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Die nationalsozialistischen Grundlagen der NSDAP

Bei der vorliegenden Primärquelle „Allgemeine ideologische Grundlagen der NSDAP:


Hitler-Rede vom 12. April 1922“, zusammengefasst durch Eberhard Klöss im Jahr
1967, handelt es sich um eine politische Rede Adolf Hitlers. Dieser wurde am 20. April
1889 geboren und kämpfte im Ersten Weltkrieg für das Deutsche Reich mit. Mehrfach
abgelehnt von verschiedenen Kunstakademien, entwickelte er eine
nationalsozialistische Ideologie und gründete die NSDAP.

Ort der Rede ist München, wo er sie am 22. April 1922 auf einem Parteitag der NSDAP
hielt. Zweifelsfrei handelt es sich hierbei um einen Vortrag der politischen Gattung,
der die ideologische Haltung der NSDAP zum Thema hat.

Da Hitler vor einer Partei auftrat, wird der Adressat auch die NSDAP beziehungsweise
die Mitglieder dieser Partei gewesen sein. Weil die Organisation Hitlers 1922 kaum
bekannt war, ist der Adressatenkreis wohl nicht die breite Bevölkerungsschicht.

Auch wenn das Hauptthema der Rede die Ideologie der NSDAP ist, hat Hitler der Rede
bereits in mehrere Abschnitte eingeteilt.

Im ersten Abschnitt leitet Hitler seiner Präsentation der Ideologie ein. Er sehe einen
Wettkampf zwischen Ariern und Juden, bei dem man den Juden zuvor kommen müsse.
Diese Erkenntnis sei die Grundlage der noch jungen Bewegung, der er Erfolge zutraue
(vgl. Z. 1-5).

Im zweiten Teil erklärt der spätere Diktator die Begriffe „'national' und 'sozial'“ (Z. 6)
und behauptet, der Jude stelle diese adäquaten Begriffe gegensätzlich dar (vgl. Z. 6-
9). Nationalsozialismus in einem Wort bedeute, für sein Volk zu handeln und hierfür
auch zu sterben (vgl. Z. 10-16). Des Weiteren befasst sich Hitler im dritten Abschnitt
mit Klassen. Diese könne man mit Kasten vergleichen, die der Rasse gleichkämen.
Allerdings sei dieses System in Deutschland nicht umsetzbar, da in der Weimarer
Republik alle Leute gleich seien, was in Ländern wie Ägypten oder Indien nicht der Fall
gewesen sei.

Jedoch müsse es berufliche Stände geben, die gemeinsam für einen Ausgleich der
Wirtschaft, aber nicht gegeneinander kämpfen sollen (vgl. Z. 18-29).

Im folgenden Abschnitt kommt Hitler auf seine Definition von Arbeit zu sprechen. So
gebe es einen Unterschied zwischen arbeitenden und nicht arbeitenden Leuten, wobei
die erstgenannten das „Edelvolk“ (Z. 35) seien. Die Arbeit solle nach Möglichkeit ein
Gemeinwohl bilden und dass Rassen verschiedene Tendenzen nach außen zeigten
(vgl. Z. 30-43). Schließlich schimpft Hitler, aufbauend auf die Tendenzen der
verschiedenen Rassen, wieder auf die jüdische Bevölkerung. Demnach beute ein Jude
andere Völker aus und sei nicht in der Lage, ein gemeinschaftliches Gefühl zu
entwickeln. Zudem sei ihm dieses Verhalten von der Natur aufgetragen worden und er
könne das nicht ablegen (vgl. Z. 44-51).

Zum Schluss der Rede beschäftigt sich Adolf Hitler mit der Frage der Macht. Demnach
müsse ein Nationalsozialist gleichzeitig ein bekennender Nationalist sein um Macht
bilden zu können. Hierfür bedürfe es laut Hitler Kraft, mit der man in Kombination mit
starken Willen auch mit wenigen Menschen etwas bewegen könne (vgl. Z. 58-65).
Schlussendlich schließt Hitler mit den Worten ab, dass man neben der Wahrheit auch
einen starken Willen benötige, um diese Wahrheit zu verbreiten (vgl. Z. 66 ff.).

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Die NS-Ideologie ist die Grundlage für die Diktatur und Gräueltaten der
Nationalsozialisten. In Hitlers Buch "Mein Kampf" beschreibt der Diktator die zentralen
Punkte der NS-Ideologie. Einige Teile der NS-Ideologie sind schon viele hundert Jahre
alt, Hitler verbindet sie zur NS-Ideologie.
Um viele Menschen von Hitler und seiner Partei NSDAP überzeugen zu können, ist die
NS-Ideologie genau so gestrickt, dass viele verschiedene, unzufriedene Menschen
darin die Lösung ihrer Probleme sehen. Zentral für die NS-Ideologie ist der Rassismus.
Hitler und die Nazis glauben, es gäbe verschiedene Menschenrassen, die sich in einem
ständigen Wettkampf befinden. Die NS-Ideologie missbraucht dabei die
Evolutionstheorie von Charles Darwin. Aus dem Darwinismus wird in der NS-Ideologie
der Sozialdarwinismus. Die NS-Ideologie baut auf dem Irrglauben auf, es gäbe
höherwertige und minderwertige Menschen und die angeblich stärkere "arische Rasse"
hätte das Recht, die angeblich Schwächeren zu vernichten.
Dieser Rassismus wird in der NS-Ideologie mit dem Antisemitismus verbunden. Hitler
behauptet, die Juden seien eine eigene Rasse und die Erzfeinde der arischen Rasse. In
der NS-Ideologie wird das Judentum für alles verantwortlich gemacht, was den Nazis
nicht gefällt: Parlamentarismus, Liberalismus, Marxismus, der Versailler Vertrag und
die Weltwirtschaftskrise.
In der NS-Ideologie wird die jüdische Bevölkerung zum Feindbild gemacht und ihre
Auslöschung gefordert. Auf den Rassismus der NS-Ideologie baut auch Hitlers
Forderung nach "Lebensraum im Osten" auf. Hitler will ein „Großgermanisches Reich“
etablieren, in dem nur arische Deutsche leben sollen.
Dafür will Hitler vor allem die Länder östlich von Deutschland erobern und neu
besiedeln. Die Menschen, die dort bisher leben, sind laut der NS-Ideologie
minderwertig und müssten, so die Nazis, entweder versklavt oder vernichtet werden.
Wichtig für die NS-Ideologie ist auch der Begriff der Volksgemeinschaft. Hitler und die
Nazis beschwören immer wieder den Gemeinschaftssinn der Deutschen, doch in der
Volksgemeinschaft der NS-Ideologie ist für Menschen, die nicht ins Weltbild der NS-
Ideologie passen kein Platz. Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit
Behinderungen und politische Gegner gehören in der NS-Ideologie nicht zur
Volksgemeinschaft. Deshalb wollen die Nazis sie ausrotten.
In der Volksgemeinschaft im Sinne der NS-Ideologie soll es dann nur noch Arier und
keine Klassenunterschiede mehr geben. Doch einen ganz wichtigen Unterschied gibt
es in der NS-Ideologie: Ein Mann – Adolf Hitler – soll an der Spitze stehen. Hitler sieht
sich als vom Schicksal auserwählten Anführer, dem gemäß der NS-Ideologie das ganze
Land, jeder einzelne Mensch gehorchen muss.