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Investitionsrechnung und technisches Controlling

Teilkostenrechnung

● Probleme der Vollkostenrechnung


● Umsatz - Gewinn - Deckungsbeitrag
● Teilkostenrechnung
● Deckungsbeitrag

Prof. Dr.-Ing. Stefan Scherbarth www. t h - d e g . d e 1


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Vollkosten und Grenzkostenrechnung im Vergleich

Kostenrechnungssystem

Vollkostenrechnung Grenzkostenrechnung

beruht auf der Abgrenzung beruht auf der Abgrenzung


von von

Einzelkosten Gemeinkosten Variable Kosten FixeKosten

Wofür entstehen Kosten? Wofür entstehen Kosten?

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Probleme der Vollkostenrechnung

Die Vollkostenrechnung hat folgende Nachteile:


● Fixkosten werden in Form von Zuschlagsätzen proportionalisiert und den
Leistungseinheiten zugeschlagen.
● Gemeinkosten werden den Einzelkosten proportional zugeordnet.
● Gemeinkosten, die für mehrere Leistungsarten gemeinsam anfallen
werden auf die einzelnen Leistungsarten aufgeschlüsselt.
● Zusammenhänge werden nicht korrekt wiedergegeben.

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Gefahr der Proportionalisierung der fixen Gemeinkosten


Die Gemeinkosten eines Industriebetriebs sind überwiegend als Fixkosten
anzusehen.
Sie betrugen im Abrechnungszeitraum 3. Quartal 600.000 €, der Beschäftigungs-
grad in dieser Periode betrug 2.000 Stück. Daraus leitet sich ein Gemeinkosten-
zuschlag von 300 € pro Stück ab.
Für die kommenden beiden Quartale rechnet das Unternehmen mit
Beschäftigungsgraden von 1.000 bzw. 4.000 Stück.
Die traditionelle Vollkostenrechnung würde bei ihren Planungen von
1.000 x 300 € = 300.000 € bzw.
4.000 x 300 € = 1.200.000 € ausgeben.
Tatsächlich entstehen aber aufgrund des Fixkostencharakters stets
Gemeinkosten von 600.000 €.
Niedrige Beschäftigungsgrade dagegen zu einer Kostenunterdeckung,
hohe Beschäftigungsgrade führen somit zu einer Kostenüberdeckung.
Die Proportionalisierung der Fixkosten führt somit zu einer falschen Signalwirkung,
für unternehmerische Entscheidungen werden:
● bei zunehmender Beschäftigung zu hohe Kosten,
● bei rückläufiger Beschäftigung geringere Kosten
angezeigt, als dies in Wirklichkeit der Fall ist.
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Probleme der Vollkostenrechnung

Man kann sich aus dem Markt kalkulieren


● Jemand bietet eine Busreise nach Rom an
● Fahrer und Bus kosten für 3 Tage 2.000 €
● Pro Fahrgast fallen Übernachtungskosten und Eintritte in Höhe von 80 € an
● Der Bus kann max. 75 Personen befördern
● Es wird mit einer Auslastung von 50 Personen gerechnet.
● Es wird ein Kostenpreis von 120 (40 + 80) verlangt
● Es melden sich aber nur 40 Personen an
● Bei der nächsten Reise steigt der Preis dementsprechend auf 130 €.
Es kommen nur noch 20 Personen.
● Der Preis auf der dritten Reise steigt auf 180 €.
Es kommt gar keiner mehr.

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Alternative zur Vollkostenrechnung

● Bei einem Preis von 120 € waren nur 40 Personen interessiert.


● Hätte man auf Vollauslastung geplant (75 Personen), wäre man mit
einem Kostenpreis von 107 € ausgekommen.
● Die Frage ist also, ob man, wenn Verlust vermieden werden soll,
Preise erhöht oder aber sogar ggf. gesenkt werden sollen.
Die Entscheidung darüber kann nur mit Hilfe der Kenntnis der
Aufteilung der Gesamtkosten in variable und fixe Bestandteile erfolgen.

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Entscheidung über Annahme oder Ablehnung eines


Zusatzauftrages bei unausgelasteten Kapazitäten

Produktion Fix- Variable Gesamte Umsatz Ergebnis


kosten Kosten Kosten
1.000 Stück 30.000 € 80.000 € 110.000 € 100.000 € -10.000 €

Kalkulation eines Zusatzauftrages über 100 Stück bei einem Preis


von 100 €/Stück und variablen Kosten von 80 €/Stück

A B
Vorkalkulation: Deckungsbeitragskalkulation:
Ablehnung des
Zusatzauftrages; Variable Kosten 80 €/Stück
altes Betriebs- Fixkosten 30 €/Stück
Gesamtkosten 110 €/Stück Erlös 100 €/Stück
ergebnis
bleibt bestehen Erlös 100 €/Stück Variable Kosten 80 €/Stück
Verlust 10 €/Stück Deckungsbeitrag 20 €/Stück

Annahme des Zusatzauftrages;


neues Betriebsergebnis
weist verringerten Verlust aus

Produktion Fix- Variable Gesamte Umsatz Ergebnis


kosten Kosten Kosten
1.100 Stück 30.000 € 88.000 € 118.000 € 110.000 € -8.000 €

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Deckungsbeitrag im Gewinn- und Verlustfall

Gewinn

Verlust=ungedeckte
DB
Erlös

Fixkosten
Fix-Kosten
Gedeckte Fix-

Erlös
Kosten DB

Variable Kosten Variable Kosten

Deckungsbeitrag Deckungsbeitrag
im Gewinnfall im Verlustfall

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Teilkostenrechnung - Deckungsbeitrag

Umsatz - Gewinn Deckungsbeitrag

Gewinn

Deckungsbeitrag
Fixe Kosten Deckungsbeitrag

Variable Kosten Variable Kosten Variable Kosten

Vollkostenbetrachtung Deckungsbeitrag bei Deckungsbeitrag


voller Abdeckung nur zur Abdeckung
von Fixkosten und und der Fixkosten
Gewinn ohne Gewinn

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Trennung in Variable und Fixe-Kosten

● Zielsetzung: Aufteilung der Kostenarten in:


● Fixe Kosten
● Variable Kosten
● Gemische Kosten

● Möglichkeiten zur Trennung der Kosten:


● Erfahrungswissen bzw. Expertenwissen
● Technische Analyse:
Beurteilung der physischen Charakteristika durch Ingenieure,
sehr zeit- und kostenintensiv
● Expertenurteil:
Spezialisten mit Erfahrungswissen werden befragt,
schnelle praxisnahe Resultate und Lernkurve jedoch subjektiv

● Quantitative Methoden:
● Mini-Max-Methode (Schichtkostenverfahren)
● Ausgleichsgerade (grafisch oder mathematisch)
● S-Kurve (grafisch oder mathematisch)

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Teilkostenrechnung Definition: Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag (DB):
● DB = Umsatzerlöse - leistungsabhängige (zurechenbare / variable) Kosten
● Unternehmensergebnis = DB - zeitabhängige (fixe) Kosten

Fixkosten in der Deckungsbeitragsrechung:


● Die Fixkosten werden nicht mehr pro Stück gerechnet,
sondern als Gesamtblock mitgeführt.
● Betriebsergebnis = Deckungsbeitrag – Fixkosten
● Betriebsergebnis = Umsatz – variable Kosten – Fixkosten

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Teilkostenrechnung - Grenzkostenrechnung

Einzelkostenrechnung Grenzkostenrechnung
Direct Costing (einstufig oder mehrstufig)

Nettoumsätze Nettoumsätze

– Einzelkosten – variable Kosten

– fixe, zuordenbare Kosten

= DB = DB1

– Gemeinkosten – fixe, nicht zuordenbare Kosten

= Nettoergebnis = Nettoergebnis

Einzelkostenrechnung: Grenzkostenrechnung:
DB = Gesamterlös - direkte Kosten DB = Gesamterlös - variable Kosten

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Teilkostenrechnung – Deckungsbeitrag DB1, DB2, DB3, DB4

Definition des Deckungsbeitrag:


DB 1 = Brutto_Erlöse – Erlösschmälerungen – direkt zurechenbare
Herstellkosten
DB 2 = DB 1 – direkte Vertriebs- und Marketingkosten
DB 3 = DB 2 – sonstige direkte variable Kosten
DB 4 = DB 3 – direkt zurechenbare fixe Kosten
Gewinn = Summe aller DB 4 – nicht zuordenbare fixe Kosten
Erlösschmälerungen z.B. (Boni, Skonti)

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Ein- und Mehrstufige Deckungsbeitragrechnung

Einstufige Produktgruppe A Produkt B


Deckungsbeitragsrechnung A1 A2 Summe A B Summe
Nettoerlöse 3.900 1.365 5.265 1.950 7.215
– variable Kosten 3.000 1.050 4.050 1.700 5.750
= Deckungsbeitrag 900 315 1.215 250 1.465
– fixe Kosten 1.540
= Betriebserfolg -75

Mehrstufige Produktgruppe A Produkt B


Deckungsbeitragsrechnung A1 A2 Summe A B Summe
Nettoerlöse 3.900 1.365 5.265 1.950 7.215
– variable Kosten 3.000 1.050 4.050 1.700 5.750
= Deckungsbeitrag (I) 900 315 1.215 250 1.465
– den Produkten
400 260 660 280 940
zurechenbare Fixkosten
= Deckungsbeitrag (II) 500 55 555 -30 525
– den Produktgruppen
378 102 480
zurechenbare Fixkosten
= Deckungsbeitrag (III) 177 -132 45
– nicht zurech. Fixkosten 120
= Betriebserfolg -75

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Aufteilung der Fix-Kosten Blöcke für DB1 – DB4

● Fixkosten, die der einzelnen Erzeugnisart zugerechnet werden können:


(z.B. FuE-Kosten, Kosten einer speziell auf den Absatz einer Produktart
gerichteten Marketingmaßnahme, Kosten für Spezialwerkzeuge zur
Herstellung dieser Produktart, Abschreibungen auf eine
Einproduktanlage),
● Fixkosten, die durch einzelne Erzeugnisgruppen entstehen:
z.B. Miete für ein Gebäude, in dem verschiedene Produktarten hergestellt
werden),
● Fixkosten, die mit einzelnen Kostenstellen im Zusammenhang stehen:
(z.B. Gehalt des Leiters einer Kostentelle, in der einzelne Produktarten
bearbeitet werden),
● Fixkosten einzelner Betriebsbereiche:
(z.B. Gehalt des Bereichsleiters (Niederlassungsleiters),
● Fixkosten der Gesamtunternehmung:
(z.B. Gehalt des Buchhalters des Unternehmens, Vorstandsgehälter,
Kosten einer imagepflegenden Maßnahme des Unternehmens).

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
Sparte/Bereich Bereich 1 Bereich 2
Produktgruppe 11 12 21 22
Produktart 111 112 113 121 122 211 212 221 222 223
Nettoerlöse 100 87 59 86 120 95 43 76 32 52
– variable Kosten 56 42 22 61 65 66 11 43 12 25
= Deckungsbeitrag 1 44 45 37 25 55 29 32 33 20 27
– Produktart-Fixkosten 15 30 25 10 32 11 16 21 8 E
= Deckungsbeitrag 2 29 15 12 15 23 18 16 12 12 22
Summe DB 2 56 38 34 46
– Produktgruppen-Fixkosten 22 13 16 32
= Deckungsbeitrag 3 34 25 18 14
Summe DB 3 59 32
– Bereichs-Fixkosten 12 6
= Deckungsbeitrag 4 47 26
Summe DB 4 73
– Unternehmens-Fixkosten 20
= Betriebsergebnis 53
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DB-Faktor oder relativer DB

DBU = DB / Umsatz DB-Faktor oder relativer DB


Beispiele für die Verwendung des DB zur Betriebssteuerung:
Steuerung eines Engpasses:
Spezifischer DB (€/h) = DB Gesamt / Durchlaufzeit am Engpass
Bewertung von Aufträgen oder Verteilung von Budgets:
Prioritätskennzahl = DB x DBU(%) / 100

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DBU-Faktors

Beispiele für die Verwendung des DBU


Der DBU-Faktor wird unter anderem bei der Break-even-Analyse
eingesetzt. Belaufen sich die Fixkosten auf 400.000€ pro Monat, dann
muss beim DBU-Faktor von 0,50 (= 50 %) mindestens ein Monatsumsatz
von 800.000€ erzielt werden, um Verluste zu vermeiden.

Eine Werbeetatsteigerung um 100.000€ jährlich lohnt sich beim DBU-


Faktor 0,33 (= 33 %) nur dann, wenn die Umsatzsteigerung mindestens
300.000€ beträgt.

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Teilkostenrechnung – Kostenrechnungsverfahren

Bedeutung der Kostenrechnungsverfahren:


früher: primär Kalkulation, Preisbildung (Vor- und Nachkalkulation)
heute: primär Entscheidungsvorbereitung und Kontrolle

Heute mit dem hauptsächlichen Einsatz der Teilkostenrechnung gilt:


● Die Teilkostenrechnung verzichtet auf die Schlüsselung aller Kosten auf
die Kostenträger.
● Die verbleibenden, nicht zugeordneten Kosten müssen durch die Erträge
aller Produkte getragen werden.
● Zentrale Kenngröße ist der Deckungsbeitrag jedes einzelnen Produktes
oder Kostenträgers.
● Solange ein Kostenträger einen positiven DB aufweist, trägt er zur
Fixkostendeckung und damit zur Verbesserung des Betriebsergebnisses
bei.

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

A B C D E Summe
Nettoerlös 50.000 85.000 165.000 80.000 50.000 430.000
- variable Vertriebskosten 1.000 3.000 9.000 2.000 2.000 17.000

- variable Herstellkosten 52.000 36.000 80.000 40.000 38.000 246.000

Deckungsbeitrag DB1 -3.000 46.000 76.000 38.000 10.000 167.000

- Erzeugnis-Fixkosten 4.000 14.000 50.000 24.000 10.000 102.000

Deckungsbeitrag DB2 -7.000 32.000 26.000 14.000 0 65.000

Summe Erzeugnissgruppe 25.000 26.000 14.000 65.000

- Erzeugnisgr.-Fixkosten 4.000 15.000 12.000 31.000

Deckungsbeitrag DB3 21.000 11.000 2.000 34.000

Summe-Bereiche 32.000 2.000 34.000

- Bereichs-Fixkosten 15.000 4.000 19.000

Deckungsbeitrag DB4 17.000 -2.000 15.000

Summe-Unternehmen 15.000 15.000

- Unternehmens-Fixkosten 10.000 10.000

Unternehmenserfolg 5.000 5.000

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

A B C D E Summe
Nettoerlös 50.000 85.000 165.000 80.000 50.000 430.000
- variable Vertriebskosten 1.000 3.000 9.000 2.000 2.000 17.000

- variable Herstellkosten 52.000 36.000 80.000 40.000 38.000 246.000

Deckungsbeitrag DB1 -3.000 46.000 76.000 38.000 10.000 167.000

- Erzeugnis-Fixkosten 4.000 14.000 50.000 24.000 10.000 102.000

Deckungsbeitrag DB2 -7.000 32.000 26.000 14.000 0 65.000

Summe Erzeugnissgruppe 25.000 26.000 14.000 65.000

- Erzeugnisgr.-Fixkosten 4.000 15.000 12.000 31.000

Deckungsbeitrag DB3 21.000 11.000 2.000 34.000

Summe-Bereiche 32.000 2.000 34.000

- Bereichs-Fixkosten 15.000 4.000 19.000

Deckungsbeitrag DB4 17.000 -2.000 15.000

Summe-Unternehmen 15.000 15.000

- Unternehmens-Fixkosten 10.000 10.000

Unternehmenserfolg 5.000 5.000

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

A B C D E Summe
Nettoerlös 50.000 85.000 165.000 80.000 50.000 430.000
- variable Vertriebskosten 1.000 3.000 9.000 2.000 2.000 17.000

- variable Herstellkosten 52.000 36.000 80.000 40.000 38.000 246.000

Deckungsbeitrag DB1 -3.000 46.000 76.000 38.000 10.000 167.000

- Erzeugnis-Fixkosten 4.000 14.000 50.000 24.000 10.000 102.000

Deckungsbeitrag DB2 -7.000 32.000 26.000 14.000 0 65.000

Summe Erzeugnissgruppe 25.000 26.000 14.000 65.000

- Erzeugnisgr.-Fixkosten 4.000 15.000 12.000 31.000

Deckungsbeitrag DB3 21.000 11.000 2.000 34.000

Summe-Bereiche 32.000 2.000 34.000

- Bereichs-Fixkosten 15.000 4.000 19.000

Deckungsbeitrag DB4 17.000 -2.000 15.000

Summe-Unternehmen 15.000 15.000

- Unternehmens-Fixkosten 10.000 10.000

Unternehmenserfolg 5.000 5.000

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

A B C D E Summe
Nettoerlös 50.000 85.000 165.000 80.000 50.000 430.000
- variable Vertriebskosten 1.000 3.000 9.000 2.000 2.000 17.000

- variable Herstellkosten 52.000 36.000 80.000 40.000 38.000 246.000

Deckungsbeitrag DB1 -3.000 46.000 76.000 38.000 10.000 167.000

- Erzeugnis-Fixkosten 4.000 14.000 50.000 24.000 10.000 102.000

Deckungsbeitrag DB2 -7.000 32.000 26.000 14.000 0 65.000

Summe Erzeugnissgruppe 25.000 26.000 14.000 65.000

- Erzeugnisgr.-Fixkosten 4.000 15.000 12.000 31.000

Deckungsbeitrag DB3 21.000 11.000 2.000 34.000

Summe-Bereiche 32.000 2.000 34.000

- Bereichs-Fixkosten 15.000 4.000 19.000

Deckungsbeitrag DB4 17.000 -2.000 15.000

Summe-Unternehmen 15.000 15.000

- Unternehmens-Fixkosten 10.000 10.000

Unternehmenserfolg 5.000 5.000

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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

A B C D E Summe
Nettoerlös 50.000 85.000 165.000 80.000 50.000 430.000
- variable Vertriebskosten 1.000 3.000 9.000 2.000 2.000 17.000

- variable Herstellkosten 52.000 36.000 80.000 40.000 38.000 246.000

Deckungsbeitrag DB1 -3.000 46.000 76.000 38.000 10.000 167.000

- Erzeugnis-Fixkosten 4.000 14.000 50.000 24.000 10.000 102.000

Deckungsbeitrag DB2 -7.000 32.000 26.000 14.000 0 65.000

Summe Erzeugnissgruppe 25.000 26.000 14.000 65.000

- Erzeugnisgr.-Fixkosten 4.000 15.000 12.000 31.000

Deckungsbeitrag DB3 21.000 11.000 2.000 34.000

Summe-Bereiche 32.000 2.000 34.000

- Bereichs-Fixkosten 15.000 4.000 19.000

Deckungsbeitrag DB4 17.000 -2.000 15.000

Summe-Unternehmen 15.000 15.000

- Unternehmens-Fixkosten 10.000 10.000

Unternehmenserfolg 5.000 5.000

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Relativer Deckungsbeitrag

A B C D E Summe
Nettoerlös 12% 20% 38% 19% 12% 100%
Deckungsbeitrag DB1 -6% 54% 46% 48% 20% 39%
Deckungsbeitrag DB2 -14% 38% 16% 18% 0% 15%
Deckungsbeitrag DB3 16% 7% 2% 8%
Deckungsbeitrag DB4 6% -2% 3%
Unternehmenserfolg 1% 1%

DB
DBU = DB-Faktor oder relativer DB
Umsatz

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Berechnung als Vollkostenrechnung


Welches Produkt ist besonders förderungswürdig,
unter der Voraussetzung nicht ausgeschöpfter Produktions-Kapazitäten?

BEISPIEL: Ein Unternehmen stellt Toaster in drei Varianten her. Für die drei
Modelle liegen aus den Vormonaten folgende Daten vor (hergestellte
Menge und abgesetzte Menge stimmen überein):

Single Family Luxus gesamt


Menge in St. 5.000 8.000 4.000 17.000
Umsatz in € 90.000 192.000 128.000 410.000
– variable Kosten 25.000 64.000 40.000 129.000
– Fixkosten 50.000 102.000 105.000 257.000
= Betriebsergebnis + 15.000 + 26.000 – 17.000 + 24.000
Stückgewinn + 3,00 + 3,25 – 4,25

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Deckungsbeitragsrechnung

Single Family Luxus


Menge in St. 5.000 8.000 4.000
Umsatz in € 90.000 192.000 128.000
– variable Kosten 25.000 64.000 40.000
= Deckungsbeitrag + 65.000 + 128.000 + 88.000
db (DB je Stück) + 13,00 + 16,00 + 22,00
oder:
Single Family Luxus
Stückerlös 18,00 24,00 32,00
– variable Kosten/St. 5,00 8,00 10,00
db (DB je Stück) + 13,00 + 16,00 + 22,00
oder Stück_DB
Mit einer Absatzerhöhung um 1000 Stk.
würde der Gewinn um 22.000 € steigen

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Deckungsbeitrag zur Produktbeurteilung

Welches Produkt wäre zu bevorzugen,


wenn ein (fixer) zusätzlicher Umsatz in € realisierbar wäre.
(bei konstanten Stückerlösen und ohne Kapazitätsengpässe)

BEISPIEL: Der Toaster-Hersteller könnte aufgrund gestiegener


Nachfrage einen zusätzlichen Umsatz von 36.000 € erzielen,
und zwar durch jeweils ein verstärkt produziertes und abgesetztes
Modell. Es ergeben sich folgende Alternativen:

Zusatz-
Modell Zusatzumsatz / Stückerlös =
Stückzahl
Single 36.000 € / 18,00 €/Stk. = 2.000 Stk.
Family 36.000 € / 24,00 €/Stk. = 1.500 Stk.
Luxus 36.000 € / 32,00 €/Stk. = 1.125 Stk.

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Deckungsbeitrag zur Produktbeurteilung

Modell Stückzahl • Stück_DB = Gesamt-DB


Single 2.000 Stk. • 13,00 €/Stk. = 26.000 €
Family 1.500 Stk. • 16,00 €/Stk. = 24.000 €
Luxus 1.125 Stk. • 22,00 €/Stk. = 24.750 €

Modell Stück_DB / Stückerlös = DB_Intensität


Single 13,00 € / 18,00 € = 72,22%
Family 16,00 € / 24,00 € = 66,67%
Luxus 22,00 € / 32,00 € = 68,75%

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Auswahl eines Produktes im Fall eines Engpasses

Welches Produkt ist besonders förderungswürdig


wenn es eine Engpass Maschine gibt?

BEISPIEL: Die engpassbildenden Maschinen werden von den einzelnen


Erzeugnissen wie folgt in Anspruch genommen:

Inanspruchnahme je Stück
Modell
in Minuten
Single 6 Minuten je Stück
Family 8 Minuten je Stück
Luxus 10 Minuten je Stück

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Auswahl eines Produktes im Fall eines Engpasses

Gesamt_DB
Modell Stück_DB / Minutenbedarf =
pro Minute
Single 13 € / 6 Minuten = 2,17 €/Minute
Family 16 € / 8 Minuten = 2,00 €/Minute
Luxus 22 € / 10 Minuten = 2,20 €/Minute

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Auswahl eines Produktes im Fall eines Engpasses


Von Modell ‚Luxus' werden zukünftig 30% mehr also statt 4.000 Stk.
nunmehr 5.200 Stk. hergestellt.
Diese Produktionssteigerung um 1.200 Stk. beansprucht einen Minuten-
bedarf der Engpasseinheit von 1.200 Stk. x 10 min/Stk. = 12.000 min.
Für Modell ‚Family' ergibt sich folglich eine Produktionssenkung um 1.500 Stk.
12.000 min / 8 min/Stk. = 1.500 Stk.
Nach der Programmumschichtung ergibt sich damit folgendes Bild:

Modell Stück Minuten DB


Single 5.000 30.000 65.000
Family 6.500 52.000 104.000
Luxus 5.200 52.000 114.000
Summe 16.700 134.000 283.400
– Fixkosten 257.000
= Betriebsergebnis + 26.400

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Bestimmung des optimalen Produktmix

Beispiel: Ein MP3-Player-Hersteller produziert drei unterschiedliche Modelle:


Das neu eingeführte Modell ,Easy' erwirtschaftet derzeit noch einen
negativen Stück_DB db.
Einem Lebensmitteldiscounter wurde für den kommenden Monat eine
Lieferung von 12.000 St. abnehmen.
Die Gesamtkapazität liegt bei 78.000 St. je Monat,
die Fixkosten je Monat betragen 1,9 Mio. €:

Variable Mindest- Höchst-


Modell Preis
Kosten pro DB pro Stück Absatz- Absatz-
Stück menge menge
Easy 19,00 € 22,00 €/Stk. – 3,00 €/Stk. 12.000 Stk. 70.000 Stk.
Sonic 72,00 € 32,00 €/Stk. + 40,00 €/Stk. 36.000 Stk.
Future 58,00 € 28,00 €/Stk. + 30,00 €/Stk. 45.000 Stk.

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Bestimmung des optimalen Produktmix

Art der
Modell Stückzahl DB pro Stück DB
Restriktion
Easy 12.000 Stk. – 3,00 €/Stk. – 36.000 € Mindestmenge
Sonic 36.000 Stk. + 40,00 €/Stk. + 1.440.000 € Höchstmenge
Future 30.000 Stk. + 30,00 €/Stk. + 900.000 € Gesamtkapazität
Summe 78.000 Stk. + 2.304.000 €

Das Betriebsergebnis beträgt daher


Betriebsergebnis = DB – fixe Kosten
Betriebsergebnis = 2.304.000 € – 1.900.000 €
Betriebsergebnis = 404.000 €.

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Bestimmung des optimalen Produktmix bei Engpässen

BEISPIEL: Ein Hersteller von Gesellschaftsspielen hat drei verschiedene


Brettspiele im Programm, die unterschiedliche Mengen der gleichen
Holzstäbchen enthalten. Es gelten die folgenden Daten:

Holzstäbchen Mindest- Höchst-


Modell Stück_DB
je Spiel absatzmenge absatzmenge
Der Clan 6 €/Stk. 90 800 Stk. 6.000 Stk.
Hinz & Kunz 7 €/Stk. 150 500 Stk. 4.000 Stk.
Fantasia 5 €/Stk. 100 300 Stk. 2.000 Stk.

Aufgrund akuter Beschaffungsschwierigkeiten ist die Menge der


verfügbaren Holzstäbchen auf 950.000 Stück je Monat beschränkt.

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Bestimmung des optimalen Produktmix bei Engpässen

1. Schritt:
Die Engpassbelastung für die Produktion der Mindestmengen wird ermittelt

Holzstäbchen Anzahl
Modell Anzahl Spiele
je Spiel Holzstäbchen
Der Clan 800 Spiele • 90 Stäbchen = 72.000 Stäbchen
Hinz & Kunz 500 Spiele • 150 Stäbchen = 75.000 Stäbchen
Fantasia 300 Spiele • 100 Stäbchen = 30.000 Stäbchen
Summe 177.000 Stäbchen

2. Schritt:
Die frei verfügbare Engpasskapazität ermitteln:
Frei verfügbare Menge: 950.000 – 177.000 = 773.000 Stäbchen

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Bestimmung des optimalen Produktmix bei Engpässen

3. Schritt: Die restliche Engpasskapazität wird in Rangfolge der


relativen DB und unter Berücksichtigung der Höchstabsatzmengen
ermittelt:

Holzstäbchen
Modell Anzahl Spiele Rangfolge
je Spiel
6,00 €/Spiel
Der Clan = 0,0667 €/Stäbchen 1
90 Stäbchen/Spiel

7,00 €/Spiel
Hinz & Kunz = 0,0467 €/Stäbchen 3
150 Stäbchen/Spiel
5,00 €/Spiel
Fantasia = 0,05 €/Stäbchen 2
100 Stäbchen/Spiel

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Bestimmung des optimalen Produktmix bei Engpässen


Aufteilung der „freien Restmenge“ nach DB-Ranging

zusätzliche Bedarf an Freie Restmenge


Modell Produktion Holzstäbchen für (Stäbchen je
(Spiele/Monat) Zusatzproduktion Monat)

Der Clan 5.200 468.000 305.000


Fantasia 1.700 170.000 135.000
Hinz & Kunz 900 135.000 0

Berechnung der Gesamtstücksatz aus Mindestmenge + Zusatzproduktion

Produktion aus DB-orientierte Gesamt-


Modell Mindestmenge Zusatzproduktion produktion

Der Clan 800 5.200 6.000


Hinz & Kunz 500 900 1.400
Fantasia 300 1.700 2.000
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Selbststudium: ebook: Kostenrechnung Trainer Prof. Dr. Jörg Wöltje

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