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6 Skalierung B1 und B2

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6 Skalierung B1 und B2

Sprachliche Angemessenheit

B2 B1 A2

Kann sich in formellem Stil klar Kann sich in formellem Stil so Kann elementare Sprach-
II Kommunikative Gestaltung

ausdrücken, wie es für die ausdrücken, dass es für die funktionen anwenden, z. B. auf
jeweilige Situation und den Situation und den fachlichen einfache Art Informationen
fachlichen Kontext angemes- Kontext akzeptabel ist. austauschen, Bitten vorbringen,
sen ist. Kann eine Reihe kurzer und Meinungen und Einstellungen
Kann eine begrenzte Anzahl von einfacher Einzelelemente zu ausdrücken.
Verknüpfungsmitteln verwenden, einer linearen, zusammenhängen- Kann die häufigsten Konnektoren
um seine/ihre Äußerungen zu den („und“, „aber“, „weil“) benutzen,
einem klaren zusammen- Äußerung verbinden. um einfache Sätze und Wort-
hängenden Beitrag zu verbinden. gruppen miteinander
zu verbinden.

Zeigt eine recht gute Beherr- Zeigt im Allgemeinen gute Kann einige einfache Strukturen
schung der Grammatik. Macht Beherrschung der grammati- korrekt verwenden, macht aber
keine Fehler, die zu schen Strukturen. Zwar kommen noch systematisch elementare
III Korrektheit

Missverständnissen führen, Fehler vor, aber es bleibt ganz Fehler, hat z. B. die Tendenz,
aber gelegentliche „Ausrutscher“ überwiegend klar, was ausge- Zeitformen zu vermischen oder zu
können vorkommen. drückt werden soll. vergessen, die Subjekt-Verb-
Rechtschreibung und Zeichen- Rechtschreibung, Zeichenset- Kongruenz zu markieren.
setzung sind hinreichend korrekt. zung und Gestaltung sind exakt Rechtschreibung und Zeichen-
genug, so dass man sie meis- setzung sind häufig phonetisch.
tens
verstehen kann.

Verfügt über einen schon diffe- Verfügt über einen ausreichenden Beherrscht einen begrenzten
renzierten Wortschatz. Kann Wortschatz, um in vertrauten Wortschatz in Zusammenhang
Formulierungen variieren, um häu- Situationen und in Bezug auf mit konkreten Alltagsbedürfnis-
fige Wiederholungen zu vermei- vertraute Themen routinemäßige sen.
den; alltägliche Angelegenheiten
Lücken im Wortschatz können zu erledigen.
IV Wortschatz

dennoch zu Umschreibungen Zeigt eine gute Beherrschung


führen. des Grund-, allg. berufsbezo-
Die Genauigkeit in der Verwen- genen und fachbezogenen
dung des Grund-, allg. berufs- Wortschatzes, macht aber noch
bezogenen und fachbezogenen elementare Fehler, wenn es
Wortschatzes ist im Allgemei- darum geht, komplexere Sachver-
nen groß, obgleich einige halte auszudrücken.
Verwechslungen und falsche
Wortwahl vorkommen, ohne
jedoch die Verständlichkeit zu
beeinträchtigen.

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6.2 Bewertungskriterien „Sprechen“


Im Subtest „Sprechen“ wird die mündliche Sprachkompetenz der Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen nach
fünf Kriterien beurteilt. Die Aufgabenbewältigung bezieht sich auf die Bewältigung der kommunikativen
Situation bzw. Aufgabe, während sich Aussprache / Intonation, Flüssigkeit, Korrektheit und der Wortschatz
auf die vom Teilnehmer bzw. der Teilnehmerin verwendete Sprache beziehen. Diese Kriterien basieren auf
den Erwartungen, die auf den entsprechenden Stufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für
Sprachen an die Lernenden gestellt werden.

Inhaltliche Angemessenheit Sprachliche Angemessenheit


I Aufgabenbewältigung II Aussprache / Intonation
III Flüssigkeit
IV Korrektheit
V Wortschatz

Der Subtest „Sprechen“ besteht aus drei Teilen, die in insgesamt fünf Teilaufgaben unterteilt sind. Kriterium
I (Aufgabenbewältigung) wird einzeln bei jeder Teilaufgabe bewertet, während sich die Kriterien II–V auf die
gesamte mündliche Leistung beziehen.

Inhaltliche Angemessenheit

B2 B1 A2
Teil Kann ein Bild klar und ausführlich Kann die Hauptinhalte eines Kann die Hauptinhalte eines
1A beschreiben und die dargestellte Bildes und auch Einzelheiten Bildes knapp und sehr
Situation kommentieren. benennen. allgemein benennen.
Teil Kann eigene Erfahrungen klar Kann eigene Erfahrungen Kann eigene Erfahrungen
1B und detailliert berichten. teilweise detailliert berichten. knapp und allgemein berich-
Kann eigene Meinungen klar und Kann kurz Gründe und Erklärun- ten.
präzise ausdrücken. gen für Meinungen zu einem
vertrauten Thema anführen.
Teil Kann eine klare vorbereitete Kann eine vorbereitete, unkompli- Kann eine eingeübte kurze,
I Aufgabenbewältigung

2A1 Präsentation vortragen und dabei zierte Präsentation zu einem einfache Präsentation zu
Gründe für oder gegen einen vertrauten Thema vortragen, einem vertrauten Thema
Standpunkt anführen. wobei die Hauptpunkte hinrei- vortragen.
chend präzise erläutert werden.
Teil Kann spontan Nachfragen Kann auf Nachfragen relativ Kann mit einer begrenzten
2B beantworten und eigene Gedan- spontan und ausführlich antwor- Anzahl unkomplizierter
ken klar und präzise ausdrücken. ten. Nachfragen umgehen
Teil Kann ein Gespräch beginnen Kann im Allgemeinen den Kann, wenn direkt ange-
3 und in Gang halten und wirksam wesentlichen Punkten einer infor- sprochen, sagen, was er /
zwischen Sprecher- und Hörer- mellen Diskussion folgen. Kann sie zu einer Sache meint;
rolle wechseln. im Allgemeinen seine /ihre versteht aber kaum genug,
Kann seine/ihre Gedanken und Standpunkte ausdrücken und um das Gespräch selbst in
Meinungen präzise ausdrücken, kann kurz zu den Standpunkten Gang zu halten.
überzeugend argumentieren und anderer Stellung nehmen. Kann Kann im Allgemeinen das
auf komplexe Argumentationen höflich Zustimmung und Ableh- Thema einer Diskussion
anderer reagieren. nung ausdrücken. erkennen.

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Sprachliche Angemessenheit

B2 B1 A2

Hat eine klare, natürliche Spricht gut verständlich, auch Spricht im Allgemeinen klar
Intonation erworben, auch wenn wenn ein fremdsprachiger genug, um trotz eines merkli-
II Aussprache /

manchmal ein fremder Akzent Akzent teilweise offensichtlich ist chen Akzents verstanden zu
Intonation

offensichtlich ist. und manchmal etwas falsch werden; manchmal wird aber
ausgesprochen wird. der Gesprächspartner um
Wiederholung bitten müssen.

Kann sich so spontan und Kann sich ohne viel Stocken Kann ohne große Mühe Rede-
fließend verständigen, dass ein verständlich ausdrücken, wendungen über ein vertrautes
III Flüssigkeit

normales Gespräch mit einem obwohl er/sie deutliche Thema zusammenstellen, um


Muttersprachler ohne Belastung Pausen macht, um die Äuße- kurze Gespräche zu meistern,
für eine der beiden Seiten rungen grammatisch und in der obwohl er/sie ganz offensicht-
möglich ist. Wortwahl zu planen oder zu lich häufig stockt und neu
Es entstehen kaum spürbar korrigieren, vor allem, wenn er/ ansetzen muss.
lange Pausen. sie länger frei spricht.

Zeigt gute Beherrschung der Kann sich in vertrauten Situatio- Kann einige einfache grammati-
Grammatik. nen ausreichend korrekt verstän- sche Strukturen korrekt verwen-
Macht keine Fehler, die zu digen; im Allgemeinen gute den, macht aber noch systema-
IV Korrektheit

Missverständnissen führen. Beherrschung der grammati- tisch elementare Fehler, hat


Kleinere Mängel im Satzbau schen Strukturen trotz deutli- z. B. die Tendenz, Zeitformen zu
können vorkommen, können aber cher Einflüsse der Mutterspra- vermischen oder zu vergessen
oft rückblickend korrigiert che. oder die Subjekt-Verb- Kongru-
werden. Zwar kommen Fehler vor, aber es enz zu markieren; trotzdem wird
bleibt klar, was ausgedrückt in der Regel klar, was er/sie
werden soll. ausdrücken möchte.

Verfügt über ein hinreichend Verfügt über einen ausreichend Verfügt über genügend Wort-
breites Spektrum sprachlicher großen Wortschatz, um sich mit schatz, um einfache Grundbe-
Mittel, um klare Beschreibungen Hilfe von einigen Umschrei- dürfnisse befriedigen zu können.
und Standpunkte zu allgemeinen bungen über die meisten Beherrscht einen begrenzten
Themen auszudrücken. Themen des eigenen Alltagsle- Wortschatz in Zusammenhang
V Wortschatz

Kann Formulierungen variieren bens äußern zu können. mit konkreten Alltagsbedürfnis-


und verwendet einige komplexe Zeigt eine gute Beherrschung sen.
Satzstrukturen. des Grund-, allg. berufsbezoge-
Lücken im Grund-, allg. berufs- nen und fachbezogenen Wort-
bezogenen und fachbezogenen schatzes, macht aber noch
Wortschatz können zu Um- elementare Fehler, wenn es
schreibungen führen, ohne die darum geht, komplexere Sach-
Kommunikation zu behindern. verhalte auszudrücken oder
wenig vertraute Themen und
Situationen zu bewältigen.

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6.3 Prüfungsergebnisse
Entscheidend für den Prüfungserfolg sind die Teilergebnisse folgender Subtests:
1 Hören/Lesen/Sprachbausteine
2 Schreiben
3 Sprechen

Ermittlung der Teilergebnisse der Subtests „Hören“, „Lesen“ und „Sprachbausteine“


Die Subtests „Hören“, „Lesen“ und „Sprachbausteine“ bestehen aus insgesamt 59 Aufgaben. Für jede
richtig gelöste Aufgabe erhalten die Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen einen Punkt, so dass eine maximale
Punktezahl von 59 erreicht werden kann.
Für das Erreichen der Stufen B2 und B1 gilt:

Punkte GER–Stufe
43–59 B2
27–42 B1
0–26 unter B1

Ermittlung des Teilergebnisses „Schreiben“


Die Bewertung des Subtests „Schreiben“ erfolgt durch lizenzierte telc Bewerter und Bewerterinnen
gemäß den Kriterien auf Seite 35–36. Bei den Stufen B2 und B1 unterscheiden die Bewerter oder die
Bewerterinnen, ob die Kriterien „gut erfüllt“ oder „erfüllt“ wurden.

B2 B1 A2 unter A2
gut erfüllt erfüllt gut erfüllt erfüllt
I Inhaltliche
5 4 3 2 1 0
Angemessenheit
II Kommunikative
5 4 3 2 1 0
Gestaltung

III Korrektheit 5 4 3 2 1 0
IV Wortschatz 5 4 3 2 1 0
Gesamt 20 16 12 8 4 0
100 % 80 % 60 % 40 % 20 % 0%

Für das Erreichen der Stufen B2 und B1 gilt:

Punkte GER–Stufe
15–20 B2
7–14 B1
0–6 unter B1

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Ermittlung des Teilergebnisses „Sprechen“


Die Bewertung des Subtests „Sprechen“ erfolgt durch lizenzierte telc Prüfer bzw. Prüferinnen
gemäß den Kriterien auf Seite 37–38. Bei den Stufen B2 und B1 unterscheiden die Prüfer bzw. Prüferinnen
wiederum, ob die Kriterien „gut erfüllt“ oder „erfüllt“ wurden.

B2 B1 A2 unter A2
gut erfüllt erfüllt gut erfüllt erfüllt

I Aufgabenbewältigung
Teil 1A 5 4 3 2 1 0
Teil 1B 5 4 3 2 1 0
Teil 2A 15 12 9 6 3 0
Teil 2B 5 4 3 2 1 0
Teil 3 20 16 12 8 4 0
Zwischensumme I 50 40 30 20 10 0
II Aussprache / Intonation 15 12 9 6 3 0
III Flüssigkeit 10 8 6 4 2 0
IV Korrektheit 10 8 6 4 2 0
V Wortschatz 15 12 9 6 3 0
Zwischensumme II–V 50 40 30 20 10 0
Gesamt 100 80 60 40 20 0

Für das Erreichen der Stufen B2 und B1 gilt:

Punkte GER–Stufe
75–100 B2
35-74,5 B1
0–34,5 unter B1

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Zertifikat B1 oder Zertifikat B2?


Ob ein Teilnehmer bzw. eine Teilnehmerin für seine bzw. ihre Prüfungsleistung ein telc Zertifikat der Stufe
B2 oder ein telc Zertifikat der Stufe B1 erhält, hängt von den Teilergebnissen ab, die er/sie in den Subtests
„Hören“, „Lesen“, „Sprachbausteine“, „Schreiben“ und „Sprechen“ erzielt hat. Eine notwendige Mindestvor-
aussetzung für ein Zertifikat auf der jeweiligen Stufe besteht darin, dass der Teilnehmer bzw. die Teilneh-
merin im Subtest „Sprechen“ das Teilergebnis B2 bzw. B1 erreicht haben muss. Wer das Teilergebnis
„unter B1“ erzielt hat, erhält kein Zertifikat.

Zertifikat B1
Ein telc Zertifikat B1 erhalten alle Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen, die im Subtest „Sprechen“ und in einem
der beiden Prüfungsteile „Hören/Lesen/Sprachbausteine“ oder „Schreiben“ das Teilergebnis B1 erreicht
haben. Um ein Zertifikat der Stufe B1 zu erhalten, sind folgende Kombinationen von Teilergebnissen mög-
lich:

Fall 1 Fall 2 Fall 3 Fall 4 Fall 5 Fall 6 Fall 7 Fall 8 Fall 9 Fall 10 Fall 11 Fall 12 Fall 13

Hören/Lesen/ unter unter unter unter


B1 B1 B2 B2 B1 B2 B1 B1 B2
Sprachbausteine B1* B1* B1* B1*
unter unter unter unter
Schreiben B1 B1 B2 B1 B2 B2 B1 B1 B2
B1** B1** B1** B1**
Sprechen B1 B1 B1 B1 B1 B1 B1 B1 B2 B2 B2 B2 B2

* Im Teil „Hören/Lesen/Sprachbausteine“ müssen mindestens 19 Punkte erreicht werden.


** Im Teil „Schreiben“ müssen mindestens 4 Punkte erreicht werden.

Zertifikat B2
Ein telc Zertifikat B2 erhalten alle Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen, die im Subtest „Sprechen“ und in einem
der beiden Prüfungsteile „Hören/Lesen/Sprachbausteine“ oder „Schreiben“ das Teilergebnis B2 erreicht
haben. Um ein Zertifikat der Stufe B2 zu erhalten, sind folgende Kombinationen von Teilergebnissen mög-
lich:

Fall 1 Fall 2 Fall 3


Hören/Lesen/ Sprach- B2 B2 B1
bausteine
Schreiben B2 B1 B2
Sprechen B2 B2 B2

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