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Sonderband 5

Obergermanisch-Raetischer Limes
Upper German-Raetian Limes

Management-Plan 2019 – 2023

B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S
D E U T S C H E L I M E S K O M M I S S I O N · B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S
SONDERBAND 5
Deutsche Limeskommission (Hrsg.)

Management-Plan 2019–2023
UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches:
Obergermanisch-Raetischer Limes“
UNESCO-World Heritage Site “Frontiers of the Roman Empire:
Upper German-Raetian Limes”

B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S

Sonderband 5
In Kooperation mit
den Limeskoordinatoren der Länder
und der
Arbeitsgemeinschaft römischer Museen
am Limes in Deutschland

2019 · Bad Homburg v. d. H.


VORWORT

Seit 2005 ist der Obergermanisch-Raetische Limes (ORL) als Teil der „Grenzen
des Römischen Reichs“ (FRE) zusammen mit der Hadriansmauer in England
und seit 2008 mit dem Antoninuswall in Schottland in die Liste des Welterbes
der UNESCO eingetragen. Damit wurde den sich über 550 km erstreckenden
römischen Grenzanlagen zwischen Rhein und Donau ein „außergewöhnlicher
universeller Wert“ (OUV) zuerkannt. Diesen gilt es dauerhaft zu erhalten,
aber auch Anwohnern wie Besuchern angemessen zu präsentieren. Der Rahmen
hierfür soll nach den Anforderungen der UNESCO in einem regelmäßig zu
überarbeitenden Managementplan formuliert werden.

Nachdem der letzte Managementplan für den Obergermanisch-Raetischen


Limes mit einer Laufzeit von 2010 bis 2015 überschrieben war, überarbeitete
die Deutsche Limeskommission (DLK) in den letzten Jahren diesen Plan in
Abstimmung mit den betroffenen Kommunen am Limes. Grundlage der
Überarbeitung waren Vorschläge der Limeskoordinatoren der Länder, der
Geschäftsführerin der DLK und der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft
römischer Museen am Limes in Deutschland, die von den Mitgliedern der
DLK diskutiert und überarbeitet wurden und so auch die Zustimmung der
zuständigen Ministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen
und Rheinland-Pfalz fanden.

Ich danke allen Beteiligten für Ihre Mitarbeit und freue mich nun den Manage-
ment-Plan 2019–2023. UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches:
Obergermanisch-Raetischer Limes“ vorlegen zu können. Er wird nicht nur der
UNESCO in Paris zur Kenntnis geschickt, sondern allen Kommunen, Landkrei-
sen und Bezirken am Limes als Unterstützungsangebot und Leitfaden für alle
Maßnahmen am Welterbe zugeleitet.

Prof. Dr. C. Sebastian Sommer


Vorsitzender
Deutsche Limeskommission
FOREWORD

Since 2005 the Upper German-Raetian Limes (ORL) is inscribed into the list
of the UNESCO World Heritage as part of the “Frontiers of the Roman
Empire” (FRE) together with Hadrian’s Wall in England and since 2008 with
the Antonine Wall in Scotland. Hereby an “Outstanding Universal Value”
(OUV) was recognized for this 550 km long Roman frontier barrier between
the rivers Rhine and Danube.
This value has to be protected for the future, but it should also be presented
appropriately to the local inhabitants and visitors. According to the requests
of UNESCO the relevant framework has to be laid down in a Management
Plan which should be revised from time to time.

As the last Management Plan for the Upper German-Raetian Limes was
headlined for the term 2010–2015 the Deutsche Limeskommission (DLK;
German Limes Commission) reviewed this plan in the last years in consulta-
tion with the relevant communities along the Limes. Starting points were
suggestions by the Limes Coordinators of the States, the managing director
of the DLK and the chairmen of the “Arbeitsgemeinschaft römischer Museen
am Limes in Deutschland” which were discussed and reviewed by the mem-
bers of the DLK and thus also agreed by the relevant ministries of the States
of Baden-Württemberg, Bavaria, Hesse and Rhineland-Palatinate.

I thank all contributors for their work. I am happy that we can present now
the Management-Plan 2019–2023. UNESCO World Heritage Site „Frontiers
of the Roman Empire: Upper German-Raetian Limes“. It will not only be sent
to UNESCO in Paris for acknowledgement but to all the communities, counties
and districts along the Limes as an offer and guideline for all measures at the
World Heritage Site.

Prof. Dr. C. Sebastian Sommer


Chairman
Deutsche Limeskommission
INHALTSVERZEICHNIS

TEIL A
Management-Plan

ÜBERBLICK 10

1. EINFÜHRUNG
1.1 Bedeutung des ORL 11
1.2 Zuständigkeiten 12
1.3 Selbstverständnis 12

2. GELTUNGSBEREICHE
2.1 Grundlagen 12
2.2 Grenzen des Denkmals ORL 13
2.3 Grenzen der umgebenden Pufferzone 14

3. DARSTELLUNG DER INHALTLICHEN GÜLTIGKEIT


3.1 Träger des Management-Plans 14
3.2 Status des Management-Plans 14
3.3 Überprüfung 15

4. NOTWENDIGKEITEN
4.1 Vorgaben 15
4.2 Bedrohungen 15

5. ZIELVORSTELLUNGEN
5.1 Prozess der Bewusstmachung 16
5.2 Schutz und Pflege, Erforschung, Vermittlung 16
5.3 Entwicklungsmöglichkeiten 16
5.4 Leitlinien 16

6. BASIS
6.1 „Limes-Datenbank“ 17
6.2 Forschungsgrundsätze 17
6.3 Internationale Kooperation 17

7. SCHUTZ UND PFLEGE


7.1 Denkmalbereiche in unbebauten Arealen 18
7.2 Denkmalbereiche in bebauten Arealen 18

8. VERMITTLUNG
8.1 Ziele 19
8.2 Umsetzung 19

9. TOURISMUS
9.1 Grundlagen 19
9.2 Ziele 19
9.3 Träger 19
9.4 Mittel 20

10. UMSETZUNG
10.1 Beteiligte Institutionen und Personen 20
10.2 Implementierung des Management-Plans 21
10.3 Koordination durch die DLK 22
TEIL B
Richtlinien zur Konservierung, Restaurierung, Rekonstruktion, zum Nachbau und der
konservatorischen Überdeckung archäologischer Denkmäler des Obergermanisch-
Raetischen Limes (ORL) als Teil des UNESCO Welterbes „Frontiers of the Roman Empire“

1. Präambel 23
2. Definitionen 23
3. Rahmenbedingungen 24
4. Richtlinien für künftige Verfahren 25
5. Internationale Bestimmungen 25

TEIL C
Grundparameter eines künftigen strategischen Vermittlungsplans („Interpretation
Framework“) für den Obergermanisch-Raetischen Limes (ORLIF)

1. Präambel / Grundlagen der Vermittlungsarbeit 26


2. Ziele der Vermittlung 27
3. Strategien der Vermittlung 27
4. Orte der Vermittlung 28
5. Gliederung der Vermittlungsebenen 29
6. Die einzelnen Vermittlungsregionen und Vermittlungsorte 29
CONTENTS

PART A
Management-Plan

OVERVIEW 32

1. INTRODUCTION
1.1 Value of the ORL 33
1.2 Responsibilities 34
1.3 Concept 34

2. VALIDITY
2.1 Basis 34
2.2 The Boundaries of the ORL 35
2.3 Boundaries of the surrounding buffer zone 35

3. DESCRIPTION OF THE VALIDITY OF CONTENT


3.1 Interests in the ORL 36
3.2 Status of the Management Plan 36
3.3 Reviewing the Plan 36

4. NECESSITIES
4.1 Parameters 37
4.2 Threats 37

5. AIMS
5.1 The process of increasing the public awareness 38
5.2 Protection and care, research and presentation 38
5.3 Development possibilities 38
5.4 Guidelines 38

6. BASIS
6.1 The “Limes Data Base” 39
6.2 Basic research principles 39
6.3 International cooperation 39

7. PROTECTION AND CONSERVATION


7.1 The monument in non built-up areas 39
7.2 The monument in built-up areas 40

8. PRESENTATION
8.1 Goals 40
8.2 Implementation 40

9. TOURISM
9.1 Basis 41
9.2 Aims 41
9.3 Responsible parties 41
9.4 Resources 42

10. IMPLEMENTATION
10.1 Interested parties 42
10.2 Implementation of the Management Plan 43
10.3 Coordination by the DLK 43
PART B
Guidelines for the conservation, restoration, reconstruction, rebuilding and conserva-
tional covering of the archaeological monuments of the Upper German-Raetian Limes
(ORL) as part of the UNESCO World
Heritage Site “Frontiers of the Roman Empire”

1. Preamble 45
2. Definitions 45
3. General parameters 46
4. Guidelines for future actions 47
5. International Regulations 47

PART C
Basic parameters of a future strategic presentation plan („Interpretation Framework“)
for the Upper German-Raetian Limes (ORLIF)

1. Preamble / Basis for presentation 48


2. Aims of the presentation 49
3. Presentation strategies 49
4. Presentation locations 50
5. Structure of the presentation levels 50
6. The individual presentation regions and locations 51
10 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

TEIL A

MANAGEMENT-PLAN

ÜBERBLICK

Der Obergermanisch-Raetische Limes (ORL) wurde im Jahr 2005 als Teil


des seriellen transnationalen Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches“
in die Welterbeliste aufgenommen.

Der ORL durchzieht auf seinem Verlauf durch stehen dabei im Einzelfall mit den Notwendig-
die heutigen Länder Rheinland-Pfalz, Hessen, keiten moderner Siedlungsentwicklung oder
Baden-Württemberg und Bayern eine Vielzahl der Erschließung und wirtschaftlichen Nut-
unterschiedlicher Natur- und Siedlungsland- zung unserer Kulturlandschaft in Konkurrenz.
schaften. So bestand auf etwa 500 km Länge Dieser Management-Plan basiert auf dem Ver-
eine kontinuierlich verlaufende Grenzmarkie- trauen darauf, dass ein verbesserter Informati-
rung, die als künstliche Trennlinie vielfach onsaustausch entlang des ORL und seiner un-
keine Rücksicht auf die Naturgegebenheiten mittelbaren Umgebung die Grundlage darstellt
nahm. Die häufig schnurgerade Trassierung für einen Ausgleich zwischen den Interessen
des ORL ist bis heute noch in weiten Bereichen von Denkmalpflege, Forschung und Tourismus
im Gelände zu verfolgen. Auch der räumliche und den Notwendigkeiten derer, die am Limes
und funktionale Zusammenhang der einzelnen leben und arbeiten. Im Sinne eines verbinden-
Bauten mit den zugehörigen Freiflächen ist in den Rahmenwerkes enthält der Manage-
wesentlichen Teilen erhalten und vielerorts ment-Plan konkrete Aussagen für den künfti-
deutlich ablesbar. Die Reste von Palisade, gen Umgang mit dem ORL, aber auch
Graben und Wall oder Steinmauer, die Wacht- Perspektiven für seine langfristige Entwick-
turmstellen und Kastelle, zusammen mit den lung. Sein Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, um die
weiteren archäologisch nachweisbaren Bauten, vorhandenen Schutzmechanismen zu optimie-
sind ein hervorragendes Beispiel eines zusam- ren und weiterzuentwickeln. Ausgangspunkte
mengehörigen Ensembles und von hohem his- hierfür sind Austausch und Abstimmung darü-
torischen Wert. ber, wie der ORL langfristig erhalten, weiter
Heute berühren die Denkmäler des ORL die un- erforscht, für die Öffentlichkeit erschlossen
terschiedlichsten Interessen einer großen An- und in seinem Erscheinungsbild bewahrt und
zahl von Menschen und Institutionen entlang verbessert werden kann.
der ehemaligen Grenzlinie. Anstrengungen für
ihren Erhalt als Geschichtszeugnis und eine
bessere Erschließung für Besucher vor Ort
Überblick · Einführung 11

1. EINFÜHRUNG reste vielerorts bis heute im Gelände einpräg-


sam zu verfolgen sind. Insbesondere der konti-
1.1. BEDEUTUNG DES ORL nuierliche Verlauf der oftmals schnurgeraden
1.1.1. Der Erhalt des ORL als ein von der Grenzmarkierung macht die Besonderheit des
UNESCO als Welterbe anerkanntes archäologi- ORL aus und stellt häufig ein bedeutendes und
sches Denkmal (Bodendenkmal) und Kultur- bestimmendes Element unserer Kulturland-
denkmal nach den jeweiligen Denkmalschutz- schaft dar.
gesetzen der Länder ist ein hochrangiges 1.1.5. Entlang der römischen Grenzanlagen rei-
öffentliches Interesse. hen sich neben der eigentlichen Grenzmarkie-
1.1.2. Ausgehend von einer einfachen Weg- rung etwa 900 Wachttürme sowie 120 größere
schneise wurde der ORL, insbesondere unter und kleinere Militärlager auf. Größere Kastelle
den Kaisern Hadrian (um 120 n. Chr.), Anton- finden sich sowohl direkt an der Limeslinie als
inus Pius (um 160 n. Chr.) und Septimius Severus auch zurückgesetzt im Hinterland. Die archäo-
(um 200 n. Chr.) zu einem System kontinuierli- logischen Denkmäler des ORL bilden ein au-
cher Barrieren ausgebaut (Palisade, Graben und thentisches Zeugnis der Geschichte unseres
Wall in Obergermanien, Palisade und Stein- Landes. Sie sind unverzichtbare und unersetz-
mauer in Raetien). Die Limeslinie war aber we- bare Quellen für die historische Forschung.
niger ein militärisches Bollwerk, als vielmehr 1.1.6. Auch in nachrömischer Zeit, an einzelnen
eine überwachte Grenze, an der die Ein- bzw. Orten bis heute, hatte der ORL Einfluss auf das
Ausreise kontrolliert und Waren gehandelt Leben der Menschen in seiner Umgebung. Er
oder verzollt wurden. Bis in die Mitte des 3. Jhs. leistet über Orts- und Flurnamen oder über sei-
n. Chr. funktionierte dieser geregelte Grenzver- ne archäologischen Denkmäler einen wichtigen
kehr. Sein Ende kam mit einer zunehmenden Beitrag zur Identifikation. Seine erhaltenen
Bedrohung durch die Germanen, aber auch im Reste sind gelegentlich Teil von Naturdenkmä-
Zuge innerrömischer Auseinandersetzungen. lern und erfordern einen erhöhten Aufwand bei
1.1.3. Der ORL bildet den Schlusspunkt der rö- Erhalt und Nutzung.
mischen Expansion in Deutschland und ver- 1.1.7. Der ORL und seine zugehörigen Denkmä-
läuft vom Rhein nördlich von Koblenz durch ler sind feste Größen in Leben und Arbeit der
den Westerwald, den Taunus, die Wetterau, ent- Anrainer. Dabei ist eine allmähliche Wandlung
lang des Mains, durch den Odenwald und den seiner Bedeutung festzustellen, die sich in einer
Schwäbisch-Fränkischen Wald, das Albvorland, zunehmenden öffentlichen Wahrnehmung des
schließt das Nördlinger Ries ein und trifft west- einzigartigen Charakters des ORL ausdrückt.
lich von Kelheim auf die Donau. Diese durchge- 1.1.8. Zu den Besonderheiten des ORL als ar-
hende künstliche Grenzlinie durchzieht damit chäologischem Denkmal gehört, neben einem
eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften. großen Anteil an oberirdisch sichtbaren Ele-
1.1.4. Mit Ausnahme eines 52 km langen Teilbe- menten, vor allem die Tatsache, dass ein nicht
reichs entlang des Mains handelt es sich um unbeträchtlicher Teil seiner Substanz für das
eine gezielt angelegte Landgrenze, deren Über- bloße Auge unsichtbar im Erdreich verborgen
12 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

liegt. Auch diesem Umstand verdanken die an- richtungen soll die DLK den Informationsaus-
tiken Zeugnisse ihre authentische Erhaltung tausch verbessern und zu einer Koordinierung
über annähernd 1800 Jahre. Für die Vermitt- der verschiedenen Maßnahmen beitragen. Da-
lung und Erschließung des ORL ergeben sich bei ist der Schutz des ORL vorrangig. Seine Er-
daraus jedoch besondere Aufgaben. forschung und Erschließung stehen im Dienste
des Schutzgedankens.
1.2. ZUSTÄNDIGKEITEN 1.2.7. Die Koordination der verschiedenen Auf-
1.2.1. Alle Veränderungen am archäologischen gabenbereiche Erhalt, Erschließung und Erfor-
Bodendenkmal unterliegen dem Genehmi- schung des ORL liegt in der Zuständigkeit der
gungs- bzw. Erlaubnisvorbehalt durch die Denkmalfachbehörden in Zusammenarbeit mit
Denkmalschutzbehörden entsprechend den der DLK.
Denkmalschutzgesetzen der Länder.
1.2.2. In der Zuständigkeit der Eigentümer, auf 1.3. SELBSTVERSTÄNDNIS
deren Grundstücken sich die einzelnen Limes- 1.3.1. Der vorliegende Management-Plan ist die
bestandteile befinden, liegt oftmals bereits seit im Jahre 2016 und 2017 überarbeitete Fassung
Generationen der verantwortungsvolle Um- des 2005 von der UNESCO als Teil des Welterbe-
gang mit den Resten der römischen Vergangen- antrages akzeptierten und 2010 aufgrund von
heit. Ihnen und den jeweiligen Besitzern und gesammelten Erfahrungen angepassten Ma-
Nutzern der Grundstücke kommt daher eine nagement-Plans.
wichtige Rolle zu. 1.3.2. Ziel des Management-Plans ist, Grundla-
1.2.3. Kommunale Anrainer sind wichtige Part- gen für die weitere Erhaltung, Pflege, Erfor-
ner im Hinblick auf künftige Entwicklungen schung und Erschließung des archäologischen
entlang des ORL. Neben Fragen des Erhalts be- Denkmals ORL in den Ländern zu schaffen und
treffen diese auch die Erschließung für die Öf- Wege für eine Realisierung aufzuzeigen. Dieser
fentlichkeit. Mit dem Zusammenschluss der Management-Plan ist die Grundlage für weitere
überwiegenden Zahl der Städte und Gemein- Gespräche mit allen Beteiligten entlang des
den am ORL zum Verein Deutsche Limes-Stra- ORL.
ße e. V. besteht eine eigene Institution für die 1.3.3. Fachliche Inhalte dieses Management-Plans
Belange des Tourismus entlang des gesamten beschreiben auch Zielsetzungen für neue Rege-
ORL. lungen, sofern sich dies für den Schutz, die Pfle-
1.2.4. An der Erschließung des ORL für die ge oder die Entwicklung des ORL als notwendig
Öffentlichkeit sind zahlreiche Institutionen be- und sinnvoll erweist.
teiligt. In Zusammenarbeit und nach Abstim- 1.3.4. Der Management-Plan wird im 5-Jahres-
mung mit den Denkmalschutzbehörden der Turnus fortgeschrieben. Die Weiterentwicklung
Länder legen Gemeinden, Zweckverbände, seiner Inhalte wird anhand der Erfahrungen
Forstbehörden und Naturparks, häufig auch lo- am ORL und im Erfahrungsaustausch mit den
kale und regionale Vereine Wanderwege an, be- Institutionen fortgesetzt, die andere Abschnit-
schildern Einzelobjekte oder geben Informati- te der einstigen römischen Reichsgrenze be-
onsschriften heraus. treuen, insbesondere soweit sie Teil des
1.2.5. Die Forschung entlang des ORL und sei- UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen
ner Bestandteile wird seit Beginn der wissen- Reiches“ sind.
schaftlichen Archäologie von Universitäten,
Museen, Denkmalfachbehörden und anderen
Forschungseinrichtungen getragen. Die Geneh- 2. GELTUNGSBEREICHE
migung und Überwachung wissenschaftlicher
archäologischer Ausgrabungen ist Aufgabe der 2.1. GRUNDLAGEN
Denkmalschutz- und Denkmalfachbehörden 2.1.1. Der ORL ist ein ausgedehntes archäologi-
der Länder. sches Denkmal, das sich aus einer Vielzahl
1.2.6. Mit der im Jahr 2003 erfolgten Gründung verschiedener Elemente zusammensetzt. Die
der Deutschen Limeskommission (DLK) werden Geschichte seiner Entdeckung und seiner Er-
der Erhalt, die Erforschung und die Erschlie- forschung blickt auf eine lange Tradition zu-
ßung des ORL als gleichberechtigte Aufgaben- rück. Die Forschungsergebnisse sind häufig
felder gestärkt. Als Ansprechpartner für alle vom Zeitgeist der betreffenden Epoche geprägt.
Personen, Institutionen und kommunalen Ein- Auch die Ansätze für seinen Erhalt und seine
Geltungsbereiche 13

Erschließung für die Öffentlichkeit sind vielfäl- 2.1.8. Die seit dem Mittelalter einsetzende Sied-
tig und von unterschiedlicher Qualität. Dies al- lungsentwicklung unterbrach vielerorts die Be-
les führt dazu, dass sich der heutige Zustand ziehungen zwischen den römischen Plätzen
des Denkmals von Ort zu Ort und von Objekt und der Landschaft. Dies erschwert in bebauten
zu Objekt stark unterscheidet. Arealen häufig die Lokalisierung der archäolo-
2.1.2. Aus denkmalrechtlichen Gründen, aus gischen Reste.
wissenschaftlicher Notwendigkeit sowie aus 2.1.9. Auch in bebauten Arealen ist es daher
dem Interesse von Grundeigentümern und Pla- notwendig, die bekannten und sicher lokalisier-
nungsbehörden, der Bevölkerung vor Ort und ten Elemente des ORL zu schützen. Sämtliche
der Besucher ist eine klare Definition und Loka- Areale, in denen noch Denkmalsubstanz vor-
lisierung des Denkmalbestandes am ORL not- handen sein könnte, sind in einem archäologi-
wendig und fortzuschreiben. Aus diesem schen Kataster zu lokalisieren, um ihren Schutz
Grund sind weitere systematische und flächen- oder ihre Erforschung zu erleichtern. Grundla-
deckende Erhebungen durch die Denkmalfach- ge dazu ist eine möglichst exakte Abgrenzung
behörden zu organisieren und durchzuführen. des Denkmals.
2.1.3. Der ORL bildet ein zusammengehöriges 2.1.10. In bebauten Arealen ist eine Abstim-
Denkmal, dessen Elemente sich in unterschied- mung mit Flächennutzungs- und Bebauungspla-
lichen Umgebungen befinden. Sie liegen in nungen notwendig, damit römische Bauachsen,
Waldgebieten, agrarisch genutzten Landschaf- die im historisch gewachsenen Grundriss des
ten, Randlagen von Industrie-, Siedlungs- und heutigen Siedlungsbildes noch ablesbar sind,
Verkehrsflächen oder auch in dicht bebauten erhalten oder ggf. wiederhergestellt werden
Ortschaften. können.
2.1.4. Als authentischer historischer Ort liefert
der ORL eine direkte Verbindung zur Geschich- 2.2. GRENZEN DES DENKMALS ORL
te. Daher besteht überall entlang der einstigen 2.2.1. Die hier vorgestellten Konzepte und Pers-
römischen Grenzlinie eine starke Notwendig- pektiven gelten für alle sogenannten compo-
keit für wissenschaftliche Forschung und ziel- nent parts (zum Welterbe gehöriges Gut). Als
gruppenorientierte Vermittlung. archäologische Boden- und Baudenkmäler sind
2.1.5. Der ORL prägt bis heute über weite Stre- sie nach den Denkmalschutzgesetzen der Län-
cken die Landschaft und begründet in Verbin- der zu erhalten.
dung mit einer vielerorts landschaftlich reiz- 2.2.2. Die Ausweisung des Denkmalbereichs
vollen Lage ein hohes Potenzial für die des ORL erfolgte parzellenscharf oder mit un-
Freizeitgestaltung. Gleichzeitig bestehen ent- mittelbarem Bezug zur bekannten oder nach
lang des ORL enge Verbindungen zum Land- derzeitigem Wissensstand zu vermutenden
schafts- und Naturschutz. Ausdehnung der zum ORL gehörenden Boden-
2.1.6. Die stärksten Beziehungen zwischen den denkmäler. Sie wurde 2012 mit der Vergabe von
archäologischen Stätten und der Landschaft Serial-ID-Nummern für alle eingetragenen
bestehen dort, wo die Reste des ORL obertägig Bestandteile der Grenzen des Römischen Rei-
erfahrbar sind. Hier ist es daher besonders ches festgeschrieben (http://whc.unesco.org/
wichtig, Sichtbeziehungen zu definieren, zu en/list/430/multiple=1&unique_number=1539).
erhalten, zu verstärken oder zu reaktivieren. 2.2.3. Zum Gesamtbestand des Denkmals ORL
2.1.7. Überwiegend ist der ORL als archäologi- zählen die Hauptelemente der Sperr- und
sches Bodendenkmal erhalten und seine Lage Wachtanlagen entlang der Grenzlinie: Graben,
bekannt, jedoch ist er obertägig nicht auf der Wall, Palisade, Mauer, Holz- und Steintürme,
gesamten Länge erfahrbar. In solchen Berei- Kleinkastelle u. a. sowie die rund 60 größeren
chen sind Anstrengungen zu unternehmen, ihn Militärlager entlang der Grenzlinie einschließ-
nachvollziehbar zu machen. Dies dient der lich der Lagerdörfer, öffentlicher Gebäude, Grä-
besseren Erschließung für Besucher. Gleichzei- berfelder und Straßen.
tig wird mit solchen Maßnahmen ein Schutzge- 2.2.4. Ausdrücklich ist hier auf die Zugehörig-
danke verfolgt. Bei allen Maßnahmen ist die keit auch derjenigen Kastellplätze zum ORL zu
Beeinträchtigung der Denkmalsubstanz auszu- verweisen, die von der eigentlichen Grenzlinie
schließen. abgerückt liegen, aber zeitgleich mit den Sperr-
anlagen bestanden. Sie gehören in das strategi-
sche Konzept des ORL, da zwischen ihnen
14 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

und der Limeslinie ein funktionaler Zusam- 3. DARSTELLUNG


menhang bestand. DER INHALTLICHEN GÜLTIGKEIT
2.2.5. Durch den Fortschritt der archäologi-
schen Prospektion und ihrer Methoden sowie 3.1. TRÄGER DES MANAGEMENT-PLANS
die allgemeine Erweiterung der wissenschaftli- 3.1.1. Die beteiligten Länder sind dem Erhalt
chen Basis besteht die Notwendigkeit, die Aus- des archäologischen Denkmals ORL verpflich-
dehnung der Welterbestätte ständig zu über- tet. Für seine dauerhafte Sicherung ist es not-
prüfen und anzupassen. Veränderungen in der wendig, dass möglichst viele Personen und Ins-
Welterbestätte können nur nach Anwendung titutionen, die mit dem ORL leben und arbeiten,
facharchäologisch anerkannter und denkmal- das Interesse an seinem Erhalt teilen.
verträglicher Methoden durchgeführt werden. 3.1.2. Maßnahmen zum Schutz des ORL, eben-
2.2.6. Auch solche Areale, in denen die Denkmal- so wie zu seiner Vermittlung in der Öffent-
substanz zerstört ist, können in Darstellungen lichkeit, müssen daher ständig an die sich wan-
nachrichtlich übernommen werden, um die delnden gesellschaftlichen und technischen
historischen Zusammenhänge zu wahren. Rahmenbedingungen angepasst werden.
3.1.3. Der gegenwärtige Management-Plan wur-
2.3. GRENZEN DER UMGEBENDEN PUFFERZONE de auf Basis des 2005 von der UNESCO akzep-
2.3.1. Die Pufferzone hat die Aufgabe, die Er- tierten Textes erstellt und basierend auf den
fahrbarkeit des Welterbes ORL zu erhalten und bisherigen Erfahrungen in den Jahren 2010 so-
zu steigern. wie 2016/2017 optimiert und fortgeschrieben.
2.3.2. Pufferzonen dienen dazu, unangemesse- 3.1.4. Wesentliche Passagen wurden bereits
ne Entwicklungen unmittelbar am Denkmal während der Abfassung des Textes zum Welter-
oder in seiner Umgebung abzuwenden. Puffer- beantrag mit den betroffenen Institutionen ent-
zonen nehmen Bezug auf den in den Denkmal- lang des ORL abgestimmt.
schutzgesetzen der Länder vorgesehenen Um- 3.1.5. Den Kommunen als unmittelbar Verant-
gebungsschutz bzw. Nähebereich, in dem wortlichen für den Schutz und die Entwicklung
Veränderungen auf Substanz und Erschei- des ORL vor Ort kommt innerhalb eines erfolg-
nungsbild des Denkmals nach den jeweiligen reichen Denkmal-Managements große Verant-
denkmalschutzrechtlichen Kriterien zu prüfen wortung zu. Sie werden daher über den jeweils
und zu genehmigen sind. Daher ist ihre Einbin- gültigen Management-Plan informiert.
dung in die Fach- und Raumplanung erforder- 3.1.6. Aufgabe der Kommunen ist es, das Welt-
lich, insbesondere um die visuelle Integrität erbe ORL in ihrer Raumplanung angemessen
und Authentizität des Denkmals zu wahren. zu berücksichtigen.
2.3.3. Pufferzonen am ORL sind insbesondere 3.1.7. Mit diesem Plan sollen diejenigen ange-
dort festgelegt, wo Einzelbestandteile des ORL sprochen werden, in deren Händen der tägliche
landschaftsprägend wirken. Umgang und die Pflege des ORL liegen. Durch
2.3.4. In der Pufferzone können auch archäolo- die Akzeptanz und Mitarbeit aller Verantwort-
gische „Erwartungs- oder Verdachtsflächen“ lichen und Interessierten wird eine Umsetzung
liegen. So besteht vor allem in den bebauten der konzipierten Ziele möglich.
Arealen die Notwendigkeit, Ungesichertes und
Unbekanntes vor Schaden zu bewahren. Gera- 3.2. STATUS DES MANAGEMENT-PLANS
de hier kommt der Forschung eine wichtige 3.2.1. Dieser Management-Plan ist das Rahmen-
Rolle zu, um die Lage und Ausdehnung mögli- werk für alle Aktivitäten entlang des archäolo-
cher archäologischer Befunde in solchen Flä- gischen Denkmals ORL. Seine Inhalte und Ziele
chen zu konkretisieren. sind so angelegt, dass sie die Akzeptanz aller
2.3.5. Die Ausweisung der Pufferzone des ORL Betroffenen finden können.
erfolgte parzellenscharf (vgl. 6.1). 3.2.2. Die im Management-Plan angesproche-
2.3.6. Belange der archäologischen Denkmal- nen Maximen, Handlungsanweisungen und
pflege, des Natur- und Landschaftsschutzes, der Richtlinien stehen im Einklang mit bestehen-
Wissenschaft, der Erfahrbarkeit, der Vermitt- den Rechts- und Verwaltungsnormen. Im Zuge
lung und touristischen Hinführung am ORL konkreter Umsetzungen werden gegebenen-
sind auch außerhalb der vorgesehenen Puffer- falls zusätzliche Vereinbarungen notwendig
zone zu berücksichtigen. sein. Die Realisierung der im Management-Plan
angesprochenen Ziele ist eine gesamtgesell-
Darstellung der inhaltlichen Gültigkeit · Notwendigkeiten 15

schaftliche Aufgabe. Freiwillige Mitarbeit und römischen Reichsgrenze ist Rechnung zu tra-
partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Be- gen. Die Ergebnisse der Forschung fließen in
teiligten spielen eine wichtige Rolle. die Inhalte der Vermittlungsarbeit ein und be-
3.2.3. Im Jahr 2023 soll der Management-Plan einflussen die Strategien der Denkmalpflege
auf Basis der bis dahin gesammelten Erfahrun- am ORL.
gen fortgeschrieben werden. 4.1.5. Einen wesentlichen Faktor bei allen künf-
tigen Maßnahmen am ORL bildet die Akzep-
3.3. ÜBERPRÜFUNG tanz durch die mit dem Denkmal lebenden und
3.3.1. Da sich der archäologische Wissensstand arbeitenden Menschen, besonders dort, wo ne-
ständig weiter entwickelt, ist es unabdingbar, ben dem öffentlichen Interesse am Erhalt des
die Grenzen der Welterbestätte sowie der um- Kulturdenkmals andere Interessen bestehen.
gebenden Pufferzonen regelmäßig zu überprü- 4.1.6. Den Ansprüchen der Besucher hinsicht-
fen. Gleichzeitig ist es notwendig, Veränderun- lich Erfahrbarkeit und Vermittlung des Denk-
gen zu berücksichtigen, die sich durch die mals ist besondere Aufmerksamkeit zu schen-
Weiterentwicklung der Landschaften, Sied- ken. Dabei sind auch bestmöglich touristische
lungen und Verkehrswege entlang des ORL Belange zu berücksichtigen.
ergeben.
3.3.2. Ebenso werden die sachlichen und admi- 4.2. BEDROHUNGEN
nistrativen Inhalte des Management-Plans 4.2.1. Einzelne Streckenabschnitte oder Teil-
durch die DLK fortlaufend überarbeitet und bereiche der Kastellplätze am ORL werden
modifiziert. von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren
3.3.3. Darin fließen auch die Ergebnisse der bedroht. Diese Gefährdungen schaden glei-
periodischen Berichterstattung an die UNESCO chermaßen dem Erhalt des Denkmals wie
ein. seiner wissenschaftlichen Erforschung und
Vermittlung.
4.2.2. Schäden entstehen vor allem dort, wo
4. NOTWENDIGKEITEN Teile des ORL von Baumaßnahmen betroffen
sind. Die Nutzung von Flächen, z. B. für die An-
4.1. VORGABEN lage neuer Verkehrswege, für die betriebliche
4.1.1. Die Kernzone des ORL erstreckt sich über Nutzung, für Anlagen zur Rohstoff- und Ener-
eine Fläche von ca. 36,5 km 2 , hinzu kommen ca. giegewinnung sowie für Wohngebäude, führt
246 km 2 Pufferzone. Die Größe des Denkmals, in der Regel zu einem Totalverlust der Denk-
seine Lage in völlig unterschiedlichen Land- malsubstanz in den betroffenen Bereichen so-
schaften sowie die Aufteilung der Eigentums- wie zu einer dauerhaften und erheblichen Be-
verhältnisse und Zuständigkeiten machen Ab- einträchtigung unmittelbar angrenzender
sprachen für seinen Schutz, seine Pflege und Bereiche.
seine Entwicklung notwendig. 4.2.3. Die moderne landwirtschaftliche Nut-
4.1.2. Als zusammengehöriges Denkmal von zung führt an zahlreichen Abschnitten des ORL
außergewöhnlichem universellem Wert sind fortlaufend zu Eingriffen in die Denkmal-
bei künftigen Maßnahmen an jedem compo- substanz. Die daraus resultierenden Beein-
nent part des ORL einheitliche Maßstäbe anzu- trächtigungen sind dort besonders gravierend,
legen, die den internationalen Standards und wo im Zuge der Flurbereinigung bzw. -neuord-
Übereinkommen entsprechen. nung bestehende Flureinteilungen verändert
4.1.3. Um die Authentizität und die Integrität werden, die zuvor auf Lage und Verlauf des ORL
des Welterbes zu bewahren, muss bei Maßnah- Rücksicht nahmen.
men im Bereich von component parts des ORL 4.2.4. Vergleichbare Gefahren bestehen in zu-
das Hauptaugenmerk auf dem Erhalt der Denk- nehmendem Maße auch in Waldgebieten. Hier
malsubstanz liegen. Der Schutz der Welterbe- führen der Einsatz schwerer Maschinen und
stätte bildet die Grundlage für alle Maßnahmen die Anlage neuer Wirtschaftswege zu Zerstö-
zur Erforschung und Erschließung. Hier bieten rungen an Abschnitten des ORL, die aufgrund
die bestehenden rechtlichen und administrati- einer jahrhundertelangen denkmalschonenden
ven Vorgaben eine ausreichende Basis. Wirtschaftsweise häufig oberirdisch noch be-
4.1.4. Der wissenschaftlichen Auseinanderset- sonders eindrucksvoll erhalten sind.
zung mit den archäologischen Denkmälern der
16 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

4.2.5. Anlagen regenerativer Energiegewin- und die Vermittlung entlang des gesamten
nung können aufgrund der bisherigen Erfah- ORL. Dem Verein Deutsche Limes-Straße e. V.
rungen die Wahrnehmung des Welterbes ge- kommt bei der touristischen Vermittlung durch
fährden. Insbesondere Windkraftanlagen im die Bündelung der kommunalen Interessen
näheren Blickfeld auf den ORL bzw. im näheren eine besondere Bedeutung zu.
Blickfeld von diesem können dessen Erschei- 5.2.3. Pflege-, Entwicklungs- und Vermittlungs-
nungsbild beeinträchtigen. maßnahmen werden in Abstimmung mit der
4.2.6. Gegenwärtig eher gering sind die Gefähr- DLK und basierend auf einem übergeordneten
dungen des Welterbes, die unmittelbar durch Konzept regional geregelt. Maßnahmen zur
Besucher verursacht werden, wie Vandalismus Konservierung, Restaurierung, Rekonstruktion,
oder Schäden durch das Begehen sensibler zum Nachbau sowie der konservatorischen
Denkmalabschnitte. Verstärktes Augenmerk Überdeckung archäologischer Denkmäler ent-
ist jedoch auf Gefährdungen zu richten, die sich lang des ORL werden nach den im Teil B zusam-
unmittelbar aus Inwertsetzungswünschen am mengestellten Richtlinien durchgeführt.
ORL ergeben. Zu nennen sind hier die Anlage 5.2.4. In einer zunehmend globalisierten Welt
von Wegen sowie Park- und Spielplätzen. spielt die Abstimmung mit internationalen
4.2.7. Die Vermittlung und nachfolgend die Er- Partnern, insbesondere den in der Welterbe-
schließung darf die Wirkung des Denkmals stätte „Grenzen des Römischen Reiches“ zu-
nicht nachhaltig beeinträchtigen. Das betrifft sammengeschlossenen, eine bedeutende Rolle.
die Zahl und Art sowie Ausführung der Infor-
mationstafeln und das räumliche Verhältnis 5.3. ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN
von Tafelstandort und Denkmal sowie auch an- 5.3.1. Auch künftig muss entlang des ORL eine
dere Elemente der Landschaftsmöblierung Entwicklung und Erschließung neuer Areale
(z. B. Bänke, Tische, Mülleimer). für Siedlungs- und Straßenbau sowie für ge-
4.2.8. Die Bedrohung der archäologischen Bo- werbliche oder landwirtschaftliche Nutzung
dendenkmäler durch Raubgräber besteht wei- möglich bleiben. Auf Erhalt und Pflege des Er-
terhin. Für den ORL sind in Abstimmung mit scheinungsbildes des ORL hat insbesondere die
den Denkmalfachbehörden und den Gesetzge- Land- und Forstwirtschaft großen Einfluss.
bern geeignete Maßnahmen zu entwickeln und 5.3.2. Die wissenschaftliche Erforschung des
anzuwenden. ORL wird mit gezielten Forschungsprojekten
entlang der gesamten Strecke des ORL fortge-
setzt. Sie müssen höchsten internationalen
5. ZIELVORSTELLUNGEN Standards und Übereinkommen genügen. Ihre
Ergebnisse sind Grundlagen für Schutz und
5.1. PROZESS DER BEWUSSTMACHUNG Pflege sowie Vermittlung des ORL. Die Ver-
5.1.1. Aufgrund der historischen Bedeutung der mittlung des ORL ist in einen überregionalen
ehemaligen römischen Reichsgrenze und ihrer Kontext einzubinden.
Rolle für die geschichtliche Entwicklung Euro-
pas muss die Vermittlungsarbeit kontinuierlich 5.4. LEITLINIEN
optimiert werden. Der vorliegende Management-Plan zum ORL
5.1.2. Zu den vordringlichsten Zielen des Ma- beruht wie seine Vorgängerversionen auf nach-
nagement-Plans gehört es, in der Gesellschaft folgend genannten Grundlagen. Der Plan soll:
und speziell entlang des ORL ein Bewusstsein 5.4.1. Möglichkeiten aufzeigen, alle kommen-
für den Wert des Welterbes zu schaffen. den Veränderungen zum Nutzen des ORL und
seines Umfeldes zu steuern und so seinen
5.2. SCHUTZ UND PFLEGE, ERFORSCHUNG, Bestand für künftige Generationen zu sichern;
VERMITTLUNG 5.4.2. dazu beitragen, den außergewöhnli-
5.2.1. Der Management-Plan soll die positiven chen universellen Wert der Welterbestätte zu
Wechselwirkungen zwischen Schutz und Pfle- erhalten und historische Zusammenhänge
ge, Erforschung und Vermittlung ausbauen aufzuzeigen;
und stärken. 5.4.3. Bewusstsein dafür schaffen, dass bei
5.2.2. Angestrebt ist aufgrund von Best Prac- allen Maßnahmen zur Entwicklung und Ver-
tice-Beispielen eine Intensivierung der Aktivi- mittlung im Bereich des Welterbes darauf
täten für den Schutz, die Pflege, die Erforschung geachtet werden muss, dass die Authentizität
Zielvorstellungen · Basis 17

und die Integrität der Welterbestätte erhalten 6.2. FORSCHUNGSGRUNDSÄTZE


bleibt; 6.2.1. Für eine bessere Kenntnis des Welterbes
5.4.4. anregen, durch zukunftsorientierte und ist die kontinuierliche wissenschaftliche Erfor-
integrierende Entwicklungsmöglichkeiten die schung des ORL notwendig. Zerstörungsfreie
Erlebnisvielfalt der unterschiedlichen Land- Verfahren haben Vorrang. Im Rahmen der wei-
schaften am ORL zu erhalten; teren Forschung sind unter anderem umfassen-
5.4.5. helfen, öffentliche und private Ressour- de Prospektionen mit dem Ziel erforderlich,
cen zu nutzen, um den Schutz der Kulturland- die genaue Lage der Limesanlagen und ihre
schaft am ORL zu verbessern; Ausdehnung zu präzisieren. Ferner ist die
5.4.6. anregen, nach Möglichkeiten zu suchen, Dokumentation noch nicht oder nur unzurei-
das Welterbe von Bebauung oder denkmalschä- chend bekannter Anlagen ein vorrangiges For-
digender Nutzung freizustellen; schungsinteresse.
5.4.7. in der Öffentlichkeit Verständnis für den 6.2.2. Bei allen genehmigungs- bzw. erlaubnis-
archäologischen und historischen Wert der pflichtigen Maßnahmen zur Erforschung des
component parts sowie des gesamten Welter- ORL ist eine Abstimmung mit den Denkmal-
bes entwickeln; fachbehörden erforderlich.
5.4.8. Strategien aufzeigen, die Erfahrbarkeit 6.2.3. Bei der Genehmigung von Ausgrabungen
des ORL zu verbessern; am ORL ist darauf zu achten, dass die For-
5.4.9. anregen, entlang des ORL die Zugänglich- schungsinhalte das Ziel des Substanzschutzes
keit zu verbessern; grundsätzlich berücksichtigen. Die Notwendig-
5.4.10. unterstützen, dass die ökonomischen keit einer Ausgrabung ist auf Grundlage und
Vorteile des Tourismus den vor Ort lebenden nach Prüfung aller bereits vorliegenden Quel-
Anwohnern zugutekommen; len und Erkenntnisse gegen das Erhaltungs-
5.4.11. darauf hinwirken, Partnerschaft und interesse abzuwägen.
Übereinstimmung unter denjenigen anzustre- 6.2.4. Ferner sollten verstärkt Anstrengungen
ben, die sich öffentlich oder privat mit dem ORL unternommen werden, das wissenschaftliche
und seiner Umgebung befassen. Potenzial auszuschöpfen, das sich mit der ge-
zielten Aufarbeitung sogenannter Altgrabun-
gen bietet.
6. BASIS
6.3. INTERNATIONALE KOOPERATION
6.1. „LIMES-DATENBANK“ 6.3.1. Für eine Weiterentwicklung des Manage-
6.1.1. Basis für Schutz und Pflege jedes archäo- ment-Plans zum ORL ist es erforderlich, die
logischen Denkmals ist die umfassende Kennt- Zusammenarbeit mit den eingeschriebenen
nis über dieses. Grundlegend dafür ist die Teilabschnitten der UNESCO-Welterbestätte
Arbeit der Inventarisation. Insbesondere sind „Grenzen des Römischen Reiches“ zu
Informationen über die genaue Lage und den verbessern.
Zustand eines Objektes erforderlich. 6.3.2. Das strategische Management des Welt-
6.1.2. Für den ORL wurde mit der Einrichtung erbes obliegt dem Intergovernmental Com-
eines Geografischen Informationssystems die mittee (IGC) als dem Ansprechpartner für die
Möglichkeit geschaffen, unterschiedliche Infor- UNESCO.
mationen unter Wahrung der datenschutz- 6.3.3. Das operative Management des Welter-
rechtlichen Vorschriften zusammenzustellen. bes „Grenzen des Römischen Reiches“ wird
Kernstück bilden detaillierte Kartenwerke auf wahrgenommen von der Management-Group
Basis der in den Ländern vorhandenen Kennt- (Hexham-Group). Dies umfasst von deutscher
nisse. In diesen Karten sind auch die Grenzen Seite die Geschäftsführung der DLK, die Limes-
der Kern- und der umgebenden Pufferzone koordinatoren und die Geschäftsführung des
festgehalten. Vereins Deutsche Limes-Straße e. V.
6.1.3. Informationen aus dieser Datenbank 6.3.4. Es wird angestrebt, das Welterbe „Gren-
werden bei berechtigtem Interesse unter Wah- zen des Römischen Reiches“ über die bisher
rung der datenschutzrechtlichen Vorschriften eingetragenen Abschnitte hinaus zu erweitern.
von der DLK für künftige Planungen und für Dieser Prozess wird von einer Gruppe interna-
das Monitoring zur Verfügung gestellt. tionaler Wissenschaftler (Bratislava-Group) be-
ratend unterstützt.
18 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

6.3.5. Der internationale Austausch in den Maßnahme kommt besonders dort in Betracht,
Bereichen Denkmalpflege, Forschung und Ver- wo ein Ausgleich zwischen einer das Denkmal
mittlung hat sich bewährt und soll fortgeführt schädigenden Nutzung und dem Interesse an
werden. seinem Erhalt anders nicht möglich ist.
7.1.6. Flächenankäufe sollen durch ein lang-
fristiges Konzept zur Pflege und Erschließung
7. SCHUTZ UND PFLEGE des erworbenen Denkmalteils begleitet wer-
den.
Das Welterbe und seine Pufferzone sind defi- 7.1.7. Als Bestandteil einer entwickelten Kultur-
niert, um den Verantwortlichen vor Ort zu er- landschaft ist der ORL in dieser integriert zu
lauben, Verfahren für den Schutz, die Erfor- schützen. Das bedarf der Kenntnis der umge-
schung und Erschließung weiterzuentwickeln. benden Kulturlandschaft und ihrer Elemente
sowie der ganzheitlichen Betrachtung des
7.1. DENKMALBEREICHE ORL-Verlaufs in der Kulturlandschaft.
IN UNBEBAUTEN AREALEN
7.1.1. Bereits heute sind alle bekannten und 7.2. DENKMALBEREICHE
obertägig erhaltenen Abschnitte als archäolo- IN BEBAUTEN AREALEN
gische Boden- und Baudenkmäler gesetzlich 7.2.1. Auch die Teile des ORL, die in Siedlungs-
geschützt. Dieser Schutz ist formal ausreichend. arealen liegen, sind Bestandteile des Welterbes.
7.1.2. Der Erhalt des Welterbes obliegt neben Auch wenn in diesen Bereichen nur geringe
den Eigentümern den Kommunen, den Denk- Reste des ORL sichtbar sind, kann ihr archäolo-
malschutz- und den Denkmalfachbehörden der gischer Wert sehr hoch sein.
Länder. Neben dem Denkmalschutzrecht ste- 7.2.2. Generell gelten hier dieselben denkmal-
hen auch Instrumentarien des Raumordnungs- rechtlichen Vorschriften wie in unbebauten
rechts, des Bauplanungsrechts und des Natur- Arealen.
schutzrechts zur Verfügung. 7.2.3. Hauptproblem eines erfolgreichen
7.1.3. Dabei ist es sinnvoll – wo immer möglich – Schutzes des ORL in bebauten Ortslagen ist
sowohl einen Interessensverbund mit dem Na- eine oftmals ungenaue Kenntnis der Denkmal-
tur- und Landschaftsschutz zu suchen als auch substanz sowie ihre Überlagerung durch histo-
den Gedanken eines ganzheitlichen Kultur- rische oder moderne Baustrukturen.
landschaftsschutzes verstärkt zu verfolgen. 7.2.4. Auch dort, wo die Erfahrbarkeit der römi-
Maßnahmen, die dem Schutz von archäologi- schen Grenzanlagen gering scheint, besteht die
schen Boden- und Baudenkmälern dienen, ha- Möglichkeit, das Verständnis des ORL langfris-
ben erfahrungsgemäß größere Chancen auf tig zu verbessern.
Durchsetzung, wenn sie mit mehreren anderen 7.2.5. Daher soll auch in bebauten Arealen der
gesetzlich vorgesehenen Schutzbelangen ge- bekannte Denkmalbestand des ORL nach den
bündelt werden. überall geltenden Maßstäben geschützt wer-
7.1.4. Entlang des ORL und in seiner Pufferzone den. Hauptziel muss zunächst sein, die noch
bestehen enge Beziehungen zwischen dem vorhandene Denkmalsubstanz zu erhalten.
Schutz des Denkmals sowie dem Schutz und 7.2.6. Der Schutz bekannter Denkmalsubstanz
der Pflege der Landschaft. Der Erhalt und die in Siedlungsarealen muss verbessert werden.
Pflege der Landschaft bewahren gleichzeitig Dazu sollen lokale Planungsrichtlinien, bei-
die Umgebung des ORL vor unangemessener spielsweise Bebauungspläne oder kommunale
Bebauung und der Beeinträchtigung seines Er- Satzungen, frühestmöglich gemeinsam ent-
scheinungsbildes. Sie dienen außerdem dem Er- wickelt und angewandt werden.
halt seiner charakteristischen Eigenschaften. 7.2.7. In Bereichen, in denen der Denkmalbe-
Dies betrifft insbesondere die großen landwirt- stand durch vorangegangene Beeinträchtigun-
schaftlich genutzten Freiflächen sowie die gen nicht mehr sichtbar ist, sollte der Versuch
Waldgebiete. unternommen werden, eine Sichtachse entlang
7.1.5. In Einzelfällen ist es notwendig und sinn- der Limesstrecke von Bebauung freizuhalten.
voll, bestimmte Areale zusätzlich zu schützen, 7.2.8. Eine Perspektive ist beispielsweise das
indem sie von der öffentlichen Hand oder von Kennzeichnen der ehemaligen Grenzlinie
anderen am Schutz und Erhalt des ORL interes- durch reversible Maßnahmen, sodass der Ver-
sierten Institutionen angekauft werden. Diese lauf des ORL wiedererkannt und als historische
Schutz und Pflege · Vermittlung · Tourismus 19

Raumstruktur verstanden werden kann. Dies wichtiger Faktor im Rahmen der Vermittlungs-
kann auch bei der Darstellung bekannter römi- arbeit.
scher Bauachsen und Straßenfluchten ange- 9.1.2. Touristische Belange haben im Sinne des
wandt werden. Für eine solche Kennzeichnung UNESCO-Gedankens zugunsten des Erhalts
ist nicht Bedingung, dass in den betreffenden des Denkmals und seiner unmittelbaren Umge-
Arealen noch Denkmalsubstanz vorhanden ist. bung zurückzustehen.
7.2.9. Grundlage hierfür kann der gezielte An- 9.1.3. Erforderlich sind die sachgerechte Ver-
kauf von Grundstücken auch in Siedlungsarea- mittlung des Welterbes für Besucher aus dem
len sein. Dies kann zum Schutz vor einer dro- In- und Ausland als auch die Bereitstellung ei-
henden Überbauung geschehen, aber auch dem ner angemessenen Infrastruktur für An- und
Schaffen von Freiflächen dienen. Abreise sowie den Aufenthalt vor Ort.
7.2.10. Mittel- bis langfristig wird angestrebt, 9.1.4. Die Einflussnahme auf alle Maßnahmen
den Verlauf des ORL oder die Lagebeziehungen zur touristischen Erschließung liegt im Interes-
der component parts möglichst auch in städti- se der Limesanrainer, um von einer künftigen
schen Gebieten wieder erfahrbar zu machen. Entwicklung selbst keine Nachteile zu erfah-
ren, sondern möglichst von ihr zu profitieren.

8. VERMITTLUNG 9.2. ZIELE


9.2.1. Alle Maßnahmen zur touristischen Er-
8.1. ZIELE schließung des ORL sind denkmalverträglich
8.1.1. Ziel einer regional strukturierten Ver- zu gestalten. Sie dürfen Substanz und Denk-
mittlung am ORL sind attraktive und zielgrup- malqualität nicht mindern und wissenschaftli-
penorientierte Angebote für die interessierte che Forschungsvorhaben nicht einschränken,
Öffentlichkeit. sondern sollten darauf ausgerichtet sein, Er-
8.1.2. Das Welterbe „Grenzen des Römischen fahrbarkeit und Schutz des ORL zu verbessern.
Reiches“ soll dabei in seinem internationalen, 9.2.2. Der Charakter des ORL als in der umge-
regionalen und lokalen Kontext präsentiert benden Landschaft frei zugängliches Gelände-
werden. denkmal ist zu erhalten und dort zu fördern,
wo dies bislang noch nicht der Fall ist. Ausnah-
8.2. UMSETZUNG men bilden museale Einrichtungen.
8.2.1. Teil C des vorliegenden Management-Plans 9.2.3. Künftige Maßnahmen sollen entlang der
erläutert die Grundparameter eines künftigen Limesstrecke sowie an den Kastellplätzen in-
strategischen Vermittlungsplans („Interpretati- haltlich und äußerlich aufeinander abgestimmt
on Framework“) für den Obergermanisch-Rae- sein und einheitlichen Standards folgen.
tischen Limes (ORLIF). 9.2.4. Die weitere touristische Erschließung des
8.2.2. Die genannten Parameter bilden die Basis ORL soll die Akzeptanz der vor Ort ansässigen
für ein zukünftiges „Interpretation Frame- Bevölkerung finden. Angestrebt wird, dass alle
work“. Sie sind, wie auch das spätere ORLIF, in- Maßnahmen möglichst im Einvernehmen mit
tegraler Bestandteil des vorliegenden Manage- den Betroffenen gestaltet werden.
ment-Plans. 9.2.5. Touristische Maßnahmen am ORL sollten
8.2.3. Es handelt sich um ein inhaltliches Rah- auch darauf abzielen, der ansässigen Bevölke-
menwerk mit Empfehlungscharakter. rung einen möglichen materiellen Nutzen zu
8.2.4. Die Umsetzung der Grundparameter und verschaffen.
des noch zu erarbeitenden ORLIF auf lokaler
und regionaler Ebene liegt in der Verantwor- 9.3. TRÄGER
tung der jeweiligen Träger der Vermittlungs- 9.3.1. Die DLK (vgl. unter 10.3.) begleitet durch
einrichtung. koordinierende Beratung die weitere touristi-
sche Erschließung des ORL in den Ländern. Sie
dient als Ansprech- und Kooperationspartner
9. TOURISMUS der nachfolgend genannten Personen und Insti-
tutionen.
9.1. GRUNDLAGEN 9.3.2. Normative Regelungen im Bereich des
9.1.1. Wie an vielen anderen historischen Stät- Tourismus können sinnvoll sein; den Denkmal-
ten ist auch für den ORL der Tourismus ein fachbehörden kommt eine Beratungsfunktion
20 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

bei der Einrichtung neuer Informationsangebo- die Träger der Limeswanderwege sind und bie-
te zu. Dies umfasst das Bereitstellen von Sach- tet Karten- und Informationsmaterial an. Indi-
informationen und eine inhaltliche Qualitäts- vidual- und Gruppenreisende können so nahe-
kontrolle. zu jeden Punkt des ORL erreichen. Auch bei
9.3.3. Eine wichtige Größe in der erfolgreichen solchen Routenplanungen arbeiten die Denk-
touristischen Erschließung und Vermittlung malfachbehörden mit dem Verein Deutsche Li-
des ORL bilden die verschiedenen Museen und mes-Straße e. V., den einschlägigen Vereinen,
Limesinformationszentren. den Forstämtern sowie den jeweiligen Kommu-
9.3.4. Für die überwiegende Mehrheit der Krei- nen zusammen.
se, Städte und Gemeinden entlang des ORL hat 9.4.2. Bei der Neuanlage von Wander- oder Rad-
sich bereits seit 1995 der Verein Deutsche Li- wegen oder im Rahmen größerer Instandhal-
mes-Straße e. V. für die Umsetzung o. g. Ziele tungsmaßnahmen wird darauf geachtet, Wege-
zusammengeschlossen. Zu seinem Tätigkeits- trassen neben und nicht auf dem Verlauf des
feld im Bereich Tourismus zählen besonders ORL zu führen. Hierdurch verbessert sich die
die Öffentlichkeitsarbeit, Herausgabe von tou- Erfahrbarkeit des Limesverlaufs, gleichzeitig
ristischem Informationsmaterial, Pressearbeit, verringern sich mögliche nachteilige Einflüsse
Koordination von Werbemaßnahmen, allge- durch Betreten oder Befahren.
meine Information, Hinweise zur Unterbrin- 9.4.3. Maßnahmen zur Konservierung, Restau-
gung und Lenkung der Besucher. Der Verein rierung, Rekonstruktion, zum Nachbau sowie
Deutsche Limes-Straße e. V. bildet die umfas- der konservatorischen Überdeckung archäolo-
sende touristische Klammer und ist neben Mu- gischer Denkmäler entlang des ORL werden
seen und Limesinformationszentren die erste nach den im Teil B zusammengestellten Richtli-
Anlaufstelle für potenzielle Besucher und inter- nien durchgeführt. Der Text stellt die überar-
essierte Gäste. beitete Fassung der den Antragsunterlagen
9.3.5. Ein wichtiger Bestandteil der Vermitt- zum Welterbeantrag beigefügten Rekonstruk-
lungsarbeit am ORL ist die dauerhaft gesicherte tionsrichtlinien dar. Die im Teil B zusammenge-
Betreuung der Besucher durch qualifiziertes stellten Richtlinien sind integraler Bestandteil
und geschultes Personal. Eine zentrale Rolle des Management-Plans.
spielen dabei die „Limes-Cicerones der Deut-
schen Limeskommission“. Sie werden in enger
Zusammenarbeit mit den Denkmalfachbehör- 10. UMSETZUNG
den und auf Grundlage der Prüfungsordnung
der Deutschen Limeskommission aus- und 10.1. BETEILIGTE INSTITUTIONEN
fortgebildet. UND PERSONEN
9.3.6. Weiterhin können Vereine, Schulen, regi- 10.1.1. Die rechtlichen und administrativen Zu-
onale oder lokale Initiativen einzelne archäolo- ständigkeiten für die Denkmalpflege und damit
gische Stätten entlang des ORL pflegen. Alle für den Erhalt des ORL sind innerhalb des föde-
Maßnahmen sind mit der DLK und den Denk- ralen Systems der Bundesrepublik Deutschland
malfachbehörden abzustimmen. länderspezifisch geregelt.
9.3.7. Eigentümer und Nutzer der Grundstücke 10.1.2. An Schutz und Pflege archäologischer
im Welterbe leben im unmittelbaren Umgang Denkmäler besteht ein grundsätzliches öffent-
mit den Besuchern vor Ort. Ihr Verständnis und liches Interesse, das in den Denkmalschutzge-
ihre Akzeptanz sind anzustreben. setzen fixiert ist. Verantwortlich für den Erhalt
des ORL sind in erster Linie die Eigentümer,
9.4. MITTEL auf deren Grundstücken sich das Welterbe
9.4.1. Der bereits seit Jahrzehnten bestehende befindet.
Limes-Wanderweg entlang des ORL wurde in 10.1.3. Den Unteren Denkmalschutzbehörden
den vergangenen Jahren durch einen Radweg obliegt in der Regel die Umsetzung der für den
und eine Autoroute ergänzt. Für die Auswei- Denkmalschutz relevanten Rechtsvorschriften.
sung von Auto- und Radroute ist der Verein Ausnahmen gelten zum Beispiel für Maßnah-
Deutsche Limes-Straße e. V. federführend zu- men an Kulturdenkmälern in staatlichem Ei-
ständig in Kooperation mit den Kommunen gentum und Maßnahmen nach Fachplanungs-
und Landkreisen. Der Verein Deutsche Li- recht. Sie können von den Oberen/Höheren
mes-Straße e. V. unterstützt die Wandervereine, Denkmalschutzbehörden, den Regierungsprä-
Umsetzung 21

sidien sowie den zuständigen Ministerien als Für übergreifende oder grundsätzliche Maß-
der jeweils Obersten Denkmalschutzbehörde nahmen ist eine Bewertung durch die DLK ein-
unterstützt werden. zuholen.
10.1.4. Die Landesämter für Denkmalpflege 10.2.3. Vor Maßnahmen, welche die Substanz
bzw. die Generaldirektion Kulturelles Erbe in oder die optische Erscheinung des Denkmals
Rheinland-Pfalz sind Fachbehörden. Sie erfor- verändern, müssen eine fachgerechte Doku-
schen den ORL und stellen fest, was von dessen mentation der betroffenen Denkmalbereiche
Substanz erhalten und Kulturdenkmal im Sin- und eine wissenschaftliche Auswertung durch-
ne des jeweiligen Denkmalschutzgesetzes ist. geführt werden.
In ihren Händen liegt ein großer Teil der Öf- 10.2.4. Hauptaugenmerk gilt dem Verhindern
fentlichkeitsarbeit, sie beraten Denkmaleigen- bzw. Vermindern möglicher Schäden. Ange-
tümer und geben Stellungnahmen zu allen strebt wird die Überführung wesentlicher
Planungen und Vorhaben ab, die den ORL be- Denkmalbereiche in öffentliches Eigentum mit-
treffen. hilfe von Plan- und Raumordnungsverfahren
10.1.5. In den Ländern sind die Limeskoordina- oder durch Ankauf.
toren bei den Denkmalfachbehörden An- 10.2.5. Dort, wo der Verlauf des ORL oder die
sprechpartner. Sie wirken bei Schutz, For- dargestellten Areale seiner Kastelle noch nicht,
schung und Vermittlung des ORL mit. Die unvollständig oder unzutreffend in den Flä-
zuständigen Denkmalfachbehörden stellen in- chennutzungs- und Entwicklungsplänen bzw.
tern bei allen sie betreffenden Vorgängen die weiteren Planwerken dargestellt sind, sollen
Beteiligung der Limeskoordinatoren sicher. diese bei deren Fortschreibung korrigiert
10.1.6. Die Zuständigkeiten für alle Maßnah- werden.
men in Bezug auf Erschließung und Tourismus 10.2.6. Bei Umlegungen von Grundstücken und
entlang des ORL unterliegen den dargestellten deren Bewirtschaftung soll die Erfahrbarkeit
Regeln. des ORL erhalten bleiben bzw. hergestellt wer-
10.1.7. Die Umsetzung des Management- den. Hierzu wird eine intensive Zusammenar-
Plans erfordert eine Zusammenarbeit von beit mit den Eigentümern, Nutzern und zustän-
Grundstückseigentümern, Kommunen, Kreisen, digen Behörden sowie Institutionen angestrebt.
Landes ämtern für Denkmalpflege bzw. der Ge- 10.2.7. In Zusammenarbeit mit den Denkmal-
neraldirektion Kulturelles Erbe. Forstbehör- behörden wird geprüft, wo raumbedeutsame
den, Naturparks und Zweckverbände sind für Planungen zu Beeinträchtigungen am ORL
eine erfolgreiche Umsetzung des Manage- führen könnten.
ment-Plans ebenfalls wichtige Akteure. 10.2.8. Von den Denkmalschutzbehörden als
10.1.8. Seit vielen Jahrzehnten erfolgt eine enge Träger öffentlicher Belange sind Kern- und Puf-
und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ferzonen mit ihren Zielsetzungen in Raumord-
den Denkmalfachbehörden der Länder, Verei- nungs- und Planungsverfahren einzubringen.
nen oder lokalen Interessengruppen. Deren 10.2.9. Um Schäden durch Bodenschatzabbau,
wichtige Rolle bei Schutz und Pflege sowie Ver- Land- und Forstwirtschaft zu vermindern, wird
mittlung des ORL wird seitens der Denkmal- der Kontakt mit den zuständigen Behörden in-
fachbehörden unterstützt. tensiviert und innerhalb der künftigen Nutzungs-
planungen ein gemeinsamer Maßnahmen-
10.2. IMPLEMENTIERUNG DES katalog entwickelt.
MANAGEMENT-PLANS 10.2.10. Bei der Umsetzung regionaler oder lo-
10.2.1. Die Bedeutung des ORL ebenso wie In- kaler Schutz- oder Informationskonzepte soll
halte und Ziele dieses Management-Plans wer- die Erfahrbarkeit des ORL in bebauten Arealen
den der Öffentlichkeit durch den verstärkten durch die Kennzeichnung bekannter unterirdi-
Einsatz geeigneter Medien nahegebracht. scher Strukturen gesteigert werden, gleichzei-
10.2.2. Alle Einzelmaßnahmen am Welterbe, tig werden Perspektiven für eine Neugestal-
die die Denkmalsubstanz und das geschützte tung ehemals bebauter Areale entwickelt.
Erscheinungsbild berühren können, werden 10.2.11. Besonderes Augenmerk gilt den Berei-
mit den Denkmalfachbehörden und Unteren chen extensiver Wirtschaftsweise, Ökologie/
Denkmalschutzbehörden abgestimmt und dort Naturschutz, sanfter Tourismus u. a. Dabei
genehmigt. können Einrichtungen im funktionalen Zusam-
menhang mit dem ORL einbezogen werden
22 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

und überall dort, wo es möglich ist, eine Koope- allen größeren Ausgrabungsprojekten am ORL.
ration mit anderen denkmalverträglichen Kon- 10.3.4. Bei Entwicklungs- und Erschließungs-
zepten erreicht werden. vorhaben berät die DLK auf Anforderung die
10.2.12. Zu den Forschungsaufgaben am ORL zuständigen Behörden in enger Abstimmung
gehört die Verbesserung der Kenntnisse über mit den Limeskoordinatoren.
die Topografie der einzelnen Stätten: 10.3.5. Die DLK stellt den zuständigen Stellen
· Überall dort, wo die Ausdehnung der archäo- vorhandene strategische Konzeptionen zur
logischen Denkmalsubstanz nicht genau be- Weiterentwicklung des ORL zur Verfügung. Als
kannt ist, soll der Einsatz zerstörungsfreier Serviceleistung für die einzelnen Länder ist sie
Prospektionsmethoden (wie Oberflächenpro- für die Limes-Datenbank verantwortlich.
spektionen, Luftbildarchäologie, Geophysik, 10.3.6. Sie vertritt den deutschen Teil des Welt-
Airborne Laserscanning) verstärkt werden. erbes auf nationaler wie internationaler Ebene.
· Künftige Forschungsvorhaben am ORL sollen
verstärkt Gesichtspunkte und Fragen der ar-
chäologischen Bodendenkmalpflege berück-
sichtigen, aber auch das Aufarbeiten der Ar-
chive und Sammlungen soll ein zentraler
Aspekt sein.
· In bebauten Arealen kann die detaillierte Er-
fassung der Denkmalsubstanz durch ein Ka-
taster hilfreich sein.
10.2.13. Die weitere touristische Erschließung
des ORL soll in enger Abstimmung zwischen
den Landesämtern für Denkmalpflege bzw. der
Generaldirektion Kulturelles Erbe, den Limes-
koordinatoren, den Museen und dem Verein
Deutsche Limes-Straße e. V., den Naturparks
und Zweckverbänden, den einzelnen Kommu-
nen sowie den Vereinen und Interessengrup-
pen erfolgen.
10.2.14. Planungen und Ereignisse, die das Welt-
erbe oder die Schutzwirkung seiner Pufferzo-
nen wesentlich beeinträchtigen können, sollen
im Rahmen der DLK erörtert werden. Diese be-
nachrichtigt ggf. das Intergovernmental Com-
mittee (IGC).

10.3. KOORDINATION DURCH DIE DLK


10.3.1. Die Koordinierung der Empfehlungen
und Strategien des Management-Plans ist Auf-
gabe der im Jahr 2003 gegründeten DLK. Die Ge-
schäftsstelle ist Anlaufstelle für alle oben
genannten Institutionen und Personen. Hierfür
stellen die Länder angemessene finanzielle und
personelle Voraussetzungen sicher.
10.3.2. Die DLK übernimmt eine beratende Tä-
tigkeit bei der Weiterentwicklung des Schutz-
konzeptes und erarbeitet gemeinsam mit ande-
ren Institutionen Richtlinien.
10.3.3. Zu den Aufgaben der DLK zählen strate-
gische Weiterentwicklung und Koordinierung
aller Vorhaben zur Erforschung sowie die
Bündelung und Abstimmung von Forschungs-
fragen und eine gutachterliche Tätigkeit zu
Teil B 23

TEIL B

Richtlinien zur Konservierung, Restaurierung,


Rekonstruktion, zum Nachbau und der
konservatorischen Überdeckung archäologischer
Denkmäler des Obergermanisch-Raetischen
Limes (ORL) als Teil des UNESCO Welterbes „Frontiers
of the Roman Empire“

1. PRÄAMBEL
Der ORL mit seinen zugehörigen Türmen, Kas- beinträchtigen. Im Konfliktfall ist die Deutsche
tellen und anderen Bauwerken ist ein singuläres Limeskommission (DLK) in das Verfahren ein-
Kulturdenkmal und ein unwiederbringliches zubeziehen.
Geschichtsdokument. In Wahrung der jeweili- Je höher die Qualität einer Stätte oder eines
gen Denkmalschutzgesetze der Länder und na- Denkmalbereichs hinsichtlich Substanzerhalt,
tionaler wie internationaler Normen hat der Erfahrbarkeit oder wissenschaftlichem Wert
Schutz des Denkmalbestandes hohe Priorität. ist, desto restriktiver sind Veränderungswün-
Dies ist bei Planung und Realisierung sämtli- sche zu behandeln. An hochrangigen Limesab-
cher Vorhaben am Kulturdenkmal und in schnitten sind Rekonstruktion und Nachbau in
seiner Umgebung zu beachten. Der Schutz des der Regel ausgeschlossen.
Denkmalbestandes besteht in erster Linie im
Erhalt der Originalsubstanz und des auf uns
gekommenen Erscheinungsbildes der Denk- 2. DEFINITIONEN
mallandschaft am ORL (Authentizität und Für den nachfolgenden Text sind definiert:
Integrität). Konservierung als Maßnahmen an der Denk-
Künftige Maßnahmen am Kulturdenkmal und malsubstanz, die dem Erhalt dienen, wie zum
in seiner Umgebung müssen auf den Manage- Beispiel Reinigung und Sicherung. Substanz-
ment-Plan Bezug nehmen und mit den Pflege- veränderungen gehen nicht über das rein tech-
und Entwicklungsplänen zum ORL im Einklang nisch Erforderliche hinaus.
stehen. Darüber hinaus müssen sie nach dem Restaurierung als Zurückführen vorhandener
Denkmalrecht des jeweiligen Landes mit den Strukturen in einen dokumentierten früheren
dafür zuständigen Behörden abgestimmt wer- Zustand durch Entfernen späterer Zutaten oder
den, die solche Maßnahmen fachlich begleiten. durch Wiederzusammensetzen vorhandener
Sie dürfen auf keinen Fall den außergewöhnli- Bestandteile ohne das Einbringen neuen Mate-
chen universellen Wert der Welterbestätte rials außer zur Sicherung und Stabilisierung.
24 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

Rekonstruktion als Hinführen vorhandener didaktischen Gründen mehr erforderlich


Strukturen zu einem zu erschließenden frühe- scheint, um das Denkmal im Sinn des Welterbe-
ren Zustand, bei dem im Unterschied zur gedankens zu präsentieren. Nur in diesem Zu-
Restaurierung vergleichbare Materialien in sammenhang sind Rekonstruktion und Nach-
entsprechenden Handwerkstechniken dem bau denkbar. Solche Vorhaben bedürfen bereits
Original zugeführt werden. im Vorfeld einer Diskussion auf möglichst brei-
Nachbau als Neubau auf Basis erhaltener Belege ter Basis und der Bewertung durch unabhängi-
sowie Schlussfolgerungen, die daraus gezogen ge Gutachter; nur daran anschließend kann
wurden. eine denkmalrechtliche Entscheidung getrof-
Konservatorische Überdeckung als reversibler fen werden.
Auftrag von Erde oder anderen Materialien. Abstrakte und modellhafte Lösungen sowie
Hierzu zählen auch die Terra-Modellierung und virtuelle Darstellungen zum Zweck der Visuali-
die Überprägung. sierung sind eine die Originalsubstanz scho-
Reversibel sind solche Maßnahmen, die die Ori- nende Alternative zu antikisierenden/histori-
ginalsubstanz unverändert lassen, keine Schä- sierenden Nachbauten.
den daran verursachen und sich ohne Beein-
trächtigung der Originalsubstanz wieder Rekonstruktion und Nachbau
entfernen lassen. · müssen in Übereinstimmung mit nationalen
und internationalen Richtlinien geschehen;
· müssen die historische Bedeutung der Stätte
3. RAHMENBEDINGUNGEN und ihrer Umgebung erhalten;
Aufgrund der Erhaltung, des begrenzten Kennt- · dürfen in jedem Fall erst nach vollständiger
nisstandes sowie des Charakters des ORL als wissenschaftlicher Dokumentation der be-
Bestandteil der Kulturlandschaft sind Verände- troffenen Denkmalbereiche und deren Aus-
rungen am Denkmalbestand in der Regel auf wertung geschehen;
konservierende und restaurierende Maßnah- · müssen auf wissenschaftlich gesicherten
men zu beschränken. Verlauf oder einzelne Nachweisen basieren und Produkte eines ex-
Bestandteile des Limes können durch geeignete perimentellen Nachvollzugs antiker Verfah-
Maßnahmen der Landschaftspflege wieder er- ren sein;
fahrbar gemacht werden. · vermitteln in modellhafter Form, daher ist
Grundsätzlich gilt, dass der Zustand des Denk- eine Häufung benachbarter Anlagen gleichen
mals in seiner ruinösen Gestalt der einzig au- Typs zu vermeiden;
thentische ist. Was zerstört ist, ist verloren. Die · sind grundsätzlich in originaler Technik und
zentrale Aufgabe besteht darin, den Status quo mit vergleichbarem Material auszuführen, so-
der Gesamterscheinung des Denkmals zu weit dies technisch möglich ist. Finanzielle
bewahren. Alles andere geht zulasten der Au- Gründe rechtfertigen nicht die Verwendung
thentizität und Integrität des Denkmals, dessen andersartiger Materialien;
Verfallsprozess als integraler Bestandteil ge- · haben das Verständnis zu verbessern. Hypo-
schichtlichen Werdens und Vergehens zu res- thesen sind deutlich zu kennzeichnen und
pektieren ist. Daher ist vor etwaigen Verände- verpflichten dazu, an ihnen gewonnene Er-
rungen die Notwendigkeit jeglicher Maßnah- kenntnisse oder bei der Realisierung umge-
men abzuwägen und in jedem Fall der setzte Ergebnisse darzustellen, zu archivieren
Ist-Zustand vorab nach dem Stand der Wissen- und zu veröffentlichen;
schaft zu dokumentieren. · müssen so konzipiert sein, dass sowohl ihre
Konservierung, Restaurierung und konservato- Errichtung als auch ihr dauerhafter Unterhalt
rische Überdeckung sind Maßnahmen, die der gewährleistet sind;
Erhaltung des Denkmals dienen bzw. die Denk- · dürfen nicht als Begründung für Ausgrabun-
malsubstanz bewahren. Sie sind gegenüber gen dienen;
Maßnahmen, die mit einem Substanzeingriff · sind als Kopien bereits bestehender Anlagen
einhergehen, zu bevorzugen. abzulehnen.
In Ausnahmefällen können Maßnahmen gebo- Grundlage jeder Maßnahme ist das Verständ-
ten erscheinen, die über die Konservierung und nis des Denkmals. Dies umfasst sowohl die Be-
Restaurierung hinausgehen. Dies ist möglich, reiche unter und über der Erde als auch seine
wenn an einzelnen Stellen des Denkmals aus Umgebung im Sinn der ihm angestammten his-
Teil B 25

torisch gewachsenen Kulturlandschaft. Eine · Auf die klare Unterscheidbarkeit von Origi-
Beurteilung sollte das archäologische Potenzial nalsubstanz und neuen Materialien ist zu
und seine historische und zeitgenössische Be- achten;
deutung ebenso umfassen wie ästhetische, · An oder in der Umgebung der wenigen noch
landschaftliche und naturschutzfachliche Wer- vollständig erhaltenen und in der Landschaft
te. Vor Beginn einer Maßnahme bedarf es weitgehend unberührten Plätze soll jede Art
daher einer umfassenden Dokumentation des der Rekonstruktion oder des Nachbaus unter-
Ist-Zustands. bleiben. Dies gilt besonders an den Strecken-
Alle Maßnahmen im Bereich des Welterbes abschnitten, wo der Limesverlauf einen die
ORL müssen nationalen wie internationalen Umgebung prägenden Gesamteindruck ver-
Qualitätsstandards entsprechen. Aus den Pla- mittelt, wie beispielsweise in den Wäldern des
nungsunterlagen eines Vorhabens muss detail- Taunus und auf dem Schwäbischen oder Frän-
liert hervorgehen, inwiefern seine Umsetzung kischen Jura;
Authentizität und Integrität des Denkmals be- · Rekonstruktionen und Nachbauten sind gene-
rühren wird. Eine Realisierung muss sämtliche rell nur bei solchen Anlagen zulässig, die be-
der angeführten Rahmenbedingungen berück- reits vollständig ausgegraben sind und/oder
sichtigen und die Bedeutung des Limes positiv deren ergrabener Befund weitestgehend zer-
beeinflussen. Alle Maßnahmen sind vor der stört ist und/oder deren Erfahrbarkeit durch
Durchführung mit den zuständigen Denkmal- die heutige Nutzung ihres Umfeldes stark zu-
fachbehörden abzustimmen und bedürfen ei- rückgedrängt wird;
ner denkmalrechtlichen Erlaubnis gemäß dem · Rekonstruktionen und Nachbauten in der
Denkmalrecht des jeweiligen Landes. Kernzone des Welterbes müssen reversibel
Dieselbe Sorgfalt wie bei der Konzeption eines gestaltet werden;
Vorhabens ist auf seine Nachhaltigkeit zu legen. · Mit dem Ziel des Erkenntnisgewinns durch
Grundlage sollte ein mit der Denkmalfachbe- experimentelle Forschung sind Kopien bereits
hörde (Limeskoordinator) abgestimmtes Pflege- bestehender Rekonstruktionen oder Nach-
konzept sein. Reparatur und Pflege sind von ge- bauten abzulehnen.
schultem Personal und unter fachkundiger
Anleitung auszuführen. Für den Unterhalt müs-
sen ebenso ausreichende Sachmittel zu Verfü- 5. INTERNATIONALE BESTIMMUNGEN
gung stehen wie zur Behebung unvorhergese- Im Übrigen haben sich alle Maßnahmen den in-
hener Schäden. ternationalen Standards nach folgenden Richt-
linien und Konventionen zu verpflichten:
· Die Charta von Venedig 1964: Internationale
4. RICHTLINIEN Charta über die Konservierung und Restau-
FÜR KÜNFTIGE VERFAHREN rierung von Denkmälern und Ensembles.
Im Speziellen gilt: · Die Charta von Burra 1979: Charta über den
· Alle Maßnahmen müssen einen direkten regi- denkmalpflegerischen Umgang mit Objekten
onalen und historischen Bezug zum entspre- von kultureller Bedeutung.
chenden Abschnitt des Welterbes haben; · Die Charta von Lausanne 1990: Charta für den
· Beschilderungen sind entsprechend der Richt- Schutz und die Pflege des archäologischen
linien der DLK zu gestalten; Erbes.
· Es ist nach Möglichkeiten zu suchen, die Limes- · Die Konvention von Malta 1992: Europäische
trasse erlebbar und erfahrbar zu machen; Konvention zum Schutz des archäologischen
· Neubepflanzung und Anpflanzungen zur Vi- Erbes.
sualisierung dürfen keine Schäden am Denk- · Das Nara Dokument über Authentizität 1994.
mal verursachen; · Die Charta von Riga: Charta über Authentizi-
· Es ist eine Bündelung von forstwirtschaftli- tät und Historische Rekonstruktion in Bezie-
chen und denkmalpflegerischen Zielsetzun- hung zum kulturellen Erbe 2000.
gen anzustreben; · Die Empfehlung von Salalah zu archäologi-
· Konservatorische Überdeckung darf nicht schen Parks 2015.
zum Verlust der Authentizität durch neue,
künstliche Denkmäler führen;
26 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

TEIL C

Grundparameter eines künftigen strategischen


Vermittlungsplans („Interpretation Framework“) für
den Obergermanisch-Raetischen Limes (ORLIF)

1. PRÄAMBEL / GRUNDLAGEN DER


VERMITTLUNGSARBEIT
1.1. Der Obergermanisch-Raetische Limes Kommunikation, Bildung, Zielgruppenorien-
(ORL) bildet aufgrund seiner Geschichte, sei- tierung und Museumsmanagement werden in
ner Substanz und seiner Funktion ein einheit- diesem Dokument als weitere wichtige Aufga-
liches, zusammengehöriges Kulturdenkmal. ben genannt.
An Inhalte und Qualität der Vermittlung sei- Unter Bezugnahme auf diese Empfehlung stellt
ner historischen Bedeutung, seiner materiel- der vorliegende Plan länderübergreifende Stra-
len Überlieferung sowie seiner Rolle innerhalb tegien und Verfahrensweisen für die Vermitt-
unseres Geschichtsverständnisses sind höchste lung des gesamten ORL vor.
Ansprüche zu stellen. 1.3. Neben der folgenden allgemeinen Be-
1.2. Wichtige Grundlage der Vermittlungsar- schreibung der einzelnen Vermittlungsregio-
beit bildet die am 17. November 2015 von der nen und -orte wird die künftige Vermittlungs-
38. UNESCO-Generalkonferenz in Paris verab- arbeit auf einem detaillierten Interpretation
schiedete „Empfehlung zur Erhaltung und zur Framework für den ORL (ORLIF) als integralem
Förderung von Museen und Sammlungen, ihrer Bestandteil des Management-Plans basieren.
Vielfalt und ihrer Rolle in der Gesellschaft“. 1.4. Dieses künftige Interpretation Framework
In diesem Dokument werden mit dem Begriff für den ORL (ORLIF) wird konkrete Ziele und
„Kulturerbe“ sowohl materielle und immateri- Strategien für die Präsentation in allen Ver-
elle Werte als auch Kulturerbe bezeichnet, wie mittlungsregionen und an allen Vermittlungs-
es in den UNESCO-Kulturkonventionen festge- orten des Welterbes formulieren. Es basiert auf
halten ist. der Bedeutung des ORL als authentischem Ort
Paragraf 10 fordert die Mitgliedstaaten auf, „die und berücksichtigt, dass jede Vermittlungs-
Museen dazu anzuhalten, aktiv Wissen über form den Wert und die Authentizität sowohl
Sammlungen, Denkmäler und Kulturstätten zu des einzelnen Platzes als auch der Gesamtan-
vermitteln und zu verbreiten“ und zielt somit lage erhalten und fördern sowie das Verständ-
darauf ab, eine Beziehung zwischen den Muse- nis für den Limes in der Öffentlichkeit weiter-
en mit ihren Sammlungen und relevanten Kul- entwickeln soll.
turstätten herzustellen.
Teil C 27

1.5. Das Interpretation Framework für den ORL 2. ZIELE DER VERMITTLUNG
(ORLIF) wird mittelfristig durch die länder- 2.1. Die Weiterentwicklung der Vermittlungs-
übergreifende Arbeitsgemeinschaft römischer arbeit am ORL zielt auf ein vollständiges, fach-
Museen am Limes in Deutschland in Zusam- lich korrektes Angebot ab. Insbesondere ist
menarbeit mit den Limeskoordinatoren erar- ein breit angelegtes Informationsspektrum zu
beitet und separat publiziert werden. schaffen, das den Ansprüchen der unterschied-
1.6. Die nachfolgenden allgemeinen Empfeh- lichen Zielgruppen gerecht wird.
lungen basieren auf den Inhalten und dem Geist 2.2. Grundlage der Vermittlungsarbeit am ORL
nationaler wie internationaler Vorgaben. Künf- wird in Zukunft das Interpretation Framework
tige Maßnahmen zur Präsentation sind unter für den ORL (ORLIF) als integraler Bestandteil
Beachtung bestehender Vereinbarungen zu er- des Management-Plans sein. Es formuliert Zie-
stellen. le und Strategien für die Präsentation an allen
Zu diesen Vorgaben gehören insbesondere: Vermittlungsorten.
· Kodex der Berufsethik – International Council 2.2.1. Entsprechend der am Hadrian´s und An-
of Museums 1986 in der letzten Fassung vom 8. tonine Wall entwickelten Vorlagen und des für
Oktober 2004, den österreichisch-bayerischen Donaulimes im
· UNESCO-Empfehlung zur „Erhaltung und zur Rahmen des geplanten UNESCO-Antrages auf-
Förderung von Museen und Sammlungen, ih- gestellten „Strategischen Vermittlungsplans für
rer Vielfalt und ihrer Rolle in der Gesellschaft“ den Donaulimes“ („Danube Limes Interpretati-
vom 17. November 2015 (siehe Präambel), on Framework / DLIF“) sollen unter der Kern-
· Museums Association (UK), Kodex der Berufs- strategie „one site – one lead theme“ struktu-
ethik in der Fassung vom 5. November 2015, rierte Leitthemen erarbeitet werden, die im
· Europäisches Übereinkommen vom 16. Janu- Rahmen der Arbeitsgemeinschaft römischer
ar 1992 zum Schutz des archäologischen Erbes Museen am Limes in Deutschland in ein verfei-
(revidiert) – Konvention von Malta, nertes und kooperatives Vermittlungskonzept
· Richtlinien zur Konservierung, Restaurie- am ORL münden.
rung, Rekonstruktion, zum Nachbau und der 2.2.2. Das bereits 2013 veröffentlichte Interpre-
konservatorischen Überdeckung archäologi- tation Framework für den Raetischen Limes
scher Denkmäler des Obergermanisch-Raeti- und den Mainlimes in Bayern, Baden-Württem-
schen Limes – Teil B des Management-Plans, berg und Hessen gilt dabei als Grundlage.
· International Cultural Tourism Charter: Ma- 2.3. Die auf dem künftigen ORLIF gründende
naging tourism at places of heritage signifi- kontinuierliche Weiterentwicklung der Ver-
cance. ICOMOS 1999. mittlungsorte kann auch einen weiteren Neu-
1.7. Als Konzept mit empfehlendem Charakter und Ausbau bestehender Einrichtungen auf
sind Ziele und Strategien dieses Museums- und einheitlichem und hohem fachlichen Niveau
Vermittlungsplans entsprechend dem aktuel- umfassen. Zu gewährleisten sind dabei Qua-
len archäologischen Forschungsstand und ak- litätsstandards, die neben der Vermittlung
tueller Tendenzen in der musealen Vermittlung archäologisch-kulturgeschichtlicher Zusam-
weiterzuentwickeln. menhänge auch die Inhalte des Schutz- und
Zur Gewährleistung der dem UNESCO-Welt- Entwicklungskonzeptes zum ORL erläutern.
erbe angemessenen Vermittlungs-, Präsentati-
ons- und Betreuungsstandards ist bei der Prä-
sentation von Bodendenkmälern im musealen 3. STRATEGIEN DER VERMITTLUNG
Kontext eine Abstimmung mit den zuständi- 3.1. Um die künftige Vermittlungsarbeit ent-
gen Denkmalfachbehörden der Länder herbei- lang des 550 km langen ORL auf Grundlage der
zuführen. vorhandenen personellen und finanziellen Res-
Die Vermittlung und Fundpräsentation als sourcen nachhaltig zu sichern und weiterzu-
Kernaufgabe der Museen bleibt davon unbe- entwickeln, bedarf es zwingend sowohl einer
rührt. nachvollziehbaren strategischen Gliederung
des ORL in einzelne Vermittlungsregionen als
auch einer hierarchischen Gliederung der ein-
zelnen Vermittlungsorte.
28 Obergermanisch-Raetischer Limes · Management-Plan 2019 – 2023

3.2. Vermittlungsregionen als Teil des Welterbes „Grenzen des Römischen


Die Einrichtung der einzelnen Vermittlungs- Reiches“ und zum Welterbegedanken bieten.
regionen orientiert sich sowohl an den Sie stellen nach der Definition der deutschen
inhaltlichen, archäologisch-historischen Gege- Konferenz der Museums-Beratungs-Institutio-
benheiten als auch an den modernen Verwal- nen der Länder (KMBL) keinen Ersatz für
tungsstrukturen sowie den verkehrsgeografi- Museen dar.
schen wie auch touristischen Parametern. Limesinformationszentren dienen außerdem
3.3. Vermittlungsorte als Zugangsportale zu den verschiedenen Ver-
Innerhalb der Vermittlungsregionen erfolgt die mittlungsangeboten. Sie bieten insbesondere
Vermittlung an einzelnen Orten bzw. Einrich- einen präzisen und leicht verständlichen Über-
tungen, die je nach ihrer Größe, Ausrichtung blick über einen bestimmten Abschnitt des
und Kapazität ein überregionales, regionales ORL. In Anbetracht unterschiedlicher Träger-
bzw. lokales Informations- und Vermittlungs- schaften bedürfen die Limesinformationszent-
angebot bereitstellen. ren einer facharchäologischen Konzeption, Be-
3.4. Die konkrete Einteilung der Vermitt- ratung und Betreuung.
lungszonen und die Verteilung der einzelnen Die weitere Präzisierung der Aufgaben der Li-
Vermittlungsorte sowie deren inhaltliche Aus- mesinformationszentren im internationalen
richtung erfolgt in Abstimmung mit den beste- Vergleich, beispielsweise mit anderen archäolo-
henden Einrichtungen im Rahmen des zu er- gischen Welterbeinformationszentren in Euro-
stellenden Interpretation Framework für den pa, ist eine mittelfristige Aufgabe.
ORL (ORLIF). 4.4. „monumenta“
3.5. Bei der strategischen Weiterentwicklung Die Bezeichnung „monumentum“ wird aus-
der Vermittlungsarbeit kann es grundsätzlich schließlich für ausgegrabene oder konservierte
sowohl notwendig werden, einzelne Vermitt- Denkmäler verwendet, die als Hauptausstel-
lungsorte inhaltlich neu auszurichten als auch lungsobjekte in situ im Gelände oder als zentra-
zusätzliche Vermittlungseinrichtungen zu les Exponat in einem Schutzhaus oder Museum
schaffen. präsentiert werden.
Im Rahmen des ORLIF werden nur solche mo-
numenta aufgeführt, die eine spezifische Rolle
4. ORTE DER VERMITTLUNG im Rahmen der lokalen oder regionalen Ver-
4.1. Zu unterscheiden sind hierbei Museen, mittlungsarbeit spielen oder spielen sollen.
Informationszentren, monumenta und Denk- 4.5. Infopunkte und Denkmalbeschilderungen
malbeschilderungen vor Ort. Die jeweiligen vor Ort
administrativen Träger der Museen, Limesin- Infopunkte und Beschilderungen vor Ort
formationszentren und monumenta arbeiten dienen der Besucherlenkung und geben in
auf jeweils freiwilliger Basis organisatorisch in der Regel Informationen zum lokalen Denkmal-
der Arbeitsgemeinschaft römischer Museen am bestand am ORL. Sie können sowohl archäolo-
Limes in Deutschland zusammen. gische Befunde als auch Nachbauten erläutern.
4.2. Museen Die Beschilderungen sind nach den „Richtlinien
Die überregionalen, regionalen und lokalen für Erklärungstafeln am UNESCO-Welterbe
Museen am ORL informieren in der Regel um- Obergermanisch-Raetischer Limes“ der DLK zu
fassend über den Limes als UNESCO-Welterbe. konzipieren und zu gestalten sowie mit dem of-
Ihre Aufgabe ist es insbesondere, die Funde fiziellen UNESCO-Logo zu versehen.
vom Limes im Kontext des UNESCO-Welterbes Die Texte sind in einer klaren und verständli-
zu präsentieren. Sie vermitteln somit ein integ- chen Sprache und mindestens zweisprachig
rales Verständnis des ORL. Als Museum am Li- (Deutsch/Englisch) abzufassen. Hinsichtlich
mes wird eine Einrichtung nach der Definition Textmenge, Formulierungen, Kommunikations-
der ICOM-Statuten vom 24. August 2007, Art. 3, design und Branding wird zusätzlich zu den
Sektion 1 bezeichnet, die vom Deutschen Muse- DLK-Beschilderungsrichtlinien eine Orientie-
umsbund übernommen wurde. rung an den Richtlinien der „European Associa-
4.3. Limesinformationszentren tion for Heritage Interpretation“ empfohlen.
Limesinformationszentren sind zentrale An-
laufstellen, die auf fachlich fundierter Basis
komprimierte Grundinformationen zum ORL
Teil C 29

5. GLIEDERUNG DER
VERMITTLUNGSEBENEN
5.1. Ausgehend von den bereits bestehenden
Strukturen erfolgt entlang des ORL eine hier-
archische Gliederung in drei Vermittlungs-
ebenen, die auf der Basis der vorhandenen
Kapazität und inhaltlichen Ausrichtung der je-
weiligen Einrichtungen unterschiedliche Auf-
gaben übernehmen.
5.2. Überregionale Vermittlungsorte
– Vermittlungsebene 1
Hierzu gehören Museen und Informations-
zentren, die folgende Merkmale aufweisen:
· die räumliche Abdeckung eines spezifischen
Land-, Fluss- und Provinzabschnittes durch
eine ausgewogene Standortwahl entlang des
ORL,
· eine facharchäologische Leitung/Betreuung,
· die Vermittlung von Informationen zum Welt-
erbegedanken,
· die Vermittlung von Themen zum gesamten
ORL und den römischen Reichsgrenzen,
· die Schwerpunktpräsentation eines überregi-
onalen Limesabschnittes und der von dort
stammenden Funde.
5.3. Regionale Vermittlungsorte
– Vermittlungsebene 2
Hierzu gehören Museen, Informationszentren
und monumenta, die folgende Merkmale auf-
weisen:
· die Vermittlung regionaler Limesabschnitte
und topografisch-regionaler Besonderheiten,
· die Vermittlung spezieller Themenbereiche.
5.4. Lokale Vermittlungsorte
– Vermittlungsebene 3
Hierzu gehören Museen, monumenta und
Denkmalbeschilderungen vor Ort, die folgende
Merkmale aufweisen:
· die Vermittlung topografisch-lokaler Beson-
derheiten,
· die Vermittlung spezieller Themenbereiche.

6. DIE EINZELNEN VERMITTLUNGS-


REGIONEN UND VERMITTLUNGSORTE
Auf eine Auflistung der einzelnen Einrichtun-
gen und Standorte im Sinne des Manage-
ment-Plans 2010–2015, Punkt 3.3. wird hier ver-
zichtet. Verwiesen wird auf das künftige
Interpretation Framework für den ORL (ORLIF),
das mittelfristig konkret ausgearbeitet und se-
parat publiziert werden wird.
Luftbild des durch Bepflanzung visualisierten Kastells Ruffenhofen
32 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

PART A

MANAGEMENT-PLAN

OVERVIEW

The Upper German-Raetian Limes (“Obergermanisch-Raetischer Limes”


or ORL) was inscribed in 2005 by UNESCO as part of the serial
transnational World Heritage Site “Frontiers of the Roman Empire”.

On its course through the present-day German This management plan rests firmly on the con-
Federal States of Rhineland-Palatinate, Hesse, viction that an improved exchange of informa-
Baden-Württemberg and Bavaria, the ORL tion along the length of the ORL and in its direct
passes through many different natural and cul- vicinity will form the basis for a consensus be-
tural landscapes. Over a distance of ca. 500 km a tween the interests of preservation, research
continuous frontier was created, which as an and tourism on the one hand, and the needs of
artificial dividing line ignored in many places those who live and work along the Limes on the
the natural features of the landscape. The math- other hand. Like a connecting framework, the
ematically straight course of many sections of plan contains precise statements regarding the
the ORL can still be traced today. The geograph- future management of the ORL, but also per-
ical and functional contexts of the individual spectives for its future development. The aim of
structures with their open areas have also been the plan is to identify ways in which the exist-
preserved to a large extent and are often clearly ing protection mechanisms can be improved
recognisable. The remains of palisade, ditch and developed. The first steps towards achiev-
and rampart, or of stone walls, the sites of ing this are discussion and liaison as to how the
watchtowers and forts, form an outstanding ex- ORL can be sustainably protected, how it should
ample of a homogeneous ensemble which is of be further researched, how visitor facilities can
exceptional historical value. be improved, and how its landscape setting can
Today the monuments of the ORL have an ef- be conserved and improved.
fect on the very different interests of a great
number of people and institutions along the for-
mer frontier. Efforts to preserve it as a witness
to history and to provide better visitor access
can in individual cases conflict with the neces-
sities of modern town planning and the com-
mercial use of our cultural landscape.
Overview · Introduction 33

1. INTRODUCTION and often mathematically straight line of the


border makes the ORL particularly special and
1.1. VALUE OF THE ORL it often constitutes an important and defining
1.1.1. The protection of the ORL, an archaeologi- element in our cultural landscape.
cal and cultural monument as defined by the 1.1.5. Spread out along the Roman boundary, in
conservation laws of the states in which it lies addition to the ORL structure, are approximate-
and an inscribed UNESCO World Heritage Site, ly 900 watchtowers and 120 forts of different
is a matter of particular public interest. sizes. Larger forts are situated directly on the
1.1.2. Originally a simple strip cleared through ORL or set back somewhat in the hinterland.
the woods, the ORL was developed, particularly The archaeological monuments of the ORL
under the emperors Hadrian (around 160 AD), form an authentic witness to the history of our
Antoninus Pius (around 160 AD) and Septimius country and provide an indispensable and irre-
Severus (ca. 200 AD) into a system of uninter- placeable source for historical research.
rupted barriers (palisade, ditch and rampart in 1.1.6. In post-Roman times too (and at certain
Upper Germania, palisade and stone wall in places even today), the ORL had an influence on
Raetia). The ORL was not so much a military the lives of people living in its vicinity. In the
stronghold, but rather a guarded boundary line, names of towns, woods and meadows it makes
where traffic could be controlled and goods an important contribution to the area’s identity.
traded or customs charged on them. This bor- Its remains are occasionally a part of natural
der control worked successfully until the mid- monuments and require increased effort to se-
dle of the 3rd century AD, when its demise was cure their sustainable preservation and use.
brought about by increasing Germanic threats 1.1.7. The ORL and its monuments are firmly es-
and internal conflicts in Rome. tablished in the lives and work of the people
1.1.3. The ORL represents the furthest extent of who live in the neighbourhood, whereby a grad-
Roman expansion in Germany and runs from ual transformation in the character of its im-
the River Rhine north of Koblenz, through the portance can be observed, which finds its ex-
Westerwald and Taunus forests, the Wetterau, pression in an increasing public awareness of
along the River Main, through the forest of the the uniqueness of the ORL.
Odenwald and the Swabian-Franconian Jura, it 1.1.8. Among the special attributes of the ORL
encloses the fertile lands of the Nördlinger Ries as an archaeological monument is the fact that,
and ends at the River Danube to the west of Kel- in addition to the large number of visible
heim. This completely artificial border passes remains, a relatively large part of it lies invisible
therefore through a large number of different to the eye buried under the soil. It is thanks to
landscapes. this circumstance that the antiquities have
1.1.4. With the exception of a 52 km long stretch survived in their authentic condition for nearly
along the River Main, it is a systematically laid 1800 years. However, this fact also creates
out land border, the remains of which can in particular challenges with regard to the
many places still be identified. The unbroken presentation and development of the ORL.
34 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

1.2. RESPONSIBILITIES agencies of the federal states in conjunction


1.2.1. All changes to the archaeological monu- with the DLK.
ments require the approval or permission of
the state conservation agencies, in accordance 1.3. CONCEPT
with the monument protection laws of the re- 1.3.1. This Management Plan is the version re-
spective states. vised in 2016 and 2017 of the Management Plan
1.2.2. It is the responsibility of the private and submitted to and accepted by UNESCO in 2005
public landowners, on whose land the individ- as part of the application for inscription as a
ual parts of the ORL lie, to ensure that the re- World Heritage Site. It was adjusted in 2010
mains of Roman history are handled responsi- based on experience gathered.
bly, and this has often been the case for many 1.3.2. The aim of the Management Plan is to cre-
generations. These private owners and users of ate the basis for the continued preservation,
the land play an important role. maintenance, research and development of the
1.2.3. The local authorities are important part- archaeological monument ORL within the indi-
ners for the future development of the ORL. vidual federal states, and to identify ways of im-
This applies not only to questions of preserva- plementing these plans. This Management Plan
tion, but also to matters concerning public ac- is the basis for future discussions with all par-
cess. The amalgamation of the majority of these ties involved along the length of the ORL.
local authorities on the ORL into the Verein 1.3.3. Specific chapters of this Management
Deutsche Limes-Straße e. V. means that they Plan describe also objectives for new regula-
have their own single institution which can ad- tions in so far as they are seen as being neces-
dress tourism matters along the entire length of sary and meaningful for the protection, conser-
the ORL. vation or development of the ORL.
1.2.4. Many institutions are involved in the de- 1.3.4. The Management Plan will be revised
velopment of public access to the ORL. In coop- every five years. It will be further developed on
eration and coordination with the conservation the basis of experience gained in managing the
agencies of the individual federal states, local ORL as well as through an exchange of experi-
authorities, civic partnerships, forestry offices ence with those organisations which manage
and nature parks, but also in many cases local the other sections of the former boundary of
and regional societies build footpaths, put up the Roman Empire, particularly if they are part
signs or produce brochures and leaflets. of the UNESCO World Heritage Site “Frontiers
1.2.5. Research along the ORL and its individual of the Roman Empire”.
sections has been carried out since the begin-
nings of scientific archaeology by universities,
museums, conservation agencies and other re- 2. VALIDITY
search establishments. The authorisation and
supervision of scientific archaeological excava- 2.1. BASIS
tions is the responsibility of the state conser- 2.1.1. The ORL is an extensive archaeological
vation agencies. monument which is made up of a number of
1.2.6. With the foundation in 2003 of the different elements. The history of its rediscov-
Deutsche Limeskommission (DLK; German ery and of research has a long tradition, and
Limes Commission), conservation, research the results often reflect the spirit of the par-
and development of the monument were given ticular age. Approaches to its preservation and
a stronger, equal basis. The DLK is intended, as the development of visitor access are manifold
a point of contact for all persons, institutions and of different quality. The result has been
and local government bodies, to improve the that the condition of the monument varies
exchange of information and to assist in the greatly from place to place and from site to
coordination of whatever different schemes are site.
planned, whereby the protection of the ORL has 2.1.2. Conservational considerations, scientific
the highest priority. Research and develop- necessities and the interests of landowners,
ment serve the idea of protection. town planning offices, local inhabitants and vis-
1.2.7. Responsible for the coordination of the itors make it necessary to put in writing and
different fields of activity conservation, devel- continually revise a precise documentation of
opment and research are the conservation the monument’s condition. For this reason the
Validity 35

state conservation agencies will be required to reconstruction of Roman construction-axes


organise and conduct systematic and compre- which are still recognisable in the contempo-
hensive surveys. rary townscape.
2.1.3. The ORL forms a homogeneous monu-
ment in very differing landscapes. The sites are 2.2. THE BOUNDARIES OF THE ORL
located in forests, agricultural areas, in proxim- 2.2.1. The plans and policies outlined here ap-
ity of industrial estates, residential settlements, ply to all component parts. They are to be pre-
close to main roads or in built-up urban areas. served as archaeological sites and monuments
2.1.4. The ORL is an authentic historical site and in accordance with the conservation laws of the
as such forms a direct link with the past. For federal states.
this reason there is a great need along the for- 2.2.2. The designation of the archaeological
mer Roman frontier for scientific research and monument ORL was localised precisely through
target-oriented presentation of information. surveying or directly in areas where further ar-
2.1.5. The ORL continues today to characterise chaeological monuments belonging to the ORL
much of the surrounding countryside and has are known or are currently believed to be. In
created, in connection with the attractive coun- 2012 serial ID numbers were allotted to all listed
tryside through which it often passes, a great elements of the Frontiers of the Roman Empire
potential for recreation and tourism. At the ( ht t p://whc .u ne s c o.or g/en/l i s t/43 0/mu lt i-
same time there have arisen along the length of ple=1&unique_number=1539).
the ORL close links with landscape and nature 2.2.3. The ORL encompasses the main defen-
conservation. sive and observation elements along the bound-
2.1.6. The strongest affiliation between the ar- ary wall: ditch, rampart, palisade, wall, wooden
chaeological sites and the surrounding land- and stone towers, fortlets etc. as well as the ap-
scape exists in those places where the remains proximately 60 larger military forts on the ORL,
of the ORL are visible and accessible. In such including civilian encampments, public build-
places it is particularly important that visual ings, burial grounds and roads.
links be defined, preserved, strengthened or 2.2.4. It must be expressly emphasised here
re-established. that the ORL also includes those forts which lie
2.1.7. Basically, the ORL is preserved as an ar- some distance from the actual frontier but were
chaeological monument and its location is constructed at the same time as the ORL. They
known, but nevertheless it is not visibly accessi- form part of the strategical concept of the ORL,
ble along its whole length. In such areas it is since there was a functional link between them
necessary to try and make its course traceable. and the ORL line.
This serves to make visitor access easier while 2.2.5. The progress made in archaeological
still pursuing a preservational concept. All prospection and its methods and the general
schemes must avoid causing damage to the sub- expansion of scientific knowledge make it nec-
stance of the monument. essary to continually review and possibly re-
2.1.8. The process of urbanisation which began vise the extent of the World Heritage Site‘s
in the Middle Ages interrupted in many places boundaries. Alterations in the World Heritage
the relationship between the Roman sites and Site can only be made after the application of
the countryside. In urban areas this often se- recognised expert archaeological and conser-
verely impedes the localisation of archaeologi- vationally acceptable methods.
cal remains. 2.2.6. Those areas in which the structure of the
2.1.9. It is therefore of particular importance to monument has been lost can also be included
protect those known and positively located for information purposes in descriptions, in or-
elements of the ORL which lie within urban der to preserve the historical context.
areas. All sites in which archaeological sub-
stance may possibly lie must be scheduled in 2.3. BOUNDARIES OF THE SURROUNDING
order to facilitate their protection or research. BUFFER ZONE
The basis for this is a precise definition of the 2.3.1. The buffer zone is intended to preserve
monument’s location. and increase the awareness of the World
2.1.10. In urban areas coordination is necessary Heritage Site ORL.
with town- and land-use planning offices, in 2.3.2. Buffer zones are defined in order to pre-
order to ensure the survival or possibly even vent unsuitable developments close to the mon-
36 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

ument or in its vicinity. Buffer zones take into 3.1.5. Being directly responsible for the in situ
consideration the protection zones included in protection and development of the ORL, the lo-
the conservation laws of the federal states, in cal authorities also bear great responsibility for
which alterations to the structure or visual the monument, within a successful monu-
setting of a monument must be assessed and ment-management. For this reason they will be
approved according to the criteria of the re- kept informed about the currently valid Man-
spective monument protection laws. For this agement Plan.
reason they must be included in town planning 3.1.6. It is the duty of the local communities to
and land use regulations, especially in order to include appropriate consideration of the World
preserve the visual integrity and authenticity Heritage Site ORL in their town and land use
of the monument. planning.
2.3.3. Buffer zones have been established on 3.1.7. This plan is addressed to those who are
the ORL particularly in places where the re- responsible for the day-to-day handling and
mains of the ORL have a formative influence on care of the ORL. The acceptance of and work
the landscape. towards the conceived objectives on the part
2.3.4. The buffer zone may also contain archae- of all responsible and interested parties will
ological “expectation or suspicion areas”. It is enable the implementation of these goals.
necessary, particularly in built-up areas, to pro-
tect unscheduled and unknown sites. This is an 3.2. STATUS OF THE MANAGEMENT PLAN
aspect in which research takes on an important 3.2.1. This Management Plan provides the
role, in order to define the location and size of framework for all activities along the archaeo-
possible archaeological sites in such areas. logical monument ORL. Its contents and objec-
2.3.5. The designation of the buffer zone of the tives are such that they can be accepted by all
ORL was mapped precisely (see 6.1). concerned.
2.3.6. It is also necessary at the ORL to take into 3.2.2. The maxims, operational directives and
account interests of archaeological conserva- guidelines contained in the Management Plan
tion, nature and landscape conservation, sci- are based on existing standards of jurisdiction
ence, visual perception and touristic accessibil- and public administration. The actual imple-
ity outside the designated buffer zone. mentation of the plan may require additional
agreements. The realisation of the goals out-
lined in the Management Plan is a task for
3. DESCRIPTION OF THE VALIDITY society as a whole. Voluntary collaboration and
OF CONTENT the cooperation of all those concerned play an
important role here.
3.1. INTERESTS IN THE ORL 3.2.3. In 2023 the Management Plan should be
3.1.1. The federal states involved have the obli- revised on the basis of the experience gained
gation to preserve the archaeological monu- between now and then.
ment ORL. To ensure its permanent survival it
is necessary that as many persons and institu- 3.3. REVIEWING THE PLAN
tions as possible in the vicinity of the ORL share 3.3.1. Since the state of archaeological science
that interest in its preservation. develops continually, it is absolutely essential to
3.1.2. Actions which serve the protection of the regularly reassess the boundaries of the World
ORL or the public awareness of it must there- Heritage Site and the surrounding Buffer zones.
fore be continually revised to conform with At the same time it is necessary to take into
changing social and technical conditions. account changes which take place because of
3.1.3. This current Management Plan is based the continued development of landscapes, set-
on the text accepted by UNESCO in 2005 and tlements and transport infrastructure.
has been optimised on the basis of experiences 3.3.2. In the same way the factual and adminis-
in the years 2010 and 2016/2017. trative contents of the Management Plan will
3.1.4. Significant passages had already been be continually reviewed and modified by the
agreed with the institutions concerned along DLK.
the ORL during the composition of the applica- 3.3.3. This will incorporate the results of re-
tion for inscription as a World Heritage Site. ports submitted periodically to UNESCO.
Description of the validity of content · Necessities 37

4. NECESSITIES 4.2.2. The most enduring damage occurs par-


ticularly in places where parts of the ORL are
4.1. PARAMETERS affected by construction projects. The use of
4.1.1. The central zone of the ORL monument land for building new roads or railways, for in-
covers an area of roughly 36.5 km 2 , to which the dustrial purposes, for quarrying and the pro-
area designated as buffer zone, ca. 246 km 2 , duction of energy, as well as for housing, gener-
must be added. The size of the monument, its ally leads to a complete loss of the fabric of the
location in completely different landscapes and monument in the affected area as well as to per-
the complexity of ownership patterns and man- manent and extensive damage to the sectors
agement roles make agreement absolutely nec- bordering on to it.
essary to ensure its protection, conservation 4.2.3. Modern land management leads in many
and development. sections of the ORL to regular interference with
4.1.2. The ORL is a homogeneous monument of the monument’s fabric. The damage is particu-
outstanding universal value and therefore uni- larly heavy in places where land consolidation
form standards which comply with internation- has led to a realignment which, in contrast with
al standards and agreements must be applied to the old alignment, no longer takes the location
all future actions on any of its component parts. and course of the ORL into consideration.
4.1.3. In order to preserve the authenticity and 4.2.4. Comparable dangers exist also in wood-
integrity of the World Heritage Site, whenever land areas. The use of heavy machinery and the
measurements are taken in the area of the construction of new forest roads lead to de-
ORL‘s component parts the main focus of atten- struction in sections of the ORL which as a re-
tion must be on the conservation of the fabric of sult of centuries of respectful use have been im-
the monument. The protection of the World pressively preserved as visible above-ground
Heritage Site forms the basis for all actions of sections.
research and development. This is adequately 4.2.5. Renewable energy facilities can endanger
covered by existing legal and administrative the public‘s perception of the World Heritage
parameters. Site, as past experience has shown. Wind tur-
4.1.4. The scientific discussion regarding bines, in particular, when located close to, or
archaeological monuments in the Roman fron- within view of the ORL, can compromise its ap-
tier area is to be given due consideration. pearance.
Research results affect the information pre- 4.2.6. At the present time only minimal danger
sented and influence the conservation strate- to the monuments is caused directly by visitors’
gies along the ORL. behaviour, through vandalism or walking on
4.1.5. A major factor to be considered during all unstable or sensitive sections of the monument.
future activities on the ORL is their acceptance However, a closer watch must be kept on threats
by those people who live and work at or close to which arise out of efforts which are intended to
the monument, particularly in places where in raise the value of the ORL. This refers to actions
addition to the public interest in the preserva- such as the construction of paths and car parks
tion of the monument there are other, conflict- as well as playground areas.
ing interests. 4.2.7. The presentation of the monument and its
4.1.6. Close attention should be paid to visitors‘ subsequent development for tourism purposes
requirements regarding accessibility and the must not be allowed to detract permanently
manner in which the monument is presented. from the impression which the monument itself
The demands of tourism are to be considered as makes. This applies to the number and type of
much as possible. information signs erected, the manner in which
the information is presented, and the position-
4.2. THREATS ing of these signs in relation to the monument,
4.2.1. Individual sections of the ORL or parts of as well as to the provision of other facilities such
the fort locations on the ORL are threatened by as benches, tables and litter bins.
a number of factors. These factors threaten not 4.2.8. Treasure hunting and metal detecting
only the preservation of the monument itself still pose a real threat to the sections of the ar-
but also scientific research and the manner in chaeological monument which are still unexca-
which the monument is presented. vated. In coordination with the conservation
agencies of the federal states and with the
38 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

appropriate legislative bodies, suitable mea- 5.3.2. Scientific research on the ORL will con-
sures should be developed and enforced in or- tinue with selective projects along its entire
der to address this threat. length. These projects must conform with the
highest international standards and conven-
tions. Their results form a basis for the sustaina-
5. AIMS ble protection, care and presentation of the
ORL. The presentation of the ORL is to be incor-
5.1. THE PROCESS OF INCREASING THE PUBLIC porated in a superregional context.
AWARENESS
5.1.1. Because of the historical importance of 5.4. GUIDELINES
the ancient frontier of the Roman Empire and This Management Plan for the ORL is based, as
the role it played in the subsequent historical its previous versions, on the guidelines set out
development of Europe, its public presentation below. The plan intends to:
must be continually optimised. 5.4.1. show ways of managing all future changes
5.1.2. One of the most urgent aims of the Man- to the advantage of the ORL and its surround-
agement Plan is to establish awareness with ings and thus secure its existence for future
the general public, and in particular along the generations;
ORL itself, of the importance of this World Her- 5.4.2. contribute towards the preservation of
itage Site. the outstanding universal value of the remains
and to demonstrate the historical context;
5.2. PROTECTION AND CARE, RESEARCH AND 5.4.3. create awareness of the fact that all
PRESENTATION measures to develop and present the ORL in the
5.2.1. It is the duty of the Management Plan to area of the World Heritage Site must take care
further develop and strengthen the positive in- to ensure that the authenticity and integrity of
teraction between protection and care, re- the World Heritage Site remain intact;
search and presentation. 5.4.4. encourage the preservation of the visual
5.2.2. It is intended to intensify activity in the experience produced by the many different
name of protection, care, research and pre- landscapes along the ORL by means of for-
sentation along the entire ORL, based on best ward-looking and integrative development
practise examples. The Deutsche Limes-Straße measures;
e. V. as a bundling of the local communities‘ in- 5.4.5. to help in the use of public and private re-
terests plays an important role in the touristic sources in order to improve the protection and
presentation of the ORL. development of the cultural landscape along
5.2.3. In coordination with the DLK, measure- the ORL;
ments regarding care, development and pre- 5.4.6. to encourage the search for ways to pro-
sentation will be regionally directed, based on tect the World Heritage Site from the effects of
a superordinate concept. Efforts to conserve, construction or other damaging influences;
restore, reconstruct, rebuild, and cover ar- 5.4.7. to increase public awareness of the ar-
chaeological monuments along the ORL will be chaeological and historical value of the com-
carried out in accordance with the guidelines ponent parts as well as of the World Heritage
compiled in Part B. Site as a whole;
5.2.4. In a time of increasing globalisation the 5.4.8. to identify strategies with which the per-
coordination with international partners, es- ception of the ORL can be improved;
pecially those of the World Heritage Site “Fron- 5.4.9. to encourage an improvement in accessi-
tiers of the Roman Empire” plays a vital role. bility along the ORL;
5.4.10. to support that economic advantages
5.3. DEVELOPMENT POSSIBILITIES through tourism to the ORL benefit local in-
5.3.1. In the future it will have to remain possi- habitants;
ble to allocate and develop areas of land along 5.4.11. to seek to achieve a spirit of partnership
the ORL for new housing, settlements, or roads and agreement among those people and insti-
and railways, or for commercial and agricul- tutions, public and private, which concern
tural use. Land- and forest-management have a themselves with the ORL and its surroundings.
particular influence on the appearance of the
ORL.
Aims · Basis · Protection and conservation 39

6. BASIS 6.3. INTERNATIONAL COOPERATION


6.3.1. In order to further develop the Manage-
6.1. THE “LIMES DATA BASE” ment Plan for the ORL it is necessary to improve
6.1.1. The basis of the protection and care of coordination with the inscribed components of
every archaeological monument is a compre- the UNESCO World Heritage Site “Frontiers of
hensive knowledge of it. Essential for that is the Roman Empire”.
the process of inventorisation. Information 6.3.2. The strategic management of the World
about the exact location and condition of an ob- Heritage falls to the Intergovernmental Com-
ject is particularly important. mittee (IGC) as contact partner for UNESCO.
6.1.2. The setting up of a geographical informa- 6.3.3. The operative management of the World
tion system for the ORL has made it possible to Heritage Site “Frontiers of the Roman Empire”
put together different types of information in is performed by a Management Group (Hex-
accordance with data privacy laws. At the core ham-Group). Representing the German side are
of this are the detailed maps drawn using the management of the DLK, the Limes Coordi-
knowledge which already exists in each of the nators and the management of the Deutsche
federal states. The boundaries of the central Limes-Straße e. V.
area and the buffer zones, as laid out in this 6.3.4. It is intended to expand the World Her-
Plan, are recorded on these maps. itage Site “Frontiers of the Roman Empire” be-
6.1.3. Information from this data base is provid- yond the sections which are currently in-
ed by the DLK to parties with a justifiable in- scribed. This process is supported through
terest for the purpose of future planning and consultation by the Bratislava Group, a group of
monitoring, in accordance with data privacy international scientists.
laws. 6.3.5. International communication on the sub-
ject of the care, research and presentation of
6.2. BASIC RESEARCH PRINCIPLES monuments has proven to be valuable and
6.2.1. In order to broaden our knowledge of the should be continued.
World Heritage Site it is necessary to continual-
ly perform research on the ORL. Methods
which cause no disturbance are to take priori- 7. PROTECTION AND CONSERVATION
ty. For instance, within the framework of ongo-
ing research comprehensive prospecting is The World Heritage Site and its buffer zones are
necessary, with the aim of gaining more precise defined in order to enable locally responsible
information on the exact location of the ORL authorities to further develop methods of pro-
and its dimensions. The cataloguing of un- tection, research and presentation.
known or unresearched sites is another re-
search project with very high priority. 7.1. THE MONUMENT IN NON BUILT-UP AREAS
6.2.2. All actions requiring authorisation that 7.1.1. All sections of the ORL which are visible
are taken in connection with research on the above ground and all others which are known
ORL require coordination with the state con- to exist are legally protected by conservation
servation agencies. orders. This provides sufficient protection.
6.2.3. Excavations on the ORL should only be 7.1.2. A sustainable preservation of the World
permitted if it is clear that they are to be car- Heritage Site is dependent on not only the land-
ried out in accordance with the principle of owners, but also local authorities and the con-
permanent conservation and protection of the servation agencies of the federal states. At their
monument’s fabric. The necessity of an excava- disposal they have not only such instruments as
tion is to be weighed against the principle of conservation laws, but also planning legisla-
preserving the monument in its present condi- tion, land use laws and nature conservation
tion, taking into account all existing sources laws.
and knowledge. 7.1.3. It makes sense, wherever possible, to
6.2.4. Furthermore, increased efforts should be strive towards building up a network of inter-
made to tap the full scientific potential provid- ests with nature and landscape conserva-
ed by a systematic re-evaluation of so-called tionists, as well as pursuing the notion of an in-
“old excavations”. tegrated protection scheme of cultural
landscapes. Schemes which are intended to
40 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

serve the protection of archaeological and his- increase the understanding of the ORL.
torical monuments have a better chance of suc- 7.2.5. Therefore it is particularly important to
cess if they are bundled together with other protect the scheduled remains of the ORL in ur-
legally scheduled conservation interests. ban areas in accordance with the prevailing
7.1.4. Along the length of the ORL and in the criteria. The main aim must in the first place be
buffer zone there exist close relationships be- the conservation of the existing fabric of the
tween the conservation of the monument and monument.
the protection and conservation of the land- 7.2.6. The protection of known remains of the
scape. Protection and conservation of the land- monument in urban areas must be improved.
scape saves the vicinity of the ORL from inap- In order to achieve this, local authorities should
propriate construction activities and adverse jointly develop and implement planning
effects on its visual appearance, and it also guidelines, such as land use plans or relevant
serves to preserve its characteristic features. byelaws, as soon as possible.
This is particularly true of expansive arable 7.2.7. In areas where the remains of the monu-
acreage and of wooded areas. ment are no longer visible due to previous en-
7.1.5. In special cases it is necessary and mean- croachment, the responsible authorities should
ingful to provide additional protection for cer- at least try to keep an optical axis along the line
tain pieces of land by acquiring them, either of the ORL clear of development.
with public funding or through any other 7.2.8. One possibility would be to mark the an-
institution which has an interest in the protec- cient frontier with reversible measures so that
tion and conservation of the ORL. This is par- its course can be recognised and understood as
ticularly to be considered in situations when a being an historical physical structure. This
compromise between an utilisation which method can also be used to show known Ro-
would damage the monument and the interest man building axes and road alignments. It is
in its preservation is not otherwise possible. not necessary that remains of the monument
7.1.6. The acquisition of larger areas of land still exist within the area which is being
should be accompanied by a plan for the sus- marked.
tainable conservation and development of the 7.2.9. The basis for this could be the systematic
acquired monument. purchase of selected plots of land, not only to
7.1.7. The ORL must be integrated into the de- prevent them being built on, but also to create
veloped cultural landscape of which it forms a open areas.
part. This requires knowledge of the surround- 7.2.10. In the medium and long term it will be
ing cultural landscape and its individual ele- attempted to make the entire length of the ORL
ments, as well as an integral view of the course or the relative position of its component parts
of the ORL within this landscape. perceptible once more, even in urban areas.

7.2. THE MONUMENT IN BUILT-UP AREAS


7.2.1. Sections of the ORL which are located in 8. PRESENTATION
built-up areas are nevertheless part of the
World Heritage site. Even when only very small 8.1. GOALS
remains of the ORL are visible in these areas, 8.1.1. The goal of a regionally structured pre-
they can nevertheless be of great archaeologi- sentation of the ORL is to present attractive and
cal value. target-group oriented presentations for an in-
7.2.2. Generally, the same conservational regu- terested public.
lations apply here as in areas which are not 8.1.2. The World Heritage Site “Frontiers of the
built-up. Roman Empire” should be presented in an in-
7.2.3. The major problem which confronts a ternational, regional and local context.
successful protection of the ORL in urban areas
is the frequently imprecise knowledge of the 8.2. IMPLEMENTATION
monument’s remains and their covering over 8.2.1. Part C of this Management Plan describes
with historical or modern structures. the basic parameters of a future strategic pre-
7.2.4. In places too, where a perception of the sentation plan, the “Interpretation Framework”
Roman boundary fortifications seems to be for the Upper German-Raetian Limes (ORLIF).
difficult, a long-term attempt must be made to
Presentation · Tourism 41

8.2.2. The listed parameters form the basis for a 9.2.4. Further development of tourism to the
future “Interpretation Framework”. They are, ORL should meet with the acceptance of the
like the later ORLIF, an integral component of local community. It is intended to plan all
this Management Plan. measures wherever possible in consultation
8.2.3. This is intended to be a contextual frame- with the parties concerned.
work with suggestions. 9.2.5. Tourism schemes on the ORL should also
8.2.4. The implementation of the basic parame- aim where possible to enable the local popula-
ters and the still-to-be-formulated ORLIF at lo- tion to benefit materially from the actions.
cal and regional levels is the responsibility of
the respective authorities of each facility. 9.3. RESPONSIBLE PARTIES
9.3.1. The DLK (cf. 10.3.) coordinates and advises
on the further development of tourism to the
9. TOURISM ORL in the various federal states. It acts as point
of contact and cooperation partner for the per-
9.1.BASIS sons and institutions listed below.
9.1.1. As is the case with many other historical 9.3.2. Normative controls in the field of tourism
sites, tourism is also an important factor for the can be meaningful. The state conservation
ORL in the presentation of the monument. agencies will be given an advisory role in the
9.1.2. The requirements of tourism must take development of new information projects. This
second place behind the conservation of includes the provision of factual information as
the monument and its surroundings, as per well as a contextual quality control.
UNESCO‘s philosophy. 9.3.3. The various museums and Limes infor-
9.1.3. An appropriate presentation of the entire mation centres are an important factor in a suc-
monument for German and foreign visitors, as cessful development of tourism and presenta-
well as an infrastructure enabling access to tion of the ORL.
and from the facilities and providing adequate 9.3.4. In 1995 the Verein Deutsche Limes-Straße
stopover opportunities in the local communi- e. V. was founded to coordinate the implemen-
ties are required. tation of these aims on behalf of the vast major-
9.1.4. It is in the interest of all neighbours of the ity of towns and local authorities along the
ORL to exert influence on all measures connect- ORL. Among other things it is responsible for
ed with the development of tourism, in order public relations, the publication of touristic in-
that these future developments may bring it ad- formation, press relations, the coordination of
vantages rather than disadvantages. advertising activities, and providing general
information as well as information on hotels
9.2. AIMS and other overnight possibilities, and regulat-
9.2.1. All measures taken to develop tourism to ing the flow of visitors. The Verein Deutsche
the ORL must be made in a way which is recon- Limes-Straße e. V. functions as the touristic
cilable with the monument itself. They must not connection and is, in addition to the museums
harm the fabric or the quality of the monument and Limes information centres, the first con-
in any way, or restrict research schemes, but in- tact point for potential visitors and interested
stead they should be planned in such a way that guests.
they improve the visitor’s understanding of the 9.3.5. An important aspect of the presentation
ORL and its conservation. of the ORL is the secured provision of visitor as-
9.2.2. The character of the ORL as a freely ac- sistance through qualified and trained person-
cessible outdoor monument within its land- nel, whereby the “Limes Cicerones” of the
scape setting should be preserved and devel- Deutsche Limeskommission play an important
oped in places where this is not yet the case. An role. They are trained and given regular skill
exception to this principle is formed by the mu- enhancement courses in close cooperation with
seums. the state conservation agencies on the basis of
9.2.3. All future measures planned along the the examination regulations of the Deutsche
length of the Limes and at the fort locations Limeskommission.
should be coordinated in content and appear- 9.3.6. Societies, schools, regional or local initia-
ance and be carried out according to the same tives may still look after individual archaeologi-
standards. cal sites along the ORL. All activities are to be
42 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

coordinated with the DLK and the state conser- 10.1.2. Protection and preservation of archaeo-
vation agencies. logical monuments is in the public interest, as is
9.3.7. Owners and occupants of property within written in the conservation laws. The primary
the World Heritage Site live in close contact responsibility for the preservation of the ORL
with visitors to the site. Their understanding lies with the owners on whose property the
and acceptance should always be sought. World Heritage Site is located.
10.1.3. Regional conservational agencies are as
9.4. RESOURCES a rule responsible for legal measures concern-
9.4.1. The ORL Footpath, which has existed for ing conservation. This however does not apply,
decades, has in recent years been complement- for instance, to measures which involve cultur-
ed by a cycle path and an automobile route. The al monuments owned by the state, or which in-
planning of bicycle and automobile routes is volve planning laws. In such cases they receive
done by the Verein Deutsche Limes-Straße e. V., support from the state conservation agencies,
in cooperation with the local communities and the office of the state president or the relevant
counties. The Verein Deutsche Limes-Straße ministries.
e. V. supports the walking clubs, the responsible 10.1.4. The state offices for conservation and
parties of the Limes footpaths, and provides the head office of Cultural Heritage in the State
maps and information material. Individual and of Rhineland-Palatinate are expert agencies.
group visitors now have access to almost every They study the ORL and decide what remains of
point of the ORL. For the planning of these its fabric and what is therefore a cultural monu-
routes the state conservation agencies work to- ment within the terms of the respective conser-
gether with the Verein Deutsche Limes-Straße vation laws. They are responsible for most of
e. V., other relevant societies, the forestry offic- the public relations work; they advise owners of
es and the local authorities involved. monuments and produce a report on all plans
9.4.2. During the construction of new footpaths and measures which involve the ORL.
or cycle paths, or during major maintenance 10.1.5. In the conservation agencies of the feder-
projects care is taken to ensure that the route of al states the Limes Coordinators are the contact
the path runs next to the ORL and not on top of persons. They are involved with the protection,
it. In this way the appreciation and perception research and presentation of the ORL. The re-
of the Limes line are increased while at the sponsible conservation authorities ensure that
same time possible negative influences caused the Limes Coordinators are included in all such
by visitors walking or cycling on the ORL are relevant matters.
avoided. 10.1.6. The responsibility for all measures con-
9.4.3. Measures of conservation, restoration, re- nected with development and tourism along
construction, rebuilding or conservational cov- the ORL is allocated according to the outlined
ering of archaeological monuments along the rules.
ORL are carried out in accordance with the 10.1.7. The implementation of the Management
guidelines outlined in Part B. The text is a re- Plan requires the cooperation of property own-
vised version of the reconstruction guidelines ers, local communities, counties, state conser-
which formed an appendix to the original appli- vation agencies or the head office of Cultural
cation for inscription as a World Heritage Site. Heritage. Forestry offices, the administrators of
The guidelines in Part B are an integral part of nature parks or special-interest associations
the Management Plan. are also important protagonists for a successful
implementation of the Management Plan.
10.1.8. For decades there has been a close
10. IMPLEMENTATION and successful cooperation between the state
conservation agencies and societies or local
10.1. INTERESTED PARTIES interest groups. The important role which these
10.1.1. The legislative and administrative re- play in the protection and care as well as in the
sponsibilities for the conservation of monu- presentation of the ORL is recognised and
ments and therefore for the preservation of the supported by the state conservation agencies.
ORL are regulated differently from state to
state within the federal system of the German
Federal Republic.
Implementation 43

10.2. IMPLEMENTATION OF THE 10.2.10. During the implementation of regional


MANAGEMENT PLAN or local protection or information schemes the
10.2.1. The importance of the ORL and the con- understanding and perception of cultivated ar-
tents and aims of the Management Plan will be eas should be increased where possible by
publicised through greater use of suitable marking out known buried structures, and at
media. the same time ways should be found to remodel
10.2.2. Every individual measure regarding the sections which were previously cultivated.
World Heritage Site which could touch the mon- 10.2.11. Particular attention should be paid to
ument‘s fabric or directly affect the protected topics connected with the economic situation:
appearance of the monument will be discussed ecology and nature conservation, green
and then authorised by the state conservation tourism etc. Facilities which are functionally
agencies and the regional conservation agen- linked with the ORL may be incorporated in the
cies. Overlapping or fundamental measures process and wherever possible cooperation es-
must be evaluated by the DLK. tablished with other, compatible concepts.
10.2.3. Before the beginning of any measure 10.2.12. Among the important research tasks at
that changes the fabric or the optical appear- the ORL is the improvement of our knowledge
ance of the monument, professional documen- of the topography of the individual sites:
tation must be made of the respective part of · In places where the extent of the substance of
the monument, and a scientific evaluation car- the archaeological monument is not precisely
ried out. known, increased use should be made of
10.2.4. The main focus of attention must be on non-destructive prospecting methods (such as
the prevention or limitation of possible dam- surveying, aerial archaeology, geophysics, air-
age. It is intended to bring significant sections borne laser scanning etc.).
of the monument into public property, either by · Future research projects on the ORL should
means of regional or local planning procedures pay increasing attention to aspects and ques-
or through acquisition. tions of the preservation of archaeological
10.2.5. In places where the course of the ORL or ground monuments, but the reprocessing of
the ascertained sites of its forts have not yet archives and collections should also be a cen-
been entered into, or not completely or even er- tral aspect.
roneously entered into, the land use and devel- · In cultivated areas a land register may be of
opment plans or other planning, this should be help in the detailed cataloguing of the monu-
corrected in the course of their updating. ment’s substance.
10.2.6. In the case of reallocation of land rights 10.2.13. The further development of tourism to
and use, the perception and understanding of the ORL should take place in close cooperation
the ORL should be retained or restored. This between the state conservation agencies or the
will require a close cooperation between own- head office of Cultural Heritage, the Limes Co-
ers and users on the one hand and the appropri- ordinators, the museums, the Verein Deutsche
ate state agencies and institutions on the other Limes-Straße e. V., the Nature Parks, special au-
hand. thorities, individual local authorities, societies
10.2.7. The question of whether regionally im- and interest groups on the other side.
portant land use plans could have an effect on 10.2.14. Plans or events that could cause signifi-
the ORL is being examined in cooperation with cant damage to the World Heritage Site or to the
the conservation agencies. protective efficacy of its buffer zones, should be
10.2.8. The conservation authorities, as party investigated within the DLK. When necessary,
responsible for the public interest, are to in- the DLK will inform the Intergovernmental
clude the goals of central and buffer zones in Committee (IGC).
land use and other development planning.
10.2.9. In order to reduce damage caused by 10.3. COORDINATION BY THE DLK
quarrying, agriculture, and forestry, contacts to 10.3.1. The coordination of the recommenda-
the responsible public offices will be intensified tions and strategies contained in the Manage-
and in cooperation with them a catalogue of ment Plan is the responsibility of the DLK,
measures will be developed within the frame- which was founded in 2003 for this purpose. The
work of future land use plans. commission’s office is the point of contact for all
institutions and persons named above. The
44 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

states undertake to provide the commission


with sufficient funding and manpower.
10.3.2. The DLK takes on an advisory role in the
development of the protection concept and,
together with other institutions, draws up
guidelines.
10.3.3. Among the duties of the DLK are the
strategic development and coordination of all
plans regarding research as well as the coordi-
nation and pooling of research topics, and the
assumption of an advisory role on all major ex-
cavation projects on the ORL.
10.3.4. When contacted by the responsible au-
thorities, the DLK advises on development and
infrastructure plans, in close cooperation with
the Limes Coordinators.
10.3.5. The DLK provides the responsible par-
ties with the current strategic concept on the
further development of the ORL. As a service
for the individual federal states the commission
is responsible for the Limes Data Base
10.3.6. The DLK represents the German part of
the World Heritage Site at national and interna-
tional levels.
Part B 45

PART B

Guidelines for the conservation, restoration,


reconstruction, rebuilding and conservational
covering of the archaeological monuments of
the Upper German-Raetian Limes (ORL) as part
of the UNESCO World Heritage Site “Frontiers
of the Roman Empire”

1. PREAMBLE
The ORL forms, together with its towers, forts Limeskommission” (DLK, German Limes Com-
and other structures a unique cultural monu- mission) must be involved in the proceedings.
ment and an irreplaceable historical document. The higher the quality of a site or part of the
In adherence with the preservation laws of the monument with regard to its condition, tangi-
individual federal states and national and inter- bility or scientific value, the more restrictively
national standards, the protection of the monu- any requests for modifications must be han-
ment’s remains should be given high priority. dled. Within the most valuable sections of
This is to be taken into consideration during the the ORL reconstruction and rebuilding are gen-
planning and execution of all projects on the erally out of the question.
cultural monument or in its vicinity. The pro-
tection of the monument’s remains involves pri-
marily the preservation of the surviving origi- 2. DEFINITIONS
nal fabric and of the appearance of the These definitions apply in the following text:
monument landscape at the ORL as it has been Conservation is an action taken on the fabric of
bequeathed to us (authenticity and integrity). the monument in order to preserve it, for in-
Future actions at the cultural monument and its stance cleaning and measures to secure its sub-
environs must be based on the Management stance. Alterations to the fabric do not exceed
Plan and conform to the Maintenance and De- those actions which are technically necessary.
velopment Plans of the ORL. Furthermore they Restoration is the return of an existing struc-
must be coordinated, under the terms of the ture to a documented former condition by the
state conservation laws, with the relevant state removal of elements added later or by the
agencies who supervise such actions. Under no reassembly of existing components without
circumstances may they be allowed to impair using new material, except for the purpose of
the outstanding universal value of the World consolidation and stabilisation.
Heritage Site. In case of conflict the “Deutsche
46 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

Reconstruction is the building up of an existing which should be as broadly-based as possible


structure into what is deduced as having been and they should be assessed by independent
its earlier condition, adding (in contrast to experts. Only then can a valid preservational
restoration) comparable new materials and us- decision be made.
ing appropriate working techniques. Abstract and modelled solutions and virtual
Rebuilding is the creation of a new building on presentations for the purpose of visualisation
the basis of existing documentation and conclu- preserve the original fabric and are a valid al-
sions which may be drawn from it. ternative to antique/historic reconstructions.
Conservational covering is a reversible covering
with soil or other materials. This includes Reconstruction and rebuilding
ground modelling and covering over. · must take place in accordance with national
Reversible is applied to such actions which do and international guidelines
not affect the original fabric, or which do no · must preserve the historical importance of
damage to it and which can later be removed the site and its surroundings,
without any adverse effects. · may not take place until a complete scientific
documentation of the area concerned has
been carried out and evaluated,
3. GENERAL PARAMETERS · must be based on sound scientific evidence
Because of the condition of the ORL, our limited and be the result of an experimental re-enact-
knowledge of it, and its character as part of the ment of ancient methods,
cultural landscape, any changes to the monu- · are presentations in model form, and there-
ment should generally be limited to works of fore an accumulation of similar forms in any
conservation and restoration. Suitable land- one area should be avoided,
scape management schemes could make it pos- · should in principle be effected using original
sible once again to visualise and understand the techniques and with materials comparable to
course of the ORL, or of its individual sections. the original, whenever this is possible. Finan-
Basically it can be argued that the monument’s cial considerations do not justify the use of
present condition, i.e. as a ruin, is its only au- other types of materials,
thentic condition. That which has been de- · are intended to increase understanding. Hy-
stroyed, is lost. It is our duty to preserve the potheses should be clearly distinguishable
status quo of the monument’s general appear- and necessitate the presentation, documenta-
ance. Anything else would be detrimental to tion and publication of any findings or results
the authenticity and integrity of the monument, gained during their implementation,
the decay of which must be respected as an in- · must be so designed that their construction
tegral part of historical “coming and going”. and sustainable maintenance are guaranteed,
Thus it is necessary to consider beforehand · may not be used as a reason for excavation,
whether an action will bring about changes, · are to be rejected as copies of constructions
and in any case the present status must be which already exist.
documented in accordance with current scien- The basis for each action is the understanding
tific standards. of the monument. This encompasses not only
Conservation, restoration and conservational areas above and below ground, but also the
covering are actions which serve to preserve area surrounding it in the sense of its being a
the monument or to save its fabric. They must hereditary and historically evolved cultural
take preference over actions which involve the landscape. Any evaluation should take into ac-
substance itself. count the archaeological potential and the his-
In exceptional cases it may seem advisable to torical and contemporary importance as well
carry out an action which goes beyond conser- as aesthetic, scenic and nature conservation
vation and restoration. This is possible if in a values. Any action must be preceded by a thor-
specific place on the monument didactical con- ough documentation of the status quo.
siderations make it seem necessary to do more All measures taken within the area of the World
in order to present the monument in the spirit Heritage Site ORL must conform with national
of the World Heritage idea. Only in this case can and international quality standards. The plan
reconstructions or rebuildings be accepted. for each project must make absolutely clear in
Such schemes require discussion beforehand what manner its implementation would affect
Part B 47

the integrity and authenticity of the monument. the surrounding area has made a visualisation
Implementation must take into account all the particularly difficult.
given guidelines and have a positive influence · reconstructions and rebuildings in the core
on the significance of the ORL. Before imple- area of the World Heritage Site must be de-
mentation, all projects must be jointly agreed signed to be reversible.
with the relevant conservation agency of the · with the aim of gaining insight through exper-
federal state concerned and require authorisa- imental research, copies of existing recon-
tion within the terms of that state’s conserva- structions or rebuildings are to be opposed.
tion law.
The same care which is given to the conception
of a scheme must also be exercised with regard 5. INTERNATIONAL REGULATIONS
to its sustainability. The basis for this should be In addition, all actions must conform with inter-
a maintenance plan jointly agreed with the national standards as laid down in the following
state conservation agency (Limes Coordinator). conventions and sets of guidelines:
Repairs and maintenance work may only be
carried out by qualified persons under expert · Charter of Venice 1964:
supervision. Sufficient tangible means must be International charter on the conservation and
made available for maintenance as well as for restoration of monuments and ensembles.
the repair of unforeseen damage. · Charter of Burra 1979:
Charter on the conservational handling of ob-
jects of cultural importance.
4. GUIDELINES FOR FUTURE ACTIONS · Charter of Lausanne 1990:
The following guidelines apply in particular: Charter for the protection and care of the ar-
· all actions must have a direct regional and his- chaeological heritage.
torical link with the corresponding section of · Convention of Malta 1992:
the World Heritage Site. European convention for the protection of the
· information boards must conform to the archaeological heritage.
guidelines of the DLK. · The Nara document on authenticity 1994.
· ways should be sought to facilitate visitors’ un- · Charter of Riga on authenticity and historical
derstanding and perception of the ORL. reconstruction in relation to the cultural her-
· any planting done for the purpose of visu- itage 2000.
alisation must not damage the fabric of the · The Salalah recommendations for archaeologi-
monument. cal parks 2015.
· forestry and conservation should work to-
gether to combine their objectives.
· conservational covering must not lead to a
loss of authenticity by creating new, artificial
monuments.
· any new materials used must be clearly distin-
guishable from the original fabric.
· in or near the few places where the ORL has
survived more or less intact and undisturbed,
any kind of reconstruction or rebuilding
should be avoided completely. This applies
particularly to sections where the course of
the ORL contributes tangibly to the overall
impression of the landscape, for instance in
the Taunus forests or on the Swabian and
Franconian Jura.
· reconstructions and rebuildings are generally
only to be accepted on sites which have al-
ready been completely excavated and/or
where the in situ findings have been largely
destroyed and/or where modern-day use of
48 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

PART C

Basic parameters of a future strategic presentation


plan (“Interpretation Framework”) for the
Upper German-Raetian Limes (ORLIF)

1.PREAMBLE / BASIS FOR PRESENTATION


1.1. On account of its history, structural condi- In light of this recommendation, this plan in-
tion and its function, the ORL forms a unified, cludes interregional strategies and procedures
homogeneous cultural monument. The content for the presentation of the entire ORL.
and quality of any presentation of its historical 1.3. In addition to the following general descrip-
structure and existing fabric or of its role with- tion of the individual regions and sites to be
in our understanding of history must be of the presented, future presentations will be based
highest standard. on a detailed Interpretation Framework for the
1.2. An important basis for the monument‘s ORL (ORLIF) as an integral part of the Manage-
presentation is provided by the “Recommenda- ment Plan.
tion concerning the Protection and Promotion 1.4. This future Interpretation Framework for
of Museums and Collections, their Diversity the ORL (ORLIF) shall formulate concrete goals
and their Role in Society” adopted by UNESCO and strategies for the presentation of the World
on November 17, 2015. Heritage in all relevant regions and sites. It is
In this document, the term “cultural heritage” is based on the significance of the ORL as an au-
defined to include both tangible and intangible thentic site and takes into consideration that
values, as determined by the UNESCO Cultural every form of presentation should preserve and
Conventions. support the value and authenticity of each indi-
Paragraph 10 states: “Member States should vidual site as well as the whole situation and
encourage museums to actively interpret and should also further expand the public‘s appreci-
disseminate knowledge on collections, monu- ation for the Limes.
ments and sites”, thus aiming to create a 1.5. The Interpretation Framework for the ORL
relationship between museums with their col- (ORLIF) will in the medium-term be prepared
lections and the relevant sites. and separately published by the interregional
Communication, education, a target group-ori- working committee “Arbeitsgemeinschaft
entation and museum management are speci- römischer Museen am Limes in Deutschland”
fied in the document as additional important together with the Limes Coordinators.
tasks. 1.6. The following general recommendations
are based on the content and spirit of national
Part C 49

and international specifications. Future pre- 2.2.1. Analogous to the plans for Hadrian‘s Wall
sentation measures are to take into considera- and the Antonine Wall as well as the Austri-
tion all existing agreements. an-Bavarian Danube Limes Interpretation
The most important include: Framework (DLIF), prepared as part of the
· Code of Ethics – International Council of Mu- Danube Limes UNESCO nomination, struc-
seums 1986 in its latest edition from 8th Octo- tured guiding themes shall be developed ac-
ber 2004, cording to the motto “one site, one lead theme”.
· UNESCO‘s “Recommendation concerning the These are intended to result finally in one de-
Protection and Promotion of Museums and tailed and cooperative ORL presentation con-
Collections, their Diversity and their Role in cept that is developed within the framework of
Society” adopted on November 17, 2015 (see the “Arbeitsgemeinschaft römischer Museen
Preamble), am Limes in Deutschland”.
· Museums Association (UK) Code of Ethics, in 2.2.2. The Interpretation Framework for the
the November 5, 2015 edition, Raetian Limes and the Main Limes in Bavaria,
· European convention for the protection of the Baden-Württemberg and Hesse serve as the ba-
archaeological heritage – the Convention of sis for this work.
Malta, 2.3. The continued further development of
· Procedural methods to be used in conserva- presentation sites, based on the future ORLIF,
tion, restoration, reconstruction, rebuilding can also include new construction or the ex-
and conservational covering of archaeological pansion of existing facilities at a standard that
monuments of the ORL – Part B of the Manage- is uniform and of high scientific quality. Quality
ment Plan, standards, both those concerning the presenta-
· International Cultural Tourism Charter: Man- tion of archaeological-cultural historical rela-
aging tourism at places of heritage signifi- tionships and those related to the content of the
cance. ICOMOS 1999. protection and development concepts, must be
1.7. The aims and strategies of this museum and met.
presentation plan should be continually devel-
oped as a concept with advisory character, in
accordance with the latest standards of archae- 3. PRESENTATION STRATEGIES
ological research and current trends in muse- 3.1. In order to sustainably ensure and further
um presentation methods. develop future presentation activities along the
In order to guarantee standards of display, 550 km-long ORL based on the available person-
presentation and visitor guidance which are nel and financial resources, it is crucial to have
commensurate with UNESCO World Heritage it both a coherent strategic structuring of the
is necessary to coordinate all activities with the ORL‘s regions and a hierarchic structure of the
appropriate ministries of the individual federal individual presentation sites.
states. The conveyance of information and the 3.2. Presentation regions
presentation of the finds remains the core task The establishment of individual presentation
of the museums. regions is oriented towards the contents, ar-
chaeological-historical situations, and the mod-
ern administrative structures as well as the
2. AIMS OF THE PRESENTATION transportation and touristic parameters.
2.1. The aim of the presentation activities at the 3.3. Presentation sites
ORL is to achieve a complete and scientifically The presentation of single sites (places or facili-
accurate range of displays and attractions. It is ties) occurs within the presentation regions. De-
particularly important to create the broadest pending on their size, orientation and capacity,
possible information base which will satisfy the they provide supra-regional, regional, or local
requirements of the many different target information and activities.
groups. 3.4. The actual classification of the presentation
2.2. The basis of the presentation activities at zones and the individual presentation sites as
the ORL will be the Interpretation Framework well as the orientation in terms of content is co-
for the ORL as an integral part of the Manage- ordinated with existing facilities, as per the fu-
ment Plan. It formulates the goals and strategies ture Interpretation Framework, ORLIF.
for presentations at all relevant sites.
50 Upper German-Raetian Limes (ORL) · Management Plan 2019 – 2023

3.5. As part of the strategic development of fu- is presented as the main object of exhibition at
ture presentations, it may become necessary its original location, or as the central item in a
to change the manner in which content is pre- protective shelter or museum. In the frame-
sented, or to create additional presentation fa- work of the ORLIF only those monumenta are
cilities. mentioned which play or shall play a specific
role within the local or regional presentation.
4.5. Infopoints and Information signs
4. PRESENTATION LOCATIONS Infopoints and information signs are used to di-
4.1. It is necessary to differentiate between mu- rect the flow of tourists and generally provide
seums, information centres, monumenta and information on the local monuments at the
information signs at the locations. The adminis- ORL. They can explain archaeological sites as
trative parties responsible for the respective well as rebuildings.
museums, Limes information centres and mon- They are to be conceived and designed accord-
umenta voluntarily work with the Arbeits- ing to the “Richtlinien für Erklärungstafeln am
gemeinschaft römischer Museen am Limes in UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer
Deutschland. Limes” of the DLK and shall include the official
4.2. Museums UNESCO logo.
The supra-regional, regional and local muse- The texts are to be formulated in a clear and
ums at the ORL generally provide comprehen- easily understandable manner and provided in
sive information on the Limes as a UNESCO at least two languages (German/English). It is
World Heritage Site. Their function is particu- recommended that the amount of text, formu-
larly to present the Limes finds within the con- lations, design and branding be consistent with
text of the UNESCO World Heritage. In this way, both the DLK guidelines and the guidelines of
they convey an integral understanding of the the European Association for Heritage Inter-
ORL. A Limes museum is defined as a facility in pretation.
accordance to the ICOM statutes of August 24,
2007, Art. 3, Section 1, which was accepted by
the Deutscher Museumsbund. 5. STRUCTURE OF THE PRESENTATION
4.3. Limes information centres LEVELS
Limes information centres are the central point 5.1. Beginning with existing structures, a hier-
of contact for concise, basic information re- archy of three presentation levels shall take
garding the ORL as part of the World Heritage place. These assume different functions, de-
Site “Frontiers of the Roman Empire” as well as pending on the existing capacity, and orienta-
for information on the World Heritage concept. tion of the respective facilities.
They are not a replacement for museums, as 5.2. Supra-regional presentation locations
defined by the German Konferenz der – presentation level 1
Museums-Beratungs-Institutionen der Länder Museums and information centres with the fol-
(KMBL). lowing features:
Limes information centres further serve as the · geographical coverage of specific landscape,
point of entry to the various types of presenta- river or regional sections by means of a bal-
tion offered. In particular, they provide a pre- anced choice of locations along the ORL,
cise and easily understandable overview of a · professional archaeological management/
certain section of the ORL. Given the variety of support,
responsible bodies, the Limes information cen- · information about the principle of World Her-
tres require a professional archaeological con- itage,
cept, advice and support. · information about the whole ORL and the
A medium-term task is a more precise determi- frontiers of the Roman Empire,
nation of the functions of the Limes information · thematic presentations about a supra-regional
centres within an international comparison, section of the ORL and objects excavated
for example with other archaeological World there.
Heritage centres in Europe. 5.3. Regional presentation locations
4.4. monumenta – presentation level 2
The term “monumentum” is used exclusively Museums, information centres and monumenta
for an excavated or conserved monument that with the following features:
Part C 51

· presentation of regional sections of the ORL as


well as regional topographical characteristics,
· presentation of selected special themes.
5.4. Local presentation locations
– presentation level 3
Museums, monumenta and information signs at
the location with the following features:
· presentation of local topographical character-
istics,
· presentation of selected special themes.

6. THE INDIVIDUAL PRESENTATION


REGIONS AND LOCATIONS
A list of the individual facilities and locations as
in the Management Plan 2010–2015, No 3.3 is not
included. Instead reference is made to the
future Interpretation Framework for the ORL
(ORLIF) which should be completed in the
medium term and published separately.
Lahnstein-Oberlahnstein, WP 2/2, April 1986.

Idstein-Eschenhahn, Fundament von WP 3/21, März/April 1987.


ARCHÄOLOGISCHE INFORMATIONEN ZUM LIMES

DEUTSCHE LIMESKOMMISSION
Dr. Suzana Matešić
Geschäftsführerin
Am Römerkastell 1, 61350 Bad Homburg
Tel. 06175 - 93 74 34
suzana.matesic@deutsche-limeskommission.de
www.deutsche-limeskommission.de

RHEINLAND-PFALZ
Dr. Peter Henrich
Generaldirektion Kulturelles Erbe
Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz
Niederberger Höhe 1, 56077 Koblenz
peter.henrich@gdke.rlp.de

HESSEN
Dr. Kai Mückenberger
Landesamt für Denkmalpflege Hessen
hessenARCHÄOLOGIE
Schloss Biebrich, 65203 Wiesbaden
kai.mueckenberger@lfd-hessen.de

BADEN-WÜRTTEMBERG
Dr. Stephan Bender
Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege
Berliner Straße 12, 73728 Esslingen am Neckar
stephan.bender@rps.bwl.de

BAYERN
Dr. Markus Gschwind
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Obere Stadtmühlgasse 1, 91781 Weißenburg i. Bay.
markus.gschwind@blfd.bayern.de
BISHER ERSCHIENENE BÄNDE DER REIHE BEITRÄGE ZUM WELTERBE LIMES

A. Thiel (Hrsg.), A. Thiel (Hrsg.), A. Thiel (Hrsg.),


Der Limes als UNESCO-Welterbe. Forschungen zur Funktion des Limes. Neue Forschungen am Limes.
Beiträge zum Welterbe Limes 1 3. Fachkolloquium der 4. Fachkolloquium der
(Stuttgart 2008) Deutschen Limeskommission, Deutschen Limeskommission,
17./18. Februar 2005 in 27./28. Februar 2007 in Osterburken.
Weißenburg i. Bay. Beiträge zum Welterbe Limes 3
Beiträge zum Welterbe Limes 2 (Stuttgart 2008)
(Stuttgart 2007)

Rücken

rt sich über Jahre hinweg oftmals


hand von mehr als 170 repräsentativen
tischen Limes einschließlich des
men stammen aus der Sammlung von
mit großem Interesse am Limes,
en Limes immer dann zeigen, wenn der
ll und Graben bzw. die Mauer der
Limes 90°

sehr unterschiedlichen Landschaften


ch höchst interessanten Bildern
stellenweise schnell fortschreitenden DER OBERGERMANISCH-RAETISCHE LIMES
en Leser, der die römische Grenz- FOTOGRAFIERT VON DR. ECKEHART AYEN
ch einen Überblick über den Limes als
Rhein und Donau.

T E R B E L I M E S 4 B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S

P. Henrich (Hrsg.), P. Henrich (Hrsg.), P. Henrich (Hrsg.),


Limes 90º. Perspektiven der Limesforschung. Der Limes vom Niederrhein
Der Obergermanisch-Raetische Limes 5. Kolloquium der Deutschen bis an die Donau.
fotografiert von Dr. Eckehart Ayen. Limeskommission, 19./20. Mai 2009 6. Kolloquium der Deutschen
Beiträge zum Welterbe Limes 4 im Römisch-Germanischen Museum Limeskommission, 15./16. März 2011
(Stuttgart 2009) der Stadt Köln. in Mainz.
Beiträge zum Welterbe Limes 5 Beiträge zum Welterbe Limes 6
(Stuttgart 2010) (Stuttgart 2012)
Rücken

Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe Limes


Der Limes in Raetien, Ober- und Niedergermanien
elterbestätten im Jahr 2005 7 8 9
en Standort von Wachttürmen, Einzelne Fragmente bronzener Statuen gehören schon seit langem zum bekannten Fundspektrum
ucher zu visualisieren. der römischen Provinzen nördlich der Alpen. In welchem Ausmaß jedoch die Militärlager am Limes
Zum 7. Limeskolloquium der Deutschen Limeskommission im September 2013 in Aalen trafen
die die Möglichkeiten einer den und die zivilen Siedlungen des Hinterlandes mit Statuen von Kaisern und Göttern ausgeschmückt
sich wieder mehr als 100 Archäologinnen und Archäologen zum fachlichen Austausch über die
waren, konnte erst durch ein mehrjähriges Forschungsprojekt geklärt werden, das durch die Volks-
römische Reichsgrenze vom Niederrhein bis an die Donau.

Visualisierung
wagenStiftung im Rahmen der Förderinitiative Forschung an Museen unterstützt wurde.
Visualisierung von Bodendenkmälern

mäße Durchführung der In den Kongressakten fi nden sich Forschungsbeiträge zur Geschichte und Archäologie der rechts-
Der Limes in Raetien,

vom 1. bis 4. Jahrhundert


nen. Hierzu zählen neben rheinischen Gebiete neben Studien zu verschiedenen Kleinfundgruppen, von denen einige Von 2010-2015 wurden dabei, in Zusammenarbeit mit rund 100 Museen, Denkmalämtern und
Privatpersonen, über 5.500 Großbronzenfragmente aus 135 Fundplätzen erfasst und untersucht.

von Bodendenkmälern
men auch Beeinträchtigungen hier erstmals vorgelegt werden, und Einblicken in aktuelle Forschungsprojekte wie etwa zu den
se der Geophysik oder dem
lisierungen werden angeführt
römischen Großbronzen am Limes.

Den Limesabschnitten vom Donau- über den Obergermanisch-Raetischen bis zum Niedergerma- Ober- und Niedergermanien
Archäologisch-historische Themen standen dabei ebenso im Fokus, wie archäometrisch-herstel-
lungstechnische Fragestellungen, denen mit modernsten naturwissenschaftlichen Methoden
nachgegangen wurde.
Römische Großbronzen am
Vorschläge und Diskussionen am Beispiel
nischen des sich
Limes widmen Obergermanisch-Raetischen Limes
Berichte zu Grabungen und Funden einzelner Kastellplätze ebenso wie

ebnisse sind über den Limes


ng und Größe relevant.
übergeordnete Analysen, zum Beispiel zur Gestaltung von Limesdurchgängen oder zu Aspekten
des Kultes. vom 1. bis 4. Jahrhundert
Der vorliegende Band enthält die Beiträge des im Februar 2015 veranstalteten Abschlusskolloquiums.
Während im ersten Teil wichtige Ergebnisse des Forschungsprojektes selbst vorgestellt werden,
UNESCO-Welterbe Limes
Die Beiträge zeigen eindrucksvoll die aktuellen Forschungen am Limes mit Funden und Befunden beschäftigen sich die Beiträge des zweiten und dritten Teils mit aktuellen Forschungen zu antiken
inweis zur denkmalschonen-
vom 1. bis zum 4. Jahrhundert von der deutsch-niederländischen Grenze bis an die Donau. Großbronzen
7. KOLLOQUIUM DER DEUTSCHEN aus anderen Regionen des römischen Reiches.
LIMESKOMMISSION ABSCHLUSSKOLLOQUIUM DES FORSCHUNGSPROJEKTES

R B E L I M E S 7 B E I T R Ä G E ZBUE M
I TW E G
R Ä L TE E Z
RUB M
E LWI E
M LETS E R B E L I M E S 8 B E I T R Ä G E Z BUEMI T W
R Ä G TE E Z
E L RU M LWI E
B E M LETS E R B E L I M E S 9 B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S

9 78 38 06 23 2 69 1
9 783806 230598

03.05.13 12:45 170704_Grossbronzen_Cover.indd 1-3 10.07.17 09:30


141002_Aalen Kolloquium_Cover_RZ.indd 1-3 02.10.14 13:48

P. Henrich (Hrsg.), P. Henrich (Hrsg.), Martin Kemkes (Hrsg.),


Visualisierung Der Limes in Raetien, Ober- und Nieder- Römische Großbronzens am
von Bodendenkmälern. germanien vom 1. bis 4. Jahrhundert. UNESCO-Welterbe Limes.
Vorschläge und Diskussionen am 7. Kolloquium der Abschlusskolloquium des
Beispiel des Obergermanisch- Deutschen Limeskommission, Forschungsprojektes.
Raetischen Limes. 24./25. September 2013 in Aalen. Beiträge zum Welterbe Limes 9
Beiträge zum Welterbe Limes 7 Beiträge zum Welterbe Limes 8 (Darmstadt 2017)
(Stuttgart 2013) (Darmstadt 2014)

BISHER ERSCHIENENE SONDERBÄNDE DER REIHE BEITRÄGE ZUM WELTERBE LIMES


Klappe: Hier rillen, falzen
Rücken

Sonderband 3
Ausflüge zum Limes in Süddeutschland
Am Rande des Römischen Reiches

Buchen
(Odenwald)

1 OSTERBURKEN
Adelsheim
Nürnberg

Am Rande des
Nur die bedeutendsten Denkmäler werden in die UNESCO Welterbeliste
Widdern

2 ZWEIFLINGEN Ansbach

Öhringen Neuenstein

Crailsheim Klappe:
eingetragen. Seit 2005Hier rillen, falzenObergermanisch-Raetische Limes, auf 550 km
ist der Rücken
Heilbronn MAINHARDT DAMBACH GUNZENHAUSEN
3 THEILENHOFEN
Wüstenrot Schwäbisch Hall 12 14 Pleinfeld
RUFFENHOFEN 15
4 GROSSERLACH ELLINGEN Thalmässing
Dinkelsbühl 11 13 GNOTZHEIM 16 REGENSBURG-

die Grenze des Römischen Reiches zwischen Rhein und Donau, als gleich-
OBERHOCHSTATT GROSSPRÜFENING REGENSBURG
Murrhardt WEISSENBURG 17 18 19 BIEBIG Wörth a. d. Donau
HALHEIM 10 35 36
Ellwangen (Jagst) WEISSENBURG-BREITUNG 20 21 PFAHLBUCK
Pfahlheim ZANDT
BURGSALACH 24 PFATTER 37
RAINAU BÖHMING 23

Römischen Reiches
Abtsgmünd 9 Treuchtlingen 25 ZANDT HIENHEIM
WELZHEIM 26 Kelheim
5 22 Denkendorf 34 33 EINING-WEINBERG

rangig mit den Pyramiden oder der Großen Mauer von China anerkannt.
MÖGGLINGEN Lauchheim Eichstätt
Pfahlbronn Alfdorf Altmannstein STRAUBING 38 Deggendorf
8 AALEN PFÜNZ 32 EINING-UNTERFELD
7 PFÖRRING
Lorch Nördlingen 29 31 EINING
Stuttgart 6 SCHWÄBISCH GMÜND STEINKIRCHEN 39
Kösching 30 BAD GÖGGING Niederalteich
Ingolstadt Plattling
Donauwörth

Fachleute führen zu den wichtigsten Plätzen in Süddeutschland und zeigen


Göppingen 27 MANCHING
OBERSTIMM 28 Landau a. d. Isar
KÜNZING 40
Vilshofen
a. d. Donau
PASSAU 41

die neuesten Ergebnisse der Forschung.


Pfaffenhofen (Ilm) Landshut

< ÜBERSICHTSKARTE Ausflüge zum Limes in Süddeutschland


Tours along the Limes in Southern Germany

Special volume 3
At the Edge of the Roman Empire

B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S
Buchen
(Odenwald)

1 OSTERBURKEN
Adelsheim
Nürnberg

At the Edge
Only the most important monuments are included in the UNESCO World
Widdern

2 ZWEIFLINGEN Ansbach
Öhringen Neuenstein

Heilbronn
Wüstenrot
3 MAINHARDT

4 GROSSERLACH
Schwäbisch Hall
Crailsheim

RUFFENHOFEN
DAMBACH GUNZENHAUSEN
12 14
THEILENHOFEN
15 Pleinfeld
ELLINGEN Thalmässing
Heritage List. Since 2005 the Upper German-Raetian Limes, the 550 km long
Dinkelsbühl 11 13 GNOTZHEIM 16 REGENSBURG-

border of the Roman Empire between the Rhine and the Danube, has been
OBERHOCHSTATT GROSSPRÜFENING REGENSBURG
Murrhardt WEISSENBURG 17 18 19 BIEBIG Wörth a.d. Donau
HALHEIM 10 35 36
Ellwangen (Jagst) WEISSENBURG-BREITUNG 20 21 PFAHLBUCK
Pfahlheim ZANDT
BURGSALACH 24 PFATTER 37
RAINAU BÖHMING 23

of the Roman Empire


Abtsgmünd 9 Treuchtlingen 25 ZANDT HIENHEIM
WELZHEIM 26 Kelheim
5 22 Denkendorf 34 33 EINING-WEINBERG

recognised to be on a par with the Pyramids and the Great Wall of China.
MÖGGLINGEN Lauchheim Eichstätt
Pfahlbronn Alfdorf Altmannstein STRAUBING 38 Deggendorf
8 AALEN PFÜNZ 32 EINING-UNTERFELD
7 PFÖRRING
Lorch Nördlingen 29 31 EINING
Stuttgart 6 SCHWÄBISCH GMÜND STEINKIRCHEN 39
Kösching 30 BAD GÖGGING Niederalteich
Ingolstadt Plattling
Donauwörth

Experts lead the way to the most important sites in southern Germany and
Göppingen 27 MANCHING
OBERSTIMM 28 Landau a.d. Isar
KÜNZING 40
Vilshofen
a.d. Donau
PASSAU 41

reveal their latest research results.


Pfaffenhofen (Ilm) Landshut

< O VE RVIE W MA P Tours along the Limes in Southern Germany

W O R L D H E R I T A G E S I T E L I M E S W O R L D H E R I T A G E S I T E L I M E S

150820_exkursionsfuehrer_limes_cover_RZ.indd 1-4 20.08.15 17:47


Klappe: Hier rillen, falzen
Rücken

150820_exkursionsfuehrer_limes_cover_RZ.indd 1-4 20.08.15 17:47


Klappe: Hier rillen, falzen
Rücken

Deutsche Limeskommission (Hrsg.), S. Matešic´/C. S. Sommer (Hrsg.), C. S. Sommer/S. Matešic´ (Hrsg.)


Regenerative Energien und Am Rande des Römischen Reiches. Limes XXIII.
Welterbestätten. Workshop der Ausflüge zum Limes in Süddeutschland. Proceedings of the 23rd International
Deutschen Limeskommission am Beiträge zum Welterbe Limes · Sonderband 3 Congress of Roman Frontier Studies
23. November 2011 in Düsseldorf. At the Edge of the Roman Empire. Tours Ingolstadt 2015.
Beiträge zum Welterbe Limes along the Limes in Southern Germany. Akten des 23. Internationalen
Sonderband 2 World Heritage Site Limes · Special volume 3 Limeskongresses in Ingolstadt 2015.
(Bad Homburg v. d. H. 2013) (Bad Homburg v. d. H./München 2015) Beiträge zum Welterbe Limes · Sonderband 4
(Mainz 2018)
Herausgeber:
Deutsche Limeskommission
Römerkastell Saalburg
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg v.d.H.
www.deutsche-limeskommission.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Gestaltung: HUND B. communication, München,


Christian Hölzl, Aniekeme Noack
Druck: BoschDruck Solutions GmbH, Landshut

© 2019 Deutsche Limeskommission


Die Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne
Zustimmung der Deutschen Limeskommission unzulässig.
Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung
in elektronischen Systemen.

Printed in Germany

Abbildungsnachweis:
Titelseite: DLK, P. Henrich; 30/31: G. Hagen; 52 und Rückseite: DLK, E. Ayen.
Seit 2005 ist der Obergermanisch-Raetische Limes als Teil der „Grenzen des Römischen Reichs“ zusammen
mit der Hadriansmauer in England und seit 2008 mit dem Antoninuswall in Schottland in die Liste des
Welterbes der UNESCO eingetragen. Damit wurde den sich über 550 km erstreckenden römischen
Grenzanlagen zwischen Rhein und Donau ein „außergewöhnlicher universeller Wert“ zuerkannt. Diesen
gilt es dauerhaft zu erhalten, aber auch Anwohnern wie Besuchern angemessen zu präsentieren. Der
Rahmen hierfür soll nach den Anforderungen der UNESCO in einem regelmäßig zu überarbeitenden
Managementplan formuliert werden.

In der von der Deutschen Limeskommission (DLK) entwickelten und mit den Kommunen abgestimmten
neuesten Fassung sind erstmals neben „Richtlinien zur Konservierung, Restaurierung, Rekonstruktion,
zum Nachbau und der konservatorischen Überdeckung“ auch die „Grundparameter eines künftigen
strategischen Vermittlungsplans für den Obergermanisch-Raetischen Limes“ als integraler Teil des
Management Plans enthalten.

B E I T R Ä G E Z U M W E LT E R B E L I M E S