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Terminplanung in der Praxis

Vorlesung Projektmanagement
ETH Zürich, Institut für Bau- und Infrastrukturmanagement
30.10.2015
Dr.-Ing. Stefan Irngartinger
Themen

Planung der Planung:


• Planungsaufgaben in den einzelnen Projektphasen
• Abhängigkeiten zwischen den Projektphasen
• Abschätzung der Vorgangsdauern
• Terminplanung

Planung des Bauvorgangs:


• Abhängigkeiten zwischen einzelnen Tätigkeiten
• Abschätzung der Vorgangsdauern
• Terminplanung
Firmenvorstellung

Dienstleistungsunternehmen: Ingenieur- und Planerleistungen


Aktiengesellschaft zu 100% im Besitz des leitenden Personals
Beteiligungen: Geologix AG, Entro Architekten AG
ca. 200 Mitarbeitende (v. a. Ingenieure und Konstrukteure)
Jahresumsatz ca. CHF 30 Mio.
Gründungsjahr: 1997 (früher Balzari & Schudel AG, noch früher bbs)

170 Mitarbeitende 20 Mitarbeitende 10 Mitarbeitende


Drei Geschäftsfelder

Umfassende Gesamtlösungen
Massgeschneiderte interdisziplinäre Projektteams
Generalisten
Von Projektidee über Projektierung, Realisierung
bis zum Betrieb
Gebäude und Areale

Erneuerung Pferdeklinik Wankdorf City, Twist Again ESP Thun Nord, Richtplan Verkehr und
UeO Ringstrasse

Poly-Areal, Laupen Jungfraujoch, Gletscherrestaurant Jupiterstrasse, Instandsetzung


Wohnhochhaus
Verkehrsanlagen

Tram Hardbrücke, Zürich

N12 Viadukt Weyermannshaus Flughafen Zürich, The Circle

Gesamtverkehrskonzept Luzern

N06 PUN Wankdorf - Muri Bahnhof Bern, Publikumsanlagen und


RBS Tiefbahnhof
N05 Westast Biel
Umwelt, Energie, Wasser

Umweltbaubegleitung Kraftwerk Schwanden Wärmeverbund Nord, Münsingen Renaturierung Worble

Umsetzung GEP-Massnahmen in Twann- Erdgasleitung Thun - Interlaken Wirbelfallschacht - Bern


Tüscherz
Unsere Mission
zur Person
Dr.-Ing. Stefan Irngartinger, 1976
Ausbildung:
- Dipl. Bauingenieur TU München, 2001
- Promotion zum Dr.-Ing. TU München, 2007

Berufserfahrung:
- TU München, Zentrum Geotechnik 2001 – 2007
- Geotechnisches Institut AG, Bern 2007 – 2009
- B+S AG, Bern 2009 – heute

Berufliche Stellung:
- Experte Geotechnik, Projektleiter
Referenzen
− BLS AG: Neubau Tunnel Rosshäusern 2009 – heute
− SBB: Hangsicherung Roggwil-Wynau 2009 – 2012
− ASTRA: EP Rubigen – Spiez 2010 – heute
− ASTRA / Kanton Bern: Biel – Westast 2013 – heute
− Stadt Bern: Kanalisationsersatz / Mikrotunneling 2012 – heute
− diverse Experten- / Prüf-Mandate Geotechnik
− diverse Baugruben / Fundationen
− Mitglied Normenkommission SIA 267
Neubau Tunnel Rosshäusern

• Tunnellänge 2.1 km
• Sprengvortrieb in der Molasse
• Planung seit 2007
• Ausführung seit 2012
• Inbetriebnahme 2018
• Gesamtkosten ca. 200 Mio. CHF
Neubau Tunnel Rosshäusern

Umbau Station
offene Strecke Tunnel inkl. Portale
Notausstieg

Verkehr
Materialbewirtschaftung
Umweltaspekte
Projektphasen nach SIA 112 / 103
1 strategische Planung
2 Vorstudien, Machbarkeitsstudien
3 Projektierung
31 Vorprojekt

± 5 Jahre
32 Bauprojekt
33 Auflageprojekt, Bewilligungsverfahren
4 Ausschreibung
5 Realisierung
51 Ausführungsprojekt
52 Ausführung (Bauleitung)
53 Inbetriebnahme
6 Bewirtschaftung
Rollenverteilung Projektierung / Realisierung

Bauherr • Auftraggeber Phase 1 bis


Phase 6
• definiert Anforderungen
• agiert übergeordnet

Planer • Ingenieurbüro Phase 3 bis


Projekt- • projektiert das Bauvorhaben Phase 5
verfasser (teilweise
• setzt die Anforderungen des Bauherrn Phasen 2, 6)
planerisch um
• stellt normative Anforderungen sicher

Unternehmer • Baufirma Phase 4 und


• bewirbt sich für einen Auftrag Phase 5

• realisiert das Bauvorhaben


Vorprojekt

• Ideen der Vorstudien werden konkretisiert


• Meinungsbildung ist konsolidiert
• konkretes Projekt steht

Was muss seitens Projektierung geleistet werden,


um diese Ziele zu erreichen?
Vorprojekt
Organisation und Administration
• Projektorganisation und Gesamtkoordination
• Bewerten der Risiken
• Prüfen der Bewilligungsfähigkeit / Vorabsprache mit Behörden
• Sitzungswesen

Beschrieb und Visualisierung


• Aufarbeiten der Grundlagen
• evtl. Veranlassung weiterer Grundlagen
• Nutzungsvereinbarung (Projektbasis)
• Ausarbeiten von Lösungsvarianten
• Herbeiführen von Variantenentscheiden
• Berichte, Pläne, statische Berechnungen, …
Vorprojekt

Kosten und Finanzierung


• Überwachung / Abrechnung Projektierungskosten
• Zusatzleistungen / Nachtragswesen
• Kostenvoranschlag ± 15 % (Hochbau) bis ± 20% (Tiefbau)

Termine
• entscheidungsorientiertes Terminprogramm über Teilphase
• Gesamtterminprogramm
• mögliches Realisierungsprogramm
Vorprojekt – Beispiel Variantenstudium

Sanierung Tunnel Sanierung Tunnel


V= 90km/h in beiden Richtungen befahrbar V= 90km/h in Richtung Neuchâtel-Bern

Sanierung bestehender
Neuer Tunnel einspurig Neuer Tunnel einspurig
V= 160km/h in beiden Richtungen befahrbar V= 160km/h in Richtung Bern-Neuchâtel

Tunnel
Variante 1 Variante 3

Aufhebung bestehender Tunnel Aufhebung bestehender Tunnel

Aufhebung bestehender
Neuer Tunnel zweispurig Neuer Tunnel einspurig
V= 160km/h in beiden Richtungen befahrbar V= 160km/h in beiden Richtungen befahrbar

Tunnel

Variante 2 = Bestvariante Variante 4


Vorprojekt – Beispiel Detailierungsgrad
Vorprojekt – Beispiel Gesamtterminplan
Vorprojekt – Projektierungsprogramm

3. Grundlagen- 1. Meilensteine
ermittlung definieren

2. Bauherr
berücksichtigen
Vorprojekt - Zusammenfassung
Ziel:
• Varianten sind evaluiert
Der Bauherr weiss, was er will!
• Projekt ist definiert

Terminplanung:
• Arbeitspakete definieren
• Meilensteine und Zwischentermine definieren
• Zeiten für Bauherrenentscheide berücksichtigen
• Grundlagenermittlung abschätzen
zur Verfügung stehende Zeiten ergeben sich automatisch
Zeiten Bauherr / ergänzende Grundlagen sinnvoll nutzen
• Puffer: über Projektdauer verteilen / mehrere kurze Pufferzeiten
Bauprojekt
Ziel:
• Projekt wird konkret ausgearbeitet
• Detailvarianten werden studiert
• Projektoptimierungen werden geprüft

Beispiel: Detailierungsgrad Tunnel Rosshäusern Westportal

Vorprojekt
Bauprojekt – Beispiel Detailierungsgrad
Bauprojekt
Organisation und Administration
• Aktualisieren der Projektorganisation und Gesamtkoordination
• Bewerten der Risiken
• Prüfen der Bewilligungsfähigkeit / Vorabsprache mit Behörden
• Sitzungswesen

Beschrieb und Visualisierung


• Aktualisieren der Grundlagen
• Aktualisieren von Nutzungsvereinbarung und Projektbasis
• Ausführungs- und Detailvarianten
• Planung Bauvorgang und Baulogistik
• Dimensionierung, Materialisierung
• Berichte, Pläne, statische Berechnungen, …
Bauprojekt

Kosten und Finanzierung


• Überwachung / Abrechnung Projektierungskosten
• Zusatzleistungen / Nachtragswesen
• Kostenvoranschlag ± 10 %

Termine
• entscheidungsorientiertes Terminprogramm über Teilphase
• Aktualisieren des Gesamtterminprogramms
• Realisierungsprogramm inkl. Loseinteilung
Bauprojekt

Terminplanung:
• Vorgehen weitgehend analog Vorprojekt
• Arbeitspakete definieren
• Meilensteine und Zwischentermine definieren
• Puffer: über Projektdauer verteilen / mehrere kurze Pufferzeiten

Bauherrenentscheide häufiger aber dafür geringfügiger


Entscheide fallen im Rahmen von periodischen Sitzungen
Intensivere Projektierung, oft aber unabhängiger von Bauherr oder
Dritten
Auflageprojekt, Bewilligungsverfahren

Ziel:
• Behördliche Auflagen sind eingeflossen
• Interessen Dritter sind berücksichtigt
• Projekt wird von allen Behörden genehmigt
• Realisierungskredite sind bewilligt

Gesamtbauentscheid / Planfeststellungsbeschluss / … wird


erlassen
Projekt kann rechtssicher realisiert werden
Auflageprojekt – Beispiel Detailierungsgrad

• Einfluss auf Dritte ist wichtig


• Gestaltung an der Oberfläche
• Umweltbelange / Verkehrsführung
Nicht zu viel und nicht zu wenig darstellen!
Auflageprojekt – Aufgaben Projektverfasser
Organisation und Administration
• Aktualisieren der Projektorganisation und Gesamtkoordination
• Sitzungswesen

Beschrieb und Visualisierung


• Erstellen der Baugesuchsunterlagen
• Umweltverträglichkeitsbericht
• Anpassen der Dokumente hinsichtlich öffentlicher Auflage
• Beihilfe bei der Bereinigung von Einsprachen

Kosten und Finanzierung

Termine
Auflageprojekt – behördlicher Ablauf

• Projekt wird bei Leitbehörde (UVEK, BAV,


Regierungsstatthalteramt,…) eingereicht
• Leitbehörde prüft formal die Bewilligungsfähigkeit
• Projekt wird zugestellt:
− zur öffentliche Auflage an die Gemeinden
− zur Stellungnahme an Behörden / Verbände
• Aussteckung / öffentliche Auflage Einsprachen von Betroffenen
• Behörden / Verbände reichen Stellungnahmen ein
• Bereinigung der Einsprachen
• Leitbehörde entscheidet über Auflagen / Einsprachen
• Baubewilligung wird verfügt
• 30 Tage Rekursmöglichkeit
Auflageprojekt – behördlicher Ablauf

Gerichtsferien

viel zu kurz!

Bereinigung der Einsprachen fehlt

• hier: sehr optimistischer Ablauf dargestellt


• Infrastrukturprojekte: Behördlicher Ablauf dauert meist 1 bis 2 Jahre!
Auflageprojekt – behördlicher Ablauf

grosses Problem bei Auflageprojekten:


• Prozessablauf wird komplett in die Hände der Behörden gelegt
• Prozess ist durch Bauherr / Projektverfasser fast nicht steuerbar
• effizientes Projektmanagement kaum möglich

mögliche Gegenmassnahmen:
• Vorabsprachen mit Behörden einholen
• Verbände in Planungsprozess einbeziehen
• Interessen Privater rechtzeitig abklären
Projekt zur Auflage einreichen, das bereits alle Anliegen berücksichtigt
Auflageprojekt - Terminplanung

iterativer
Prozess

Für Projektierung entsteht lange Zeit mit Projektungewissheit


Standardablauf Phasen 32 – 33 - 41

klare Trennung der einzelnen Projektphasen


längere unproduktive Zeiten im Projektablauf
geringes Risiko für Projektanpassungen
optimierter Ablauf Phasen 32 – 33 - 41

Zur bestmöglichen Nutzung der Ressourcen Zeit und Personal


müssen die einzelnen Projektphasen in einander übergreifen!
Fazit Projektierungsphasen

Projektierung:
• wesentliche Planungsphasen, um gutes Projekt zu erarbeiten
• Basis für erfolgreiche, effiziente Realisierung
• je solider die Projektierung, desto geringer Projektrisiken (Mehrkosten)
• Projektierung benötigt Zeit

Widerspruch zu gewünschten knappen Projektierungszeiten

• Verknüpfung einzelner Projektphasen entspannt Konflikt


• Aber: Risiko für Bauherrn erhöht sich (Projektanpassung,
Bewilligungen, etc.)
• vorausschauende, kommunikative Projektleitung notwendig
Fazit Projektierungsphasen

Vorgangsdauern:
• Zeitbedarf stark abhängig von Projektgrösse und -randbedingungen
• Prüf- / Entscheidungszeiten Bauherr berücksichtigen
• Gute Entscheidungen brauchen Zeit
• Projektierung eng durch Sitzungen begleiten

Grobannahme für grössere Infrastrukturprojekte:


• Vorprojekt ca. 1 bis 2 Jahre
• Bauprojekt ca. 1 Jahr
• Auflageprojekt ca. 1 bis 2 Jahre
• Ausschreibung ca. 1 Jahr

Projektierungsphasen sinnvoll miteinander verschmelzen


Ausschreibung

Ziel:
• Bauphasenplanung, Baulogistik eingeplant
• Detailierungsgrad des Projekts ausreichend
• Leistungsbeschrieb eindeutig
• Werkvertrag inkl. Besondere Bestimmungen vorbereitet

Projekt wird ausgeschrieben


Unternehmer können Angebote offerieren
Unternehmer wird bestimmt
Ausschreibung
Organisation und Administration
• Projektorganisation und Gesamtkoordination
• Ausschreibungskonzepte, Loseinteilung
• Koordinieren der Publikation
• Sitzungswesen

Beschrieb und Visualisierung


• Zuschlags- und Eignungskriterien
• Besondere Bestimmungen, Prüfpläne
• Leistungsverzeichnisse
• Projektpläne, Bauphasenpläne
• Angebotsvergleich inkl. Bewertung von UN-Varianten
• Vergabeantrag
Ausschreibung

Kosten und Finanzierung


• Überwachung / Abrechnung Projektierungskosten
• Kostenabweichungen KV – Angebote
• Endkostenprognose

Termine
• entscheidungsorientiertes Terminprogramm über Teilphase
• Bereinigtes Werkvertrags-Terminprogramm
Ausschreibung – Beispiel Detailierungsgrad
Ausschreibung – Umfang der Unterlagen

70 Pläne

150 Seiten
63 Anhänge (ca. 600 Seiten)

750 Seiten
Leistungsbeschrieb
Ausschreibung – Ablauf öffentl. Beschaffung

• Bauherr prüft Werkvertrag und Besondere Bestimmungen


• Bauherr prüft Zuschlags- und Eignungskriterien, inkl.
Bewertungsmatrix
• Gesamtes Dossier wird veröffentlicht (simap, Amtsblatt)
• Unternehmer haben zwischen 30 bis 120 Tagen Zeit für Offertstellung
• evtl. öffentliche Begehung
• evtl. ein bis zwei Fragerunden
• Prüfung der Angebote (formal)
• Bewertung der Angebote (Zuschlags- und Eignungskriterien)
• Veröffentlichung des Vergabeentscheides
• 30 Tage Rekursfrist
• evtl. Gespräche mit nicht erfolgreichen Unternehmern
Ausschreibung - Terminplanung
Zusammenfassung

• Ausschreibung sehr wichtige Phase für Bauherrn


gute Ausschreibung = geringeres Nachtragspotential !
• Termine für Prüfung durch Bauherrn beachten (Beizug Juristen)
• gesetzliche Fristen im Vergabeprozess beachten
• enge Zusammenarbeit mit Bauherrn Zeit einkalkulieren

• Offertvergleich
− muss sehr sorgfältig gemacht werden keine formalen Fehler
− bei vielen Varianten aufwändig
weitere Aspekte der Projektierung

• Je nach Bauherr und Projekt kann sich der Leistungsumfang je Phase


verschieben.
• Leistungsumfang je Phase muss mit Bauherr vereinbart werden.
• Meist gilt:
− Hochbau: Bauprojekt noch wenig detailliert, Aufwand in der
Ausführungsplanung grösser
− Tiefbau: bereits in Bauprojekt / Ausschreibung detaillierte Planung

• Bei ASTRA-Projekt gilt eine andere Nomenklatur der einzelnen


Projektphasen.
Phasenablauf ASTRA-Projekte
Ausbau Unterhalt
21
Generelles Projekt Globales Erhaltungskonzept Machbarkeitsstudie
GP EK
31
Vorprojekt 2
Ausführungsprojekt 1,3 Massnahmenkonzept 2

Phasen gemäss SIA 103


33
AP MK Bewilligungsverfahren /
Auflageprojekt

Detailprojekt 2
inhaltlich identisch Massnahmenprojekt 2 32
DP MP Bauprojekt 2

Submission 41

SUB Ausschreibung

Anmerkungen: 51
1. Genehmigungsverfahren,
Unterlagen für die
Dauer ca. 1.5 Jahre Ausführung / Ausführungsprojekt 3
Ausführung
2. Im Vergleich zu den SIA-
Phasen 31, 32 ist der
Bauleitung
52
Detailierungsgrad in den
ASTRA-Phasen MK, MP/DP Ausführung
höher.
3. Ausführungsprojekt ASTRA
Inbetriebnahme / 53
(AP) und Ausführungsprojekt
SIA (Phase 51) sind Abschluss Abschluss
vollkommen unterschiedlich.
Planung des Bauvorganges

• Planung des Bauvorganges spielt bereits in der Projektierung


eine wesentliche Rolle
• Tiefbau: Maschinen-Einsatz wesentlich für die Projektierung

Ablauf des Bauvorganges:


• Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten
(Erstellen Bodenplatte = Schalen, Armieren, Betonieren, …)
• Reihenfolge der einzelnen Tätigkeiten zueinander
• Abhängigkeiten einzelner Tätigkeiten zueinander
(Einlegen Leerrohr vor Armieren, o. ä.)
Zeitermittlung einzelner Tätigkeiten
aktuelle Tendenzen in der Realisierung:
• Endtermine durch Bauherrn vorgegeben
• knappe Termine über grössere Ressourcen kompensieren
• Finanzbedarf steuert Ausführungsgeschwindigkeit (cash-flow)
• Jahreszeiten spielen in der Planung kaum noch eine wesentliche Rolle
Witterungseinfluss birgt aber terminliche und finanzielle Risiken
• mehr paralleles Ausführen verschiedener Tätigkeiten
• mehr Industrialisierung der Vorgänge (Vorfabrikation etc.)
• Hochbau: viele kleine Etappen
• Verkehrsinfrastruktur: keine Einschränkungen des Betriebs zulasten
längeren Bauzeiten
Zeitermittlung einzelner Tätigkeiten

Randbedingungen, die einzelne Vorgangsdauern stark beeinflussen:


− Gesamtvolumen des Bauvorhabens
− geometrische Randbedingungen (Zugänglichkeit, Lagerflächen)
− Verkehrliche Einschränkungen (v. a. bei Bahn- / Strassenbetrieb)
− Arbeitszeiten (Innerstädtisch, entlang Verkehrswegen)
− Arbeitssicherheit (Gerüste, Abschrankungen, Einsatzzeiten, etc.)
− Baustellenlogistik (Transportmöglichkeiten, Kräne)
− Ausschalfristen, Austrocknungszeiten, Zeiten für
Grundwasserabsenkung etc.
− weitere …
Zeitermittlung einzelner Tätigkeiten
grobe Anhaltswerte für Vorgangsdauern - Hochbau:
(Angaben je Equipe à ca. 5 Arbeiter)
• Kran Einsatz:
− ca. 10 … 15 Arbeiter je Kran
− ca. 250’000 … 300’000 CHF Umsatz pro Kran je Monat
• Schalung: grossflächig: 10 … 30 m2 / h
kleinflächig: 2 … 5 m2 / h
• Bewehren: grossflächig: ± 10 t / d
kleinflächig: ±2t/d
• Betonieren: 10 … 30 m3 / h
Zeitermittlung einzelner Tätigkeiten
grobe Anhaltswerte für Vorgangsdauern - Tiefbau:
• Aushub im Lockergestein: 20 … 150 m3 / h
• Leitungsgräben: 0.5 … 10 m / d (Aushub, Verlegen, Eindecken)
• Bohrpfähle: 20 … 50 m / d
• Rammpfähle: 40 … 80 m / d
• Spundwand: 300 … 800 m2 / d
• Vorspannanker: 50 … 100 m / d
• Tunnelvortrieb: 50 … 200 m3 / d (Ausbruch und Sicherung)

• Tunnel-Innenschale: 10 m / Woche (Schalen, Armieren, Betonieren)


• Tagbau Tunnel-Innenschale: 10 m / 2 Wochen (Rechteck-Querschnitt)
Beispiel: Baugrube Rosshäusern
Beispiel: Baugrube Rosshäusern

Planung
Maschinenresourcen

Richtige Abfolge der


Tätigkeiten
Linienbaustelle: Zeit-Weg-Diagramm
Portal West Portal Ost

Personal
Baugrube
West

Arbeitsrichtung
Geschwindigkeit
Bauprogramme
Gant-Diagramm:
• Standard-Bauprogramm
• ideal bei örtlich begrenzten Baustellen
• Abhängigkeiten gut ersichtlich allgemein gilt:
• kann unübersichtlich werden Detaillierungsgrad
und
Weg-Zeit-Diagramm: Übersichtlichkeit
abwägen
• ideal bei Linienbaustellen
• Detaillierungsgrad geringer
• begrenzt bei vielen parallelen Tätigkeiten
Mischform Linien- und örtliche Baustelle
Zusammenfassung Bauvorgang

• Gute Planung des Bauvorgangs wichtig für Effizienz und


Wirtschaftlichkeit der Baustelle
Bauvorgang bereits bei Projektierung durchdenken
• Randbedingungen des Bauvorhabens umfangreich erfassen
• Abhängigkeiten zwischen einzelnen Tätigkeiten durchdenken und
erfassen
• Ermittlung der einzelnen Vorgangsdauer erfordert sehr viel Erfahrung
• Wirtschaftliche Optimierung durch "Industrialisierung"
Terminplanung in der Praxis
Planung der Planung:
• gute Projektierung benötigt Zeit
• Solide Abklärungen in der Planungsphase
sind Grundlage für effizientes Bauen
• Baubewilligungsprozess langwierig

Planung des Bauvorgangs:


• Randbedingungen der Baustelle sind
wesentlich
• Bauplanung erfordert viel Erfahrung
Bachelor-Arbeit 6. Semester

Projektmanagement am Beispiel
N5 Westumfahrung Biel – Tunnel Weidteile

• Planung der Planung


• Erarbeiten der Aufgaben und
Anforderungen während der
Projektierung
• Kennenlernen der wesentlichen
Projektmanagement-Tools
• 1 : 1 Blick in den Alltag des
projektierenden Ingenieurs
• Bearbeitung in Gruppen betreut
durch B+S AG
Vielen Dank