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Einführung

● Warum Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung?


● Warum technisches Controlling?
● Ziele, Anforderungen, Randbedingung, Bestandteile

Quelle: www.tqm.com

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Primäre Unternehmensziele

● Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit


● Wertschöpfung
● Wachstum und Ressourcenschutz
● Sicherung der Arbeitsplätze

Verbesserung der
Lieferbereitschaft

Optimierung
Kosten Reduzierung
Steigerung der
Qualität
Stärkere
Maschinen- und
Kundenorientierung
Anlageneffizienz
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Aufgaben des Wirtschaftlichkeitsrechnung

1. Erfassung von Daten

2. Bewertung und Verrechnung von Daten

3. Weiterleitung der Daten

4. Grundlage zur Entscheidungsfindung bereit stellen

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Funktionen der Kosten- und Investitionsrechnung

Ermittlung und Planung


Vorgaben Kontrolle
Dokumentation (Prognose)

Darstellung ZDF
Planungsrechnung Kontrollrechnung
(Zahlen, Daten, Fakten)

IST-Daten Maßnahmen Analyse


Information Kontrolle
Auswertung Entscheidungen SOLL IST

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Ziele, Anforderungen, Randbedingung für ein Rechnungssysteme


● Kontrolle und Steuerung des Unternehmens ermöglichen
sowie Flexibilität und Schnelligkeit sicherstellen
● Informationen und Grundlagen für den betrieblichen
Entscheidungsprozess bereitstellen

● Das Rechnungssystem muss daher:

Welche Anforderungen hätten Sie an das


Rechnungssystem?

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Ziele, Anforderungen, Randbedingung für ein Rechnungssysteme


● Kontrolle und Steuerung des Unternehmens ermöglichen
sowie Flexibilität und Schnelligkeit sicherstellen
● Informationen und Grundlagen für den betrieblichen
Entscheidungsprozess bereitstellen

● Das Rechnungssystem muss daher:


● auf wirtschaftlich erfassbaren Daten basieren
● möglichst kleine aber aussagefähige Datenmenge erzeugen
● aktuelle differenzierbare Daten beinhalten, die Schwachstellen und
Abweichungen erkennen lassen und Datenschutz konform sind
● Objektiv richtige Daten aufweisen - vertrauenswürdig sein
● eine flexible und schnelle Erfassung und Auswertung ermöglichen
● das Kostenverursachungsprinzip und das Deckungsprinzip einhalten

Kosten- Nutzenanalyse der Information ist notwendig


Jede Information die nicht verwendet wird ist überflüssig!

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Teilsysteme des Rechnungswesens


Externes Rechnungswesen Internes Rechnungswesen
Buchführung und Kosten- und Finanz- Investitons-
Teilsystem
Bilanzierung Erlösrechnung rechnung rechnung
Vergangenheit Vergangenheit +
Zeit- Zukunft Zukunft
(Zeitpunkt = Bilanz, Zukunft
dimension Zeitraum Zeitraum
Zeitraum = GuV) Zeitraum
Elemente der Erträge und Erlöse Einzahlungen und Einzahlungen und
Berechnung Aufwendungen und Kosten Auszahlungen Auszahlungen
Kernziel Bereitstellung von Bereitstellung von Sicherstellung der Ermittlung des mehr-
Informationen für (internen) Liquidität und periodigen Erfolgs
- Selbstinformation der Informationen für Optimierung der eines Investitions-
Unternehmensleitung Planung u. Kontrolle Rentabilität vorhabens
- Besteuerung - Kalkulation Produkte
- Gläubigerschutz - Kosten Abteilungen
- Rechenschaftslegung - Kurzfristiger Erfolg
- Kapitalmarkt - Entscheidungen bzgl.
- Beleg-/Nachweis Produktprogramm,
make-or-buy usw.
Ergebnisse Bilanz Kostenartenrechnung Liquiditätsplanung Vorteilhaftigkeit eines
GuV-Rechnung Kostenstellenrechnung Rentabilitätsplanung Investitionsvorhabens
Kostenträgerrechnung
Erfolgsrechnung
Quelle: modifiziert nach Götze S. 4; Haberstock 2008a, S. 12;
Plinke/Rese S. 9; Schweitzer/Küpper S. 9

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??? Auszahlungen – Ausgaben – Aufwand – Kosten ???

1:36

Quelle: www.comedix.de/lexikon/db/img/diespinnen.jpg
Abrufdatum: 2017-10-10

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Johann Wilhelm Eugen Schmalenbach

• *20. August 1873 - † 20. Februar 1955


deutscher Wirtschaftswissenschaftler.
• Bruder des Philosophen Herman
Schmalenbach.
• Er gilt als einer der Begründer der
Betriebswirtschaftslehre als
akademischen Lehrfachs.

Quelle: https://idw-online.de/de/
newsimage?id=199647&size=screen
Abrufdatum: 2017-10-10

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Begriffspaare in der Kostenrechnung


Kasse + jederzeit
Barvermögen oder
Einzahlung verfügbare Bankgut- Auszahlung
haben (Girokonto) Zahlungsmittelbestand

Unter- Zahlungsmittelbestand
Zahlungsmittelbestand + Forderungen
nehmens- Einnahme + Forderungen Ausgabe
ebene – Verbindlichkeiten
– Verbindlichkeiten
= Geldvermögen

Geldvermögen
Unternehmens oder + Sachvermögen
Ertrag Aufwand
Buchhalterischer Erfolg
= Gesamtvermögen

Betriebs- Leistung/ Betriebs oder „Betriebsnotwendiges


Kosten
ebene Erlöse Kalkulatorischer Erfolg Vermögen“

7:22

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Übersicht der Finanz Kategorien

Quelle: von Känel, Kostenrechung und Controlling

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Begriffspaare
bewegungen

● Einzahlungen:
Wichtig für das finanzielle Überleben des
Geld-

Unternehmens ist die Differenz von


● Auszahlungen: Einzahlungen Auszahlungen.
bewegungen

● Einnahmen: Das Geldvermögen eines Unternehmens wird


Güter-

bestimmt durch die Differenz von


● Ausgaben: Einnahmen Ausgaben und den Gewinn

● Erträge: Gesamtunternehmerische Betrachtung:


Die Gewinnsituation eines Unternehmens,
Güterverbrauch/
Güterentstehung

● Aufwendungen: der Unternehmenserfolg wird bestimmt durch die


Differenz von Ertrag Aufwendungen

● Kosten Interne Betrachtung:


Die Gewinnsituation eines Betriebes,
● Leistungen/Erlöse der Betriebserfolg wird bestimmt durch die
Differenz von Leistungen Kosten
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Gewinn

● In gesamtunternehmerischer Betrachtung orientiert am


handelsrechtlichen Vorschriften zeigt das Gesamtergebnis:

Unternehmenserfolg oder
= Erträge – Aufwendungen
Buchhalterischer Erfolg

● In der Kostenrechnung ist der interne Erfolg:

Betriebserfolg oder = Leistungen – Kosten


Kalkulatorischer Erfolg

1:47

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Begriffspaare
bewegungen

● Einzahlungen: Zahlungsmittelzuflüsse von außen pro Periode


Geld-

Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes


● Auszahlungen: Zahlungsabflüsse aus einem Unternehmen pro Periode
Verminderung des Zahlungsmittelbestandes

● Einnahmen: Wert aller veräußerten Güter und Dienstleistungen


bewegungen

pro Periode (Erlös, Umsatz) Erhöhung des Geldvermögens


Güter-

8:55
● Ausgaben: Wert aller zugegangenen Güter und Dienstleistungen pro
Periode (Beschaffungswert) Verminderung des Geldvermögens

● Erträge: Nach gesetzlichen Regeln bewertete Gütererstellung einer Periode


Güterentstehung
Güterverbrauch/

● Aufwendungen: Nach gesetzlichen Regeln bewerteter Güterverzehr einer Periode

● Kosten: Der in Geld bewertet Verbrauch an Güter u. Dienstleistungen pro Periode


zur Erstellung der "eigentlichen" (typischen) betrieblichen Leistungen

● Betriebsertrag: Die in Geld bewerteten erbrachten Leistungen pro Periode


im Rahmen der "eigentlichen" (typischen) betrieblichen Tätigkeit

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Auszahlungen Ausgaben Aufwand

Auszahlungen der Periode: Abfluss von Geldmitteln Geldbewegungen

+ Verbindlichkeiten (Schuldenzugang)
+ neue Güterzugänge, die bereits früher bezahlt wurden
– Begleichung von Verbindlichkeiten (Schuldenabgang) Güter-
bewegungen
– Rechnungen, auf denen erst später ein Güterzugang folgt
= Ausgaben der Periode
– nicht erfolgswirksame Ausgaben
– erst später erfolgswirksame Ausgaben
+ Ausgaben früherer Perioden, die nun erfolgswirksam sind Güterverbrauch/
Güterentstehung
+ erfolgswirksame Ausgaben für zukünftige Perioden
= Aufwand der Periode

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Abgrenzung: Auszahlungen / Ausgaben / Aufwendungen

Auszahlungen
① ② ③
Ausgaben
④ ⑤ ⑥
Aufwendungen

Begriff Beispiel
Auszahlungen, die Begleichung einer Lieferantenverbindlichkeit aus d. Vorperiode;
① keine Ausgaben sind Entnahme von Gewinnen durch den Unternehmer (Barauszahl.)
Auszahlungen,
② die Ausgaben sind
Barkauf von Rohstoffen

Ausgaben, die Zielkauf einer Maschine,


③ keine Auszahlungen sind die Maschine wird später bezahlt
Ausgaben, die Kauf von Rohstoffen und
④ keine Aufwendungen sind Verbrauch in einer späteren Periode
Ausgaben, die Kauf von Rohstoffen und
⑤ Aufwendungen sind Verbrauch in der gleichen Periode
Aufwendungen, die Verbrauch von Rohstoffen aus in der Vorperiode (Lagerbestand),
⑥ keine Ausgaben sind Abschreibungen

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Einzahlungen Einnahmen Erträge

Einzahlungen der Periode: Zufluss von Geldmitteln Geldbewegungen

+ Forderungen
+ bereits beglichene Rechnungen für aktuelle Güterabgänge
– Begleichung von Forderungen Güter-
bewegungen
– Einzahlungen für spätere Güterabgänge
= Einnahmen der Periode
– nicht erfolgswirksame Einnahmen
+ Geldwert nicht einnahmewirksamer Leistungen
+ erstellte Leistungen der Periode, die später erfolgswirksam Güterverbrauch/
Güterentstehung
+ erstellte Leistungen der Periode, die in früheren Perioden
als Ertrag ausgewiesen wurden
= Ertrag der Periode

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Abgrenzung: Einzahlungen Einnahmen Erträge

Einzahlungen
① ② ③
Einnahmen
④ ⑤ ⑥
Erträge

Begriff Beispiel
Einzahlungen, die Kunde bezahlt Rechnung aus der Vorperiode
① keine Einnahmen sind Einzahlung des Unternehmers zur Erhöhung des Kapitalanteils
Einzahlungen, die
② Einnahmen sind
Barverkauf von Erzeugnissen

Einnahmen, die Zielverkauf von Waren,


③ keine Einzahlungen sind die Ware wird später bezahlt
Einnahmen, die Verkauf von Erzeugnissen, die in der Vorperiode erstellt wurden,
④ keine Erträge sind Verkauf einer Maschine zum Buchwert
Einnahmen, die
⑤ keine Erträge sind
Verkauf von Erzeugnissen, die in der Periode erstellt wurden

Erträge, die Produktion von Fabrikaten auf Lager,


⑥ keine Einnahmen sind selbsterstellte Anlagen

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Von der Finanzbuchhaltung zur Kostenrechnung


Einzahlungen,
Forderungen
Neutrale
Aufwendungen

Aufwendungen Kosten
Finanz-
Sachliche Kosten-
buch-
Abgrenzung rechnung
haltung
Erträge Leistung/
Erlöse
Verbindlichkeiten
Auszahlungen,

Neutrale
2:33
Erträge

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Kosten Definition:

● Unter Kosten wird der bewertete sachziel-(leistungs-)bezogene


Güterverbrauch verstanden.
● Kosten sind durch 3 Begriffsmerkmale geprägt:
1. Es müssen (materielle oder immaterielle) Realgüter verbraucht werden.
2. Dieser Verbrauch muss auf die Erstellung und Verwertung der betrieblichen
Produkte als Sachziel der Unternehmung ausgerichtet sein.
3. Der mengenmäßige Verbrauch muss bewertet werden.

Quelle: Lexikon der Betriebswirtschaft, Hsg: Prof. Lück,

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Realgüter versus Nominalgüter

● "Unter einem Nominalgut versteht man im Rechnungswesen und in


der Finanzwirtschaft die monetäre Bewertung eines Gutes
(in Geldeinheiten) z. B. den Geldwert ge- oder verkaufter Waren,
Informationen oder Dienstleistungen.
● Im Gegensatz zu Realgütern existieren Nominalgüter nur in virtueller
Form, z. B. in Form von Krediten, Forderungen und Verbindlichkeiten
oder Beständen an liquiden Mitteln und Bargeld. In der Regel erfolgt
der Erwerb oder Verlust von Nominalgütern durch einen
entsprechenden Verlust oder Gewinn an Realgütern.
● Beispiel: Bei dem Erwerb eines Brötchens (Realgut) wird Geld
(Nominalgut) ausgegeben." (Wikipedia)
● Beispiele:
● Geld / Währungen,
● Gutscheine,
● Virtuelle Währungen wie auch z.B. Bitcoins, Facebook Credits, ...

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Abgrenzung: Aufwendungen Ausgaben Kosten

Aufwend-
ungen

Kosten Ausgaben

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Begriffe und Begriffsabgrenzungen

Ausgaben = Geschäftsvorfälle, die das Geldvermögen mindern


- können, müssen aber nicht Aufwand sein
- können, müssen aber nicht Kosten sein
Aufwand = die einer bestimmten Rechnungsperiode zugerechneten
Werte des Einsatzes von Gütern
- kann, muss aber nicht Ausgabe sein
(z. B. Abschreibungen -> keine Ausgabe
- kann, muss aber nicht mit Kosten identisch sein
(z. B. Abschreibungen, Zinsen)
Kosten = der in Geld bewertete Einsatz von Gütern zur
- Herstellung von Erzeugnissen
- Bereitstellung von Waren
- Erbringung von Dienstleistungen

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Auszahlung / Aufwand / Kosten

Auszahlung/Ausgabe:
● Auszahlungen/Ausgaben entsprechen jeglichem Mittelabfluss aus einem Betrieb in der
betrachteten Periode.
● Die Auszahlung/Ausgabe ist eine tatsächliche Zahlung.
Es wird keine Periodisierung vorgenommen, bzw. es ist egal wann die Verbindlichkeit
entstanden.
● Beispiele: Kauf Dienstwagens, Zahlung von Besoldungen, Tilgung von Darlehen

Aufwand:
● Der Aufwand entspricht dem wertmäßigen periodischen Verbrauch von Einsatzgütern
(Verbrauch in der betrachteten Periode). Er führt zu einer Eigenkapitalminderung.
● Es können sowohl Sachgüter (Maschinen, Papier etc.) als auch Dienstleistungen
(Inanspruchnahme von Arbeitsleistungen eigener Mitarbeiter, Einkauf von
Beratungsleistungen etc.) verbraucht werden.
● Aufwand entsteht unabhängig davon, ob der Wertverzehr mit der eigentlichen Aufgabe des
Betriebes/der Verwaltung zu tun hat oder nicht (Beispiel: Fahrzeug des Bauhofes wird
heute für den Streudienst genutzt (Zweck-Aufwand) und morgen dem DRK für eine
Kleidersammlung zu Verfügung gestellt (Neutraler Aufwand). In beiden Fällen liegt
Aufwand vor.

Kosten:
● Kosten entsprechen dem wertmäßigen periodischen Verbrauch von Einsatzgütern im
Rahmen der betriebstypischen Tätigkeit.

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Abgrenzung: Aufwand / Ertrag Kosten / Leistungen bzw. Erlöse


Aufwand / Ertrag

betriebsbedingt sachzielfremd

periodenrichtig periodenfremd

normal außergewöhnlich

Kosten / Leistungen
Neutraler Aufwand / Neutraler Ertrag
Erlöse
betriebsfremd: nicht auf die betriebliche Tätigkeit bezogen
z.B. Spenden
periodenfremd: nicht auf die Abrechnungsperiode bezogen
z.B. Vorauszahlungen
außerordentlich: unregelmäßig anfallend oder ungewöhnlich hoch
z.B. Maschinen-Crash durch Fehlbedienung
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Aufwand Kosten

= Aufwand der Periode


– sachzielfremder Aufwand
– periodenfremder Aufwand Neutraler Aufwand
– außerordentlicher Aufwand
= Zweckaufwand
= Grundkosten
Aufwandungleiche Kosten:
+ kalkulatorische Abschreibungen Ihnen stehen zwar Aufwendungen in
Anders- der Finanzbuchhaltung gegenüber;
+ kalkulatorische Wagnisse kosten ihr Wert ist jedoch für die Zwecke
+ kalkulatorische Fremdkapital-Zinsen der Kostenrechnung ungeeignet.

+
+ kalkulatorische Eigenkapital-Zinsen Aufwandlose Kosten:
Zusatz- Sie werden in der Finanzbuch-
+ kalkulatorische Miete kosten haltung nicht erfasst, da mit ihnen
keine Ausgaben verbunden sind.
+ kalkulatorischer Unternehmerlohn
kalkulatorische
=
= Kosten der Periode Kosten

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Abgrenzung von Ausgaben, Aufwendungen und Kosten

Ausgaben

Erfolgsneutrale Erfolgswirksame
Ausgaben Ausgaben

Quelle: Kostenrechnung - Eine entscheidungsorientierte Einführung


Gunther Friedl, Christian Hofmann, Burkhard Pedell
Seite 38

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Ertrag Leistungen/Erlöse

= Ertrag der Periode


– sachzielfremde Erträge
– periodenfremde Erträge neutraler Erträge
– außerordentliche Erträge
= Zweckerträge
= Grunderlöse
+ Anderserlöse:
Erlöse die anders als in der Finanzbuchhaltung
bewertet werden z.B. Lagerbestände:
Herstellungskosten versus Marktpreise kalkulatorische
Erlöse
+ Zusatzerlöse:
Erlöse, denen keine Erträge gegenüberstehen, z.B.
Wert selbstgeschaffener und -genutzter Patente
= Leistungen/Erlöse der Periode

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Abgrenzung von Einnahmen, Erträgen und Erlösen

Einnahmen

Erfolgsneutrale Erfolgswirksame
Einnahmen Einnahmen

Quelle: Kostenrechnung - Eine entscheidungsorientierte Einführung


Gunther Friedl, Christian Hofmann, Burkhard Pedell
Seite 42

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Aufwand = Zweckaufwand + Neutraler Aufwand

● Zweckaufwendungen:
Zweckaufwendungen stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem
eigentlichen Betriebszweck. Sie erfassen den Verzehr an Güter, Dienstleistungen
und Rechten, der im Rahmen der geplanten betrieblichen Leistungserstellung und
Leistungsverwertung anfällt. Zweckaufwendungen haben Kostencharakter und
werden in der Regel in die Kosten- und Leistungsrechnung direkt aus der
Finanzbuchhaltung übernommen.

● Neutrale Aufwendungen:
Neutrale Aufwendungen stehen in keinem Zusammenhang mit der Produktion und
dem Absatz oder fallen unregelmäßig in außergewöhnlicher Höhe an.
Sie setzen sich zusammen aus:
● sachzielfremden Aufwendungen
● periodenfremden Aufwendungen
● außerordentlichen Aufwendungen

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Neutrale Aufwendungen:

● Sachzielfremder oder betriebsfremder Aufwand


steht in keiner Beziehung zum Zweck der betrieblichen Tätigkeit. Er wird nicht
durch die Produktions-und Absatztätigkeit des Unternehmens verursacht.
Beispiele hierfür sind Spenden für soziale Zwecke, Kursverluste eines nicht
betriebsnotwendigen Wertpapiers.
● Periodenfremder Aufwand
entsteht zwar bei der Leistungserstellung und -verwertung, wird jedoch einer
früheren oder späteren Periode zugeordnet.
Beispiele hierfür sind Sonderabschreibungen oder Prozesskosten für einen im
Vorjahr abgeschlossenen Prozess.
● Außerordentlichen Aufwand
Ein weiterer Aspekt zur Abgrenzung des neutralen Aufwandes von den Kosten ist
die Ordentlichkeit des Wertverzehrs. Ist Aufwand zwar betrieblich verursacht, tritt
aber nicht ordentlich auf, kann er nicht in die Kostenrechnung aufgenommen
werden. Beispiele für solche außerordentlichen Vorgänge sind Verkäufe von
Anlagen unter dem Buchwert oder Forderungsverluste durch Insolvenzen.
● Neutrale Aufwendungen werden in der Kostenleistungsrechnung nicht
berücksichtigt, weil sie nicht betrieblich bedingt sind.

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Kosten:

● Grundkosten:
werden auch als aufwandsgleiche Kosten bezeichnet. Aufwandsgleiche Kosten sind
Kosten, die den Aufwendungen der Finanzbuchhaltung entsprechen.
● Anderskosten:
werden auch als aufwandsungleiche Kosten bezeichnet, d.h. sie werden mit
anderen Werten in die KLR übernommen, da die Aufwendungen der
Geschäftsbuchhaltung nicht dem verursachungsgerechten Werteverzehr und den
Anforderungen der KLR entsprechen. Hierzu zählen z.B. kalkulatorische
Abschreibungen, kalk. Zinsen (Fremdkapital) oder kalk. Wagnisse.
● Zusatzkosten:
werden auch als aufwandslose Kosten bezeichnet, d.h. sie werden in der
Finanzbuchhaltung nicht erfasst, müssen aber in der KLR zusätzlich berücksichtigt
werden. Sie stellen den leistungsmäßigen Werteverzehr dar, der zum Zwecke der
Kostenrechnung im Sinne des Opportunitätssprinzips zusätzlich verrechnet wird.
Das bedeutet, dass knappe Ressourcen wegen entgangener
Nutzungsmöglichkeiten durch Dritte auch dann in der KLR mit Kosten angesetzt
werden, wenn real keine entstanden sind. Hierzu gehören kalk. Unternehmerlohn,
kalk. Miete und kalk. Zinsen (Eigenkapital).

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Kosten versus Ausgaben

1. Ausgaben ≠ Kosten
z. B. – Ausgaben für den Erwerb eines Grundstücks
– Ausgaben für Kapitalrückzahlungen (Tilgungen)

2. Kosten ≠ Ausgaben
z. B. unentgeltliche Überstunden, Eigenkapitalzinsen

3. Ausgaben = Kosten (wenn sie zeitlich zusammenfallen)


z. B. Personalkosten, Raumkosten

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Kosten versus Ausgaben

4. Ausgaben, die später zu Kosten führen


z. B. Ausgaben für den Erwerb eines Pkw
=> später Abschreibungen

5. Kosten, die später zu Ausgaben führen


z. B. - Rohstoffe werden eingesetzt, aber erst in der nächsten
Periode bezahlt
- Rückstellungen (Urlaub, Pensionen,
unterlassene Instandhaltung)

Ausgaben und Kosten können in der Bewertung voneinander


abweichen, wenn Verrechnungspreise der Kostenrechnung mit
Beschaffungspreisen nicht übereinstimmen.

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Kosten versus Aufwand

• Aufwand = Begriff aus der Buchführung (Ergebnisrechnung)


• Kosten = Begriff aus der Kostenrechnung

Aufwand
neutraler
Zweckaufwand
Aufwand

Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten

Kosten

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Aufwand neutraler versus Zweckaufwand


Aufwand
neutraler
Zweckaufwand
Aufwand

Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten

Kosten

Aufwand

neutraler Aufwand Zweckaufwand

= Aufwand, der keine Kosten darstellt = Aufwand, der zugleich Kosten darstellt
(kostenloser Aufwand), weil er nicht (kostengleicher Aufwand), weil er durch
durch die Leistungserstellung ver- die Leistungserstellung verursacht wird.
ursacht wird.

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Neutraler Aufwand
Aufwand
neutraler
Zweckaufwand
Aufwand

Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten

Kosten

Beispiele für neutralen Aufwand


● außerordentlicher Aufwand durch Unfallschaden an einem Pkw
● Aufwand für Schäden durch höhere Gewalt
(z. B. Elektronikschaden nach Blitzeinschlag)
● periodenfremder Aufwand
(z. B. Rückstellungsaufwand für in Vorjahren unterlassene
Instandhaltungen)

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Zweckaufwand
Aufwand
neutraler
Zweckaufwand
Aufwand

Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten

Kosten

Beispiele für Zweckaufwand


● Personalaufwand (Entgelte, Sozialversicherungsbeiträge, etc.)
● Aufwand für Unterhaltung und Bewirtschaftung
(z.B. Wartungsaufwand)
● Zuwendungen, Umlagen, sonstige Transferaufwendungen
(z.B. Zuwendungen für laufende Zwecke, Schuldendiensthilfen …)
● periodengerechter Rückstellungsaufwand
(z.B. für im Haushaltsjahr unterlassene Instandhaltungen)
● Zinsaufwand für Kredite
● bilanzielle Abschreibungen
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Grundkosten – Anderskosten – Zusatzkosten


Aufwand
Stehen immer im Zusammenhang mit
neutraler
Aufwand
Zweckaufwand Prozess der Leistungserstellung!
Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten

Kosten

Kosten

Grundkosten Anderskosten Zusatzkosten


= Kosten, die zugleich = Kosten, die mit anderem = Kosten, die keinen
Aufwand darstellen Wert erfasst werden, als Aufwand darstellen
(aufwandsgleiche Kosten) der entspr. Aufwand in der (aufwandslose Kosten)
z. B. Personalaufwand Buchführung z. B. Unternehmerlohn,
(aufwandsungleiche Kosten) Eigenkapitalverzinsung
z. B. kalkulatorische
Abschreibungen,
kalkulatorische Zinsen

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kalkulatorische Abschreibung
Aufwand
neutraler
Zweckaufwand
Aufwand

Anderskosten Zusatzkosten
Grundkosten
Kalkulatorische Kosten
Beispiel: kalkulatorische Abschreibung
Kosten

In einer Verwaltung werden kalkulatorische Abschreibungen von 10.000 €


berechnet. Der gegenüberstehende tatsächliche Aufwand (bilanzielle
Abschreibung) beträgt
a) 8.000 € b) 11.500 €
a) Die kalkulatorischen Abschreibungen gehören bis zur Höhe von
8.000 € zu den Grundkosten und mit 2.000 € zu den Anderskosten.

b) Die kalkulatorischen Abschreibungen gehören in voller Höhe von 10.000 €


zu den Grundkosten. (1.500 € = neutraler Aufwand)

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Abgrenzung: Aufwendungen Ausgaben Kosten


Erträge Einnahmen Leistungen

Aufwend-
Erträge
ungen

Leistungen/
Kosten Ausgaben Einnahmen
Erlöse

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Abgrenzung: Ausgaben Kosten Aufwend-


ungen

Ausgaben
① ② ③ Kosten Ausgaben

Kosten

Begriff: Beispiel:
Ausgaben, die Nicht_Kosten, z.B. Gewinnausschüttung, Privatentnahmen,
① Ausgaben für nicht betriebsbedingten Verbrauch (neutral)
keine Kosten sind
Noch_nicht_Kosten, z.B. Kauf von Rohstoffen die in der
nächsten Periode verbraucht werden, Kauf von Anlagen die über
mehrere Jahre abgeschrieben werden
Ausgaben, Kosten, z.B. periodengerecht gezahlte Löhne, Gehälter, Kauf
② die Kosten sind von Rohstoffen und Verbrauch in der gleichen Periode
Kosten, die Nicht_Ausgaben: z.B. Verbrauch unentgeltlich erworbener
③ Güter für Leistungserstellung, Zusatzkosten
keine Ausgaben sind
Noch_nicht_Ausgaben, z.B. noch nicht in Rechnung gestellte
Güter werden bereits zur Leistungserstellung verbraucht; Löhne
und Gehälter werden erst am Monatsende gezahlt

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Abgrenzung: Aufwendungen Kosten Aufwend-


ungen

Neutrale Aufw. Zweck Aufw.


① ② ③ Kosten Ausgaben

Grundkosten Anders- + Zusatzkosten

Begriff: Beispiel:
Aufwendungen, die Betriebsfremde Aufwendung. z.B. Spenden, Aufwendungen
① für Sanierungen
keine Kosten sind
Außerordentliche Aufwendungen, z.B. Verkauf einer Maschine
unter Buchwert, Insolvenzverluste
Periodenfremde Aufwendungen, z.B. Steuernachzahlung,
Prozesskosten für einen im Vorjahr abgeschlossenen Proz.
Aufwendungen, Aufwand=Kosten, z.B. verarbeitete Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe,
② Löhne und Gehälter, Dienstleistungen von außen
die Kosten sind
Anderskosten z.B. als derjenige Teil der kalkulatorischen
③ Kosten, die
keine Aufwendungen Abschreibungen, welcher über die bilanzielle Abschreibung
sind hinausgeht.
Zusatzkosten z.B. Kosten die nicht in der Finanzbuchhaltung
erfasst werden, z.B. kalkulatorische Miete

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Abgrenzung: Ausgaben Aufwendungen Aufwend-


ungen

Ausgaben
① ② ③ Kosten Ausgaben

Aufwendungen

Begriff: Beispiel:
Ausgaben, die Noch_nicht_Aufwendungen, z.B. Kauf von Rohstoffen
① und Verbrauch in einer späteren Periode
keine Aufwendungen sind
Nicht_mehr_Aufwendungen: z.B. verbrauchte Rohstoffe
werden in nächster Periode bezahlt.
Nicht_Aufwendungen, z.B. Privatentnahme in Geld
(kein Güterverbauch, erfolgsneutral)
Ausgaben, Ausgaben=Aufwand, z.B. Kauf von Rohstoffen und
② Verbrauch in der gleichen Periode
die Aufwendungen sind

③ Aufwendungen, die Nicht_mehr_Ausgaben, z.B. Abschreibung einer früher


keine Ausgaben sind angeschafften Maschine, Verzehr von Lager
Nicht_Ausgaben: z.B. Abschreibungen einer geschenkten
Maschine

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Abgrenzung: Einnahmen Leistungen / Erlöse Erträge

Einnahmen
① ② ③ Leistungen/
Erlöse
Einnahmen

Leistungen / Erlöse

Begriff: Beispiel:
Einnahmen, die Nicht_Leistungen, z.B. Einnahmen aus Wertpapier-
① spekulationen, Mieten für ein Wohnhaus
keine Leistungen sind
Noch_nicht_Leistungen, z.B. Vorauszahlung vom Kunden
Einnahmen=Leistung, z.B. verkaufte Fertigteile
② Einnahmen,
die Leistungen sind
Leistungen, die Nicht_Einnahmen, z.B. verschenkte Fertigfabrikate

keine Einnahmen sind Noch_nicht_Einnahmen, z.B. gelieferte Fertigfabrikate,
Rechnung folgt noch

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Abgrenzung: Erträge Leistungen / Erlöse Erträge

Neutrale Erträge Zweckerträge


① ② ③ Leistungen/
Erlöse
Einnahmen

Grundleistung Zusatzleistung

Begriff: Beispiel:
Erträge, die Betriebsfremde Erträge, z.B. Zins- und Mieterträge aus nicht
① betriebsnotwendigem Vermögen
keine Leistungen sind
Außerordentliche Erträge, z.B. Verkauf einer Maschine
über Buchwert,
Periodenfremde Erträge, z.B. Steuerrückzahlung

Erträge, Erträge=Leistung, z.B. Erträge aus betriebsbedingter Tätigkeit


② als Verkauf der Fertigerzeugnisse oder Dienstleistungen
die Leistungen sind
Nicht_Erträge, z.B. unentgeltlich abgegebene Fertigerzeugnisse
③ Leistungen, die
keine Erträge sind oder Dienstleistungen (Kulanzregelungen etc.)

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Abgrenzung: Einnahmen Erträge Erträge

Einnahmen
① ② ③ Leistungen/
Erlöse
Einnahmen

Erträge

Begriff: Beispiel:
Einnahmen, die Noch_nicht_Erträge, z.B. in Form von erhaltenen
① Anzahlungen (= Einzahlungen)
keine Erträge sind
Nicht_mehr_Erträge: z.B. Barzahlung einer
Warenforderung (= Einzahlung)
Nicht_Erträge, z.B. Rückzahlung eines gewährten
Darlehens durch Schuldner (= Einzahlung)
Einnahmen=Erträge, z.B. Verkauf von Erzeugnissen, die
② Einnahmen,
die Erträge sind in der Rechnungsperiode erstellt wurden.
Noch_nicht_Einnahmen, z.B. Produktion auf Lager
③ Erträge, die
keine Einnahmen sind Nicht_mehr_Einnahmen, z.B. Lieferung von früher durch
Vorauszahlung bezahlten Produkten
Nicht_Einnahmen: z.B. innerbetriebliche Leistungen wie
selbst erstellte Anlagen
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Wirtschaftlichkeit

●Wirtschaftlichkeit ist das Maß für die Einhaltung des ökonomischen


Prinzips.
●Maximal Prinzip: mit gegebenen Mittel einen
größtmöglicher Erfolg erwirtschaften
●Minimal Prinzip: einen vorgegebenen Erfolg
mit geringstmöglichsten Mitteln zu erreichen

Erträge
●(Ertrag-) Wirtschaftlichkeit =
Aufwendungen

●(Kosten-) Wirtschaftlichkeit = Leistungen


Kosten

SOLL-Leistungen
●Wirtschaftlichkeit =
SOLL-Kosten

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Produktivität

●Produktivität ist ein Maß für die mengenmäßige Ergiebigkeit einer


Produktionsfaktorkombination

●Produktivität = Mengenergebnis der Faktorkombination


Faktoreneinsatzmenge

Erzeugte Menge
●Materialproduktivität =
Materialeinsatzmenge

Erzeugte Menge
●Arbeitsproduktivität = Arbeitsstunden
Arbeitsstunden Arbeiterzahl
Fertigungsstunden

Erzeugte Menge
●Betriebsmittelproduktivität = Maschinenstunden
Maschinenstunden Maschinenanzahl
Nutzfläche

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Rentabilität

●Rentabilität ist das Verhältnis des Periodenerfolgs zu einer anderen


Bezugsgröße (z.B. Umsatz, Eigen-, Fremdkapital…)
Die Rentabilität ist eine Vergleichs Kennziffer zu anderen Perioden
oder ähnlich strukturierten Betrieben.

Erfolg
●Umsatz-Rentabilität =
Umsatz

Erfolg
●Eigenkapital-Rentabilität =
Eigenkapital

●Gesamtkapital-Rentabilität = Erfolg + verrechnete Fremdkapitalzinsen


Gesamtkapital

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Funktionelle Gliederung des Rechnungswesen

Die inhaltliche und zahlenmäßige Abgrenzung zwischen „Aufwand“ und „Kosten“ einerseits sowie
„Ertrag“ und „Leistung“ andererseits wird im System der Kosten- und Leistungsrechnung über die
Abgrenzungsrechung vorgenommen.
Quelle: von Känel, Kostenrechung und Controlling

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Rechnungskreise

Rechnungskreis I Rechnungskreis II

Finanzbuchführung Betriebsbuchführung
Kontenklassen 0 - 8 Kontenklassen 9
Abschlussgliederungsprinzip Prozessgliederungsprinzip

Bestands- Erfolgs- Eröffnung Abgrenzungs- Kosten- und


rechnung rechnung Abschluss rechnung Leistungsrechnung

Konten- Konten- Konten Konten- Konten-


klasse klasse klasse gruppen gruppen
0-4 5-7 8 90 - 92 93 - 98

Abgrenzungs- Betriebs-
Bilanz G+V ergebnis ergebnis
Gewinn+Verlust

Gesamtergebnis Rechnungskreis I Gesamtergebnis Rechnungskreis II

Abstimmung
Quelle: Steger, 2001

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Quelle: Kostenrechnung, Olfert K.

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Quelle: Kostenrechnung, Olfert K.


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Quelle: Kostenrechnung, Olfert K.


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Prüfen Sie welche Aussagen richtig oder falsch sind:

1) Aufwendungen und Erträge sind Begriffe der Erfolgsrechnung der FiBu.

2) Aufwendungen sind zugleich auch immer Ausgaben des Unternehmens.

3) Einnahmen sind zugleich auch immer Erträge des Unternehmens.

4) Neutrale Aufwendungen entstehen bei der Verfolgung betriebsfremder Ziele.

5) Unter Aufwendungen versteht man den Werteverzehr im Untern. für betriebl. Zwecke.

6) Das Betriebsergebnis wird aus der Gegenüberstellung der neutralen Aufwendungen


und der Leistungen ermittelt.

7) Das Gesamtergebnis der Unternehmung im RK I enthält sowohl das Betriebsergebnis


als auch das Ergebnis aus neutralen Aufwendungen und Erträgen.

8) Ein Betriebsgewinn wird erwirtschaftet, wenn die Leistungen höher als die Kosten sind.

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Beispiel: Leistungen / Ertrag der Periode

Gesamtertrag Gesamtleistung
Verkauf von Fertigprodukten 130.000 € 130.000,- 130.000,-
Aktivierte Eigenleistungen 50.000 € 50.000,- 50.000,-
Zinsen für eine Festgeldanlage 25.000 € 25.000,-
Mieteinnahme für Betriebskran 20.000 € 20.000,-

225.000,- 180.000,-

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Beispiel 2: Kosten / Aufwand der Periode

Gesamtaufwand Gesamtkosten
Verbrauch Büromaterial 30.000 € 30.000,- 30.000,-

Personalkosten 200.000 € 200.000,- 200.000,-


kalkulatorische Abschreibung 80.000 € 80.000,-
Eigenkapitalzinsen 25.000 € 25.000,-
bilanzielle Abschreibungen 120.000 € 120.000,-
Sachspende 20.000 € 20.000,-

370.000,- 335.000,-

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Beispiel 3

Geschäftsvorfall Auszahlung Aufwand Kosten

Zinszahlung an die Bank für


einen Liquiditätskredit ?
X ?
X ?
X
Bezahlung einer offenen
Lieferantenrechnung über
bereits geliefertes Heizöl
?
X ? ?
Einkauf Büromaterial /
Barzahlung ?
X ?
X ?
Verkauf eines unbebauten
Grundstücks zum Preis von
50.000 € auf Ziel ?- -? ?-
Buchwert 50.000 €

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Selbststudium:
ebook: Kostenrechnung Trainer Prof. Dr. Jörg Wöltje

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Selbststudium: online Schulung

●Youtube: „onlinedozent“

●Zwei Übungen:

● Zeitaufwand: 11 Minuten
Youtube: „onlinedozent“
6. Auszahlung, Ausgabe, Aufwand, Kosten ►
Übung mit Lösung - Grundbegriffe des Rechnungswesen

● Zeitaufwand: 9 Minuten
Youtube: „onlinedozent“
7. Auszahlung, Ausgabe, Aufwand, Kosten ►
anspruchsvollere Übung ◄ Grundbegriffe des
Rechnungswesens

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