe und den Auftrag doch noch annehmen
wolle.
Der Tempelherr verneint dies. Er wolle zum Patriarchen, um diesen in einer Angelegenheit um Rat zu fragen.
Der Klosterbruder ist über die Absicht des Tempelherrn verwundert, lässt ihn aber ausreden.
Bevor der Klosterbruder den Patriarchen holen kann, kommt dieser bereits (durch Zufall) den Weg entlang.
2 Auftritt
Ort: Kreuzgänge des Klosters
Der Patriarch kommt mit viel Prunk und "Tamm Tamm" herbeigelaufen.
Abseits seines Gefolges und des Klosterbruders beginnen er und der Tempelherr ein Gespräch.
Der Patriarch lobt den Tempelherrn zunächst als fromm und tapfer. Der Tempelherr erklärt, dass er den Rat des
Patriarchen brauche.
Der Tempelherr stellt sein Problem als Hypothese dar: Angenommen ein Mann ziehe ein Kind im Glauben es sei eine
Jüdin auf, obwohl es in Wirklichkeit eine Christin sei - wie solle man dann verfahren sobald man davon erfährt?
Dem Patriarchen schaudert es bei dieser Beschreibung. Er will wissen, ob diese Hypothese frei erfunden es, oder eine
wahre Grundlage hat.
Der Tempelherr gibt keine Antwort darauf. Stattdessen meint er, dass dies gleichgültig sei.
Der Patriarch urteilt, dass der Jude in diesem Fall nach kaiserlichem und päpstlichem Recht auf dem Scheiterhaufen
verbrannt werden müsse.
Auch die Möglichkeit, dass der Jude das Mädchen durch die Adoption vor dem Elend bewahrt haben könnte, oder, dass
er es vernunftsorientiert/aufklärerisch (also nicht speziell jüdisch) aufgezogen haben könnte, tue nichts zur Sache. Der
Jude müsse in jedem Fall verbrannt werden, komme was wolle.
Der Tempelherr will gehen, wird aber vom Patriarchen aufgehalten. Der Patriarch will einen Namen hören.
Der Tempelherr sagt keinen. Der Patriarch erwägt daher, direkt zum Sultan zu gehen und bei diesem Druck zu machen.
Als er erfährt, dass der Tempelherr bereits vom Sultan eingeladen wurde, rudert er aber wieder etwas zurück.
Sobald der Tempelherr gegangen ist, weist der Patriarch den Klosterbruder dazu an, der Sache auf den Grund zu gehen.

Auftritt 3

Sittah und Saladin sind in einem Zimmer in ihrem Palast.


Sklaven bringen gerade das Geld von Nathan herbei.
Saladin fragt sich, wo Al-Hafi bleibt und was er mit dem ganzen Geld machen soll. Die eine Hälfte des Geldes überlässt
er sofort Sittah. Die andere überlegt er, seinem Vater zu geben.
Er will das Geld lieber nicht bei sich belassen, da er genau weiß, wie verschwenderisch er ist.
Sittah berichtet, dass sie ein Bild von ihrem (und Saladins) Bruder Assad gefunden hat.
Saladin erinnert sich, wie Assad gestorben ist: Eines Morgens ritt er aus und kam nie wieder zurück. Seine Schwester
Lilla wollte ihn eigentlich nicht losreiten lassen, Saladin erlaubte es aber.
Wenig später starb Lilla vor Gram. Sie hatte Saladin seine Erlaubnis nie verziehen.
Sittah will sich mit dem Bild in der Nähe hinsetzen und es mit dem Tempelherrn vergleichen. Kurz darauf erscheint
dieser.

Auftritt 4
Saladin und der Tempelherr sprechen miteinander.

Saladin versichert dem Tempelherrn, dass dieser frei sei. Der Tempelherr fühlt sich aber dem Sultan verpflichtet
Saladin ist fasziniert vom Charakter des Tempelherrn und fühlt sich vollends an seinen Bruder Assad erinnert, der sich
ganz ähnlich verhielt.
Der Sultan bittet den Tempelherrn darum, fortan am Hof zu bleiben. Der Tempelherr verspricht dies zu tun.
Sie kommen auf Nathan und Rechas Rettung zu sprechen. Saladin bewundert das Verhalten des Tempelherrn bei der
Rettung. Der Tempelherr selbst reagiert eher gefühlslos/kalt - insbesondere sobald Nathan angesprochen wird.
Der Tempelherr erwähnt, dass er argwöhnisch gegenüber Nathan sei. Er erzählt von der jüdischen Erziehung Rechas,
die eigentlich eine Christin ist und davon, dass sie nur Nathans Adoptivtochter sei.
Er zeigt außerdem deutlich, dass er wütend über Nathans Verhalten sei, die Heirat mit Recha nicht sofort zu gewähren.
Zusätzlich nagt an ihm der Glaube, es wäre naiv gewesen zu meinen, dass Nathan wirklich so offen einer Beziehung
zwischen dem Tempelherrn und Recha gegenüberstehen würde, wie es Anfangs schien.
Der Sultan ist verwundert über Nathans Verhalten. Er will ihn aber nicht sofort verurteilen, da Nathan zu seinem
Freundeskreis dazuzählt. Daher plant er, zwischen dem Tempelherrn und Nathan zu vermitteln, um die Angelegenheit zu
klären.
Bevor er geht, berichtet der Tempelherr noch, dass er bereits den Patriarchen aufgesucht hat. Saladin zeigt sich darüber
entrüstet.
Auftritt 5

Der Tempelherr ist gegangen, nun sprechen Saladin und Sittah miteinander.
Sittah erkennt die Ähnlichkeit zwischen Assad und dem Tempelherrn an. Sie meint sogar, dass der Tempelherr für das
Bild Modell gestanden haben könnte, welches eigentlich Assad zeigt.
Saladin bedauert, dass er den Tempelherrn nicht nach seinen Eltern gefragt hat. Er glaubt, dass der Tempelherr
möglicherweise ein Sohn Assads sein könnte, denn Assad war bekannt als "Schürzenjäger" unter christlichen Frauen.
Sittah und Saladin stimmen darin überein, dass Nathan dem Tempelherrn Recha überlassen muss.
Sittah schlägt vor, Recha an den Hof zu holen, um sie kennenzulernen und um Nathan die Entscheidungsgewalt über sie
zu entziehen. Saladin willigt ein.
Saladin wundert sich, wo Al-Hafi bleibt.

Auftritt 6

Daja und Nathan sind in Nathans Haus dabei, die Waren auszupacken, die Nathan von seiner Reise mitgebracht hat.
Daja sieht ein Kleid, das sich prächtig als Brautkleid eignen würde. So kommen sie auf das Thema "Recha und der
Tempelherr".
Daja wirft Nathan vor, Recha nicht christlich zu erziehen. Sie betrachtet dies als Sünde, die sie nicht länger geheim
halten könne. Das Auftreten des Tempelherrn sei eine göttliche Chance, um Recha wieder unter Christen zu bringen - wo
sie laut Daja hingehöre. Nathan müsse nun endlich der Heirat zustimmen.
Nathan meint, dass er den Tempelherrn schätzt und gerne als Rechas Ehemann sehen würde. Es gebe allerdings noch
eine Sache, die er vorher klären wolle, daher bittet er um noch etwas Geduld.
Der Klosterbruder kommt. Nathan schickt Daja los, um ihn zu empfangen und um zu klären, was er will.
Während Daja weg ist äußert Nathan, dass er dem Tempelherrn gerne sagen würde, weshalb er noch etwas Geduld
verlangt und welches Problem bzw. welche Frage ihn beschäftigt. Würde er dies aber tun, dann würde er vermutlich nur
noch falsche Antworten auf seine Fragen erhalten und somit das Problem nicht klären - daher die Geheimnistuerei.
Daja kommt zurück und erzählt, dass der Klosterbruder mit Nathan sprechen wolle.

Auftritt 7

Nathan und der Klosterbruder beginnen ein Gespräch miteinander.


Nathan empfängt den Klosterbruder freundlich. Während sich der Klosterbruder noch an Nathan erinnern kann, weiß
Nathan nicht genau, wen er vor sich hat, entschuldigt sich dafür aber.

Der Klosterbruder beginnt daher ihre gemeinsame Geschichte zu erzählen:

Vor 18 Jahren diente er kurzfristig einem Herrn namens "Wolf von Filnek".
Dieser hatte eine Tochter im Alter eines Babies. Die Mutter war (anscheinend) bereits kurz nach der Geburt gestorben.
Eines Tages musste der Mann plötzlich nach Gaza. Dorthin konnte er aber sein Kind nicht mitnehmen.
Er schickte daher einen Boten mit dem Kind zu Nathan los, der zu diesem Zeitpunkt in Darun war.
Der Klosterbruder war dieser Bote. Er übergab das Kind wie geplant an Nathan.
Der Mann starb einige Zeit später in Askalon, daher musste Nathan fortan für das Kind sorgen - das Kind war also
Recha.

Nathan ergänzt noch einige Fakten dazu:


Er kannte den Mann, der ihm das Kind schickte, offenbart gut. Dieser habe ihm sogar einige Male das Leben gerettet.
Nur kurz bevor der Klosterbruder bei ihm eintraf, hatten Christen Nathans Familie - seine Frau und alle sieben Söhne -
brutal ermordet. Dazu brannten sie das Haus von Nathans Bruder in Gath ab, wo sich diese vor den christlichen
Verfolgern verstecken wollten.
Nathan trauerte daraufhin mehrere Tage lang in der Asche des abgebrannten Hauses und verwünschte die Christen. Am
Ende besann er sich aber und wertete den Verlust als eine Probe Gottes. Er sah ein, dass mordende Menschen in allen
Religionen vertreten seien.
Kaum war er zu diesem Schluss gekommen, erschien plötzlich der Klosterbruder mit dem Kind - als wäre dies ein
göttliches Zeichen gewesen. (weiter mit der zsm)
Der Klosterbruder berichtet zusätzlich bereits am Anfang des Gesprächs, dass der Patriarch ihn losgeschickt hat, um
nach dem Juden zu suchen, der ein christliches Kind aufgezogen hat.
Nathan misstraut dem Klosterbruder zunächst etwas, erzählt ihm aber dann doch von Recha als sich der Klosterbruder
sehr tolerant und verständnisvoll zeigt. Nathan habe laut dem Klosterbruder kaum eine andere Wahl gehabt, als Recha
als seine eigene - jüdische - Tochter auszugeben, wenn er sie angemessen erziehen wollte.
Nathan will gegen Ende des Gesprächs mehr über Rechas Eltern erfahren. Der Klosterbruder meint, dass Nathan
durchaus richtig mit der Vermutung liegen könnte, dass Rechas Mutter eine "von Stauffen" war und ihr Bruder Conrad
von Stauffen hieß.
Er erinnert sich daran, dass Rechas Vater ein Buch besaß, das der Klosterbruder nach dessen Tod an sich nahm. In
diesem waren verschiedene Verwandte des Vaters aufgelistet. Der Klosterbruder geht los, um es Nathan zu holen.
Sobald der Klosterbruder weg ist, fragt sich Nathan, wer dem Patriarchen von Rechas wahrer Religion erzählt haben
könnte. Er vermutet Daja.

Auftritt 8

Daja kommt eilig herbeigelaufen.


Sie berichtet aufgeregt, dass Sittah Boten zu Recha geschickt habe.
Nathan ist verwundert darüber. Er fragt nach, ob es nicht die Boten des Patriarchen seien und ob Daja diesem nichts
erzählt habe.
Daja verneint beides: Die Boten kämen von Sittah und sie habe dem Patriarchen nichts erzählt.
Nathan will die Sache klären und geht los.
Daja ist kurz alleine. Sie äußert ihre Befürchtung, dass der Sultan Saladin Recha heiraten wolle, um besseren Kontakt
zu Nathan zu haben. Sie ist daher der Ansicht, dass sie Recha schnell von ihrer christlichen Vergangenheit erzählen
müsse, um die erwägte Heirat mit dem Tempelherrn psychologisch abzusichern.

Fünfter Aufzug, 1 Auftritt

Saladin ist in seinem Palast bei dem von Nathan geschickten Geld und fragt sich wieder, wo wohl Al-Hafi ist.
Ein Mameluck kommt herein und berichtet dem Sultan, dass das Geld aus Ägypten nun angekommen ist (insgesamt
sieben Jahre Tribut waren noch zu zahlen).
Saladin will sparsam sein und gibt dem Mamelucken kein Geschenk als Dank für die Nachricht. Daraufhin geht der
Mameluck wütend.
Saladin ist anschließend der Auffassung, dass es unsinnig sei, nach so langer Zeit nun sparsam werden zu wollen.
Ein zweiter Mameluck kommt herein und bringt die selbe Nachricht. Diesem gibt er ein Geschenk als Dank.
Ein dritter Mameluck kommt herin und berichtet, dass Emir Mansor angekommen ist (der Anführer der Karawane).
Saladin weist an, dass dieser zu ihm gebracht werden soll.

Auftritt 2

Saladin spricht mit dem Emir Mansor.


Mansor berichtet, dass man erst in Thebais Unruhen beruhigen musste, bevor man mit dem Geld abziehen konnte.
Daher hat es länger als erwartet gedauert, bis dieses beim Sultan angekommen ist.
Saladin weist Mansor an, das Geld weiter in den Libanon zu transportieren, wo Saladins Vater mit Geldnot zu kämpfen
hat. Sie sollen aber möglichst versteckt reisen, um den Tempelherren nicht zu sehr aufzufallen (Saladin befürchtet einen
Überfall).

Auftritt 3

Der Tempelherr läuft vor Nathans Haus umher und hält einen Monolog.
Er wundert sich, was in ihm vorging als er den Patriarchen aufsuchte und gesteht sich ein, dass er überreagiert hat. Er
befürchtet außerdem, dass seine Handlungen durch seine Vorurteile gegen Juden hervorgerufen wurden.
Der Tempelherr urteilt, dass Nathan durch seine Hingabe gegenüber Recha die Position eines wahren Vaters
eingenommen habe - und damit auch mit diesem gleichzusetzen sei. Entsprechend hätten Rechas wahre Eltern den
Anspruch auf sie verloren.
Der Tempelherr ist außerdem der Auffassung, dass die jüdische Erziehung Recha sogar interessanter gemacht hat. Er
glaubt, wäre sie christlich erzogen worden, hätte er sich kaum bis gar nicht für sie interessiert.
Er fragt sich zusätzlich, ob Daja ihm überhaupt die Wahrheit erzählt hat und wie er wohl auf den Sultan gewirkt haben
muss als er diesem von seinem Problem berichtete.
Er sieht daraufhin Nathan mit dem Klosterbruder aus seinem Haus kommen und spekuliert, dass Nathan bereits über
sein Gespräch mit dem Patriarchen informiert ist - möglicherweise gar an den Patriarchen verraten wurde.

Auftritt 4

Nathan kommt mit dem Klosterbruder aus seinem Haus heraus.


Aus ihrem Gespräch geht hervor, dass der Klosterbruder inzwischen das Buch von Rechas Vater geholt und Nathan
gegeben hat.
Nathan meint, dass sich der Klosterbruder keine Sorgen um ihn machen solle. Selbst dann, wenn der Patriarch ihn nun
finden sollte, würde er die Art wie er Recha erzogen hat nicht bereuen.
Der Klosterbruder erzählt ihm davon, dass es der Tempelherr war, der den Patriarchen gegen ihn aufgehetzt hat. Nathan
ist darüber etwas verwundert und enttäuscht.
Nathan deutet an, dass ihm das Buch von Rechas Vater sehr weiterhilft. Er will nun damit direkt zum Sultan gehen.
Sobald der Klosterbruder weg ist äußert Nathan, dass er nun erleichtert darüber ist, keine Geheimnisse mehr für
bewahren zu müssen (Geheimnisse über Rechas Herkunft und darüber, warum er der Heirat nicht zugestimmt hat).

Auftritt 5

Der Tempelherr fängt Nathan ab sobald dieser das Haus verlassen hat.
Der Tempelherr berichtet davon, dass Saladin ihn und Nathan sehen will. Da Nathan ohnehin plante zum Sultan zu
gehen, kommt ihm dies gelegen.
Sie kommen zunächst auf den Klosterbruder und dann auf den Patriarchen zu sprechen. Nathan deutet an, was der
Klosterbruder ihm über den Tempelherrn erzählt hat.
Daraufhin gesteht der Tempelherr seinen Besuch beim Patriarchen. Er versucht sich dafür zu entschuldigen, gibt aber
auch zu, dass sein Verhalten ungerechtfertig war. Es sei aber eine Lüge wenn der Klosterbruder behaupte, dass der
Patriarch bereits Nathans Namen kenne - noch tappe dieser im Dunkeln, welchen Juden er bei seinem Besuch gemeint
haben könnte.
Der Tempelherr schlägt vor, dass Nathan der Heirat zustimmen sollte. Auf diesem Weg wäre Recha nämlich vor dem
Patriarchen geschützt - dieser will sie laut dem Tempelherrn in ein Kloster bringen lassen.
Nathan meint, dass er die Entscheidung für oder gegen die Heirat nicht treffen könne. Der Tempelherr solle sich an
Rechas Bruder wenden, der nun gefunden worden sei.
Als der Tempelherr von einem Bruder Rechas hört befürchtet er, dass dieser sie zu sich holt und "verchristlicht", wodurch
sie die Eigenarten ihres Charakters verlieren würde.
Nathan versucht den Tempelherrn zu beruhigen und bleibt optimistisch.
Er erzählt dem Tempelherrn, dass Recha bei Sittah sei und dass sie dort auch Rechas Bruder fänden. Sie gehen
daraufhin los in Richtung des Palasts des Sultans.

Auftritt 6

Recha ist im Harem von Sittah. Sittah begrüßt Recha schmeichelnd und freundlich.
Sie kommen auf das Thema "lesen" zu sprechen. Recha erklärt, dass sie kaum lesen könne - für Bücher würde es
jedenfalls nicht reichen. Dies läge daran, dass Nathan nicht viel von Büchern hielte. Was sie wisse, das habe sie alles
von Nathan gelernt.
Sie vermutet, dass auch Sittah bisher nicht viele oder gar keine Bücher gelesen hat, da sie sich recht natürlich verhält
und laut Nathan diese natürliche Art mit der Zeit verschwinde, wenn man Bücher liest. Sittah bestätigt, Rechas
Vermutung und Nathans Meinung über Bücher.
Recha beginnt zu weinen und wirft sich Sittah vor die Füße. Der verwunderten Sittah sagt sie, dass Daja versuche, ihr
Nathan als Vater zu nehmen und durch einen anderen (christlichen) auszutauschen.
Auf Nachfrage erzählt sie mehr über Daja: Daja habe sie in ihrer Kindheit gepflegt und sich um sie gekümmert wie eine
Mutter. Sie sei aber eine christliche "Schwärmerin" und glaube, dass das Christentum der einzig wahre Weg sei.
Recha berichtet außerdem davon, dass Daja sie auf dem Weg hin zum Palast des Sultans durch einen christlichen
Tempel geführt und ihr dort davon erzählt habe, dass sie in Wirklichkeit eine Christin sei - und Nathan nicht ihr wahrer
Vater.
Saladin kommt daraufhin herein.

Auftritt 7

Saladin kommt zu Recha und Sittah herein. Recha sitzt noch immer auf ihren Knien und schaut herab.
Recha erzählt Saladin davon, dass sie Nathan als Vater behalten wolle und dieser nicht durch denjenigen ausgetauscht
werden soll, der ihr leiblicher Vater ist.
Saladin versucht sie zu beruhigen. Er meint, dass Nathan wesentlich eher das Recht habe sich als Rechas Vater zu
bezeichnen als ihr leiblicher Vater.
Saladin will wissen, woher sie die Geschichte vom wirklichen Vater hat. Recha erzählt, dass Daja es erzählt habe und
diese wisse es wiederum von ihrer (also Rechas) Amme.
Saladin meint, wenn sich die beiden Väter um Recha streiten, dann könnte sie auch einfach ihn als Vater nehmen.
Besser aber noch wäre es, wenn sich sich nach einem Ehemann umschaut und nicht nur nach einem Vater.
Saladin erzählt davon, dass er Nathan und "einen Mann" eingeladen habe (also Nathan und den Tempelherrn). Eine
Sklavin kommt daraufhin herein und berichtet, dass sie angekommen sind.

Auftritt 8

Nathan und der Tempelherr kommen zu Saladin, Sittah und Recha hinzu.
Nathan sieht, dass Recha geweint hat. Er geht auf sie zu und versucht sie beruhigen. Da er ahnt, dass Daja ihr ihre
Vergangenheit offenbart hat, versichert er ihr, ihr Vater zu bleiben.
Recha beruhigt sich wieder und wird glücklicher. Der Tempelherr ist enttäuscht darüber - sie sollte noch Angst darum
haben, ihn zu verlieren. Er glaubt daher, dass sie ihn vermutlich nie wirklich geliebt hat.
Sittah und Saladin wollen Recha und den Tempelherrn nun zusammenbringen. Nathan hält sie auf. Für eine etwaige
Verbindung müssten sie vorher noch die Einwilligung von Rechas Bruder erhalten.
Nathan meint, der Tempelherr hieße nicht wirklich Curt von Stauffen, sondern "Leu von Filnek". Curt von Stauffen sei
lediglich der Name seines Onkels. Von diesem wurde er aufgezogen als die Eltern Deutschland verließen und ihren
Sohn zurückgelassen haben. Sein Vater wiederum hieß "Wolf von Filnek", war ein Freund Nathans und kam nicht
ursprünglich aus Deutschland. Mit der Mutter des Tempelherrn war er aber vermählt.
Nathan offenbart dann, dass der Tempelherr Rechas Bruder ist (die Eltern des Tempelherrn bekamen ein Kind, das sie
Nathan überließen, vgl. Akt 4). Rechas richtiger Name sei "Blanda von Filnek".
Der Tempelherr und Recha reagieren nicht negativ auf die Nachricht. Sie sind eher erfreut darüber, Bruder bzw.
Schwester "gefunden" zu haben.
Saladin will es erst kaum glauben, ist dann aber dennoch gerührt, genauso wie Sittah.
Saladin spricht daraufhin mit Nathan unter vier Augen. Er will sich vergewissern, dass "Wolf von Filnek" (Vater von
Recha/Tempelherr) wirklich nicht aus Europa kam.
Nathan bestätigt dies. Er kann aber nicht genau sagen, woher Wolf von Filnek kam. Er weiß nur, dass dieser am liebsten
Persisch gesprochen hat. Nathan gibt Saladin daraufhin das Buch, das er vom Klosterbruder erhalten hat und das
Handschrift von Wolf von Filnek enthält.
Saladin hört aufgeregt zu, schlägt dann schnell das Buch auf und erkennt sofort an der Handschrift: Wolf von Filnek war
in Wirklichkeit sein Bruder Assad.
Damit sind Recha und der Tempelherr die Neffen von Saladin. Dieser verkündet sofort die frohe Botschaft. Alle umarmen
sich und sind quietschvergnügt. Ende.